{"id":52159,"date":"2019-05-29T10:30:29","date_gmt":"2019-05-29T08:30:29","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=52159"},"modified":"2019-05-30T12:38:21","modified_gmt":"2019-05-30T10:38:21","slug":"alle-reden-vom-klima-wie-ein-thema-seine-erdrueckende-dominanz-entfaltet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=52159","title":{"rendered":"Alle reden vom Klima: Wie ein Thema seine erdr\u00fcckende Dominanz entfaltet"},"content":{"rendered":"<p>Im Vorfeld der EU-Wahl hat sich die Debatte zunehmend auf die Klima-Frage zugespitzt. Diese massive Betonung scheint sich nun fortzusetzen. Ist diese Dominanz zu begr&uuml;&szlig;en? Was bedeutet sie f&uuml;r die Wahrnehmung sozialer Ungerechtigkeiten? Und wie k&ouml;nnen Spaltungen verhindert werden? Von <strong>Tobias Riegel<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_888\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-52159-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/190529_Alle_reden_vom_Klima_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/190529_Alle_reden_vom_Klima_NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/190529_Alle_reden_vom_Klima_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/190529_Alle_reden_vom_Klima_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=52159-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/190529_Alle_reden_vom_Klima_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"190529_Alle_reden_vom_Klima_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Die &uuml;berw&auml;ltigende Mehrzahl an Wissenschaftlern stellt zum einen einen dramatischen Klimawandel fest und zum anderen die Verantwortlichkeit menschlichen Verhaltens f&uuml;r diese  Entwicklung. Das Vertrauen in diese wissenschaftlichen Aussagen soll in diesem Text nicht untergraben werden. Auch soll die k&uuml;rzlich <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=51572\">von Jens Berger beschriebene Haltung<\/a> gest&uuml;tzt werden, dass die &bdquo;soziale Frage kein Totschlagargument gegen Umwelt- und Klimaschutz sein&ldquo; darf. Zudem soll in diesem Text nicht die wichtige Rolle des CO2 f&uuml;r den menschengemachten Klimawandel in Frage gestellt werden. Aber auch wenn man dies alles als gegeben definiert: Darf man einem Thema eine solche erdr&uuml;ckende Dominanz einr&auml;umen, wie es aktuell mit dem Klimaschutz zu erleben ist? Und wie kann es gelingen, m&ouml;gliche Trennungen zwischen sozialen und umweltpolitischen Anliegen zu &uuml;berwinden?<\/p><p><strong>Das gute Umwelt-Bewusstsein hat bedenkliche Nebenwirkungen<\/strong><\/p><p>Der Themen-Komplex Klima wurde in j&uuml;ngster Vergangenheit zus&auml;tzlich mit gro&szlig;er Dringlichkeit aufgeladen: durch Studien etwa zum <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/wissenschaft\/natur\/artensterben-uno-bericht-beschreibt-dramatischen-verlust-der-artenvielfalt-a-1265482.html\">Artensterben<\/a>, durch die <a href=\"https:\/\/fridaysforfuture.de\">&bdquo;Fridays-For-Future&ldquo;-Bewegung<\/a> und durch die darauf folgende <a href=\"https:\/\/www.schwaebische.de\/ueberregional\/politik_artikel,-fridays-for-future-die-klimaschutzbewegung-ist-das-neue-1968-_arid,11060931.html\">Berichterstattung<\/a>. Das aktuell hochkommende Bewusstsein ist prinzipiell zu begr&uuml;&szlig;en &ndash; und auch das breite Medien-Echo darauf. <\/p><p>Bedenklich ist jedoch, dass sich diese gute Entwicklung in einem H&ouml;henflug der gr&uuml;nen Partei niederschl&auml;gt. Und in einer <a href=\"https:\/\/www.bild.de\/politik\/inland\/politik-inland\/europawahl-analyse-das-thema-klima-hat-der-groko-die-wahl-verhagelt-62194090.bild.html\">Missachtung<\/a> der sozialen Frage: Vor der <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/politik\/Das-Klima-hat-die-Wahl-entschieden-article21049305.html\">EU-Wahl<\/a>  sind im Schatten der Klimadebatte die soziale Spaltung, die Frage nach Krieg und Frieden, die Banken-Kritik oder die Forderungen nach Reichen- oder Finanzmarkt-Steuern weitgehend  <a href=\"https:\/\/www.focus.de\/perspektiven\/nachhaltigkeit\/regulierungen-und-unterstuetzung-das-wichtigste-thema-fuer-deutsche-waehler-das-tut-die-eu-bereits-beim-klimaschutz_id_10726379.html\">aus der Wahrnehmung verschwunden<\/a>. <\/p><p><strong>Umweltpolitische und soziale Fragen m&uuml;ssen sich nicht &uuml;berdecken<\/strong><\/p><p>Und so schien der gesellschaftliche Tenor vor der EU-Wahl folgenderma&szlig;en: Ja, es gebe krasse Ungerechtigkeiten und schlimme soziale Ungleichheiten in der EU, von der Kinder- bis zur Altersarmut &ndash; aber angesichts der drohenden Klima-Apokalypse k&ouml;nnen die EU-B&uuml;rger diese sozialen &bdquo;Petitessen&ldquo; vorerst ruhen lassen. Gegen den Klimawandel k&ouml;nne man schlie&szlig;lich auch &bdquo;aufstehen&rdquo;, wenn die Miete seit Monaten nicht bezahlt ist. Was ist schon ein Mindestlohn, eine ordentliche Rente oder eine Bankenregulierung gegen den Weltuntergang? <\/p><p>Diese Sichtweise ist nat&uuml;rlich eine verzerrte Projektion: Eigentlich m&uuml;ssen sich umweltpolitische und soziale Fragen nicht &uuml;berdecken oder gar ausschlie&szlig;en. In der politischen und propagandistischen Realit&auml;t jedoch ist diese Wirkung zum Teil festzustellen. Solchen Spaltungs-Versuchen ist entgegenzutreten. <\/p><p><strong>Der wahre Charakter der Gr&uuml;nen<\/strong><\/p><p>Die Gr&uuml;nen sind die eindeutigen und &uuml;ppigen Gewinner dieser dominanten Themensetzung. Das ist ein gro&szlig;er Irrtum aufseiten der W&auml;hler: Die Gr&uuml;nen stehen neben dem Klima-Komplex bekannterma&szlig;en f&uuml;r eine tendenziell kriegsfreundliche Haltung, f&uuml;r antirussische Ressentiments und f&uuml;r eine aufreizende Ignoranz gegen&uuml;ber der sozialen Frage. Gerade die EU-Fraktion mit ihrer Ex-Vorsitzenden Rebecca Harms oder der Kreis um Marieluise Beck sind in diesen Beziehungen negativ aufgefallen, wie die NachDenkSeiten etwa <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=41124\">hier beschrieben haben<\/a>. Den wahren Charakter der gr&uuml;nen Partei hat gerade Oskar Lafontaine <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/oskarlafontaine\/photos\/a.198567656871376\/2324998697561584\/?type=3&amp;theater\">auf den Punkt gebracht<\/a>: <\/p><p>&bdquo;Erstaunlich ist das starke Abschneiden der Partei &sbquo;Die Gr&uuml;nen&lsquo;, da sie in den vergangenen Jahren f&uuml;r Waffenexporte in Spannungsgebiete, eine Beteiligung der Bundeswehr an den Rohstoff-Kriegen und eine Verst&auml;rkung der Konfrontation gegen&uuml;ber Russland ebenso Verantwortung trug wie die Parteien der &sbquo;gro&szlig;en Koalition&rsquo;. Und beim Sozialabbau waren sie eifrig dabei. Dar&uuml;ber hinaus sind die Gr&uuml;nen dort, wo sie regiert haben oder regieren, mitverantwortlich f&uuml;r unter Umweltgesichtspunkten zweifelhafte Vorhaben wie das Gro&szlig;projekt Stuttgart 21, den Ausbau des Frankfurter Flughafens, die Abholzung des Hambacher Forstes, oder die Elbvertiefung. Sie profitieren dar&uuml;ber hinaus als Bef&uuml;rworter der bestehenden Wirtschaftsordnung und damit der geltenden Besitz- und Herrschaftsstrukturen ebenso wie die &uuml;brigen Regierungsparteien von Spenden der Banken und Konzerne.&ldquo;<\/p><p>Doch auch auf dem Kerngebiet des Klimaschutzes werfen viele Menschen der gr&uuml;nen Partei Heuchelei und Ignoranz des Sozialen vor, etwa wegen der Forderung, <a href=\"https:\/\/www.merkur.de\/politik\/gruene-vielflieger-sollen-deutlich-mehr-zahlen-zr-11834447.html\">das Fliegen zu verteuern<\/a>. B&ouml;se Zungen k&ouml;nnten dazu polemisch und grob zugespitzt sagen: Hier wollen <a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/problematische-doppelmoral-gruenenwaehler-sind-vielflieger-16043470.html\">gutbetuchte Vielflieger<\/a> das Fliegen durch Verteuerung f&uuml;r <a href=\"https:\/\/www.merkur.de\/lokales\/muenchen\/stadt-muenchen\/stadtrat-muenchen-sti639026\/reisestatistik-muenchner-stadtverwaltung-gruenen-fliegen-haeufigsten-6265766.html\">die eigene Klientel<\/a> exklusiv machen. Dadurch solle das eigene Klima-Gewissen beruhigt und die Bed&uuml;rfnisse benachteiligter B&uuml;rger nach Urlaubsreisen diffamiert werden.<\/p><p><strong>Was trennt die sozialen und die umweltpolitischen Bewegungen?<\/strong><\/p><p>Wie gesagt ist scharf darauf zu achten, dass Umweltbewegung und soziale Forderungen nicht gegeneinander ausgespielt werden: Beides sind berechtigte und dr&auml;ngende Anliegen. Zu begr&uuml;&szlig;en und naheliegend w&auml;re es, wenn sich beide Str&ouml;mungen zusammenschlie&szlig;en und erg&auml;nzen w&uuml;rden. Doch so einfach scheint es nicht zu sein. Was verursacht hier die Irritationen?<\/p><p>Da ist zum einen das begrenzte Aufmerksamkeits-Pensum der Menschen &ndash; besonders betonte Themen verdr&auml;ngen andere. Wenn die Wahlplakate, die Talkshows und die Zeitungsseiten von der Klimadebatte erf&uuml;llt sind, dann sind das weitgehend auch die K&ouml;pfe der Menschen. Und dann wird das sowieso zu brave &bdquo;Wir machen Europa sozial&ldquo; der Linkspartei nicht mehr wahrgenommen. Zum anderen werden die Menschen unterschiedlich von der Debatte betroffen, etwa bei den sozialen Folgen des Kohle-Ausstiegs. Ein Konflikt ist auch die Frage zwischen der liberal betonten &bdquo;Verantwortung des Einzelnen&ldquo; einerseits und der Verantwortung eines Systems, von dem einige Wenige profitieren, andererseits. <\/p><p><strong>St&auml;dter gegen Landbev&ouml;lkerung &ndash; Ein fabrizierter Klassenkonflikt?<\/strong><\/p><p>Es wird auch medial versucht, einen Klassenkonflikt herzustellen: Die gutverdienenden St&auml;dter gegen die Kohlearbeiter oder die abgeh&auml;ngte Provinz. Diesen scheinbaren Konflikt versuchten etwa j&uuml;ngst in Frankreich die Medien zur Spaltung zu nutzen, indem sie die soziale Bewegung &bdquo;Gelbwesten&ldquo; als &bdquo;anti-&ouml;kologisch&ldquo; darstellten. Gegen diese Diffamierung hat sich k&uuml;rzlich ein Appell gewandt, <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=51602\">wie die NachDenkSeiten berichtet haben<\/a>. Der scheinbare Klassen-Konflikt wird dadurch bef&ouml;rdert, dass tats&auml;chlich eine gewisse Heuchelei festzustellen ist: Die, die am meisten CO2 verbrauchen, sind angeblich am lautesten beim Klimaschutz. Winfried Wolf <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=51445\">schreibt auf den NachDenkSeiten<\/a> zu diesem Missverh&auml;ltnis:<\/p><p>&bdquo;Die CO2-Steuer wird also die Durchschnittsverdiener und damit die Mehrheit der Bev&ouml;lkerung deutlich belasten und die Armen sehr hart treffen. Die Gutverdiener werden diese Steuer mit einem Grummeln zur Kenntnis nehmen. Die Verm&ouml;genden und Reichen werden eine CO2-Steuer erst gar nicht sp&uuml;ren. (&hellip;) Zweitens wird eine CO2-Steuer nicht der Tatsache gerecht, dass die Klimafrage in starkem Ma&szlig; eine soziale Frage ist. Je reicher die Menschen, desto gr&ouml;&szlig;er ist die Klimabelastung.&ldquo; <\/p><p><strong>Die Heuchelei und die &bdquo;Schuld des Einzelnen&ldquo;<\/strong><\/p><p>Die Klima-Thematik hat einerseits W&auml;hler, jugendliche Demonstranten und YouTuber mobilisiert, das ist positiv &ndash; doch andererseits verbergen sich in den durchschnittlich etwa 50 Prozent <a href=\"https:\/\/web.de\/magazine\/politik\/wahlen\/europawahl\/wahlbeteiligung-europawahl-2019-hoechste-20-jahren-33760274\">Nichtw&auml;hlern<\/a>  mutma&szlig;lich auch jene B&uuml;rger, denen die n&auml;chste Miete schwerer auf dem Herzen liegt als das Schmelzen der Polkappen. Auch diese Haltung ist weitgehend nachvollziehbar: Die B&uuml;rger werden schlie&szlig;lich weitgehend wehrlos in ein die Umwelt sch&auml;digendes System geboren &ndash; dann sollen die einzelnen B&uuml;rger in Form von Verzicht oder Steuern f&uuml;r etwas zahlen (CO2-Steuer ), das sie nicht (willentlich) angerichtet haben und von dem sie finanziell nicht profitieren. Und sie sollen sich zudem noch individuellen Schuldgef&uuml;hlen aussetzen. <\/p><p>Diese Zusammenh&auml;nge und Zw&auml;nge w&auml;ren gute Gr&uuml;nde, eben jenes System zu &auml;ndern, in das die B&uuml;rger (zun&auml;chst) wehrlos hineinwachsen. Einen solchen Systemwechsel kann aber die Umweltbewegung nicht allein in Gang setzen. Im Gegenteil: Bei der EU-Wahl wirkte die Klimadebatte nun &ndash; trotz ihrer teilweisen konzern- und system-kritischen Ausdrucksweise &ndash; eher systemerhaltend. <\/p><p><strong>Ist die Klima-Bewegung keine &bdquo;Querfront&ldquo;?<\/strong><\/p><p>Man kann den Klima-Demonstranten jedoch nicht eine thematische Fixierung oder eine angebliche Instrumentalisierung vorwerfen: Sie sind es nicht, die die Themen Umwelt und Soziales einander neutralisieren lassen, wie es teils zu beobachten ist. Auch ist das Hochkommen der Umwelt-Thematik eine grunds&auml;tzlich gute Sache: Endlich wird den dr&auml;ngenden Themen (zumindest scheinbar) Geh&ouml;r geschenkt. Und auch der neue politische Schwung der Jugend, der sich in &bdquo;Fridays for Future&ldquo; und in Rezos YouTube-Video &auml;u&szlig;ert, ist weitgehend zu begr&uuml;&szlig;en. <\/p><p>Interessant ist in dem Zusammenhang, dass die sehr heterogene Klima-Bewegung von jenen &bdquo;Querfront&ldquo;-Vorw&uuml;rfen verschont bleibt, die die Bewegungen f&uuml;r Soziales oder f&uuml;r Frieden normalerweise umgehend ereilen. Die Jugend-Ph&auml;nomene sind auch skeptisch und kritisch zu begleiten: Schlie&szlig;lich w&auml;re es fatal, wenn sich diese Bewegungen auch zuk&uuml;nftig in Wahlsiegen der problematischen Gr&uuml;nen niederschlagen w&uuml;rden. Hier tut Aufkl&auml;rung &uuml;ber die Partei Not.<\/p><p><strong>&bdquo;Klima-Kanzlerin Merkel&ldquo;: Die Selbsthypnose der Deutschen<\/strong><\/p><p>Kritisch zu betrachten w&auml;re also der Umgang mit dem Ph&auml;nomen Klimawandel, ohne dabei die wissenschaftlichen Grundlagen in Zweifel zu ziehen. Kritik sollte zum einen auf &ouml;konomischer Ebene einsetzen, also betreffend des internationalen Emissionshandels, der Verkehrswende etc. Diese Ebene soll hier mangels Expertise nicht besprochen werden. Es gibt aber noch den Bereich der Propaganda, die sich in Slogans wie <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/politik\/Rettet-Merkel-ihren-Ruf-als-Klimakanzlerin--article21024439.html\">&bdquo;Klima-Kanzlerin Merkel&ldquo;<\/a> oder dem Mythos vom <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/auto\/aktuell\/eu-umweltminister-bundesregierung-gegen-scharfes-co2-ziel-a-1232217.html\">Klima-Primus Deutschland<\/a> ausdr&uuml;ckt. Diese Slogans decken sich nicht mit der Realit&auml;t. Es ist nicht der Fall, dass Deutschland in Sachen Klima voranschreiten m&ouml;chte, aber von unwilligen Nationen <a href=\"https:\/\/www.dnr.de\/eu-koordination\/eu-umweltnews\/2019-klima-energie\/ranking-wie-halten-es-eu-abgeordnete-mit-dem-klimaschutz\/\">zur&uuml;ckgehalten w&uuml;rde<\/a>. Auch trifft nicht zu, dass China nun international &bdquo;der gr&ouml;&szlig;te Klima-S&uuml;nder&ldquo; sei: Der <a href=\"https:\/\/de.statista.com\/statistik\/daten\/studie\/167877\/umfrage\/co-emissionen-nach-laendern-je-einwohner\/\">Pro-Kopf-Verbrauch von CO2<\/a> zeigt ein anderes Bild, dort liegen die Chinesen weit hinter den Deutschen. <\/p><p>Doch dieses Bild m&ouml;chten viele B&uuml;rger nicht sehen &ndash; es ist bei vielen Deutschen eine intensive Selbsthypnose zu beobachten: Die Selbstwahrnehmung als Klima-K&auml;mpfer, selbst noch in dem Moment, in dem der Urlaubs-Flieger nach Dubai betreten wird. <\/p><p><strong>Was bedeutet Klimadebatte f&uuml;r LINKE und andere Parteien?<\/strong><\/p><p>Keine Partei kann sich aktuell der Dominanz des Themas entziehen. Doch was bedeutet es f&uuml;r die Realit&auml;t, f&uuml;r die Umwelt und f&uuml;r das Klima, wenn sich nun auch die CDU <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/berlin\/nach-der-europawahl-afd-jugend-entdeckt-das-klima\/24392390.html\">und selbst die AfD-Jugend<\/a> &bdquo;dem Klima&ldquo; verschreiben? Ist hier mehr zu erwarten als wohlfeile und durchschaubare taktische Phrasen, die zudem potenziell als Ablenkung von der sozialen Frage genutzt werden k&ouml;nnen? <\/p><p>Und was bedeutet die Klima-Debatte und das schlechte Ergebnis bei der EU-Wahl f&uuml;r die LINKE? Die Partei w&auml;re einerseits gut beraten, <a href=\"https:\/\/www.die-linke.de\/themen\/klima-energie\/\">ihr Klimaprofil<\/a> zu st&auml;rken. Dabei ist aber andererseits zweierlei zu beachten: Zum einen sollte sich die Linkspartei durch diese Betonung keine allzu gro&szlig;en W&auml;hlerchancen ausrechnen, wie Jens Berger aktuell <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=52107\">hier dargelegt hat<\/a> . Zum anderen muss unbedingt darauf geachtet werden, dass der Umwelt-Fokus nicht die soziale Frage &uuml;berdeckt. Eine gro&szlig;e Leistung der Linkspartei w&auml;re es, die beiden Bewegungen zu vereinen.<\/p><p>Titelbild: Evgeny Atamanenko \/ Shutterstock<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Vorfeld der EU-Wahl hat sich die Debatte zunehmend auf die Klima-Frage zugespitzt. Diese massive Betonung scheint sich nun fortzusetzen. Ist diese Dominanz zu begr&uuml;&szlig;en? Was bedeutet sie f&uuml;r die Wahrnehmung sozialer Ungerechtigkeiten? Und wie k&ouml;nnen Spaltungen verhindert werden? Von <strong>Tobias Riegel<\/strong>.<\/p>\n<p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><\/p>\n","protected":false},"author":14,"featured_media":52160,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[107,194,177,146],"tags":[2649,2615,2175,2301,1534,291],"class_list":["post-52159","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-audio-podcast","category-gruene","category-klimawandel","category-soziale-gerechtigkeit","tag-oekosteuer","tag-fridays-for-future","tag-interventionspolitik","tag-konfrontationspolitik","tag-querfront","tag-verteilungsgerechtigkeit"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/shutterstock_659602831.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/52159","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/14"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=52159"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/52159\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":52181,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/52159\/revisions\/52181"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/52160"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=52159"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=52159"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=52159"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}