{"id":5245,"date":"2010-04-16T16:45:37","date_gmt":"2010-04-16T14:45:37","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=5245"},"modified":"2014-08-07T14:47:44","modified_gmt":"2014-08-07T12:47:44","slug":"das-stockholmer-programm-vernetzung-von-megadatenbanken-und-die-abschottung-der-europaeischen-union","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=5245","title":{"rendered":"Das Stockholmer Programm \u2013 Vernetzung von Megadatenbanken und die Abschottung der Europ\u00e4ischen Union"},"content":{"rendered":"<p>Der Europ&auml;ische Rat hat auf dem EU-Gipfel im Dezember 2009 das <a href=\"upload\/pdf\/100416_Stockholm-Programme.pdf\">&bdquo;Stockholmer Programm&ldquo; [PDF &ndash; 400 KB]<\/a> beschlossen. Dieses Mehrjahresprogramm f&uuml;r die Jahre 2010-2014 verkn&uuml;pft die europ&auml;ische Justiz- und Innenpolitik mit der Politik f&uuml;r Innere Sicherheit und erhebt den Anspruch einen europ&auml;ischen &bdquo;Raum der Freiheit, der Sicherheit und des Rechts im Dienste der B&uuml;rger&ldquo; zu schaffen. Die verabschiedete Agenda ist in den g&auml;ngigen Medien im Wirbel um den Klimagipfel in Kopenhagen weitgehend untergegangen. Sie enth&auml;lt unter anderem ein EU-weites Ma&szlig;nahmenpaket im Kampf gegen Terrorismus und organisierte Kriminalit&auml;t, den Ausbau polizeilicher, milit&auml;rischer und geheimdienstlicher Zusammenarbeit zwischen den EU-Staaten und eine umfassende Agenda zur Fl&uuml;chtlingspolitik.<br>\nDas Stockholmer Programm lenkt von den Ursachen f&uuml;r die Bedrohung der Sicherheit der B&uuml;rger ab und bedroht eher die Freiheit der Europ&auml;er\/innen. Es ist eine Kopfgeburt von &Uuml;berwachungsfetischisten angefeuert von den Allmachtsphantasien der &ouml;konomisch (und politisch) immer m&auml;chtiger werdenden IT-Konzerne. Von Christine Wicht<br>\n<!--more--><br>\nDie im Programm enthaltenen Vorhaben m&uuml;ssen noch in Gesetze oder Verordnungen umgesetzt werden, um in den einzelnen EU-Mitgliedstaaten rechtswirksam zu werden. Der Europ&auml;ische Rat hat die EU-Kommission um einen Aktionsplan zur Umsetzung des Stockholmer- Programms ersucht, der sp&auml;testens Juni 2010 angenommen werden soll. Bis Juni 2012 wird eine Halbzeit&uuml;berpr&uuml;fung erwartet. <\/p><p>Die angestrebten &bdquo;Sicherheitsma&szlig;nahmen&ldquo;, werden wohl kaum der Sicherheit der EU-B&uuml;rger dienen, aber um so mehr den &Uuml;berwachungs- und Kontrollbed&uuml;rfnissen und sie werden viel Geld in die Kassen der IT-Branche sowie der Sicherheits- und R&uuml;stungsindustrie sp&uuml;len.<\/p><p>Der am 1. Mai 1999 in Kraft getretene Vertrag von Amsterdam &uuml;ber &bdquo;ein offenes und sicheres Europa&ldquo; legt fest, dass<\/p><ul>\n<li>die EU als ein Raum der Freiheit, der Sicherheit und des Rechts zu erhalten und weiterzuentwickeln ist;<\/li>\n<li>der freie Personenverkehr in Verbindung mit geeigneten Ma&szlig;nahmen in Bezug auf Kontrollen an den Au&szlig;engrenzen, Asyl, Einwanderung sowie Verh&uuml;tung und Bek&auml;mpfung von Kriminalit&auml;t gew&auml;hrleistet wird.<\/li>\n<\/ul><p>Um die in Amsterdam vereinbarten Ziele zu erreichen, verabschiedete der Europ&auml;ische Rat schon 1999 in Tampere ein Arbeitsprogramm, das bis 2004 umgesetzt wurde. Darauf folgte im Jahr 2005 das Haager Programm, das sich auf die Kontrolle von Migration (FRONTEX), justizielle Zusammenarbeit, Bek&auml;mpfung des Terrorismus und der grenz&uuml;berschreitenden Kriminalit&auml;t, den Aufbau des Schengener-Informationssystems, des Visainformationssystems, des Zollinformationssystems und des Vertrags von Pr&uuml;m konzentrierte. Die deutsche Ratspr&auml;sidentschaft hatte seinerzeit schon vorgeschlagen, eine &bdquo;hochrangige beratende Gruppe zur Zukunft der europ&auml;ischen Innenpolitik&ldquo; einzurichten, um ein Folgeprogramm fr&uuml;hzeitig vorzubereiten. <\/p><p>Bundesinnenminister Thomas de Maizi&egrave;re (CDU) begr&uuml;&szlig;te nun die Verabschiedung des Stockholmer Programms mit den Worten: <\/p><blockquote><p>&ldquo;Das Stockholmer Programm ist der Fahrplan f&uuml;r die Weiterentwicklung des Raums der Freiheit, der Sicherheit und des Rechts. Mit der Verabschiedung des neuen Mehrjahresprogramms endet eine lange Vorbereitungs- und Verhandlungsphase &uuml;ber die zuk&uuml;nftige Ausrichtung der europ&auml;ischen Innenpolitik. <a href=\"http:\/\/www.bmi.bund.de\/SharedDocs\/Pressemitteilungen\/DE\/2009\/12\/stockholmer_programm.html\">Deutschland konnte sich dabei in wesentlichen Punkten durchsetzen&hellip;<\/a>&ldquo;<\/p><\/blockquote><p>Das Stockholmer-Programm liest sich in der Tat wie ein Wunschkatalog der EU-Innenminister. Das ist auch nicht weiter &uuml;berraschend, denn die Grundlage f&uuml;r das Mehrjahresprogramm lieferte unter anderem der Abschlussbericht der Zukunftsgruppe (Future Group, new ideas for a free and safe Europe, Juni 2008), die noch auf Vorschlag des ehemaligen Bundesinnenministers Wolfgang Sch&auml;uble (CDU) und des damaligen Vizepr&auml;sidenten der Europ&auml;ischen Kommission, Franco Frattini eingesetzt wurde, um einen politischen <a href=\"http:\/\/www.bmi.bund.de\/SharedDocs\/Downloads\/DE\/Themen\/Politik_Gesellschaft\/EuropaInternationales\/European_home_affairs_executive_final_report_de.html\">Bericht mit Empfehlungen zur Ausgestaltung des neuen Programms<\/a> zu erarbeiten.<\/p><p><strong>Politik des Abschottens<\/strong><\/p><p>Seit den 1990er Jahren wurden die Kontrollen an den Au&szlig;engrenzen kontinuierlich ausgebaut und in milit&auml;rische Abwehrma&szlig;nahmen integriert. Die EU trifft u.a. Vereinbarungen mit Drittstaaten &uuml;ber R&uuml;cknahmen von Fl&uuml;chtlingen, baut  angrenzende Staaten peu &agrave; peu zu Pufferstaaten aus und unterst&uuml;tzt mit finanziellen Mitteln Fl&uuml;chtlingslager, die &ndash; wohl zur Abschreckung &ndash; eher Gef&auml;ngnissen gleichen. 2004 wurde die so genannte Europ&auml;ische Nachbarschaftspolitik (ENP) entwickelt, die sich auf die unmittelbaren Nachbarn der EU bezieht, also auf  Algerien, Armenien, Aserbaidschan, Wei&szlig;russland, &Auml;gypten, Georgien, Israel, Jordanien, Libanon, Moldawien, Marokko, das besetzte pal&auml;stinensische Gebiet, Tunesien <a href=\"http:\/\/ec.europa.eu\/world\/enp\/policy_de.htm\">und die Ukraine<\/a>).<\/p><p>Die genannten Staaten erhalten f&uuml;r ihre Kooperation Visa- und Handelserleichterungen sowie spezielle F&ouml;rderprogramme. Daf&uuml;r fordert die EU von ihnen eine effiziente Grenzsicherung und  funktionierende R&uuml;ck&uuml;bernahmeabkommen. F&uuml;r die Ukraine sieht dass ENP-Programm von 2007 bis 2010 etwa ein Gesamtf&ouml;rdervolumen von 494 Millionen Euro vor, wovon 30 Millionen Euro zur Etablierung von f&uuml;nf weiteren Internierungslagern f&uuml;r Migranten bereit gestellt werden (Quelle: FRONTEX-Widerspr&uuml;che im erweiterten Grenzraum, Informationsstelle Militarisierung, August 2009). Das EU-finanzierte und von ukrainischen Soldaten bewachte Abschiebelager Pawschino. Der Caritas &Ouml;sterreich waren die Zust&auml;nde im Lager bekannt, da sie Lebensmittelpakete und Hygieneartikel verteilte, die medizinische Versorgung sicher stellte und die Insassen mit frischem Wasser versorgte. Bereits in ihrem Jahresbericht 2005 kritisierte sie die menschenunw&uuml;rdigen Bedingungen des <a href=\"http:\/\/www.caritas.at\/fileadmin\/user\/oesterreich\/publikationen\/service_und_downloads\/jahresbericht\/Caritas_Jahresbericht_2005.pdf\">ukrainischen Lagers [PDF &ndash; 5.2 MB]<\/a>.<\/p><p>Das Lager wurde nach mehreren Protestaktionen im Dezember 2008 geschlossen.<\/p><p>Die Zahl der Fl&uuml;chtlinge, die ins &bdquo;Paradies&ldquo; Europa wollen, nimmt zwar vor allem aufgrund von Hunger, Armut, Menschenrechtsverletzungen, Wassermangel und kriegerischer Auseinandersetzungen zu, allerdings sind die EU-Au&szlig;engrenzen zu Lande bereits nahezu dicht, so dass Tausende von Fl&uuml;chtlingen in den letzten Jahren auf dem Weg &uuml;ber das Mittelmeer einreisten, wobei zahllose Fl&uuml;chtende umgekommen sind. &bdquo;Man f&uuml;rchtet sie wegen ihrer Zahl und sieht in ihnen so eine Art kriminelle Vereinigung. Deswegen wird aus dem &acute;Raum der Freiheit, der Sicherheit und des Rechts`, wie sich Europa selbst nennt, die Festung Europa&ldquo; (Heribert Prantl, S&uuml;ddeutsche Zeitung, 03.04.09, Pontius Pilatus). Die inhumane Abschottungspolitik st&ouml;&szlig;t bei Menschenrechtsorganisationen auf scharfe Kritik. F&uuml;r Amnesty International &bdquo;kann eine Migrationspolitik, die sich nur damit besch&auml;ftigt, Menschen zur&uuml;ckzuweisen und die die Rechte von Migranten nicht ernst nimmt, nicht funktionieren. Mit der Abschottung der Au&szlig;engrenzen seien in der Praxis immer wieder &ldquo;willk&uuml;rliche Inhaftierungen, erzwungene R&uuml;ckkehr und sogar der Tod von Menschen&rdquo; verbunden, die laut Berichten dem Sterben auf See &uuml;berlassen werden&rdquo; (Quelle: Presseerkl&auml;rung von Amnesty International, 30.11.2009). Um die Fl&uuml;chtlinge bereits im Mittelmeer abzuwehren, setzt das Stockholmer-Programm auf den Ausbau von Personal und Ausr&uuml;stung der Grenzschutzagentur FRONTEX. Es gibt rund 1800 Au&szlig;engrenz&uuml;bergangsstellen, an denen Kontrollen durchgef&uuml;hrt werden. <\/p><p><strong>Die Fluchtgr&uuml;nde der Menschen werden im Programm konsequent ausgeblendet<\/strong>, obwohl einige Ursachen bekannt sind und bek&auml;mpft werden k&ouml;nnten: <\/p><blockquote><p><strong>&bdquo;Es gibt nichts Ungerechteres als die gleiche Behandlung von Ungleichen&ldquo;<br>\n(Paul F. Brandwein, amerikanischer Psychologe)<\/strong><\/p><\/blockquote><ul>\n<li>Zu Beginn der 1980er Jahre, mit dem Aufkommen des Monetarismus als vorherrschender &ouml;konomischer Schule und beeinflusst von den so genannten Chicago Boys, &auml;nderte der Internationale W&auml;hrungsfond (IWF) seine wirtschaftspolitische Ausrichtung und schlug einen strikt neoliberalen Wirtschaftskurs ein. Mit diesem Richtungswechsel verabschiedete sich der IWF von seinen urspr&uuml;nglichen Zielen. Kredite wurden fortan nur noch in Verbindung mit massiven Auflagen, den so genannten Strukturanpassungsprogrammen (SAPs) erteilt. Mit der Durchsetzung der Prinzipien des freien Waren- und Dienstleistungsverkehrs, der Wettbewerbsorientierung, vor allem aber der Deregulierung und Privatisierung &ouml;ffentlicher Aufgaben, verschaffte der IWF den global agierenden Konzernen der reichen Mitgliedsl&auml;nder Zugang zu neuen M&auml;rkten und wirtschaftliche Macht. Diese Politik wirkte sich &uuml;berwiegend fatal auf die Lebensbedingungen gro&szlig;er Teile der Bev&ouml;lkerung der vom IWF &ldquo;gef&ouml;rderten&rdquo; Staaten, insbesondere in den sog. Entwicklungsl&auml;ndern aus. Oft ist auch eine damit eine massive Zerst&ouml;rung der Umwelt einhergegangen. Die SAPs sehen nahezu durchg&auml;ngig ein Zur&uuml;ckdr&auml;ngen des Staates und die Privatisierung &ouml;ffentlicher Unternehmen vor. International operierende Unternehmen &uuml;bernehmen den einheimischen Markt. Die jeweiligen Volkswirtschaften werden bewusst und gezielt in ein dauerhaftes &ouml;konomisches Abh&auml;ngigkeitsverh&auml;ltnis gedr&auml;ngt, sei es von den Geldgebern, sei es von ausl&auml;ndischen Investoren oder von dort angesiedelten Unternehmen. Die Interessen der Mehrheit der Bev&ouml;lkerung bleiben dabei zweitrangig oder gar ganz auf der Strecke. Die Finanzkrise hat die Situation der armen L&auml;nder noch versch&auml;rft, da z.B. ihre Rohstofferl&ouml;se zur&uuml;ckgingen. Der afrikanische Handel schrumpfte z.B. <a href=\"http:\/\/www.attac.de\/aktuell\/krisen\/bankentribunal\/urteil\/\">um rund 17 Prozent<\/a>.<\/li>\n<li>Des Weiteren haben die EU-Agrarexportsubventionen die heimische Landwirtschaft an die Wand gedr&auml;ngt und zum Bankrott vieler lokaler Betriebe in zahlreichen L&auml;ndern Afrikas gef&uuml;hrt. Die Wirtschaftspartnerschaftsabkommen (Economic Partnership Agreements, EPAs) zwischen der EU und den Afrika-Karibik-Pazifik-(AKP)Staaten, zwingen die L&auml;nder u.a. zur Zollsenkung auf importierte europ&auml;ische Produkte und zur Markt&ouml;ffnung f&uuml;r Industrie- und Agrarprodukte aus der EU. Die einheimischen Produzenten sind damit einem Wettbewerb mit europ&auml;ischen Unternehmen ausgesetzt, in dem sie <a href=\"?p=2669\">chancenlos unterlegen sind<\/a>. Auch die negativen Auswirkungen der EU-Handelsstrategie &bdquo;Global Europe&ldquo;, die unter anderem auf die Liberalisierung &ouml;ffentlicher Beschaffungsm&auml;rkte und den ungehinderten Zugang der Europ&auml;ischen Union zu Energie- und Rohstoffen abzielt, werden im Programm als Armuts- und Fluchtursache <a href=\"?p=2839\">ausgeblendet<\/a>.<\/li>\n<\/ul><p><strong>L&uuml;ckenlose &Uuml;berwachung durch Datenerfassung und Datenbankvernetzung<\/strong><\/p><p>Das Mehrjahresprogramm von Stockholm schiebt die Fluchtursachen beiseite und setzt vor allem auf den Ausbau des Europ&auml;ischen <a href=\"http:\/\/europa.eu\/legislation_summaries\/justice_freedom_security\/free_movement_of_persons_asylum_immigration\/l14579_de.htm\">Grenz&uuml;berwachungssystems EUROSUR<\/a>. Mittels Satelliten, &Uuml;berwachungskameras in Flugzeugen und Drohnen sollen die von EUROSUR erfassten Daten an die Grenzschutzagentur FRONTEX weitergeleitet werden, um ein l&uuml;ckenloses &Uuml;berwachungsnetz zu kn&uuml;pfen. FRONTEX soll zudem k&uuml;nftig die Zust&auml;ndigkeit f&uuml;r die regelm&auml;&szlig;ige &Uuml;berpr&uuml;fung und Bewertung nationaler Grenzpolizeien &uuml;bertragen werden. Das Stockholmer-Programm sieht weiter die Zusammenf&uuml;hrung der europ&auml;ischen Datenbanken des Schengener Informationssystems (SIS k&uuml;nftig SIS II), des Visa-Informationssystems (VIS, geplant f&uuml;r Sept. 2010) und EURODAC (Fingerabdruck&ndash;Datenbank f&uuml;r Asylbewerber, seit 2003 in Betrieb) vor. Auch auf diesen Datenverbund soll FRONTEX Zugriff erhalten. Die Erweiterung der Datenbank, SIS II, auf der  biometrische Daten, Fotos und Fingerabdr&uuml;cke gespeichert werden, sollte bereits Ende 2007 eingef&uuml;hrt werden, musste jedoch aus technischen Gr&uuml;nden bislang immer wieder verschoben werden. Den EU-B&uuml;rgern wird das Schengen-Abkommen als Erleichterung der Grenz&uuml;berquerung ohne zeitaufw&auml;ndige Passkontrollen schmackhaft gemacht, doch das geplante Schengener Informationssystem SIS II ist aufgrund der gespeicherten biometrischen Daten keine simple Datenbank mehr, sondern ein Informations- und Ermittlungssystem mit dem Schwerpunkt &bdquo;Pr&auml;vention und Erkennung von Bedrohungen der &ouml;ffentlichen Ordnung und Sicherheit&ldquo;. <\/p><p><strong>Megadatenbank<\/strong><\/p><p>Au&szlig;erdem sieht das Stockholmer-Programm vor, die bislang auf unterschiedlichen Rechnern in Europa gespeicherten Daten k&uuml;nftig in einer so genannten &bdquo;Agentur zum Betriebsmanagement von IT-Gro&szlig;systemen&ldquo; zusammenlaufen zu lassen. Zur Bew&auml;ltigung des Datenflusses wird die Schaffung einer Verwaltungsbeh&ouml;rde unter dem Kommando von EUROPOL oder FRONTEX angestrebt. Die Agentur soll 2011 gegr&uuml;ndet werden und 2012 ihren Betrieb aufnehmen. Der EU-Datenschutzbeauftragte, Peter Hustinx lehnte in einer Stellungnahme vom 7.12.2009 den Vorschlag der Kommission bisher noch ab, die zentrale Datenschutzbeh&ouml;rde unter das Kommando der EU-Polizeibeh&ouml;rde EUROPOL oder der Grenzsicherungsagentur FRONTEX zu stellen. Da beide ein starkes Eigeninteresse an den Daten h&auml;tten und es zu Verst&ouml;&szlig;en gegen den Datenschutz kommen k&ouml;nne, propagiert Hustinx eine unabh&auml;ngige Agentur zur Verwaltung der Daten. <\/p><p>Die Vernetzung der Datenbanken l&auml;uft mittelfristig auf die Etablierung eines Informationsverbundes hinaus, um Polizei- und Sicherheitsbeh&ouml;rden der Mitgliedsstaaten einen optimalen Zugang zu den EU-Informationssystemen SIS, VIS, ZIS (Zollinformationssystem) und EURODAC zu erm&ouml;glichen. Mit der Einrichtung des Informationsverbunds verfolgt die EU einerseits das Ziel, auch  den Geheimdiensten den Zugriff auf bisher nur polizeilich genutzte europ&auml;ische Datenbanken zu er&ouml;ffnen und andererseits bisher weitgehend voneinander getrennte Systeme miteinander zu integrieren. Obwohl dieses Vorhaben von der deutschen Ratspr&auml;sidentschaft selbst angesto&szlig;en wurde, bestreitet die Bundesregierung in ihrer Antwort auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion (BT.-Drs.4365) die Schaffung eines solchen Informationsverbundes (Quelle: &bdquo;Zeit f&uuml;r eine neue B&uuml;rgerrechtsbewegung&ldquo;, Ein Diskussions- und Arbeitspapier von Jan Korte, Dominic Heilig, <a href=\"http:\/\/die-linke.de\/fileadmin\/download\/positionen\/korte_neue_buergerrechtsbewegung_0707.pdf\">Gesamtes Papier als PDF-Datei [275 KB]<\/a>).<\/p><p>Das Visainformationssystem ist mit dem Schengener Informationssystem verkn&uuml;pft, um Personen identifizieren und Abschiebungen illegaler Einwanderer vornehmen zu k&ouml;nnen. Quasi als Weiterentwicklung des VIS, ist im Mehrjahresprogramm ab 2015 die Einf&uuml;hrung eines &bdquo;Entry-Exit-Systems&ldquo; (Einreise- und Ausreise-Erfassungssystem) vorgesehen, das Grenz&uuml;bertrittsinformationen elektronisch speichert und vernetzt. Auf diese Weise k&ouml;nnen beispielsweise abgelaufene Visa sofort erkannt werden. Bei &Uuml;berschreitung der Visafrist werden &Auml;mter automatisch alarmiert, damit Haftbefehle mit Foto und Fingerabdruck ausgestellt und Fahndungen eingeleitet werden k&ouml;nnen. Dar&uuml;ber hinaus ist ein nach US-amerikanischem Vorbild Passenger Name Records System (<a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Passenger_Name_Record\">PNR<\/a>) geplant, mit welchem Fluggastdatens&auml;tze gespeichert werden.<br>\nDas Unabh&auml;ngige Datenschutzzentrum in Schleswig-Holstein kritisiert dieses Vorhaben, da riesige Datenbest&auml;nde von Reisenden aufgebaut w&uuml;rden. F&uuml;r die Erfassten sei nicht transparent, zu welchen Zwecken diese genutzt und wie lange die Daten bei welcher Stelle gespeichert w&uuml;rden. Die Datensch&uuml;tzer kritisieren, dass das Stockholmer-Programm das Registriersystem zwar erw&auml;hne, ohne sich zur Geeignetheit und Effizienz eines solchen <a href=\"https:\/\/www.datenschutzzentrum.de\/material\/tb\/tb32\/kap11.htm\">Verfahrens zu &auml;u&szlig;ern<\/a>.<\/p><p><strong>Terrorbek&auml;mpfung und Bek&auml;mpfung schwerwiegender Kriminalit&auml;t<\/strong><\/p><p>Des Weiteren enth&auml;lt das Stockholmer-Programm das Vorhaben, zum Zwecke des Informationsaustausches zwischen den Polizeibeh&ouml;rden der Mitgliedstaaten, eine Strategie entsprechend den Bestimmungen des Pr&uuml;mer Vertrags zu erarbeiten. Dieser Vertrag wurde zur Vertiefung der grenz&uuml;berschreitenden Zusammenarbeit, zur Bek&auml;mpfung des Terrorismus, der Kriminalit&auml;t und der illegalen Migration geschlossen. Er sieht innerhalb der Unterzeichnerstaaten gemeinsame Einsatzformen, wie Durchf&uuml;hrung gemeinsamer Streifen, grenz&uuml;berschreitendes Eingreifen zur Gefahrenabwehr sowie die &Uuml;bertragung hoheitlicher Befugnisse auf Polizeibeamte der anderen Vertragsstaaten vor. Au&szlig;erdem bezieht sich der Vertrag auf Fingerabdruckdaten, DNA-Analyse-Datenbanken, Fahrzeugregisterdaten, Telekommunikationsstandards- und Verbindungsdaten sowie Identifizierungs- und Personenstandsdaten und den grenzenlosen Datenaustausch durch Zugriff von Polizei- und Strafverfolgungsbeh&ouml;rden auf Datenbanken. Jeder EU-Mitgliedsstaat soll &uuml;ber die gleichen Daten verf&uuml;gen, auch wenn diese aus jeweils anderen nationalen Datenbanken stammen. Zwar bekr&auml;ftigt das Stockholmer-Programm vielfach nur wesentliche Bausteine, die mit dem Pr&uuml;mer Vertrag in weiten Teilen sowieso schon umgesetzt worden sind, da dieser nach dem St&auml;dtchen in der Eifel genannte Vertrag jedoch bisher nur ein internationales Abkommen auf Regierungs-Ebene ist, agierten die Unterzeichnerstaaten bislang au&szlig;erhalb des EU-Rechtsrahmens und umgingen die formellen Strukturen und die Rechtsprinzipien der EU, so etwa das Einstimmigkeitsprinzip auf Ministerratsebene. Somit existiert die Regelung zur zwischenstaatlichen polizeilichen Unterst&uuml;tzung bisher nur zwischen den Staaten, die den Pr&uuml;mer-Vertrag unterzeichnet haben. Um die zwischenstaatlichen Vertr&auml;ge auf die gesamte EU auszudehnen, sieht das Stockholmer-Programm nunmehr vor, die Bestimmungen des Vertrags in den Rechtsrahmen der EU zu &uuml;berf&uuml;hren. Damit werden auf der europ&auml;ischen Ebene verbindliche Vorgaben f&uuml;r die einzelnen Mitgliedstaaten gemacht, die die nationalen Gesetzgeber umsetzen m&uuml;ssen. Diese Aushebelung der nationalen Gesetzgeber &uuml;ber Br&uuml;ssel wird von den europ&auml;ischen Exekutiven immer h&auml;ufiger genutzt, um kritische politische Debatten in ihren jeweiligen Parlamenten oder in der &Ouml;ffentlichkeit zu unterlaufen. (Dies Umgehungsstrategie wird auch weiter unten im Absatz zur Europ&auml;ischen Gendarmerie-Truppe noch n&auml;her beschrieben.)<\/p><p><strong>Hintergr&uuml;nde &uuml;ber den Vertrag von Pr&uuml;m<\/strong><\/p><p>Urspr&uuml;nglich unterzeichneten die EU-Staaten Belgien, Luxemburg, Niederlande, Spanien, Frankreich, &Ouml;sterreich und Deutschland am 27. Mai 2005 den Vertrag von Pr&uuml;m, benannt nach dem Ort der Unterzeichnung in der Eifel. Am 15. Februar 2007 einigte sich der EU-Ministerrat auf eine &Uuml;berf&uuml;hrung derjenigen Vertragsbestimmungen in EU-Recht, die den Datenaustausch und die polizeiliche Zusammenarbeit betreffen. Auf der EU-Tagung am 12. und 13. Juni 2007, unter deutschem Vorsitz, erzielte der Ministerrat der europ&auml;ischen Innen- und Justizminister eine Einigung dar&uuml;ber, dass zentrale Teile des Vertrags von Pr&uuml;m in einen &bdquo;Beschluss zur Vertiefung der grenz&uuml;berschreitenden Zusammenarbeit&ldquo; &uuml;berf&uuml;hrt werden. Durch diesen Ratsbeschluss werden die Mitgliedstaaten verpflichtet, Datenbanken zu f&uuml;hren, die den automatisierten Datenaustausch erm&ouml;glichen. <\/p><p>Am 11. M&auml;rz 2008 paraphierten Deutschland und die USA dar&uuml;ber hinaus noch ein bilaterales Abkommen nach dem Vorbild des  &ldquo;Pr&uuml;mer Vertrages&rdquo;, dessen Kernelement der Informationsaustausch durch gegenseitige Vernetzung nationaler Datenbanken ist. Das Abkommen &bdquo;&uuml;ber die Vertiefung der Zusammenarbeit bei der Bek&auml;mpfung schwerwiegender Kriminalit&auml;t&ldquo; sieht vor, nach Ma&szlig;gabe des jeweils geltenden nationalen Rechts, im Einzelfall auch ohne Ersuchen, personenbezogene Daten zu &uuml;bermitteln, wenn Tatsachen die Annahme rechtfertigen, dass diese Personen terroristische Straftaten oder Straftaten, die hiermit in Zusammenhang stehen, begehen werden oder eine Ausbildung zur Begehung von terroristischen Straftaten <a href=\"?p=3228\">durchlaufen oder durchlaufen haben<\/a>.<\/p><p><strong>Bundesverfassungsgerichtsurteil zur Vorratsdatenspeicherung<\/strong><\/p><p>Am 2. M&auml;rz 2010 haben die Richter des Bundesverfassungsgerichts in Karlsruhe entschieden, dass die Vorratsdatenspeicherung von Telekommunikationsdaten gegen Art. 10 GG verst&ouml;&szlig;t und somit verfassungswidrig ist. Nach dem Urteil des Verfassungsgerichts sind die von den Anbietern von Telekommunikationsdiensten im Rahmen von beh&ouml;rdlichen Auskunftsersuchen erhobenen aber noch nicht &uuml;bermittelten, sondern bisher nur gespeicherten Telekommunikationsverkehrsdaten  unverz&uuml;glich zu l&ouml;schen und d&uuml;rfen nicht an die ersuchenden Stellen &uuml;bermittelt werden. Die Richter urteilten, dass f&uuml;r den Abruf der (ohnehin) gespeicherten Daten durch staatliche Organe, ein &bdquo;begr&uuml;ndeter Verdacht&ldquo; und eine &bdquo;konkrete Gefahr&ldquo; vorliegen muss. Positiv zu w&uuml;rdigen ist, dass auch ein Zugriff der Nachrichtendienste auf solche Daten eingeschr&auml;nkt wird. Aber andererseits sind die Gefahrentatbest&auml;nde (z.B. &bdquo;Abwehr einer gemeinen Gefahr&ldquo;) wiederum so offen beschrieben, dass im Zweifel auch Daten abgerufen werden k&ouml;nnten, wenn zu einer Demonstration aufgerufen wird, bei der es zu Gewaltausbr&uuml;chen (= gemeine Gefahr) kommen k&ouml;nnte. Hier wird dem Gesetzgeber und vor allem den staatlichen Organen ein <a href=\"?p=4668\">gro&szlig;er Gestaltungsspielraum zuerkannt<\/a>. <\/p><p><strong>Terrorismusbek&auml;mpfung<\/strong><\/p><p>Nach dem Vorbild des seit 2004 in Deutschland bestehenden &bdquo;Gemeinsamen Terrorismusabwehrzentrums&ldquo; (GTAZ), dem das Antiterrorzentrum in Paris Pate stand, sollen gem&auml;&szlig; des Stockholmer-Programms weitere Netzwerke in den Mitgliedstaaten eingerichtet werden. Im GTAZ arbeiten insgesamt 40 Beh&ouml;rden des Bundes und der L&auml;nder zusammen: 8 Bundesbeh&ouml;rden (Bundeskriminalamt (BKA), Bundesamt f&uuml;r Verfassungsschutz (BfV), Bundesnachrichtendienst (BND), Milit&auml;rischer Abschirmdienst (MAD), Bundespolizei (BPOL), Zollkriminalamt (ZKA), Bundesamt f&uuml;r Migration und Fl&uuml;chtlinge (BAMF) und die Generalbundesanwaltschaft (GBA) sowie 32 L&auml;nderbeh&ouml;rden (16 Landeskriminal&auml;mter (LKAs) und 16 Landesverfassungsschutz&auml;mter (LfVs). In zwei getrennten Auswertungs- und Analysezentren (der polizeilichen und der nachrichtendienstlichen Informations- und Analysestelle PIAS bzw. NIAS) arbeiten im GTAZ Spezial- und Analyseeinheiten aus Polizei und Geheimdiensten dauerhaft zusammen. Zweck der Kooperation sind u.a. die Erstellung von Strukturanalysen sowie zur Aufkl&auml;rung des islamistisch-terroristischen Personenpotenzials. Eingebunden in den Informationsaustausch sind, gem&auml;&szlig; einer Sachinformation des Bundesministeriums des Innern (BMI) vom 24. Mai 2006, auch ausl&auml;ndische Partnerbeh&ouml;rden. <\/p><p>Am 31. Dezember 2006 trat zus&auml;tzlich das Gesetz zur Errichtung gemeinsamer Dateien von Polizeibeh&ouml;rden und Nachrichtendiensten des Bundes und der L&auml;nder (Antiterrordatei, ATD) in Kraft. Mit der  ATD wird Polizeibeh&ouml;rden und Nachrichtendiensten ein schnellerer Zugriff auf Daten von Personen aus dem Bereich des internationalen Terrorismus und des ihn unterst&uuml;tzenden Extremismus erm&ouml;glicht. Es werden gewaltbereite oder gewaltgeneigte Extremisten und deren Kontaktpersonen gespeichert. Au&szlig;erdem werden Namen, Geburtsdaten, Anschriften, eine Einordnung als &bdquo;Mitglied oder Unterst&uuml;tzer einer terroristischen Vereinigung bzw. diese unterst&uuml;tzende Gruppierung&ldquo;, als &bdquo;Aus&uuml;bender, Unterst&uuml;tzer, Vorbereiter oder Bef&uuml;rworter terroristischer Gewalt&ldquo;, &bdquo;Kontaktperson&ldquo; und &bdquo;erweiterte Grunddaten&ldquo; gespeichert. Diese umfassen 17 Datenkategorien, unter anderem eigene bzw. genutzte Telekommunikationsanschl&uuml;sse und -endger&auml;te, E-Mail-Adressen, Bankverbindungen, Volks- bzw. ggf. Religionszugeh&ouml;rigkeit, Kenntnisse und Fertigkeiten in der Herstellung\/Umgang mit Sprengstoffen oder Waffen, Waffenbesitz\/ Gewaltbereitschaft. Die &bdquo;erweiterten Grunddaten&ldquo; enthalten Freitexte, in welchen frei formulierbar, &bdquo;erg&auml;nzende Hinweise, Bemerkungen und Bewertungen&ldquo; der Sicherheitsbeh&ouml;rden erfasst und gespeichert werden. Diese erweiterten Grunddaten sind zwar nur nach Freischaltung der speichernden Beh&ouml;rde sichtbar, aber im Eilfall erh&auml;lt eine abfragende Beh&ouml;rde zum Zweck der Gefahrenabwehr auch einen unmittelbaren Zugang zu diesen erweiterten Grunddaten. Ausl&auml;ndische Sicherheitsbeh&ouml;rden haben zwar keinen Zugriff auf die Antiterrordatei, jedoch werden einer Weitergabe von Informationen aus dieser ATD an ausl&auml;ndische Stellen keine Grenzen gesetzt (Quelle: Kleine Anfrage der Fraktion B&uuml;ndnis 90\/Die Gr&uuml;nen, Drucksache 16\/9833 vom 18.07.2008). Wenn Netzwerke, wie im Stockholmer-Programm vorgesehen, nach dem Vorbild des Gemeinsamen Terrorismusabwehrzentrums (GTAZ) in weiteren EU-Staaten etabliert werden, ist davon auszugehen, dass die gespeicherten Daten auch ausgetauscht werden, insbesondere da dem Datenaustausch vertraglich keine Grenzen gesetzt worden sind.<\/p><p>Ferner sieht das Stockholmer-Programm im Rahmen des Kampfes gegen den Terrorismus vor, in die Arbeit des EU-Rates, der Europ&auml;ischen Kommission, EUROPOLS und EUROJUST (zentrale Einheit auf europ&auml;ischer Ebene f&uuml;r Gerichte, Staatsanwaltschaften und anderer mit strafrechtlichen Angelegenheiten befasste Dienststellen der Mitgliedstaaten) auch die Arbeit des Gemeinsamen Lage- und Analyseabteilung SitCen (EU-Situation Centre, in dem die Informationen der Geheimdienste zusammengetragen und ausgewertet werden), einzubeziehen. <\/p><p>Der unkontrollierte Zugriff von Geheimdiensten auf Daten wird in Deutschland aufgrund der historischen Erfahrung in der Nazi-Zeit mit der Gestapo problematisch gesehen. Eine Diskussion um das Trennungsgebot von Milit&auml;r, Polizei, Grenzschutz und Geheimdiensten wird jedoch zunehmend nur noch theoretisch, wenn die Aufgabenfelder sich teilweise &uuml;berlagern und urspr&uuml;nglich nachrichtendienstliche, &bdquo;heimliche &ldquo; Ermittlungsmethoden europaweit k&uuml;nftig auch den Polizeibeh&ouml;rden zur Verf&uuml;gung stehen.<\/p><p><strong>Kompetenzerweiterung der Polizeibeh&ouml;rde EUROPOL<\/strong><\/p><p>Die europ&auml;ische Polizeibeh&ouml;rde EUROPOL, mit Sitz in Den Haag, wurde 1992 gegr&uuml;ndet und hat seit dem 1. Januar 2010 den Status einer EU-Institution, wodurch das Europ&auml;ische Parlament eine gewisse Kontrollfunktion gegen&uuml;ber EUROPOL erh&auml;lt. Die LINKE im Europaparlament kritisiert allerdings, dass immer noch keine justizielle Kontrolle der Polizeibeh&ouml;rde auf europ&auml;ischer Ebene m&ouml;glich ist.<br>\nEUROPOL koordiniert die Arbeit nationaler Polizeibeh&ouml;rden im Bereich der grenz&uuml;berschreitenden Kriminalit&auml;t und soll in Zukunft auch den Informationsaustausch zwischen den nationalen Polizeibeh&ouml;rden f&ouml;rdern. Gem&auml;&szlig; des Stockholmer-Programms sollen auch Synergien zwischen EUROPOL und FRONTEX weiterentwickelt und Netze von Verbindungsbeamten in den Mitgliedstaaten oder Drittstaaten besser koordiniert und effizienter eingesetzt werden. EUROPOL soll in Zukunft systematisch &uuml;ber den Einsatz von gemeinsamen Untersuchungsteams informiert und in wichtige grenz&uuml;berschreitende Operationen einbezogen werden. Au&szlig;erdem ist geplant, EUROPOL die Schulungsaufgaben der Europ&auml;ischen Polizeiakademie (EPA) zu &uuml;bertragen. <\/p><p>EUROPOL wird von B&uuml;rgerrechtlern und Datensch&uuml;tzern wegen der F&uuml;hrung einer Verd&auml;chtigen-Datei und der F&uuml;hrung einer Arbeitsdatei zu Analysezwecken heftig kritisiert, da diese Dateien das Prinzip der Unschuldsvermutung umkehren. Dar&uuml;ber hinaus wird die Kompetenzerweiterung von EUROPOL von Kritikern als eindeutiges Indiz f&uuml;r die Schaffung eines europ&auml;ischen Polizeiamtes gesehen, das schon seit den 1970er-Jahren im Gespr&auml;ch ist. <\/p><p><strong>Aufbau von Ad-hoc-Netzen<\/strong><\/p><p>Ferner soll nach dem Stockholmer Vertrag die Vernetzung verschiedener Polizeien mit Hilfe eines Ad-hoc-Netzes (flexible Kommunikation, ohne feste Infrastruktur) vereinfacht werden. Mit Hilfe dieser Form der mobilen &Uuml;bertragung k&ouml;nnen mobile Ger&auml;te sofort eine Verbindung zueinander aufbauen, ohne dass eine &uuml;bergeordnete Infrastruktur n&ouml;tig w&auml;re. Sensoren wie &Uuml;berwachungskameras und Bewegungsmelder k&ouml;nnen sich selbst&auml;ndig in ein solches Netz einw&auml;hlen. <\/p><p>Es ist allerdings durchaus m&ouml;glich, dass sich Unbefugte in ein solches Netz einklinken. Das Ad-hoc-Netz bietet eine Angriffsfl&auml;che f&uuml;r Hackerangriffe oder sonstige unbefugte Zugriffe und erschwert die Kontrolle &uuml;ber Einhaltung gesetzlicher Vorgaben. Das Ad hoc-Verfahren soll gem&auml;&szlig; des Stockholmer-Programm auch an sportlichen Ereignissen und Gro&szlig;demonstrationen eingesetzt und bei den Olympischen Spielen in London 2012 erstmals getestet werden. <\/p><p><strong>Verbrechensbek&auml;mpfung mit Hilfe pr&auml;ventiver Datenansammlungen<\/strong><\/p><p>Die EU-Kommission hat am 11.11.2009 ein Gr&uuml;nbuch zur &bdquo;Erlangung verwertbarer Beweise in Strafsachen aus einem <a href=\"http:\/\/eurlex.europa.eu\/LexUriServ\/LexUriServ.do?uri=COM:2009:0624:FIN:DE:PDF\">anderen Mitgliedstaat&ldquo; angenommen [PDF &ndash; 35 KB]<\/a>. Es handelt sich dabei unter anderem um ein umfassendes System zur Erlangung von Beweismitteln in grenz&uuml;berschreitenden Straff&auml;llen, das sich auch auf erst noch zu erhebende bzw. unverf&uuml;gbare Beweise (DNA-Proben) erstrecken soll. Zum Zwecke der grenz&uuml;bergreifenden Kriminalit&auml;tsbek&auml;mpfung wurden mit dem Stockholmer-Programm<\/p><ul>\n<li>die Ausweitung des Europ&auml;ischen Strafregisterinformationssystems (ECRIS),<\/li>\n<li>ein Index von Straft&auml;tern aus Drittstaaten (EICTCN),<\/li>\n<li>die Einrichtung eines europ&auml;ischen Kriminalaktennachweises (EPRIS) und<\/li>\n<li>eines Europ&auml;ischen Netzes zur Kriminalit&auml;tsverh&uuml;tung (EUCPN)<\/li>\n<\/ul><p>beschlossen. <\/p><p>Hierbei handelt es sich um den Aufbau eines Beobachtungszentrums f&uuml;r Verbrechenspr&auml;vention (OPC &ndash; Observatory for the Prevention of Crime), in welchem alle EU-Daten zu Verbrechen gesammelt, Statistiken und Analysen erstellt werden. Das Netz verf&uuml;gt &uuml;ber ein Sekretariat, das k&uuml;nftig an EUROPOL angeschlossen werden soll. Anhand der Auswertung mit Datamining-Programmen (Durchsuchen und Auswerten gigantischer Datenbest&auml;nde), sollen in dem Institut auch Prognosen &uuml;ber zuk&uuml;nftige Straftaten erstellt werden. <\/p><p>Die Erstellung von Profilen durch automatisierte Suchvorg&auml;nge mittels Softwareprogrammen ist allerdings ein gef&auml;hrliches Unterfangen, da auch unbescholtene EU-B&uuml;rger leicht unter Verdacht geraten k&ouml;nnen. Diese Vorhaben werden vorangetrieben, obwohl sich &auml;hnliche Ans&auml;tze bei der Rasterfahndung als v&ouml;llig untauglich erwiesen haben.<br>\nDie Art der Datenauswertung kann spontan formuliert bzw. umformuliert werden, das ist das Prinzip der Dataminingprogramme. Entsprechend schwierig wird die Zul&auml;ssigkeit einer Auswertung zu beurteilen sein. In einem solchen komplexen Umfeld die Art und den Umfang der Auswertung juristisch zu kontrollieren und die Einhaltung des Datenschutzes zu &uuml;berpr&uuml;fen, ist praktisch unm&ouml;glich. Der Datenschutzbeauftragte der EU, Peter Hustinx, kritisierte zu Recht, dass es sich bei diesem Austausch um extrem sensible Daten handle und dass bisher die Zust&auml;ndigkeit f&uuml;r den Datenschutz nicht gekl&auml;rt sei. (Auf der Website des unabh&auml;ngiges Datenschutzzentrums in Schleswig-Holstein sind die Begriffe <a href=\"https:\/\/www.datenschutzzentrum.de\/material\/themen\/divers\/bankds.htm#12\">Data-Warehouse und Data-Mining definiert<\/a>)<\/p><p><strong>Datenbankvernetzung nach dem Prinzip der Verf&uuml;gbarkeit<\/strong><\/p><p>Ferner sieht das Stockholmer Programm die umfangreiche Vernetzung nationaler Datenbanken entsprechend dem &bdquo;Prinzip der Verf&uuml;gbarkeit&ldquo; vor, dazu geh&ouml;ren u.a. die Daten, die bereits durch den Vertrag von Pr&uuml;m ausgetauscht werden und Daten der Zollbeh&ouml;rden, der Visabeh&ouml;rden, von EUCARIS (European Car Information System, europaweites Kfz-Register, in Deutschland Kraftfahrtbundesamt) und des OPC (Observatory for the Prevention of Crime &ndash; Beobachtungszentrum f&uuml;r Verbrechenspr&auml;vention). Nach dem &bdquo;Prinzip der Verf&uuml;gbarkeit&ldquo; verpflichten sich die Mitgliedstaaten, gleichwertigen Strafverfolgungsbeh&ouml;rden und EUROPOL die Daten zur Verf&uuml;gung zu stellen, &ldquo;die diese zur Erf&uuml;llung ihrer gesetzlichen Aufgaben im Hinblick auf die Verh&uuml;tung, Aufdeckung und <a href=\"https:\/\/www.datenschutzzentrum.de\/polizei\/060329-pruem.htm\">Untersuchung von Straftaten ben&ouml;tigen<\/a>&ldquo;. <\/p><p>Das unabh&auml;ngige Datenschutzzentrum in Schleswig-Holstein fordert in diesem Zusammenhang, dass zumindest gekl&auml;rt werden m&uuml;sse, inwieweit dabei die Rohdaten der nationalen Beh&ouml;rden und die Inhalte von Analysen weitergegeben werden sollen. Bei den differenzierten Ans&auml;tzen m&uuml;sse neben dem automatisierten Datenaustausch weiterhin die konventionelle Daten&uuml;bermittlung, etwa durch <a href=\"https:\/\/www.datenschutzzentrum.de\/material\/tb\/tb32\/kap11.htm\">Verbindungsbeamte, im Blickfeld bleiben<\/a>.<\/p><p><strong>Internet&uuml;berwachung<\/strong><\/p><p>Zur Bek&auml;mpfung terroristischer Bedrohungen setzte sich bereits die Deutsche Ratspr&auml;sidentschaft f&uuml;r eine arbeitsteilige Form der Zusammenarbeit aller mit der Internet&uuml;berwachung befassten Sicherheitsbeh&ouml;rden der Mitgliedstaaten, unter Einbindung von EUROPOL, ein (Europa gelingt gemeinsam, Pr&auml;sidentschaftsprogramm 1. Januar 2007 &ndash; 30. Juni 2007). Diese Forderung taucht auch wieder im Stockholmer-Programm auf, in dem es hei&szlig;t, dass die Nutzung des Internets zu &bdquo;terroristischen Zwecken&ldquo; st&auml;rker &uuml;berwacht werden muss und hierzu die Kapazit&auml;ten der f&uuml;r die Kontrolle zust&auml;ndigen Beh&ouml;rden aufgestockt und entsprechende technische Mittel bereitgestellt werden m&uuml;ssen. <\/p><p>Es ist zu bef&uuml;rchten, dass die Kriminalit&auml;ts- und Terrorbek&auml;mpfung genutzt wird, um peu &agrave; peu einer umfassenden Internetzensur den Weg zu bereiten. F&uuml;r die Internet-Kontrolle soll die EU-Polizeibeh&ouml;rde EUROPOL verantwortlich sein.<\/p><p><strong>Zusammenarbeit Polizei, Milit&auml;r und Entwicklungshilfeorganisationen<\/strong><\/p><p>Die EU-Mitgliedstaaten Italien, Spanien, Frankreich, Portugal und die Niederlande haben im September 2004 einen Vertrag zur Gr&uuml;ndung einer &ldquo;Europ&auml;ischen Gendarmerietruppe&rdquo; (EGF, EUROGENDFOR) <a href=\"http:\/\/www.eurogendfor.org\/\">geschlossen<\/a>. Die Gr&uuml;ndung der EGF-Truppe erfolgte au&szlig;erhalb es Rechtsrahmens der EU-Sicherheits- und Verteidigungspolitik. Mit der EGF kann die EU auf eine paramilit&auml;rische Truppe zur&uuml;ckgreifen, um beispielsweise eine m&ouml;gliche EU- Besatzungspolitik nicht nur zivil-milit&auml;risch zu begleiten, sondern um auch um Kapazit&auml;ten zur Niederschlagung m&ouml;glicher Widerst&auml;nde bereitzustellen (Quelle: la gauche, EU-Militarisierung: Stand, Entwicklung, Alternativen, Die Linke im Europaparlament). Mit dem Stockholmer-Programm soll diese Truppe (600-3000 Mann) in den Rechtsrahmen der EU &uuml;berf&uuml;hrt werden. Die Truppe arbeitet auch mit der Grenzschutzagentur FRONTEX zusammen. Die dazugeh&ouml;rige Akademie in Vicenza wird von den G8-Staaten finanziert. Die deutsche Polizei ist zwar der EGF noch nicht beigetreten, arbeitet aber mit polizeilichen und milit&auml;rischen Einheiten anderer L&auml;nder z.B. im Kosovo und Afghanistan zusammen. <\/p><p>K&uuml;nftig sollen nach dem Stockholmer-Programm au&szlig;erdem die Zusammenarbeit von Milit&auml;r, Polizei und Entwicklungshilfeorganisationen zunehmend verst&auml;rkt werden. Der Islamwissenschaftler, Christoph Burgmer, hat sich am 13.12.2009 im Deutschlandradio <a href=\"http:\/\/www.dradio.de\/dlf\/sendungen\/essayunddiskurs\/1086368\/\">zu dieser Form der Zusammenarbeit ge&auml;u&szlig;ert<\/a>):<\/p><blockquote><p>&bdquo;In Afghanistan ist eine Gesellschaft entstanden, die, wenn man es biologisch ausdr&uuml;ckt, durch die &ldquo;Symbiose&rdquo; von Hilfsorganisationen und Milit&auml;rs gepr&auml;gt ist, Armeen und NGOs sind verquickter als jemals zuvor. Politisch ist so ein undurchschaubares, nicht steuerbares komplexes Geflecht gegenseitiger Abh&auml;ngigkeiten entstanden, das korrupte Politiker, Warlords und Kriminelle leicht infiltrieren und f&uuml;r eigene Zwecke nutzen k&ouml;nnen.&ldquo;<\/p><\/blockquote><p><strong>Immer dichtere &Uuml;berwachungsnetze erw&uuml;rgen die Freiheit, ohne Sicherheit zu erh&ouml;hen<\/strong><\/p><p>Die angestrebten Ma&szlig;nahmen zur Fl&uuml;chtlingspolitik, Terrorbek&auml;mpfung und zur Bek&auml;mpfung der grenz&uuml;berschreitenden Kriminalit&auml;t sind &auml;u&szlig;erst problematisch zu sehen, da Megadatenbanken und deren Vernetzung die Probleme nicht l&ouml;sen k&ouml;nnen und schon gar nicht etwa die Ursachen von Fluchtbewegungen oder von Terrrorismus angehen. Sie liefern ein undurchschaubares und nicht mehr kontrollierbares, hoch komplexes &Uuml;berwachungsnetz, das weder die Freiheit noch die Sicherheit der EU-B&uuml;rger st&auml;rkt. Im Gegenteil: Es werden zunehmend B&uuml;rgerrechte (wie etwa das Grundrecht auf informationelle Selbstbestimmung) ausgehebelt. Der EU-B&uuml;rger hat keinerlei Einfluss darauf, was gespeichert wird, wer Einblick in diese Daten erh&auml;lt, wie lange diese gespeichert sind, wann und ob &uuml;berhaupt jemals eine L&ouml;schung erfolgt. <\/p><p>Ma&szlig;nahmen wie etwa faire Handelsvertr&auml;ge, ein Stopp der subventionierten Agrarprodukte und die Entrichtung angemessener Preise f&uuml;r den Abbau nat&uuml;rlicher Ressourcen, die Bek&auml;mpfung der Korruption, um den Menschen in ihren Heimatl&auml;ndern ein menschenw&uuml;rdiges Leben zu erm&ouml;glichen, w&auml;ren weitaus wirkungsvoller als mit einem immens teuren &Uuml;berwachungsnetzwerk Europa zu einer un&uuml;berwindbaren Festung auszubauen. Der Stockholmer Vertrag verschafft vor allem der IT-Branche f&uuml;r die Erstellung von Datenbanken millionenschwere Auftr&auml;ge. <\/p><p>Auch der Terrorismus kann nicht mit &Uuml;berwachungsma&szlig;nahmen gel&ouml;st werden, das wurde einmal mehr im Dezember 2009 deutlich als ein Nigerianer beinahe einen Airbus zum Absturz brachte. Auch der Terroranschlag in der Moskauer U-Bahn Ende M&auml;rz, bei dem fast 40 unschuldige Menschen get&ouml;tet und &uuml;ber 70 Menschen verletzt wurden, hat ebenfalls gezeigt, dass &Uuml;berwachung, Einschr&auml;nkung der Freiheitsrechte und B&uuml;rgerkontrollen den menschenverachtenden Terroranschlag nicht verhindern konnten. <\/p><p>Aufgrund der Vielschichtigkeit von Fluchtbewegungen, Terrorismus oder grenz&uuml;berschreitender (organisierter) Kriminalit&auml;t bed&uuml;rfte eine Vielzahl von Ma&szlig;nahmen in ganz anderen Politikfeldern als der &bdquo;inneren Sicherheit&ldquo; und der Aussp&auml;hung.<br>\nDazu geh&ouml;rte vor allem eine weltweite Wirtschaftspolitik, die nicht die Ungleichheit versch&auml;rft, die kulturelle Vielfalt schw&auml;cht und nicht die Unternehmensinteressen auf Kosten des Wohlstands der gew&ouml;hnlichen B&uuml;rger und der Umwelt f&ouml;rdert.<br>\nDazu geh&ouml;rte auch der interkulturelle Dialog zwischen &bdquo;abendl&auml;ndischer&ldquo; und islamischer Welt genauso wie eine menschliche und faire L&ouml;sung des Israel-Pal&auml;stina-Konflikts. Konflikte, die &uuml;ber Jahrzehnte gewachsen sind, k&ouml;nnen nicht mit Datensammelwut und &Uuml;berwachungsma&szlig;nahmen behoben werden, sondern nur durch ein vorsichtiges Ann&auml;hern auf gleicher Augenh&ouml;he und das erfordert viel Zeit und Fingerspitzengef&uuml;hl, ein Verst&auml;ndnis und die Akzeptanz der verschiedenen Kulturen auf beiden Seiten.<br>\nDie Ursachen des Terrorismus werden nicht einmal im Ansatz diskutiert, stattdessen wird seine Bek&auml;mpfung mit einem enormen technischen Aufwand betrieben. Dabei werden massive Eingriffen in die Privatsph&auml;re und die pers&ouml;nliche Freiheit der B&uuml;rger als angeblich problemlos in Kauf genommen. Der B&uuml;rger hat nicht mehr die Freiheit zu w&auml;hlen, ob er seine biometrischen Daten oder Fingerabdr&uuml;cke abgeben will, er muss und er hat keinen Einfluss &uuml;ber die Verwendung seiner pers&ouml;nlichen Daten.<br>\nDer gleichen Logik folgt die Bek&auml;mpfung von Fl&uuml;chtlingsstr&ouml;men, die mit modernster Technologie und Milliardenaufwand einged&auml;mmt werden sollen. Auch da werden nicht die Ursachen thematisiert, schlie&szlig;lich sind sie ja auch kein lukratives Gesch&auml;ftsfeld. <\/p><p>Das Stockholmer Programm ist eine Kopfgeburt von &Uuml;berwachungsfetischisten angefeuert von den Allmachtsphantasien der &ouml;konomisch (und politisch) immer m&auml;chtiger werdenden IT-Konzerne. Hier wird ein Kontroll- und &Uuml;berwachungsapparat aufgebaut, der demokratischer und juristischer Kontrolle nicht mehr zug&auml;nglich ist und deswegen zum Missbrauch geradezu einl&auml;dt.<br>\nMit jedem neuen Datenpool und der zunehmenden Komplexit&auml;t der zusammengef&uuml;hrten Datenmengen wird das Datennetz immer enger und erw&uuml;rgt zunehmend die Freiheit der B&uuml;rger, ohne ihnen mehr Sicherheit zu bringen.<\/p><p><strong>Quelle:<\/strong> <a href=\"upload\/pdf\/100416_Stockholm-Programme.pdf\">Das Stockholmer Programm [PDF &ndash; 400 KB]<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Europ&auml;ische Rat hat auf dem EU-Gipfel im Dezember 2009 das <a href=\"upload\/pdf\/100416_Stockholm-Programme.pdf\">&bdquo;Stockholmer Programm&ldquo; [PDF &ndash; 400 KB]<\/a> beschlossen. Dieses Mehrjahresprogramm f&uuml;r die Jahre 2010-2014 verkn&uuml;pft die europ&auml;ische Justiz- und Innenpolitik mit der Politik f&uuml;r Innere Sicherheit und erhebt den Anspruch einen europ&auml;ischen &bdquo;Raum der Freiheit, der Sicherheit und des Rechts im Dienste der B&uuml;rger&ldquo;<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=5245\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[184,22,60],"tags":[1041,1040,1039,589,1554,658,340],"class_list":["post-5245","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-ueberwachung","category-europaische-union","category-innere-sicherheit","tag-amnesty-international","tag-de-maiziere-thomas","tag-frontex","tag-iwf","tag-orwell-2-0","tag-vorratsdatenspeicherung","tag-zuwanderung"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5245","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=5245"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5245\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5247,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5245\/revisions\/5247"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=5245"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=5245"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=5245"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}