{"id":525,"date":"2005-04-19T19:12:23","date_gmt":"2005-04-19T17:12:23","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/v2\/?p=525"},"modified":"2016-03-15T17:10:50","modified_gmt":"2016-03-15T16:10:50","slug":"warum-2-senkung-der-lohnnebenkosten-die-wettbewerbsfahigkeit-verbessern-eine-verteuerung-des-euro-um-29-aber-nicht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=525","title":{"rendered":"Warum 2% Senkung der Lohnnebenkosten die Wettbewerbsf\u00e4higkeit verbessern, eine Verteuerung des Euro um 29% aber nicht?"},"content":{"rendered":"<p>Der gesamte Personalaufwand aller deutschen Unternehmen betrug 2001 17,4% des Umsatzes. Eine 2%-ige Senkung der Lohnebenkosten schl&uuml;ge mit 0,35% der unternehmerischen Kostenrechnung zu Buche. Die Senkung der Lohnnebenkosten wird in der politischen Debatte und in der Agenda 2010 als eines der wichtigsten Ziele zur Verbesserung der Wettbewerbsf&auml;higkeit behandelt. Der Euro hatte von 2002 auf 2003 einen Wertzuwachs gegen&uuml;ber dem US-Dollar um 29% . Trotz der verteuerten Exporte war das Jahr 2004 f&uuml;r die deutsche Exportwirtschaft dennoch ein absolutes Rekordjahr. Offenbar wird bei der Wettbewerbsf&auml;higkeit mit zweierlei Ma&szlig;st&auml;ben gemessen, legt einer unserer Leser dar.<br>\n<!--more--><br>\nNach der Unternehmensstatistik der Deutschen Bundesbank belief sich im Jahr 2001 der Personalaufwand (L&ouml;hne, Geh&auml;lter, soziale Abgaben und freiwillige soziale Aufwendungen) aller deutscher Unternehmen, also aller Kapitalgesellschaften, Personengesellschaften und Einzelunternehmen, auf 17,4 Prozent des Umsatzes dieser Unternehmen. Seit 2001 hat sich die Rationalisierung in den Unternehmen fortgesetzt, hat es eine neue Welle der Arbeitslosigkeit gegeben, wurde die Personalkostenquote der Unternehmen noch weiter reduziert.<br>\nWenn nun die Unternehmen &ndash; maximal gerechnet &ndash; 20 Prozent der L&ouml;hne und Geh&auml;lter als Sozialbeitr&auml;ge zahlen, dann entspricht das, hochgegriffen, einer Umsatzquote von etwa 3,5 Prozent. (Die anderen rd. 20 Prozent Sozialabgaben zahlen ja die Arbeitnehmer selbst.) Gel&auml;nge es tats&auml;chlich, diesen Beitragsanteil der Unternehmen zu den Sozialabgaben von 20 Prozent auf 18 Prozent, also um zwei Prozentpunkte zu reduzieren, was schon eine stolze reformerische Leistung w&auml;re, dann schl&uuml;ge das mit 0,35 Prozentpunkten des Umsatzes bzw. der Kostenrechnung zu Buche, was also makro&ouml;konomisch schon kaum mehr messbar w&auml;re. Das ist nat&uuml;rlich eine Durchschnittsrechnung, die Personalkostenbelastung der Arbeitgeber ist im Handwerk, im Einzelhandel, bei den freien Berufe nat&uuml;rlich weit &uuml;berdurchschnittlich, wirkt sich daf&uuml;r aber auch im internationalen Wettbewerb mangels Globalisierung dieser Bereiche kaum aus.<br>\nAllein von Januar 2002 bis zum 6. Mai 2003 wurde der Euro gegen&uuml;ber dem US-Dollar um 29 Prozent aufgewertet, verteuerte sich also der deutsche Export in den Dollarraum in diesem Ausma&szlig;, und die Aufwertungstendenz hat sich in die Folgejahren fortgesetzt. Die meisten Fachleute sagen, das sei &uuml;berhaupt kein Problem f&uuml;r die Wettbewerbsf&auml;higkeit der deutschen Wirtschaft, eine Feststellung, die auch durch die Ausfuhrstatistik belegt wird: Das Jahr 2004 war f&uuml;r die deutsche Exportwirtschaft ein absolutes Rekordjahr. <\/p><p>Gesamtwirtschaftliche Ver&auml;nderungen, Chancen und Risiken werden also in der &ouml;ffentlichen Diskussion mit unterschiedlichen Ma&szlig;st&auml;ben gemessen, je nachdem, ob sie im Bereich der Arbeit oder aber des Kapitals eintreten.\t<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der gesamte Personalaufwand aller deutschen Unternehmen betrug 2001 17,4% des Umsatzes. Eine 2%-ige Senkung der Lohnebenkosten schl&uuml;ge mit 0,35% der unternehmerischen Kostenrechnung zu Buche. Die Senkung der Lohnnebenkosten wird in der politischen Debatte und in der Agenda 2010 als eines der wichtigsten Ziele zur Verbesserung der Wettbewerbsf&auml;higkeit behandelt. Der Euro hatte von 2002 auf 2003<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=525\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[25,134,157],"tags":[380,1085],"class_list":["post-525","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-lohnnebenkosten","category-finanzen-und-waehrung","category-wettbewerbsfaehigkeit","tag-export","tag-wechselkurse"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/525","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=525"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/525\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":32156,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/525\/revisions\/32156"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=525"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=525"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=525"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}