{"id":52590,"date":"2019-06-19T13:00:21","date_gmt":"2019-06-19T11:00:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=52590"},"modified":"2019-06-19T15:09:41","modified_gmt":"2019-06-19T13:09:41","slug":"altersvorsorge-teil-ii-die-ruerup-kommission-blick-zurueck-mit-teils-erstaunlichen-erkenntnissen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=52590","title":{"rendered":"Altersvorsorge Teil II: Die R\u00fcrup-Kommission. Blick zur\u00fcck mit teils erstaunlichen Erkenntnissen"},"content":{"rendered":"<p>Die rot-gr&uuml;ne Regierung Schr&ouml;der\/Fischer hat recht schnell Weichen gestellt. Schon zweieinhalb Jahre nach Beginn wurde die Entscheidung f&uuml;r die Riester-Rente und f&uuml;r die Entgeltumwandlung und damit f&uuml;r eine staatlich gef&ouml;rderte Teilprivatisierung der Altersvorsorge gef&auml;llt. Zum 1.1.2002 trat sie in Kraft. Dann wurde von Bundeskanzler Schr&ouml;der auch eine Kommission berufen, die zwischen 2002 und 2003 das ideologische Ger&uuml;st f&uuml;r die Agenda 2010 beschloss. <strong>Anette Sorg<\/strong> und <strong>Albrecht M&uuml;ller<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\n<a href=\"http:\/\/www.portal-sozialpolitik.de\/archiv\/ruerup-kommission\/berufung-der-ruerup-kommission\">Das geschah am 12.11.2002<\/a>. Mit der Besetzung der Kommission war zugleich ein Netz zur Durchsetzung der Beschl&uuml;sse geschaffen worden. Die vier Gewerkschaftsmitglieder im 26-k&ouml;pfigen Gremium hatten angesichts der Mehrheitsverh&auml;ltnisse zu keinem Zeitpunkt eine Chance, ihre Sicht der Dinge durchzusetzen.<\/p><p>Auf dem Portal-Sozialpolitik, das eine nicht kommerzielle Internetplattform zu sozialpolitischen Fragen, Themen und Debatten ist, sind alle notwendigen und interessanten Dateien zur Kommission und deren Beschl&uuml;sse aufgelistet und dort abrufbar. Betreiber der Plattform ist Dr. Johannes Steffen, ehemaliger Referent f&uuml;r Sozialpolitik der Arbeitnehmerkammer Bremen, dem wir an dieser Stelle <a href=\"http:\/\/www.portal-sozialpolitik.de\/archiv\/ruerup-kommission\">f&uuml;r diese verdienstvolle Arbeit ausdr&uuml;cklich danken m&ouml;chten<\/a>.<\/p><p><strong>Was besonders interessant und teilweise erstaunlich ist:<\/strong><\/p><p><strong><a href=\"http:\/\/www.portal-sozialpolitik.de\/uploads\/sopo\/pdf\/2003\/2003-08-28-Ruerup-2Kommission.pdf\">Die Mitglieder der Kommission<\/a><\/strong><\/p><p>Das &bdquo;who is who&ldquo; aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik war in dieser Kommission versammelt, alibihaft dekoriert mit vier Gewerkschaftern (Engelen-Kefer, Wieseh&uuml;gel, Nadine Schley, Manfred Schoch)<\/p><p><strong>Prof. Dr. Dr. h.c. Bert R&uuml;rup<\/strong> (Vorsitzender der Kommission)Professor f&uuml;r Finanz- und Wirtschaftspolitik an der Technischen Universit&auml;t Darmstadt; Mitglied im Sachverst&auml;ndigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, Vorsitzender des Sozialbeirats<\/p><p><strong>Heinrich Tiemann<\/strong> (Vertreter des Bundesministeriums f&uuml;r Gesundheit und Soziale Sicherung) Staatssekret&auml;r im Bundesministerium f&uuml;r Gesundheit und Soziale Sicherung<\/p><p><strong>Prof. Dr. h.c. Roland Berger<\/strong> Chairman and Global Managing Partner von Roland Berger Strategy Consultants GmbH, M&uuml;nchen<\/p><p><strong>Prof. Axel B&ouml;rsch-Supan<\/strong> Ph.D.Professor f&uuml;r Makro&ouml;konomik und Wirtschafts-politik an der Universit&auml;t Mannheim; Direktor des Mannheimer Forschungsinstituts &Ouml;konomie und demografischer Wandel (MEA); Mitglied des wissenschaftlichen Beirats beim Bundesministerium f&uuml;r Wirtschaft und Arbeit<\/p><p><strong>Dr. Claus-Michael Dill<\/strong> Vorsitzender des Vorstandes der AXA Konzern AG, der AXA Versicherung AG und der AXA Lebensversicherung AG, K&ouml;ln<\/p><p><strong>Dominique D&ouml;ttling<\/strong> Gesch&auml;ftsf&uuml;hrende Gesellschafterin D&ouml;ttling &amp;Partner Beratungsgesellschaft mbH, Uhingen; Gesellschafterin Ebersp&auml;cher Formenbau GmbH; Mitglied des Bundesvorstandes der Wirtschaftsjunioren Deutschland (WJD)<\/p><p><strong>Dr. Ursula Engelen-Kefer<\/strong> Stellvertretende Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes, zust&auml;ndig f&uuml;r die Bereiche Sozialpolitik, Arbeitsmarktpolitik, Arbeitsrecht und Frauen<\/p><p><strong>Prof. Dr. Gisela F&auml;rber<\/strong> Professorin f&uuml;r wirtschaftliche Staatswissenschaften &ndash; insbesondere Allgemeine Volkswirtschaftslehre und Finanzwissenschaft &ndash; an der Deutschen Hochschule f&uuml;r Verwaltungswissenschaften Speyer; Vorsitzende der Gesellschaft f&uuml;r Programmforschung; Mitglied des Sozialbeirats<\/p><p><strong>G&uuml;nther Fleig<\/strong> Mitglied des Vorstands der DaimlerChryslerAG, zust&auml;ndig f&uuml;r Personal und Arbeitsdirektor, Stuttgart<\/p><p><strong>J&uuml;rgen Husmann<\/strong> Ehemaliges Mitglied der Hauptgesch&auml;ftsf&uuml;hrung der Bundesvereinigung der (BDA); Mitglied des Vorstandes der Bundesversicherungsanstalt f&uuml;r Angestellte (BfA); Alternierender Vorsitzender des Vorstandes des Verbandes Deutscher Rentenversicherungstr&auml;ger (VDR); Mitglied des Vorstandes der IVSS (Internationale Vereinigung f&uuml;r soziale Sicherheit) in Genf; Mitglied des Sozialbeirats<\/p><p><strong>Prof. Dr. Dr. Karl W. Lauterbach<\/strong> Direktor des Instituts f&uuml;r Gesundheits&ouml;konomie und Klinische Epidemiologie (IGKE) der Universit&auml;t zu K&ouml;ln; Mitglied im Sachverst&auml;ndigenrat des Gesundheitswesens<\/p><p><strong>Prof. Dr. Edda M&uuml;ller<\/strong> Vorstand der Verbraucherzentrale Bundesverband e.V., Berlin; Stellvertretende Vorsitzende des Rats f&uuml;r nachhaltige Entwicklung, Ministerin a.D.<\/p><p><strong>Prof. Dr. Dr. Eckhard Nagel<\/strong> Direktor des Instituts f&uuml;r Medizinmanagement und Gesundheitswissenschaften an der Universit&auml;t Bayreuth; Leiter des Transplantationszentrums am Klinikum Augsburg; stellvertretender Vorsitzender des Nationalen Ethikrates; Mitglied des Pr&auml;sidiumsvorstands und Pr&auml;sident des Deutschen Evangelischen Kirchentages f&uuml;r die Jahre 2001 bis 2007<\/p><p><strong>Prof. Dr. Frank Nullmeier<\/strong> Professor f&uuml;r Politikwissenschaft an der Universit&auml;t Bremen und Leiter der Abteilung Theorie und Verfassung des Wohlfahrtsstaates am Zentrum f&uuml;r Sozialpolitik<\/p><p><strong>Dr. Helmut Platzer<\/strong> Vorsitzender des Vorstandes der AOK Bayern,M&uuml;nchen<\/p><p><strong>Prof. Dr. Bernd Raffelh&uuml;schen<\/strong> Direktor des Instituts f&uuml;r Finanzwissenschaft und Volkswirtschaftslehre I an der Albert-Ludwigs-Universit&auml;t Freiburg; Professor II an der Universit&auml;t Bergen (Norwegen)<\/p><p><strong>Prof. Dr. Franz Ruland<\/strong> Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer des Verbandes Deutscher Rentenversicherungstr&auml;ger, Frankfurt am Main<\/p><p><strong>Nadine Schley<\/strong> B&uuml;rokauffrau, Schering AG, Berlin; ehemalige Vorsitzende der Jugend- und Auszubildendenvertretung; Mitglied der Tarifkommission der IGBCE<\/p><p><strong>Prof. Dr. Josef Schmid<\/strong> Professor f&uuml;r Politische Wirtschaftslehre und vergleichende Politikfeldanalyse am Institut f&uuml;r Politikwissenschaft der Eberhard-Karls-Universit&auml;t T&uuml;bingen<\/p><p><strong>Manfred Schoch<\/strong> Gesamtbetriebsrats-Vorsitzender der BMW AG; stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrates der BMW AG; Vorsitzender des BMW EURO-Betriebsrates; Mitglied des Verwaltungsrates des BKK Bundesverbandes, M&uuml;nchen<\/p><p><strong>Barbara Stolterfoht<\/strong> Staatsministerin a.D.; Vorsitzende des Deutschen Parit&auml;tischen Wohlfahrtsverbandes &ndash;Gesamtverband e.V.<\/p><p><strong>Dr. Gitta Trauernicht<\/strong> Ministerin a.D.; Mitglied des nieders&auml;chsischen Landtags; Gesch&auml;ftsf&uuml;hrerin des Instituts f&uuml;r soziale Arbeit e.V. und der ISA Planungs- und Beratungs-GmbH<\/p><p><strong>Eggert Voscherau<\/strong>, Mitglied des Vorstands der BASF AG, Ludwigshafen; Pr&auml;sident des Verbandes der Europ&auml;ischen Chemieindustrie (Cefic); Pr&auml;sident desInternationalen Chemieverbandes ICCA (International Council of Chemical Associations)<\/p><p><strong>Prof. Dr. Gert G. Wagner<\/strong> Professor f&uuml;r empirische Wirtschaftsforschung und Wirtschaftspolitik an der Technischen Universit&auml;t Berlin; Forschungsdirektor f&uuml;r Sozialpolitik und Leiter der L&auml;ngsschnittstudie Sozio-oekonomisches Panel (SOEP) am DIW Berlin; Mitglied der Kammer f&uuml;r soziale Ordnung der EKD<\/p><p><strong>Klaus Wieseh&uuml;gel<\/strong> Bundesvorsitzender der IG Bauen-Agrar-Umwelt, Frankfurt am Main; Vizepr&auml;sident des Internationalen Bundes der Bau- und Holzarbeiter, Genf<\/p><p><strong>Dr. Rosemarie Wilcken<\/strong> B&uuml;rgermeisterin der Stadt Wismar; Stellvertreterin der amtierenden Pr&auml;sidentin des Deutschen St&auml;dtetages<\/p><p><a href=\"http:\/\/www.portal-sozialpolitik.de\/uploads\/sopo\/pdf\/2003\/2003-08-28-Ruerup-kurz.pdf\">In der 18seitigen Kurzfassung des Kommissionsberichts<\/a> findet man folgende Aussagen zur Rentenpolitik:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Mit der Rentenreform 2001 wurden bereits wichtige Schritte eingeleitet, um den Anstieg des Beitragssatzes zur Gesetzlichen Rentenversicherung zu d&auml;mpfen. Dennoch wird das mit dieser Reform festgelegte Ziel, den Beitragssatz bis zum Jahr 2030 nicht &uuml;ber 22% ansteigen und gleichzeitig das Netto-Standardrentenniveau nicht unter 67% sinken zulassen, nicht erreicht werden. Auf der Basis des von der Kommission &ndash; unter Mitwirkung ausgewiesener Bev&ouml;lkerungs- und Wirtschaftswissenschaftler &ndash; erstellten neuen Szenarios f&uuml;r die langfristige demografische und &ouml;konomische Entwicklung zeigt sich, dass der Beitragssatz bis zum Jahr 2030 vielmehr auf &uuml;ber 24% ansteigen d&uuml;rfte. Gleichzeitig wird das Rentenniveau sinken&hellip;<\/p>\n<p>Neben der Anhebung der Altersgrenzen schl&auml;gt die Kommission vor, den Anstieg der Renten in Zukunft zu d&auml;mpfen und damit die Beitragszahlerinnen und -zahler zu entlasten. Hierzu sollte die <strong>Rentenanpassungsformel um einen Nachhaltigkeitsfaktor erg&auml;nzt<\/strong> werden. Dieser Nachhaltigkeitsfaktor bewirkt, dass die j&auml;hrliche Rentenanpassung reduziert wird, wenn sich das Verh&auml;ltnis von Rentnern zu Beitragszahlern (Rentnerquotient) zu Lasten der Beitragszahler ver&auml;ndert&hellip;<\/p>\n<p>Unter Ber&uuml;cksichtigung der h&ouml;heren Rentenaltersgrenzen und des Nachhaltigkeitsfaktors wird ein Anstieg des Beitragssatzes bis zum Jahr 2030 auf &uuml;ber 24% vermieden. <strong>Die 22%-Marke kann eingehalten werden. Gleichzeitig wird das Brutto-Standardrentenniveau bei etwa 40% liegen.<\/strong> Derzeit betr&auml;gt das Bruttorentenniveau noch 48% und w&auml;re auch ohne weitere Ma&szlig;nahmen bis 2030 auf 42% gesunken. Dies verdeutlicht, dass der gr&ouml;&szlig;te Teil der Leistungseinschr&auml;nkungen bereits im geltenden Recht angelegt ist.\n<\/p><\/blockquote><p><strong>Viele der in der R&uuml;rup-Kommission bereits angelegten Weichenstellungen h&auml;tten die meisten unter uns zeitlich vermutlich als weitaus sp&auml;teren S&uuml;ndenfall einsortiert. <\/strong><\/p><p>Fakt ist, dass 2003 schon <\/p><ul>\n<li>das Hohelied der Privatvorsorge inklusive deren staatlicher F&ouml;rderung gesungen wurde und damit der zum 1. Januar 2002 eingef&uuml;hrten Riesterrente ein &bdquo;Schub&ldquo; verpasst wurde<\/li>\n<li>die Anhebung des Rentenalters auf 67 propagiert wurde, <\/li>\n<li>die Absenkung des Rentenniveaus auf 40 Prozent angek&uuml;ndigt wurde, <\/li>\n<li>einer B&uuml;rgerversicherung (Hinzunahme von Beamten, Selbst&auml;ndigen und Minijobbern) in den beitragspflichtigen Personenkreis eine Absage erteilt wurde und <\/li>\n<li>die Rentenformel bereits um den Nachhaltigkeitsfaktor erg&auml;nzt<\/li>\n<li>einer Grund- oder Sockelrente eine Absage erteilt wurde<\/li>\n<\/ul><p>Lesen Sie im 15-seitigen  &bdquo;<a href=\"http:\/\/www.portal-sozialpolitik.de\/uploads\/sopo\/pdf\/2003\/2003-06-27-Ruerup-Alterssicherung.pdf\">Gesamtkonzept zur Reform der staatlichen Alterssicherung der Kommission vom Juni 2003<\/a>&rdquo; nach.<\/p><p><strong>Die Minderheitenvoten hierzu m&ouml;chten wir Ihnen nicht vorenthalten, damit Sie sehen, dass die Fahrt der Rentenversicherung in die falsche Richtung h&auml;tte gebremst werden k&ouml;nnen, wenn man auf die richtigen Leute geh&ouml;rt h&auml;tte. <\/strong><\/p><p>Dass die Gewerkschaften der Agenda-Politik von Kanzler Schr&ouml;der beinahe widerstandslos gefolgt sind, bleibt angesichts der hier wiedergegebenen Erkenntnisse der Kommissionsmitglieder mit Gewerkschaftshintergrund ein R&auml;tsel: <\/p><p>Im <a href=\"https:\/\/www.neues-deutschland.de\/artikel\/40658.aeltere-arbeitnehmer-in-armut-gedraengt.html\">Neuen Deutschland<\/a> kommen die vier gewerkschaftlichen Mitglieder der R&uuml;rup-Kommission &ndash; DGB-Vizevorsitzende Ursula Engelen-Kefer, IG-Bau-Vorsitzender Klaus Wieseh&uuml;gel, Schering-Betriebsr&auml;tin Nadine Franz sowie BMW-Gesamtbetriebsrat Manfred Schoch  zu Wort. Ihre Gegenvorstellungen sind in einem 142-seitigen Papier ver&ouml;ffentlicht worden, die das Neue Deutschland im August 2003 auszugsweise ver&ouml;ffentlicht hat:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;&hellip;<strong>Die Fixierung der Kommission auf die politisch gesetzten Beitragsziele<\/strong> und die Entscheidung gegen die Erwerbst&auml;tigenversicherung im Bereich der Rentenversicherung <strong>verengten die Diskussion<\/strong> zu einem sehr fr&uuml;hen Zeitpunkt auf einige wenige Stellschrauben: die <strong>Heraufsetzung des Renteneintrittsalters, die weitere Senkung des Rentenniveaus und die Erh&ouml;hung der Abschl&auml;ge<\/strong>.&ldquo;&hellip;<\/p>\n<p>&hellip;&ldquo;Die formale Verl&auml;ngerung der Erwerbsphase &uuml;ber ein h&ouml;heres gesetzliches Rentenalter ohne reales Erwerbsangebot und Einzahlungsm&ouml;glichkeiten in die Rentenversicherung droht eine steigende Zahl &auml;lterer Menschen in die Armut zu dr&auml;ngen. Die Erwerbsbiografien k&ouml;nnten zum Ende hin &raquo;ausfransen&laquo;: Dem Ausscheiden aus dem Betrieb, z. B. mit Anfang 60, kann so eine qu&auml;lende Lebensphase folgen, in der Arbeitslosengeld, das neue Arbeitslosengeld II oder auch Krankengeld bezogen werden m&uuml;ssen, weil die Verrentung in weite Ferne ger&uuml;ckt ist. <\/p>\n<p>Au&szlig;erdem weigerte sich die Kommission, die Anhebung des Rentenalters sozial vertr&auml;glich auszugestalten: Es werden zwar &Uuml;bergangsfristen vorgeschlagen, um den verfassungsm&auml;&szlig;ig gebotenen Vertrauensschutz zu gew&auml;hren. Davon abgesehen allerdings, sind keine Sonderregelungen f&uuml;r erwerbsgeminderte, schwerbehinderte und langzeitarbeitslose Versicherte vorgesehen&hellip;&ldquo;<\/p>\n<p>&hellip;&ldquo; Die Rolle der kollektiven Formen der kapitalgedeckten Vorsorge &ndash; <strong>die betriebliche Vorsorge, m&ouml;glichst tarifvertraglich gestaltet &ndash; sollte weiter gest&auml;rkt werden. Unter den Gesichtspunkten einer optimalen Rendite, eines hohen Anlageschutzes und der Transparenz der Anlagen bietet sie eindeutige Vorteile. Zudem kann hier eher die Beteiligung der Arbeitgeber an den Aufwendungen erreicht werden<\/strong>. Neben der Vereinheitlichung der F&ouml;rderbedingungen schlagen wir weitere Ver&auml;nderungen vor, um die betriebliche Altersvorsorge zu optimieren:<\/p>\n<p>Mittelfristig stellt die obligatorische betriebliche Altersvorsorge eine w&uuml;nschenswerte Weiterentwicklung der kapitalgedeckten Altersvorsorge dar. Dabei sollte eine finanzielle Beteiligung des Arbeitgebers vorgesehen sein. Tarifvertragliche Regelungen k&ouml;nnen dabei eine gro&szlig;e Rolle spielen. Vor allem kann eine fl&auml;chendeckende Ausbreitung betrieblicher Altersversorgung ohne eine gesetzliche Verpflichtung des Arbeitgebers, diese einzurichten, nicht erreicht werden. Diese ist aber &ndash; insbesondere auf Grund der Sicherungsl&uuml;cke zwischen gesetzlicher Rente und einem Lebensstandard sichernden Alterseinkommen &ndash; sozialpolitisch notwendig. <strong>Eine obligatorische betriebliche Altersvorsorge findet allerdings nur dann unsere Zustimmung, wenn sie mit einer finanziellen Beteiligung der Arbeitgeber an den Vorsorgeaufwendungen verbunden wird.<\/strong> Wir sind der Ansicht, dass die mehrheitlich verabschiedeten Vorschl&auml;ge die nachhaltige Finanzierung der gesetzlichen Rentenversicherung aus sozialpolitischen Gr&uuml;nden nicht gew&auml;hrleisten. <strong>Es kann festgestellt werden, dass die R&uuml;rup-Kommission im Bereich der gesetzlichen Rentenversicherung kaum innovative Ideen entwickelt hat. Die Stellschrauben der konventionellen Rentenpolitik &ndash; Rentenalter, Rentenanpassung und Abschl&auml;ge &ndash; waren bereits vorher ausf&uuml;hrlich diskutiert. Die Ausgestaltung der einzelnen Reformbestandteile besitzt ebenfalls keinen neuartigen Charakter. Vor allem konzentrierte sich die Kommission entgegen ihrem Auftrag nur auf die Herausforderung der Demographie; genderorientierte Fragestellungen und der Wandel der Arbeitswelt wurden beispielsweise ignoriert&hellip;<\/strong>&ldquo;<\/p>\n<p>&hellip;&ldquo;<strong>Verlierer<\/strong> der vorgeschlagenen Ver&auml;nderungen <strong>werden die bereits benachteiligten Menschen in unserer Gesellschaft, wie Schwerbehinderte und Erwerbsgeminderte, sein, aber auch diejenigen, die unterbrochene Erwerbsbiografien haben &ndash; insbesondere Frauen oder Langzeitarbeitslose<\/strong>.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Soweit das Neue Deutschland zur Haltung der Gewerkschafter.<\/p><p>Die R&uuml;rup-Kommission war Akteur in einem ganz besonderen Trauerspiel unserer Sozialgeschichte. Aber offensichtlich soll dieses Trauerspiel kein Ende haben. Das wird an der neuen Rentenkommission sichtbar, einer Geheimkommission, &uuml;ber die die NachDenkSeiten gestern berichtet haben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die rot-gr&uuml;ne Regierung Schr&ouml;der\/Fischer hat recht schnell Weichen gestellt. Schon zweieinhalb Jahre nach Beginn wurde die Entscheidung f&uuml;r die Riester-Rente und f&uuml;r die Entgeltumwandlung und damit f&uuml;r eine staatlich gef&ouml;rderte Teilprivatisierung der Altersvorsorge gef&auml;llt. Zum 1.1.2002 trat sie in Kraft. 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