{"id":52837,"date":"2019-06-28T08:27:17","date_gmt":"2019-06-28T06:27:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=52837"},"modified":"2019-06-28T08:27:17","modified_gmt":"2019-06-28T06:27:17","slug":"hinweise-des-tages-3395","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=52837","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (AT)<br>\n<!--more--><br>\nWir weisen darauf hin, dass die jeweiligen Anbieter f&uuml;r die Barrierefreiheit ihrer Angebote selbst verantwortlich sind und es durchaus sein kann, dass der Zugang von zun&auml;chst freien Inhalten nach einer Zeit beschr&auml;nkt wird.<\/p><p>Hier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=52837#h01\">Demasking the Torture of Julian Assange<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=52837#h02\">Das Lobbying des &ldquo;Dr. N.&rdquo;, die Berateraff&auml;re &ndash; und was das mit dem &ldquo;Eurofighter&rdquo; zu tun hat<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=52837#h03\">Die schwarze Null des Olaf Scholz ist eigentlich rot<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=52837#h04\">Die Angst vor Stigmatisierung hindert Menschen daran, Transferleistungen in Anspruch zu nehmen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=52837#h05\">Rentenversicherung stockte Geringverdiener-Renten 2018 um rund 3,3 Milliarden Euro auf<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=52837#h06\">Prekarisierung der Lohnarbeit<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=52837#h07\">Die verpasste Chance f&uuml;r Gewerkschaften und Initiativen f&uuml;r Arbeitsrechte &ndash; beim Kirchentag war die Situation der kirchlichen Besch&auml;ftigten kein Thema<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=52837#h08\">Immer mehr Pfleger werden krank<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=52837#h09\">Die Werte der EU<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=52837#h10\">Geldw&auml;sche l&auml;sst Immobilienpreise steigen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=52837#h11\">Attac-Urteil trifft weitere Vereine<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=52837#h12\">Operation Glyphosat<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=52837#h13\">Erg&auml;nzung zu unserem gestrigen Hinweis 3 <\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten,  dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Demasking the Torture of Julian Assange<\/strong><br>\nIn the end it finally dawned on me that I had been blinded by propaganda, and that Assange had been systematically slandered to divert attention from the crimes he exposed. Once he had been dehumanized through isolation, ridicule and shame, just like the witches we used to burn at the stake, it was easy to deprive him of his most fundamental rights without provoking public outrage worldwide. And thus, a legal precedent is being set, through the backdoor of our own complacency, which in the future can and will be applied just as well to disclosures by The Guardian, the New York Times and ABC News.<br>\nVery well, you may say, but what does slander have to do with torture? Well, this is a slippery slope. What may look like mere &laquo;mudslinging&raquo; in public debate, quickly becomes &ldquo;mobbing&rdquo; when used against the defenseless, and even &ldquo;persecution&rdquo; once the State is involved. Now just add purposefulness and severe suffering, and what you get is full-fledged psychological torture.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/medium.com\/@njmelzer\/demasking-the-torture-of-julian-assange-b252ffdcb768\">Medium<\/a>\n<p><strong>dazu: UN-Experte: Westliche Medien verschweigen Wahrheit &uuml;ber Fall Assange<\/strong><br>\nWestliche Medien wollen nicht die Wahrheit &uuml;ber die Aff&auml;re um den WikiLeaks-Gr&uuml;nder Julian Assange offenbaren und sehen davon ab, &uuml;ber Rechtverletzungen in diesem Fall zu berichten. Diese Auffassung vertrat der UN-Sonderbeauftragte f&uuml;r Folter, Nils Melzer, bei einem Briefing in Genf.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/de.sputniknews.com\/politik\/20190627325322474-un-experte-medien-wahrheit-fall-assange\/\">Sputnik<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers M.:<\/strong> Ich bin zutiefst ersch&uuml;ttert &uuml;ber das Gebaren der sogenannten &ldquo;westlichen Wertegemeinschaft&rdquo;. Es stellt sich die Frage, ob es hier wirklich um &ldquo;Werte&rdquo; geht, oder nicht doch viel mehr um &ldquo;Preise&rdquo;. Ich sch&auml;me mich mehr und mehr f&uuml;r diese &ldquo;Gemeinschaft&rdquo;!<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Das Lobbying des &ldquo;Dr. N.&rdquo;, die Berateraff&auml;re &ndash; und was das mit dem &ldquo;Eurofighter&rdquo; zu tun hat<\/strong><br>\nWarum wurde der Accenture-Manager Timo Noetzel so h&auml;ufig zu exklusiven Gespr&auml;chen ins Verteidigungsministerium eingeladen?<br>\nWas die Beamten in der Abteilung f&uuml;r Cyber- und Informationstechnik des Verteidigungsministeriums von ihrer Chefin Ursula von der Leyen erwarteten, hielten sie im Juli 2018 in der Vorlage f&uuml;r eine Sitzung fest. Die Bundesministerin werde zum Thema der Digitalisierung der Bundeswehr die Richtung vorgeben und &uuml;ber folgende Inhalte sprechen: &ldquo;Kernbotschaften, ggf. Vision&rdquo;.<br>\n&ldquo;Gegebenenfalls Vision&rdquo; &ndash; das war der Stand bei der Digitalisierung der deutschen Truppe Mitte 2018. Also kurz bevor der Bundesrechnungshof in einer Serie von vernichtenden Berichten anprangerte, wie von der Leyens Ministerium f&uuml;r angebliche digitale Zukunftsprojekte Millionen &uuml;ber Millionen an private Beraterfirmen zahlte, ohne die Regeln f&uuml;r die ordentliche Vergabe solcher Auftr&auml;ge einzuhalten. Mit gro&szlig;en Hoffnungen gestartete Digitalisierungsprojekte, die auch die Wartung des Kampfflugzeugs &ldquo;Eurofighter&rdquo; verbessern sollten, liegen wegen der Unregelm&auml;&szlig;igkeiten nun auf Eis. Statt einer Vision regiert Konfusion.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.stern.de\/politik\/berateraffaere--das-lobbying-des--dr-n--und-der-eurofighter-8769658.html%20\">Stern<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Die schwarze Null des Olaf Scholz ist eigentlich rot<\/strong><br>\nFinanzminister Scholz kommt nur ohne neue Schulden aus, indem er Milliarden aus der R&uuml;cklage f&uuml;r Fl&uuml;chtlingsausgaben nimmt. Die angespannte Finanzlage des Bundes l&auml;sst hitzige Haushaltsdebatten erwarten. Der Verteidigungsetat erreicht eine Rekordh&ouml;he.<br>\nOlaf Scholz (SPD) muss an die eisernen Reserven ran. Angesichts weiter steigender Ausgaben kommt der Bundesfinanzminister beim Haushalt f&uuml;r das kommende Jahr nur noch mit M&uuml;he ohne neue Schulden aus.<br>\nDie schwarze Null kann er nur retten, indem er 9,2 Milliarden Euro aus der R&uuml;cklage f&uuml;r Fl&uuml;chtlingsausgaben nimmt. Das hei&szlig;t: Eigentlich &uuml;bersteigen die Ausgaben bereits die laufenden Einnahmen des Bundes, die Null ist rot, nicht mehr schwarz.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/article195956017\/Bundeshaushalt-2020-Ruecklage-fuer-Fluechtlingsausgaben-rettet-schwarze-Null.html\">Welt Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers H.B.:<\/strong> Die rote Null rettet die schwarze Null: Man k&ouml;nnte fast dar&uuml;ber lachen.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Die Angst vor Stigmatisierung hindert Menschen daran, Transferleistungen in Anspruch zu nehmen<\/strong><br>\nDie meisten Sozialleistungen werden nicht automatisch ausbezahlt, sondern m&uuml;ssen beantragt werden. Dadurch kann zwar die Bed&uuml;rftigkeit der AntragsstellerInnen gepr&uuml;ft werden, das bedeutet aber auch, dass nicht alle Bed&uuml;rftigen die Leistungen bekommen &ndash; weil viele sie nicht beantragen. In Deutschland beantragt ein gro&szlig;er Prozentsatz der Anspruchsberechtigten keine Sozialleistungen: bei Hartz IV wird die Quote der Nichtinanspruchnahme (non take-up rate) auf 43 bis 56 Prozent gesch&auml;tztinfoKerstin Bruckmeier und J&uuml;rgen Wiemers (2017): Benefit Take-Up and Labor Supply Incentives of Interdependent Means-Tested Benefit Programs for Low-Income Households. Comparative Economic Studies 60 (4), 583&ndash;604; Michelle Harnisch (2019): Non-Take-Up of Means-Tested Social Benefits in Germany. DIW Discussion Paper Nr. 1793 (online verf&uuml;gbar, abgerufen am 6. Juni 2019). und bei Grundsicherung im Alter sogar auf ungef&auml;hr 60 Prozent.infoIrene Becker (2012): Finanzielle Mindestsicherung und Bed&uuml;rftigkeit im Alter. Zeitschrift f&uuml;r Sozialreform 58 (2), 123&ndash;148. Wenn Sozialleistungen nicht in Anspruch genommen werden, k&ouml;nnen sozialpolitische Ziele &ndash; wie Armutsbek&auml;mpfung und Umverteilung &ndash; schwerer erreicht werden.<br>\nAls einer der Gr&uuml;nde f&uuml;r niedrige Inanspruchnahme wird h&auml;ufig die Angst vor Stigmatisierung angef&uuml;hrt. Anspruchsberechtigte verzichten auf Sozialleistungen, um kein negatives Signal &uuml;ber ihre F&auml;higkeiten, ihre Arbeitsmotivation oder ihre wirtschaftliche Unabh&auml;ngigkeit zu senden. Die daraus resultierende Stigmatisierung wird nicht nur vermieden, um ein positives Selbstbild aufrecht zu erhalten, sondern auch aus Furcht, von anderen schlechter beurteilt und behandelt zu werden.<br>\nIn der politischen Diskussion gewinnt das Thema an Bedeutung: Die SPD m&ouml;chte zum Beispiel mit einer &bdquo;Respekt-Rente&ldquo; (Grundrente) eine erh&ouml;hte Grundsicherung ohne Bed&uuml;rftigkeitspr&uuml;fung f&uuml;r RentnerInnen mit &uuml;ber 35 Beitragsjahren einf&uuml;hren. So soll Menschen mit langen Erwerbsbiografien das Stigma erspart werden, das mit der Beantragung von Grundsicherung einhergeht, und dadurch die Inanspruchnahme erh&ouml;ht werden. Gleichzeitig d&uuml;rfte diese Ma&szlig;nahme jedoch das Stigma der Grundsicherung f&uuml;r all jene, die keine 35 Beitragsjahre vorweisen k&ouml;nnen, zus&auml;tzlich erh&ouml;hen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.diw.de\/sixcms\/detail.php?id=diw_01.c.632799.de\">DIW Berlin<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Christian Reimann:<\/strong> Eine richtige Feststellung, aber die Nicht-Inanspruchnahme von Leistungen war doch &ndash; sp&auml;testens seit der Erfindung des ALG II &ndash; genau so beabsichtigt.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Rentenversicherung stockte Geringverdiener-Renten 2018 um rund 3,3 Milliarden Euro auf<\/strong><br>\nIn der GroKo wird &uuml;ber eine Grundrente f&uuml;r langj&auml;hrige Geringverdiener gestritten. Tats&auml;chlich gab es &auml;hnliche Regelungen bereits in der Vergangenheit. Davon profitieren noch heute Millionen Rentnerinnen und Rentner in Deutschland.<br>\nDie Rentenversicherung hat im vergangenen Jahr 3,3 Milliarden Euro f&uuml;r Rentenaufschl&auml;ge bei langj&auml;hrigen Geringverdienern ausgegeben. Das geht aus der Antwort des Bundesarbeitsministeriums auf eine Anfrage der Linken-Bundestagsfraktion hervor, die dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) vorliegt. Dabei geht um Anspr&uuml;che in Zusammenhang mit der 1972 eingef&uuml;hrten &bdquo;Rente nach Mindesteinkommen&ldquo; sowie deren Anschlussregelung, die f&uuml;r rentenrechtliche Zeiten bis einschlie&szlig;lich zum 1991 gilt. [&hellip;]<br>\n&bdquo;Die Union muss ihre Blockadehaltung sofort aufgeben&ldquo;, sagte Matthias W. Birkwald, rentenpolitischer Sprecher der Linken-Bundestagsfraktion, dem RND. &bdquo;Ein Rentenaufschlag f&uuml;r Geringverdienende ist im internationalen Vergleich und im deutschen Rentensystem seit knapp 50 Jahren der Normalfall und zwar ohne jede Bed&uuml;rftigkeitspr&uuml;fung&ldquo;, so Birkwald weiter. Die Kritiker der Grundrente sollten sich an das soziale Versprechen der Rentenversicherung erinnern, &bdquo;dass Menschen nach einem langen Arbeitsleben im Alter nicht aufs Sozialamt&ldquo;. Die Kosten &bdquo;f&uuml;r dieses wichtige Versprechen des Sozialstaates&ldquo; seien mit 3,3 Milliarden Euro j&auml;hrlich &bdquo;angemessen und eingepreist&ldquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.lvz.de\/Nachrichten\/Politik\/Rentenversicherung-stockte-Geringverdiener-Renten-2018-um-rund-3-3-Milliarden-Euro-auf\">Leipziger Volkszeitung<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Prekarisierung der Lohnarbeit<\/strong><br>\nTrotz langer Boom-Phase (die &raquo;fetten Jahre&laquo;) arbeitet immer noch ca. ein Viertel der Lohnabh&auml;ngigen in Deutschland zu Niedrigl&ouml;hnen. Die Zahl der abh&auml;ngig Besch&auml;ftigten in Deutschland ist seit der Finanzkrise um mehr als vier Millionen gestiegen. Ein Teil dieses Besch&auml;ftigungsaufbaus fand im Niedriglohnsektor satt.<br>\nIm europ&auml;ischen Vergleich hat Deutschland einen der gr&ouml;&szlig;ten Niedriglohnsektoren. Das Thema wird kontrovers diskutiert. Einerseits wird argumentiert, der Niedriglohnsektor helfe, mehr Arbeits- und Erwerbslose in Besch&auml;ftigung zu bringen. Andererseits wird kritisiert, dass viele Besch&auml;ftigte im Niedriglohnbereich keine ausk&ouml;mmlichen Erwerbseinkommen erzielen, auf Lohnersatzleistungen angewiesen sind und perspektivisch ein hohes Altersarmutsrisiko haben. (&hellip;)<br>\nMindestl&ouml;hne reichen selbst in Vollzeit nicht ann&auml;hernd aus, um die Lebenshaltungskosten zu decken und eine w&uuml;rdevolle Existenz im Alter zu gew&auml;hrleisten. Die europ&auml;ischen Gesellschaften sind infolge der beschleunigten Modernisierung im letzten Drittel des zwanzigsten Jahrhunderts sozialen Spannungen ausgesetzt. Der moderne Kapitalismus entwickelt sich in Richtung einer kundenzentrierten, flexiblen Massenproduktion und einer entsprechenden Arbeitsorganisation. (&hellip;)<br>\nWas zu tun w&auml;re<br>\nEin wesentlicher Effekt der Prekarisierung der Lohnarbeit ist die wachsende Ungleichverteilung und Spreizung der Einkommen. Will man dem begegnen, ist eine Einhegung atypischer bzw. prek&auml;rer Besch&auml;ftigung unverzichtbar. Neben der Abschaffung der Minijobs und der st&auml;rkeren Regulierung der verschiedenen Formen prek&auml;rer Besch&auml;ftigung geh&ouml;rt dazu auch eine deutliche Anhebung des Mindestlohns wie etwa auch die Ausweitung der Allgemeinverbindlichkeit von Tarifvertr&auml;gen, um die Verhandlungsposition der Gewerkschaften deutlich zu st&auml;rken. Zu diesem Ma&szlig;nahmenb&uuml;ndel geh&ouml;rt aber z.B. auch eine deutliche Verbesserung der Kinderbetreuung, um die Rahmenbedingungen f&uuml;r die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf sicherzustellen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.sozialismus.de\/kommentare_analysen\/detail\/artikel\/prekarisierung-der-lohnarbeit\/\">Sozialismus Aktuell<\/a>\n<p><strong>dazu: Mindestlohn: 12 Euro m&uuml;ssen drin sein<\/strong><br>\nSeit f&uuml;nf Jahren gibt es den gesetzlichen Mindestlohn. Alle bef&uuml;rchteten Horrorszenarien der Wirtschaftsforschungsinstitute sind nie eingetreten. Im Gegenteil: der Mindestlohn ist eine Erfolgsgeschichte, vier Millionen Besch&auml;ftigte haben unmittelbar vom Mindestlohn profitiert. Warum das trotzdem nicht reicht und europ&auml;ische Mindeststandards beim Mindestlohn n&ouml;tig sind, erkl&auml;rt der DGB-klartext.<br>\nKnapp f&uuml;nf Jahre ist es her, da beschloss der Bundestag die Einf&uuml;hrung eines allgemeinen gesetzlichen Mindestlohns. Viele erinnern sich bestimmt noch an die Debatten vor der Einf&uuml;hrung. Da wurden Horrorszenarien an die Wand gemalt. In einem gemeinsamen Aufruf vom 12. M&auml;rz 2008 beispielsweise warnten sieben Wirtschaftsforschungsinstitute vor erheblichen Besch&auml;ftigungsverlusten durch den Mindestlohn. Das ifo-Institut rechnete sogar mit bis zu einer Millionen mehr Arbeitslosen. Heute wissen wir, dass all das nicht passiert ist. Im Gegenteil: Er ist eine Erfolgsgeschichte der Gewerkschaften.<br>\nDie deutsche Wirtschaft profitiert<br>\nEntgegen aller Unkenrufe ist der Mindestlohn gut f&uuml;r die deutsche Wirtschaft. Die Besch&auml;ftigung hat sich seit 2015 positiv entwickelt. Bis April 2019 lag das Plus der sozialversicherungspflichtigen Besch&auml;ftigung in Deutschland bei 9,5 Prozent seit der Einf&uuml;hrung. Allein im Gastgewerbe profitierten gut 20 Prozent direkt vom Mindestlohn. Es gibt einen weiteren R&uuml;ckgang der Arbeitslosigkeit. Waren vor Einf&uuml;hrung des Mindestlohns noch sieben Prozent ohne Job, sind es aktuell noch 4,9 Prozent. Von der Einf&uuml;hrung haben vier Millionen Besch&auml;ftigte unmittelbar profitiert.<br>\nAber nicht nur die Arbeitnehmer k&ouml;nnen sich freuen, sondern auch die deutsche Wirtschaft. Denn ein Cent mehr Mindestlohn bedeutet einen Kaufkraftgewinn von 20 Millionen Euro pro Jahr. Allein f&uuml;r die Anpassung 2019 (+35 Cent) und 2020 (nochmals +16 Cent) bedeutet dies &uuml;ber 1,7 Milliarden Euro zus&auml;tzliche Kaufkraft in Deutschland.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.dgb.de\/themen\/++co++438e3964-98da-11e9-9a0f-52540088cada\">DGB klartext<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Die verpasste Chance f&uuml;r Gewerkschaften und Initiativen f&uuml;r Arbeitsrechte &ndash; beim Kirchentag war die Situation der kirchlichen Besch&auml;ftigten kein Thema<\/strong><br>\nDer 37. Evangelische Kirchentag in Dortmund ist am 23.06.2019 nach gutem Wetter und viel Trallala zu Ende gegangen.<br>\nDieses Gro&szlig;ereignis h&auml;tte einen guten Anlass geben k&ouml;nnen, auf die schlechten Arbeitsbedingungen, eingeschr&auml;nkten Mitbestimmungsm&ouml;glichkeiten und der Bek&auml;mpfung der Gewerkschaftsarbeit bei den Kirchen allgemein und bei der Evangelische Kirche\/Diakonisches Werk im Besonderen hinzuweisen. Den Gewerkschafts- und Menschenrechtsgruppen, Arbeitsrechtlern und Aktivisten der Sozialen Bewegungen, die sich mit der Thematik besch&auml;ftigen, w&auml;re ein bundesweites Echo garantiert gewesen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/gewerkschaftsforum-do.de\/die-verpasste-chance-fuer-gewerkschaften-und-initiativen-fuer-ar-beitsrechte-beim-kirchentag-war-die-situation-der-kirchlichen-beschaeftigten-kein-thema\/%20\">gewerkschaftsforum-do.de<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Immer mehr Pfleger werden krank<\/strong><br>\nWer pflegt, wird nicht selten selber krank: Das hat die Untersuchung einer Krankenkasse ergeben. Pflegende reichen mehr Krankheitstage als andere Berufsgruppen ein, sie nehmen mehr Medikamente und sind h&auml;ufiger psychisch krank &ndash; Experten sehen politischen Handlungsbedarf.<br>\nGeringe L&ouml;hne, hohe k&ouml;rperliche und psychische Belastungen, schlechter Personalschl&uuml;ssel, Schichtdienst: Viele Pflegende sind &uuml;berlastet, ausgelaugt und deswegen im Vergleich zu Personen aus anderen Branchen &ouml;fter und auch l&auml;nger krankgeschrieben. Sie sind h&auml;ufiger psychisch krank, erhalten mehr Medikamente und die k&ouml;rperliche Belastung sch&auml;digt zus&auml;tzlich ihren Bewegungsapparat. Zu diesem Ergebnis kommt der nun ver&ouml;ffentlichte Gesundheitsreport der Techniker Krankenkasse (TK) mit dem Titel &ldquo;Pflegefall Pflegebranche? So geht&rsquo;s Deutschlands Pflegekr&auml;ften.&rdquo; Laut Studie fallen Kranken und Altenpflegekr&auml;fte pro Jahr rund 23 Arbeitstage aus gesundheitlichen Gr&uuml;nden aus. Damit melden sich die Pflegekr&auml;fte acht Tage l&auml;nger krank als der bundesdeutsche Durchschnitt aller Besch&auml;ftigten.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/politik\/Immer-mehr-Pfleger-werden-krank-article21108711.html\">n-tv<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Die Werte der EU<\/strong><br>\nTrotz des eskalierenden Streits um das Rettungsschiff Sea-Watch 3 verweigert die Bundesregierung einem deutschen St&auml;dteb&uuml;ndnis die Aufnahme von 42 Fl&uuml;chtlingen. Mehrere deutsche St&auml;dte bitten seit &uuml;ber einer Woche, die Fl&uuml;chtlinge auf der Sea-Watch 3 aufnehmen zu d&uuml;rfen; bei diesen handelt es sich teilweise um schwer traumatisierte Folteropfer, die die italienischen Beh&ouml;rden nicht an Land lassen: Rom verweigert nicht nur ihre Aufnahme, es hat die italienischen Hoheitsgew&auml;sser k&uuml;rzlich auch de facto f&uuml;r Rettungsschiffe gesperrt. Aktuell gehen italienische Staatsstellen gegen die Sea-Watch 3 vor, die wegen der gravierenden Notlage der Fl&uuml;chtlinge an Bord das im internationalen Seerecht verankerte Recht wahrgenommen hat, sich friedlich einem italienischen Hafen zu n&auml;hern. Gegen die zunehmend v&ouml;lkerrechtswidrige EU-Fl&uuml;chtlingsabwehr protestieren immer breitere gesellschaftliche Kr&auml;fte, darunter nicht nur internationale Menschenrechtsorganisationen, sondern auch die gro&szlig;en christlichen Kirchen und sogar &uuml;berparteiliche B&uuml;ndnisse deutscher Kommunen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.german-foreign-policy.com\/news\/detail\/7980\/\">German Foreign Policy<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Geldw&auml;sche l&auml;sst Immobilienpreise steigen<\/strong><br>\nEs gibt viele Ursachen f&uuml;r den starken Anstieg der Immobilienpreise in Deutschland. Dazu geh&ouml;ren die niedrigen Zinsen, das ordentliche Wirtschaftswachstum und das gestiegene Interesse ausl&auml;ndischer Investoren. Ein weiterer Grund wird aber oft ausgeblendet: Geldw&auml;sche. &ldquo;Schwache Kontrollen, hohe Intransparenz und satte Renditen machen Deutschland zum Geldw&auml;sche-Paradies&rdquo;, sagt Lisa Paus, Sprecherin f&uuml;r Finanzpolitik von B&uuml;ndnis 90\/Die Gr&uuml;nen. Leidtragende seien die Mieterinnen und Mieter, &ldquo;denn auch schmutziges Geld l&auml;sst die Immobilienpreise steigen&rdquo;.<br>\nPaus und ihre Fraktion wollen am Donnerstag im Bundestag einen Antrag einbringen, in dem sie strengere Vorschriften zum Kampf gegen Geldw&auml;sche fordern. Hauptaugenmerk ist dabei der Immobiliensektor. Makler und Notare m&uuml;ssen eigentlich Verdachtsmeldungen bei den zust&auml;ndigen Beh&ouml;rden abgeben, wenn ihnen eine Transaktion komisch vorkommt. Bei der zust&auml;ndigen Stelle gehen allerdings nur h&ouml;chst selten Verdachtsanzeigen ein, obwohl es immer wieder passiert, dass K&auml;ufer mit Taschen voller Bargeld bezahlen wollen. Gleichzeitig ist die staatliche Kontrolle mangelhaft, denn die Aufsicht &uuml;ber Makler und Notare ist in den einzelnen 16 Bundesl&auml;ndern unterschiedlich geregelt und h&auml;ufig personell unterbesetzt.<br>\nDas Problem ist seit Jahren bekannt, doch der Bund weigert sich bislang, die Aufsicht &uuml;ber den Nicht-Finanzsektor zu zentralisieren. So k&ouml;nnen Kriminelle in Deutschland relativ unbehelligt Geld waschen, etwa durch den Kauf und Weiterverkauf von Immobilien, Schmuck, Autos und anderen Waren. In Deutschland werden j&auml;hrlich rund 100 Milliarden Euro gewaschen, sch&auml;tzt die Universit&auml;t Halle. Der Immobilienmarkt ist einer der gr&ouml;&szlig;ten Wirtschaftszweige Deutschlands. Der Umsatz ist zwischen 2009 und 2016 um 80 Prozent auf 237 Milliarden Euro gestiegen, hei&szlig;t es in dem Antrag.<br>\nDennoch hapert es bei der Bek&auml;mpfung der Finanzkriminalit&auml;t. Die EU-Kommission hat der Bundesregierung Anfang des Jahres sogar eine R&uuml;ge erteilt, weil es bei der Umsetzung der Vierten EU-Richtlinie zum Geldw&auml;schegesetz M&auml;ngel gab. Inzwischen hat das zust&auml;ndige Bundesfinanzministerium den Gesetzesentwurf zur Umsetzung der F&uuml;nften Geldw&auml;scherichtlinie vorgelegt. Der Plan geht den Gr&uuml;nen nicht weit genug, sie fordern in ihrem Antrag zahlreiche Versch&auml;rfungen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/geldwaesche-immobilien-1.4500051\">S&uuml;ddeutsche<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Christian Reimann:<\/strong> Hier hat das Bundesfinanzministerium seit einigen Jahren auf ganzer Linie komplett versagt. Bereits vor etwa einem Jahr war zu lesen: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=44479#h06\">Mafia setzt auf Immobilien in Deutschland<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=45197#h03\">&bdquo;Gangster&rsquo;s Paradise&ldquo; &ndash; Deutschland wird zur Hochburg f&uuml;r Geldw&auml;sche<\/a> (interessant auch die Anmerkungen mit weiterf&uuml;hrenden Hinweisen auf den NachDenkSeiten). Ist f&uuml;r Herrn Scholz das BIP wichtiger als die Interessen von Mieterinnen und Mietern? Es ist nicht nachvollziehbar, weshalb auch er sich als amtierender Bundesfinanzminister einem Immobilienregister bzw. Grundbuchportal verweigert. Will er gar nicht wissen, wem welche Immobilie geh&ouml;rt?<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Attac-Urteil trifft weitere Vereine<\/strong><br>\nDas Attac-Urteil des Bundesfinanzhofes (BFH) zur Gemeinn&uuml;tzigkeit hat Auswirkungen auf weitere Vereine. Einem kleinen soziokulturellen Zentrum droht die Aberkennung der Gemeinn&uuml;tzigkeit, nachdem das Bundesfinanzministerium das Attac-Urteil amtlich im Bundessteuerblatt ver&ouml;ffentlicht hatte. Das zust&auml;ndige Finanzamt droht dem &ouml;rtlichen Verein nach der turnusm&auml;&szlig;igen Pr&uuml;fung der &bdquo;tats&auml;chlichen Gesch&auml;ftsf&uuml;hrung&ldquo; an, die Gemeinn&uuml;tzigkeit nicht zu best&auml;tigen, und bezieht sich ausdr&uuml;cklich auf das Attac-Urteil. [&hellip;]<br>\n&ldquo;Die Sorge tausender gemeinn&uuml;tziger Vereine und Stiftungen nach dem Attac-Urteil ist berechtigt. Der aktuelle Fall zeigt, dass das Urteil des Bundesfinanzhofs (BFH) in die Irre f&uuml;hrt und es dringend gesetzliche Klarstellungen braucht.<br>\nDer BFH hat die M&ouml;glichkeiten politischer Bildung &uuml;bertrieben begrenzt. Er hat dabei einen doppelt falschen Schluss gezogen: Er hat Urteile, die sich auf parteinahe Stiftungsvereine und auf direkte staatliche Zuwendungen beziehen, mit Attac auf einen Verein angewandt, der weder mit einer Partei verbunden ist noch direkte staatliche Mittel erh&auml;lt. Diese falsche Anwendung wird nun fortgesetzt und belastet weitere gemeinn&uuml;tzige Vereine.<br>\nZum Schutz des Engagements f&uuml;r die Demokratie und vor unn&ouml;tiger b&uuml;rokratischer Belastung muss der Bundestag Klarstellungen beschlie&szlig;en.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.zivilgesellschaft-ist-gemeinnuetzig.de\/attac-urteil-trifft-weitere-vereine\/%20\">Zivilgesellschaft ist gemeinn&uuml;tzig<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unserer Leserin S.B.:<\/strong> Zusammen mit der geplanten &ldquo;Task-Force f&uuml;r strategische Kommunikation&rdquo; der Europ&auml;ischen Kommission &ndash; dem &ldquo;Wahrheitsministerium&rdquo; &ndash; wird einer politischen Bildung die Schlinge umzulegen versucht, die sich an humanistischen Idealen ausrichtet, das Empowerment zum Ziel hat und darum notwendigerweise auch Machtverh&auml;ltnisse kritisch beleuchtet. Gl&uuml;cklicherweise gibt es nicht wenige, die dagegen vorgehen.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Operation Glyphosat<\/strong><br>\nDie jetzige Bayer-Tochter Monsanto hat Politik und &Ouml;ffentlichkeit &uuml;ber Jahre hinweg mit Geheimdienstmethoden aussp&auml;hen lassen, um ihren Produkten zu einem besseren Image zu verhelfen<br>\nSie nennen sich harmlos Kommunikations- oder PR-Agenturen, arbeiten aber de facto oft als private Nachrichtendienste f&uuml;r Konzerne: Burson Cohn &amp; Wolfe, Publics, Fleishman-Hillard, FTI &amp; Co. Aufschluss &uuml;ber deren T&auml;tigkeit geben Dokumente, die Unbekannte der franz&ouml;sischen Zeitung Le Monde und dem TV-Sender France 2 Anfang Mai zugespielt hatten.<br>\nSo erstellte Fleishman-Hillard f&uuml;r die jetzige Bayer-Tochter Monsanto ein ausf&uuml;hrliches Lagebild &uuml;ber das politische Frankreich. Ein umfangreiches Dossier mit den Namen von 200 Journalisten, Politikern, Verbands- und NGO-Vertretern sowie Wissenschaftlern mitsamt Kontaktdaten und Hobbys legte die Agentur f&uuml;r ihren Auftraggeber an. Minuti&ouml;s verzeichnete sie die Haltung der Betreffenden zu Themen wie Landwirtschaft, Ern&auml;hrung, Umwelt, Gentechnik, Gesundheit und Pestizide. Die Glaubw&uuml;rdigkeit der Personen, deren Einfluss und Haltung zu Monsanto bewertete Fleishman dabei mit Noten von 0 bis 5. Diese detaillierten Profile dienten dann als Ansatzpunkte, um passgenau &raquo;Vertrauen zu Monsanto aufzubauen&laquo;.<br>\nSchwerpunktm&auml;&szlig;ig widmeten sich Fleishman-Hillard und Publics, die zweite an der Operation beteiligte Firma, dem Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat. In den Jahren 2015 und 2016 konzentrierten sich die Aktivit&auml;ten haupts&auml;chlich darauf, bei der Europ&auml;ischen Union eine Zulassungsverl&auml;ngerung f&uuml;r das umstrittene Herbizid zu erwirken.<br>\nDabei gingen die beiden Unternehmen arbeitsteilig vor. W&auml;hrend Fleishman-Hillard die Aufgabe zufiel, die &ouml;ffentliche Sph&auml;re zu &uuml;berwachen und sorgsam s&auml;mtliche das Pestizid betreffenden politischen und juristischen Schritte zu registrieren, oblag es Publics, &raquo;Ausk&uuml;nfte und Informationen zu sammeln, die NICHT (Hervorhebung im Original, jW) &ouml;ffentlich zug&auml;nglich sind&laquo;, wie es in einem internen Memo hie&szlig;.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.jungewelt.de\/artikel\/357304.bayer-gefahren-operation-glyphosat.html\">junge Welt<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Erg&auml;nzung zu unserem <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=52819#h03%20\">gestrigen Hinweis 3<\/a><\/strong>\n<p><em><strong>Anmerkung Jens Berger:<\/strong> Da wir einige kritische Leserzuschriften zu meiner <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=52819#h03\">gestrigen Anmerkung<\/a> bez&uuml;glich des Kl&ouml;ckner-Zitats zum niedergetrampelten M&ouml;hrenfeld im Umfeld der &ldquo;Ende-Gel&auml;nde-Demo&rdquo; bekommen haben, m&ouml;chte ich meinen missverst&auml;ndlich formulierten Text erg&auml;nzen. Nat&uuml;rlich wollte ich weder Sachbesch&auml;digung noch die Zerst&ouml;rung von Lebensmitteln sch&ouml;nreden. Mir ging es um die Strategie der CDU, in Person von Frau Kl&ouml;ckner vom Inhalt der Demonstrationen abzulenken, indem man die &ouml;ffentliche Wahrnehmung auf ein vergleichsweise kleines Delikt im Umfeld der Demonstrationen lenkt. Schon bei den G-20-Protesten ging diese Strategie ja auf. Niemand sprach mehr von den Inhalten und Forderungen der Demonstranten; es ging nur noch um die Sachbesch&auml;digungen im Umfeld der Demonstrationen. Auch bei den Gelbwesten-Protesten in Frankreich war dies die Methode von Politik und Medien. Wenn ich auf diese Verschiebung des medialen Wahrnehmungsfokus hinweise, hei&szlig;t dies nicht, dass ich Ausschreitungen oder Sachbesch&auml;digungen guthei&szlig;e. Das tue ich ganz sicher nicht. Es ist nat&uuml;rlich auch richtig, dass derart arrogante und ignorante &ldquo;Umweltaktivisten&rdquo; ihrer vorgeblichen Sache mit einem solchen Verhalten und ihrer unsensiblen Kommunikation keinen Gefallen tun. Das diskreditiert diese Aktivsten, aber nicht die Forderungen der Demonstration.<\/em><\/p>\n<p><em>Nebenbei sei aber auch noch bemerkt &ndash; auch das wollte ich ja ansprechen -, dass diese Kommunikationsstrategie der CDU zwar bei der eigenen Kernklientel verf&auml;ngt, aber im Kontext der derzeitigen politischen Stimmung, die der CDU (vollkommen zu Recht) Defizite bei der Klimapolitik und eine schier unglaubliche Unsensibilit&auml;t bei der Kommunikation mit j&uuml;ngeren W&auml;hlerschichten attestiert, vollkommen kontraproduktiv ist.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. 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