{"id":5258,"date":"2010-04-20T09:12:03","date_gmt":"2010-04-20T07:12:03","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=5258"},"modified":"2010-04-20T09:14:48","modified_gmt":"2010-04-20T07:14:48","slug":"hinweise-des-tages-1123","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=5258","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: Bankenrettung treibt Staatsschulden; Goldman Sachs-Betrug weitet sich aus; Asche und Export&uuml;berschuss; Airlines buhlen um Staatshilfe; 4,7% weniger Besch&auml;ftigte im Verarbeitenden Gewerbe; der Markt hat immer Recht; Vorteile der Industriepolitik; Hartz IV-Jugendliche; Griechenland als Ausrede; Berliner S-Bahn entgleist; Propaganda f&uuml;r die Bundeswehr; NRW-Wahl; Auslandsberichte; Liberalismus; 5 Jahre Benedikt. (WL)<br>\n<!--more--><\/p><ol>\n<li><a href=\"#h01\">Bankenrettung treibt Staatsschulden<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h02\">Goldman Sachs-Betrug weitet sich aus <\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h03\">Asche und Export&uuml;berschuss<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h04\">Airlines buhlen um Staatshilfen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h05\">Februar 2010: 4,7% weniger Besch&auml;ftigte im Verarbeitenden Gewerbe<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h06\">Trichet: Der Markt hat immer Recht<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h07\">Dani Rodrik: Die Vorteile der Industriepolitik<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h08\">Hartz IV-Regeln f&uuml;r Jugendliche: Gegenleistung um jeden Preis<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h09\">Arbeitslose m&uuml;ssen auf Griechen warten<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h10\">Hartz IV-H&auml;rtefallregelung wird unterschiedlich bewertet<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h11\">Benzinpreise: Wenn man anf&auml;ngt zu graben, dann findet man auch was<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h12\">Berliner S-Bahn: Die Entgleisung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h13\">&raquo;Es regt sich Unmut gegen Scheinlisten&laquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h14\">Deutsche Beh&ouml;rden haben keinen Zugang zu US-Terrorlisten<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h15\">Propagandaoffensive bereitet Bundeswehr-Offensive den Boden<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h16\">Die Gnadenvolle, Ursula von der Leyen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h17\">NRW-Wahl: Liebesheirat ausgeschlossen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h18\">Die K-Frage der Union<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h19\">Sieg des Au&szlig;enseiters in britischer TV-Debatte<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h20\">Das gepl&uuml;nderte Land<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h21\">Amerikas Rechte macht mobil<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h22\">IDF order will enable mass deportation from West Bank<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h23\">&Uuml;ber die Gleichurspr&uuml;nglichkeit von Liberalismus und &raquo;rassischer&laquo; Sklaverei<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h24\">Zu guter Letzt: 5 Jahre Benedikt, Kabarett mit Wilfried Schmickler<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"?p=5258&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/a><\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Bankenrettung treibt Staatsschulden<\/strong><br>\nDie St&uuml;tzung der Finanzinstitute ist f&uuml;r den Gro&szlig;teil der in den vergangenen beiden Jahren in Deutschland aufgeh&auml;uften Schulden verantwortlich. Das geht aus den Zahlen zur Staatsverschuldung hervor, welche die Bundesbank am Montag ver&ouml;ffentlichte. So entfielen in den Jahren 2008 und 2009 rund 53 Prozent der Bruttoneuverschuldung auf Rettungsma&szlig;nahmen zugunsten von Finanzinstituten im Zusammenhang mit der Finanzmarktkrise. Insgesamt lag die Verschuldung Ende 2009 bei 1762 Mrd. Euro beziehungsweise 73,2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP).<br>\nMit Ver&ouml;ffentlichung der Bundesbank-Daten wird nun klar, dass jedoch nur ein geringerer Teil der Bruttoschulden, welche die Bundesregierung in den vergangenen beiden Jahren machte, direkt auf die Konjunkturhilfen zur&uuml;ckzuf&uuml;hren ist.<br>\nInsgesamt stieg die deutsche Bruttoneuverschuldung in den beiden Jahren bis Ende 2009 um 183 Mrd. Euro. Die Kosten der St&uuml;tzung der Finanzinstitute lag in dieser Zeit bei rund 98 Mrd. Euro, teilte die Bundesbank mit.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/politik\/deutschland\/:folgen-der-finanzkrise-bankenrettung-treibt-staatsschulden\/50103077.html\">FTD<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Bitte merken Sie sich diese Zahl von 98 Milliarden f&uuml;r die St&uuml;tzung der Finanzinstitute, Sie werden sie f&uuml;r ihre Argumentation dringend gebrauchen, wenn es bald hei&szlig;en wird, f&uuml;r den Schuldenabbau m&uuml;ssten die Sozialausgaben gek&uuml;rzt werden.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Goldman Sachs-Betrug weitet sich aus<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Deutsche Bank unter Druck<\/strong><br>\nDie Ermittlungen gegen Goldman Sachs weiten sich auf weitere Kreditinstitute aus &ndash; darunter die Deutsche Bank. Auch die hatte sich auf Wett-Gesch&auml;fte mit dem Hedgefonds von John Paulson eingelassen. Die Klage gegen Goldman Sachs lie&szlig; die Aktie der Deutschen Bank nun an zwei aufeinanderfolgenden Handelstagen einbrechen. Seit Freitag verlor das Institut fast zehn Prozent seines B&ouml;rsenwerts. Zwischen 2005 und Ende 2006 legte die US-Tochter der Deutschen Bank mehrere Finanzmarktpapiere auf, mit denen Anleger von den hohen Immobilienpreisen in Amerika profitieren sollten (sogenannte CDO). Gleichzeitig verkaufte sie Ausfallversicherungen an Hedgefonds, die auf das Gegenteil &ndash; also das Platzen der Blase &ndash; setzten. Die Deutsche Bank wollte sich am Montag nicht dazu &auml;u&szlig;ern.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/_em_cms\/_globals\/print.php?em_ssc=MSwwLDEsMCwxLDAsMSww&amp;em_cnt=2561089&amp;em_loc=31&amp;em_ref=\/in_und_ausland\/wirtschaft\/aktuell\/&amp;em_ivw=fr_wirtop\">FR<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Vielleicht pr&auml;sentiert uns die US-B&ouml;rsenaufsicht dann auch einige interessante Telefonate und e-mails der Deutschen Bank.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><strong>Neuer Stoff f&uuml;r die Bankendebatte<\/strong><br>\nF&uuml;r Krimifans bieten die Finanzm&auml;rkte wieder einmal jede Menge Unterhaltung. Da verb&uuml;ndet sich ein b&ouml;ser Spekulant, der Hedge-Fonds-Betreiber John Paulson, mit der Investmentbank Goldman Sachs, um Anleger nach Strich und Faden zu betr&uuml;gen. Gemeinsam f&uuml;llen sie ein Wertpapier mit Immobilien-Krediten, obwohl, nein, weil sie wissen, dass diese wackeln. Mit Absicht w&auml;hlt Paulson faule Eier aus, um gegen sein K&ouml;rbchen wetten zu k&ouml;nnen. F&uuml;r ihn ein sicheres Gesch&auml;ft. Ihm ist ja klar, dass der Preis verfallen muss. Bewiesen ist diese Geschichte nicht, auch wenn sie leider plausibel statt unglaublich wirkt.<br>\nDas Erfreuliche an dem Fall ist, dass er zentrale Antreiber des Finanzmarktkrise aus der Anonymit&auml;t herausholt. Das erste Mal in dieser Krise zieht die B&ouml;rsenaufsicht SEC Schuldige des Debakels pers&ouml;nlich zur Verantwortung heran. Die damit verbundene &ouml;ffentliche Aufmerksamkeit bietet die Gelegenheit, die stockende Regulierung neu zu beleben. In den USA hat Pr&auml;sident Obama ein weitreichendes Gesetz vorgelegt, das im Senat h&auml;ngt. In Deutschland konzentriert die Regierung ihre Bem&uuml;hungen auf eine Bankenabgabe, die an zentralen Akteuren wie eben den Hedge-Fonds vorbeigeht. Im Grunde aber ist der Reformeifer national wie international verpufft. Wenn die Wall-Street-Aff&auml;re die &ouml;ffentliche Aufmerksamkeit wieder auf den Regulierungsbedarf lenkte, h&auml;tte sie sich gelohnt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/_em_cms\/_globals\/print.php?em_ssc=MSwwLDEsMCwxLDAsMSww&amp;em_cnt=2561043&amp;em_loc=1775&amp;em_ref=\/in_und_ausland\/politik\/meinung\/&amp;em_ivw=fr_meinung\">FR<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Sicherlich ist es richtig, wenn Markus Sievers fordert, dass die Regierungen die Finanzm&auml;rkte regulieren, die Aufsicht st&auml;rken, mehr Eigenkapital von Banken verlangen und riskante Gesch&auml;fte besteuern m&uuml;ssen. Aber&nbsp; stimmt seine Diagnose, dass Spekulanten auf den deregulierten M&auml;rkten ganz legal ihre gef&auml;hrliche Gier befriedigen konnten. Verweist der Fall Goldman Sachs nicht darauf, dass in diesen deregulierten M&auml;rkten illegale, kriminelle Gesch&auml;fte die Regel waren. Kein Mensch beschreibt Drogenm&auml;rkte als deregulierte M&auml;rkte, auf denen ganz legal eine gef&auml;hrliche Gier befriedigen k&ouml;nnte. Es kann nicht schaden, die Finanzm&auml;rkte verst&auml;rkt aus dieser Perspektive zu betrachten.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Michael Schlecht: Asche und Export&uuml;berschuss<\/strong><br>\nSeit Tagen legt Vulkanasche den Flugverkehr lahm. Wirtschaftsminister Br&uuml;derle zeigt sich besorgt. 40 Prozent der deutschen Exporte wird &uuml;ber den Luftverkehr transportiert. In Anbetracht der hohen Abh&auml;ngigkeit Deutschlands vom Export ein Problem.<br>\nDass die gigantischen Export&uuml;bersch&uuml;sse ein dauerhaftes und viel gr&ouml;&szlig;eres Problem sind, wird von Br&uuml;derle, Merkel und Sch&auml;uble nicht verstanden.  Seit 2002 hat Deutschland einen Au&szlig;enhandels&uuml;berschuss von mehr als einer Billion Euro erzielt. Dieser kann von den Abnehmerl&auml;ndern nur durch Verschuldung finanziert werden. Deshalb das Finanzdesaster vor allem der USA und der europ&auml;ischen S&uuml;dl&auml;nder. Jetzt r&auml;cht sich das deutsche Exportmodel. Da die Verschuldung nicht fortf&uuml;hrbar ist, stockt der Export.<br>\nUnd dies ist viel brisanter als isl&auml;ndische Asche.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.plochingen.die-linke-bw.de\/?p=232\">Die Linke<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Airlines buhlen um Staatshilfen<\/strong><br>\n200 Millionen Euro verlieren die Fluggesellschaften pro Tag &ndash; jetzt will die EU-Kommission Staatshilfen erleichtern.<br>\nWettbewerbskommissar Joaquin Almunia sagte in Br&uuml;ssel, die Beh&ouml;rde sei bereit, Staatsbeihilfen wie nach den Terroranschl&auml;gen in den USA 2001 zu erleichtern. Die Kommission pr&uuml;fe Regeln, in deren Rahmen die Regierungen ihre Luftfahrtgesellschaften schnell und unb&uuml;rokratisch unterst&uuml;tzen d&uuml;rften.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/833\/508971\/text\/\">SZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Der Schaden, den Firmen erleiten, dadurch dass ihre Mitarbeiter nicht ihren Gesch&auml;ften nachgehen k&ouml;nnen, d&uuml;rfte vermutlich erheblich h&ouml;her liegen. Auch die wirtschaftlichen Einbu&szlig;en durch den kalten Winter d&uuml;rften gr&ouml;&szlig;er sein. Da sollen also jetzt Konjunkturprogramme beendet werden und es soll ein massives Konsolidierungsprogramm gefahren werden, aber wenn nun ein Wirtschaftszweig Einbu&szlig;en hat, dann soll sofort staatliche Unterst&uuml;tzung gew&auml;hrt werden. Das ist Klientelpolitik, aber keine Wirtschaftspolitik. <\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Februar 2010: 4,7% weniger Besch&auml;ftigte im Verarbeitenden Gewerbe<\/strong><br>\nIn Deutschland waren Ende Februar 2010 in den Betrieben des Verarbeitenden Gewerbes mit 50 und mehr Besch&auml;ftigten nach vorl&auml;ufigen Ergebnissen gut 4,9 Millionen Personen t&auml;tig. Das waren nach Mitteilung des Statistischen Bundesamtes (Destatis) rund 242 500 Personen oder 4,7% weniger als im Februar 2009.&nbsp; Die Zahl der im Februar 2010 geleisteten Arbeitsstunden nahm im Vergleich zum Februar 2009 um 0,5% auf 614 Millionen ab. Die Entgelte (Bruttolohn- und Bruttogehaltsumme) verringerten sich gegen&uuml;ber Februar 2009 um 1,7% auf 15,9 Milliarden Euro.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.destatis.de\/jetspeed\/portal\/cms\/Sites\/destatis\/Internet\/DE\/Presse\/pm\/2010\/04\/PD10__137__421,templateId=renderPrint.psml\">Statistisches Bundesamt<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Da war doch was: die Auftragslage bessert sich, Exporte steigen wieder?<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Trichet: Der Markt hat immer Recht<\/strong><br>\nonger message of support from you for Greece.<br>\nTrichet: I nQuestion: Looking at the markets now, while you are talking, it seems that they were looking for a strever comment in real time on market reactions.<br>\nQuestion: No, my question would be, do you not care about the markets, do you not care what the markets do?<br>\nTrichet: I certainly will not comment on such a question. The market is always right. And it has to be fully respected at all times. But I do not comment on its reaction and particularly not on its reaction &ndash; whether up or down &ndash; in real time.<br>\nQuestion: I am sorry you said that the market is always right.<br>\nTrichet: Yes, I said the market is always right.<br>\nQuestion: Also now for Greece?<br>\nTrichet: It will also be right tomorrow and the day after tomorrow, when the spreads have diminished considerably. It is the truth at that moment in time.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ecb.int\/press\/pressconf\/2010\/html\/is100408.en.html\">Europ&auml;ische Zentralbank<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung H.F.:<\/strong> Das ist ein Skandal ersten Ranges, gerade vor dem Hintergrund des Goldman\/Sachs Skandals. Das ist unser Spitzenpersonal.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Dani Rodrik: Die Vorteile der Industriepolitik<\/strong><br>\nDer britische Premierminister Gordon Brown lobt sie als ein Hilfsmittel, um hoch qualifizierte Arbeitspl&auml;tze zu schaffen. Der franz&ouml;sische Pr&auml;sident Nicolas Sarkozy will mit ihrer Hilfe Arbeitspl&auml;tze in Frankreich sichern. Und der Chef&ouml;konom der Weltbank, Justin Lin, unterst&uuml;tzt sie offen, um den Strukturwandel in Entwicklungsl&auml;ndern voranzutreiben. Die Industriepolitik ist wieder da.&nbsp; Neoliberale &Ouml;konomen m&ouml;gen sie vielleicht abgeschrieben haben, aber erfolgreiche Volkswirtschaften waren stets auf staatliche Ma&szlig;nahmen angewiesen, die das Wachstum f&ouml;rdern, indem sie strukturelle Ver&auml;nderungen beschleunigen. China ist ein typisches Beispiel daf&uuml;r. Seine ph&auml;nomenale Leistung in der Produktion beruht in weiten Teilen auf staatlichen Hilfen f&uuml;r neue Industriezweige. Chile ist ein weiteres Beispiel. Doch wenn es um Industriepolitik geht, sind die Vereinigten Staaten einsame Spitze.<br>\nUm neue Industriezweige zu entwickeln, ist h&auml;ufig ein Ansto&szlig; von Regierungsseite erforderlich. Dabei kann es sich um Subventionen, Kredite, Infrastruktur und Unterst&uuml;tzung anderer Art handeln. Die wirkliche Frage im Hinblick auf die Industriepolitik ist nicht, ob sie angewandt werden sollte, sondern wie. Die Standardkritik an der Industriepolitik lautet, dass der Staat keine Gewinner aussuchen kann. Nat&uuml;rlich kann er das nicht, aber das ist weitestgehend unerheblich. Was &uuml;ber den Erfolg der Industriepolitik entscheidet, ist nicht die F&auml;higkeit, Gewinner auszusuchen, sondern die F&auml;higkeit, Verlierer aufzugeben &ndash; eine wesentlich einfachere Anforderung. Angesichts der Ungewissheit m&uuml;ssen selbst optimale politische Ma&szlig;nahmen zu Fehlern f&uuml;hren. Der Trick f&uuml;r den Staat besteht darin, diese Fehler zu erkennen und die Unterst&uuml;tzung einzustellen, bevor sie zu teuer wird.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/finanzen\/alternativen\/:staatshilfen-die-vorteile-der-industriepolitik\/50102839.html?mode=print\">FTD<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Die Sache ist nur, dass die Empfehlungen Dani Rodriks in Europa kaum eine Chance auf Realisation haben. Zumindest vor dem Hintergrund dessen, was europ&auml;ische Industriepolitik heute ausschlie&szlig;t, z.B. Kredite und Subventionen, sind z.B. den Bestrebungen Gordon Browns, Gro&szlig;britannien &bdquo;wieder&ldquo; zu industrialisieren, Grenzen gesetzt. In der EU hat sich die Auffassung durchgesetzt, dass Industriepolitik sich auf die Schaffung von geeigneten Rahmenbedingungen beschr&auml;nken solle. &ldquo;Die Gemeinschaft und die Mitgliedstaaten sorgen daf&uuml;r, dass die notwendigen Voraussetzungen f&uuml;r die Wettbewerbsf&auml;higkeit der Industrie gew&auml;hrleistet sind&rdquo;, hei&szlig;t es seit dem Vertrag von Maastricht in Artikel 157. Der Zusatz verdeutlicht: &ldquo;Dieser Titel bietet keine Grundlage daf&uuml;r, dass die Gemeinschaft irgendeine Ma&szlig;nahme einf&uuml;hrt, die zu Wettbewerbsverzerrungen f&uuml;hren k&ouml;nnte.&rdquo; Einer selektiven interventionistischen Industriepolitik der Nationalstaaten wird damit wenig Raum zugestanden. Selbst wenn angeschlagenen Konzerne dem Ruin gerettet werden sollen, bedarf es der Zustimmung durch die EU (siehe z.B. Opel). Das ist nun beileibe kein Diktat irgendwelcher europ&auml;ischer Institutionen, sondern deutscher Mainstream, wie der Sachverst&auml;ndigenrat (2009) trefflich formuliert: &ldquo;Im Rahmen der Industriepolitik gilt es, von strukturkonservierenden Ma&szlig;nahmen ebenso weitgehend abzusehen wie von einem Versuch der Identifikation und F&ouml;rderung von aussichtsreichen Produkten oder Sektoren durch den Staat. &hellip; Es kann aus &ouml;konomischer Sicht nach wie vor nicht darum gehen, dass der Staat den Wettbewerb als Entdeckungsverfahren durch die eigene planerische Festlegung von Priorit&auml;ten au&szlig;er Kraft setzt.&rdquo; Das m&ouml;gen die USA, China bzw. die aufstrebenden asiatischen Schwellenl&auml;nder anders sehen und handhaben, wir bleiben treue Anh&auml;nger der reinen Lehre: Der Markt ist kl&uuml;ger als der Staat.<br>\nNat&uuml;rlich ist die US-amerikanische Industriepolitik nicht perfekt, der Niedergang der einst f&uuml;hrenden Automobilindustrie zeigt es. Auch ist in Deutschland nicht alles im Argen, der Aufstieg der deutschen Umweltindustrie ist durchaus ein Beispiel erfolgreicher Industriepolitik, die aber nur im Schlepptau von Umweltpolitikm&ouml;glich war und&nbsp; immer durch marktradikale Hardliner und den Widerstand m&auml;chtiger Lobbyisten veralteter Produktionsmodelle bedroht ist. Machtlos ist aber z.B. die deutsche Solarindustrie, wenn chinesische Hersteller von Solarzellen bzw. -modulen durch traditionelle, nationale Industriepolitik wie Subventionen, Kredite usw. gepusht werden.<br>\n<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Hartz IV-Regeln f&uuml;r Jugendliche: Gegenleistung um jeden Preis<\/strong><br>\nStill und leise hat sich die Regierung darauf geeinigt, die Hartz-IV-Regeln f&uuml;r Jugendliche unter 25 Jahren zu versch&auml;rfen. Neu daran ist weniger, dass sich Fallmanager in Jobcentern schnell um arbeitslose Jugendliche k&uuml;mmern sollen &ndash; dazu werden sie schon heute angehalten. Neu ist, dass Jugendliche k&uuml;nftig gezwungen werden sollen, jedes Arbeits-, Aus- und Fortbildungsangebot anzunehmen. Weigern sie sich, wird ihnen die Leistung gek&uuml;rzt. Schon heute sind die meisten Fallmanager mit der Anzahl der zu betreuenden Hartz-IV-Empf&auml;nger &uuml;berfordert. Jetzt sollen sie auch noch Arbeits- oder Ausbildungspl&auml;tze aus dem Hut zaubern, die vielerorts schlicht nicht existieren.<br>\nDie versch&auml;rfte Workfare-Ma&szlig;nahme zeigt, dass es der Bundesregierung gar nicht um die Zust&auml;nde auf dem Arbeitsmarkt und in den Jobcentern, geschweige denn um die Bed&uuml;rfnisse und W&uuml;nsche von arbeitslosen Jugendlichen geht. F&uuml;r die Koalition sind sie per se allesamt renitente Arbeitsverweigerer. Die Regierung treibt einen weitreichenden Paradigmenwechsel in der Sozialpolitik voran: Wer auf staatliche Leistungen angewiesen ist, muss Gegenleistungen erbringen &ndash; egal wie sie aussehen, und egal wie stumpfsinnig die Besch&auml;ftigungstherapie ausf&auml;llt. Mit der Achtung von Menschenw&uuml;rde hat das nichts zu tun. Sondern mit dem Aufbau staatlicher Kontrolle und individueller Ma&szlig;regelung und mit dem Willen, auf Teufel komm raus die Sozialleistungen zu k&uuml;rzen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=me&amp;dig=2010%2F04%2F19%2Fa0019&amp;cHash=df5f627ce2\">taz<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Arbeitslose m&uuml;ssen auf Griechen warten<\/strong><br>\nDie Misere des Mittelmeerstaats wirkt sich bereits auf Deutschland aus. F&uuml;r eventuelle Hilfen an das schuldengeplagte Griechenland riskiert die Bundesregierung einen Konflikt mit den L&auml;ndern und gebeutelten Langzeitarbeitslosen.<br>\nDie gesetzliche Grundlage f&uuml;r die Hilfen soll als &Auml;nderungsantrag an ein ganzes B&uuml;ndel anderer Gesetze geh&auml;ngt werden, die eigentlich in dieser Woche im Bundestag verabschiedet werden sollten. Zu diesen Gesetzen, die nun auf unbestimmte Zeit warten m&uuml;ssen, z&auml;hlen die H&auml;rtefallregelungen f&uuml;r Hartz-IV-Empf&auml;nger und das Zukunftsinvestitionsgesetz, das den L&auml;ndern Investitionen aus dem Konjunkturpaket II erleichtern sollte.<br>\nNun sollen alle Gesetzesvorhaben warten, bis Griechenland einen Antrag auf Hilfe stellt. Dies k&ouml;nnte m&ouml;glicherweise noch Wochen dauern. Danach m&uuml;sste auch zum Griechenland-Gesetz erneut eine Anh&ouml;rung stattfinden und am Ende auch der Bundesrat zustimmen. Andererseits zeigen die Vorbereitungen der Bundesregierung auch, dass Hilfen f&uuml;r Griechen immer n&auml;her r&uuml;cken.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/politik\/deutschland\/:aufgeschobene-gesetze-arbeitslose-muessen-auf-griechen-warten\/50103095.html\">FTD<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Nun muss also Griechenland auch noch als Ausrede f&uuml;r die mangelnde Bereitschaft der Bundesregierung, den Arbeitslosen und den Kommunen zu helfen, herhalten.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Hartz IV-H&auml;rtefallregelung wird unterschiedlich bewertet<\/strong><br>\nDie von den Koalitionsfraktionen Union und FDP geplanten Konsequenzen aus der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts zu den H&auml;rtefallregelungen f&uuml;r Hartz IV-Empf&auml;nger werden von Sachverst&auml;ndigen h&ouml;chst unterschiedlich bewertet&hellip;<br>\nZum Urteil des Verfassungsgerichts zu Hartz IV hei&szlig;t es in dem &Auml;nderungsantrag, man wolle mit der H&auml;rtefallklausel sicherstellen, dass auch in &bdquo;atypischen Bedarfslagen&ldquo; Leistungen erbracht w&uuml;rden. Damit solle ein zus&auml;tzlicher Anspruch auf Leistungen &rdquo;&ldquo;bei einem unabweisbaren, laufenden, nicht nur einmaligen und besonderen Bedarf zur Deckung des menschenw&uuml;rdigen Existenzminimums&ldquo; eingef&uuml;hrt werden. Anwendungsf&auml;lle der H&auml;rtefallklausel k&ouml;nnten zum Beispiel dauerhaft ben&ouml;tigte Hygienemittel bei bestimmten Erkrankungen oder Putz- und Haushaltshilfen f&uuml;r Rollstuhlfahrer sein. Kein Mehrbedarf bestehe bei Praxisgeb&uuml;hren, Schulmaterialien und Schulverpflegung, Bekleidung und Schuhen in &Uuml;bergr&ouml;&szlig;en sowie Brillen, Zahnersatz oder orthop&auml;dischen Schuhen.<br>\nIn seiner vor Beginn der Anh&ouml;rung schriftlich verteilten Stellungnahme schreibt Klaus Lauterbach, Vorsitzender Richter am Landessozialgericht Sachsen-Anhalt, der Vorschlag der Koalitionsfraktionen sei &bdquo;grunds&auml;tzlich geeignet, den Neuregelungsauftrag verfassungskonform umzusetzen&ldquo;. Der Ausnahmecharakter der Regelung k&ouml;nne aber deutlicher formuliert werden. Die Bundesagentur f&uuml;r Arbeit begr&uuml;&szlig;t die w&ouml;rtliche &Uuml;bernahme der Tatbestandsvoraussetzungen aus dem Urteil. Dadurch werde sichergestellt, &bdquo;dass ein gesetzlicher Anspruch auf zus&auml;tzliche Leistungen erst dann entsteht, wenn ein laufender unabweisbarer atypischer Bedarf besteht, der so erheblich ist, dass er nicht aus Einsparungen oder Leistungen Dritter gedeckt ist&ldquo;. Dies entspreche dem Subsidiarit&auml;tsprinzip und dem verfassungsrechtlichen Anspruch auf die Sicherstellung des menschenw&uuml;rdigen Existenzminimums.<br>\nKritisch zu dem Vorhaben &auml;u&szlig;ert sich Professor Stefan Homburg vom Institut f&uuml;r &Ouml;ffentliche Finanzen der Universit&auml;t Hannover, der auf eine Erh&ouml;hung der Regels&auml;tze um 23 Prozent (West) und 27 Prozent (Ost) innerhalb von 5 Jahren verweist und anmerkt: &rdquo;Eine m&ouml;gliche Reaktion auf das Urteil des Bundesverfassungsgerichts best&auml;nde folglich darin, die gew&uuml;nschten Mehrbedarfe zu ber&uuml;cksichtigen und gleichzeitig die Regels&auml;tze erheblich zu senken. Ein blo&szlig;es Aufsatteln w&uuml;rde dem Lohnabstandsgebot zuwiderlaufen.&ldquo;<br>\nDie Verwendung von Negativbeispielen wie Schulbedarf in der Gesetzesbegr&uuml;ndung kritisiert der Direktor des Sozialgerichts Potsdam, Johannes Graf von Pfeil. Gerade bei Schulbedarf handele es sich im Sinne der H&auml;rtefalldefinition um unabweisbare und auch wiederkehrende Bedarfe, die im Regelsatz f&uuml;r Kinder nicht ber&uuml;cksichtigt seien. Von Pfeil kritisiert das Verfahren, &uuml;ber ein sachfremdes Gesetz das Sozialgesetzbuch zu &auml;ndern, ohne die zust&auml;ndigen Aussch&uuml;sse zu beteiligen. Auch der Parit&auml;tische Gesamtverband erkl&auml;rt, es d&uuml;rften keine Aufwendungen von vornherein ausgeschlossen werden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.bundestag.de\/presse\/hib\/2010_04\/2010_112\/01.html\">Deutscher Bundestag<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Benzinpreise: Wenn man anf&auml;ngt zu graben, dann findet man auch was<\/strong><br>\nDer neue Pr&auml;sident des Bundeskartellamts, Andreas Mundt, &uuml;ber hohe Benzinpreise, Kartelle im Einzelhandel und die Macht der Versorger.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/wirtschaft\/wenn-man-anfaengt-zu-graben-dann-findet-man-auch-was\/1804074.html?view=print\">Tagesspiegel<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Erfreulich, dass der neue Pr&auml;sident des Bundeskartellamts das&nbsp; geplante Zerschlagungsgesetz&nbsp; unterst&uuml;tzt. Allm&auml;hlich merkt&nbsp; die Wirtschaft, dass Br&uuml;derle es ernst meint. &ldquo;Die Regelung widerspricht unserer Wettbewerbsordnung und ist wegen des eklatanten Eingriffs in die unternehmerische Freiheit verfassungsrechtlich bedenklich&rdquo;, so unl&auml;ngst der Hauptgesch&auml;ftsf&uuml;hrer des Industrieverbands BDI, Werner Schnappauf. Mundt best&auml;tigt &uuml;brigens, dass der Gesetzentwurf ausdr&uuml;cklich vorsieht, &ldquo;dass regulierte Bereiche &ndash; etwa Bahn, Post, Telekommunikation &ndash; ausgenommen sind.&rdquo;<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Berliner S-Bahn: Die Entgleisung<\/strong><br>\nVersagende Bremsen, brechende R&auml;der, Unf&auml;lle mit Verletzten: Die Berliner S-Bahn ist marode, kaputtgespart f&uuml;r die Rendite des Mutterkonzerns Deutsche Bahn. Ein Lehrst&uuml;ck dar&uuml;ber, was passiert, wenn ein Verkehrsunternehmen f&uuml;r die B&ouml;rse fit gemacht werden soll<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/2010\/16\/DOS-Berliner-S-Bahn\">Die Zeit Online<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>&raquo;Es regt sich Unmut gegen Scheinlisten&laquo;<\/strong><br>\nGewerkschaft kritisiert Bevorzugung unternehmerfreundlicher Kandidaten zur Betriebsratswahl bei Charit&eacute;-Tochter.<br>\nBei der Charit&eacute; Facility Management GmbH (CFM) finden vom 19. bis 21. April Betriebsratswahlen statt. Dort kandidieren verschiedene Listen, darunter drei gewerkschaftliche. Es treten aber auch drei gewerkschaftsunabh&auml;ngige Listen an, bei denen sich bereits anl&auml;sslich der ersten Betriebsratswahl vor vier Jahren der Verdacht aufdr&auml;ngte, sie w&uuml;rden vom Unternehmen bevorzugt. Das l&auml;sst sich im Normalfall schwer nachweisen. So bietet die Gesch&auml;ftsleitung pl&ouml;tzlich Kandidaten auf gewerkschaftsfremden Listen entfristete Arbeitsvertr&auml;ge an, obwohl das v&ouml;llig un&uuml;blich ist. Jetzt k&ouml;nnen wir belegen, dass die Systemadministratorin von Charit&eacute; Facility Management f&uuml;r die unternehmerfreundliche Liste &raquo;Frischer Wind&laquo; eine Internetseite eingerichtet hat. Eine solche Bevorzugung ist nach dem Betriebsverfassungsgesetz strafbar und kann mit bis zu einem Jahr Gef&auml;ngnis geahndet werden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2010\/04-13\/049.php?print=1\">junge Welt<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Deutsche Beh&ouml;rden haben keinen Zugang zu US-Terrorlisten<\/strong><br>\nDer Bundesregierung liegen nach eigenen Angaben keine Erkenntnisse vor, f&uuml;r wie viele EU-B&uuml;rger Eintragungen in US-Terrorlisten existieren und wie viele davon Bundesb&uuml;rger sind. Auch haben deutsche Beh&ouml;rden keinen Zugang zu den US-Terrorlisten, schreibt die Bundesregierung in ihrer Antwort (17\/1337) auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Die Linke (17\/1113).<br>\nWie die Regierung darin erl&auml;utert, haben die Vereinigten Staaten nach den Erfahrungen im Zusammenhang mit den Anschl&auml;gen vom 11. September 2001 die zuvor bei verschiedenen US-Beh&ouml;rden gef&uuml;hrten Listen und Systeme zur Identifizierung bekannter und mutma&szlig;licher Terroristen in einer gemeinsamen &rdquo;Watchlist&ldquo;, der &rdquo;Terrorist Screening Database&ldquo; (TSDB), zusammengef&uuml;hrt. Sie werde durch das &rdquo;Terrorist Screening Center&ldquo; (TSC) gef&uuml;hrt, das auf der Grundlage der &rdquo;Homeland Security Presidential Directive 6&ldquo; (HSPD-6) geschaffen worden und eine dem FBI zugeordnete gemeinsame Einrichtung von Heimatschutz-, Justiz-, Au&szlig;en-, Verteidigungs- und Finanzministerium sowie der CIA sei.<br>\nDie TSDB umfasse amerikanischen Darstellungen zufolge rund 400.000 Personen (Stand: Dezember 2009), hei&szlig;t es in der Vorlage weiter. Die Datenbank enthalte Namen und andere Informationen zur Identifizierung von bekannten und mutma&szlig;lichen Terroristen. Mutma&szlig;liche Terroristen seien &rdquo;nach HSPD-6 Personen, die zumindest in dem begr&uuml;ndeten Verdacht stehen, terroristische Handlungen oder Handlungen, die der Vorbereitung oder Unterst&uuml;tzung terroristischer Handlungen dienen oder mit terroristischen Handlungen im Zusammenhang stehen, zu begehen oder begangen zu haben&ldquo;.<br>\nIn die TSDB integriert worden sind laut Bundesregierung die &rdquo;No-Fly-List&ldquo; und die Selectee List&ldquo;, die bereits seit den 1990er Jahren best&uuml;nden und nun eine Teilmenge der TSDB darstellten. Die &rdquo;No-Fly-List&ldquo; enthalte Personen, die als unmittelbare Bedrohung f&uuml;r die zivile Luftfahrt der USA angesehen werden. In die &rdquo;Selectee List&ldquo; w&uuml;rden Personen aufgenommen, die einer erweiterten Kontrolle unterzogen werden sollen.<br>\nWie aus der Antwort weiter hervorgeht, geben US-Beh&ouml;rden nach Kenntnis der Bundesregierung grunds&auml;tzlich keine Auskunft dar&uuml;ber, ob eine Person in der TSDB gef&uuml;hrt wird. Soweit jemand vermutet, f&auml;lschlich in der TSDB gef&uuml;hrt oder mit einer dort gef&uuml;hrten Person verwechselt zu werden, bestehe die M&ouml;glichkeit, sich im Rahmen des &rdquo;Travelers Redress Inquiry Program&ldquo; mit einer Beschwerde an das Department of Homeland Security (DHS) zu wenden. Im Rahmen dieses administrativen Beschwerdeverfahrens w&uuml;rden etwaige Eintr&auml;ge in der TSDB &uuml;berpr&uuml;ft.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.bundestag.de\/presse\/hib\/2010_04\/2010_111\/04.html\">Deutscher Bundetag<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Propagandaoffensive bereitet Bundeswehr-Offensive den Boden<\/strong><br>\nDrei deutsche Soldaten sind bei K&auml;mpfen im Norden Afghanistans get&ouml;tet worden. Der Entwicklungshilfeminister t&ouml;nt aus dem NATO-Hauptquartier Nord in Mazar-i-Sharif von einem &bdquo;sch&auml;ndlichen Angriff&ldquo; und verurteilt die Aktionen der &bdquo;feigen M&ouml;rder.&ldquo; Das ist gut f&uuml;r die Moral der Truppe.<br>\nSein Parteifreund und k&uuml;nftiger Wehrbeauftragter Hellmut K&ouml;nigshaus ruft nach mehr und t&ouml;dlicheren Waffen. Das ist gut f&uuml;rs Gesch&auml;ft. Besonders der Panzerbauer Krauss-Maffei Wegmann und der Luftwaffenmonopolist EADS verdienen, wenn deutsche Soldaten in Kampfeins&auml;tze geschickt werden. Auf der Homepage von KMW lesen sich die Pressemeldungen wie Nachrichten von der &bdquo;Heimatfront&ldquo;.<br>\nBei dem militaristischen Trommelfeuer, das derzeit in den Medien entfacht wird, ist kaum noch zu h&ouml;ren, wie &bdquo;Verteidigungs&ldquo;minister Guttenberg den Ton versch&auml;rft. Es scheint nur folgerichtig, dass man nun beim Bundeswehr-Einsatz in Afghanistan &bdquo;umgangssprachlich von Krieg reden&ldquo; kann.<br>\nIm aktuellen Mandat, das der Bundestag vor nicht einmal zwei Monaten erteilt hat, ist viel von Unterst&uuml;tzung und Stabilisierung, aber in keiner Zeile von Krieg die Rede.<br>\nDer aber wird in den n&auml;chsten Monaten mit aller H&auml;rte gef&uuml;hrt werden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.imi-online.de\/2010.php?id=2097\">Informationsstelle Militarisierung<\/a>\n<p><em>Dazu passt: <\/em><\/p>\n<p><strong>Der Milit&auml;rberater der Kanzlerin<\/strong><br>\nTrotz wachsender Kritik h&auml;lt die deutsche Kanzlerin an einem wegen seiner Rechtsau&szlig;en-Kontakte umstrittenen Milit&auml;rberater fest. Oberst Erich Vad, der seit mehreren Jahren eine milit&auml;rpolitische Schl&uuml;sselstelle im Bundeskanzleramt innehat, ist in der Vergangenheit mehrfach vor bekannten rechtslastigen Organisationen aufgetreten. Zudem hat er das &ldquo;negative und verengte Bild von der Wehrmacht&rdquo; beklagt, das heutzutage vorherrsche. Vad, der sagt, dass Angela Merkel seinen Ratschl&auml;gen &ldquo;meistens folgt&rdquo;, soll jetzt zum General bef&ouml;rdert werden. Wie eine vor kurzem ver&ouml;ffentlichte Studie &uuml;ber die Einstellungen von Studierenden an den beiden Bundeswehr-Universit&auml;ten zeigt, finden rechtslastige Ansichten dort erhebliche Zustimmung. &Uuml;ber zehn Prozent des studierenden Offiziers-Nachwuchses bef&uuml;rworten etwa Einschr&auml;nkungen der parlamentarischen Demokratie. Milit&auml;rexperten bringen rechtsgerichtete Haltungen in der Bundeswehr inklusive ihrer Offiziere mit der Ausrichtung auf weltweite Kampfeins&auml;tze in Verbindung. Wie Analysen zeigen, geht diese Ausrichtung mit einer Orientierung der milit&auml;rischen Grundausbildung an Vorschriften und Taktiken der Wehrmacht einher.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.german-foreign-policy.com\/de\/fulltext\/57783?PHPSESSID=f6p0ju6h5l2agod71mip6g0uf7\">German Foreign Policy<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers G.K.:<\/strong> Siehe auch den NachDenkSeiten-Beitrag <a href=\"?p=4242\">&ldquo;Bundeswehr: Marsch in die Vergangenheit&rdquo;<\/a>.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Die Gnadenvolle, Ursula von der Leyen<\/strong><br>\nDie Ministerin, so wie sie f&uuml;r uns abgelichtet wird, ist eine Person strotzend vor Gestik. Ihre H&auml;nde sind ihr eigentliches rhetorisches Mittel, ersetzen ihr die ihr abwesende Redegewandtheit. Sie ist also Handwerkerin und wird als solche auf Bilder gebannt. Wo der Kopf der von der Leyen zu sehen ist, da r&uuml;cken beinahe automatisch, auch ihre H&auml;nde ins Blickfeld. Beschw&ouml;rende Handfl&auml;chen, die das Gesagte unterstreichen und von dem, was zwischen den Zeilen wuchert, ablenken sollen. Fast wirkt es, als wolle sie mit den H&auml;nden bedecken, was sie zeitgleich ausspricht.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/ad-sinistram.blogspot.com\/2010\/04\/facie-prima.html\">ad sinistram<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Liebesheirat ausgeschlossen<\/strong><br>\nIn Nordrhein-Westfalen balzen die Parteien: Rot und Gr&uuml;n geben ein abgekl&auml;rtes Paar, CDU und FDP gehen auf Distanz zueinander. Am Ende k&ouml;nnte es eine gro&szlig;e Hochzeit geben&hellip;<br>\nFalls es f&uuml;r Rot-Gr&uuml;n nicht reicht, favorisiert der SPD-Schattenminister eine Ampelkoalition mit FDP und Gr&uuml;nen. Schneider baut dabei auf FDP-Landeschef Andreas Pinkwart, dessen innovative Arbeit als Hochschul- und Wissenschaftsminister er sch&auml;tzt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/839\/508977\/text\/\">SZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Der NRW-DGB-Vorsitzende und Schattenminister Guntram Schneider sch&auml;tzt also die innovative Arbeit des NRW-Innovationsministers Pinkwart. Nach seiner Kooperation mit der <a href=\"?p=4732\">Bertelsmann Stiftung beim Forum Kommunalfinanzen<\/a> nun ein weiterer Fehltritt. Pinkwart steht an vorderster Front der Einf&uuml;hrung der <a href=\"?p=3726\">&bdquo;unternehmerischen Hochschule&ldquo;<\/a>, die gleichfalls wiederum am Schreibtisch der Bertelsmann Stiftung entworfen wurde. Der NRW-Landeschef des DGB nimmt nicht einmal zur Kenntnis, was die Gewerkschaften <a href=\"?p=4506\">zur Hochschulpolitik zu sagen haben<\/a>. Schneider hat entweder jegliches politische Gesp&uuml;r verloren oder er hat einfach die Seite gewechselt. Nun hat schon die Herausforderin Hannelore Kraft bei den Studiengeb&uuml;hren eine Kehrtwende gemacht und deren sofortigen Streichung eine Absage erteilt, jetzt tritt ihr Schattenminister auch noch Pinkwart bei, der die Studiengeb&uuml;hren in NRW eingef&uuml;hrt hat. Diese Lavieren zeigt nur, dass die SPD einen standhaften Koalitionspartner br&auml;uchte.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h18\"><\/a><strong>Die K-Frage der Union<\/strong><br>\nAngesichts des anhaltenden R&uuml;ckgangs an Zuspruch und W&auml;hlerstimmen f&uuml;r die CDU\/CSU und der damit einhergehenden Gefahr den Charakter als Volkspartei zu verlieren, stellt sich die Frage nach dem Grund dieser Entwicklung. Wie konnte die einstmals rechte, konservative Sammlungsbewegung der Union, die ma&szlig;geblich Anteil an der erfolgreichen Entwicklung unseres Landes in den vergangenen sechs Jahrzehnten hat und wie keine zweite Partei die politische Geschichte BRD verk&ouml;rpert und in ihren besten Zeiten bundesweit die absolute Mehrheit errang, in diese Situation kommen?<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ju-gp.de\/fileadmin\/ju\/allgemeine_files\/Die_K-Frage_Strategiepapier_der_PG_Konservatives_Profil.pdf\">Junge Union G&ouml;ppingen [PDF &ndash; 224 KB]<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung: <\/strong>Einige Zitate aus dem Papier: <\/em><\/p>\n<blockquote><p>&ldquo;Gender Mainstreaming etwa, hat seine Urspr&uuml;nge im Marxismus, ist totalit&auml;ren Charakters und schr&auml;nkt die Freiheit radikal ein, auch wenn sie vorgeblich ein mehr an Gerechtigkeit verspricht.&rdquo;<\/p>\n<p>&ldquo;Die   massive    F&ouml;rderung   finanzieller als auch   propagandistischer Art von Kinderkrippen f&uuml;r Babys und Kleinstkinder. Dies ist ein klassisches Ziel linker, sozialistischer, marxistischer Politik zur Zerst&ouml;rung der Keimzelle bourgeoiser Gesellschaften: der Familie.&rdquo;<\/p>\n<p>&ldquo;Die Katastrophen des letzten Jahrhunderts gr&uuml;ndeten auf gottlosen Ideologien, sei es der braune oder der rote Sozialismus.&rdquo;<\/p>\n<p>&ldquo;Zunehmend wichtig wird die Betonung des &bdquo;C[hristlich]&rdquo; auch angesichts der Herausforderungen durch Zuwanderung, &Uuml;berfremdung und die Gefahren des Islam.&rdquo;<\/p>\n<p>&ldquo;Strom aus deutschen Atomkraftwerken ist sicher, CO2-arm und preiswert.&rdquo;<\/p>\n<p>&ldquo;Deutschland ist kein Einwanderungsland. Die Politik ist aufgerufen, die Einwanderung dahingehend zu steuern, dass nur gut ausgebildete Fachkr&auml;fte zuwandern d&uuml;rfen, die unser Land auch als ihre neue Heimat annehmen und hier gem&auml;&szlig; unseren Wertvorstellungen leben und arbeiten wollen. Zuwanderung in die Sozialsysteme muss ein Riegel vorgeschoben werden.&rdquo;<\/p>\n<p>&ldquo;Die Folgen der &Uuml;berfremdung sind inzwischen stark sp&uuml;rbar. Sie kosten die Gesellschaft nicht nur Milliarden sondern sie gef&auml;hrden auch den gesellschaftlichen Zusammenhalt, das Miteinander, die Sicherheit und letztendlich auch den Wohlstand sowie unsere Werteordnung.&rdquo;<\/p>\n<p>&ldquo;Hieraus folgt eine konsequente Ablehnung muslimischer Elemente in der &Ouml;ffentlichkeit.&rdquo;<\/p>\n<p>&ldquo;Insbesondere  Moscheebauvereine, islamistische-,  links- und rechtsextremistische Gruppen und Fraktionen aller Art sind streng zu beobachten.&rdquo;<\/p>\n<p>&ldquo;Deshalb sprechen wir uns auch gegen eine Reichen- und Erbschaftssteuer aus, da der ehrlich erworbene Verdienst in einer Leistungstr&auml;gergesellschaft nicht bestraft werden sollte. Ebenso ist es f&uuml;r uns unvereinbar in einer freien und sozialen Marktwirtschaftsform einen gesetzlichen und fl&auml;chendeckenden Mindestlohn einzuf&uuml;hren.&rdquo;<\/p>\n<p>&ldquo;Nationale Symbolik sollte wieder ein unerl&auml;sslicher Teil des &ouml;ffentlichen Lebens werden.Nach dem &bdquo;schwarz-rot-goldenen&ldquo; Freudentaumel etwa bei der Fu&szlig;ballweltmeisterschaft wurde sp&auml;testens deutlich, dass sich der &uuml;berwiegende Teil der deutschen Bev&ouml;lkerung nach einem unverkrampften und gesteigerten Umgang mit nationaler Symbolik geradezu sehnt.&rdquo;<\/p>\n<p>&ldquo;In Zeiten des weltpolitischen Engagements in denen unsere Soldaten politisch gewollt und nicht zu vergessen parlamentarisch mandatiert unsere Freiheit am Hindukusch  und   anderswo    verteidigen, muss die Arbeit  der  Bundeswehr entsprechend gew&uuml;rdigt werden.&rdquo;<\/p>\n<p>&ldquo;Der Begriff einer deutschen Leitkultur oder auch die gesellschaftlichen Normen der deutschen Mehrheitsgesellschaft m&uuml;ssen wieder diskutiert und entstigmatisiert werden.&rdquo;<\/p><\/blockquote>\n<p>So denkt also der politische Nachwuchs der CDU. Unterschiede zu rechtsradikalen Parteien sind da kaum noch auszumachen.<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h19\"><\/a><strong>Sieg des Au&szlig;enseiters in britischer TV-Debatte<\/strong><br>\nDie mit gro&szlig;er Spannung erwartete erste Wahl-Debatte der britischen Fernsehgeschichte hat einen &uuml;berraschenden Verlauf genommen. Eine sofortige Umfrage des veranstaltenden Fernsehsenders ITV sowie die Reaktionen von Journalisten erkoren den Au&szlig;enseiter der bevorstehenden Wahl, Nick Clegg, zum klaren Sieger der Debatte. Der F&uuml;hrer der Liberaldemokraten hatte die einmalige Chance, auf gleicher Augenh&ouml;he mit den F&uuml;hrern der beiden gro&szlig;en Parteien aufzutreten und seinen ungen&uuml;genden Bekanntheitsgrad zu erh&ouml;hen, brillant genutzt. Mit sachlich fundierten Argumenten, einer gelungenen Balance zwischen Engagement und &auml;u&szlig;erer Ruhe und dem geschickten Ausnutzen des verbreiteten &Uuml;berdrusses mit der etablierten Politik als Au&szlig;enseiter &uuml;bertraf er die Erwartungen der meisten Beobachter. Die TV-Debatten sind die gr&ouml;&szlig;te Gefahr f&uuml;r Favorit Cameron und die Chance f&uuml;r den Aussenseiter Clegg, dessen Namen laut Umfragen im vergangenen Herbst ein Drittel der Bev&ouml;lkerung nicht kannte. Clegg hat diese Chance im ersten Anlauf genutzt. Wie sich die Debatten im weiteren Verlauf des Wahlkampfs auswirken werden, vermag allerdings niemand vorauszusagen.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.nzz.ch\/nachrichten\/international\/britische_premier-kandidaten_schenken_sich_nichts_1.5456249.html?printview=true\">NZZ<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.guardian.co.uk\/politics\/2010\/apr\/15\/leaders-debate-nick-clegg-tv\">Guardian<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Sollte sich auf der Insel tats&auml;chlich etwas tun? Wir sollten genau hinschauen, immerhin bildete Gro&szlig;britannien in der deutschen und europ&auml;ischen Politik oft eine Art Fr&uuml;hindikator f&uuml;r das, was angesagt war. Denken wir nur an die Vorbildfunktion von Margaret Thatcher f&uuml;r Schwarz\/Gelb unter Kohl oder von Tony Blair f&uuml;r Rot\/Gr&uuml;n unter Schr&ouml;der. Die NZZ meint, dass keiner der drei Kandidaten Bl&ouml;&szlig;en zeigte. Allerdings begr&uuml;ndete Cameron mehr als ungeschickt die Notwendigkeit von Atomwaffen ohne Unterschied mit der m&ouml;glichen Bedrohungen durch den Iran und China. Leider berichtete die hiesige Berichterstattung kaum &uuml;ber die inhaltlichen Positionen in der Diskussion. Nick Cleggs erfolgreicher Auftritt st&auml;rkt die Liberaldemokraten als dritte Kraft, falls es zu einem so genannten &ldquo;hung parliament&rdquo; kommen sollte, bei dem es keine Mehrheit gibt. &ndash; Inzwischen haben die Liberaldemokraten (Liberal Democrats) in allen Umfragen kr&auml;ftig aufgeholt. Laut einer BPIX-Umfrage erreichten sie in der W&auml;hlergunst sogar 32 Prozent, gefolgt von den oppositionellen Konservativen mit 31 und der bislang regierenden Labour-Partei mit 28 Prozent. Als Koalition pr&auml;ferierten die Befragten einen <a href=\"http:\/\/www.dailymail.co.uk\/news\/election\/article-1266819\/Nick-Clegg-nicks-spot-election-race.html\">Lib-Lab-Pact<\/a>.<\/em><\/p>\n<p>Als Erbe der Liberalen Partei, die in der Vergangenheit 26 britische Premierminister stellte, aber seit 1922 aber nicht mehr an der Macht war, fusioniert die Partei 1988 mit der Social Democratic Party. Die Liberaldemokraten treten f&uuml;r die im Rahmen der Terrorismusbek&auml;mpfung eingeschr&auml;nkten B&uuml;rgerrechte ein, sie pl&auml;dieren f&uuml;r einen Verzicht auf Atomwaffen, lehnten in der Vergangenheit den Irakkrieg ab und &auml;u&szlig;erten Kritik am Einsatz in Afghanistan. Sie unterscheiden sich deutlich von unseren Liberalen und sprechen sie sich f&uuml;r eine St&auml;rkung des &ouml;ffentlichen Dienstes und f&uuml;r Steuererh&ouml;hungen aus. Zentraler Kritikpunkt ist die stark angewachsene Ungleichheit. &ndash; Clegg ist ein &uuml;berzeugter Europ&auml;er. Nicht nur seine Zeit als Europaparlamentarier d&uuml;rfte ihn gepr&auml;gt haben, sondern auch seine pers&ouml;nliche Situation als Enkel einer russischen Aristokratin, Sohn einer Holl&auml;nderin und Ehegatte einer Spanierin. <\/p><\/li>\n<li><a name=\"h20\"><\/a><strong>Das gepl&uuml;nderte Land<\/strong><br>\nEin 2.300-Seiten-Bericht zeigt das Versagen der isl&auml;ndischen Politik. Im Theater lesen Schauspieler dem w&uuml;tenden Volk jedes Wort vor<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=sw&amp;dig=2010%2F04%2F19%2Fa0012&amp;cHash=cad1d655c0\">taz<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=me&amp;dig=2010%2F04%2F19%2Fa0017&amp;cHash=f1cc138a89\">taz<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Offensichtlich sind die isl&auml;ndischen Eliten als Neulinge im Gesch&auml;ft gescheitert und haben die Kuh, die sie melken wollten, versehentlich geschlachtet. Da ist man in anderen L&auml;ndern mit finanzkapitalistischer Tradition im Pl&uuml;ndern geschickter.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h21\"><\/a><strong>Amerikas Rechte macht mobil<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>USA: Die Politik der Angst<\/strong><br>\nDie reaktion&auml;re Tea-Party-Bewegung hat f&uuml;r diese Woche einen nationalen Aktionstag proklamiert: &Uuml;ber eine Million US-B&uuml;rgerInnen sollen in Washington DC zusammenkommen. Die WOZ hat eine Handvoll AktivistInnen begleitet.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.woz.ch\/artikel\/print_19196.html\">Wochenzeitung<\/a>\n<p>Aus dem Anhang des Artikels: Der US-Intellektuelle Noam Chomsky hat k&uuml;rzlich in einer Rede eindringlich vor der Tea-Party-Bewegung gewarnt. Sich &uuml;ber diese Bewegung lustig zu machen, sei ein &laquo;ernster Fehler&raquo;, wurde Chomsky im US-Magazin &laquo;The Progressive&raquo; zitiert. &laquo;Ich bin alt genug, um eine Anzahl Hitler-Reden am Radio geh&ouml;rt zu haben&raquo;, so Chomsky, und er erinnere sich auch an den jubelnden Mob. Er sehe, wie sich in den USA die dunklen Wolken des Faschismus zusammenz&ouml;gen; einen solchen Grad an Wut und Angst, wie er ihn unter manchen US-AmerikanerInnen beobachte, habe er in seinem ganzen Leben noch nie erlebt, so der 81-J&auml;hrige. Er k&ouml;nne die Reaktion dieser Menschen verstehen: Seit drei&szlig;ig Jahren w&uuml;rden die Realeinkommen bestenfalls stagnieren &ndash; unter anderem eine Konsequenz aus dem vor drei&szlig;ig Jahren getroffenen Entscheid, die Wirtschaft auf den Finanzmarkt auszurichten. Und selbst nach der ma&szlig;geblich vom Finanzplatz ausgel&ouml;sten j&uuml;ngsten Wirtschaftskrise verteidige der Staat diesen: &laquo;Die institutionellen Verbrechen des Staatskapitalismus&raquo;, so Chomsky, h&auml;tten die Entr&uuml;stung und den Zorn jener Menschen ausgel&ouml;st, die im Abseits st&uuml;nden.\n<\/p><\/li>\n<li><strong>Drohung mit Waffen: Voller Hass auf die Regierung <\/strong><br>\nRechte haben unter dem ersten schwarzen Pr&auml;sidenten Hochkonjunktur: Am Jahrestag des Oklahoma-Anschlags hetzen schwer Bewaffnete gegen Obama. Politiker wie Sarah Palin heizen die Stimmung kr&auml;ftig mit auf: &ldquo;Ladet nach&rdquo;. Alarmiert sind nicht wenige Experten auch &uuml;ber die zunehmend verschwimmenden Grenzen zwischen militanten Randgruppen und dem politischen Mainstream. Das Problem sei, dass niemand wisse, wer wirklich gef&auml;hrlich sei, erkl&auml;rte Eileen Pollack, Autorin eines Buches &uuml;ber radikale Milizen, das Dilemma der Beh&ouml;rden. Von der Polizei ernst genommene Drohungen gegen Abgeordnete, meist Demokraten, haben sich im ersten Quartal verdreifacht.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/_em_cms\/_globals\/print.php?em_ssc=MSwwLDEsMCwxLDAsMSww&amp;em_cnt=2561407&amp;em_loc=1231&amp;em_ref=\/in_und_ausland\/politik\/aktuell\/&amp;em_ivw=fr_polstart\">FR<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h22\"><\/a><strong>IDF order will enable mass deportation from West Bank<\/strong><br>\nA new military order aimed at preventing infiltration will come into force this week, enabling the deportation of tens of thousands of Palestinians from the West Bank, or their indictment on charges carrying prison terms of up to seven years.<br>\nWhen the order comes into effect, tens of thousands of Palestinians will automatically become criminal offenders liable to be severely punished.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.haaretz.com\/hasen\/spages\/1162075.html\">Haaretz.com<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Was soll man nun von der Erkl&auml;rung des israelischen Verteidigungsministers halten, der sich f&uuml;r ein Ende der Besatzungspolitik in den Pal&auml;stinensergebieten ausgesprochen hat. Sein Land m&uuml;sse sich dar&uuml;ber im Klaren sein, &ldquo;dass die Welt nicht weitere Jahrzehnte lang dulden werde, das Israel &uuml;ber ein anderes Volk herrscht. So etwas gibt es nirgendwo sonst in der Welt&rdquo;, erkl&auml;rte er in <a href=\"http:\/\/www.wienerzeitung.at\/DesktopDefault.aspx?TabID=3856&amp;Alias=wzo&amp;cob=486482\">einem Interview<\/a>.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h23\"><\/a><strong>&Uuml;ber die Gleichurspr&uuml;nglichkeit von Liberalismus und &raquo;rassischer&laquo; Sklaverei<\/strong><br>\nVom italienischen Philosophen Domenico Losurdo erscheint Ende April im K&ouml;lner PapyRossa Verlag ein Buch zur Entwicklung des liberalen Herrschaftsdenkens. jW druckt hier Ausz&uuml;ge einer Erkl&auml;rung des Begriffs &raquo;liberal&laquo; aus dem achten Kapitel ab sowie anschlie&szlig;end Teile aus dem zweiten Kapitel, in dem es um die Entwicklung des aus der Befreiung aus der eigenen Unterdr&uuml;ckung vermeintlich gewonnenen &raquo;Rechts&laquo; zur Versklavung anderer Menschen geht.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2010\/04-20\/008.php\">junge Welt<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h24\"><\/a><strong>Zu guter Letzt: 5 Jahre Benedikt, Kabarett mit Wilfried Schmickler<\/strong><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/podcast.wdr.de\/radio\/wdr2kabarett.xml\">WDR 2 Podcast<\/a><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: Bankenrettung treibt Staatsschulden; Goldman Sachs-Betrug weitet sich aus; Asche und Export&uuml;berschuss; Airlines buhlen um Staatshilfe; 4,7% weniger Besch&auml;ftigte im Verarbeitenden Gewerbe; der Markt hat immer Recht; Vorteile der Industriepolitik; Hartz IV-Jugendliche; Griechenland als Ausrede; Berliner S-Bahn entgleist; Propaganda f&uuml;r die Bundeswehr; NRW-Wahl; Auslandsberichte; Liberalismus; 5 Jahre Benedikt. (WL)<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-5258","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5258","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=5258"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5258\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5261,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5258\/revisions\/5261"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=5258"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=5258"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=5258"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}