{"id":52375,"date":"2019-06-09T09:00:51","date_gmt":"2019-06-09T07:00:51","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=52375"},"modified":"2019-06-07T09:08:40","modified_gmt":"2019-06-07T07:08:40","slug":"hinweise-der-woche-113","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=52375","title":{"rendered":"Hinweise der Woche"},"content":{"rendered":"<p>Am Wochenende pr&auml;sentieren wir Ihnen einen &Uuml;berblick &uuml;ber die lesenswertesten Beitr&auml;ge, die wir im Laufe der vergangenen Woche in unseren Hinweisen des Tages f&uuml;r Sie gesammelt haben. Nehmen Sie sich ruhig auch die Zeit, unsere werkt&auml;gliche Auswahl der <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?cat=19\">Hinweise des Tages<\/a> anzuschauen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (CW)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=52375#h01\">Italien: Drei Milliarden EU-Bu&szlig;geld gegen 30 Milliarden Euro Steuersenkung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=52375#h02\">Amerika zweifelt am Kapitalismus<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=52375#h03\">Den Staat neu denken &ndash; weshalb eigentlich?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=52375#h04\">Die Superreichen gef&auml;hrden die Demokratie<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=52375#h05\">Demokratie in Schieflage<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=52375#h06\">In Barcelona schreiben die B&uuml;rger das Regierungsprogramm selbst &ndash; und machen ihre Stadt sozialer<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=52375#h07\">Hessentag: Streit um Bundeswehrstand auf Volksfest<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=52375#h08\">Kl&ouml;ckner und das Nestl&eacute;-Video: Die Politik sollte mehr Distanz schaffen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=52375#h09\">B&uuml;rgerentscheid zur Wohnungsgesellschaft eint Osnabr&uuml;cker Fraktionen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=52375#h10\">Kliniken m&uuml;ssen auf &Auml;rzte als freie Mitarbeiter verzichten<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=52375#h11\">Assange war nur der Anfang<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=52375#h12\">Die CDU und Rezo<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=52375#h13\">zu guter Letzt: Gr&uuml;ne im Gl&uuml;ck &ndash; Mehrheit ihrer W&auml;hler zu jung, um sich an Regierungsbeteiligung 1998-2005 zu erinnern<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Urspr&uuml;nglich hatten wir geplant, in unserer Wochen&uuml;bersicht auch auf die lohnendsten redaktionellen Beitr&auml;ge der NachDenkSeiten zu verweisen. Wir haben jedoch schnell festgestellt, dass eine daf&uuml;r n&ouml;tige Vorauswahl immer damit verbunden ist, Ihnen wichtige Beitr&auml;ge vorzuenthalten. Daher m&ouml;chten wir Ihnen raten, am Wochenende doch einfach die Zeit zu nutzen, um sich unsere Beitr&auml;ge der letzten Wochen (noch einmal) anzuschauen. Vielleicht finden Sie dabei ja noch den einen oder anderen Artikel, den es sich zu lesen lohnt. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Italien: Drei Milliarden EU-Bu&szlig;geld gegen 30 Milliarden Euro Steuersenkung<\/strong><br>\nMinisterpr&auml;sident Conte droht Lega und M5S mit R&uuml;cktritt<br>\nGestern drohte der parteifreie italienische Ministerpr&auml;sident Giuseppe Conte auf einer Pressekonferenz, er werde &ldquo;das Mandat zur&uuml;ck in die H&auml;nde des Staatspr&auml;sidenten&rdquo; geben, wenn die beiden Koalitionsparteien Lega und M5S nicht bereit seien, sich auf eine Politik zu verst&auml;ndigen, die im Einklang mit den Regeln der EU steht. Hintergrund ist die Drohung der EU-Kommission, morgen ein Defizitverfahren gegen Italien einzuleiten. Das rechtliche Geh&ouml;r f&uuml;r so ein Verfahren hat Br&uuml;ssel bereits letzte Woche eingeholt, als man der italienischen Regierung Gelegenheit gab, schriftlich darzulegen, warum versprochene Fortschritte beim Schuldenabbau ausblieben.<br>\nEin Defizitverfahren kann in ein Bu&szlig;geld in H&ouml;he von 0,2 Prozent der j&auml;hrlichen Wirtschaftsleistung des betroffenen Landes m&uuml;nden &ndash; was beim aktuellen Stand f&uuml;r Italien &uuml;ber drei Milliarden Euro w&auml;ren. Setzt man diese Summe in Relation zu den gesch&auml;tzten Kosten des n&auml;chsten Vorhabens der Lega, wirkt sie verh&auml;ltnism&auml;&szlig;ig klein. Die Partei von Matteo Salvini plant n&auml;mlich eine &ldquo;Flat Tax&rdquo; &ndash; eine f&uuml;nfzehnprozentigen Pauschalsteuer f&uuml;r Einkommen unterhalb von 50.000 Euro. Die soll die italienischen Steuerzahler nicht nur b&uuml;rokratisch, sondern auch finanziell entlasten &ndash; um etwa 30 Milliarden Euro.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Italien-Drei-Milliarden-EU-Bussgeld-gegen-30-Milliarden-Euro-Steuersenkung-4438924.html\">Telepolis<\/a>\n<p><strong>dazu: Auch Frankreich soll handeln: EU-Kommission fordert Defizitverfahren gegen Italien<\/strong><br>\nDie EU-Kommission bringt disziplinarische Ma&szlig;nahmen gegen Italien auf den Weg und fordert auch Frankreich, Belgien und Zypern zum Handeln auf. Jetzt sind die EU-Staaten am Zug.<br>\nDie EU-Kommission bringt disziplinarische Ma&szlig;nahmen gegen das hoch verschuldete Italien auf den Weg. Nach Br&uuml;sseler Einsch&auml;tzung hat Italien im vergangenen Jahr keine ausreichenden Gegenma&szlig;nahmen ergriffen. Jetzt haben die EU-Staaten zwei Wochen Zeit, um sich selbst ein Bild zu machen und die Einsch&auml;tzung der Kommission zu pr&uuml;fen.<br>\nAuch gegen Frankreich, Belgien und Zypern empfahl die Kommission Schritte wegen zu hoher Schulden. Frankreich habe nur eine &bdquo;leichte Verringerung&ldquo; der &ouml;ffentlichen Ausgabenquote von 56 Prozent erreicht. Im EU-Vergleich sei das der h&ouml;chste Wert. F&uuml;r eine Verringerung des Schuldenstands seien geringere Ausgaben notwendig. Die Schuldenquote Frankreichs lag 2018 bei 98,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP), 2019 wird der Wert laut den Berechnungen der Kommission um 0,5 Prozentpunkte steigen. Bis 2022 soll er auf 96,8 Prozent sinken. Die EU erlaubt im Rahmen der Maastricht-Regeln eigentlich nur eine Schuldenquote von 60 Prozent. Die Neuverschuldung hat Frankreich 2018 dagegen auf 2,5 Prozent des BIP gedr&uuml;ckt. Die Maastricht-Regeln w&uuml;rden 3 Prozent erlauben.<br>\nEin Ende des Defizitverfahrens h&auml;lt die Kommission dagegen im Fall von Spanien f&uuml;r angemessen, weil das Land sich wieder an die Neuverschuldungsgrenze in H&ouml;he von 3 Prozent der Wirtschaftsleistung halte.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/eu-defizitverfahren-gegen-italien-frankreich-soll-handeln-16222299.html\">FAZ<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.A.:<\/strong> Wir sind ja heute alle Proeurop&auml;er &ndash; weil das irgendwie toll ist. Au&szlig;er die EU-Kommission: die hat in den letzten 10 Jahren so gar nichts gelernt und m&ouml;chte die EU zerst&ouml;ren. Denn so falsch die von Salvini geplanten Ma&szlig;nahmen &ndash; hohe Steuersenkungen bzw. Steuergeschenke an Gutverdiener &ndash; sind, muss die italienische Regierung irgendetwas tun, um nach &uuml;ber zehn Jahren Stagnation und extrem hoher (Jugend-)Arbeitslosigkeit das Wirtschaftswachstum anzukurbeln, ggf. auch mit einer h&ouml;heren Staatsverschuldung. Falls nicht, und wenn die EU selbst sinnvolle Staatsausgaben zur Verbesserung von Wirtschaftswachstum und sozialer Lage verhindert, dann treten die inzwischen verzweifelten Italiener aus sehr guten Gr&uuml;nden aus dem Euro und der EU aus. Betreffend Frankreich ist die Begr&uuml;ndung f&uuml;r den &ldquo;Blauen Brief&rdquo; noch bizarrer, denn nicht nur die Staatsverschuldung, sondern auch die relativ hohe Staatsquote (ich nehme an, das ist mit &ldquo;&ouml;ffentliche[r] Ausgabenquote&rdquo; gemeint) wird als Negativkriterium herangezogen. Als l&auml;ge die Staatsquote nicht absolut in der Souver&auml;nit&auml;t jedes einzelnen Staates oder h&auml;tte irgendeinen (direkten) Einfluss auf den Schuldenstand oder die Solvenz im Euroraum &ndash; das ist pure Ideologie vom &ldquo;schlanken Staat&rdquo;. Und wenn schon Frankreichs Schulden eine Rolle spielen, k&ouml;nnte die EU-Kommission zumindest auf die unverantwortlichen und unbezahlbaren Unternehmensteuersenkungen (20 Milliarden Euro pro Jahr) hinweisen, die dank Macron ab diesem Jahr in Kraft treten.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Amerika zweifelt am Kapitalismus<\/strong><br>\nJunge W&auml;hler in den USA sehen den Turbokapitalismus ihres Landes zunehmend kritisch, linke Politiker wie Alexandria Ocasio-Cortez gelten als cool &ndash; und ausgerechnet ein Hedgefonds-Manager befeuert die Debatte.<br>\nEs gibt wohl nicht viele Leute, die John Hickenlooper kennen &ndash; nicht einmal in Amerika. Dabei hat sich der demokratische Pr&auml;sidentschaftsbewerber und fr&uuml;here Unternehmer Gro&szlig;es vorgenommen: &ldquo;Ich trete an, um den Kapitalismus zu retten.&rdquo;<br>\nDas Wahlkampfversprechen des 67-j&auml;hrigen Ex-Gouverneurs von Colorado scheint im Kernland der Turbomarktwirtschaft auf den ersten Blick weit hergeholt: Wenn es ein Land gibt, in dem alle glauben, es z&auml;hle vor allem die Anstrengung jedes Einzelnen und der Staat habe sich tunlichst rauszuhalten, dann die USA.<br>\nTats&auml;chlich aber ist in den USA eine Debatte entbrannt, die noch vor nicht allzu langer Zeit unm&ouml;glich schien: Ist unser System am Ende? Und ist der Sozialismus wom&ouml;glich die bessere Wahl?<br>\nEs sind vor allem die J&uuml;ngeren, die diese ketzerischen Fragen stellen. Fast jeder Zweite in der Altersgruppe der Millennials und Generation Z erkl&auml;rte k&uuml;rzlich in einer Umfrage im Auftrag des Nachrichtenportals &ldquo;Axios&rdquo;, dass er lieber in einem sozialistischen Land leben w&uuml;rde.<br>\nHedgefondsmanager rechnet mit Kapitalismus ab<br>\nSo richtig in Schwung gebracht hat die Sache aber nun ausgerechnet jemand, der in einer Kommandozentrale des sich schnell drehenden Geldes sitzt: Ray Dalio, Gr&uuml;nder des weltgr&ouml;&szlig;ten Hedgefonds Bridgewater Association, der auf ein pers&ouml;nliches Verm&ouml;gen von gesch&auml;tzt 17 Milliarden Dollar kommt. Im Vorfeld der Milken Institute Global Conference, dem j&auml;hrlichen Treffen der Finanzjongleure, ver&ouml;ffentlichte Dalio vor einigen Wochen auf Linkedin eine vernichtende Abrechnung mit dem Wirtschaftsmodell, das ihn reich gemacht hat.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/soziales\/usa-amerika-zweifelt-am-kapitalismus-a-1269693.html\">SPIEGEL Online<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Den Staat neu denken &ndash; weshalb eigentlich?<\/strong><br>\nDebatten &uuml;ber Sinn und Zweck von staatlichen Regulierungen der Wirtschaft werden seit Jahren in Dauerschleife gef&uuml;hrt. Dabei sollte eigentlich klar sein, dass die kapitalistische Marktwirtschaft ohne politische Regulierungen gar nicht funktionieren kann.<br>\nPrivater Reichtum und &ouml;ffentliche Armut<br>\nVielmehr bedeutet linke Politik, das Primat der Politik zu st&uuml;tzen und die Volkswirtschaft vor den suizidalen Eigenschaften des Kapitalismus mit staatlichen Regulierungen zu sch&uuml;tzen. Diese betreffen nicht nur die Finanzm&auml;rkte, den Wettbewerb und die Einkommensverteilung, sondern ebenso die &ouml;ffentliche Sicherheit, die Wohnungswirtschaft, das Verkehrswesen, Bildung, Kultur und nicht zuletzt die Absicherung allgemeiner Lebensrisiken wie Alterung, Krankheit und Arbeitslosigkeit. Das alles sind keine verzichtbaren Wohltaten, sondern f&uuml;r die Reproduktion der Wirtschaft existenzielle Aufgaben.<br>\nNat&uuml;rlich kann man die Sicherung der wirtschaftlichen und sozialen Infrastruktur auch privaten Institutionen &uuml;bertragen und aus Staatsbetrieben b&ouml;rsennotierte Aktiengesellschaften machen. Die Resultate einer solchen Politik sind f&uuml;r alle sp&uuml;rbar: wachsende Altersarmut, marode Schulen und Verkehrswege, ein aus den Fugen geratener Immobilienmarkt, notorisch unp&uuml;nktliche Z&uuml;ge, gro&szlig;e L&uuml;cken in der Betreuung pflegebed&uuml;rftiger Menschen und so weiter und so fort. Wir erleben einen wachsenden und &auml;u&szlig;erst ungleich verteilten privaten Reichtum bei einer zugleich steigenden &ouml;ffentlichen Armut. Davor warnte der Keynesianer John Kenneth Galbraith schon Anfang der 1960er Jahre.<br>\nDie Fiskalpolitik der &bdquo;schwarzen Null&ldquo; mit dem Motto &bdquo;Sparen bis es quietscht&ldquo; hat fatale Folgen f&uuml;r die wirtschaftliche Entwicklung und das Leben der B&uuml;rger. Es ist nicht nur rechtlicher, sondern auch &ouml;konomischer Irrsinn, diese Maxime ins Grundgesetz zu hieven. Ganz zu schweigen von der bizarren Forderung von Wirtschaftsminister Altmeier, die Begrenzung der Sozialabgaben auf 40 Prozent der Lohnsumme zum Verfassungsziel zu erkl&auml;ren. Genauso gut k&ouml;nnte man den Body-Mass-Index von 30 als dem &uuml;blichen Grenzwert zwischen &Uuml;bergewicht und Fettleibigkeit zum gesetzlichen Limit f&uuml;r die &Uuml;bernahme eines Ministeramts machen.<br>\nEs ist nun einmal so, dass die kapitalistische Marktwirtschaft ohne eine &ouml;ffentliche Verkehrsinfrastruktur, ein umfassendes Bildungssystem und fl&auml;chendeckende gesundheitliche und soziale Dienste nicht funktionieren kann. Wenn sich als postmoderne Linke gebende Hipster staatliches Handeln auf Beh&ouml;rdenwillk&uuml;r, Verbote und Begrenzungen reduzieren, sind sie ebenso ignorant wie Neoliberale mit ihrem Mantra von der Unbezahlbarkeit des Sozialstaats&hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/makroskop.eu\/2019\/06\/den-staat-neu-denken-weshalb-eigentlich\/\">Makroskop<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Die Superreichen gef&auml;hrden die Demokratie<\/strong><br>\nMit viel Geld l&auml;sst sich leicht Politik machen, die Zivilgesellschaft bleibt au&szlig;en vor. In den USA ist das Problem allgegenw&auml;rtig, breitet sich aber auch in Europa aus. [&hellip;]<br>\nDer wichtigste Motor der Ungleichheit ist die Finanzialisierung der Weltwirtschaft. Was ist damit gemeint? Wer finanzielle Ressourcen besitzt und manipulieren kann, generiert Ertr&auml;ge, die mit keiner anderen Form menschlicher Aktivit&auml;t jemals erzielt werden k&ouml;nnen. Wurde der Reichtum erst einmal erworben, kann eine Einzelperson oder ein Konzern einen Teil davon f&uuml;r politische Lobbyarbeit einsetzen und so staatliche Ma&szlig;nahmen &ndash; wie Steuerpolitik, gesetzliche Ver&auml;nderungen und Staatsauftr&auml;ge &ndash; beeinflussen. Sie erm&ouml;glichen es dem Verm&ouml;gensinhaber, in Zukunft noch mehr zu verdienen. Die zunehmende Ungleichheit und die Schw&auml;chung der Demokratie befinden sich so eng umklammert in einer verh&auml;ngnisvollen Abw&auml;rtsspirale.<br>\nDoch eine weitere Spirale zeigt in die Gegenrichtung. Der moderne Kapitalismus ist abh&auml;ngig vom Massenkonsum. Dieser wiederum h&auml;ngt davon ab, dass die Einkommen der Bev&ouml;lkerung in der Breite wachsen. Im Jahr 2014 wurde in einem Arbeitspapier der Industriel&auml;nderorganistion OECD zur Besch&auml;ftigung und Migration errechnet, dass in den USA die obersten ein Prozent der Einkommensbezieher zwischen 1975 und 2007 (dem Jahr vor der Finanzkrise) fast 50 Prozent des Wachstums des Nationaleinkommens auf sich vereinten. Eine &uuml;berwiegende Mehrheit der Bev&ouml;lkerung verzeichnete dagegen stagnierende ober sogar r&uuml;ckl&auml;ufige Einkommen. Trotzdem wurde weiter konsumiert. Dies war nur mithilfe einer wachsenden Verschuldung m&ouml;glich, die trotz aller Risiken von einem Finanzsystem gef&ouml;rdert wurde, das durch die Lobbyarbeit der Banken dereguliert worden ist. Schlie&szlig;lich wurde die Belastung durch die hohen Ausfallrisiken zu viel f&uuml;r die Finanzm&auml;rkte. Es kam zu der Krise, von der wir uns immer noch nicht vollst&auml;ndig erholt haben.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/wirtschaft\/2019-04\/kapitalismus-demokratie-ungleichheit-globalisierung\">Zeit Online<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Demokratie in Schieflage<\/strong><br>\nUnsere Demokratie hinkt: Vor allem die sozial Privilegierten gehen w&auml;hlen und im Bundestag sitzen fast nur noch Akademiker. Das f&uuml;hre zu Gesetzen, die letztlich vor allem den Wohlhabenden nutzen, warnt der Politologe Armin Sch&auml;fer.<br>\nBei der Europawahl am vergangenen Sonntag haben im &auml;rmsten K&ouml;lner Stadtteil 30 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben, in den reichsten Stadtteilen fast 80 Prozent &ndash; ein Unterschied von 50 Prozentpunkten. Das ist eines von vielen Beispielen f&uuml;r die sozial ungleiche Wahlbeteiligung in Deutschland. Der Politikwissenschaftler Armin Sch&auml;fer von der Universit&auml;t M&uuml;nster spricht von einem &bdquo;sehr engen systematischen Zusammenhang&ldquo; zwischen der sozialen Lage der Menschen und ihrer Wahlbeteiligung.<br>\nKritisch betrachtet Sch&auml;fer auch die Zusammensetzung des Deutschen Bundestages, die ein hohes Ma&szlig; an Homogenit&auml;t aufweise. &bdquo;Mehr als 80 Prozent der Abgeordneten haben studiert, in einzelnen Fraktionen sind es fast 90 oder 100 Prozent. Das hei&szlig;t, dort ist niemand, der irgendwann mal sein Geld im Dienstleistungssektor verdienen musste oder am Band stand. Der klassische Arbeiter schafft es schon lange nicht mehr ins Parlament. Aber auch neue Berufe &ndash; unterhalb der Akademiker &ndash; schaffen es nicht mehr ins Parlament.&ldquo;<br>\nUnd das hat wiederum Folgen, die die sozial ungleiche Wahlbeteiligung verst&auml;rkt. Armin Sch&auml;fer konnte mit einem Team nachweisen, &bdquo;dass die Entscheidungen, die der Bundestag zwischen 1980 und der Gegenwart getroffen hat, viel st&auml;rker mit den Pr&auml;ferenzen von Menschen &uuml;bereinstimmen, denen es besser geht, als mit denen von Menschen, denen es schlechter geht&ldquo;. Wenn also bestimmte Gruppen von B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rgern daraus die Lehre ziehen, dass ihre Anliegen nicht ber&uuml;cksichtigt werden, so habe das einen rationalen Kern.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunkkultur.de\/politologe-ueber-sozial-ungleiche-wahlbeteiligung.990.de.html?dram:article_id=450251\">Deutschlandfunk Kultur<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Diese Entwicklung ist gerade hinsichtlich des Wahlergebnisses der Gr&uuml;nen nicht unerheblich und es ist zu bef&uuml;rchten, dass politische Entscheidungen bez&uuml;glich des Klimawandels gerade zu Lasten derjenigen gehen, die nicht dem urbanen akademischen Milieu angeh&ouml;ren. Welche absurden Dimensionen das annehmen kann zeigt ein <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=52265\">Kommentar in der taz<\/a>, der den Entzug des Wahlrechts f&uuml;r &auml;ltere Mitb&uuml;rger fordert.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>In Barcelona schreiben die B&uuml;rger das Regierungsprogramm selbst &ndash; und machen ihre Stadt sozialer<\/strong><br>\nIn Barcelona waren 40.000 B&uuml;rger an der Erstellung des Regierungsprogramms beteiligt &ndash; und tats&auml;chlich: Dreiviertel des Programms stammt von den B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rgern selbst, die sich online und offline beteiligten. Die Stadt zeigt vor, wie die technische Revolution einer Smart City auch die Demokratie revolutionieren kann. Daf&uuml;r setzt Barcelona auf eigene Infrastruktur und Technik statt auf globale Tech-Multis. Das st&auml;rkt die lokale Wirtschaft und den sozialen Zusammenhalt in der Stadt.<br>\n&bdquo;Wir m&uuml;ssen die digitale Revolution mit einer demokratischen Revolution verbinden: Die B&uuml;rgerinnen m&uuml;ssen vollst&auml;ndig an der Gestaltung der &ouml;ffentlichen Ordnung mitwirken k&ouml;nnen&ldquo;, sagt Francesca Bria, die Kommissarin f&uuml;r Digitale Technologien in Barcelona.<br>\nUnd in Barcelona bedeutet Digitalisierung und technische Innovation tats&auml;chlich mehr direkte Mitbestimmung. B&uuml;rger haben die M&ouml;glichkeit ihre Anliegen vorzubringen und an der L&ouml;sung der Probleme der Stadt aktiv mitzuarbeiten. Die B&uuml;rgerinnen setzen sich vor allem f&uuml;r mehr g&uuml;nstige Wohnungen, saubere Energie und soziale Sicherheit ein. Und das funktioniert. Es sind autofreie Stadtgebiete entstanden, neue Buslinie wurden eingef&uuml;hrt und die Stadt hat ein Unternehmen f&uuml;r Solarenergie gegr&uuml;ndet.<br>\n(&hellip;) &bdquo;Wir m&ouml;chten die Art und Weise ver&auml;ndern, wie Regierungen heutzutage funktionieren und sie offener, transparent, kollaborativ und partizipativ gestalten&ldquo;, erkl&auml;rt Bria. Die Regierung stellt alle &ouml;ffentlichen Vertr&auml;ge online und macht so f&uuml;r alle sichtbar, wof&uuml;r die Stad das Geld ihrer B&uuml;rger ausgibt.<br>\n(&hellip;) Daten an die Stadtbewohner zur&uuml;ckgeben<br>\nUnd schlie&szlig;lich will Barcelona den Stadtbewohnern die Kontrolle &uuml;ber ihre Daten zur&uuml;ckgeben. Denn private Konzerne &uuml;berwachen jede unserer Bewegungen, um unser Verhalten vorhersehen und kontrollieren zu k&ouml;nnen. Die britische Regierung hat etwa Millionen Gesundheitsdaten an Google weitergegeben, ohne die &Ouml;ffentlichkeit um Erlaubnis zu fragen. Viele f&uuml;rchten, dass die Daten an private Gesundheitsanbieter verkauft werden k&ouml;nnen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/kontrast.at\/barcelona-smart-city-wirtschaft\/\">kontrast.at<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Marco Wenzel:<\/strong> Na also, geht doch. Direkte Demokratie kann funktionieren, sogar viel besser als die B&uuml;rgerliche. Man muss es nur machen. Und dabei den politischen Mut aufbringen, gegen den Strom zu schwimmen.<\/em><\/p>\n<p><strong>passend dazu: &lsquo;It&rsquo;s a miracle&rsquo;: Helsinki&rsquo;s radical solution to homelessness<\/strong><br>\nFinland is the only EU country where homelessness is falling. Its secret? Giving people homes as soon as they need them &ndash; unconditionally<br>\n(&hellip;) As in many countries, homelessness in Finland had long been tackled using a staircase model: you were supposed to move through different stages of temporary accommodation as you got your life back on track, with an apartment as the ultimate reward.<br>\n&ldquo;We decided to make the housing unconditional,&rdquo; says Kaakinen. &ldquo;To say, look, you don&rsquo;t need to solve your problems before you get a home. Instead, a home should be the secure foundation that makes it easier to solve your problems.&rdquo;<br>\nWith state, municipal and NGO backing, flats were bought, new blocks built and old shelters converted into permanent, comfortable homes&hellip;<br>\n(&hellip;) But Housing First is not just about housing. &ldquo;Services have been crucial,&rdquo; says Helsinki&rsquo;s mayor, Jan Vapaavuori, who was housing minister when the original scheme was launched. &ldquo;Many long-term homeless people have addictions, mental health issues, medical conditions that need ongoing care. The support has to be there.&rdquo;<br>\nAt Rukkila, seven staff support 21 tenants. Assistant manager Saara Haapa says the work ranges from practical help navigating bureaucracy and getting education, training and work placements to activities including games, visits and learning &ndash; or re-learning &ndash; basic life skills such as cleaning and cooking&hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.theguardian.com\/cities\/2019\/jun\/03\/its-a-miracle-helsinkis-radical-solution-to-homelessness\">The Guardian<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung Marco Wenzel:<\/strong> Barcelona und Helsinki machen es anders und mit Erfolg. Der Trick dabei: Sozial und demokratisch. Es gibt in Deutschland sogar eine Partei, die sich nach diesen beiden Worten nennt. Leider aber machen sie es da, wo sie das Sagen haben, lieber neoliberal und undemokratisch paternalistisch.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Hessentag: Streit um Bundeswehrstand auf Volksfest<\/strong><br>\nDer Informationsstand der Bundeswehr auf dem Hessentag erhitzt seit Jahren die Gem&uuml;ter. In diesem Jahr wird nicht nur informiert, sondern verschiedene Panzer und Hubschrauber werden in Stellung gebracht.<br>\nDie Linke-Fraktion hat den seit Jahren schwelenden Streit um die Bundeswehr und ihren Informationsstand auf dem Hessentag erneut angefacht. &bdquo;Kriegsger&auml;te haben auf einem friedlichen Volksfest nichts zu suchen&ldquo;, sagte Fraktionschef Jan Schalauske in Wiesbaden. Dieses Jahr sollen in Bad Hersfeld unter anderem verschiedene Panzertypen wie der Sch&uuml;tzenpanzer vom Typ &bdquo;Marder&ldquo; und ein Unterst&uuml;tzungshubschrauber ausgestellt werden. Mit einem solchen Stand &bdquo;hessische Identit&auml;t zu stiften &ndash; was ja Sinn dieses Volksfests sein soll &ndash; ist reichlich abwegig&ldquo;, kritisierte Schalauske.<br>\n(&hellip;) Nicht nur die Linke-Fraktion kritisiert den Informationsstand der Bundeswehr auf dem Hessentag. Die &bdquo;Friedensinitiative Hersfeld-Rotenburg&ldquo; protestiert gegen die Pr&auml;senz der Bundeswehr beim Hessentag in ihrem Heimatort und hat dazu aufgerufen das Aktionsb&uuml;ndnis &bdquo;Friedlicher Hessentag&ldquo; zu bilden. &bdquo;Wir wenden uns gegen Milit&auml;rwerbung auf Volksfesten und bei Minderj&auml;hrigen&ldquo;, schreibt das B&uuml;ndnis auf seiner Website. Am 15. Juni soll eine Demonstration stattfinden.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/rhein-main\/kritik-an-informationsstand-der-bundeswehr-auf-dem-hessentag-16217271.html\">FAZ<\/a>\n<p><strong>dazu: Fest verankert<\/strong><br>\nMit dem diesj&auml;hrigen &ldquo;Tag der Bundeswehr&rdquo; wollen die deutschen Streitkr&auml;fte erkl&auml;rterma&szlig;en die soziale Militarisierung weiter vorantreiben. Es gehe darum zu demonstrieren, dass die Truppe &ldquo;aus der Gesellschaft heraus f&uuml;r die Gesellschaft da ist&rdquo;, hei&szlig;t es in den zugeh&ouml;rigen Propagandapublikationen. Dabei kann sich die Armee insbesondere auf willf&auml;hrige Landes- und Kommunalpolitiker st&uuml;tzen. Mehrere Regional- und Gemeindefeste wurden eigens auf den &ldquo;Tag der Bundeswehr&rdquo; verlegt; neben Waffen und Kriegsger&auml;t werden fl&auml;chendeckend Einsatzfahrzeuge von Polizeibeh&ouml;rden, Technischem Hilfswerk (THW) und Rettungsdiensten zu sehen sein. Das hierin zum Ausdruck kommende Vorgehen korrespondiert mit einer deutlichen Zunahme sogenannter freilaufender &Uuml;bungen der deutschen Streitkr&auml;fte. Dabei trainieren Kampfeinheiten inmitten der Zivilbev&ouml;lkerung unter anderem Operationen zur Aufstandsbek&auml;mpfung in Afghanistan. Die betroffenen B&uuml;rger werden schon im Vorfeld auf die entsprechenden Man&ouml;ver eingestimmt &ndash; und erhalten zugleich Informationen &uuml;ber den &ldquo;Arbeitgeber Bundeswehr&rdquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.german-foreign-policy.com\/news\/detail\/7958\/\">German Foreign Policy<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung Marco Wenzel:<\/strong> Mama &amp; Papa im Panzer. Wenn das mal kein Gaudi ist&hellip; Opa fuhr ja auch schon mal Panzer, fr&uuml;her, als Deutschland noch gro&szlig; war und einen F&uuml;hrer hatte.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Kl&ouml;ckner und das Nestl&eacute;-Video: Die Politik sollte mehr Distanz schaffen<\/strong><br>\nIm Kampf f&uuml;r gesunde Ern&auml;hrung darf Ministerin Kl&ouml;ckner Konzerne wie Nestl&eacute; nicht hofieren &ndash; und sich nicht mit windelweichen Selbstverpflichtungen der Industrie zufriedengeben.<br>\nDass Ern&auml;hrungspolitik eben nicht nur eine Geschmacksfrage ist, machen gerade 59 Sekunden im Netz ziemlich eindrucksvoll deutlich. So lang ist das Video, das einen wahren Proteststurm ausl&ouml;st, weil es die N&auml;he zwischen Politik und Wirtschaft in diesem Sektor aus den Hinterzimmern holt. In einer knappen Minute darf Nestl&eacute;s Deutschland-Chef Marc-Aurel Boersch die eigene Strategie zur Reduzierung von Zucker, Salz und Fetten in Lebensmitteln bewerben. Bemerkenswert daran: Nestl&eacute; muss keinen Cent f&uuml;r Werbezeiten bezahlen. Gesendet wurde der Film samt Lob der Agrar- und Ern&auml;hrungsministerin Julia Kl&ouml;ckner &uuml;ber den offiziellen Twitter-Kanal ihres Ministeriums. Untertitel: &ldquo;Dass dies geht, zeigt Nestl&eacute; Deutschland.&rdquo;<br>\nTats&auml;chlich zeigt das Video eindrucksvoll, was m&ouml;glich ist, wenn die Distanz zu klein wird. Denn das Video ist die konsequente Folge einer problematischen Politik. Dass die Deutschen sich k&uuml;nftig ges&uuml;nder ern&auml;hren, will die zust&auml;ndige Ministerin Kl&ouml;ckner nicht etwa per Gesetz festschreiben, sondern einer freiwilligen Vereinbarung mit Industrieunternehmen wie Nestl&eacute; &uuml;berlassen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/kloeckner-nestle-video-zucker-ernaehrung-1.4477160\">S&uuml;ddeutsche<\/a>\n<p><strong>dazu: Gigant der Skandale<\/strong><br>\nNeben der Milchpulver-Kontroverse weisen Kritiker des Konzerns immer wieder auf den zu hohen Zuckergehalt in vielen Nestl&eacute;-Produkten hin, vor allem solche, die f&uuml;r Kinder gemacht sind. Verbraucherorganisationen monieren auch hier, dass WHO-Empfehlungen nicht eingehalten w&uuml;rden. Der Konzern biete viele unausgewogene, zu s&uuml;&szlig;e Produkte f&uuml;r Kinder an, meint Martin R&uuml;cker von Foodwatch und nennt als Beispiel die Fr&uuml;hst&uuml;cksflocken. Da gehe der Zuckeranteil zwar zur&uuml;ck, aber zu langsam. &ldquo;In Deutschland erf&uuml;llt nur ein einziges Produkt von 14 uns bekannten Nestl&eacute;-Kinderfr&uuml;hst&uuml;cksflocken die Vorgaben der WHO f&uuml;r Kinderlebensmittel&rdquo;, sagt er. Manche Flocken enthielten doppelt so viel Zucker wie empfohlen.<br>\nAls &Auml;rgernis bezeichnet der Verbrauchersch&uuml;tzer auch die aggressive Werbung f&uuml;r Kinder. Dabei geh&ouml;rt Nestl&eacute; zu den Unterzeichnern einer freiwilligen Selbstverpflichtung der Lebensmittelindustrie, in der sich die Branche Zur&uuml;ckhaltung bei Kinderwerbung auferlegt. Diese klingt zwar ambitioniert, l&auml;sst aber viele Schlupfl&ouml;cher zu. &ldquo;Da hei&szlig;t es etwa, man verzichte auf den Einsatz von beliebten Komikfiguren aus TV und Kino. Unterlaufen wird das damit, dass Nestl&eacute; eigene Figuren wie den Nesquik-Hasen entwickelt&rdquo;, sagt R&uuml;cker. Im Kern wollten Firmen wie Nestl&eacute; mit der Selbstverpflichtung eine gesetzliche Werbebeschr&auml;nkung verhindern.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/nestle-gigant-der-skandale-1.4477635\">S&uuml;ddeutsche<\/a><\/p>\n<p><strong>und: Seehofer: &ldquo;Man muss Gesetze kompliziert machen&rdquo;<\/strong><br>\nCSU-Innenminister Horst Seehofer hat sich am Donnerstag beim &ldquo;Zweiten Berliner Kongress f&uuml;r wehrhafte Demokratie&rdquo; zu dem neuen Migrationspaket ge&auml;u&szlig;ert. Ein Ausschnitt aus seiner Rede, den die ARD-Sendung &ldquo;Bericht aus Berlin&rdquo; verbreitete, erregt nun &ouml;ffentliche Aufmerksamkeit.<br>\nDas Datenaustauschgesetz, &uuml;ber das am Freitag mit abgestimmt werde, habe er &ldquo;ganz stillschweigend&rdquo; eingebracht. Er habe gelernt, man m&uuml;sse Gesetze kompliziert machen, &ldquo;dann f&auml;llt es nicht so auf&rdquo;. &ldquo;Wir machen nichts Illegales, wir machen Notwendiges. Aber auch Notwendiges wird ja oft unzul&auml;ssig infrage gestellt,&rdquo; ist von Seehofer in dem Ausschnitt zu h&ouml;ren.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.t-online.de\/nachrichten\/deutschland\/innenpolitik\/id_85887240\/csu-innenminister-horst-seehofer-man-muss-gesetze-kompliziert-machen-.html\">T-Online<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung Andr&eacute; Tautenhahn:<\/strong> Das ist eigentlich keine Neuigkeit mehr. Eine Landwirtschaftsministerin kungelt ganz offen mit der Lebensmittelindustrie und der Innenminister erkl&auml;rt ebenfalls &ouml;ffentlich, dass sein Haus bewusst gegen die gebotene Normenklarheit verst&ouml;&szlig;t. Das m&uuml;ssen diese komplexen Zusammenh&auml;nge sein, von denen immer die Rede ist.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>B&uuml;rgerentscheid zur Wohnungsgesellschaft eint Osnabr&uuml;cker Fraktionen<\/strong><br>\nDass die Stadt so eine Gesellschaft gr&uuml;ndet, ist Wille der Osnabr&uuml;cker. Beim B&uuml;rgerentscheid am Sonntag fiel das Votum mit 76,4 Prozent der Stimmen deutlich aus &ndash; nun sind Rat und Verwaltung am Zug.<br>\nUnd die machen sich direkt an die Arbeit. Einstimmig beauftragte der Rat die Verwaltung am Dienstagabend unter anderem, bis September einen Zeit- und Ma&szlig;nahmenplan vorzulegen, damit die Gesellschaft &bdquo;schnellstm&ouml;glich&ldquo; gegr&uuml;ndet werden kann. &bdquo;Wir haben den Ball in unserem Spielfeld, und ich freue mich, dass wir jetzt alle gemeinsam an einem Strang ziehen&ldquo;, sagte Oberb&uuml;rgermeister Wolfgang Griesert (CDU).<br>\n&bdquo;Lasst uns loslegen&ldquo;, appellierte Michael Hagedorn (Gr&uuml;ne). Niemand widersprach. Erstmals sind sich die Fraktionen in diesem Thema jetzt einig &ndash; auch CDU\/BOB und FDP, die zuvor immer gegen die Gr&uuml;ndung einer Wohnungsgesellschaft waren. CDU-Fraktionschef Fritz Brickwedde reichte den Bef&uuml;rwortern von SPD, Gr&uuml;nen und Linken die Hand: &bdquo;Es gibt kein Nachtreten, keine Behinderung. Wir werden jetzt konstruktiv an der Gr&uuml;ndung einer Wohnungsbaugesellschaft der Stadt mitwirken und uns aktiv einbringen&ldquo;, betonte er &ndash; und mahnte zur Eile. (&hellip;)<br>\nBei aller neuen Einigkeit trat Frank Henning trotzdem noch mal nach: &bdquo;Sie haben hier eine krachende Niederlage erlitten&ldquo;, sagte er in Richtung CDU und FDP. Er wies Brickweddes &Auml;u&szlig;erung vom Wahlabend zur&uuml;ck, SPD und Gr&uuml;ne m&uuml;ssten nun Konzepte liefern. &bdquo;Das ist immer noch Aufgabe der Verwaltung&ldquo;, so Henning. Er betonte zur Finanzierung, die von CDU und FDP stets kritisch be&auml;ugt worden war, dass die Stadt als Kapitaleinlage in die neue Gesellschaft st&auml;dtische Fl&auml;che einbringen werde. So hat es die Verwaltung vorgeschlagen. Finanzvorstand Thomas Fillep pl&auml;dierte in einer entsprechenden Mitteilungsvorlage f&uuml;r die Gr&uuml;ndung einer GmbH &amp; Co. KG. Der Bau eigener Wohnungen k&ouml;nne auch den Kernhaushalt der Stadt entlasten, sagte der Gr&uuml;ne Hagedorn. Circa 50 Millionen Euro gebe Osnabr&uuml;ck j&auml;hrlich f&uuml;r Sozialleistungen aus &ndash; darunter Geld f&uuml;rs Wohnen.B&uuml;rgerbeteiligung<br>\nWichtig war der SPD noch die (nun ebenfalls beschlossene) B&uuml;rgerbeteiligung an der Gr&uuml;ndung der Wohnungsgesellschaft.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.noz.de\/lokales\/osnabrueck\/artikel\/1755942\/buergerentscheid-zur-wohnungsgesellschaft-eint-osnabruecker-fraktionen\">Neue Osnabr&uuml;cker Zeitung<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Christian Reimann:<\/strong> Na also, geht doch. Und was in Osnabr&uuml;ck funktioniert, k&ouml;nnte in noch viel mehr St&auml;dte und Gemeinden so sein. Die H&ouml;he des Zuspruchs f&uuml;r eine (genossenschaftliche\/kommunale\/&ouml;ffentliche) Wohnungsgesellschaft ist vielleicht &uuml;berraschend. Die Arbeit geht nun erst richtig los.<\/em><\/p>\n<p><em>Begleitet werden sollten solche Ma&szlig;nahmen auch von bundespolitischer Seite: Denn es war die Kohl-Regierung, die K&uuml;ndigungen wegen Eigenbedarf erfunden, die Gemeinn&uuml;tzigkeit von Genossenschafts- und Werkswohnungen abschaffte und deren Verkauf\/Privatisierung erm&ouml;glicht hatte.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Kliniken m&uuml;ssen auf &Auml;rzte als freie Mitarbeiter verzichten<\/strong><br>\n(&hellip;) Arbeiten &Auml;rzte auf Honorarbasis und zeitlich befristet in Krankenh&auml;usern, unterliegen sie der Sozialversicherungspflicht. Kliniken, die zur &Uuml;berbr&uuml;ckung von Personalengp&auml;ssen auf diese Mediziner zur&uuml;ckgriffen, m&uuml;ssen daher Sozialbetr&auml;ge an die Deutsche Rentenversicherung nachzahlen. Die f&uuml;r das Gesundheitswesen weitreichende Entscheidung hat das Bundessozialgericht (BSG) in einem Leitfall am Dienstag verk&uuml;ndet.<br>\nMehrere Kl&auml;ger hatten in den zehn Revisionen in Kassel vorgetragen, dass der Einsatz von Honorar&auml;rzten vor allem in l&auml;ndlichen Gebieten notwendig sei, um die medizinische Grundversorgung sicherzustellen. Ein &bdquo;etwaiger Fachkr&auml;ftemangel im Gesundheitssektor&ldquo; &auml;ndere an der Entscheidung nichts, sagte Rainer Schlegel, Gerichtspr&auml;sident und Vorsitzender des 12. Senats in der Urteilsverk&uuml;ndung. &bdquo;Finden Krankenh&auml;user nicht genug Personal, weil die Arbeitsbedingungen als unattraktiv angesehen werden, k&ouml;nnen sie ihre Probleme nicht mit Honorarvereinbarungen l&ouml;sen.&ldquo; Unter Honorar&auml;rzten versteht man Mediziner, die h&auml;ufig nebenberuflich und zeitlich befristet auf Basis individueller Eins&auml;tze f&uuml;r mehrere Auftraggeber t&auml;tig sind. Daf&uuml;r erhalten sie ein Honorar, das &uuml;ber dem Entgelt der angestellten &Auml;rzte liegt. Im Vorfeld der Verfahren waren verschiedene Verb&auml;nde um Stellungnahmen gebeten worden. Bis ins Jahr 2015 soll laut der Deutschen Krankenhausgesellschaft jedes zweite Krankenhaus solche Mediziner beauftragt haben. Der Bundesverband der Honorar&auml;rzte selbst spricht von aktuell 5000 Medizinern in Deutschland. Dagegen geht der Marburger Bund davon aus, dass ihr Einsatz aufgrund von Haftungs- und Regressrisiken an Attraktivit&auml;t verloren hat.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/beruf-chance\/beruf\/urteil-kliniken-muessen-auf-aerzte-als-freie-mitarbeiter-verzichten-16221344.html\">Frankfurter Allgemeine<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.A.:<\/strong> Sozialhilfebetrug durch deutsche Krankenh&auml;user &ndash; man lernt halt nie aus. Das Urteil ist f&uuml;r jeden Laien nachvollziehbar, weil Krankenhaus&auml;rzte offensichtlich immer weisungsgebunden, also wie\/als Angestellte arbeiten. Und das Pseudo-Argument mit dem Fachkr&auml;ftemangel, meiomei: zahlt halt ordentlich, dann gibt es genug Fachkr&auml;fte.<\/em><\/p>\n<p><strong>dazu auch: Das Problem ist nicht die Zeiterfassung, sondern der Personalmangel<\/strong><br>\n&ldquo;Wenn wir keine &Uuml;berstunden mehr machen sollen, m&uuml;ssen wir entlastet werden&rdquo;<br>\nLisa*, 25, arbeitet als Krankenschwester in einem Krankenhaus in M&uuml;nchen.<br>\nSeit drei Jahren arbeite ich auf der sogenannten Stroke-Unit, einer Intensivstation f&uuml;r Schlaganfallpatienten. Da meine Patienten schwer krank sind, werden ihre Werte dauerhaft am Monitor &uuml;berwacht und auch ich muss sie sehr genau im Auge behalten. Wir sind chronisch unterbesetzt: Drei Krankenschwestern oder Pfleger m&uuml;ssen sich gleichzeitig um zw&ouml;lf Patientinnen k&uuml;mmern. Das ist eigentlich &uuml;berhaupt nicht machbar und wir geraten regelm&auml;&szlig;ig in schwierige Situationen. Letztens war ich bei einem Patienten, dessen Blutdruck lebensbedrohlich anstieg. Ich musste schnell reagieren, rief den Arzt, bereitete die Medikamente vor und zog eine Spritze auf. Pl&ouml;tzlich sah ich, dass ein anderer meiner Patienten verwirrt &uuml;ber den Flur lief. Eigentlich h&auml;tte ich ihn zur&uuml;ck ins Bett bringen m&uuml;ssen, in dem Moment war aber keine Zeit daf&uuml;r.<br>\nIch renne oft von Patient zu Patient, um meine Aufgaben irgendwie innerhalb meiner Schicht zu schaffen. Trotzdem gibt es immer wieder Dinge, die ich nicht schaffe, weil die Zeit zu knapp ist. Bei Patienten, die zum Beispiel ein bestimmtes Medikament erhalten, m&uuml;sste ich alle 15 Minuten die Vitalzeichen &uuml;berpr&uuml;fen, also Blutdruck messen, Atmung &uuml;berwachen, Bewusstsein &uuml;berpr&uuml;fen und Temperatur messen. Meine Kolleginnen und ich schaffen es aber nicht immer, diesen Zeitrahmen genau einzuhalten.<br>\nUm trotzdem bestm&ouml;glich f&uuml;r die Patientinnen da zu sein, arbeiten wir st&auml;ndig mehr. Die halbe Stunde Mittagspause, die mir w&auml;hrend meiner Schicht zusteht, habe ich noch nie gemacht. Hier macht niemand Pause. Dazu kommen die &Uuml;berstunden, die jede Woche anfallen. Wenn ich w&auml;hrend meiner Schicht nicht alle Aufgaben erledige, m&uuml;ssten meine Kollegen sie in der n&auml;chsten Schicht fertig machen. Und das m&ouml;chte ich nicht. Ich m&ouml;chte sie nicht entt&auml;uschen und zus&auml;tzlich belasten. Schlie&szlig;lich wei&szlig; ich, wie viel zu tun ist.<br>\nObwohl wir eine Stempelkarte haben, werden unsere Arbeitszeiten und die &Uuml;berstunden nicht korrekt dokumentiert. Meine &Uuml;berstunden bekomme ich nicht bezahlt. Selbst wenn die Arbeitszeiten durch das Urteil des Europ&auml;ischen Gerichtshofs in Zukunft systematisch erfasst werden w&uuml;rden, glaube ich nicht, dass sich im Krankenhaus etwas &auml;ndern w&uuml;rde. Ich w&uuml;rde mit Sicherheit weiter &Uuml;berstunden machen m&uuml;ssen. Das Problem ist ja nicht die mangelnde Aufzeichnung unserer Arbeitsstunden, sondern der Personalmangel. Wenn wir keine &Uuml;berstunden mehr machen sollen, m&uuml;ssen wir entlastet werden.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/arbeit\/2019-05\/arbeitszeiterfassung-ueberstunden-job-start-up-gruender-krankenschwester-personalmangel\/komplettansicht\">Zeit Online<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung Jens Berger:<\/strong> Die konsequente Zeiterfassung soll ja auch vor allem den gerade in Klinikbereich allgegenw&auml;rtigen Missbrauch mit nicht bezahlten &Uuml;berstunden verhindern. Denn wenn die Kliniken f&uuml;r die &Uuml;berstunden nicht voll bezahlen m&uuml;ssen, haben sie nat&uuml;rlich auch weniger Anreiz, den Personalmangel ernsthaft anzugehen.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Assange war nur der Anfang<\/strong><br>\nDie M&auml;chtigen knebeln die Presse, in den USA, in Frankreich und jetzt auch in Deutschland<br>\nJulian Assange wurde jahrelang mitten in Europa psychisch gefoltert (nach Aussagen des UN-Menschenrechtsbeauftragen), und soll lebensl&auml;nglich ins Gef&auml;ngnis, weil er es wagte, uns &uuml;ber Kriegsverbrechen der US-Armee zu informieren. In Frankreich werden eine Journalistin und ihre Zeitung von der Regierung drangsaliert, weil sie &uuml;ber gewaltt&auml;tige Eskapaden von Macrons Leichtw&auml;chter und Vertuschungsversuche schrieb. Und in Deutschland soll der Geheimdienst ganz offiziell das Recht bekommen, sich in die Computer von Journalisten zu hacken, um deren Quellen f&uuml;r unliebsame Ver&ouml;ffentlichungen zu enttarnen. (&hellip;) In Paris wurde die Journalistin der f&uuml;hrenden Tageszeitung Le Monde, Ariane Chemin, von Sicherheitsbeh&ouml;rden verh&ouml;rt und mit Zuchthaus bedroht, weil sie eine Serie von Artikeln &uuml;ber Gewaltt&auml;tigkeiten von Pr&auml;sident Macrons Leibw&auml;chter ver&ouml;ffentlichte, die letztlich zu einigen R&uuml;cktritten f&uuml;hrten. Auch der Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer von Le Monde wurde vom Generaldirektorat f&uuml;r innere Sicherheit verh&ouml;rt und eingesch&uuml;chtert. Insgesamt wurden in letzter Zeit acht Journalisten verh&ouml;rt, die Unbequemes ver&ouml;ffentlichten, etwa &uuml;ber Waffenlieferungen an Saudi-Arabien und Jemen.<br>\nUnd in Deutschland? Hier gibt es den Referentenentwurf des Innenministeriums f&uuml;r ein Gesetz, das es den deutschen Inlands- und Auslandsgeheimdiensten ausdr&uuml;cklich erlaubt, Server, Computer und Smartphones von Verlagen, Rundfunksendern sowie freiberuflichen Journalistinnen und Journalisten zu hacken, verschl&uuml;sselte Kommunikation abzufangen und verdeckt nach digitalen Daten zu suchen. Reporter ohne Grenzen warnt, dass damit eine der S&auml;ulen der Pressefreiheit in Deutschland, das Redaktionsgeheimnis, fallen w&uuml;rde: (&hellip;) Nennen wir es beim Namen. Solche Bestrebungen haben in einer funktionierenden Demokratie keinen Platz. Sie sind Zeichen des &Uuml;bergangs zu einem totalit&auml;ren System, in dem Widerspruch gegen die M&auml;chtigen ein Verbrechen ist.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/norberthaering.de\/de\/27-german\/news\/1147-assange-war-nur-der-anfang-die-maechtigen-knebeln-die-presse-in-den-usa-in-frankreich-und-jetzt-auch-in-deutschland\">Norbert H&auml;ring<\/a>\n<p><strong>dazu: Smart Home: Innenminister planen Zugriff auf Daten von Alexa &amp; Co.<\/strong><br>\nDie Daten aus dem Smart Home und von digitalen Assistenten sollen als Beweismittel vor Gericht einsetzbar sein. Das planen laut einem Bericht die Innenminister.<br>\nDigitale Spuren aus dem Smart Home sollen k&uuml;nftig als Beweismittel vor Gericht verwendet werden d&uuml;rfen. F&uuml;r diesen Zugriff auf Alexa &amp; Co. wollen die Innenminister von Bund und L&auml;ndern auf ihrer Fr&uuml;hjahrskonferenz kommende Woche den Auftrag zur Erarbeitung einer Handlungsempfehlung geben. Das berichtet das Redaktionsnetzwerk Deutschland unter Berufung auf die diesbez&uuml;gliche Beschlussvorlage. Digitalen Spuren komme &ldquo;eine immer gr&ouml;&szlig;ere Bedeutung&rdquo; bei der Aufkl&auml;rung von Kapitalverbrechen und terroristischen Bedrohungslagen zu, werde das Vorhaben darin begr&uuml;ndet.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/newsticker\/meldung\/Smart-Home-Innenminister-planen-Zugriff-auf-Daten-von-Alexa-Co-4439526.html\">Heise Online<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Die CDU und Rezo<\/strong><br>\nDie CDU ist verbl&uuml;fft. Es gibt eine sachliche Kritik an ihr, die massenhafte Resonanz findet. Das darf nicht sein. Wo ist die Keule, mit der man den l&auml;stigen Angreifer zum Schweigen bringt?<br>\nDie durchaus sachliche Kritik des Youtubers Rezo ist von der CDU in eine formale Angelegenheit umgewandelt worden, bei der es darum geht, ob ein solcher Angriff von der Meinungsfreiheit gedeckt ist. Dass die CDU die Kritik als Angriff empfindet, ist verst&auml;ndlich, hat sie auf die deutschen Traditionsmedien doch so gro&szlig;en Einfluss, dass ein solcher Angriff eigentlich unm&ouml;glich ist. Die &ouml;ffentlich-rechtlichen Sender m&uuml;ssen per Statut &bdquo;ausgewogen&ldquo; berichten und d&uuml;rften folglich einen solchen Angriff niemals fahren, auch wenn er tausendmal sachlich berechtigt w&auml;re. Und die privaten Medien werden via Herausgeber und Chefredakteure von der CDU so &bdquo;gepflegt&ldquo;, dass es einfach unm&ouml;glich ist, dass &bdquo;70 Zeitungen&ldquo; (so das Beispiel von AKK) dazu aufrufen, die CDU nicht zu w&auml;hlen.<br>\nGleich zu Anfang hatte die CDU tats&auml;chlich den Eindruck erweckt, sachlich gegen die Kritik halten zu wollen. Aber das ist inzwischen untergegangen. Wahrscheinlich hat die Partei erkannt, dass es nichts bringt, sich auf eine sachliche Auseinandersetzung einzulassen, weil dabei nur Zweifel bez&uuml;glich der allumfassenden Kompetenz der Partei auftauchen k&ouml;nnten. (&hellip;)<br>\nErstens, die CDU argumentiert, dass die Verteilungs&auml;nderungen zugunsten der Reichen schon 2005 zu Ende gegangen sind und sich seitdem die Verteilung nicht mehr weiter verschlechtert hat.<br>\n&bdquo;Vorne weg eine Richtigstellung: Die Einkommensungleichheit, d.h. die unterschiedliche Verteilung der Einkommen in Deutschland, ist zwar bis 2005 gestiegen, seitdem aber nicht mehr. Hier von einer sich immer weiter &ouml;ffnenden Schere zu sprechen halten wir daher f&uuml;r unzul&auml;ssig.&ldquo;<br>\nMan fragt sich, was das hei&szlig;en soll, selbst wenn es so stimmte. Warum hat die Ungleichheit bis 2005 (von wann bis 2005, sollte man nat&uuml;rlich wissen) zugenommen? Wenn es daf&uuml;r keine guten Gr&uuml;nde gibt, m&uuml;sste die Politik doch alles daran setzen, daf&uuml;r zu sorgen, dass die Ungleichheit wieder abnimmt. (&hellip;)<br>\nWas man eigentlich mit der Umverteilung zugunsten der Reichen erreichen wollte, ist jedoch die Verbesserung der Investitionst&auml;tigkeit. Wenn, so die Argumentation, die &bdquo;Leistungstr&auml;ger&ldquo; entlastet werden, leisten sie mehr, was sich letztendlich in mehr und stabilerer Investitionst&auml;tigkeit zeigt. Deswegen hat man ja in den 2000er Jahren zus&auml;tzlich zur Umverteilung &uuml;ber die L&ouml;hne auch eine massive Umverteilung &uuml;ber Steuern zugunsten der h&ouml;heren Einkommen und der Unternehmen durchgesetzt.<br>\nIn Deutschland kann man das ganze Elend der neoliberal-neoklassischen Wirtschaftspolitik mit ihren Umverteilungstr&auml;umen leicht auf einen Punkt bringen.<br>\nDie Abbildung zeigt, was mit der f&uuml;r den zuk&uuml;nftigen Kapitalstock entscheidenden Investitionst&auml;tigkeit der deutschen Unternehmen passiert ist. Hier gibt es keinen langfristigen Durchschnitt, der gehalten wird, sondern es gibt eine Abw&auml;rtsbewegung und zuletzt (seit 2014) ein Niveau, das nur unwesentlich &uuml;ber dem Tiefpunkt von 2013 liegt. Wohlgemerkt, am Ende dessen, was in Deutschland ein Aufschwung oder gar ein Boom genannt wird, ist die Investitionsquote nicht h&ouml;her als am Tiefpunkt der Krise von 2008\/2009.\n<div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/190603-hdt-02.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/190603-hdt-02.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><span><\/span><\/a><\/div>\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/makroskop.eu\/2019\/05\/die-cdu-und-rezo\/\">Makroskop<\/a><\/p>\n<p><strong>dazu auch: Rezo-Fallout: &bdquo;Wir brauchen Regeln gegen Desinformation&ldquo;<\/strong><br>\nNachdem sich bereits u.a. AKK, Tankred Schipanski, Thomas Stobl und NRW-Ministerpr&auml;sident Armin Laschet mit ihrer Pseudorechtskenntnis &uuml;ber die grundrechtlich gesch&uuml;tzte Meinungsfreiheit bis auf die Knochen blamiert hatten, wagte sich nun auch der Direktor der f&uuml;r privaten Rundfunk zust&auml;ndigen Medienanstalt NRW Dr. Tobias Schmid aufs Glatteis.<br>\nIn einem Interview mit der FAZ zum wirkm&auml;chtigen Rezo-Video lesen sich die ersten Abs&auml;tze noch vielversprechend, dann aber predigt der Landesmediendirektor von einer &ldquo;zunehmende[n] Gefahr, dass journalistisch wirkende Inhalte &uuml;ber das Netz in Umlauf gebracht werden, die den Eindruck erwecken sollen, dass es sich um &lsquo;Fakten&rsquo; handelt, tats&auml;chlich aber nur eine Stimmung erzeugen sollen&rdquo;. (&hellip;)<br>\nDemnach also scheint Schmid zu glauben, dass die konventionellen Medien keine Pseudofakten und Stimmungsmache betreiben und nur die reine Wahrheit k&uuml;nden. Tats&auml;chlich aber scheint es eher so zu sein, dass vorzugsweise solche Nachrichten berichtet und gewichtet werden, die ins vom Establishment gew&uuml;nschte Narrativ passen (Das Twitter-M&auml;dchen im Syrienkrieg, Auf den Hund gekommen, Der m&auml;chtige Bogen des ZDF). J&uuml;ngst etwa warnten vor der EU-Wahl die Qualit&auml;tsmedien unisono vor russischen Desinformationskampagnen, was der Stimmungsmache gegen Russland diente.<br>\nDie Tatsache, dass Rezo in nur einer Stunde &ldquo;Sozialkunde&rdquo; &uuml;ber die Inkompetenz der Regierungspolitiker effizienter informieren konnte als die etablierten Medien in der Dauerberieselung, h&auml;tte den vorgeblich gutgl&auml;ubigen Schmid stutzig machen m&uuml;ssen. Statt vom Licht der Erkenntnis erleuchtet zu werden, eiferte Schmid jedoch dem DJV-Vorsitzenden Frank &Uuml;berall nach und assoziierte unerw&uuml;nschte Informationen aus dem Netz pauschal mit Desinformation. Fake News sind bekanntlich immer die anderen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/news\/Rezo-Fallout-Wir-brauchen-Regeln-gegen-Desinformation-4436671.html?wt_mc=nl.tp-aktuell.taeglich\">Telepolis<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>zu guter Letzt: Gr&uuml;ne im Gl&uuml;ck &ndash; Mehrheit ihrer W&auml;hler zu jung, um sich an Regierungsbeteiligung 1998-2005 zu erinnern<\/strong><br>\n20 Prozent, 25 Prozent, 27 Prozent! Die Gr&uuml;nen eilen von einem Umfragehoch zum n&auml;chsten. Dabei scheint die Partei vor allem davon zu profitieren, dass ein Gro&szlig;teil ihrer W&auml;hler schlicht zu jung ist, um sich an die gr&uuml;ne Regierungsbeteiligung von 1998 bis 2005 zu erinnern.<br>\n&ldquo;1998? H&auml;, wieso? Da bin ich gerade geboren&rdquo;, erkl&auml;rt etwa Gr&uuml;nen-Erstw&auml;hlerin und Fridays-For-Future-Aktivistin Samantha Heuser (21). &ldquo;Wie bitte? Die Gr&uuml;nen haben schon mal sieben Jahre lang regiert? Komisch. Dann m&uuml;sste doch die Umwelt heute in einem viel besseren Zustand sein. Kann ich mir gar nicht vorstellen.&rdquo;<br>\nAuch Arthur Klarmann (28) geh&ouml;rt zu den derzeit 25-27 Prozent der deutschen Wahlberechtigten, die ihr Kreuz bei den Gr&uuml;nen machen w&uuml;rden. &ldquo;Ich bin voll f&uuml;r Umweltschutz und gegen Kriege und so. Wie bitte? Unter den Gr&uuml;nen war Deutschland an gleich zwei Kriegen beteiligt? Davon einer v&ouml;lkerrechtswidrig? Und das erstmals seit dem zweiten Weltkrieg? Ich bitte Sie! Das ist doch CDU-Propaganda, was Sie hier behaupten.&rdquo;<br>\nAndere Verfehlungen der rot-gr&uuml;nen Regierung wie die bei vielen verhassten Reformen der Agenda 2010 werden meist ausschlie&szlig;lich der SPD angelastet. &ldquo;Hartz IV ist schei&szlig;e und treibt die Spaltung der Gesellschaft in Arm und Reich voran. Das hat der Schr&ouml;der echt verbockt&rdquo;, kritisiert etwa Lena Gleser (19). &ldquo;Wie, die Gr&uuml;nen haben das mit durchgewunken? Unm&ouml;glich. Die sind doch voll sozial. Wenn das so w&auml;re, warum steht dann die SPD bei 14 Prozent und die Gr&uuml;nen bei 25? Also, verarschen kann ich mich selber. Ist das hier der Postillon oder wie?&rdquo;<br>\nDie Gr&uuml;nen-Spitzenkandidaten Annalena Baerbock und Robert Habeck sehen das mangelnde Wissen der j&uuml;ngeren Generation &uuml;ber die einstige Regierungspolitik ihrer Partei entspannt: &ldquo;Man muss die Jugend ihre eigenen Erfahrungen machen lassen. Nur dann lernen sie wirklich etwas&rdquo;, hei&szlig;t es in einer Stellungname des charismatischen Duos, das sich schon jetzt darauf vorbereitet, 2021 mit der CDU zu koalieren.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.der-postillon.com\/2019\/06\/gruene-1998-2005.html\">Der Postillon<\/a>\n<\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Wochenende pr&auml;sentieren wir Ihnen einen &Uuml;berblick &uuml;ber die lesenswertesten Beitr&auml;ge, die wir im Laufe der vergangenen Woche in unseren Hinweisen des Tages f&uuml;r Sie gesammelt haben. Nehmen Sie sich ruhig auch die Zeit, unsere werkt&auml;gliche Auswahl der <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?cat=19\">Hinweise des Tages<\/a> anzuschauen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=52375\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-52375","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/52375","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=52375"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/52375\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":52378,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/52375\/revisions\/52378"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=52375"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=52375"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=52375"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}