{"id":52176,"date":"2019-05-29T17:30:32","date_gmt":"2019-05-29T15:30:32","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=52176"},"modified":"2019-05-29T20:44:44","modified_gmt":"2019-05-29T18:44:44","slug":"leserbriefe-zur-eu-parlamentswahl-und-zum-abschneiden-der-spd","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=52176","title":{"rendered":"Leserbriefe zur EU Parlamentswahl und zum Abschneiden der SPD"},"content":{"rendered":"<p>Der Beitrag <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=52113\">Nachruf auf die SPD &ndash; obwohl es eigentlich leicht w&auml;re, diese alte Partei und ihre Chancen wiederzubeleben<\/a> rief bei unseren Lesern ein gemischtes Echo hervor, welches wir nachfolgend wiedergeben.  Au&szlig;erdem noch ein Bericht aus einem Wahllokal, und generelle Gedanken zu den Wahlen in der EU. Zusammengestellt von <strong>Moritz M&uuml;ller<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\n<strong>1. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Liebe NDS Redaktion, <\/p><p>Albrecht M&uuml;ller fragt &ldquo;wie sie sich eine Parteienkonstellation ohne SPD in Deutschland vorstellen k&ouml;nnen, die eine Alternative zu Frau Merkel oder ihrer Nachfolgerin\/ihrem Nachfolger m&ouml;glich machen soll&rdquo;. <\/p><p>Die kurze Antwort ist, dass es mit der SPD ganz sicher keine Alternative geben wird. <\/p><p>Die SPD ist nachweislich unf&auml;hig die eigenen Standpunkte (so man dies nicht als vors&auml;tzliche L&uuml;gen unterstellt) in Abstimmungen und Entscheidungen zu best&auml;tigen (links blinken aber neoliberal weiter rasen). Diese Partei hat sich als politische Alternative zur neoliberalen Marktkonformit&auml;t abgeschafft. Die SPD lebt nur noch vom eigenen Image, an das sich aber nur die Generation &Uuml;50-&Uuml;60 erinnern kann. <\/p><p>Entweder m&uuml;sste die SPD von Menschen &uuml;berrannt werden, die eine nachhaltig andere politische Kultur und damit auch eine andere Politik hineintragen, oder es entstehen neue B&uuml;ndnisse und neue Parteien. Ersteres ist weitaus unwahrscheinlicher als letzteres, das auch schon als gewagte Spekulation scheint.<\/p><p>F&uuml;r mich steht fest, dass sich mit der &ldquo;etablierten&rdquo; Parteienlandschaft keine Hoffnung auf progressive Politik f&uuml;r Mensch und Umwelt bietet. Daher ist es sinnlos an diese zu appellieren, sie geh&ouml;ren vielmehr stets mit Misstrauen und oft mit klarer Ablehnung und Kritik bedacht. Die weitestgehend korrumpierte Parteienlandschaft im Parlament ist ein Gegner, kein Verb&uuml;ndeter!&nbsp; <\/p><p>Die NDS sind vorbildlich bzgl sachlicher und fundierter Kritik und dem Aufzeigen von Missst&auml;nde sowie deren Ursachen und Verantwortlichkeiten. Mehr ist derzeit aus realpolitischer Sicht wohl nicht drin.<br>\nAber auch die Arroganz und Willk&uuml;r der Macht muss auf die Schippe genommen werden &ndash; was DIE PARTEI &uuml;brigens ausserordentlich wirksam und reichweitenstark macht ohne dabei die inhaltlichen Ernst zu vergessen.<br>\nAuch das Rezo Video hat vermutlich mehr Menschen erreicht und zum Umdenken gebracht als alle Polit-St&auml;nden und Parteiveranstaltungen in der ganzen Republik zusammengenommen. (siehe auch hier bzw hier)<br>\nDas sind Aktionsformen, die zuk&uuml;nftig relevant sein werden &ndash; so eine demokratische Diskussionskultur nicht durch Zensur und &Uuml;berwachung oder Repressionen verhindert wird. <\/p><p>Ob und wie sich daraus parlamentarische Mehrheiten entwickeln k&ouml;nnen, weiss ich nicht. Aber f&uuml;r einen progressiv-linken politischer Wechsel mit den bestehenden Parteien im Parlament besteht kein einziger Anlass zur Hoffnung.&nbsp; <\/p><p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en,<br>\nMB<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>2. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Lieber Herr M&uuml;ller, <\/p><p>Ihre pers&ouml;nliche Bindung an die SPD aus der Zeit der &bdquo;Volkspartei&ldquo;-Wahlergebnisse mag st&auml;rker sein als die anderer (ehemaliger) Unterst&uuml;tzer, doch im Kern eint uns alle die selbe, auch die W&auml;hler abschreckende Problematik:<\/p><p>Gerd Gazprom hat unter dem Dach einer ehemals sozialen, ehemals demokratischen Volkspartei mit schwiemeligen L&uuml;gen von der &bdquo;neuen Mitte&ldquo; eine absolut skrupellose R&auml;uberbande aus selbsts&uuml;chtigen und korrupten K&auml;uflingen versammelt und in staatliche &Auml;mter gebracht, welche diese K&auml;uflinge dann folgerichtig f&uuml;r ihr pers&ouml;nliches Wohlergehen auf das sch&auml;ndlichste ausgenutzt haben. <\/p><p>So wurde der lohn- und gehaltsempfangende Teil der Deutschen Bev&ouml;lkerung zusammen mit den schlecht organisierten &bdquo;freien&ldquo; untypisch Besch&auml;ftigten samt und sonders in die nach einem verurteilten Straft&auml;ter benannte Hartz-Sklaverei verkauft, so wurden die parit&auml;tische gesetzliche Kranken- und Rentenversicherung zerst&ouml;rt und teilprivatisiert, so wurde die mitbestimmungsgepr&auml;gte &bdquo;Deutschland-AG&ldquo; dem internationalen Raubtierkapitalismus zum Frass vorgeworfen, die Bankenregulierung bis zur Erm&ouml;glichung von &bdquo;to big to jail&ldquo; und &bdquo;systemrelevant&ldquo; (auch das ein vors&auml;tzlicher sozialdemokratischer Betrug am Steuerzahler) beseitigt, die Gleichbehandlung unter der progressiven Einkommenssteuer in ihr Gegenteil verkehrt, der Binnenmarkt ruiniert, &bdquo;beggar-thy-neighbour&ldquo; als Wirtschaftsprinzip eingef&uuml;hrt und mit der deutschen Sozialdemokratie die letzte grosse, m&auml;chtige Bastion gegen den nach Ende des kalten Krieges immer unversch&auml;mter agierenden Ausbeutungskapitalismus in Europa geschleift.<\/p><p>Die daran anschliessende Generation der Sozen, die den Gazpromschen Scherbenhaufen nach 2005 irgendwie h&auml;tte in Ordnung bringen m&uuml;ssen hatte aber eben entweder teilweise selber bis zu Ellbogen oder gar Schulter die Finger in der Kasse gehabt wie beispielsweise Frank-Walter &bdquo;Kurnaz&ldquo; Steinmeier oder der olle Olaf &bdquo;Wolfgang&ldquo; Scholz, oder sie hatten recht fr&uuml;h beim neidigen Zusehen gelernt dass man sich f&uuml;r Ministerautos mit Chauffeur und parlamentarische Altersversorgung inclusive sp&auml;terer Fr&uuml;hst&uuml;cksdirektorenposten bei den Beg&uuml;nstigten eben nicht von hehren sozialen oder gar demokratischen Grunds&auml;tzen behindern lassen darf, sondern sich zu b&uuml;cken hat und ggf. selbst die Vaseline mitbringen muss, damit die wirklichen Verteiler der Euros ihren Spass haben.<\/p><p>Mit Andrea Nahles allerdings hat selbst die SPD eine ganze Reihe von &bdquo;f&uuml;hrenden Tiefpunkten&ldquo; tats&auml;chlich noch einmal um Gr&ouml;ssenordnungen unterboten, die selbst heute f&uuml;r den halbwegs intelligenten Betrachter noch immer unvorstellbar sind.<\/p><p>Seit die SPD 2017 am ebenso kurzen wie un&uuml;bersehbaren Schulz-Hype nach dessen &bdquo;soziale Gerechtigkeit&ldquo; &ndash; Formel ganz am Anfang seiner Kandidatur h&auml;tte ablesen k&ouml;nnen, wo die Reise f&uuml;r die Deutsche wie die Europ&auml;ische Sozialdemokratie hinf&uuml;hren muss, kann von fahrl&auml;ssig, von &bdquo;Unverm&ouml;gen&ldquo; oder &bdquo;Unbildung&ldquo; oder gar von &bdquo;sie wissen halt nicht was sie tun (m&uuml;ssten)&ldquo; selbst im kleinsten Glied nicht mehr ansatzweise die Rede sein.<\/p><p>Die SPD ist von den neoliberalen U-Booten, von den K&auml;uflingen, Volksverk&auml;ufern und stiefel- wie speichelleckenden G&uuml;nstlingen derart durchdrungen, dass es wohl keinerlei Chancen mehr gibt, diese auf demokratischem Weg nachhaltig wieder loszuwerden.<\/p><p>Diese Einsch&auml;tzung f&uuml;r die SPD deckt sich bedauerlicherweise mit meiner heutigen (27.05. 2019) Einsch&auml;tzung f&uuml;r die Bundesrepublik wie auch die Europ&auml;ische Union wenn&rsquo;s darum geht, den neoliberalen Block der k&auml;uflichen Systemparteien irgendwie wieder loswerden zu m&uuml;ssen: ob das demokratisch noch zu bewerkstelligen sein wird stelle ich heute ernsthaft in Frage:<\/p><p>Die linke Seite ist ebenso zerr&uuml;ttet wie zerstritten und durchsetzt von l&auml;cherlich d&uuml;mmlichen Genderwahnsinnigen und prinzipiellen Gegnern der freien Meinungs&auml;usserung, die Rechte hingegen ist nicht wirklich &uuml;berzeugt demokratisch (auch wenn sie die demokratischen Spielregeln nutzt um zur Macht zu gelangen) sondern tendenziell faschistoid-autorit&auml;r.<\/p><p>Das wirft kein g&uuml;nstiges Licht auf die Zukunftsaussichten, gerade in Deutschland, wo sich bisher echte Sozialdemokraten in der ehemals sozialdemokratischen Partei nicht sichtbar, sondern rar machen. Kein Corbyn, kein Costa, keine Cortez weit und breit in der Deutschen Sozialdemokratie absehbar.<\/p><p>Wir sind als Deutsche da angekommen wo der grosse neoliberale Antidemokrat Wolfgang Sch&auml;uble gegen&uuml;ber Yanis Varoufakis und Griechenland 2015 nach Referendum und Neuwahl seine Maske hat fallen lassen: &bdquo;Wahlen d&uuml;rfen und k&ouml;nnen an den Verh&auml;ltnissen nichts &auml;ndern&ldquo;. <\/p><p>Der Mann sitzt heute nicht deshalb zurecht geschm&auml;ht in Haft, sondern auf dem Posten des Parlamentspr&auml;sidenten. Recht viel schlimmer kann es eigentlich kaum kommen, rein demokratiem&auml;ssig, weshalb ja auch die Autorit&auml;ren soviel Zulauf geniessen derzeit. <\/p><p>Die zutiefst gesellschaftszerst&ouml;rende, verrohende Wirkung des Neoliberalismus auf die einzelnen Gesellschaftsteilnehmer ist wahrscheinlich noch nicht mal ansatzweise erfasst oder gar beschrieben.<\/p><p>Als im Deutschen Herbst 1977 politisch Sozialisierter habe ich mir bis 2019 nicht vorstellen k&ouml;nnen dass es wieder soweit kommen k&ouml;nnte, wie mir meine Geschichtskenntnis der zwanziger und dreissiger Jahre des zwanzigsten Jahrhunderts die Zwischenkriegszeit in Deutschland darstellt.<\/p><p>Inzwischen versuche ich genau das: mir m&ouml;glichst realistisch vorzustellen was noch alles passieren wird, um ggf. ein wenig vorgebaut zu haben f&uuml;r meine Lieben und mich.<\/p><p>In diesem Sinne mit besten W&uuml;nschen und vielem Dank f&uuml;r die unsch&auml;tzbar wichtige Arbeit der Nachdenkseiten,<\/p><p>Ihr Michael Scheuer.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>3. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr M&uuml;ller, Ihre Frage:&nbsp; &ldquo;Erstens&nbsp;m&ouml;chte ich &hellip; gerne wissen, wie sie sich eine Parteienkonstellation ohne SPD in Deutschland vorstellen k&ouml;nnen, die eine Alternative zu Frau Merkel oder ihrer Nachfolgerin\/ihrem Nachfolger m&ouml;glich machen soll.&rdquo;<br>\n&nbsp;<br>\nIch habe sehr konkrete Vorstellungen davon und ich bin sicher, da&szlig; sie eine gro&szlig;artige Alternative zu einer CDU-Politik w&auml;ren.&nbsp;Ich bin Jahrgang 1936. Gleich nach dem Krieg, ab 1946\/47, war ich&nbsp;bei den Falken. Bei einer Veranstaltung sagte einer der Redner unter gro&szlig;er Zustimmung: &ldquo;Ein guter Christ kann nur ein Sozialdemokrat sein!&rdquo; &ndash; Das sollte der erste und wichtigste Gedanke sein, daraus leitet sich alles andere ab!<br>\n&nbsp;<br>\nEs ist doch eine Binsenweisheit, da&szlig; die C-Parteien von der Masse, besonders im l&auml;ndlichen Raum und von Personen, die sich nicht f&uuml;r die Details der Politik interessieren, haupts&auml;chlich wegen ihres christlichen M&auml;ntelchens gew&auml;hlt werden.&nbsp;Diesen Mantel mu&szlig; man der CDU herunterrei&szlig;en und aufzeigen, was darunter hervorkommt: eine Partei, die&nbsp;bereit ist, in den Krieg zu ziehen und in gro&szlig;em Umfang Waffenlieferungen beg&uuml;nstigt. Eine Partei, die sich von den Reichen sponsern l&auml;&szlig;t und deren Interessen vertritt. &ndash; Warum scheut sich die SPD an christliche Werte zu appellieren, ohne dabei die Werte anderer Religionen herunterzusetzen?&nbsp;&ndash; Im Islam ist es verboten, Zinsen zu verlangen. Der Islam verbietet Gewaltvideos, wie ich k&uuml;rzlich gelesen habe. &ndash; Das ist doch auch christlich. &ndash; Das sollte die SPD doch endlich begriffen haben, da&szlig; Religion kein Tabu-Thema f&uuml;r die Menschen ist sondern ein gro&szlig;es Bed&uuml;rfnis.<br>\n&nbsp;<br>\nUm nochmal zu der Zeit nach 1945 zur&uuml;ckzukommen. Da gab es in Hamburg, ich glaube 1950, eine gro&szlig;e internationale Zusammenkunft sozialistischer Parteien mit Fackelzug, unverge&szlig;lich!&nbsp;Gemeinsam sang man die Internationale, und es war einem Ernst damit.&nbsp;Wir fuhren von Stuttgart dorthin, in Privathaushalten wurde man untergebracht. Da schlo&szlig;&nbsp;man Freundschaften international und innerhalb Deutschlands. &Uuml;berhaupt geh&ouml;rte der Gedanke der V&ouml;lkerfreundschaft und internationale Treffen in Zeltlagern etc. damals dazu, zu der SPD. Pflege der internationalen Freundschaft, das w&auml;re vonn&ouml;ten, viel mehr Zusammenarbeit zwischen den sozialistischen Parteien anderer L&auml;nder. Vielleicht roch das in sp&auml;teren Zeiten nach Kommunismus.<br>\n&nbsp;<br>\nUm beim Kommunismus zu bleiben: In den kommunistischen L&auml;ndern wurden nationale Traditionen gepflegt und staatlich unterst&uuml;tzt. Nach der Wende, da sah man es noch, Folklore, ungarische Tanzgruppen, aus Ru&szlig;land, die Don-Kosaken und andere Ch&ouml;re mit russischen Volksliedern. &ndash;&nbsp; Wo sind sie geblieben? &ndash; Nur noch Rock und Pop und Marianne und Michael oder&nbsp;Helene Fischer &ndash; Ein schaler Geschmack! &ndash; Oberfl&auml;chlichkeit, wo vorher Freude,&nbsp;K&ouml;nnen und Tiefgang vorherrschte. &ndash; War Folklore der SPD zu altbacken? &ndash; Aufbruch nach neuen Ufern? &ndash; Aber wohin denn?&nbsp;&ndash; Das Gute liegt vielleicht hinter uns, wertvolle Traditionen, die auf dem schnellen Marsch in die Zukunft verloren gegangen sind. &ndash;&nbsp;<br>\n&nbsp;<br>\n&nbsp;1. Echte christliche Werte, das schlie&szlig;t alles ein, keine Waffenexporte, keine Feindseligkeiten gegen&uuml;ber anderen Religionen, anderen Staaten,&nbsp;anderen Denkweisen&nbsp;&nbsp;&ndash; 2. Friedliche Koexistenz mit anderen Staaten, wobei jeder seine Eigenart behalten darf, ohne Bevormundung und Einmischung durch &uuml;berstaatliche Instanzen oder andere Staaten. Mitbestimmung der B&uuml;rger in &ouml;ffentlichen Dingen. 3.&nbsp;Erkennen und&nbsp;Pflege&nbsp;der nationalen Eigenheiten und Traditionen, und W&uuml;rdigung jeder Eigenart, sowohl der eigenen, als auch der anderer Nationen.&nbsp;Vielfalt und nicht Einfalt.<br>\n&nbsp;<br>\nIch glaube, wenn sich die SPD diese 3 Punkte auf die Fahne schreiben&nbsp;w&uuml;rde, drei Punkte, die ihr vor 70 Jahren noch wichtig waren, und konsequent verfolgen w&uuml;rde, dann w&auml;re sie eine wahre Volkspartei und k&ouml;nnte viel zum Wohle aller Menschen beitragen, und sie w&auml;re eine echte Alternative zur Merkel-oder AKK-CDU oder wer auch immer sie f&uuml;hren wird.&nbsp;&ndash;<br>\n&nbsp;<br>\nIn einem interessanten Gespr&auml;ch zwischen einer Muslimin, einer Christin und einer J&uuml;din h&ouml;rte ich einmal einen Satz, der erl&auml;uterte, wie&nbsp;im einstigen Syrien, als Muslime, Christen und Juden noch friedlich zusammenlebten, das Zusammenleben klappte: &ldquo;&Uuml;bertrefft Euch im Gutsein!&rdquo; So sagte ein muslimischer Geistlicher, um&nbsp;diese&nbsp;Situation erfolgreich zu meistern.<br>\n&nbsp;<br>\nMit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en Doris Manner<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>4. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr M&uuml;ller,<\/p><p>auch mir gibt der Zustand der SPD schon lange und immer wieder zu denken.<\/p><p>Als junger Mann in die Partei eingetreten w&auml;hrend in Rostock-Lichtenhagen Ausl&auml;nderwohnheime brannten, ausgetreten Ende der 90er, als ich verstand, dass die Beteiligung von SPD und Gr&uuml;nen (!) am Jugoslawienkrieg v&ouml;lkerrechtswidrig gewesen war, kann ich es immer wieder aufs Erneute nicht fassen, in welchem Ausma&szlig; die SPD inhaltlich erodiert und dann mit der v&ouml;llig berechtigten Quittung des W&auml;hlers versehen wird.<\/p><p>Die Nicht-&Uuml;bernahme von politischer Verantwortung seitens der SPD-F&uuml;hrungsclique f&uuml;r die immer desastr&ouml;seren Abst&uuml;rze erlaubt m.E. nur noch einen Schluss: Diese Entwicklung ist von den Protagonisten gewollt oder wird zumindest billigend in Kauf genommen. Sie werden schon wissen warum.<\/p><p>Es ist eine Schande und auch ein Trauerspiel, dass die verbliebenen SPD-Mitglieder es nicht schaffen, diese verschworene Gemeinschaft davonzujagen, die die SPD seit Jahren in die Bedeutungslosigkeit f&uuml;hrt.<\/p><p>So viel ich wei&szlig;, ist die SPD &uuml;ber mehrere Ebenen organisiert. Ich erinnere mich, dass im Ortsverein bei den Delegiertenwahlen f&uuml;r die n&auml;chste Ebene immer Leute auftauchten, die man sonst nie zu sehen bekam: Seilschaften eben. A propos, schon damals in D&uuml;sseldorf bastelte Frau Nahles eifrig an ihrer Parteikarriere, Fernziel: Kanzlerkandidatin &ndash; zu mehr wird es niemals reichen, das ist ihr und ihrer Entourage aber offensichtlich v&ouml;llig egal. Ich denke, Willy Brandt h&auml;tte Frau N. vermutlich nicht einmal als Sekret&auml;rin ertragen.<\/p><p>In den Delegiertenwahlen liegt f&uuml;r mich indes der Schl&uuml;ssel f&uuml;r eine &Auml;nderung, aber auch f&uuml;r die besondere Dramatik der Entwicklung begr&uuml;ndet: Die SPD &auml;nderte ihren Kurs so radikal Richtung Krieg und Neoliberalismus, dass die Mitglieder schneller austraten, als &uuml;ber die Wahl anderer Delegierter einen F&uuml;hrungswechsel zu erzwingen. Dabei w&auml;re dieser auch heute noch m&ouml;glich: Von den Gestalten, die derzeit den Untergang organisieren, k&ouml;nnte jede innerhalb h&ouml;chstens zweier Jahre durch Wahlen Geschichte sein!<\/p><p>An der Nibelungentreue, die dies verhindert, ist nichts ehrenhaftes.<\/p><p>Ich empfinde oft Bedauern, dass Lafontaine den Kampf mit Schr&ouml;der nicht auf Parteibasisebene aufgenommen hat &ndash; die Zahl der SPD-Austritte sagt mir, dass er nicht so alleine gewesen w&auml;re wie er vielleicht dachte&hellip;<\/p><p>Die Existenz der Nachdenkseiten bereichert mein Leben, daf&uuml;r herzlichen Dank,<\/p><p>hochachtungsvoll<br>\nM.B.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>5. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Hallo,<\/p><p>Das es seit Schr&ouml;der, Einfl&uuml;sse auf die Granden der SPD gegeben hat, braucht man niemandem zu erkl&auml;ren.<br>\nWolfgang Clement ist da nur der sichtbare K&ouml;nig gewesen.<br>\nDas Problem ist aber auch, die, sagen wir einmal mittlere F&uuml;hrungsebene der SPD. <\/p><p>Hinterb&auml;nkler im Bundestag, Landtagsabgeordnete, B&uuml;rgermeister. Da braucht man wenig, um da etwas zu unterwandern.<\/p><p>Wenn man sich die Vita der Handelnden ansieht, da kann ja nur intellektuelle Inkompetenz in der Analyse, Probleml&ouml;sung und nachhaltiger Umsetzung herrschen.<br>\n&nbsp;<br>\nEntscheidend ist aber auch, dass diese Riege der 35-55 j&auml;hrigen, nat&uuml;rlich auch einen Mitarbeiterstab in Abgeordnetenb&uuml;ros, Rath&auml;usern, etc, unterh&auml;lt.<\/p><p>Da umgibt man sich nat&uuml;rlich auch mit Leuten, die &auml;hnlich denken und handeln (und einem im Zweifel pers&ouml;nlich verbunden sind). Gut, das ist kein Alleinstellungsmerkmal der SPD.<\/p><p>Was ich damit sagen m&ouml;chte, ist, das die SPD-Generation die nachfolgt (denn die &uuml;bernehmen ja oft die &Auml;mter), in genau den Denkschemata verhaftet ist, wie die aktuelle F&uuml;hrungsriege und man somit im Grunde auch auf die n&auml;chste SPD-Generation nicht mehr bauen kann. <\/p><p>Wie es einst Herbert Gr&ouml;nemeyer (in Bezug auf die Union) sang, &bdquo;die paar aufrechten Querdenker in den eigenen Reihen sind gut f&uuml;rs Gesicht nach au&szlig;en, intern ebnen wir sie ein&ldquo;.<\/p><p>Man wird aber diesen 15,5% trotzdem noch hinterher weinen. Da ist, genau wie bei der CDU, noch ein Anteil treuer W&auml;hler dabei, die seit 40-50 Jahren immer die SPD gew&auml;hlt haben (egal, was passierte), die sterben aber jetzt langsam weg.<\/p><p>Mein Vater erz&auml;hlte mir zu Weihnachten von der letzten JHV im Ortsverein. Einst Veranstaltungen mit 150 Anwesenden, waren da nur vier Handvoll und mein Vater mit 77 war der drittj&uuml;ngste. <\/p><p>Ich hatte ja am Sonntag einige Wahlen zu beobachten, Europawahlen, spanische Regional- und Kommunalwahlen und habe mir dann sp&auml;ten Abend mal die Ergebnisse ausgew&auml;hlter St&auml;dte und Kreise in NRW angesehen. <\/p><p>Teils alte Heimat, teils berufliche Kontakte. Mittlerweile &uuml;bertreffen die Gr&uuml;nen die SPD sogar in Dortmund und Bochum. Ok, gro&szlig;er Anteil an Studenten. Halten kann sich die SPD u.a. nur noch in Herne, Gelsenkirchen, Duisburg und im Norden von Essen. <\/p><p>Ich bin ja auch noch Mitglied, aber manchmal sterben Dinosaurier aus und die Sozialdemokratie muss sich einen neuen Weg suchen. Welchen, das wei&szlig; ich leider nicht. Aufstehen, w&auml;re ein Anfang gewesen, aber das scheint ja schon kaputtgemacht worden zu sein.<\/p><p>Anderen geht es auch nicht besser, fragt nach beim Hamburger SV oder der Scuderia Ferrari.<\/p><p>VG,<br>\nMP<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>6. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Liebe Freunde,<\/p><p>zur SPD l&auml;sst sich mancherlei sagen und ihr habt es getan. Mein Nachruf lautet wie folgt:<\/p><p>Dass die SPD fortlaufend an W&auml;hler*innenzuspruch verliert, &uuml;berrascht nicht wirklich. Denn diese Partei hat keine &bdquo;Erz&auml;hlung&ldquo; mehr, die Menschen begeistern k&ouml;nnte. Vor den Wahlen auf Gerechtigkeit zu machen, um nach der Wahl nur noch Wirtschaftsinteressen zu bedienen bzw. an der Schredderung ihrer Sozialforderungen mitzuwirken, ist keine, doch noch stets wiederkehrende Erfahrung ihrer W&auml;hler*innen. Ein politisches Leben als mitregierendes &bdquo;kleineres &Uuml;bel&ldquo; bzw. &bdquo;Verhinderer des Schlimmsten&ldquo; zu f&uuml;hren, ist ebenfalls keine.&nbsp;<br>\nDie SPD in dieser Form braucht keiner mehr, nicht mal mehr als &bdquo;Scharnierpartei&ldquo;. Die gro&szlig;en Lebensfragen (Klima, Frieden, Wohlstand) bedienen mittlerweile l&auml;ngst andere.&nbsp;<\/p><p>Mit dem Wunsch auf weiter ertragreiches Wirken und&nbsp;<br>\nmit herzlichen Gr&uuml;&szlig;en<\/p><p>Dietrich Brauer<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>7. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Liebes Team der NDS<\/p><p>in Reaktion auf euren heutigen Artikel&nbsp;Nachruf auf die SPD zum Niedergang der SPD und einem Besuch der Homepage des SPD-Bezirkes Nordhessen sendete ich nachfolgende Mail. Auf der <a href=\"https:\/\/www.spd-hessen-nord.de\/\">Startseite der HP<\/a> beklagte man das miese Ergebnis&nbsp; der Partei bei der Wahl zum EU-Parlament.<\/p><p>Zwar kann ich mir kaum vorstellen, dass meine Mail etwas bewirkt, dennoch wollte ich zumindest versuchen, zum Ausdruck zu bringen, was mich davon abh&auml;lt, die Genossen zu w&auml;hlen. <\/p><p>Herzliche Gr&uuml;&szlig;e<br>\nRita Kr&uuml;ger<\/p><p>&mdash;&mdash;&ndash; Weitergeleitete Nachricht &mdash;&mdash;&ndash;<br>\nBetreff:<br>\nWahlschlappe<br>\nDatum:<br>\nMon, 27 May 2019 16:53:39 +0200<br>\nVon:<br>\nRita Kr&uuml;ger<br>\nAn:<br>\nbezirk.hessen-nord@spd.de<\/p><p>Guten Tag<\/p><p>Herr Gremmels schreibt heute auf der Homepage SPD Hessen\/Nord:<\/p><p>&ldquo;Der negative Bundestrend habe auch in Hessen voll durchgeschlagen. Der SPD sei es nicht gelungen, mit ihren Themen durchzukommen. &bdquo;Im Klein-Klein des Regierungsalltags haben wir in Berlin vor allem in Sozial- und Arbeitsmarktpolitik gute Arbeit geleistet, aber wir erreichen weder auf der inhaltlichen, geschweige denn auf der emotionalen Ebene das Lebensgef&uuml;hl der Menschen.&rdquo;<\/p><p>Das stimmt: Mich erreichen Sie nicht. Ich glaube Ihnen nichts mehr, seit Rot-Gr&uuml;n die Agenda 2010 durchgezogen hat, mit den Rentenk&uuml;rzungen, mit dem Disziplinierungsinstrument Hartz IV\/ALG II, mit Kriegseins&auml;tzen, beginnend mit Jugoslawien und den vielen, vielen weiteren Kr&ouml;ten, die lohnabh&auml;ngig Besch&auml;ftigte, Rentner, Arbeitslose, geringf&uuml;gig Besch&auml;ftigte etc. zu schlucken hatten und haben. Dann k&uuml;rzlich diese v&ouml;llig unwirksame Mietpreisbremse, die viele private Vermieter erst auf die Idee brachte, die Mieten regelm&auml;&szlig;ig zu erh&ouml;hen. <\/p><p>Die Idee einer Grundrente, die kaum zu heilen vermag, was mit der Rasur der gesetzlichen Rente unter Schr&ouml;der zerst&ouml;rt wurde, ist lachhaft, weil Sie zugleich weiterhin die H&ouml;he der Beitr&auml;ge zur Rentenversicherung auf 20% halten wollen und sich nicht zu schade sind, das mit der Belastung der &ldquo;Jungen&rdquo; und der &ldquo;Demographie&rdquo; zu begr&uuml;nden. Die stetige Steigerung der Produktivit&auml;t ist der Garant daf&uuml;r, dass die Renten nicht sinken m&uuml;ssen und nicht das Verh&auml;ltnis von &ldquo;jung zu alt&rdquo;. Die Rentenversicherung hat im vergangenen Jahrhundert eine rasante Erh&ouml;hung der Lebenserwartung gut verkraftet, weshalb sollte das zuk&uuml;nftig anders sein? Dies ist nur ein Beispiel von vielen. Ziemlich sicher haben auch noch viele in bester Erinnerung, dass mit dem Eintritt in die erste Gro&szlig;e Koalition die Mehrwertsteuer um 3 Prozentpunkte angehoben wurde &ndash; eine zutiefst unsoziale Steuer, da sie Menschen mit niedrigeren Einkommen viel st&auml;rker belastet als diejenigen, die ihr Einkommen nicht komplett f&uuml;r ihre Reproduktion verbrauchen m&uuml;ssen. <\/p><p>Mein Partner wurde im Zuge des Wahlkampfes in der S&uuml;dstadt von SPD-Wahlhelfern angesprochen, ob er nicht seine Stimmen dieser Partei geben m&ouml;chte. Er sagte, dazu w&auml;re er erst bereit, wenn sich die SPD f&uuml;r Hartz IV entschuldige und diese uns&auml;gliche Reform zur&uuml;ckn&auml;hme. Die Antwort des Wahlhelfers: &ldquo;Das ist doch ewig her.&rdquo;<\/p><p>Meinen Sie ernsthaft, auf diese Weise k&ouml;nnten Sie Stimmen gewinnen und Mitglieder rekrutieren? Gehen Sie auf die Nachdenkseiten, den Blog von Albrecht M&uuml;ller, der eng mit Brandt und Schmidt zusammenarbeitete, und lesen Sie sich aufmerksam durch, welche Vorschl&auml;ge dort gemacht wurden, damit die SPD die Menschen in diesem Land wieder erreicht. Blasen Sie Ihrem Bundesvorstand den Marsch und lassen Sie sich nicht wieder einlullen wie bei diesem uns&auml;glichen Herumgeeiere zur Bildung der jetzigen GroKo. Erstellen Sie ein Programm, das dem &ldquo;S&rdquo; in Ihrem Parteinamen w&uuml;rdig ist und werben Sie mit all Ihrer Kraft und all Ihren Ressourcen daf&uuml;r. Dann k&ouml;nnten Sie vielleicht auch mich wieder erreichen. <\/p><p>Freundliche Gr&uuml;&szlig;e<br>\nRita Kr&uuml;ger<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>8. Leserbrief<\/strong><\/p><p>1) Herr M&uuml;ller sollte dennoch sein &ldquo;Willi&rdquo;-Mantra&rsquo; mal beiseite legen und auf die Vorgeschichte der SPD nach 1945 eingehen: Sie hat in den 50er und 60er Jahren systematisch den Linken Fl&uuml;gel (h&ouml;re Rauscheengel Nessi Tausendschein) der sozialdemokratischen Arbeiterpartei ausgemerzt, um sich als &lsquo;Volkspartei&rsquo; zu pr&auml;sentieren und in der Ersten Gro&szlig;en Koaltion mit Kiesinger (1) u.a fuer die Notstandsgesetz zu votieren<\/p><p>2) dabei wurden marxistische Grunds&auml;tze bei der Gesellschaftsanalyse und der Startegie und Taktik vom Tisch gekehrt (z.B. Mannheimer PT 1975) um dem Popanz eines grenzenlose Wirtschaftswachstums hinterherzulaufen<\/p><p>3) von derartiger Profillosigkeit ist aber auch DIE LINKE zusehends infiziert, da sie kaum noch eine antikapitalistische Stratgie erkennen l&auml;&szlig;t (There is an Elephant in the room &hellip;)<\/p><p>MsG<br>\nRainer Schulze (Abendroth-Sch&uuml;ler)<\/p><p>Anmerkung Albrecht M&uuml;ller: Na ja, so ein Geschichtsbild kann man haben.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>9. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Lieber Albrecht M&uuml;ller, <\/p><p>mir geht es wie Ihnen. Obwohl die SPD schon lange nichts Soziakdemokratisches mehr verlautbart, f&auml;llt einem der Abschied unglaublich schwer. Ich glaube, dass es daf&uuml;r zwei Gr&uuml;nde gibt: einen emotionalen und einen rationalen. Eine lange Verbundenheit schwei&szlig;t aneinander und l&auml;sst aus Gewohnheit Zuneigung entstehen. Aber es gibt auch die v&ouml;llig rationale Bef&uuml;rchtung, dass ohne die SPD auf lange Sicht kein neuer politischer Repr&auml;sentant f&uuml;r sozialdemokratisch eingestellte W&auml;hler mehr existiert. Gr&uuml;ne und Linke kann man hier gleicherma&szlig;en vergessen. Unser Nachbarland Frankreich ist da schon einen Schritt weiter. Hier gibt es nur die Wahl zwischen Neoliberalismus und Nationalismus.<\/p><p>Es folgt im weiteren mein leicht gek&uuml;rztes Schreiben an den SPD-Bundesvorstand vom gestrigen Tag.<\/p><p>&bdquo;Liebe Genossen (m\/w\/d),<br>\n&hellip;<br>\nNoch nie war die SPD bei einer Senatswahl in Bremen zweitst&auml;rkste Kraft und noch nie landete die SPD bei einer Wahl in Deutschland unter 18%&hellip;.<br>\nDas schlechteste Wahlergebnis deutschlandweit stammte bisher  vom 5. M&auml;rz 1933: 18,7 %. Damals war ein Gro&szlig;teil der Funktion&auml;re der SPD in &bdquo;Schutzhaft&ldquo; eingesperrt und der &uuml;berwiegende Teil der Arbeitnehmer, die von der Deflationspolitik &ndash; heute w&uuml;rde man sagen: Austerit&auml;tspolitik &ndash; des konservativen Kanzlers Br&uuml;nning, der dem damals vorherrschenden Mantra des Wirtschaftsliberalismus eines von staatlichen Eingriffen weitgehend befreiten Marktes folgte, mit K&uuml;rzung von L&ouml;hnen und Sozialleistungen maltr&auml;tiert worden waren, w&auml;hlten rechtsextrem und nationalistisch. Wer jetzt die Parallelen nicht sieht, verweigert sich der Realit&auml;t.<\/p><p>Auch heute sind Sozialdemokraten in ganz Europa eingesperrt in einem geistigen Gef&auml;ngnis, das Neoliberalismus hei&szlig;t.<br>\nMit HipsterInnen und Feministen allein kann man keine Wahlen gewinnen und wenn man Politik f&uuml;r Arbeitnehmer machen m&ouml;chte, dann ist das institutionelle Gef&uuml;ge der EU (&bdquo;EUropa&ldquo;) nicht die Antwort, sondern ein gro&szlig;er Teil des Problems. Dieses Problem kam aber auf 74 Seiten Wahlprogramm &uuml;berhaupt nicht vor. Die AFD war die einzige Partei die eine zutreffende Analyse der &ouml;konomischen Dysfunktionalit&auml;ten der EU in ihrem Programm erw&auml;hnt hat.<\/p><p>Es geht f&uuml;r die Mehrzahl der Arbeitnehmer in der EU nicht darum, ob ein europaweiter Mindestlohn eingef&uuml;hrt wird, sondern dass man einen Markt ohne staatlichen Regulator (Kommission und EuGH sind Exekutoren des Marktes) geschaffen hat und dadurch die Macht eindeutig in Richtung Kapital verschoben hat. Damit verst&ouml;&szlig;t man aber sogar gegen das Credo der Ordoliberalen wonach der Staat stets &uuml;ber dem Markt steht. Diese Machtverschiebung, bei der vordringlich Arbeitnehmer und Rentner die Folgen wirtschaftlicher Krisen ausbaden m&uuml;ssen, wird jetzt entweder klar ausgedr&uuml;ckt oder die n&auml;chste Wirtschaftskrise bringt in einer der gro&szlig;en Volkswirtschaften der EU (F, I, D, E). den Faschismus zur&uuml;ck.<\/p><p>Und h&ouml;rt auf dar&uuml;ber zu streiten, wer jetzt Vorsitzende(r) werden soll. Der SPD fehlt es nicht an einem medial tauglichen Kopf, sondern an &ouml;konomischem Sachverstand, der notwendig ist, um &uuml;berhaupt zutreffend zu beschreiben, was ist.<br>\n&hellip;<br>\nEntweder wir reden ernsthaft und grunds&auml;tzlich &uuml;ber &Ouml;konomie in der Partei oder die Arbeitnehmer suchen sich ein f&uuml;r allemal eine Alternative.&ldquo;<br>\nSie d&uuml;rfen den Brief vollst&auml;ndig, in Ausz&uuml;gen und mit Namensnennung ver&ouml;ffentlichen. <\/p><p>Holger Beger<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>10. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Liebe NachDenkSeiten!<\/p><p>Beim Anh&ouml;ren der EU-Wahl-Analysen heute morgen im Dlf kann einen nur noch das Grausen befallen.<\/p><p>In der BRD gewinnen Parteien, die eine Identit&auml;t vertreten: Ihr (BRD-B&uuml;rger) zahlt f&uuml;r alle, f&uuml;r alles und jeden &ndash; vor allem f&uuml;r solche, die (wie etwa in Polen) auf ein Europa der sozial-&ouml;kologischen Standards oder auch nur der Menschenrechte nicht den geringsten Bock haben.<\/p><p>So sch&ouml;n funktioniert Gehirnw&auml;sche. Da &auml;ndert nichtmal #Rezo etwas &ndash; und es gibt ja schon die Theorien, da&szlig; eine gro&szlig;e PR-Agentur dahintersteckt; ein &auml;hnlicher Hoax wie Ibiza, um die verdrossenen und desinteressierten Jungw&auml;hler dazu zu bekommen, die pseudo-greengewashte CDU namens &bdquo;B&lsquo;90\/Die Gr&uuml;nen&ldquo; zu w&auml;hlen.<\/p><p>Das Interview mit Ziemiak lief erwartungsgem&auml;&szlig; unertr&auml;glich. Widerlicher Polit-Kauderwelch, aus dem nur herauszuh&ouml;ren war: Wir haben das Mandat, die Westanbindung und die bedingungslose H&ouml;rigkeit gegen&uuml;ber den USA zu vertiefen, den Rest des Vertrauens in Ru&szlig;land in die Tonne zu treten und mit einer Europ&auml;ischen Verteidigungsgemeinschaft Erstschlagskapazit&auml;ten aufzubauen.<\/p><p>Die wichtigste Frage &uuml;berhaupt, so der Eindruck: Wer wird denn nun Komissionspr&auml;sident?<\/p><p>Hier ahnen wir, wohin der Hase laufen soll: Das hochgejazzte &bdquo;EU-Parlament&ldquo; (das nach wie vor nicht die geringsten legislativen oder exekutiven Befugnisse hat!), soll zu einer Art Wahlm&auml;nnergremium umstrukturiert werden, das aus den Bundesstaaten nach einem vollkommen intransparenten und ungerechten Proporzschl&uuml;ssel beschickt wird und dessen Aufgabe es ist, den PotUSE zu bestimmen. Ein echtes Parlament (analog dem US-Konge&szlig;) existiert nicht, sondern nur der &bdquo;Senat&ldquo;, der aber auch nicht direkt gew&auml;hlt wird, sondern sich aus den Exekutivorganen der Bundesstaaten zusammensetzt. Als w&uuml;rden z.B. die Landesregierungen aus Verabredungen der jeweiligen Kreistage hervorgehen. Das ist &bdquo;Demokratie&ldquo; in Europa 2019!<\/p><p>Mit ist schlecht.<\/p><p>Herzlichst,<br>\nIhr<br>\nMatthias Jehsert<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>11. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Liebe Nachdenkseiten,<\/p><p>Bei den Ergebnissen der Europawahl habe ich mich gefragt, wieso die EVP immer noch st&auml;rkste Fraktion ist: in Deutschland und Spanien noch solala,<br>\nin Frankreich, Italien und nun auch England kaum noch vorhanden.<\/p><p>Und siehe da auf der Stimmverteilungskarte: Der Balkan ist fast ganz schwarz. Die SPD hat mit dem Balkankrieg offenbar die Vorherrschaft des<br>\nkonservativen Lagers gesichert. Auch eine Bilanz!<\/p><p>In Skandinavien haben die Schwarzen ebenfalls die Mehrheit (Olaf Palme war einmal.)<\/p><p>Deprimierend auch: Nur noch gut ein Drittel (35%) der deutschen W&auml;hler h&auml;lt die Friedenssicherung f&uuml;r wichtig. (Den Gr&uuml;nen wird es recht sein. Sie haben sicher davon profitiert.)<\/p><p>Freundliche Gr&uuml;&szlig;e,<br>\nManfred Kr&auml;mer<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>12. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Seit gestern im Zweifel mit der Demokratie <\/p><p>Ich w&uuml;rde mich als Weltb&uuml;rger bezeichnen, auch als Europ&auml;er, in Deutschland geboren und aufgewachsen, an Demokratie gew&ouml;hnt und sie uneingeschr&auml;nkt verfechtend. Deshalb bin ich auch fast 20 Jahre als ehrenamtliche Wahlhelferin in Bayern t&auml;tig. Ich tue es gern, wie ich auch gern Blut spende, obwohl ich keinen materiellen Gegenwert erhalte. Ist auch egal, ich bekomme Demokratie hautnah mit, wenn ich bei der Aufz&auml;hlung am Wahlabend helfe oder die Stimmabgabe an den Urnen verfolge. <\/p><p>Bis gestern! Bisher war ich bei vielen verschiedenen Wahlen Schriftf&uuml;hrerin, vor Jahren manuell mit Stift und Ausf&uuml;llhilfen bewaffnet, mittlerweile am bereitgestellten Laptop mit Zugang zum Internet f&uuml;r die Schnellmeldung. Bisher hatte ich es mit Wahlvorst&auml;nden zu tun, die ein Team waren, Beschl&uuml;sse fassten, zusammen arbeiteten und gegebenenfalls immer und immer wieder nachz&auml;hlten, wenn es auch nur eine Stimme Differenz gab. <\/p><p>Bis gestern! Gestern erlebte ich bei der Ausz&auml;hlung der Europawahl als Schriftf&uuml;hrerin etwas, das ich kein zweites Mal erleben m&ouml;chte und das bei mir gewaltig an den Grundfesten der Demokratie r&uuml;ttelte. <\/p><p>Ich m&ouml;chte ungenannt bleiben, vor allem, weil ich meine Pflicht zur Verschwiegenheit bestimmter Inhalte wahren m&ouml;chte. Mir geht es &uuml;berhaupt nicht darum, jemanden &bdquo;reinzureiten&ldquo;, das erledigen diese Personen schon selbst. Ich glaube an die Demokratie und dass alles korrekt abl&auml;uft und vonstatten geht. Ich bin sehr ungl&uuml;cklich &uuml;ber das, was am Wahlabend beim Ausz&auml;hlen an meinem Tisch passierte und m&ouml;chte damit nur kundtun, dass ich an Demokratie glaube und wir alle sie umsetzten k&ouml;nnen, wenn wir uns ein bisschen mehr M&uuml;he geben. Viele L&auml;nder haben nicht das, was &sbquo;wir&lsquo; bei Wahlen haben. Und das sollten wir nicht zerst&ouml;ren oder mit F&uuml;&szlig;en treten. Auch dies wurde explizit bei meiner Wahlschulung gesagt und vermittelt. <\/p><p>Ohne ins Detail gehen zu m&uuml;ssen, m&ouml;chte ich mitteilen, dass es das Wahlgremium bei der Ausz&auml;hlung an meinem Tisch mit einem Wahlvorsteher zu tun hatte, der &ndash; so schien es mir &ndash; ein unp&uuml;nktlicher, nicht pflichtbewusster, Vorgaben ignorierender und &uuml;berhaupt an Demokratie nicht sonderlich interessierter Zeitgenosse ist. <\/p><p>Er war als Wahlvorsteher der Letzte, der eintraf, sogar nach der vorgegebenen Zeit, an der alle am Tisch sein sollten. Er fasste mit seiner Stellvertretung (die er pers&ouml;nlich kannte) Beschl&uuml;sse, bei denen der Rest des Gremium nicht involviert war (Beschl&uuml;sse fasst ausschlie&szlig;lich das GESAMTE Gremium mit aktiver Handhebung eines jeden) und er wollte die versiegelte Urne VOR 18 Uhr entleeren, wurde jedoch von einer Servicekraft auf die Zeiteinhaltung aufmerksam gemacht. Als der Wahlvorsteher sp&auml;ter bei der Stimmzettelz&auml;hlung die auszuf&uuml;hrende 1. WIE AUCH die 2. Z&auml;hlung selbst vornahm (dies sollten zwei unterschiedliche Personen vornehmen und vermerken), fing ich an, dar&uuml;ber nachzudenken, dass so etwas vielleicht auch an anderen Tischen passiert, damit einige noch zu ihrem sch&ouml;nen Sonntagabend mit Familie oder Bier kommen.<br>\nSowas ist mir als Wahlhelfer noch nie passiert und die Erfahrung, dass dies sein kann, aber nicht sollte, stimmt mich verzweifelt und undenkbar traurig. Wenn nicht einmal eine Person, die sich freiwillig zu diesem Dienst meldet (es wird ja niemand gezwungen, bei einer Wahl Wahlhelfer zu sein), diesen pflichtbewusst und korrekt aus&uuml;bt, was ist dann mit den vielen anderen, die dies bei Wahlen eventuell tun &bdquo;m&uuml;ssen&ldquo;? <\/p><p>Ich hoffe sehr, dass dies ein Einzelfall bleibt. Dass dieser jedoch nun in meinen Erfahrungsschatz einen Platz findet, l&auml;sst ein wenig Zweifel an meinem Demokratieempfinden zu. Es ist jedoch gut, dass es am Wahlabend nur ein &bdquo;vorl&auml;ufiges&ldquo; Endergebnis war und dass die Stimmen die Tage darauf noch einmal auf korrekte Weise ausgez&auml;hlt werden. Ich hoffe es sehr und vertraue darauf. <\/p><p>Ein ehrenamtlicher Wahlhelfer, der nicht genannt werden m&ouml;chte <\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>Anmerkung zur Korrespondenz mit den NachDenkSeiten<\/strong><\/p><p>Die NachDenkSeiten freuen sich &uuml;ber Ihre Zuschriften, am besten in einer angemessenen L&auml;nge und mit einem eindeutigen Betreff.<\/p><p>Es gibt die folgenden Emailadressen:<\/p><ul>\n<li><a href=\"mailto:leserbriefe@nachdenkseiten.de\">leserbriefe(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r Kommentare zum Inhalt von Beitr&auml;gen.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:hinweise@nachdenkseiten.de\">hinweise(at)nachdenkseiten.de<\/a> wenn Sie Links zu Beitr&auml;gen in anderen Medien haben.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:videohinweise@nachdenkseiten.de\">videohinweise(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r die Verlinkung von interessanten Videos.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:redaktion@nachdenkseiten.de\">redaktion(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r Organisatorisches und Fragen an die Redaktion.<\/li>\n<\/ul><p>Weitere Details zu diesem Thema finden Sie in unserer &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?page_id=47939\">Gebrauchsanleitung<\/a>&ldquo;.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Beitrag <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=52113\">Nachruf auf die SPD &ndash; obwohl es eigentlich leicht w&auml;re, diese alte Partei und ihre Chancen wiederzubeleben<\/a> rief bei unseren Lesern ein gemischtes Echo hervor, welches wir nachfolgend wiedergeben. 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Zusammengestellt von <strong>Moritz M&uuml;ller<\/strong>.<\/p>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[192,103,191,190],"tags":[1550,284,2607,2270,2175,830,633,273,440,411],"class_list":["post-52176","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-cducsu","category-leserbriefe","category-spd","category-wahlen","tag-agenda-2010","tag-deregulierung","tag-evp","tag-grundrente","tag-interventionspolitik","tag-nahles-andrea","tag-politikerverdrossenheit","tag-privatvorsorge","tag-schaeuble-wolfgang","tag-schroeder-gerhard"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/52176","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=52176"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/52176\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":52180,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/52176\/revisions\/52180"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=52176"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=52176"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=52176"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}