{"id":52260,"date":"2019-06-03T09:50:43","date_gmt":"2019-06-03T07:50:43","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=52260"},"modified":"2019-06-04T09:26:50","modified_gmt":"2019-06-04T07:26:50","slug":"das-kranke-system-meiden-und-gesund-bleiben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=52260","title":{"rendered":"Das kranke System meiden und gesund bleiben"},"content":{"rendered":"<p>Eine grunds&auml;tzliche Erkenntnis wird bei jedem Arztbesuch ganz automatisch verdeckt, von Reinheit und Autorit&auml;t signalisierendem Wei&szlig;: &raquo;In jeder gesellschaftlichen Subgruppe, egal ob man diese nach Schicht, Geschlecht, Ausbildung oder Beruf differenziert, bleiben die Anteile der Intelligenten (20%), der Durchschnittlichen (40%) und der Doofen (40%) konstant. Unter Professoren gibt es genauso viele dumme Menschen wie unter Polizisten, Putzfrauen oder Polsterern, und umgekehrt&laquo; (Harald Welzer).[<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=52260#foot_1\" name=\"note_1\">1<\/a>] Der Fairness halber sei hier alliterierend erg&auml;nzt: &raquo;sowie unter Patienten&laquo;.[<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=52260#foot_2\" name=\"note_2\">2<\/a>] Aber wir wollen hier nicht er&ouml;rtern, ob Welzer sich um ein paar optimistische Prozentpunkte vertan hat, grunds&auml;tzlich erscheint mir die Einteilung realistisch &ndash; und soll hier beileibe nicht zur Volksbeschimpfung dienen, sondern als Leuchtmittel zur Erhellung eines f&uuml;r uns fast unsichtbaren Problems. Ein Auszug aus dem Buch &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.westendverlag.de\/buch\/rette-sich-wer-kann\/\">Rette sich, wer kann!<\/a>&ldquo; von <strong>Sven B&ouml;ttcher<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\nWenn wir an einen der acht von zehn durchschnittlichen oder doofen B&auml;ckern geraten, hat das f&uuml;r uns keine dramatischen Folgen, sondern bedeutet nur ein m&auml;&szlig;iges oder versautes Fr&uuml;hst&uuml;ck. Geraten wir an einen der acht von zehn mittelm&auml;&szlig;igen oder doofen &Auml;rzten, kann das allerdings mit etwas Pech ein m&auml;&szlig;iges bis versautes Leben bedeuten. Oder eben ein verk&uuml;rztes, wie die bummelig 200.000 bis 500.000 iatrogenen Todesopfer pro Jahr in der EU und den USA eindrucksvoll belegen. <\/p><p>Welzers Angebot von 80 Prozent Mittelm&auml;&szlig;igen oder Doofen wird betreffend unsere &Auml;rzteschaft indes interessant gest&uuml;tzt, denn &raquo;Sch&auml;tzungen zufolge wollen oder k&ouml;nnen 80 Prozent der &Auml;rzte in Deutschland keine Artikel auf Englisch lesen&laquo;.[<a href=\"#foot_3\" name=\"note_3\">3<\/a>] Was durchaus nicht egal ist, da etwa 95 Prozent der relevanten medizinischen Fachliteratur und Studien ausschlie&szlig;lich auf Englisch publiziert werden. Dieses achtzigprozentige Desinteresse der Behandler an fast allen f&uuml;r sie relevanten Informationen erkl&auml;rt immerhin, weshalb Deutschland, anders als fast alle anderen europ&auml;ischen L&auml;nder von Spanien bis D&auml;nemark, seinen &Auml;rzten sowie der Bev&ouml;lkerung den uneingeschr&auml;nkten freien Zugang zu &raquo;einer der besten Quellen f&uuml;r medizinische Forschungsergebnisse&laquo;[<a href=\"#foot_4\" name=\"note_4\">4<\/a>] verweigert, n&auml;mlich der unabh&auml;ngigen Cochrane Collaboration.[<a href=\"#foot_5\" name=\"note_5\">5<\/a>] Diese Vereinigung stellt seit 1993 Metastudien an, wertet also die Ergebnisse diverser Studien aus und bewertet dabei auch die Qualit&auml;t der Studiendesigns, bietet also fraglos eine &auml;u&szlig;erst wertvolle Entscheidungshilfe f&uuml;r niedergelassene &Auml;rzte wie Patienten.[<a href=\"#foot_6\" name=\"note_6\">6<\/a>] Aber nicht in Deutschland. Denn der freie Zugang w&uuml;rde das Gesundheitsministerium wohl etwa 1 Cent pro Kopf und Jahr kosten, also eine ganze Million Euro.[<a href=\"#foot_7\" name=\"note_7\">7<\/a>] Das ist, bei 345 Milliarden Euro Gesamtumsatz der Branche, nat&uuml;rlich zu viel. Zumal ja 80 Prozent unserer &Auml;rzte das alles sowieso nicht lesen k&ouml;nnten oder wollten. (&raquo;Sch&auml;tzungen zufolge wollen oder k&ouml;nnen 80 Prozent der &Auml;rzte in Deutschland keine Artikel auf Englisch lesen&laquo; (Gerd Reuther).[<a href=\"#foot_8\" name=\"note_8\">8<\/a>]<\/p><p>Geraten wir als Patienten an einen dieser 80 Prozent inkompetenten oder mittelm&auml;&szlig;igen Englischverweigerer, haben wir vermutlich ein Problem &ndash; ohne es zu wissen. Zu unserer Beruhigung vergegenw&auml;rtigen wir uns aber bitte, dass wir selbst die ausgesprochenen Empfehlungen gr&uuml;ndlich abw&auml;gen k&ouml;nnen und ihnen nicht folgen <em>m&uuml;ssen<\/em>, sofern sie mittelm&auml;&szlig;ig oder d&auml;mlich sind. Noch kann unser Arzt uns ja nicht zwingen, uns selbst zu schaden, bis dahin sind noch zwei bis f&uuml;nf Jahre Zeit. Und bis dahin droht uns selbst von den 80 Prozent keine Gefahr, solange wir ein bisschen vorsichtig sind. <\/p><p>Obendrein bleiben ja noch zwei von zehn &Auml;rzten, die klug sind und informiert, immerhin. Von diesen zweien ist nun einer allerdings nicht nur klug, sondern so intelligent, sich dem System anzupassen, in dem vorwiegend Nieten und Mittelm&auml;&szlig;ige ihm Konkurrenz machen. Dieser eine operiert dann Privatpatienten die Nasen und verdient sich so eine eigene goldene &ndash; oder l&auml;sst sich als Leitlinienautor von der Pharmaindustrie zwei Pferde und eine Jacht finanzieren. Man kann es ihm kaum verdenken, denn auch als Arzt lebt man ja nur einmal. <\/p><p>Da war es nur noch einer. Dieser letzte Arzt, der einer von zehn, ist der, den wir uns w&uuml;nschen. Den sich wohl jeder w&uuml;nscht. Dieser Arzt folgt aus &Uuml;berzeugung Hippokrates und dessen Epigonen,[<a href=\"#foot_9\" name=\"note_9\">9<\/a>] er lebt und arbeitet nach der Maxime: erstens nicht schaden, zweitens vorsichtig sein, drittens heilen (&raquo;primum nocere, secundum cavere, tertium sanare&laquo;). Er wei&szlig;, mit Voltaire, dass die Kunst der Medizin darin besteht, &raquo;den Kranken solange bei Laune zu halten, bis die Natur die Krankheit geheilt hat&laquo;.<\/p><p>Dieser Arzt l&auml;sst uns mit einer Erk&auml;ltung gar nicht erst in seine Praxis (Ansteckungsgefahr) und verschreibt und erst recht kein Antibiotikum dagegen (auch wenn drei Viertel seiner hartn&auml;ckig erk&auml;lteten Patienten beziehungsweise &raquo;Gesundheitskunden&laquo; das sinnloserweise verlangen).[<a href=\"#foot_10\" name=\"note_10\">10<\/a>] Dieser Arzt empfiehlt bei Knieschmerzen keine &raquo;harmlose&laquo; Kniesp&uuml;lung, weil er wei&szlig;, dass die j&auml;hrlich 413.000 Eingriffe sinnlos, wahlweise gef&auml;hrlich sind,[<a href=\"#foot_11\" name=\"note_11\">11<\/a>] und weil er wei&szlig;, dass Ursache der Knieschmerzen in der Regel schlichter Gelenkverschlei&szlig; ist, also Schwund beziehungsweise &raquo;Entropie bei der Arbeit&laquo;: Gegen die Naturgesetze ist weiterhin kein Kraut gewachsen. <\/p><p>Dieser Arzt tr&auml;gt, merkw&uuml;rdig w&uuml;rdelos, einen kurz&auml;rmligen Kittel &ndash; und keine Manschettenkn&ouml;pfe. Und er gibt Ihnen, unerh&ouml;rt, nicht zur Begr&uuml;&szlig;ung die Hand.[<a href=\"#foot_12\" name=\"note_12\">12<\/a>]<\/p><p>Dieser fabelhafte Arzt verkauft keine IGEL![<a href=\"#foot_13\" name=\"note_13\">13<\/a>] <\/p><p>Dieser Arzt wei&szlig;: Spontan verlaufende Heilungen zu &raquo;therapieren&laquo; ist das Gesch&auml;ftsmodell. Denn wird eine schubf&ouml;rmig verlaufende Erkrankung wie Rheuma oder MS im Schub behandelt, stellt sich eine Besserung unabh&auml;ngig von der Therapie ein.[<a href=\"#foot_14\" name=\"note_14\">14<\/a>] Aber genau diese nat&uuml;rliche Besserung schreibt der Patient f&auml;lschlich dem eingenommenen Medikament zu. Deshalb verzichtet unser Arzt auf diese Behandlung.<\/p><p>Nat&uuml;rlich r&auml;t dieser Arzt von Operationen bei Bandscheibenvorf&auml;llen ab, weil er wei&szlig;, was der K&ouml;rper des Patienten alles kann und dass fast alles, was unter &raquo;R&uuml;cken&laquo; f&auml;llt, von selbst wieder verschwindet. Er schickt niemanden ins CT, schon gar kein Kind. Weil er wei&szlig;, dass die Strahlenbelastung hundertmal h&ouml;her ist als beim R&ouml;ntgen und dass durch &uuml;berfl&uuml;ssige CT-Untersuchungen allein in den USA jedes Jahr 29.000 Menschen an Krebs erkranken.[<a href=\"#foot_15\" name=\"note_15\">15<\/a>]<\/p><p>Er wei&szlig;: &raquo;Die meisten Menschen mit <em>positiven<\/em> Ergebnissen bei Mammogrammen und PSA-Tests oder mit okkultem Blut im Stuhl haben <em>keinen<\/em> Krebs.&laquo;[<a href=\"#foot_16\" name=\"note_16\">16<\/a>] Er wei&szlig;: Wenn eine Schwangere sich einem Pr&auml;nataltest unterzieht und dieser positiv ausf&auml;llt (Down-Syndrom), sind f&uuml;nf von sechs &raquo;positiven&laquo; Ergebnissen unrichtig, sprich: F&uuml;nf von sechs angeblichen &raquo;Down-Embryos&laquo; sind gesund.[<a href=\"#foot_17\" name=\"note_17\">17<\/a>] Denn dieser Arzt versteht von Statistik mehr als Bahnhof &ndash; anders als seine Kollegen, die im Studium nur ein Semester Statistik &raquo;mussten&laquo; und denen s&auml;mtliche Grundlagen zum korrekten Lesen fehlen, nicht nur des Englischen, auch und besonders von Studienergebnissen.<\/p><p>Dieser Arzt wei&szlig; sogar, wie die Grenzwerte f&uuml;r &raquo;b&ouml;ses&laquo; Cholesterin zustande gekommen sind[<a href=\"#foot_18\" name=\"note_18\">18<\/a>] &ndash; eine &Auml;nderung, die allein in den USA fast 43 Millionen Gesunde &uuml;ber Nacht in behandlungsbed&uuml;rftige Kranke verwandelte.[<a href=\"#foot_19\" name=\"note_19\">19<\/a>] Dieser Arzt kann sich des Verdachts nicht erwehren, dass s&auml;mtliche Blockbuster-Statine vor allem den Herstellern n&uuml;tzen, und verschreibt diese nicht leichtfertig, jedenfalls nicht &raquo;zur Vorsorge&laquo;.[<a href=\"#foot_20\" name=\"note_20\">20<\/a>] Zu guten und nicht so guten Fetten hat er allerdings bei Bedarf ein paar n&uuml;tzliche Anmerkungen im Angebot.[<a href=\"#foot_21\" name=\"note_21\">21<\/a>] Denn nat&uuml;rlich wei&szlig; dieser Arzt auch mehr als ein paar Binsenweisheiten &uuml;ber Ern&auml;hrung, empfiehlt keine Kuh-Muttermilch, schon gar nicht als Osteoporose-Pr&auml;vention,[<a href=\"#foot_22\" name=\"note_22\">22<\/a>] und plappert nicht stumpf DGE-Empfehlungen nach. &Uuml;berdies wei&szlig; er in Sachen &raquo;Nahrungserg&auml;nzungsmittel&laquo; nicht nur &raquo;erst messen, dann essen&laquo;, sondern sogar Bescheid &uuml;ber alle wichtigen Details und Wechselwirkungen, die im Zusammenspiel zwischen &raquo;echten&laquo; Medikamenten und verschreibungsfreien Erg&auml;nzungen auftreten &ndash; weil sein Gr&ouml;ber[<a href=\"#foot_23\" name=\"note_23\">23<\/a>] nicht in der Buchhandlung steht, sondern auf seinem Schreibtisch. <\/p><p>Dieser Arzt wei&szlig;, wie die neuen Grenzwerte f&uuml;r Bluthochdruck zustande gekommen sind, beginnend 2017 in den USA, die &uuml;ber Nacht Millionen Gesunde zu Kranken gemacht haben.[<a href=\"#foot_24\" name=\"note_24\">24<\/a>] Und er verschreibt diesen &raquo;neuen Kranken&laquo; nichts, allenfalls Spazierg&auml;nge. Und nat&uuml;rlich wei&szlig; dieser Arzt, wie viel Heilendes im Abwarten und Weglassen liegt, dass der K&ouml;rper gar nichts anderes will, als heil zu werden, und wir ihn dabei lediglich unterst&uuml;tzen m&uuml;ssen &ndash; und sei es, indem wir unseren K&ouml;rper in Ruhe an seiner Wiederherstellung arbeiten lassen. Wer noch nie das Vergn&uuml;gen hatte, diesem Wunder bewusst beizuwohnen, sehe beim Verheilen seiner n&auml;chsten kleineren Fleischwunde aufmerksam und mit etwas Geduld zu. <\/p><p>Nat&uuml;rlich kennt dieser Dr. Einhorn die ungeheure Macht des Placeboeffekts. Kennt alle Studien. Hat (auch) Dr. Bernie Siegel gelesen und die Doktoren Simonton und Joe Dispenza, sogar auf English. Dieser Arzt beh&auml;lt den &Uuml;berblick &ndash; auch wenn das bedeutet, dass er neben seiner eigentlichen T&auml;tigkeit sowie ungeheuer viel Verwaltungsarbeit f&uuml;r Krankenkassen[<a href=\"#foot_25\" name=\"note_25\">25<\/a>] und den nur in Deutschland existierenden, &raquo;parastaatlichen&laquo; Apparat der Kassen&auml;rztlichen Vereinigung[<a href=\"#foot_26\" name=\"note_26\">26<\/a>] obendrein 20.000 Fachartikel pro Jahr lesen muss, die meisten auf Englisch. <\/p><p>Er wei&szlig;: &raquo;Wie beim Erzieher besteht das Ziel des Arztes darin, seine eigene Funktion nutzlos werden zu lassen.&laquo;[<a href=\"#foot_27\" name=\"note_27\">27<\/a>] Er wei&szlig;: Oft hei&szlig;t es, nicht sofort zu handeln, nicht zu schaden, immer hei&szlig;t es, zuzuh&ouml;ren, vorsichtig zu sein, den Menschen, dem etwas fehlt, reden zu lassen. Herauszuh&ouml;ren, was es ist, das dem Patienten <em>fehlt<\/em>. &ndash; es wird sich hierbei in circa 99 Prozent der F&auml;lle nicht um eine Chemikalie handeln. <\/p><p>Und w&auml;hrend die Kollegen unseres Fabelarztes ihren Patienten im Schnitt nach 11 bis 24 <em>Sekunden<\/em> zum ersten Mal unterbrechen, nach durchschnittlich 8 Minuten wieder verabschieden[<a href=\"#foot_28\" name=\"note_28\">28<\/a>] und dringend hoffen, dass der Patient in diesem Quartal nicht wiederkommt, h&ouml;rt unser Arzt zu. Geduldig. Dabei kann er allerdings schon mal seinen Wecker auf den nahen Zeitpunkt stellen, an dem er pleite sein wird. Denn sein Honorarsatz f&uuml;rs Zuh&ouml;ren betr&auml;gt 22,87 Euro.[<a href=\"#foot_29\" name=\"note_29\">29<\/a>] Nicht pro 8 Minuten, nicht pro Stunde, nicht pro Gespr&auml;ch &ndash; 22,87 Euro pro Quartal, ganz egal ob Sie als Patient nur einmal zu diesem unseren Arzt kommen f&uuml;r 5 Minuten oder ob Sie jeden Wochentag kommen und eine halbe Stunde Fragen haben. Der Mann verdient daran im Quartal insgesamt immer exakt 22,87 Euro.[<a href=\"#foot_30\" name=\"note_30\">30<\/a>] (Deshalb bekommen Sie, sofern Sie Kassenpatient sind, im M&auml;rz, Juni, September oder Dezember praktisch nie einen Termin.[<a href=\"#foot_31\" name=\"note_31\">31<\/a>])<\/p><p>Aber gut, unser Arzt l&auml;sst sich davon nicht beeindrucken. Er ist eben ein echter Arzt. Bestimmt hat er geerbt, also kann er sich das leisten: keine Maschine anzuschalten (obwohl das viel besser dotiert als ist blo&szlig;es Zuh&ouml;ren), nichts zu verschreiben (oder nur das g&uuml;nstigste Pr&auml;parat) und den Patienten gegebenenfalls einfach wieder nach Hause zu schicken (mit ein paar guten, gesundheits- oder genesungsf&ouml;rderlichen Hinweisen). Denn er wei&szlig; ja, dass 90 Prozent aller effektiven Ma&szlig;nahmen zur Verk&uuml;rzung von Krankheitsdauer nur der Patient selbst ergreifen kann. Den Rest erledigt der K&ouml;rper von selbst &ndash; man muss ihm nur ein bisschen Zeit geben.<\/p><p>Der Vollst&auml;ndigkeit halber sei erw&auml;hnt, dass unser Arzt tats&auml;chlich gro&szlig;en Respekt vor der Zeit an sich hat, nicht nur als wertvollster Assistentin des Erkrankten. Unser Arzt wei&szlig;, dass Zeit alles ist, was wir haben. Deshalb gestaltet er seinen Terminplan so, dass sein Wartezimmer nie voll ist, sondern fast immer leer. Kein Patient muss hier l&auml;nger als 20 Minuten auf seinen Termin warten.<\/p><p>Das wird allerdings nicht goutiert, aus mehreren Gr&uuml;nden. Denn 80 Prozent seiner Patienten wissen ja nicht, weshalb sie zutreffend Patienten hei&szlig;en. Von ihnen wird vor allem Geduld verlangt, lateinisch &raquo;patientia&laquo;, das Erdulden, Ertragen und Aushalten. Nicht das Erdulden eines vollen Wartezimmers, sondern das Erdulden von Krankheit, w&auml;hrend der K&ouml;rper seine Heilungsarbeit verrichtet. Aber der Impatient ist l&auml;ngst Kunde, also K&ouml;nig, und wei&szlig; ja manches aus Erfahrung, nicht nur, dass <em>alles<\/em> per Express geliefert werden kann, sondern auch: Ein leeres Kaufhaus oder Restaurant taugen nichts. Also wird wohl auch dieser Arzt nichts taugen, der ist ja offenkundig nicht gefragt. Da n&uuml;tzt es unserem Arzt nichts, dass er eine kleine selbstverfasste Infobrosch&uuml;re auf dem Lekt&uuml;retisch platziert hat, in der er in freundlicher K&uuml;rze das historische chinesische Prinzip erl&auml;utert, wonach nat&uuml;rlich derjenige der beste Arzt ist, dessen Schutzbefohlene gesund sind und bleiben, weil er sie gut aufgekl&auml;rt hat &uuml;ber Selbstheilungskr&auml;fte und selbst zu treffende Vorsorgema&szlig;nahmen, weshalb sie eben nicht krank sind, sondern gesund. Deshalb ist das Wartezimmer des besten Arztes immer so gut wie leer.<\/p><p>Die Mehrzahl der Patienten empfindet das Denken und Handeln unseres Arztes als absurd. Nicht nur wegen des leeren Wartezimmers, auch weil er ihnen praktisch nie die neusten und hippsten Medikamente verschreibt. Aber auch seine Kollegen sch&auml;tzen ihn nicht: die mittelm&auml;&szlig;igen und doofen nicht, weil er kl&uuml;ger ist als sie, die klugen nicht, weil er naiv handelt, statt seine Intelligenz zu Geld zu machen.<\/p><p>Dennoch wollen wir uns diesen Dr. Sisyphos als gl&uuml;cklichen Menschen vorstellen. Und wir wollen uns &uuml;berdies vorstellen, wir h&auml;tten diesen einen von zehn gefunden, vielleicht nach einer Google-Suche bei den &raquo;Mezis&laquo;.[<a href=\"#foot_32\" name=\"note_32\">32<\/a>] Jetzt sitzen Sie also vor ihm, ganz ohne Wartezeit: vor Dr. med. Einhorn, dem Fabelarzt. Aber nun haben Sie irgendwas Ernsteres, keinen Schnupfen, keinen Ausschlag, nicht &raquo;Knie&laquo;, nicht &raquo;R&uuml;cken&laquo; oder &raquo;Burn-out&laquo;. Sondern Diabetes, <em>wirklich<\/em> verkalkte Arterien, Demenz, Parkinson, Krebs, MS oder eine der etlichen sogenannten Autoimmunerkrankungen.<\/p><p>Hiermit verringert sich Ihre Chance auf einen Gewinn von 1 zu 10 auf 1 zu 1.000. Denn jetzt muss dieser wunderbare, kompetente, intelligente, seinen Beruf ernst nehmende Arzt auch noch unfassbar starke Nerven haben und buchst&auml;blich alles riskieren, um Ihnen helfen zu k&ouml;nnen. Dieser ideale Arzt muss nicht nur ein fabelhafter Altruist sein, sondern obendrein <em>Dangerfreak<\/em>, unheimlich mutig. Denn f&uuml;r alle &raquo;ernsten&laquo; Erkrankungen existieren Leitlinien, fach&auml;rztliche. Wer sich an die nicht h&auml;lt, spielt mit seinem Berufsleben. Dass diese Leitlinien mit viel freundlicher Unterst&uuml;tzung der Pharmaindustrie fabriziert werden ist hierbei ganz nebens&auml;chlich, denn Leitlinie ist eben Leitlinie, und an die sollte der Behandler sich tunlichst halten. Der &auml;rztliche Ermessensspielraum ist also hier stark eingeschr&auml;nkt &ndash; oft gegen null, denn die Behandlungsoption &raquo;Abwarten&laquo; findet sich in der Regel nicht in den Vorschriften. <\/p><p>So entsteht die absurde Situation, dass der Arzt, der &raquo;Abwarten&laquo; insgeheim f&uuml;r die beste Option h&auml;lt, hoffen muss, dass sein Patient selbst darauf kommt und das vorschl&auml;gt. Denn in diesem Fall kann der Arzt dankbar vermerken &raquo;Patient lehnt medikament&ouml;se Therapie ab&laquo; &ndash; und diesen darin unterst&uuml;tzen. Jeden anderen Patienten aber <em>muss<\/em> der Arzt nach Leitlinie behandeln. Tut er das nicht und der Patient nimmt abwartend weiteren Schaden &ndash; ob das nun am Abwarten selbst liegt oder der Schaden auch bei Behandlung genauso oder schwerer eingetreten w&auml;re &ndash;, ist der Arzt &raquo;dran&laquo;. Denn jeder Patient kann ihn in diesem Fall vor Gericht zerren und gut belegen, dass der Arzt ihn nicht richtig behandelt hat, eben nicht der Leitlinie entsprechend, und ihn mutwillig oder fahrl&auml;ssig gesch&auml;digt. <\/p><p>So ist der gute Arzt gefangen. Bei &raquo;Watchful-Waiting-Verst&ouml;&szlig;en&laquo; gegen die Leitlinien droht ihm nicht nur ein Prozess, ihm droht im Wiederholungsfall sogar der Verlust seiner Approbation, also seines Lebensinhalts. Denn er ist ja mit Leib und Seele Arzt. Aber wenn er diese Berufung ernst nimmt und sich entsprechend verh&auml;lt, ist er eben keiner mehr. Was w&uuml;rden Sie da machen?<\/p><p>Als Allgemeinmediziner einem MS-Kranken raten, die Empfehlungen der Spezialisten zu ignorieren und stattdessen dem eigenen K&ouml;rper die Selbstheilung zu erlauben? Einer f&uuml;nfundsiebzigj&auml;hrigen Krebspatientin raten, noch mal sch&ouml;n in einen langen Urlaub zu fahren, ordentlich Himbeeren zu essen und Genesung zu &raquo;visualisieren&laquo;? Einem Diabetiker raten, gar keine Medikamente zu nehmen, sondern jeden Tag f&uuml;nf Kilometer spazieren zu gehen und den Speiseplan gr&uuml;ndlich umzubauen? W&uuml;rden Sie? Ihrem Patienten raten, nach bestem Wissen, die Empfehlung der Spezialisten links liegen zu lassen? Obwohl Sie die Leitlinie kennen?<\/p><p>Das ist viel verlangt &ndash; sogar von einem kompetenten Helden. Selbst der wird sp&auml;testens hier, sp&auml;testens bei allen schwierigen, ernsten F&auml;llen, die Expertenwissen erfordern, die Waffen strecken &ndash; und seinen Patienten zum Spezialisten &uuml;berweisen. Sofern der Patient nicht sowieso gleich selbst zum Spezialisten gegangen ist, denn die sind ja inzwischen &uuml;berall. <\/p><p>Und wir machen uns viel zu selten klar, wie gef&auml;hrlich das f&uuml;r uns ist.<\/p><p><em>Sven B&ouml;ttcher: &bdquo;Rette sich, wer kann! Das Krankensystem meiden und gesund bleiben&ldquo;, Westend Verlag, 1.2.2019<\/em><\/p><p>Titelbild: Sombat Muycheen\/shutterstock.com<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><div class=\"footnote\">\n<p>[<a href=\"#note_1\" name=\"foot_1\">&laquo;1<\/a>] &raquo;Welzers Theorem&laquo;, siehe Harald Welzer, <em>Selbst denken<\/em>, S. Fischer 2013, S. 223.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_2\" name=\"foot_2\">&laquo;2<\/a>] Dr. Bernie Siegel sch&auml;tze 1986 die Zahl noch etwas niedriger ein, jedenfalls unter den Patienten, wobei Ignoranz und Mittelma&szlig; hier in aufschlussreichem Verhalten vereinten: &raquo;60&ndash;70 % (aller Patienten) sind wie Schauspieler, die eine Rolle proben. Sie produzieren sich nur, um ihren Arzt zufriedenzustellen [&hellip;], sie tun, was Ihnen gesagt wird &ndash; au&szlig;er der Arzt schl&auml;gt ihnen vor, ihren Lebensstil radikal zu &auml;ndern.&laquo; (Bernie Siegel, <em>Diagnose Hoffnung<\/em>, S. 44.) Wir k&ouml;nnen diese 60, 70 oder 80 Prozent und die 80 Prozent mittelm&auml;&szlig;iger &Auml;rzte hier vernachl&auml;ssigen und (hoffentlich) einander &uuml;berlassen, daher findet sich diese Anmerkung hier unten, nicht oben.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_3\" name=\"foot_3\">&laquo;3<\/a>] Schweizer\/Schweitzer, <em>Fragen Sie weder Arzt noch Apotheker<\/em>, KiWi 2017, S. 28.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_4\" name=\"foot_4\">&laquo;4<\/a>] Gerd Gigerenzer, <em>Risiko<\/em>, Ullstein 2013 S. 241.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_6\" name=\"foot_5\">&laquo;5<\/a>] Vgl. <a href=\"http:\/\/www.cochrane.org\">cochrane.org<\/a>, deutsche Internetpr&auml;senz: <a href=\"http:\/\/www.cochrane.de\">cochrane.de<\/a>.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_7\" name=\"foot_6\">&laquo;6<\/a>] Ob meine Einsch&auml;tzung der Cochrane Collaboration als &raquo;wertvoll&laquo; Bestand hat, wird sich erst 2019&nbsp;ff. zeigen. Zwecks Optimismus thematisiere ich hier nicht, dass die Gesundheit der Collaboration auf dem Spiel steht. (Vgl. <a href=\"https:\/\/www.erz%C3%A4hler.net\/?p=2255\">erz&auml;hler.net\/?p=2255<\/a>, bezugnehmend auf Maryanne Demasis Einsch&auml;tzung im <em>British Medical Journal<\/em>, 16. September 2018; <a href=\"https:\/\/blogs.bmj.com\/bmjebmspotlight\/2018\/09\/16\/cochrane-a-sinking-ship\">blogs.bmj.com\/bmjebmspotlight\/2018\/09\/16\/cochrane-a-sinking-ship<\/a>.) Hoffen wir also gemeinsam auf die Selbstheilungskr&auml;fte der Cochrane, auch wenn es zurzeit nicht gut aussieht.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_8\" name=\"foot_7\">&laquo;7<\/a>] Gigerenzer, ebd. S. 241.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_9\" name=\"foot_8\">&laquo;8<\/a>] Schweizer\/Schweitzer, <em>ebd<\/em>. S. 28.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_0\" name=\"foot_9\">&laquo;9<\/a>] Dass unser idealer Arzt Hippokrates ehrt, ist schon deshalb etwas Besonders, weil in Deutschland weder der Hippokratische Eid noch das Genfer Gel&ouml;bnis nach der Approbation verpflichtend geleistet werden m&uuml;ssen.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_10\" name=\"foot_10\">&laquo;10<\/a>] Schweitzer\/Schweitzer, ebd. S. 22.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_11\" name=\"foot_11\">&laquo;11<\/a>] Ebd., S. 25.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_12\" name=\"foot_12\">&laquo;12<\/a>] Da unser Paradedoktor &raquo;nur&laquo; Allgemeinmediziner ist, erscheint diese Vorsichtsma&szlig;nahme fast &uuml;bertrieben, aber Dr. Einhorn wei&szlig; eben, dass mindestens 900.000 Patienten pro Jahr sich in deutschen Krankenh&auml;usern infizieren, circa 30.000 versterben daran (Reuther, ebd., S. 255) und dass dies nicht am nachl&auml;ssigen Pflegepersonal liegt, sondern am st&auml;ndischen Stolz der deutschen &Auml;rzte. Denn nat&uuml;rlich begr&uuml;&szlig;t man den Kollegen Professor per Handschlag, weil man das so macht. Und nat&uuml;rlich tr&auml;gt man unterm lang&auml;rmligen Kittel ein sch&ouml;nes Hemd mit Manschettenkn&ouml;pfen, weil man das schon immer so gemacht hat. Die dringende Empfehlung der WHO, wegen der hohen Keim&uuml;bertragungsgefahr kurz&auml;rmlig zu arbeiten, wird im Ausland geh&ouml;rt (Gro&szlig;britannien und Holland machen das l&auml;ngst), aber deutsche &Auml;rzte sind eben stolz auf ihre keimgeladenen Manschetten &ndash; sehen ja auch gut aus. Sie t&ouml;ten Patienten, aber sie sind fraglos h&uuml;bsch. Diese &Auml;rzte sind &uuml;brigens die Nachfahren deren, die Ignaz Semmelweis f&uuml;r einen Irren hielten. Sie werden sich erinnern, das war jener, der den Wiener &Auml;rzten nachwies, dass ihre mangelnde Handhygiene allzu viele Jungm&uuml;tter t&ouml;tete &ndash; und den man f&uuml;rs &Uuml;berbringen dieser Wahrheit f&ouml;rmlich mit dem Tode bestrafte. Auch das hat unter stolzen &Auml;rzten Tradition. (Vgl. auch Reuther, S. 36, sowie gern Wikipedia zum Thema &raquo;Ignaz Semmelweis&laquo;.)<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_13\" name=\"foot_13\">&laquo;13<\/a>] Das Marktvolumen der IGEL (Individuelle GEsundheits-Leistungen) betr&auml;gt etwa eine Milliarde Euro (<a href=\"https:\/\/www.igel-monitor.de\/presse\/pressemitteilungen\/aok-umfrage-igel-markt-waechst-weiter.html\">igel-monitor.de\/presse\/pressemitteilungen\/aok-umfrage-igel-markt-waechst-weiter.html<\/a>), die Angebote nehmen zu (dreieinhalb mal so viele wie noch 2001), die Gesamtkosten sind nach viel Kritik in den letzten Jahren leicht r&uuml;ckl&auml;ufig, weil im harten IGEL-Markt die Preise f&uuml;r die einzelne Leistung r&uuml;ckl&auml;ufig sind. Der Nutzen der IGEL ist und bleibt gering, der Schaden &uuml;berwiegt &ndash; laut IGEL-Monitor des Medizinischer Diensts des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen (MDS), denn der bewertete im Februar 2017 nur 3 von 45 getesteten IGEL als &raquo;tendenziell positiv&laquo;, 4 als negativ, 17 als tendenziell negativ und 15 in Sachen Schaden oder Nutzen als &raquo;unklar&laquo; (<a href=\"https:\/\/www.igel-monitor.de\/presse\/pressemitteilungen\/bilanz-nach-fuenf-jahren-igel-monitor.html\">igel-monitor.de\/presse\/pressemitteilungen\/bilanz-nach-fuenf-jahren-igel-monitor.html<\/a>). Da ist also noch reichlich Luft nach oben in Sachen: &raquo;Bringt nichts. Aber bringt &rsquo;ne Menge.&laquo;<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_14\" name=\"foot_14\">&laquo;14<\/a>] Beispiel Optikusneuritis, die oft am Anfang einer MS-Karriere liegt: &raquo;Die Sehst&ouml;rung bildet sich in 95 % der F&auml;lle zur&uuml;ck. Die hochdosierte intraven&ouml;se Methylprednisolon-Gabe beschleunigt die Besserung, verbessert aber nicht das Endergebnis.&laquo; (Reuther, ebd. S. 171.) Die Kortisonkeule ist dennoch obligatorisch, trotz gelegentlich geh&ouml;riger Neben- und Wechselwirkungen (Details unter <a href=\"https:\/\/lsms.info\/index.php?id=124\">lsms.info\/index.php?id=124<\/a>). <\/p>\n<p>[<a href=\"#note_15\" name=\"foot_15\">&laquo;15<\/a>] Es ergeben sich &raquo;aus den mehr als 70 Millionen CT-Scans, die in den USA pro Jahr an Kindern und Erwachsenen durchgef&uuml;hrt werden, gesch&auml;tzte 29.000 Krebserkrankungen&laquo;, vgl. Gigerenzer, ebd. S. 85 f. Die Strahlenbelastung ist in der Regel hundertmal so hoch wie beim R&ouml;ntgen.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_16\" name=\"foot_16\">&laquo;16<\/a>] Ebd., S. 212 f: &raquo;Gyn&auml;kologen verstehen so ersch&uuml;tternd wenig von Statistik, dass sie nicht mal begreifen, was sie da lesen, schon gar nicht &raquo;was ein positives Mammogramm bedeutet.&laquo; In Gerd Gigerenzers legend&auml;ren Tests mit Gyn&auml;kologen hatte nur 1 von 100 Frauen tats&auml;chlich Krebs, 50 Prozent der &Auml;rzte, verwirrt durch all die Zahlen f&uuml;r Pr&auml;valenz, Sensitivit&auml;t und Falschalarmrate, glaubten jedoch, 90 von 100 positiv getesteten Frauen h&auml;tten Krebs. Nach abgeschlossenem Kurs &raquo;Risikokommunikation&laquo; wussten sie es besser, 87 Prozent machten danach alles richtig. Der Kurs wurde, so Gigerenzer, umgehend aus dem Fortbildungsprogramm gestrichen. Gigerenzers Ausf&uuml;hrungen zum &raquo;Screening auf Brustkrebs&laquo; sind indes generell zur vollst&auml;ndigen Lekt&uuml;re empfohlen: &raquo;Die meisten Menschen mit positiven Ergebnissen bei Mammogrammen und PSA-Tests oder mit okkultem Blut im Stuhl haben keinen Krebs&laquo; (S. 273).<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_17\" name=\"foot_17\">&laquo;17<\/a>] Ebd., S. 225 ff. Testet man 1.000 Frauen im Alter von 40 Jahren auf ein vorliegendes Down-Syndrom ihres ungeborenen Kindes, und ergibt der Test f&uuml;nfzigmal &raquo;falsch positiv&laquo;, also falschen Alarm, sowie neunmal korrekt &raquo;Alarm&laquo;. Somit erwartet tats&auml;chlich nur eine von sechs Frauen mit positivem Ergebnis ein Kind mit Down-Syndrom. Die Mehrzahl dieser gesunden Kinder kommt nicht zur Welt &ndash; weil die Frauen, die sich dem Test unterziehen, nicht wissen, wie das Ergebnis zu lesen ist. Und ihre &Auml;rzte auch nicht, offenkundig.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_18\" name=\"foot_18\">&laquo;18<\/a>] Bei Interesse ist dringend zur Lekt&uuml;re empfohlen &ndash; ob Sie nun schon vorsorglich Statine abonniert haben oder (noch) nicht: J&ouml;rg Blech, &raquo;Der Mythos vom b&ouml;sen Cholesterin&laquo;, Die Krankheitserfinder, S. Fischer 2003, S. 78 ff. <\/p>\n<p>[<a href=\"#note_19\" name=\"foot_19\">&laquo;19<\/a>] Vgl. Gilbert Welch, <em>Die Diagnosefalle<\/em>, S. 55 ff.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_20\" name=\"foot_20\">&laquo;20<\/a>] Cholesterin ist Fett. Gehirne bestehen zu 10 bis 20 Prozent aus Cholesterin; der Fettanteil der Trockenmasse liegt eher bei 80 Prozent. Eine Senkung des Fettenteils in Blut (und Hirn) erh&ouml;ht Studien zufolge die Sterblichkeit (vgl. Blech, ebd., S. 81), macht aber anderen Studien zufolge eben doch nicht die Birne weich, erzeugt also keinen Demenz-Nachfolgemarkt. Eine Er&ouml;rterung des Themas entf&auml;llt hier, weil sie mehrere hundert Seiten f&uuml;llte; die Frage, ob Lipidsenker (nicht nur Statine) generell die Ged&auml;chtnisfunktion beeintr&auml;chtigen oder ob solche Schlussfolgerungen nur auf einem &raquo;Bias&laquo;, also verzerrter Wahrnehmung, beruht, bleibt einstweilen offen. (Vgl. Bettina Krieg, &raquo;Das Risiko der Statine &ndash; Nutzen-Risiko-Verh&auml;ltnis ist nicht endg&uuml;ltig gekl&auml;rt&laquo;, <em>Deutsche Apotheker Zeitung<\/em>, Mai 2015, <a href=\"https:\/\/www.deutsche-apotheker-zeitung.de\/daz-az\/2015\/daz-37-2015\/das-risiko-der-statine\">deutsche-apotheker-zeitung.de\/daz-az\/2015\/daz-37-2015\/das-risiko-der-statine<\/a>.)<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_21\" name=\"foot_21\">&laquo;21<\/a>] Siehe B&ouml;ttcher, <em>Diagnose unheilbar<\/em>, S. 193 ff.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_22\" name=\"foot_22\">&laquo;22<\/a>] Ebd., S. 51, S. 175 ff.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_23\" name=\"foot_23\">&laquo;23<\/a>] Uwe Gr&ouml;bers Kompendium <em>Arzneimittel und Mikron&auml;hrstoffe &ndash; Medikationsorientierte Supplementierung<\/em> erkl&auml;rt eben <em>nicht<\/em> &Auml;rzten, dass Raucher von ACE die Finger lassen sollten (das wei&szlig; ja inzwischen sogar jeder Patient oder Arzt, der nur die Wartezimmerlekt&uuml;re liest), sondern kl&auml;rt den Behandler &uuml;ber biochemische Wirkungen und Wechselwirkungen auf, die im K&ouml;rper des Patienten ein- oder auftreten, wenn man ihm bestimmte Medikamente respektive Wirkstoffe verabreicht. Der <em>Gr&ouml;ber<\/em> wei&szlig; dann auch, wie man hier supplementieren respektive gegensteuern muss, um nicht mit dem verabreichten Medikament mehr Schaden als Nutzen anzurichten. In meinen Laienaugen ist daher Gr&ouml;bers Buch essenziell f&uuml;r jeden &raquo;Verschreiber&laquo;, aber entdeckt habe es noch bei keinem meiner (von 2005 bis 2009 zahlreichen) &Auml;rzte &ndash; obwohl ich immer sehr genau Buchr&uuml;cken studiere. H&auml;tte ich nicht selbst nachgeschlagen, wann und ich meine Alphalipons&auml;ure &ndash; Vorsicht, <em>keine<\/em> Leitlinienempfehlung bei MS! &ndash;) einnehmen muss und weshalb dringend <em>mit<\/em> Biotin, h&auml;tte ich wohl l&auml;ngst keine Fingern&auml;gel mehr und auch nicht mehr so sch&ouml;ne Haare. Wer schwerere Gesch&uuml;tze einnimmt und vielleicht sogar mehrere von denen, sollte entweder seinen Arzt oder Apotheker auf den Gr&ouml;ber ansprechen oder sich selbst mal ein Buch kaufen. Es gibt inzwischen mehrere vom Herrn G., auch spezifischere f&uuml;r den etwas kleineren Geldbeutel.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_24\" name=\"foot_24\">&laquo;24<\/a>] Seit dem 13. November 2017 gelten Amerikaner mit dem vorher gesunden Blutdruck 140 zu 90 nicht mehr als gesund, sondern als krank, denn der neue Grenzwert betr&auml;gt 130 zu 80. Durch diese kleine Ver&auml;nderung gibt es zuk&uuml;nftig &raquo;4,2 Millionen Menschen mehr, die Medikamente verschrieben bekommen&laquo; (vgl. Denise Peickert, &raquo;Der Streit um die Obergrenze&laquo;, FAZ 10. Dezember 2107). Schon durch die vorangegangene Senkung des als gesund geltendes Normwerts von 160 zu 100 auf 140 zu 90 &ndash; laut Cochrane-Studie war der alte Wert nicht zu hoch gewesen &ndash; hatte sich die Patientenzahl um 13,5 Millionen steigern lassen (vgl. Wittig, Die wei&szlig;e Mafia, Riva 2013, S. 196).<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_25\" name=\"foot_25\">&laquo;25<\/a>] Obwohl &raquo;86 Prozent (der &Auml;rzte) der Meinung (sind), B&uuml;rokratie erschwere ihnen die Aus&uuml;bung ihres Berufs&laquo; (<a href=\"https:\/\/www.arzt-wirtschaft.de\/aerzte-leiden-unter-zu-viel-buerokratie\/\">arzt-wirtschaft.de\/aerzte-leiden-unter-zu-viel-buerokratie\/<\/a>), ist die BIP-f&ouml;rderliche, exzessive Verwalterei generell nicht zu bremsen und w&auml;chst permanent weiter. &raquo;Der B&uuml;rokratieindex zog im Vergleich zum Vorjahr leicht an &ndash; und zwar um 0,2 % oder rund 115.000 Nettoarbeitsstunden im Vergleich zum Jahr 2016. Insgesamt wendeten &Auml;rzte und Psychotherapeuten somit etwa 54 Millionen Arbeitsstunden pro Jahr f&uuml;r administrative Pflichten auf.&laquo; Sowie: &raquo;Die Reduzierung des B&uuml;rokratieaufwands im vertrags&auml;rztlichen Bereich um 25 % den n&auml;chsten 5 Jahren w&uuml;rde j&auml;hrlich &uuml;ber 13 Millionen Stunden zus&auml;tzlich f&uuml;r die Versorgung der Patienten bringen&laquo;, so Thomas Kreidel, Vorstandsmitglied der Kassen&auml;rztlichen Bundesvereinigung (KBV), zitiert nach Ingold D&uuml;rr, &raquo;B&uuml;rokratieabbau ist Sysiphosarbeit&laquo;, <em>Allgemeinarzt online<\/em>, 18. Januar 2018, <a href=\"https:\/\/www.allgemeinarzt-online.de\/a\/belastung-fuer-arztpraxen-buerokratieabbau-ist-sisyphusarbeit-1858141\">allgemeinarzt-online.de\/a\/belastung-fuer-arztpraxen-buerokratieabbau-ist-sisyphusarbeit-1858141<\/a>. Wie hoch die Verwaltungskosten tats&auml;chlich sind, scheint dabei weiterhin ein schwer zu l&ouml;sendes R&auml;tsel zu sein. Vgl. exemplarisch &Auml;rzteblatt, 1. Januar 2012, <a href=\"https:\/\/www.aerzteblatt.de\/nachrichten\/48585\/Verwaltungskosten-im-Gesundheitswesen-Milliarden-koennen-eingespart-werden\">aerzteblatt.de\/nachrichten\/48585\/Verwaltungskosten-im-Gesundheitswesen-Milliarden-koennen-eingespart-werden<\/a>: &raquo;Die Verwaltungskosten im deutschen Gesundheitssystem sind offenbar wesentlich h&ouml;her als bisher angenommen. Einer Studie der Unternehmensberatung A.T. Kearney zufolge entfielen im Vorjahr 23 Prozent der Gesamtausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) in H&ouml;he von 176 Milliarden Euro auf die B&uuml;rokratie.&laquo;<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_26\" name=\"foot_26\">&laquo;26<\/a>] Vgl. Reuther, ebd. S. 308. Die Kassen&auml;rztliche Vereinigung ist ein exklusiv deutsches Besch&auml;ftigungswunderprogramm, ein &raquo;Kartell, das regulative Mechanismen von Angebot und Nachfrage auszuschalten gedenkt&laquo; (S. 309) und mit ihren 12.000 Mitarbeitern (etwa einer pro vierzehn Kassen&auml;rzten), siebzehn Landesorganisationen und der Bundesorganisation j&auml;hrlich 35 Milliarden Euro ben&ouml;tigt (Stand 2015, ebd., S. 311). Das ist f&uuml;rs BIP deutlich besser als die weltweit g&auml;ngige Praxis, dass Patienten entweder direkt mit ihrem Arzt zu tun haben, auch in Leistungs- und Rechnungsfragen, oder eben direkt mit ihren Kranken<em>kassen<\/em>. Deutlich mehr Besch&auml;ftigung (ohne Nutzen f&uuml;r den Patienten) bietet zum Preis von 35 Milliarden pro Jahr indes die KV und liefert f&uuml;r diesen stolzen Preis ein ungeheuer kompliziertes Punktesystem, das zwar dem Patienten nichts n&uuml;tzt, aber der KV. Und die n&uuml;tzt dem BIP, denn g&auml;be es sie nicht, w&auml;ren 12.000 Zettelsortierer arbeitslos. Ob das nicht vielleicht doch besser w&auml;re, kann jeder selbst grob einsch&auml;tzen, der &uuml;ber ein Werkzeug zur Division von 35 Milliarden durch 12.000 verf&uuml;gt.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_27\" name=\"foot_27\">&laquo;27<\/a>] Canguilhem, Gesundheit &ndash; eine Frage der Philosophie, Merve 2004, S. 49.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_28\" name=\"foot_28\">&laquo;28<\/a>] Schweizer, ebd., S. 29.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_29\" name=\"foot_29\">&laquo;29<\/a>] Die mit viel Liebe zum Detail verkomplizierte aktuelle Geb&uuml;hrenordnung f&uuml;r &Auml;rzte (Go&Auml;) findet sich beim Bundesministerium f&uuml;r Justiz und Verbraucherschutz (<a href=\"https:\/\/www.gesetze-im-internet.de\/go__1982\/BJNR015220982.html\">gesetze-im-internet.de\/go__1982\/BJNR015220982.html<\/a>). Erg&auml;nzende Ausf&uuml;hrung hierzu von Dr. Nina Pszolla, Chirurgin: &raquo;Die Zuwendung zum Patienten, die gesprochene Medizin, ist keinen Cent wert. Und wird lediglich symbolisch bezahlt. Kostet die angebrochene Stunde bei Anw&auml;lten und Steuerberatern 250 Euro, darf der mitunter besser ausgebildete Arzt f&uuml;r die privat&auml;rztliche Beratung lediglich einmal in 3 Monaten, bei lebensbedrohlicher Erkrankung, mit seinem Patienten 20 Minuten reden und bekommt daf&uuml;r rund 20 Euro. Das Erstgespr&auml;ch zu Er&ouml;rterung der Beschwerden wird heute mit 4,66 Euro verg&uuml;tet, das Zweitgespr&auml;ch mit 3,15 Euro. Der Kassenpatient wird in toto mit rund 23,27 Euro Pauschale abgegolten, egal was gemacht wurde, auch wenn man ihn eine Stunde &uuml;ber einen schweren Eingriff aufkl&auml;rt, egal wie oft er im Quartal kommt. Kommt er drei Mal in die Praxis, darf stattdessen die Komplexziffer mit 22,58 &ndash; jedoch keinesfalls zus&auml;tzlich &ndash; abgerechnet werden. Mit Personal und Miete kostet jeder Patienten-Arzt- Kontakt rund 150 Euro, je nach Lage und Mietpreis der Praxis, das hei&szlig;t, man muss mindestens 6 Patienten pro Stunde durch die Praxis schleusen. Massenabfertigung. Das geht so: Guten Tag-Spritze-Auf-Wiedersehen. Verdient hat er Arzt dann noch immer nichts, aber seine Unkosten gedeckt. Verdient wird nur wenn der Arzt igelt, d. h. Ger&auml;te bedient. [&hellip;] Der Chirurg lebt aber immer noch nicht von der Ger&auml;temedizin, lediglich von seinen lohngedumpten operativen Eingriffen. Zum Messer greifen soll er aber, nach GO&Auml;-Vorstellung ohne Erl&auml;uterung und Aufkl&auml;rungsgespr&auml;ch (f&uuml;r die Diagnose, Indikation, Aufkl&auml;rung &uuml;ber OP und Verfahrensm&ouml;glichkeiten bekommt der Chirurg 20 Euro. Damit ist nicht ann&auml;hernd die Miete oder das Personal f&uuml;r diese 30 Minute Gespr&auml;ch finanziert, da das f&uuml;r Patienten unzumutbar und f&uuml;r den in der Verantwortung stehenden Chirurg ethisch nicht vertretbar ist. [&hellip;] Wir Chirurgen bringen also f&uuml;r Kassenpatienten das Geld zur Arbeit mit, arbeiten f&uuml;r die Gesetzlichen Kassen ohne Lohn, sind Beamte ohne Rechte und Bezahlung mit allen Pflichten. So schwimmen die Kassen in Feudalgeh&auml;ltern, Milliardensubventionen und Milliarden&uuml;bersch&uuml;ssen, bezahlen aber Jahr um Jahr die Eingriffe immer schlechter, den Patienten immer weniger Leistungen, um im Feudalismus weiter zu schwelgen. Daf&uuml;r bekommen Arzt und zwangsversicherter Patient eben nichts.&laquo; Siehe auch: ef 15. Dezember 2009, Nina Pszolla, Gesundheitsfonds: Die Hypo-Real Estate des Gesundheitswesens? <a href=\"https:\/\/ef-magazin.de\/2009\/12\/15\/1739-gesundheitsfonds-die-hypo-real-estate-des-gesundheitswesens\">ef-magazin.de\/2009\/12\/15\/1739-gesundheitsfonds-die-hypo-real-estate-des-gesundheitswesens<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_30\" name=\"foot_30\">&laquo;30<\/a>] Siehe beispielsweise Tanja Wolf, &raquo;Was darf&rsquo;s denn kosten&laquo;, <em>FAZ<\/em>, 17. Januar 2016, <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wissen\/arzthonorare-was-darf-s-denn-kosten-14017748.html\">faz.net\/aktuell\/wissen\/arzthonorare-was-darf-s-denn-kosten-14017748.html<\/a>.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_31\" name=\"foot_31\">&laquo;31<\/a>] Siehe Kristina Ludwig, &raquo;Am Ende des Quartals schicken &Auml;rzte Kassenpatienten weg&laquo;, SZ, 11. Januar 2018, <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/gesundheitspolitik-am-ende-des-quartals-geben-aerzte-kassenpatienten-weniger-termine-1.3820465\">sueddeutsche.de\/wirtschaft\/gesundheitspolitik-am-ende-des-quartals-geben-aerzte-kassenpatienten-weniger-termine-1.3820465<\/a>, sowie die dazugeh&ouml;rige Untersuchung der Universit&auml;t Hamburg (Center for Health Economics, <a href=\"https:\/\/www.hche.de\/presse\/pressemitteilungen.html#8690463\">hche.de\/presse\/pressemitteilungen.html#8690463<\/a>). Weshalb die Ambulanzen der Krankenh&auml;user zum Quartalsende immer so ungeheuer voll sind und kaum mehr Zeit f&uuml;r die Behandlung von Notf&auml;llen finden, ergibt sich mithin direkt aus der hochintelligenten Gestaltung des erw&auml;hnten Abrechnungsger&uuml;sts f&uuml;r niedergelassene &Auml;rzte.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_32\" name=\"foot_32\">&laquo;32<\/a>] Bei der Initiative unbestechlicher &Auml;rztinnen und &Auml;rzte steht &raquo;Mezis&laquo; nicht nur f&uuml;r &raquo;Mediziner&laquo;, sondern auch f&uuml;r &raquo;Mein Essen zahl ich selbst&laquo; (<a href=\"https:\/\/mezis.de\">mezis.de<\/a>). Ein Besuch der Webseite und die Lekt&uuml;re der verschiedenen Erkl&auml;rungen der Vereinsmitglieder lohnt sich f&uuml;r jeden Patienten. Und nat&uuml;rlich sind sehr viele unserer 380.000 &Auml;rztInnen Mitglieder bei den Mezis, n&auml;mlich 789 (Stand 2016). <\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine grunds&auml;tzliche Erkenntnis wird bei jedem Arztbesuch ganz automatisch verdeckt, von Reinheit und Autorit&auml;t signalisierendem Wei&szlig;: &raquo;In jeder gesellschaftlichen Subgruppe, egal ob man diese nach Schicht, Geschlecht, Ausbildung oder Beruf differenziert, bleiben die Anteile der Intelligenten (20%), der Durchschnittlichen (40%) und der Doofen (40%) konstant. Unter Professoren gibt es genauso viele dumme Menschen wie unter<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=52260\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":52261,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[149],"tags":[1073,928,929,438],"class_list":["post-52260","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-gesundheitspolitik","tag-aerzte","tag-gesundheit","tag-krankheiten","tag-pharmaindustrie"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/shutterstock_1411061894.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/52260","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=52260"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/52260\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":52289,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/52260\/revisions\/52289"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/52261"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=52260"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=52260"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=52260"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}