{"id":52277,"date":"2019-06-04T08:30:57","date_gmt":"2019-06-04T06:30:57","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=52277"},"modified":"2019-06-04T08:32:06","modified_gmt":"2019-06-04T06:32:06","slug":"hinweise-des-tages-3379","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=52277","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (JK\/JB)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=52277#h01\">SPD<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=52277#h02\">Mission impossible<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=52277#h03\">Schweden beantragt keinen neuen Haftbefehl gegen Assange<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=52277#h04\">Die Ostdeutschen und die Demokratie<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=52277#h05\">BDI-Pr&auml;sident: &bdquo;Die Koalition hat viel zu viel Geld f&uuml;rs Verteilen ausgegeben&ldquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=52277#h06\">Macht sich die Industrie selbst kaputt?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=52277#h07\">Lasst alle L&ouml;hne fallen!<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=52277#h08\">Das verdeckte Imperium<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=52277#h09\">Verteilungskampf am Wohnungsmarkt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=52277#h10\">Ostdeutsche suchen h&auml;ufiger Hilfe wegen Mietschulden<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=52277#h11\">Wegen Lkw-Fahrermangels wollen Spediteure Bosnier und Serben anwerben<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=52277#h12\">&Uuml;ber Hartz-IV und warum Kinder nur 54 Cent f&uuml;r Bildung erhalten<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=52277#h13\">W&auml;lder fallen Korruption zum Opfer<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=52277#h14\">EU Parliamentarians buckle under ExxonMobil lobby pressure<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=52277#h15\">Das Problem ist nicht die Zeiterfassung, sondern der Personalmangel<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=52277#h16\">Europawahl: Was f&uuml;r die Wirtschaft jetzt Priorit&auml;t hat<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=52277#h17\">T&uuml;rkei: Schlagst&ouml;cke zum Fastenbrechen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=52277#h18\">Demokratie in Schieflage<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten,  dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>SPD<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Genossen ohne Gnade<\/strong><br>\nAndrea Nahles&rsquo; Abgang hat erneut deutlich gemacht, wie unbarmherzig die SPD mit ihrem Spitzenpersonal umgeht. Woher kommt diese Zerst&ouml;rungslust? [&hellip;]<br>\nDie SPD ist mit 156 Jahren die &auml;lteste deutsche Partei. Sie hat vor hundert Jahren f&uuml;r die Weimarer Demokratie gek&auml;mpft, viele ihrer Mitglieder wurden von den Nazis verfolgt und ermordet. Anstand, Respekt, Zusammenhalt: M&uuml;ssten das nicht ursozialdemokratische Tugenden sein? Stattdessen liegen Heckensch&uuml;tzen auf der Lauer. Verachtung, Missgunst und Selbst&uuml;berh&ouml;hung dominieren. [&hellip;]<br>\nDie Nachkriegsgeschichte der SPD l&auml;sst sich als Selbstentleibung der Partei erz&auml;hlen. Ausgedehnt wurde dieser Prozess sp&auml;ter auch auf die Vorsitzenden. Von Platzeck &uuml;ber Beck zu Schulz und Nahles. Manchmal ist in diesen Tagen zu h&ouml;ren, Personalwechsel l&ouml;sten nicht die Probleme der SPD. Vielleicht verursachen sie sie sogar.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/kultur\/personalwechsel-bei-der-spd-genossen-ohne-gnade\/24414972.html\">Tagesspiegel<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Andr&eacute; Tautenhahn:<\/strong> Was f&uuml;r ein schrecklich schlechter Text. Wenn eine Parteispitze mit dem politischen Gegner besser umgeht, als mit der eigenen Basis, sollte man mal nachdenken. Einige Kollegen haben immer noch nicht kapiert, dass SPD und Sozialdemokratie schon l&auml;ngst nicht mehr identisch sind. Andrea Nahles ist kein Opfer b&ouml;ser Parteimitglieder. Ihre Bilanz ist aus sozialdemokratischer Sicht eine einzige Katastrophe, wie Jens Berger auf den NachDenkSeiten <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=42504\">schon vor einem Jahr schrieb<\/a>. Diese Dokumentation ist wichtig, auch wenn es eigentlich klar sein sollte, dass eine Fraktions- und Parteichefin der SPD etwas Grundlegendes falsch gemacht haben muss, wenn sie von der ewigen Kanzlerin ins Stammbuch geschrieben bekommt, Sozialdemokratin mit Herzblut und zudem ein feiner Charakter zu sein. So ein Lob bekommt man nur, wenn man mit Sozialdemokratie eben nicht mehr so viel am Hut hat.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>SPD nach dem Nahles-R&uuml;cktritt: Zu Tode gesiegt<\/strong><br>\nAuf den ersten Blick k&ouml;nnte es scheinen, als habe sich die in Wahlen und Umfragen schwer gebeutelte SPD in der Bundesregierung zu Tode gesiegt. Denn an der Urne honoriert der W&auml;hler weder die Mietpreisbremse noch den Mindestlohn, weder das Gesetz gegen Leiharbeit noch die unausgegorenen Pl&auml;ne f&uuml;r eine Grundrente. Die junge Generation, in der die SPD Willy Brandts einst sehr beliebt war, hat die moderne SPD l&auml;ngst verloren. Und auch unter den &Auml;lteren schwindet der R&uuml;ckhalt. Auf der Suche nach den Ursachen der Misere klagt die SPD gerne &uuml;ber eine Unf&auml;higkeit, ihre wirtschafts- und sozialpolitischen Errungenschaften den W&auml;hlern anzupreisen.<br>\nIn Tat und Wahrheit hat die SPD &uuml;ber der Fabrikation von Gesetzestexten die F&auml;higkeit verloren, in gro&szlig;en Fragen unserer Zeit den W&auml;hlern ein attraktives Angebot zu machen. Beim Thema Migration sahen die Sozialdemokraten der Abwanderung von Kernw&auml;hlerschichten zur AfD tatenlos zu. In der Energie- und Klimapolitik ist die SPD ebenso wenig profiliert wie in der Debatte um die Folgen der Globalisierung. Weltfremdes Gerede &uuml;ber Enteignungen kann die ideelle Leere in der SPD ebenso wenig kompensieren wie Zweifel an Schr&ouml;ders Agenda 2010 oder der Schwarzen Null.<br>\nMit dem R&uuml;cktritt von Andrea Nahles werden jene Kr&auml;fte Auftrieb erhalten, die ein Ausscheiden der SPD aus der gro&szlig;en Koalition als Vorbedingung f&uuml;r eine inhaltliche und personelle Erneuerung der Partei betrachten. Aus wirtschafts- und finanzpolitischer Sicht w&auml;re ein Ende der gro&szlig;en Koalition sicherlich kein Verlust, unter dem dieses Land schwer leiden m&uuml;sste.<br>\nEine Erneuerung der SPD in der Opposition w&auml;re dennoch keine ausgemachte Sache. Ein lehrreiches Beispiel bildet die Sozialistische Partei Frankreichs, die als Regierungspartei zu Zeiten Pr&auml;sident Fran&ccedil;ois Hollandes in eine schwere Krise geriet, weil ihr linker Fl&uuml;gel die Wirtschafts- und Finanzpolitik nicht mittragen wollte.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/spd-nach-dem-nahles-ruecktritt-zu-tode-gesiegt-16217656.html\">FAZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Das unterstellt doch, dass der W&auml;hler d&auml;mlich ist. Weshalb sollte man die erw&auml;hnten, durch die SPD eingef&uuml;hrten, sozialpolitischen Gesetzte honorieren, wo diese doch letztendlich als Folgen der Agenda 2010 und des Hartz IV Repressionsregimes anzusehen sind, wie eben die massive Ausweitung des Niedriglohnsektors und der prek&auml;ren Besch&auml;ftigung, der Zerst&ouml;rung des gesetzlichen Rentensystems.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Am Abgrund einen Schritt zur&uuml;ck<\/strong><br>\nDer R&uuml;cktritt von Andrea Nahles macht nichts besser f&uuml;r die SPD. Solange sich die Partei nicht erinnert, wof&uuml;r und f&uuml;r wen es sie gibt, wird sie immer tiefer st&uuml;rzen &ndash; egal mit wem an der Spitze.   &hellip;<br>\nEs gibt keinen deutschen Steinkohlebergbau mehr, aber Bergleute gibt es immer noch: Jeden Morgen fahren sie ein in den Schacht, nicht mehr vertikal wie damals, sondern horizontal mit der U-Bahn. Sie sitzen in abgedunkelten R&auml;umen, damit die Sonne nicht blendet, und starren auf Bildschirme. Sie f&ouml;rdern Daten zutage, schieben sie hin und her, hacken sie mit blo&szlig;en H&auml;nden in die Tastaturen.<br>\nEs gibt das klassische Proletariat nicht mehr, aber Arbeiter gibt es immer noch: Die unz&auml;hligen Servicekr&auml;fte, die uns alles bis an die T&uuml;re liefern (oder zumindest beim Nachbarn abgeben), die an der Hotline sitzen oder hinter der Theke stehen.<br>\nUnd die traurigen Gestalten, die nicht einmal ahnen, wie mies sie behandelt werden, weil die Ausbeutung so freundlich und modern daherkommt:<br>\nDie Jungen, die f&uuml;r billiges Geld bei einem Start-up arbeiten, das leider nicht mehr bezahlen kann, weil es ein Start-up ist und leider kein Geld hat, bis es irgendwann f&uuml;r Millionen verkauft wird. Dann ist Geld da, aber nur beim netten Chef, der es verkauft hat. Ein wahrer Kumpel, hat er doch sogar eine Tischtennisplatte aufgestellt und h&auml;ufig mitgespielt.<br>\nF&uuml;r dieses Heer der modernen Bergleute, f&uuml;r die aufstiegsorientierten Flei&szlig;igen am unteren Ende der Firmenhierarchie k&ouml;nnte und m&uuml;sste die SPD da sein: f&uuml;r die Bildschirmsklaven, die Selbstausbeuter und die Bringdienstradler. F&uuml;r das moderne Proletariat: die Landlosen und abh&auml;ngig Besch&auml;ftigten mit und ohne Abitur. F&uuml;r die, die nie eine Eigentumswohnung haben und keine Aktien halten werden, weil es daf&uuml;r niemals reicht.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/spd-nach-andrea-nahles-es-fehlt-eine-idee-eine-botschaft-der-kern-a-1270544.html\">SPON<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Die Feststellung, dass mit dem R&uuml;ckgang der klassischen T&auml;tigkeiten in der Industrie nicht das Proletariat verschwunden ist, ist v&ouml;llig korrekt und dass es damit immer noch genug politische Bet&auml;tigungsfelder f&uuml;r linke Politik gibt. Der Beitrag ist dennoch an Zynismus nicht zu &uuml;bertreffen. Gerade der Spiegel hat massiv die Agenda 2010, mit der die SPD ihr eigenes Grab geschaufelt hat, mit herbeigeschrieben.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Mission impossible<\/strong><br>\nVon Nahles werden weniger inhaltliche Fehler als ihre Performance in Erinnerung bleiben. Auch das ist Ausdruck einer machistisch gepr&auml;gten Partei. [&hellip;]<br>\nDoch von Nahles werden weniger inhaltliche Fehler als ihre Performance h&auml;ngen bleiben &ndash; und das ist ein Problem. Denn poltern oder anecken d&uuml;rfen zwar Schr&ouml;der (&bdquo;Basta&ldquo;), Gabriel oder Steinbr&uuml;ck, dem der Mittelfinger mit mildem L&auml;cheln durchgewunken wurde. Bei einer Frau wie Nahles ist das anders. &bdquo;Der einzige Mann in der SPD-F&uuml;hrung&ldquo;, hie&szlig; es in der FAZ, oberfl&auml;chlich anerkennend, unterschwellig vernichtend. Ein &bdquo;Organ wie eine Kreiss&auml;ge&ldquo;, schrieb die Bild. Ihre polternde Breitbeinigkeit, ihr lautes Lachen, ihre Schroffheit: All das sind m&auml;nnliche Attribute, die einer Frau im politischen Habitus nicht zustehen. Und anders als bei M&auml;nnern ist der Ton der Kritik daran schnell h&ouml;hnisch, h&auml;misch, &auml;tzend. [&hellip;]<br>\nWas von Frauen auch und gerade in der Politik noch immer erwartet wird, sind L&auml;cheln, F&uuml;rsorglichkeit und freundliche Aufmerksamkeit. Katarina Barley, Franziska Giffey oder Manuela Schwesig bedienen dieses Muster bisher weitgehend. Andrea Nahles tat es nicht. Und sp&auml;testens, seit sie ganz oben mit spielte, wurde sie sowohl von ihrer Partei als auch von einigen Medien daf&uuml;r bestraft.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.taz.de\/Kommentar-Nahles-Ruecktritt\/!5599778\/?fbclid=IwAR1VFsbzPHb6bCtU6sXeKDbqY9GWRWlB-Vj9wPy8nnJTAC47v-phBgLRFZM\">taz<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Jens Berger:<\/strong> Um Himmels Willen. Andrea Nahles ist gescheitert, weil sie kein Konzept hatte und den dringend n&ouml;tigen inhaltlichen Neuanfang nicht vollzogen hat. Sie ist nicht gescheitert, weil sie eine Frau ist. Die Oberfl&auml;chlichkeit und Geschlechterfixiertheit der taz ist bei der gleichzeitig zu beobachtenden &Uuml;berwindung der Inhalte wahrlich kein Ruhmesblatt. <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=45238\">Albrecht M&uuml;ller<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=42504\">ich<\/a> hatten schon im letzten Jahr deutliche Fakten eingef&uuml;hrt, warum Andrea Nahles ihren Job nicht gut gemacht hat. Und dabei ist es vollkommen unerheblich, ob sie Andrea oder Andreas hei&szlig;t. <\/em><\/p>\n<p><strong>passend dazu: Frauenfeindlichkeit wird nach R&uuml;ckzug von Andrea Nahles zum Thema<\/strong><br>\nAndrea Nahles hat die SPD 2017 in schlechtem Zustand &uuml;bernommen. Nach 13 Monaten im Amt schmei&szlig;t sie hin. Fraktionsvize Karl Lauterbach sieht auch Frauenfeindlichkeit als Problem. Mit Kritik am Tonfall in der SPD ist er nicht allein. [&hellip;]<br>\nAuf Twitter gibt es zahlreiche Solidarit&auml;tsbekundungen mit Nahles. Kolumnistin, Feministin und Buchautorin Sophie Pa&szlig;mann schrieb dazu: &bdquo;Ich habe die Bef&uuml;rchtung, die feministischen Solidarit&auml;tsbekundigungen mit Nahles kommen jetzt einen Ticken zu sp&auml;t.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.haz.de\/Nachrichten\/Politik\/Deutschland-Welt\/Frauenfeindlichkeit-wird-nach-Rueckzug-von-Andrea-Nahles-zum-Thema?fbclid=IwAR0pdV-aQBsnJ069sxgoPH5mkRdihxmFy1GkAyoHjpRRlEXFWWl5ioDc7rE\">HAZ<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung Jens Berger:<\/strong> Gab es eigentlich feministische Solidarit&auml;tsbekundungen f&uuml;r Sahra Wagenknecht? Wurde beim Mobbing gegen sie jemals von den Medien eine &bdquo;Frauenfeindlichkeit&ldquo; thematisiert?<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Schweden beantragt keinen neuen Haftbefehl gegen Assange<\/strong><br>\nEin schwedisches Gericht hat entschieden, keine Auslieferung von Assange nach Schweden zu fordern. Zu den Vergewaltigungsvorw&uuml;rfen soll der WikiLeaks-Gr&uuml;nder stattdessen in London befragt werden. [&hellip;]<br>\nDas Gericht begr&uuml;ndete die Entscheidung, dass Assange zwar &ldquo;ein Verd&auml;chtiger&rdquo; in dem Fall sei und auch Fluchtgefahr best&uuml;nde. Weil er aber bereits in Gro&szlig;britannien im Gef&auml;ngnis sitze, sei eine formelle Inhaftierung in Schweden f&uuml;r eine Befragung durch die Staatsanw&auml;lte nicht notwendig. Assanges Anwalt Per E. Samuelson, der ihn in Schweden vor Gericht vertreten hatte, sagte, er sei &ldquo;gl&uuml;cklich&rdquo;, dass Assange nicht nach Schweden ausgeliefert wird.<br>\nDie Ermittlungen aufgrund von Vergewaltigungsvorw&uuml;rfen gegen Assange waren in Schweden im Mai 2017 eingestellt worden. Der damalige Haftbefehl gegen ihn wurde aufgehoben, weil es unm&ouml;glich erschien, Ermittlungen zu f&uuml;hren, da Assange sich im Aysl in der ecuadorianischen Botschaft in London befand. Es seien &ldquo;alle M&ouml;glichkeiten, die Ermittlungen durchzuf&uuml;hren, ausgesch&ouml;pft&rdquo;, hie&szlig; es damals in einer Mitteilung der schwedischen Staatsanwaltschaft.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/netzwelt\/netzpolitik\/julian-assange-schweden-beantragt-keinen-neuen-haftbefehl-a-1270516.html\">SPIEGEL Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Moritz M&uuml;ller:<\/strong>  &ldquo;Es stellt sich die Frage, was die schwedischen Strafverfolgungsbeh&ouml;rden, jetzt von Julian Assange im Gef&auml;ngnis erfahren wollen, das sie nicht schon bei einer Befragung in der ecuadorianischen Botschaft im Jahre 2016 erfahren h&auml;tten. <a href=\"https:\/\/justice4assange.com\/IMG\/html\/assange-statement-2016.html\">Hier das Statement<\/a> von Ihm, ver&ouml;ffentlicht nach der Befragung. Die Untersuchungen in Schweden, wurden 6 Monate sp&auml;ter eingestellt, nachdem Assanges Rechtsanwalt die dortigen Beh&ouml;rden gebeten hatte, entweder Anklage zu erheben, oder das Verfahren einzustellen. Die schwedische Entscheidung gegen ein Auslieferungsersuchen, erspart dem britischen Innenminister f&uuml;rs erste die Qual der Wahl, denn diese(r) h&auml;tte bei konkurrierenden Begehren das letzte Wort.&rdquo;<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Die Ostdeutschen und die Demokratie<\/strong><br>\nDie Ostdeutschen segeln politisch in markant h&ouml;herem Grad, als ihr Anteil an der bundesrepublikanischen Bev&ouml;lkerung das erwarten lie&szlig;e, in neurechtem Fahrwasser, und nicht wenige tummeln sich im rechtsradikalen Sumpf. Wie l&auml;sst sich das erkl&auml;ren?  &hellip;<br>\nWer deren Demokratiefeindschaft unbeirrt der DDR zuschreibt, begeht einen dreifachen Fehler: Er infantilisiert die im Osten lebenden Menschen, indem er die Erfahrungen, die sie sie seit 1989 sammelten, f&uuml;r irrelevant erkl&auml;rt; so, als h&auml;tten die Umst&auml;nde ihres Lebens nach der DDR keine mentalen Abdr&uuml;cke hinterlassen. Er betrachtet des Weiteren das habituelle Erbe der DDR nicht in seiner Widerspr&uuml;chlichkeit, vielmehr eindimensional als Handicap, Ballast, den es nun endlich abzuwerfen gilt. Schlie&szlig;lich rechtfertigt er, fast wie auf Bestellung, die Fehlentwicklungen, Ungerechtigkeiten, Kr&auml;nkungen, die mit dem Umbruch einhergingen, zahllose Menschen aus der Bahn warfen, zeitweise oder auf Dauer zu B&uuml;rger zweiter Klasse stempelten. Die notorische Ausblendung der Nachwendegeschichte bei der Ergr&uuml;ndung der Ursachen f&uuml;r die &laquo;Rechtslastigkeit&raquo; der Ostdeutschen ist interessengeleitet, ist ordin&auml;re Ideologie.<br>\nMit gelernten Duckm&auml;usern h&auml;tte es den 89er Herbst niemals gegeben, so viel steht fest. Gerade weil der ostdeutsche Staat seinen B&uuml;rgern demokratische Grundrechte in der Praxis vorenthielt, war das Begehren nach politischer und b&uuml;rgerlicher Selbstbestimmung so verbreitet wie lebendig. Die Rechtfertigungsdenker unserer Tage leugnen diese Dialektik.  &hellip;<br>\nDen haupts&auml;chlichen Schl&uuml;ssel zur Erkl&auml;rung der unbestreitbaren Misere liefern die 1990er Jahre, insbesondere deren erste H&auml;lfte.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.rosalux.de\/publikation\/id\/40442\/#pk_campaign=rls-newsletter&amp;pk_kwd=06-2019\">RLS<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Ein interessanter Beitrag, der darlegt wie die neoliberale Schocktherapie, die den Menschen der ehemaligen DDR verabreicht wurde, noch die heutigen Verh&auml;ltnisse pr&auml;gt bzw. als urs&auml;chlich f&uuml;r den Erfolg der AfD angesehen werden kann. Leider gibt es in Deutschland aktuell keine politische Str&ouml;mung, bis auf einige Reste in der LINKEN, die den Neoliberalismus als das Grund&uuml;bel unserer Zeit begreift.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>BDI-Pr&auml;sident: &bdquo;Die Koalition hat viel zu viel Geld f&uuml;rs Verteilen ausgegeben&ldquo;<\/strong><br>\nAuf gro&szlig;en Beifall sollten Spitzenvertreter der Gro&szlig;en Koalition beim Tag der Deutschen Industrie besser nicht hoffen. Nach dem angek&uuml;ndigten R&uuml;cktritt von SPD-Chefin Andrea Nahles am Sonntag ist die Zukunft der Regierungskoalition ungewiss.<br>\nUnd auch sonst d&uuml;rften Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und andere GroKo-Politiker bei dem Treffen des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI) am Montag und Dienstag in Berlin die Entt&auml;uschung der Wirtschaft zu sp&uuml;ren bekommen.<br>\n&bdquo;Die Bundesregierung steht f&uuml;r das mutlose Abarbeiten kleinteiliger Sozialpolitik, fokussiert sich viel zu stark aufs Umverteilen&ldquo;, kritisiert BDI-Pr&auml;sident Dieter Kempf im Handelsblatt-Interview. Dadurch habe sich die Regierung ihren finanziellen Spielraum genommen.<br>\nKonkret fordert der BDI-Chef von Finanzminister Olaf Scholz (SPD) mehr Mut bei der Reform der Unternehmensteuer. &bdquo;Der Bundesfinanzminister darf den enormen Druck, unter dem die Industriebetriebe durch den scharfen Steuerwettbewerb stehen, nicht l&auml;nger ignorieren&ldquo;, sagte Kempf.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/app.handelsblatt.com\/politik\/deutschland\/dieter-kempf-im-interview-bdi-praesident-die-koalition-hat-viel-zu-viel-geld-fuers-verteilen-ausgegeben\/24407882.html?ticket=ST-6810360-zuOWY7FeGQXl5GwIVs4O-ap3\">Handelsblatt<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Aber ja doch, wenn es um Steuersenkungen f&uuml;r Unternehmen geht, dann kann gar nicht genug Geld da sein, und dass die Unternehmen die Steuergeschenke f&uuml;r Investitionen nutzen w&uuml;rden <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=52256#h05\">ist ein glattes M&auml;rchen<\/a>.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Macht sich die Industrie selbst kaputt?<\/strong><br>\nEinst war die Industrie der Stolz der deutschen Wirtschaft. Nun aber spalten sich &ndash; auch auf Druck angels&auml;chsischer Hedgefonds &ndash; die gro&szlig;en deutschen Industriekonglomerate zunehmend auf. Von Siemens, RWE bis hin zu Bayer: Geht diese Strategie auf?<br>\nWenn sich heute und morgen die f&uuml;hrenden Politiker und Wirtschaftsvertreter in Berlin zum &ldquo;Tag der Deutschen Industrie&rdquo; treffen, wird es vor allem um die Perspektiven f&uuml;r k&uuml;nftige Innovationen im &ldquo;Land der Ideen&rdquo; gehen. Manche Unternehmer werden dabei die ung&uuml;nstigen Rahmenbedingungen kritisieren, die Innovationen erschweren und die Wettbewerbsf&auml;higkeit der deutschen Unternehmen bremsen.<br>\nDass sich die deutsche Industrie momentan selbst kaputt macht oder gar selbst abschafft, d&uuml;rfte kaum ein Thema sein. Tats&auml;chlich aber hat die Deutschland AG ihren stolzen Nimbus eingeb&uuml;&szlig;t. Die klassischen Industriekonglomerate, die einst das Aush&auml;ngeschild der deutschen Wirtschaft waren, spalten sich zunehmend auf und sind nur noch ein Schatten ihrer selbst. &hellip;<br>\nAuch der traditionsreiche Siemens-Konzern hat in den letzten zwei Jahrzehnten mehrere Abspaltungen durchgesetzt. Im vergangenen Jahr wurde die Medizintechnik ausgegliedert. Healthineers ging im Fr&uuml;hjahr 2018 an die B&ouml;rse und notiert heute im MDax. Vor kurzem hat Siemens-Chef Joe Kaeser gar die Wurzeln des Industrie-Konzerns gekappt und die Abspaltung der Energiesparte mit einem Umsatz von 30 Milliarden Euro angek&uuml;ndigt. Abspalten, umbauen, neu sortieren. &ldquo;Das kann nicht jeder&rdquo;, sagt Kaeser. &ldquo;Wir k&ouml;nnen das, wir wissen, wie das geht.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/wirtschaft\/boerse\/industrie-wirtschaft-101.html\">Tagesschau<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Man darf tats&auml;chlich vermuten, dass hinter dem radikalen Umbau des Siemens-Konzerns, den der aktuelle Vorstandsvorsitzende Kaeser vornimmt, Finanzinvestoren vom Kaliber eines BlackRock stecken.<\/em><\/p>\n<p><strong>Dazu: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=41340\">Die neuen Herren der Weltwirtschaft<\/a><\/strong>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Lasst alle L&ouml;hne fallen!<\/strong><br>\nHansueli Sch&ouml;chli von der NZZ erkl&auml;rt, dass der Schweizer Lohnschutz nicht anderes sei als ein Kartell, das den freien Wettbewerb mit ausl&auml;ndischen Anbietern zum Schaden gerade der Bed&uuml;rftigsten verhindert.<br>\nSch&ouml;chli ist sich seiner Sache ganz sicher. Schon im Einstieg zu seinem Kommentar spart er nicht mit beissender Ironie:<br>\n&bdquo;Schweizer Firmen treffen Preisabsprachen, und der Staat subventioniert Kontrollen, welche die Einhaltung dieser Absprachen sicherstellen sollen. Wer als Kartellbrecher erwischt wird, erh&auml;lt nicht etwa einen Orden, sondern eine Aufforderung, vern&uuml;nftig zu werden, oder sogar eine Busse. Ein solches Szenario ist in der Schweiz seit 15 Jahren faktisch Realit&auml;t. Allerdings nicht an den Produktm&auml;rkten, sondern am Arbeitsmarkt.&ldquo;<br>\nWeiter wendet sich Sch&ouml;chli den Siegern und den Gesch&auml;digten dieses als &bdquo;Lohnschutz&ldquo; getarnten &bdquo;Lohnkartells&ldquo; zu. &bdquo;Relativ gut situierte inl&auml;ndische Arbeitnehmer sollen vor relativ armen ausl&auml;ndischen Erwerbspersonen gesch&uuml;tzt werden, indem man Letzteren einen wesentlichen Wettbewerbsvorteil wegnimmt &ndash; die Bereitschaft, f&uuml;r weniger Lohn oder l&auml;nger zu arbeiten.&ldquo; Offenbar geht Sch&ouml;chli davon aus, dass wir die beste aller Welten nur erreichen, wenn alle ihre Wettbewerbsvorteile voll ausspielen k&ouml;nnen.<br>\nHinter dieser Argumentation steckt ein seltsames Verst&auml;ndnis von globalem Wettbewerb und ein noch seltsameres Menschenbild. Es ist n&auml;mlich ein wesentlicher Unterschied, ob ausl&auml;ndische (zum Beispiel polnische) Erwerbspersonen im eigenen Land f&uuml;r wenig Geld arbeiten und dadurch die Chancen verbessern, ihre entsprechend billigeren Produkte in der Schweiz verkaufen zu k&ouml;nnen, oder ob sie zu diesen L&ouml;hnen in die Schweiz geschickt werden. Im ersteren Fall darf die Erwerbsperson nebenbei auch noch Mensch sein &ndash; Vater, Mutter, Nachbar, Sportskollege. Im zweiten Fall ist die Erwerbsperson nur noch genau das, ein aus seinem Umfeld herausgel&ouml;ster Produktionsfaktor. Der Familienmensch Sch&ouml;chli w&uuml;rde sich das vermutlich nicht gefallen lassen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/makroskop.eu\/2019\/05\/lasst-alle-loehne-fallen\/\">Werner Vontobel auf Makroskop<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Das verdeckte Imperium<\/strong><br>\nMit einem Geflecht aus Briefkastenfirmen hat die Milliard&auml;rsfamilie Pears ihre Einkaufstour verschleiert. L&auml;ngst z&auml;hlt sie zu den geheimen Gro&szlig;eigent&uuml;mern der Stadt. Die Anonymit&auml;t hat Vorteile. F&uuml;r Berlin ist sie ein Problem.<br>\nMieter waren dazu aufgerufen, Informationen &uuml;ber die Eigent&uuml;mer ihrer Wohnungen in einer anonymen Internetplattform hochzuladen. Gemeinsam wollten sie herausfinden, wem die H&auml;user in Berlin tats&auml;chlich geh&ouml;ren, zu Transparenz im undurchsichtigen Wohnungsmarkt beitragen. Immer wieder tauchten dabei bestimmte, in Luxemburg ans&auml;ssige, Firmen auf: Maybank Properties S.&agrave; r.l, Ebony Properties S.&agrave; r.l, Firman Properties S.&agrave; r.l. und weitere mit &auml;hnlichen Namensendungen. Ihre Besitzer: unbekannt. Wo die Gewinne aus den Berliner Mieten am Ende landen, ist nicht erkennbar.<br>\nDie Recherchen von Tagesspiegel und Correctiv zeigen nun, dass dahinter System steckt. Tats&auml;chlich geh&ouml;ren viele der Luxemburger Eigent&uuml;mer allem Anschein nach zum selben Immobilientrust, der ein Netz aus Briefkastenfirmen &uuml;ber Luxemburg, Zypern und die britischen Jungferninseln gespannt hat. Der Trust ist unter anderem der alleinige Anteilseigner von Telereal Trillium, der gr&ouml;&szlig;ten Immobiliengesellschaft Gro&szlig;britanniens im Wert von sechs Milliarden Pfund.<br>\nAn der Spitze steht die britische Milliard&auml;rsfamilie Pears. Allein in Berlin besitzt das Pears-Imperium anscheinend weit mehr als 3000 Wohnungen und geh&ouml;rt damit zu den Gro&szlig;eigent&uuml;mern der Stadt. Nur wusste das bisher niemand. Da der Senat die Verbindungen zwischen den Properties-Firmen nicht kennt, sieht er statt eines gro&szlig;en Konglomerats nur viele Dutzend einzelne Firmen.<br>\nF&uuml;r die britischen Milliard&auml;re hat die Anonymit&auml;t Vorteile. F&uuml;r die Stadt ist sie ein Problem. Wie die Recherchen zeigen, zahlt die Pears-Gruppe auf ihre Mieteinnahmen aus Berlin keine nennenswerten Steuern. Da die wahren Eigentumsverh&auml;ltnisse verschleiert werden, kann die Gruppe bei Problemen weder von der Stadt noch den Mietern zur Verantwortung gezogen werden.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/interaktiv.tagesspiegel.de\/lab\/das-verdeckte-imperium\/\">Tagesspiegel<\/a>\n<p><strong>Dazu: Gegen Mietenwahn und Verdr&auml;ngung<\/strong><br>\nWeltweit werden Mieter verdr&auml;ngt, wie in Notting Hill in London. Gerade Metropolen wie London sind auf dem globalen Finanzmarkt hei&szlig; begehrt. Und wenn Wohnraum zur Ware wird, st&ouml;ren Mieter nur. Viele Immobilien stehen leer. Die Wohnungen sind Spekulationsobjekte, die Investoren anonym.  &hellip;<br>\nEiner der Big Player am Immobilienmarkt ist die amerikanische Investmentgesellschaft &ldquo;Blackstone&rdquo;. Ein Interview f&uuml;r den Dokumentarfilm haben sie abgesagt. &ldquo;In Kopenhagen hat Blackstone 20.000 Einheiten gekauft, einfach so&rdquo;, erkl&auml;rt Leilani Farha. &ldquo;In Spanien ist Blackstone der gr&ouml;&szlig;te Immobilieneigner. Und seit wann? Seit der Finanzkrise 2011, in nur acht Jahren sind sie der gr&ouml;&szlig;te Immobilienbesitzer der Welt geworden.&rdquo; Selbst im sozialen Schweden hat Blackstone zugeschlagen: In nur vier Jahren wurde die Investmentgesellschaft gr&ouml;&szlig;ter Privatbesitzer von Sozialwohnungen. &hellip;<br>\nZwei Jahre lang begleitet der Film &ldquo;Push&rdquo; Leilani Farha bei ihrem unerm&uuml;dlichen Kampf f&uuml;r das Menschenrecht auf Wohnen. Der Film wirft ein starkes Licht auf die eskalierende Krise auf dem Wohnungsmarkt. &ldquo;Push&rdquo; fordert uns alle auf &ndash; auch die Politik: Wehrt euch und bestimmt wieder selbst, wer in euren St&auml;dten leben soll.<br>\nQuelle 1: <a href=\"https:\/\/www.daserste.de\/information\/wissen-kultur\/ttt\/sendung\/push100.html\">Das Erste<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.pushthefilm.com\/about\/\">PUSH<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Verteilungskampf am Wohnungsmarkt<\/strong><br>\nWer von steigenden Immobilienpreisen profitiert, sollte daf&uuml;r auch bezahlen. Das Abw&auml;lzen der Grundsteuer auf die Mieter geh&ouml;rt deshalb abgeschafft, fordert der Journalist Thomas Gesterkamp.<br>\nReform der Grundsteuer, das klingt nach einer staubtrockenen Angelegenheit. Doch hinter dem komplizierten Vorhaben verbirgt sich ein wohnungspolitischer Sprengsatz. Die obersten Richter haben die bisherige Berechnungsmethode im letzten Jahr f&uuml;r verfassungswidrig erkl&auml;rt. Schon l&auml;nger monieren finanzpolitische Expertisen, dass die von den Kommunen erhobene Abgabe auf einer v&ouml;llig veralteten Datenbasis beruht. Die sogenannten Einheitswerte, welche ihre H&ouml;he bestimmen, stammen in Westdeutschland aus dem Jahr 1964, im Osten gar von 1935. Gelingt bis Ende des Jahres keine neue Regelung, f&auml;llt die Steuer ersatzlos weg.<br>\nFinanzminister Olaf Scholz will k&uuml;nftig neben der Gr&ouml;&szlig;e des Grundst&uuml;cks auch den tats&auml;chlichen Wert einer Immobilie ber&uuml;cksichtigen. Messbar ist dieser etwa durch die erzielte Durchschnittsmiete und die &ouml;ffentlich zug&auml;nglichen Bodenrichtwerte. Der Gesetzentwurf, den der SPD-Politiker nach z&auml;hen Verhandlungen mit L&auml;ndervertretern im April vorlegte, hat jedoch einen fatalen Nachteil. Er l&auml;sst die Steuer gerade dort steigen, wo die Preise ohnehin schon hoch sind und die Lage am Wohnungsmarkt besonders angespannt ist: in teuren Gro&szlig;- und Universit&auml;tsst&auml;dten. Mieter m&uuml;ssen dort mit Mehrbelastungen rechnen, weil die Eigent&uuml;mer die Abgabe auf sie umlegen k&ouml;nnen. Dieses Privileg ist nicht mehr zeitgem&auml;&szlig;.<br>\nEs ist sinnvoll, H&auml;user und Wohnungen bei der Festlegung der Grundsteuer realistisch zu bewerten. F&uuml;r die daraus entstehenden Probleme gibt es eine ganz einfache L&ouml;sung, die der Deutsche Mieterbund &ndash; wie auch der DGB &ndash; in der aktuellen Debatte vehement einfordert. Der Verband schl&auml;gt vor, dass es Hausbesitzern per Gesetz nicht mehr erlaubt ist, die Steuer als Teil der Betriebskosten auf die Mieter abzuw&auml;lzen.<br>\nSie w&uuml;rde auf diese Weise endlich zu dem, was sie eigentlich schon lange sein sollte: zur Abgabe auf eine Geldanlage. In Zeiten niedriger Zinsen und schwankender Aktienkurse sind Immobilien besonders lukrativ f&uuml;r Verm&ouml;gende. Neben den privatisierten Wohnungsbaukonzernen tummeln sich auf dem Markt zunehmend ausl&auml;ndische Investoren. Es dient der sozialen Gerechtigkeit, die Besitzer von immer wertvollerem Grund und Boden st&auml;rker zur Kasse zu bitten.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.dgb.de\/themen\/++co++c5e16856-85f1-11e9-993b-52540088cada\">DGB<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Der Gesetzentwurf zur Grundsteuer durch Finanzminister Scholz (SPD) w&uuml;rde also den Mietwahnsinn in den Gro&szlig;st&auml;dten noch weiter versch&auml;rfen. Bravo!<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Ostdeutsche suchen h&auml;ufiger Hilfe wegen Mietschulden<\/strong><br>\nFast jede dritte &uuml;berschuldete Person in Ostdeutschland hat 2018 wegen Mietschulden Hilfe bei einer Schuldnerberatung gesucht. W&auml;hrend es im Osten 31 Prozent waren, gingen im Westen 18 Prozent der &Uuml;berschuldeten &ndash; und damit nur knapp jeder F&uuml;nfte &ndash; zur Beratung, weil die Miete nicht gezahlt werden konnte. Das teilte das Statistische Bundesamt mit.<br>\nDie B&uuml;rger im Osten haben demnach auch h&ouml;here Mietschulden: Mit im Schnitt 1147 Euro waren die ausstehenden Zahlungen f&uuml;r die Wohnung dort h&ouml;her als in Westdeutschland, wo durchschnittlich 786 Euro f&auml;llig waren. Die durchschnittlichen Verbindlichkeiten gegen&uuml;ber Vermietern lagen demnach bei 870 Euro.<br>\nZugleich haben die B&uuml;rger in Ostdeutschland niedrigere Wohnkosten: W&auml;hrend diese im Schnitt 420 Euro im Monat betrugen, fielen im Westen 512 Euro an, so die Statistiker. Im deutschlandweiten Mittel waren die &uuml;berschuldeten Bundesb&uuml;rger 2018 mit knapp 1,8 Monatsmieten im R&uuml;ckstand.<br>\nVerglichen mit den durchschnittlichen Gesamtschulden &uuml;berschuldeter Menschen in H&ouml;he von 29.008 Euro machten Mietschulden vergangenes Jahr allerdings lediglich einen Anteil von nur drei Prozent aus. Die Ergebnisse der &Uuml;berschuldungsstatistik beruhen auf Angaben von 559 der insgesamt rund 1450 Schuldnerberatungsstellen in Deutschland, wie die Statistikbeh&ouml;rde mitteilte. Die Beratungsstellen stellten anonymisierte Daten von rund 136.000 Beratenen mit deren Einverst&auml;ndnis bereit.<br>\nDie angespannte Lage auf dem Wohnungsmarkt besch&auml;ftigt auch die Schuldnerberater. Denn sie sehen durch hohe Mieten, pl&ouml;tzliche K&uuml;ndigungen oder steigende Nebenkosten ein zunehmendes Schuldenrisiko. Selbst Haushalte mit mittleren Einkommen k&ouml;nnten wegen gestiegener Wohnkosten kaum noch R&uuml;cklagen bilden f&uuml;r unvorhergesehene Rechnungen oder Reparaturen, warnt die Bundesarbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/soziales\/ostdeutsche-suchen-haeufiger-hilfe-wegen-mietschulden-a-1270528.html\">SPON<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Wegen Lkw-Fahrermangels wollen Spediteure Bosnier und Serben anwerben<\/strong><br>\nDie Transportbranche warnt vor Versorgungsengp&auml;ssen im Sommer. Der Grund: Es fehlen Tausende Lkw-Fahrer. Abhilfe sollen neue Mitarbeiter aus Nicht-EU-Staaten schaffen. Doch daf&uuml;r m&uuml;ssen erst Gesetze ge&auml;ndert werden.<br>\nIn der Not ist manchem Unternehmer im Speditionsgewerbe anscheinend fast jedes Mittel recht. Um den Personalmangel wenigstens zu lindern, animieren Firmenchefs ihre eigenen Fahrer dazu, auf den Autobahnrastpl&auml;tzen andere Mitarbeiter von Konkurrenten anzusprechen. Sie sollen die Kollegen zu einem Jobwechsel &uuml;berreden. Als Argument bietet der Chef eine Erfolgspr&auml;mie sowie eine Wechselpr&auml;mie von 500 Euro an.<br>\nDoch die Probleme im Transportgewerbe sind damit nicht gel&ouml;st, allenfalls sind sie verschoben. Jedes Jahr gehen in Deutschland rund 30.000 Berufskraftfahrer in Rente, bestenfalls rund 15.000 Fahrer kommen j&auml;hrlich in das Gewerbe nach. Schon jetzt ist es absehbar, dass Waren demn&auml;chst nicht mehr in gewohnter Menge und in &uuml;blichem Tempo transportiert werden k&ouml;nnen &ndash; wegen des Fahrermangels.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/article194672173\/Lkw-Fahrermangel-Speditionen-wollen-Bosnier-Serben-und-Ukrainer-anwerben.html\">WELT<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.A.:<\/strong> Bei offiziell <a href=\"https:\/\/www.die-linke.de\/themen\/arbeit\/tatsaechliche-arbeitslosigkeit\/2019\/\">&uuml;ber 3,2 Millionen Arbeitslosen<\/a> sollten sich, gute Arbeitsbedingungen und L&ouml;hne vorausgesetzt, auch in Deutschland mehr als genug Menschen finden lassen. Ich wei&szlig;&hellip; unoriginell und viel zu marktwirtschaftlich gedacht. Dabei wird im Artikel selbst sogar erw&auml;hnt, da&szlig; die Arbeitsbedingungen schlimm und die Arbeitszeiten eine Zumutung sind.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>&Uuml;ber Hartz-IV und warum Kinder nur 54 Cent f&uuml;r Bildung erhalten<\/strong><br>\nDoch warum erhalten Leistungsberechtigte exakt 424 Euro? Warum nicht 400 oder vielleicht auch 600 Euro? Dar&uuml;ber l&auml;sst sich politisch und philosophisch vortrefflich streiten. Technisch gesehen liegt es am Regelbedarfs-Ermittlungsgesetz. Dieses f&uuml;hrt dazu, dass der Regelbedarf jeweils zum 1. Januar eines Jahres neu berechnet wird. Das Verfahren ist extrem kompliziert. Im Kern erfassen Statistiker, wie viel Geld relativ arme Menschen in Deutschland f&uuml;r welche Dinge ausgeben. Von diesen Ausgaben zieht der Gesetzgeber alles ab, was er f&uuml;r nicht &bdquo;regelbedarfsrelevant&ldquo; h&auml;lt. Die Ausgaben f&uuml;r Alkohol und Tabak etwa sieht er als entbehrlich oder unsinnig an. Eingespeist in die Rechnung wird danach noch, wie sich die Nettol&ouml;hne und -geh&auml;lter in Deutschland entwickelt haben. Am Ende steht der Regelsatz, der ein &bdquo;menschenw&uuml;rdiges Existenzminimum&ldquo; erm&ouml;glichen soll.<br>\nIm Detail sieht die Zusammensetzung des Regelsatzes wie folgt aus: Der Bundesagentur f&uuml;r Arbeit zufolge d&uuml;rfen alleinlebende Erwachsene 147,83 Euro im Monat f&uuml;r Nahrung und Getr&auml;nke ausgeben, sie haben 40,68 Euro f&uuml;r Freizeitaktivit&auml;ten zur Verf&uuml;gung und 37,16 Euro f&uuml;r Bekleidung und Schuhe.<br>\nEin Warenkorb ist auch f&uuml;r Minderj&auml;hrige vorgesehen. Hier zeigt sich besonders auff&auml;llig, wie knapp bemessen manche Leistung ausf&auml;llt. Ein Kind im Alter von 6 bis 14 Jahren kann demnach im Monat 44,85 Euro f&uuml;r Bekleidung und Schuhe ausgeben. F&uuml;r Gesundheitspflege sind 7,58 Euro vorgesehen, f&uuml;r das Thema &bdquo;Bildungswesen&ldquo; gerade einmal 54 Cent. Anders ausgedr&uuml;ckt: Das Geld reicht gerade mal f&uuml;r ein Buch im Jahr, sofern es nicht mehr als 6,48 Euro kostet.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/arm-und-reich\/ueber-hartz-iv-und-warum-kinder-nur-54-cent-fuer-bildung-erhalten-16213781.html\">FAZ<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>W&auml;lder fallen Korruption zum Opfer<\/strong><br>\nIm Norden Namibias werden die W&auml;lder gerodet, eine Katastrophe f&uuml;r das empfindliche &Ouml;kosystem und den Regenkreislauf in der trockenen Region. Hinter der illegalen Abholzung sollen chinesische Firmen stecken.<br>\nDas Ger&auml;usch von Motors&auml;gen bedeutet nichts Gutes im Norden Namibias. Seit gut drei Jahren schon wird in der entlegenen Gegend abgeholzt &ndash; und zwar in gro&szlig;em Stil. Mit vielleicht unabsehbaren Folgen, sagt Umweltexperte Volker Schilling:<br>\n&bdquo;Alle W&auml;lder in der Region spielen eine entscheidende Rolle f&uuml;r den Regen. W&auml;lder sorgen f&uuml;r Luftfeuchtigkeit in der Atmosph&auml;re, und sie sind extrem wichtig f&uuml;r das Klima dort.&ldquo;<br>\nDer Norden Namibias ist noch die regenreichste Region des Landes, aber viel Regen gibt es auch dort nicht. Hin und wieder f&auml;llen die Menschen dort durchaus B&auml;ume, weil sie das Holz brauchen &ndash; f&uuml;r ihre H&uuml;tten oder f&uuml;r Feuer, und sie roden, um Felder anzulegen. Darum geht es aber gar nicht. Die Namibische Umweltschutzgesellschaft NEWS demonstrierte in der Hauptstadt Windhoek k&uuml;rzlich f&uuml;r den Erhalt des Baumbestandes. John Grobler ist Journalist und berichtet schon seit Jahren &uuml;ber illegale Rodungen.<br>\n&bdquo;Es passiert doch folgendes. Die Chinesen haben irgendeine Hintert&uuml;r gefunden &ndash; in die entsprechenden B&uuml;ros. Sie kriegen Genehmigungen f&uuml;r die Eigennutzung des Holzes. Aber die gelten jeweils f&uuml;r bis zu 600 B&auml;ume. Das ist eindeutig illegal, und das h&auml;lt an.&ldquo;<br>\nIm Zentrum dieser Machenschaften soll ein Chinese stehen, der immer wieder mit dem namibischen Gesetz in Konflikt war. Er verwendet mehrere Namen und soll mehrere P&auml;sse haben, und das Landwirtschaftsministerium hat best&auml;tigt, dass er kein Unbekannter ist.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/abholzung-in-namibia-waelder-fallen-korruption-zum-opfer.799.de.html?dram:article_id=450241\">Deutschlandfunk<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Daran sieht man, dass man allein mit gr&uuml;ner Wohlf&uuml;hlpolitik f&uuml;r die besseren Kreise in Deutschland letztlich nicht weit kommt, insbesondere wenn sich andere Global Player darum keinen Deut scheren.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>EU Parliamentarians buckle under ExxonMobil lobby pressure<\/strong><br>\nWeeks before the European elections, Members of the the European Parliament (MEPs) missed a golden opportunity to show the public its determination to protect EU climate policy-making from the dirty influence of Big Oil and Gas. Instead, ExxonMobil had mobilised its lobbyists to prevent the withdrawal of its lobby badges, and Parliamentarians fell in line.<br>\nOver 100 civil society groups and progressive MEPs called on the European Parliament to remove ExxonMobil&rsquo;s lobby badges for having misled EU decision makers and the public around climate change and having refused to attend a hearing on the matter. But behind-the-scenes lobbying and blackmail-like tactics by Exxon and oil industry association FuelsEurope have seen MEPs cave in: In the end, the company&rsquo;s lobbyists were not stripped of their Parliamentary access.<br>\nOn March 21 2019, the EU Parliament organised the first-ever public hearing in Europe on climate change denial and its impact, which oil and gas giant ExxonMobil refused to attend. The hearing revealed ExxonMobil as a prime example of climate change denial. Experts testifying at the event underlined that the corporation had known about the potential dangers of global warming caused by its business model since the 1960s, but instead of warning the world or taking action, spent over 30 years discrediting the scientific evidence, slandering scientists, and undermining climate policies to protect its profits.<br>\nRecent research by Corporate Europe Observatory shows that Exxon spent up to &euro;35 million since 2010 on lobbying the EU to delay and weaken effective climate action. The US-based company, which has oil and gas fields across Europe, multiplies its lobby efforts with the help of industry associations such as FuelsEurope, as well as an army of additional for-hire lobby consultancies, PR firms and thinks tanks.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/corporateeurope.org\/en\/2019\/04\/eu-parliamentarians-buckle-under-exxonmobil-lobby-pressure\">Corporate Europe<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Das Problem ist nicht die Zeiterfassung, sondern der Personalmangel<\/strong><br>\n&ldquo;Wenn wir keine &Uuml;berstunden mehr machen sollen, m&uuml;ssen wir entlastet werden&rdquo;<br>\nLisa*, 25, arbeitet als Krankenschwester in einem Krankenhaus in M&uuml;nchen.<br>\nSeit drei Jahren arbeite ich auf der sogenannten Stroke-Unit, einer Intensivstation f&uuml;r Schlaganfallpatienten. Da meine Patienten schwer krank sind, werden ihre Werte dauerhaft am Monitor &uuml;berwacht und auch ich muss sie sehr genau im Auge behalten. Wir sind chronisch unterbesetzt: Drei Krankenschwestern oder Pfleger m&uuml;ssen sich gleichzeitig um zw&ouml;lf Patientinnen k&uuml;mmern. Das ist eigentlich &uuml;berhaupt nicht machbar und wir geraten regelm&auml;&szlig;ig in schwierige Situationen. Letztens war ich bei einem Patienten, dessen Blutdruck lebensbedrohlich anstieg. Ich musste schnell reagieren, rief den Arzt, bereitete die Medikamente vor und zog eine Spritze auf. Pl&ouml;tzlich sah ich, dass ein anderer meiner Patienten verwirrt &uuml;ber den Flur lief. Eigentlich h&auml;tte ich ihn zur&uuml;ck ins Bett bringen m&uuml;ssen, in dem Moment war aber keine Zeit daf&uuml;r.<br>\nIch renne oft von Patient zu Patient, um meine Aufgaben irgendwie innerhalb meiner Schicht zu schaffen. Trotzdem gibt es immer wieder Dinge, die ich nicht schaffe, weil die Zeit zu knapp ist. Bei Patienten, die zum Beispiel ein bestimmtes Medikament erhalten, m&uuml;sste ich alle 15 Minuten die Vitalzeichen &uuml;berpr&uuml;fen, also Blutdruck messen, Atmung &uuml;berwachen, Bewusstsein &uuml;berpr&uuml;fen und Temperatur messen. Meine Kolleginnen und ich schaffen es aber nicht immer, diesen Zeitrahmen genau einzuhalten.<br>\nUm trotzdem bestm&ouml;glich f&uuml;r die Patientinnen da zu sein, arbeiten wir st&auml;ndig mehr. Die halbe Stunde Mittagspause, die mir w&auml;hrend meiner Schicht zusteht, habe ich noch nie gemacht. Hier macht niemand Pause. Dazu kommen die &Uuml;berstunden, die jede Woche anfallen. Wenn ich w&auml;hrend meiner Schicht nicht alle Aufgaben erledige, m&uuml;ssten meine Kollegen sie in der n&auml;chsten Schicht fertig machen. Und das m&ouml;chte ich nicht. Ich m&ouml;chte sie nicht entt&auml;uschen und zus&auml;tzlich belasten. Schlie&szlig;lich wei&szlig; ich, wie viel zu tun ist.<br>\nObwohl wir eine Stempelkarte haben, werden unsere Arbeitszeiten und die &Uuml;berstunden nicht korrekt dokumentiert. Meine &Uuml;berstunden bekomme ich nicht bezahlt. Selbst wenn die Arbeitszeiten durch das Urteil des Europ&auml;ischen Gerichtshofs in Zukunft systematisch erfasst werden w&uuml;rden, glaube ich nicht, dass sich im Krankenhaus etwas &auml;ndern w&uuml;rde. Ich w&uuml;rde mit Sicherheit weiter &Uuml;berstunden machen m&uuml;ssen. Das Problem ist ja nicht die mangelnde Aufzeichnung unserer Arbeitsstunden, sondern der Personalmangel. Wenn wir keine &Uuml;berstunden mehr machen sollen, m&uuml;ssen wir entlastet werden.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/arbeit\/2019-05\/arbeitszeiterfassung-ueberstunden-job-start-up-gruender-krankenschwester-personalmangel\/komplettansicht\">Zeit Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Jens Berger:<\/strong> Die konsequente Zeiterfassung soll ja auch vor allem den gerade in Klinikbereich allgegenw&auml;rtigen Missbrauch mit nicht bezahlten &Uuml;berstunden verhindern. Denn wenn die Kliniken f&uuml;r die &Uuml;berstunden nicht voll bezahlen m&uuml;ssen, haben sie nat&uuml;rlich auch weniger Anreiz, den Personalmangel ernsthaft anzugehen.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Europawahl: Was f&uuml;r die Wirtschaft jetzt Priorit&auml;t hat<\/strong><br>\nDer Nachrichtenagentur Reuters sagte Schweitzer: &ldquo;Die abgeschlossene Europawahl mit der insgesamt hohen Wahlbeteiligung bietet die Chance, die aus Sicht der deutschen Wirtschaft wichtigen Zukunftsthemen Europas anzupacken. Dazu geh&ouml;rt vor allem die EU-Handelspolitik.<br>\nIn unseren j&uuml;ngsten Umfragen formuliert eine gro&szlig;e Mehrheit der Unternehmen die Notwendigkeit, dass sich die EU bei globalen Handelsstreitigkeiten zwischen den USA und China behaupten kann. Auch die wirtschaftlichen Folgen des Brexit erfordern einen klaren Kurs der EU-27, um die  Dschon bestehenden Unsicherheiten bei grenz&uuml;berschreitend t&auml;tigen Betrieben nicht weiter zu vergr&ouml;&szlig;ern.<br>\nF&uuml;r die deutsche Wirtschaft ist es wichtig, dass die EU jetzt schnell eine strategische Agenda f&uuml;r die n&auml;chsten f&uuml;nf Jahre festlegt. Die deutschen Unternehmen, die 60 Prozent ihres Au&szlig;enhandels mit anderen EU-L&auml;ndern abwickeln, sch&auml;tzen die EU als Stabilit&auml;tsanker &ndash; so 82 Prozent unserer Unternehmen in unserer Umfrage im M&auml;rz.<br>\nF&uuml;r die kommenden Jahre w&uuml;nschen sich die Betriebe vor allem eine Verbesserung der Krisenfestigkeit der EU und den Einsatz f&uuml;r Wettbewerbsf&auml;higkeit. Ganz oben auf die Priorit&auml;tenliste geh&ouml;ren aus Sicht der Wirtschaft die Sicherung von Fachkr&auml;ften durch die St&auml;rkung der Berufsbildung in der EU sowie die Schaffung fairer Wettbewerbsbedingungen in der Handels- und Steuerpolitik.<br>\nDenn f&uuml;r die deutsche Wirtschaft ist die EU als Rahmen f&uuml;r internationalen Handel der wichtigste Garant f&uuml;r Wohlstand und Arbeitspl&auml;tze. Mehr als jeder vierte Arbeitsplatz in Deutschland h&auml;ngt vom Export ab.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.dihk.de\/themenfelder\/international\/news?m=2019-05-27-schweitzer-europawahlergebnis\">DIHK<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Christian Reimann:<\/strong> Der DIHK-Pr&auml;sident best&auml;tigt implizit die Exportabh&auml;ngigkeit, sieht darin jedoch offenbar keine Gefahr. Im Gegenteil: Geht es nach Herrn Schweitzer, dann m&uuml;sse die Exportorientierung (weiterhin) politisch abgesichert werden. Die Ungleichgewichte innerhalb der EU und der Eurozone w&uuml;rden somit bestehen bleiben, wenn nicht sogar noch ausgeweitet werden.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>T&uuml;rkei: Schlagst&ouml;cke zum Fastenbrechen<\/strong><br>\nEin Gegenpol zu Pr&auml;sident Erdogans Prunkfeiern? Unerw&uuml;nscht wie kritische Journalisten in der T&uuml;rkei und die T&uuml;rkei in der EU<br>\nWer hoffte, nach der Aufhebung des Besuchsverbots bei dem auf der Gef&auml;ngnisinsel Imrali inhaftierten Abdullah &Ouml;calan w&uuml;rde sich Erdogan und die AKP zur&uuml;ck auf den Weg zur Rechtsstaatlichkeit und Demokratie machen, wird entt&auml;uscht. T&auml;glich gibt es neue Meldungen &uuml;ber Verhaftungen von Politikern und Journalisten. Auch die Zivilbev&ouml;lkerung wird drangsaliert. Trotzdem gibt es immer wieder phantasievolle Protestaktionen aus der Zivilbev&ouml;lkerung.<br>\nEine davon ist ein Treffen zum Fastenbrechen in einem Park in Istanbul. Kurz vor Sonnenuntergang kamen dort junge Menschen, &ldquo;M&auml;nner in Arbeitskluft oder im Anzug, Frauen mit Kopftuch oder ohne, Studenten mit Rucks&auml;cken &hellip;&rdquo; zusammen und packten auf ausgebreiteten Teppichen und T&uuml;chern mitgebrachte Speisen aus, um diese mit den Anwesenden zu teilen. Sie sollen einen Gegenpol zu den von Pr&auml;sident Erdogan &ldquo;mit Prunk und Pomp zelebrierten&rdquo; abendlichen Fastenbrechen-Tafeln setzen.<br>\nProtest gegen Luxus der pr&auml;sidentiellen Empf&auml;nge<br>\nMit ihrer &ldquo;Tafel auf der Erde&rdquo; protestieren sie gegen den Luxus, der mit der eigentlichen Tradition des Fastenbrechens nichts zu tun hat. Der wahre Geist des Fastenbrechens sei &ldquo;Teilen, Toleranz und Bescheidenheit&rdquo;, Erdogans Iftar-Empf&auml;nge, &ldquo;bei denen ein Gedeck mehr koste, als ein Arbeiter im Monat verdiene&rdquo;, h&auml;tte mit der islamischen Kultur nichts mehr zu tun, berichtet ein Teilnehmer des Picknicks. Iftar-Picknicks dieser Art gibt es schon seit 2011, so der islamische Theologe Ihsan Eliacik.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Tuerkei-Schlagstoecke-zum-Fastenbrechen-4437313.html\">Telepolis<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h18\"><\/a><strong>Demokratie in Schieflage<\/strong><br>\nUnsere Demokratie hinkt: Vor allem die sozial Privilegierten gehen w&auml;hlen und im Bundestag sitzen fast nur noch Akademiker. Das f&uuml;hre zu Gesetzen, die letztlich vor allem den Wohlhabenden nutzen, warnt der Politologe Armin Sch&auml;fer.<br>\nBei der Europawahl am vergangenen Sonntag haben im &auml;rmsten K&ouml;lner Stadtteil 30 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben, in den reichsten Stadtteilen fast 80 Prozent &ndash; ein Unterschied von 50 Prozentpunkten. Das ist eines von vielen Beispielen f&uuml;r die sozial ungleiche Wahlbeteiligung in Deutschland. Der Politikwissenschaftler Armin Sch&auml;fer von der Universit&auml;t M&uuml;nster spricht von einem &bdquo;sehr engen systematischen Zusammenhang&ldquo; zwischen der sozialen Lage der Menschen und ihrer Wahlbeteiligung.<br>\nKritisch betrachtet Sch&auml;fer auch die Zusammensetzung des Deutschen Bundestages, die ein hohes Ma&szlig; an Homogenit&auml;t aufweise. &bdquo;Mehr als 80 Prozent der Abgeordneten haben studiert, in einzelnen Fraktionen sind es fast 90 oder 100 Prozent. Das hei&szlig;t, dort ist niemand, der irgendwann mal sein Geld im Dienstleistungssektor verdienen musste oder am Band stand. Der klassische Arbeiter schafft es schon lange nicht mehr ins Parlament. Aber auch neue Berufe &ndash; unterhalb der Akademiker &ndash; schaffen es nicht mehr ins Parlament.&ldquo;<br>\nUnd das hat wiederum Folgen, die die sozial ungleiche Wahlbeteiligung verst&auml;rkt. Armin Sch&auml;fer konnte mit einem Team nachweisen, &bdquo;dass die Entscheidungen, die der Bundestag zwischen 1980 und der Gegenwart getroffen hat, viel st&auml;rker mit den Pr&auml;ferenzen von Menschen &uuml;bereinstimmen, denen es besser geht, als mit denen von Menschen, denen es schlechter geht&ldquo;. Wenn also bestimmte Gruppen von B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rgern daraus die Lehre ziehen, dass ihre Anliegen nicht ber&uuml;cksichtigt werden, so habe das einen rationalen Kern.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunkkultur.de\/politologe-ueber-sozial-ungleiche-wahlbeteiligung.990.de.html?dram:article_id=450251\">Deutschlandfunk Kultur<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Diese Entwicklung ist gerade hinsichtlich des Wahlergebnisses der Gr&uuml;nen nicht unerheblich und es ist zu bef&uuml;rchten, dass politische Entscheidungen bez&uuml;glich des Klimawandels gerade zu Lasten derjenigen gehen, die nicht dem urbanen akademischen Milieu angeh&ouml;ren. Welche absurden Dimensionen das annehmen kann <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=52265\">zeigt ein Kommentar in der taz<\/a>, der den Entzug des Wahlrechts f&uuml;r &auml;ltere Mitb&uuml;rger fordert.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (JK\/JB)<\/p>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-52277","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/52277","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=52277"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/52277\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":52280,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/52277\/revisions\/52280"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=52277"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=52277"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=52277"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}