{"id":5277,"date":"2010-04-21T08:09:43","date_gmt":"2010-04-21T06:09:43","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=5277"},"modified":"2010-04-21T08:09:43","modified_gmt":"2010-04-21T06:09:43","slug":"hinweise-des-tages-1124","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=5277","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: Euroraum vor Zerrei&szlig;probe; OECD und Bundesbank Bastionen gestrigen Denkens; griechische Anleihegl&auml;ubiger sollen zur Kasse gebeten werden; Sachsen-Sumpf; Protest gegen Kopfpauschale; Asche gegen Flugl&auml;rm; Mixa im R&uuml;ckw&auml;rtsgang; Verkauf von Abituraufgaben; wieder Wahlkampfspenden f&uuml;r NRW-CDU; FDP auf Seiten der Monarchie. (KR\/WL)<br>\n<!--more--><\/p><ol>\n<li><a href=\"#h01\">Euroraum vor der Zerrei&szlig;probe?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h02\">Bastion gestrigen Denkens<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h03\">Bondgl&auml;ubigern drohen Verluste<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h04\">Das Spiel mit den L&uuml;genkrediten geht weiter<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h05\">Protest gegen die Kopfpauschale<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h06\">Bundesanwaltschaft stellt Verfahren gegen Oberst Klein ein<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h07\">Raunheim &ndash; eine leise Kleinstadt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h08\">Bischof Mixa im R&uuml;ckw&auml;rtsgang: &ldquo;Es tut mir im Herzen weh und leid..&rdquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h09\">Verkauf verbrauchter Abituraufgaben<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h10\">Wirbel um Wahlkampfspenden f&uuml;r NRW-CDU<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h11\">Freunde der Monarchie<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"?p=5277&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Euroraum vor der Zerrei&szlig;probe?<\/strong><br>\nSeit Beginn der Europ&auml;ischen W&auml;hrungsunion gibt es eine Gruppe von L&auml;ndern im Euroraum, die deutliche Leistungsbilanzdefizite und einen fortschreitenden Verlust ihrer internationalen Wettbewerbsf&auml;higkeit verzeichnen. Infolge der Finanz- und Wirtschaftskrise sind gerade in diesen L&auml;ndern die Defizite der &ouml;ffentlichen Haushalte empor geschnellt und die Staatsverschuldung ist stark gestiegen. Erschwerend kommt hinzu, dass die Risikoaufschl&auml;ge auf die Renditen von Staatsanleihen dieser L&auml;nder sprunghaft angestiegen sind. Am st&auml;rksten ausgepr&auml;gt sind diese Risikoaufschl&auml;ge gegen&uuml;ber Deutschland, das seinerseits das gr&ouml;&szlig;te Land einer zweiten Gruppe von Euroraum-L&auml;ndern ist, die deutliche Leistungsbilanz&uuml;bersch&uuml;sse aufweisen.<br>\nIm Folgenden wird argumentiert, dass nicht nur &ndash; wie allgemein gefordert &ndash; die Defizitl&auml;nder, sondern auch die L&auml;nder mit &Uuml;bersch&uuml;ssen einen Strategiewechsel vornehmen m&uuml;ssen. Nur so k&ouml;nnen die Ungleichgewichte im Euroraum und die aktuell hohen Budgetdefizite &uuml;berwunden werden, ohne den Euroraum auf eine Zerrei&szlig;probe zu stellen. Das betrifft vor allem Deutschland, dessen einseitige Orientierung auf Wachstum durch Export&uuml;bersch&uuml;sse j&uuml;ngst zu Recht vielfach kritisiert wurde (Fitoussi\/Stiglitz 2009, Sinn 2009).<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/pdf\/p_imk_report_48_2010.pdf\">IMK Report Nr. 48 [PDF &ndash; 97 KB]<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Bastion gestrigen Denkens<\/strong><br>\nDie Krise hat gezeigt, dass das bisher g&auml;ngige Verst&auml;ndnis von &Ouml;konomie einer gr&uuml;ndlichen Revision bedarf. Die aufregende Debatte hier&uuml;ber hat vor allem in den USA und mit einem gewissen Abstand auch in Europa begonnen. Selbst bei den ideologisch sehr gefestigten Mehrheits&ouml;konomen in Deutschland und vor allem im politischen Bereich regen sich zumindest milde Zweifel am bisherigen Weg. Unverkennbar ist allerdings, dass es nach wie vor m&auml;chtige Bastionen gestrigen Denkens gibt. Hervorstechend sind in dieser Hinsicht die OECD und die Bundesbank. Die Bundessbank strebt &hellip; sehenden Auges auf eine Deflation zu und h&auml;lt dies auch noch f&uuml;r gute Wirtschaftspolitik.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/94074.html\">IMK<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Bondgl&auml;ubigern drohen Verluste<\/strong><br>\nDie Kredithilfen von EU und IWF f&uuml;r Griechenland reichen nicht aus. Experten prophezeien, dass auch die privaten Anleihegl&auml;ubiger zur Kasse gebeten werden. Es droht ein Forderungsverzicht.<br>\nImmer lauter fragen Marktakteure und Finanzexperten, wie der &ouml;ffentliche Sektor in den kommenden Jahren eine Staatspleite des Euro-Landes bewerkstelligen will, ohne dass Anleihegl&auml;ubiger auf einen Teil ihrer Forderungen verzichten, also so genannte &bdquo;hair cuts&ldquo; akzeptieren.<br>\nIm Vertrauen auf die faktische Solidarhaftung f&uuml;r Griechenland und seine Gl&auml;ubiger habe sich die Finanzwirtschaft gezielt mit hoch verzinslichen Griechenland-Anleihen vollgepumpt &ndash; und daran kr&auml;ftig verdient, kritisiert Wolfgang Gerke, Wirtschaftsprofessor und Pr&auml;sident des Bayerischen Finanzzentrums: &bdquo;Mit der vereinbarten St&uuml;tzung Griechenlands werden die Gewinne endg&uuml;ltig privatisiert und die von der Finanzwirtschaft eigentlich zu tragenden Verluste sozialisiert.&ldquo;<br>\nStatt &bdquo;diese Politik der Subventionsverschleierung&ldquo; fortzuf&uuml;hren fordert Gerke eine Gl&auml;ubigerversammlung f&uuml;r Griechenland, die einen Sanierungsplan erstellt. Staatliche Gelder d&uuml;rften darin nur eingebracht werden, sofern die Griechenland-Gl&auml;ubiger zu einem Forderungsverzicht beitr&uuml;gen.<br>\nF&uuml;r Jan Pieter Krahnen, Direktor des Centers for Financial Studies, gibt es keinen Grund, Griechenland anders zu beurteilen, als eine globale Bank. &bdquo;Hier wie dort werden zuk&uuml;nftige Krisen nur dann unwahrscheinlich werden, wenn es auch f&uuml;r die Gl&auml;ubiger eine klare Zuordnung von Gewinnen und Verlusten gibt &ndash; und ein Bail-out nicht Bestandteil dieses Szenarios ist&ldquo;, sagt Krahnen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/politik\/international\/anleihen-bondglaeubigern-drohen-verluste;2564574\">Handelsblatt<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Man muss nun wirklich nicht allen Einsch&auml;tzungen und Ratschl&auml;gen der Finanzexperten folgen, aber dass nicht nur die Staaten, sondern auch die privaten Anleihegeber zur Kasse gebeten werden, ist jedenfalls richtig. Bei einer Kreditvergabe gibt es immer zwei Beteiligte; einen, der das Kreditrisiko eingeht, und einen, der f&uuml;r den Kredit gerade stehen muss. Warum sollten diejenigen, die das Risiko eingehen und daf&uuml;r noch hohe Zinsen kassieren, ungeschoren davon kommen, wenn die Kredite notleidend werden? Warum sollen sie darauf setzen d&uuml;rfen, dass die Staaten haften?<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Das Spiel mit den L&uuml;genkrediten geht weiter<\/strong><br>\nDie Kostenbilanz war f&uuml;r den Freistaat Sachsen verheerend: Das Bundesland steht mit einer Ausfallb&uuml;rgschaft in H&ouml;he von 2,75 Milliarden Euro f&uuml;r die erwarteten Verluste der Dubliner Verbriefungsgesch&auml;fte gerade. Es musste die Sachsen-LB zu einem Preis von 328 Millionen Euro an die LBBW verkaufen und verlor dabei seinen Anteil am Eigenkapital der Bank. (&hellip;)<br>\nNach der Rettungsaktion ver&ouml;ffentlichte die Staatsregierung erstmals die wahren Zahlen &uuml;ber das gesch&auml;tzte Gesamtrisiko bei der Sachsen-LB: 43 Milliarden Euro. Damit hatte die kleine ostdeutsche Landesbank riskante Verbriefungsgesch&auml;fte in einem weitaus h&ouml;heren Umfang betrieben als zum Beispiel die Deutsche Bank oder die weltgr&ouml;&szlig;te Verm&ouml;gensverwalterbank UBS in der Schweiz.<br>\n&Uuml;ber die Sealink-Ergebnisse informieren die Landesregierungen in Dresden und Stuttgart nur in geheim tagenden Aussch&uuml;ssen. Obwohl das erste Gesch&auml;ftsjahr l&auml;ngst beendet war, gab es bis November 2009 noch keine ver&ouml;ffentlichte Bilanz. &bdquo;Gesch&auml;ftsgeheimnis&ldquo;, verteidigte sich Sachsens Regierung. Der Gipfel der Desinformation ist aber, dass Sachsens Finanzpolitiker den Eindruck vermittelten, die Probleme von Sealink seien &uuml;berschaubar. F&uuml;r das Gesamtjahr 2009 rechne man bei Sealink mit Ausf&auml;llen in H&ouml;he eines &bdquo;mittleren zweistelligen Millionenbetrags&ldquo;. Keine gravierenden Verluste demnach. Tats&auml;chlich waren damals schon Milliardenverluste eingetreten, die verk&uuml;ndeten &bdquo;Ausf&auml;lle&ldquo; waren nur die unmittelbar auszugleichenden, realisierten Verluste.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sz-online.de\/nachrichten\/artikel.asp?id=2441941\">S&auml;chsische Zeitung<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Protest gegen die Kopfpauschale<\/strong><br>\nNadja Rakowitz vom Verein demokratischer &Auml;rztinnen und &Auml;rzte &uuml;ber die geplante Gesundheitsreform und die &Ouml;konomisierung des Gesundheitswesens.<br>\nNoch ist sich die Regierungskoalition nicht einig &uuml;ber den Umfang und das Tempo die Umgestaltung des Gesundheitssystems. Ein Grund d&uuml;rfte auch in dem Protesten liegen, die sich in Teilen der Bev&ouml;lkerung schon jetzt dagegen zu artikulieren beginnen. So berichtete eine Sprecherin des Online-Kampagnendienst Campact, dass deren Unterschriftenaktion gegen die Kopfpauschale auf gro&szlig;e Resonanz gesto&szlig;en sei. Auch der DGB will in den n&auml;chsten Wochen mit einer Kampagne gegen die Kopfpauschale beginnen.<br>\nIst denn nicht Gesundheit in unserer Gesellschaft jetzt schon eine Ware?<br>\nNadja Rakowitz: Nein, noch nicht fl&auml;chendeckend. Zum Beispiel in &ouml;ffentlichen Krankenh&auml;usern herrscht bisher noch keine Notwendigkeit, kapitalistische Profite zu machen. Sie standen bis Anfang der 2000er Jahre nicht in kapitalistischer Konkurrenz zueinander, sondern waren Teil eines Krankenhausplans der &ouml;ffentlichen Hand und mussten sich nicht auf den Markt bew&auml;hren. Durch die Konkurrenz untereinander und mit den privaten Krankenh&auml;usern m&uuml;ssen heute aber auch &ouml;ffentliche Krankenh&auml;user wirtschaften, als ob sie Unternehmen w&auml;ren.<br>\nBis heute zirkuliert auch ein gro&szlig;er Teil des Geldes im Gesundheitswesen zwischen K&ouml;rperschaften &ouml;ffentlichen Rechts und &ouml;ffentlichen Einrichtungen und ist nur sehr beschr&auml;nkt Teil der Kapitalakkumulation. Daher kann man sehr wohl sagen, dass das Gesundheitswesen nicht vollst&auml;ndig in das Kapitalverh&auml;ltnis einbezogen war.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/bin\/tp\/issue\/r4\/dl-artikel2.cgi?artikelnr=32469&amp;mode=print\">Telepolis<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Bundesanwaltschaft stellt Verfahren gegen Oberst Klein ein<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Kriegsrecht<\/strong><br>\nGuttenberg selbst hat sich bereits vor Monaten von seinen fr&uuml;heren Aussagen distanziert, und h&auml;lt den Angriff von Kunduz mittlerweile f&uuml;r &bdquo;unverh&auml;ltnism&auml;&szlig;ig&ldquo;. Die Bundesanwaltschaft will Guttenberg in diesem Punkt offensichtlich nicht folgen &ndash; aber sie muss auch, anders als eine Politiker, nicht ex post, sondern ex ante bewerten. Hat Oberst Klein also &bdquo;als sicher erwarten&ldquo; k&ouml;nnen, dass die Zahl der zivilen Toten die Verh&auml;ltnism&auml;&szlig;igkeit &uuml;bersteigt? Das konnte Oberst Klein nat&uuml;rlich nicht, schlie&szlig;lich hat er sich ja auch gar nicht gro&szlig; um die Frage nach potentiellen zivilen Opfern gek&uuml;mmert.<br>\nWarum aber muss sich Oberst Klein nicht nach dem Strafgesetzbuch verantworten? F&uuml;r bewaffnete Wiederaufbauhelfer gilt doch auch dieses Gesetz und nicht ausschlie&szlig;lich das V&ouml;lkerstrafgesetzbuch. Die Bundesanwaltschaft beantwortet diese Frage lapidar &ndash; da in Afghanistan ein &bdquo;nicht-internationaler bewaffneter Konflikt&ldquo; (vulgo: B&uuml;rgerkrieg) tobt, sei hier das V&ouml;lkerstrafgesetzbuch Ma&szlig; aller Dinge. Man k&ouml;nnte sich zwar die Frage stellen, was internationale Truppen in einem nicht-internationalen Krieg zu suchen haben, aber dies w&uuml;rde letztlich auch kein befriedigendes Ergebnis bringen. Es herrscht Krieg und im Krieg gilt Kriegsrecht. Kein Wunder, dass die Bundeswehr die Entscheidung der Bundesanwaltschaft bejubelt &ndash; nun darf sie endlich t&ouml;ten, ohne gro&szlig;artig Angst zu haben, in der Heimat f&uuml;r die rechtlichen Folgen geradestehen zu m&uuml;ssen. Oberst Klein mag formaljuristisch unschuldig sein &ndash; moralisch tr&auml;gt er jedoch die volle Verantwortung f&uuml;r sein Handeln.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegelfechter.com\/wordpress\/2438\/kriegsrecht\">Spiegelfechter<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers G.K.:<\/strong> Bereits in der Februar-Ausgabe der `Bl&auml;tter f&uuml;r deutsche und internationale Politik&acute; schrieb der Jurist und Rechtshistoriker Helmut Kramer (bis zu seiner Pensionierung Richter am Oberlandesgericht Braunschweig) unter der &Uuml;berschrift <a href=\"http:\/\/www.blaetter.de\/archiv\/jahrgaenge\/2010\/februar\/kriegsjustiz-durch-die-hintertuer\">&ldquo;Kriegsjustiz durch die Hintert&uuml;r&rdquo;<\/a>:<\/em><\/p>\n<blockquote><p>&ldquo;Was also wird man erwarten d&uuml;rfen, wenn sich der Generalbundesanwalt nun, wie angek&uuml;ndigt, mit den inzwischen bei ihm eingetroffenen Unterlagen der Staatsanwaltschaft Dresden besch&auml;ftigen wird? Gerade f&uuml;r Delikte wie die von Oberst Klein zu verantwortende T&ouml;tung vieler Zivilisten haben trickreiche Milit&auml;rjuristen bei der Formulierung des einschl&auml;gigen Straftatbestandes (Paragraph 11, Abs. 1, Nr. 3 des V&ouml;lkerstrafgesetzbuches) bereits Vorsorge getroffen: Das bei seiner Verabschiedung in den Medien hoch gelobte deutsche V&ouml;lkerstrafgesetzbuch von 2002 l&auml;sst es n&auml;mlich nicht gen&uuml;gen, dass der &bdquo;Angriff die T&ouml;tung oder Verletzung von Zivilpersonen in einem Ausma&szlig; verursachen wird, das au&szlig;er Verh&auml;ltnis zu dem insgesamt erwarteten konkreten und unmittelbaren milit&auml;rischen Erfolg steht&ldquo;. Vielmehr muss der Soldat oder Offizier diese Folge &bdquo;als sicher erwarten&ldquo;. Es wird schwerlich m&ouml;glich sein, Klein eine solche Absicht nachzuweisen. Nach den gesamten Umst&auml;nden hat er zwar die T&ouml;tung von Zivilisten wissentlich in Kauf genommen. Ein derartiger bedingter Vorsatz wird von Paragraph 11 Abs. 1 Nr. 3 aber nicht erfasst und f&auml;llt damit aus der Zust&auml;ndigkeit des Generalbundesanwalts heraus.<br>\nZust&auml;ndig f&uuml;r nicht unter das V&ouml;lkerstrafgesetzbuch fallende T&ouml;tungshandlungen ist aber die gew&ouml;hnliche Staatsanwaltschaft, in diesem Fall wiederum die Staatsanwaltschaft Dresden, die dann wegen des T&ouml;tungsdeliktes zu ermitteln h&auml;tte. Vielleicht zaubert der Generalbundesanwalt ja nun aber ein weiteres Begriffskonstrukt aus dem reichhaltigen Arsenal der Juristerei und erkl&auml;rt Paragraph 11 Abs. 1 Nr. 3 V&ouml;lkerstrafgesetzbuch zu einer Spezialnorm des Kriegsv&ouml;lkerrechts, die weiter gehende Straftatbest&auml;nde des einfachen Strafrechts &bdquo;aufzehrt&ldquo;. Dann h&auml;tte der Gesetzgeber mit Paragraph 11 den Angriffskriegsmilit&auml;rs endg&uuml;ltig einen Freibrief f&uuml;r die T&ouml;tung von Zivilisten ausgestellt.&rdquo;<\/p><\/blockquote>\n<\/li>\n<li><strong>Menschenrechtsanw&auml;lte gehen gegen Bescheid im Fall Oberst Klein vor<\/strong><br>\nDas ECCHR kritisiert seit Jahren die einseitige Anwendung des V&ouml;lkerstrafrechtes in Deutschland und Europa. Westliche Staaten gehen nur z&ouml;gerlich gegen mutma&szlig;lich Verantwortliche f&uuml;r Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und V&ouml;lkermord vor, die aus den eigenen Reihen stammen. Insofern versprach das von der Generalbundesanw&auml;ltin in Karlsruhe eingeleitete Ermittlungsverfahren eine Ausnahme zu werden. Die vorschnelle Einstellung zeugt nun leider von derselben Mentalit&auml;t, Menschenrechtsverletzungen immer nur bei anderen wahrzunehmen und zu kritisieren. Rechtsanwalt Wolfgang Kaleck: &bdquo;Die Bundesanwaltschaft hat das Verfahren ohne Zeitnot eingestellt, sie hat die vollst&auml;ndigen Ermittlungsergebnisse des Kundus-Untersuchungsausschusses des Deutschen Bundestages nicht abgewartet und uns Opferanw&auml;lten keine Gelegenheit gegeben, zu der ermittelten Faktenlage und ihrer rechtlichen Bewertung Stellung zu nehmen.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ecchr.de\/der-fall-oberst-klein\/articles\/einstellung-des-verfahrens-im-fall-oberst-klein.html\">ECCHR<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Raunheim &ndash; eine leise Kleinstadt<\/strong><br>\nDie Folgen des eingeschr&auml;nkten Flugverkehrs k&ouml;nnen subjektiv auch sehr positiv sein &ndash; wenn man in unmittelbarer Nachbarschaft zum Rhein-Main-Flughafen wohnt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/podcast-mp3.dradio.de\/podcast\/2010\/04\/20\/dlf_20100420_0519_5ea3c678.mp3\">Deutschlandradio (Audio-Podcast)<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung KR:<\/strong> Das k&ouml;nnte doch Anlass zum Innehalten und Nachdenken sein. W&uuml;rden die gesundheitlichen Folgen des Flugl&auml;rms angemessener ber&uuml;cksichtigt werden, dann w&auml;re Luftfracht teurer und es w&uuml;rde mehr Fracht per Schiff und Bahn transportiert werden. Dergleichen kommt den Regierenden aber nicht in den Sinn. Sie wollen die Luftfahrt <a href=\"http:\/\/www.hr-online.de\/website\/rubriken\/nachrichten\/archiv.jsp?key=standard_document_38196885&amp;rubrik=5710\">weiter deregulieren<\/a>: &bdquo;Die neue Bundesregierung will die Betriebszeiten der Flugh&auml;fen wettbewerbsf&auml;hig machen. Das k&ouml;nnte zu mehr Nachtfl&uuml;gen in Frankfurt f&uuml;hren.&ldquo;<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Bischof Mixa im R&uuml;ckw&auml;rtsgang: &ldquo;Es tut mir im Herzen weh und leid&hellip;&rdquo; <\/strong><br>\nAls die ersten Anschuldigungen gegen&uuml;ber Bischof Mixa Ende M&auml;rz bekannt wurden, bezeichnete sie das Bistum Augsburg in einer schriftlichen Stellungnahme als &ldquo;absurd, unwahr und offenbar in der Absicht erfunden, den Bischof pers&ouml;nlich zu diffamieren&rdquo;. Angedrohten juristischen Schritten folgten standfeste Beteuerungen des Bischofs: &ldquo;Ich habe ein reines Herz.&rdquo;<br>\nDie Anschuldigen gingen weiter, vergangene Woche legte Mixa den R&uuml;ckw&auml;rtsgang ein: &ldquo;(&hellip;) will ich ganz ehrlich sagen, dass ich (&hellip;) die eine oder andere Watschn von vor 20 oder 30 Jahren nat&uuml;rlich nicht ausschlie&szlig;en kann&rdquo;. Dem hat Mixa gestern abend laut Bistum eine Bitte um Verzeihung hinzugef&uuml;gt:<br>\n&ldquo;Es tut mir im Herzen weh und leid, dass ich vielen Menschen Kummer bereitet habe.&rdquo;<br>\nDer unspezifizierte Adressat dieser Dreiviertelentschuldigung kommt nicht von ungef&auml;hr. Mixa reagiert weniger auf die Anschuldigungen einzelner als auf den Druck der vielen, den er &ndash; und mit ihm das Bistum &ndash; zu sp&uuml;ren bekommt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/blogs\/6\/147473\">Telepolis<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Verkauf verbrauchter Abituraufgaben<\/strong><br>\nIn Deutschland 2010 wird &bdquo;Abitur geschrieben&ldquo; &ndash; f&uuml;r die Ministerial-Organisatoren ist das ein monopolisierter hoheitsstaatlichen Akt der Durchf&uuml;hrung von Landespr&uuml;fungen, f&uuml;r die Sch&uuml;lerinnen und Sch&uuml;ler eine enorme Leistunganstrengung, eine Pflichterf&uuml;llung, ein Kampf um Punkte, manchmal auch mit Angstschwei&szlig; und Tr&auml;nen verbunden.<br>\nDiese schriftlichen Abiturpr&uuml;fungen sind z.B. in Hessen gerade abgeschlossen und z.B. in Baden-W&uuml;rttemberg und Bayern noch voll im Gange. Nach Abschluss dieser &bdquo;Pr&uuml;fungskampagnen&ldquo; stellen sich jedes Jahr neu die brennenden Fragen:\n<ul>\n<li>Was passiert mit den verbrauchten Abituraufgaben? <\/li>\n<li>Warum werden diese nicht im Internet ver&ouml;ffentlicht, f&uuml;r jedermann kostenfrei zug&auml;nglich? <\/li>\n<li>Warum werden die Aufgaben mit Millionen Euro aus &ouml;ffentlichen Mitteln\/Steuern finanziert und anschlie&szlig;end an private Verlage f&uuml;r ein paar Euro verkauft? <\/li>\n<\/ul>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.bildungswirt.de\/2010\/04\/20\/verkauf-von-abituraufgaben-cdu-echt-aetzend\/\">Bildungswirt<\/a><\/p>\n<p><em><em><strong>Anmerkung KR:<\/strong> Der &bdquo;Bildungswirt&ldquo; hat einige Debattenbeitr&auml;ge kurz kommentiert. Das Ergebnis ist ein kleines Lehrst&uuml;ck &uuml;ber die heutige Qualit&auml;t parlamentarischer Arbeit.<\/em><br>\nAuf den Anlass der Debatte hatten wir bereits hingewiesen: In einer Nacht- und Nebelaktion des Hessischen Kultusministeriums wurden 2008 alle bisherigen Abituraufgaben ohne stichhaltige Begr&uuml;ndung aus dem Internet genommen. Gleichzeitig wurden die Pr&uuml;fungsaufgaben u.a. an einen privaten Verlag verkauft bzw. mehr oder weniger &bdquo;verschenkt&ldquo;. Aus Sicht der Schulbuchverlage ein gutes Gesch&auml;ft mit fest kalkulierbarer Nachfrage (die n&auml;chste Abi-Generation klopft schon an). Da werden also Pr&uuml;fungs- oder &Uuml;bungsaufgaben, die von zahllosen Lehrer-Kommissionen erarbeitet wurden und f&uuml;r deren Arbeit der Steuerzahler gesch&auml;tzte 2 Millionen Euro aufbringen muss, vom Schulministerium f&uuml;r einen Bruchteil des Geldes (2007 und 2008 zusammen gerade einmal rund 10.000 Euro) an private Verlage verscherbelt. Die Lernmaterialien m&uuml;ssen dann anschlie&szlig;end von den Sch&uuml;lerInnen zur Vorbereitung ihrer Abiturspr&uuml;fung <a href=\"?p=3644\">teuer gekauft werden<\/a>.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Wirbel um Wahlkampfspenden f&uuml;r NRW-CDU<\/strong><br>\nEine Anzeigenkampagne des fr&uuml;heren Bertelsmann-Managers Tim Arnold aus dem Jahr 2005 f&uuml;r J&uuml;rgen R&uuml;ttgers sorgt f&uuml;r Aufregung in D&uuml;sseldorf. Die SPD argw&ouml;hnt einen Spendenskandal. Die CDU spricht von Verleumdung. SPD vermutet Steuerhinterziehung.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nw-news.de\/owl\/3501341_Wirbel_um_Wahlkampfspenden_fuer_NRW-CDU.html\">Internetdienst der Neuen Westf&auml;lischen<\/a>\n<p><em>Dazu:<\/em><\/p>\n<p><strong>Parteispendenaff&auml;re der NRW-CDU &ndash; die Spur des Geldes f&uuml;hrt nach Frankfurt<\/strong><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.wir-in-nrw-blog.de\/2010\/04\/parteispendenaffare-der-nrw-cdu-die-spur-des-geldes-fuhrt-nach-frankfurt\/\">wir-in-nrw-blog<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Freunde der Monarchie<\/strong><br>\nDie deutsche Regierungspartei FDP und ihre Parteistiftung kooperieren mit Putschprofiteuren in Thailand. Ihr Kooperationspartner ist die Democrat Party von Premierminister Abhisit, dessen Regierung schon seit Wochen in Bangkok Milit&auml;r gegen Demonstranten aufmarschieren l&auml;sst. Die Kampftruppen, deren Einsatz zur Stunde noch andauert, haben vor zehn Tagen eine zweistellige Anzahl an Demonstranten erschossen.<br>\nDie Democrat Party, die unter anderem die Unterst&uuml;tzung der Friedrich-Naumann-Stiftung (FDP) genie&szlig;t, sei Ende 2008 von denjenigen Kr&auml;ften an die Regierung gebracht worden, die hinter dem Putsch von 2006 standen, urteilt der Thailand-Experte Mark Teufel im Gespr&auml;ch mit german-foreign-policy.com. Sie unterst&uuml;tze die Monarchie und die sich hinter ihr verbergenden Machtzirkel Thailands, deren Einfluss sie gegen die erstarkende Demokratiebewegung verteidige. Zuletzt traf der Vorsitzende der Friedrich-Naumann-Stiftung, Wolfgang Gerhardt, Ende M&auml;rz mit hochrangigen Vertretern der Partei zusammen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.german-foreign-policy.com\/de\/fulltext\/57788?PHPSESSID=b8auvn71a65c6n0okkda1tjhl0\">German foreign policy<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers G.K.:<\/strong> Die FDP und ihre Parteistiftung kooperieren auch mit dem rechten honduranischen Putschistenregime. Vor dem Hintergrund, dass die FDP mit Westerwelle den Bundesau&szlig;enminister stellt, ist dies ein unglaublicher au&szlig;enpolitischer Affront.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: Euroraum vor Zerrei&szlig;probe; OECD und Bundesbank Bastionen gestrigen Denkens; griechische Anleihegl&auml;ubiger sollen zur Kasse gebeten werden; Sachsen-Sumpf; Protest gegen Kopfpauschale; Asche gegen Flugl&auml;rm; Mixa im R&uuml;ckw&auml;rtsgang; Verkauf von Abituraufgaben; wieder Wahlkampfspenden f&uuml;r NRW-CDU; FDP auf Seiten der Monarchie. (KR\/WL)<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-5277","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5277","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=5277"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5277\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5281,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5277\/revisions\/5281"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=5277"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=5277"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=5277"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}