{"id":5265,"date":"2010-04-20T15:14:59","date_gmt":"2010-04-20T13:14:59","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=5265"},"modified":"2014-08-07T14:50:27","modified_gmt":"2014-08-07T12:50:27","slug":"kriminelle-energie-ganz-oben-finanzkrise-xxxviii","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=5265","title":{"rendered":"Kriminelle Energie ganz oben  (Finanzkrise XXXVIII)"},"content":{"rendered":"<p>Am 17. August 2007 um 15:08 Uhr konnten Sie in den NachDenkSeiten lesen:<br>\n<a href=\"\/?p=2564\">&bdquo;Die Blase &ndash; das Werk von Kriminellen, kriminellen Vereinigungen und Hehlern&ldquo;<\/a><br>\n Selbst unter unseren kritischen Lesern gab es damals Naser&uuml;mpfen &uuml;ber den forschen Ton dieser Analyse der Vorg&auml;nge, die zur Krise der IKB (Industriekreditbank D&uuml;sseldorf) f&uuml;hrten. Berechtigt war das Naser&uuml;mpfen damals nicht und ist es heute nicht, wie jetzt auch die Klage der US-B&ouml;rsenaufsicht SEC gegen Goldman Sachs zeigt. (Siehe unten Anlage 1 und den Hinweis Nr. 1 vom 19.4.) &ndash;  Es geht hier nicht um den Verdacht des Betrugs gegen irgendein Wirtschaftsunternehmen. Wir sind als Steuerzahler und als Demokraten vom kriminellen Geschehen direkt betroffen. Albrecht M&uuml;ller.<br>\n<!--more--><\/p><ol>\n<li>F&uuml;r die private Bank IKB haben wir als Steuerzahler &uuml;ber 8 Milliarden gezahlt. In den NDS werden Sie viele Beitr&auml;ge zu diesem Vorgang und insbesondere zur beflissenen Art, mit der die Bundesregierung gezahlt hat, finden. Beim jetzt ruchbaren und von der SEC als kriminell betrachteten Akt soll die IKB mit 150 Millionen Verlust drinh&auml;ngen. Dass die IKB diesen Verlust nicht ahnungslos eingegangen ist, ist in den NachDenkSeiten schon am 17.8.2007 vermerkt. Die IKB war der Hehler.\n<\/li>\n<li>Goldman Sachs hatte (und hat) einen &uuml;berragenden Einfluss auf die US-Politik und auf die deutsche Politik. So hat z.B. Angela Merkel den Goldman Sachs Berater und ehemaligen Chef&Ouml;konomen der EZB, Otmar Issing, zum Vorsitzenden der Kommission gemacht, die neue Regeln f&uuml;r die internationalen Finanzm&auml;rkte ausarbeiten sollte. Ein unglaublicher Vorgang und damit ist auch klar, dass nichts geschieht. Das Nichtstun ist offensichtlich das Ergebnis des Einflusses von Goldman Sachs und der Finanzwirtschaft insgesamt. Zu Issing und zum GS-Chef Dibelius siehe Anlage 2 und 3.\n<\/li>\n<li>Nach Beendigung dieses Beitrags erreichten mich zwei Mail von Hauke F&uuml;rstenwerth. Sie enthalten ein paar interessante Hinweise. Sie sind quasi unkommentiert als Anlage 4 angeh&auml;ngt.\n<\/li>\n<\/ol><p><strong>Anlage 1:<\/strong><\/p><p><strong>Ermittlungen gegen Goldman Sachs<\/strong><br>\n<strong>Wie der fabelhafte Fab die Wall Street narrte<\/strong><br>\nDie Finanzszene steht unter Schock: Goldman Sachs soll Investoren um eine Milliarde Dollar betrogen haben. Jetzt ermittelt die B&ouml;senaufsicht, die Klageschrift offenbart ein skrupelloses System des Abkassierens. Im Mittelpunkt: ein Jungstar der Bank und ein milliardenschwerer Hedgefonds-K&ouml;nig.<br>\nWer die nagelneue Weltzentrale von Goldman Sachs betritt, k&ouml;nnte meinen, dass es eine Finanzkrise nie gegeben hat. Der 230-Meter-Glasturm in Lower Manhattan ist ein Symbol der Macht und der St&auml;rke &ndash; 2,1 Milliarden Dollar teuer, 44 Etagen hoch, allein 53 Aufz&uuml;ge. Dieser Protzbau sagt: Wir sind wer.<br>\n&hellip;<br>\nQuelle : <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/unternehmen\/0,1518,druck-689527,00.html\">SpiegelOnline am 17. April 2010<\/a><\/p><p><strong>Anlage 2:<\/strong><br>\n<strong>Zum Goldman Sachs Berater Otmar Issing:<\/strong><\/p><p>20. Oktober 2008 um 17:16 Uhr<br>\n<strong>Ein neuer &bdquo;Bock als G&auml;rtner&ldquo;<\/strong> &ndash; der GoldmanSachs-Berater Issing als Kommissionsvorsitzender. Mein Fazit: Dieser Bundesregierung ist nicht zu trauen.<br>\nQuelle: <a href=\"\/?p=3521\">nachdenkseiten<\/a><\/p><p><strong>Goldman Sachs<\/strong><br>\n<strong>Otmar Issing wird Investmentbanker<\/strong><br>\nDer ehemalige Chef-Volkswirt der Europ&auml;ischen Zentralbank (EZB) und der Deutschen Bundesbank, Otmar Issing, wird eine Position bei der amerikanischen Investmentbank Goldman Sachs &uuml;bernehmen.<br>\nQuelle : <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/s\/RubF36E5361491F4CD9953863A0D5A760BC\/Doc~E533459AC69874D2183701EC98732DFD2~ATpl~Ecommon~Scontent~Afor~Eprint.html\">FAZ am 15.10.2006<\/a><\/p><p><strong>H&ouml;here L&ouml;hne sind keine L&ouml;sung<\/strong><br>\n<strong><em>Kommentar<\/em><\/strong> Die schw&auml;cheren Mitglieder der Eurozone brauchen Hilfe &ndash; Deutschland sollte deshalb die Binnennachfrage st&auml;rken und die L&ouml;hne erh&ouml;hen, verlangen unter anderem die Franzosen. Doch die Forderung ist &ouml;konomisch unsinnig und politisch gef&auml;hrlich. von Otmar Issing<br>\n<em><strong>Otmar Issing<\/strong> ist Pr&auml;sident des Center for Financial Studies (CFS) an der Johann Wolfgang Goethe-Universit&auml;t in Frankfurt am Main, Berater der Investmentbank Goldman Sachs und ehemaliger Chefvolkswirt der Europ&auml;ischen Zentralbank.<\/em><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/politik\/deutschland\/:otmar-issing-hoehere-loehne-sind-keine-loesung\/50091764.html?mode=print\">FTD am 22.3.2010<\/a><\/p><p><strong>Anlage 3:<\/strong><br>\n<strong>Zur Goldman Sachs-Spitze in Deutschland und zur Macht von GS:<\/strong><\/p><p><strong>Finanzindustrie: Goldman Sachs<\/strong><br>\nGottes Werk und Dibelius&rsquo; Beitrag<br>\nUm das Image gro&szlig;er Banken ist es schlecht bestellt. Goldman-Sachs-Deutschland-Chef Dibelius legt nach &ndash; und provoziert Streit.<br>\nEine Polemik von Hans von der Hagen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/finanzen\/971\/500241\/text\/print.html\">S&uuml;ddeutsche Zeitung am 15.1.2010<\/a><\/p><p><strong>Banken <\/strong><br>\n<strong>Goldman heuert an: Mehr Macht durch Macht<\/strong><br>\nVer&ouml;ffentlicht am 03 M&auml;rz 2010&nbsp;&nbsp;| <a href=\"http:\/\/www.presseurop.eu\/de\/content\/source-information\/484-le-monde\">Le Monde<\/a> Paris<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.presseurop.eu\/de\/content\/article\/202631-goldman-heuert-mehr-macht-durch-macht\">Presseurop<\/a><\/p><p><strong>Anlage 4:<\/strong><br>\n<strong>Zwei Mails von heute von Hauke F&uuml;rstenwerth zum Thema:<\/strong><\/p><p>Hallo zusammen,<br>\nDa auch die Nachdenkseiten die r&uuml;hrend naiven Berichte und Kommentare zur Klage der SEC gegen Goldman Sachs wiedergeben, <\/p><p><em>(<strong>Anmerkung AM zu dieser Einleitung:<\/strong> wir &bdquo;geben wieder&ldquo;, aber wir kommentieren in der Regel sehr kritisch, wie schon der Beitrag vom 17.8.2007 und unz&auml;hlige darnach zeigen) <\/em> <\/p><p>m&ouml;chte ich Sie auf einige Umst&auml;nde hinweisen, die in der verst&auml;ndlichen Entr&uuml;stung nicht ber&uuml;cksichtigt werden. Wie weit das Unverst&auml;ndnis der Vorg&auml;nge reicht wird deutlich an der Beschreibung in der FR zu den Gesch&auml;ften der Deutschen Bank:<\/p><p>&ldquo;Der deutsche Branchenprimus hatte sich genau wie Goldman Sachs auf Wett-Gesch&auml;fte mit dem Hedgefonds von John Paulson eingelassen. &hellip; Gleichzeitig verkaufte sie Ausfallversicherungen an Hedgefonds, die auf das Gegenteil &ndash; also das Platzen der Blase &ndash; setzten.&rdquo;<\/p><p>Hier wird behauptet, die deutsche Bank h&auml;tte gegen Pauslon gewettet. Demnach m&uuml;sste der Gewinn von Paulson der Verlust der Bank sein. Die FR geht sogar<br>\nnoch weiter und unterstellt mit ihrem Text, dass die Deutsche Bank wissentlich die Verluste aus den windigen CDO Papieren &uuml;bernimmt, damit die Hedgefonds ihren Reibach machen k&ouml;nnen, in dem sie den Hedgefonds eine Ausfallversicherung verkauft. &ndash; unsinniger geht&rsquo;s nimmer!<\/p><p>Die Klageschrift der SEC gegen Goldman Sachs ist im internet verf&uuml;gbar. Darin sind die Einzelheiten der Goldman Gesch&auml;fte ausgef&uuml;hrt. Danach hat Goldman aus von Paulson ausgew&auml;hlten Hypothekenkrediten ein synthetisches CDO zusammengestellt und dieses an Investoren wie die IKB verkauft. F&uuml;r diese Dienstleistung hat GS 15 Mio Dollar kassiert. Ein Synthetisches CDO ist ein B&uuml;ndel von Wetten auf den Ausfall der zu Grunde liegenden Hypotheken. Der Verk&auml;ufer &ndash; Paulson &ndash; wettet auf den Ausfall. Hierf&uuml;r ist er bereit, an den K&auml;ufer &ndash; seinem Wettgegner, IKB u. a. &ndash; eine j&auml;hrliche Pr&auml;mie zu zahlen. Der Wettgegner &ndash; IKB &ndash; geht davon aus, dass die Hypothekenkredite nicht faul werden und freut sich &uuml;ber die Zahlungen. Er gew&auml;hrt also eine Ausfallversicherung f&uuml;r die Hypotheken. Wer sich auf synthetische CDO einl&auml;sst, kann wohl kaum behaupten, er h&auml;tte diese Zusammenh&auml;nge nicht gekannt. Deshalb wird die Klage der SEC wohl auch nicht zu einer Verurteilung f&uuml;hren. Das d&uuml;rfte genauso ausgehen wie die vergeblichen Klagen vieler Gemeinden und St&auml;dte hier bei uns, die mit Zins swaps gegen die deutsche Bank gewettet und verloren haben. Diese Klagen sind bis auf wenige Ausnahmen erfolglos geblieben.<\/p><p>Erhellend sind die Ausf&uuml;hrungen in der Klageschrift zu IKB auf S. 15 ff<\/p><p>&ldquo;Historically, IKB specialized in lending to small and medium-sized companies. Beginning in and around 2002, IKB, for itself and as an advisor, was involved in the purchase of securitized assets referencing, or consisting of, consumer credit risk including RMBS CDOs backed by U.S. mid-and-subprime mortgages. IKBs former subsidiary, IKB Credit Asset Management GmbH, provided investment advisory services to various purchasing entities participating in a commercial paper conduit known as the Rhineland programme conduit.<\/p><p>The identity and experience of those involved in the selection of CDO portfolios was an important investment factor for IKB. In late 2006 IKB informed a GS&amp;Co sales representative and Tourre that it was no longer comfortable investing in the liabilities of CDOs that did not utilize a collateral manager, meaning an independent third-party with knowledge of the U.S. housing market and expertise in analyzing RMBS.&rdquo;<\/p><p>Danach hat die IKB von 2002 bis 2007 auf Basis eigener Expertise strukturierte Produkte gekauft &ndash; im Gesch&auml;ftsbericht 2006 r&uuml;hmt sich die IKB ihrer Expertise in diesen Gesch&auml;ften! &ndash; hat dann aber wohl kalte F&uuml;&szlig;e bekommen und wollte nur noch &uuml;ber Vermittler kaufen. Vermittler wie ACA waren nur als Makler t&auml;tig, ohne jegliche Haftung f&uuml;r das vermittelte Produkt. Die IKB hat sich ohne eigene Expertise auf Gesch&auml;fte eingelassen, die sie nicht verstanden hat.<\/p><p>In diesem Zusammenhang m&ouml;chte ich Ihnen noch einmal die Lekt&uuml;re des Buches<\/p><p>The Big Short: Inside the Doomsday Machine<br>\nvon Michael Lewis<\/p><p>ans Herz legen. Darin werden die Gesch&auml;fte mit von Hypotheken abgeleiteten strukturierten Produkten gut nachvollziehbar beschrieben. Unter anderem wird detailliert beschrieben, wie der Investmanager Greg Lippmann von der Deutschen Bank CDS Papiere auf das Platzen der subprime abgeleiteten Finanzprodukte vermarktet hat, aufgebaut auf Analysen, die die Unsinnigkeit dieser Produkte nachweisen. Das alles hat mit Verschw&ouml;rung nichts zu tun, denn zu einer Wette geh&ouml;ren immer zwei Partner: einer der auf steigende Preise der Finanzprodukte setzt und einer der dagegen h&auml;lt, weil er auf sinkende Preise setzt. Einer gewinnt immer, der Buchmacher, hier die Deutsche Bank, die an Vermittlung der Wetten interessiert war.<\/p><p>Im Falle Goldman Sachs\/IKB\/Paulson hat Goldman eine Wette arrangiert zwischen Paulson und IKB und andere. Paulson hat in Summe 1 Mrd Dollar gewonnen, IKB u.a. haben in Summe 1 Mrd verloren, Goldman hat als Buchmacher f&uuml;r ein wenig Papierarbeit eines Mitarbeiters Tourre 15 Mio kassiert.<\/p><p><strong>Kurzer Nachtrag in einer zweiten Mail:<\/strong><br>\nIn der <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/s\/RubD16E1F55D21144C4AE3F9DDF52B6E1D9\/Doc~E5D992A453E8C4ECD9B69406EF6DC28F2~ATpl~Ecommon~Scontent.html\">FAZ ist ein Artikel<\/a>, der die Gesch&auml;fte etwas treffender beschreibt<\/p><blockquote><p>\n&ldquo;Wo ist die Spekulationsblase, gegen die wir wetten k&ouml;nnen?&rdquo;, fragte er damals seine Mitarbeiter. Die Antwort war der H&auml;usermarkt. Paulson, der damals bis sp&auml;t in die Nacht &uuml;ber Daten aus dem Hypothekenmarkt br&uuml;tete, wettete schlie&szlig;lich auf fallende Preise von Hypothekenanleihen und kaufte sogenannte Credit Default Swaps, also Wertpapiere, mit denen sich Anleger gegen Kreditausf&auml;lle absichern k&ouml;nnen.<\/p>\n<p>Die waren damals billig zu haben, weil kaum jemand mit Ausf&auml;llen rechnete. Paulson war sich dagegen sicher, dass die immer lockerer werdenden Standards bei der Vergabe von Hypotheken zu steigenden Kreditausf&auml;llen f&uuml;hren w&uuml;rden. &ldquo;Die meisten Leute sagten uns, dass die H&auml;userpreise auf nationalem Niveau nie fielen und dass es noch nie einen Zahlungsverzug bei einer mit hoher Bonit&auml;t versehenen Hypothekenanleihe gegeben habe&rdquo;, beschrieb Paulson die damals g&auml;ngige &Uuml;berzeugung der amerikanischen Hypothekenexperten. Als sich Anfang 2006 der gro&szlig;e Subprime-Hypothekenanbieter Ameriquest, dem aggressive Vertriebsmethoden vorgeworfen worden waren, aber auf einen au&szlig;ergerichtlichen Vergleich einigte, war Paulson &uuml;berzeugt, dass solche Methoden weit verbreitet waren. Er folgerte daraus, dass Subprime-Hypotheken zunehmend an Leute vergeben wurden, die sich die H&auml;user eigentlich nicht leisten konnten. Er behielt recht. Die H&auml;userpreise fielen.&rdquo;\n<\/p><\/blockquote>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 17. August 2007 um 15:08 Uhr konnten Sie in den NachDenkSeiten lesen:<br \/> <a href=\"\/?p=2564\">&bdquo;Die Blase &ndash; das Werk von Kriminellen, kriminellen Vereinigungen und Hehlern&ldquo;<\/a><br \/> Selbst unter unseren kritischen Lesern gab es damals Naser&uuml;mpfen &uuml;ber den forschen Ton dieser Analyse der Vorg&auml;nge, die zur Krise der IKB (Industriekreditbank D&uuml;sseldorf) f&uuml;hrten. 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