{"id":52998,"date":"2019-07-04T09:00:15","date_gmt":"2019-07-04T07:00:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=52998"},"modified":"2019-07-04T09:54:59","modified_gmt":"2019-07-04T07:54:59","slug":"glenn-greenwald-und-die-enthuellungen-ueber-richter-sergio-moro-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=52998","title":{"rendered":"Glenn Greenwald und die Enth\u00fcllungen \u00fcber Richter S\u00e9rgio Moro"},"content":{"rendered":"<p>Ein Journalist gegen Kriminelle in Talaren &ndash;&ndash; Teil 2: Vom Liberalen zum Systemherausforderer. Im <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=52864\">ersten Teil<\/a> dieses zweiteiligen Artikels &uuml;ber die Enth&uuml;llungen des gr&ouml;&szlig;ten Justizskandals aller Zeiten in Brasilien durch den US-Journalisten Glenn Greenwald auf der Medienplattform The <a href=\"https:\/\/theintercept.com\/brasil\/\">Intercept Brasil<\/a> berichteten die NachDenkSeiten von den Ausreden und peinlichen L&uuml;gen des medial &uuml;berf&uuml;hrten ehemaligen Richters und amtierenden Justizministers S&eacute;rgio Moro und die im Handumdrehen zu seiner Verteidigung entfachte rechtsradikale Gegenoffensive. Von <strong>Frederico F&uuml;llgraf<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\nSo <a href=\"https:\/\/ultimosegundo.ig.com.br\/politica\/2019-06-17\/greenwald-criptomoeda-e-hacker-russo-entenda-o-que-e-o-show-do-pavao.html\">verbreitete<\/a> der Twitter-Account @oppavaomisterio (&ldquo;Geheimnisvoller Pfau&rdquo;) am 16.Juni die Unterstellung, die Intercept-Leaks beruhten auf einem 300.000 US-Dollar schweren Bitcoin-Auftrag Greenwalds an einen &bdquo;russischen Hacker&rdquo; zum &Uuml;berfall auf die Mobiltelefone von Richter Moro und Staatsanwalt Deltan Dallagnol. Von Experten als einwandfreie F&auml;lschung dementiert, wurde der rechtsradikale Account schon sechs Stunden sp&auml;ter gel&ouml;scht.<\/p><p>Die n&auml;chste Attacke landete Augusto Heleno &ndash; General im Ruhestand, jedoch amtierender Chef der Geheimdienste des Bolsonaro-Regimes &ndash; w&auml;hrend einer Arbeitssitzung der Regierung. Mit einem Faustschlag auf den Tisch <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=olbzj4aakSQ\">forderte der rechtsradikale Milit&auml;r<\/a> statt der nun landesweit geforderten Freilassung die &bdquo;lebenslange Haft&rdquo; von Ex-Pr&auml;sident Lula, den er eine &bdquo;Kanaille&rdquo; nannte.<\/p><p>Als Protagonist des Mammut-Leaks verordnete der Ex-Richter und amtierende Justizminister S&eacute;rgio Moro eine <a href=\"https:\/\/revistaforum.com.br\/policia-federal-investiga-o-vazamento-de-conversas-de-moro-e-procuradores-da-lava-jato\/\">Untersuchung des Falls durch die ihm unterstellte Pol&iacute;cia Federal<\/a>. Mit anderen Worten: Moro ermittelt f&uuml;r sich selbst. Was davon zu erwarten ist, liegt auf der Hand.<\/p><p>Dem Schrei der Rechtsradikalen nach der &bdquo;Deportation Greenwalds!&rdquo; folgten bisher keine Taten, doch werden in verschiedenen privaten Rundfunksendern renommierte Ansager wie Paulo Henrique Amorim und selbst stockkonservative Kolumnisten wie Marco Ant&ocirc;nio Villa <a href=\"https:\/\/exame.abril.com.br\/carreira\/paulo-henrique-amorim-e-afastado-da-record\/\">auf Intervention Jair Bolsonaros entlassen<\/a>, die sich &ndash; wie die konservative Entertainerin Rachel Sheherazade &ndash; dem Chor der Moro- und Bolsonaro-Kritiker anschlossen. Die Repression gegen missliebige Journalisten findet bereits statt.<\/p><p>Um sie zu umgehen und dem Leak Robustheit zu verleihen, war Greenwald u.a. von mir am 17. Juni auf <a href=\"https:\/\/twitter.com\/Fregraf\/status\/1140783115608219648\">Twitter vorgeschlagen worden<\/a>, seine weiter geplanten Enth&uuml;llungen mit einem Kuratorium auch konservativer Medien und Pers&ouml;nlichkeiten herauszugeben. Ein Vorschlag, den Greenwald offenbar beherzigte, denn seit dem 20. Juni wird das Moro-Leak &ndash; au&szlig;er von dem Journalisten Reinaldo Azevedo auf Radio Band News FM &ndash; auch von der konservativen, jedoch Bolsonaro-kritischen Tageszeitung <em>Folha de S&atilde;o Paulo<\/em> <a href=\"https:\/\/www1.folha.uol.com.br\/poder\/2019\/06\/serie-de-reportagens-da-folha-explora-mensagens-obtidas-por-site-the-intercept-brasil.shtml\">ver&ouml;ffentlicht<\/a>, die Moros Behauptung einer angeblichen F&auml;lschung seiner geleakten Telegram-Gespr&auml;che mit einem technischen Gutachten widersprach.<\/p><p>Auf seinem YouTube-Kanal TV Afiada (&ldquo;Scharfes Fernsehen&rdquo;) stellte der gerade kaltgestellte Journalist Paulo Henrique Amorim <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=7YZGLuIRjyM\">die ironische Frage<\/a>, &bdquo;wem noch wird Greenwald wohl eins auswischen?&ldquo;. Und erkl&auml;rte l&auml;chelnd: &bdquo;Den US-Geheimdiensten, selbstverst&auml;ndlich!&ldquo;, die seit dem von Greenwald publizierten Edward-Snowden-NSA-Leak seine erkl&auml;rten Hauptfeinde seien beziehungsweise umgekehrt er von den Geheimdiensten so eingestuft werde.<\/p><p><strong>Glenn Greenwald, von der Anwaltskanzlei in die Slums Rio de Janeiros<\/strong><\/p><p>Leserinnen und Lesern, die den Snowden-Fall begleiteten oder Oliver Stones Spielfilmbearbeitung <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=QlSAiI3xMh4\"><em>Snowden<\/em><\/a> gesehen haben &ndash; in dem der Journalist von dem Schauspieler Zachary Quinto dargestellt wird &ndash; ist Greenwald seit 2013, sp&auml;testens seit 2016 immerhin in Erinnerung. Greenwald war es, den Snowden noch vor seiner Landung in Moskau mit Kopien seiner geheimen NSA-&Uuml;berwachungs-Dateien versorgt und mit ihrer weltweiten Bekanntmachung beauftragt hatte.<\/p><p>Edward Glenn Greenwald ist ein 1967 geborener New Yorker Anwalt und Experte f&uuml;r Verfassungsrecht j&uuml;discher Herkunft, der in den 1990er Jahren von seiner Anwaltskanzlei in die Blogger-Szene und von dort in den Journalismus umstieg. Der 52-j&auml;hrige US-Amerikaner lebt seit eineinhalb Jahrzehnten in Rio de Janeiro in gleichgeschlechtlicher Ehe mit dem aus einem Elendsviertel stammenden Stadtverordneten David Miranda von der linken Partei Sozialismus und Freiheit (PSOL).<\/p><p>Die Greenwald-Mirandas verf&uuml;gen in den sozialen Netzwerken und in der LGBT-Szene &uuml;ber eine Schar hunderttausender Anh&auml;nger und Sympathisanten, die den Journalisten und den Politiker als bunte Familie mit humanistischer Ausstrahlung beschreibt. Moralisch hoch bewertet wird das Paar wegen der Adoption von zwei Waisenkindern aus armen nordostbrasilianischen Verh&auml;ltnissen und seiner 2018 gestarteten, &ouml;ffentlichen Kampagne zum Schutz verlassener Hunde, von denen die Familie mindestens ein Dutzend selbst in Pflege nahm.<\/p><p>Zum Jahresbeginn 2019 &uuml;bernahm Miranda allerdings als Ersatzmann das Mandat des mehrfach bedrohten und nach Deutschland gefl&uuml;chteten homosexuellen Parlamentsabgeordneten der PSOL Jean Wyllys. Bedrohungen geh&ouml;ren bei den Greenwald-Mirandas seit der Snowden-Aff&auml;re zur seit Jahren andauernden Begleiterscheinung ihres Alltags.<\/p><p><strong>Die Geheimdienste und der &ldquo;public enemy&rdquo;<\/strong><\/p><p>Unmittelbar nach Auftakt der NSA-Enth&uuml;llungen wurde zum Beispiel in die Wohnung Greenwalds in Rio de Janeiro eingebrochen und ein einziger Laptop gestohlen, doch andere Wertgegenst&auml;nde demonstrativ unber&uuml;hrt hinterlassen. Wie im Fall Snowden gaben auch diesmal US-Politiker Interviews, in denen sie Greenwald f&uuml;r die Ver&ouml;ffentlichung der von Snowden &uuml;berlassenen NSA-Unterlagen &ldquo;kriminelle Handlungen&rdquo; vorwarfen und Prozesse androhten.<\/p><p>In einer Londoner Parallelhandlung war die Tageszeitung <em>The Guardian<\/em> &ndash; die das Snowden-Leak in Partnerschaft mit The Intercept abgedruckt hatte &ndash; durch den britischen Geheimdienst GCHQ vielfachen Drohungen ausgesetzt. Reporter wurden der intensiven &Uuml;berwachung unterzogen, wie Luke Harding in seinem 2013 ver&ouml;ffentlichten Buch &ldquo;The Snowden Files&rdquo; berichtete. Am 20. Juli 2013 wurde in den besetzten Redaktionsr&auml;umen die Redaktionsleitung dazu gezwungen, die Festplatten ihrer Computer vor den Augen der GCHQ-Agenten zu zerst&ouml;ren.<\/p><p>In einer Nebenhandlung trafen die vom NSA gesteuerten Repressalien des GCHQ Greenwalds Ehemann David Miranda. Im August 2013 wurde er von der Londoner Polizei verhaftet, als er w&auml;hrend einer Zwischenlandung in England nach Brasilien weiterreisen wollte. Miranda wurde r&uuml;de verh&ouml;rt und bei Verweigerung von Rechtsmitteln &ndash; einen Anruf zu t&auml;tigen, geschweige denn einen Anwalt zu kontaktieren &ndash; 9 Stunden lang ohne Kontakt zur Au&szlig;enwelt festgehalten. Nach dem Verh&ouml;r wurden sein Laptop, sein Telefon, seine Kamera und andere pers&ouml;nliche Gegenst&auml;nde beschlagnahmt. Zur Rechtfertigung der Verhaftung beriefen die Sicherheitsbeh&ouml;rden sich l&auml;cherlicherweise auf das britische Anti-Terror-Gesetz (Annex 7 \/ Terrorism Act 2000). Der &ldquo;Terrorverdacht&rdquo; wurde selbstverst&auml;ndlich vor Ort und auch in der Folge niemals erwiesen und stillschweigend fallengelassen; er war ja nur eine vom NSA provozierte Einsch&uuml;chterungsma&szlig;nahme.<\/p><p>Die Bel&auml;stigung Mirandas geschah nicht zuf&auml;lligerweise als Reaktion auf den Auftritt Greenwalds im brasilianischen Parlament, in dem er im August 2013 die US-Regierung beschuldigte, sie habe den &bdquo;War on Terror&ldquo; als Vorwand f&uuml;r die heimliche &Uuml;berwachung genutzt, um US-Vorteile im Wettbewerb mit anderen L&auml;ndern in den Bereichen Wirtschaft, Industrie und Handel zu erzielen.<\/p><p>Wenige Monate sp&auml;ter erkl&auml;rte Greenwald am 18. Dezember 2013 vor dem Ausschuss f&uuml;r b&uuml;rgerliche Freiheiten, Justiz und Inneres der Europ&auml;ischen Kommission, dass &bdquo;Gro&szlig;britannien durch das Hacken und Abh&ouml;ren von Unterwasser-Glasfaserkabeln die gr&ouml;&szlig;te Bedrohung f&uuml;r die Privatsph&auml;re der B&uuml;rger der Europ&auml;ischen Union darstellt, wenn es um Telefon und E-Mail geht&rdquo;.<\/p><p><strong>Kontroversen: The Intercept und die globale Medienfinanzierung des Pierre Omidyar<\/strong><\/p><p>Wie seit dem 9. Juni auch in Deutschland bekannt, wird das S&eacute;rgio-Moro-Leak von <a href=\"https:\/\/theintercept.com\/brasil\/\">The Intercept Brasil<\/a> als Fortsetzungsreihe ver&ouml;ffentlicht. Die Publikation ist eine seit August 2016 erscheinende brasilianische Ausgabe der im Februar 2014 in den USA gestarteten Online-Zeitung <a href=\"https:\/\/theintercept.com\/\">The Intercept<\/a>. Zu ihren Herausgebern z&auml;hlten von Anbeginn Anwalt Glenn Greenwald, die Filmemacherin und Autorin Laura Poitras und Jeremy Scahill, investigativer Journalist, nationaler Sicherheitsexperte und Buch-Autor (Blackwater: The Rise of the World&rsquo;s Most Powerful Mercenary Army). Das US-Team wird angef&uuml;hrt von Chefredakteurin Liliana Segura und den Autoren Dan Froomkin und Peter Maass, den Reportern Ryan Devereaux, Ryan Gallagher und Murtaza Hussain, der Politologin Marcy Wheeler, dem Rechtsanalysten Dan Novack und dem Technologieanalytiker Micah Lee.<\/p><p>Nach der spektakul&auml;ren Ver&ouml;ffentlichung der Snowden-NSA-Akten sorgte The Intercept in Zusammenarbeit mit dem Spiegel im April 2015 f&uuml;r ansehnlichen &Auml;rger in der NATO und den deutsch-amerikanischen Beziehungen mit der Enth&uuml;llung, die US-Milit&auml;rbasis in Ramstein sei das &ldquo;Hightech-Herz&rdquo; des amerikanischen Drohnenprogramms; insbesondere der Killer-Drohnen. Wie bekannt, ist Ramstein der Standort einer Satelliten-Relaisstation, die es Drohnenbetreibern im amerikanischen S&uuml;dwesten erm&ouml;glicht, mit ihren entfernten Flugzeugen in Jemen, Somalia, Afghanistan und anderen Ziell&auml;ndern zu kommunizieren.<\/p><p>The Intercept zitierte ein streng geheimes Dokument und eine vertrauliche Quelle, <a href=\"https:\/\/www.ibtimes.co.uk\/leaked-document-us-waging-drone-warfare-air-force-base-ramstein-germany-1497064\">in der es hie&szlig;<\/a>: &bdquo;Ramstein gibt das Signal, der Drohne mitzuteilen, was zu tun ist, und gibt die Anzeige dessen zur&uuml;ck, was die Drohne sieht. Ohne Ramstein k&ouml;nnten Drohnen zumindest nicht funktionieren, wie sie es jetzt tun&ldquo; <em>International Business Times<\/em>, 05. Dezember 2017).<\/p><p>The Intercept geh&ouml;rt zur First-Look-Media-Gruppe im Besitz des E-Bay-Multimilliard&auml;rs Pierre Omidyar. Die Projektstart- und -unterhaltungskosten sollen sich auf mehrere Millionen US-Dollar belaufen haben. Das Redaktionskonzept beruft sich auf einen vage definierten &bdquo;entgegengesetzten Journalismus&rdquo;.<\/p><p>Zu den von Omidyar gef&ouml;rderten Medien im globalen Ma&szlig;stab geh&ouml;ren Nachrichten- und Kommentar-Magazine, selbsternannte Fact-Checking-Agenturen, die gemeinn&uuml;tzige Datenfirma New Knowledge, Websites, Filmproduktionsgesellschaften sowie die F&ouml;rderung des <em>International Consortium of Investigative Journalism<\/em> (ICIJ), das die Panama Papers verwaltet und die strategische Weitergabe des durchgesickerten Datenbestandes an handverlesene Journalisten &uuml;berwacht. Nach <a href=\"https:\/\/www.mintpressnews.com\/ebay-founder-pierre-omidyar-is-funding-a-global-media-information-war\/255199\/\">Angaben der im US-amerikanischen Minnesota herausgegebenen Online-Zeitung Mintpress<\/a> summieren sich Omidyars Investitionen in das Netzwerk auf mindestens 100 Millionen US-Dollar. Die Mintpress-Autoren <a href=\"https:\/\/www.mintpressnews.com\/author\/alexander-rubinstein\/\">Alexander Rubinstein<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.mintpressnews.com\/author\/max-blumenthal\/\">Max Blumenthal<\/a> unterstellen Omidyar vielfache Interessenkonflikte und obskure politische Absichten.<\/p><p>&bdquo;Hinter dem Image, das er als &acute;progressiver Philanthrop&acute; kultiviert, hat Omidyar sein Medienimperium eingesetzt, um den Washingtoner Konsens in strategischen Brennpunkten rund um den Globus voranzutreiben. Sein Verm&ouml;gen half dabei, einen Absatzmarkt f&uuml;r einen destabilisierenden Putsch in der Ukraine zu finden. Er hat geholfen, ein Netzwerk von oppositionellen Jugendaktivisten und Bloggern in Simbabwe aufzubauen. Auf den Philippinen hat er in eine oppositionelle Nachrichten-Website investiert, die Unternehmens&uuml;berwachungstechniken wie einen &acute;Stimmungsmesser&hellip; zur Erfassung nichtrationaler Reaktionen&acute; verfeinert. In der Zwischenzeit hat er eng mit den f&uuml;hrenden US-amerikanischen Soft-Power-Stiftungen (f&uuml;r den Regime Change) wie der Agentur f&uuml;r internationale Hilfe und Entwicklung (USAID) oder dem (CIA-gesteuerten) National Endowment for Democracy (NED) als Verb&uuml;ndete f&uuml;r Projekte im Stil des Informationskriegs in L&auml;ndern auf der ganzen Welt zusammengearbeitet&ldquo;, behaupteten die beiden US-Autoren, ohne jedoch stichhaltige Beweise vorzulegen.<\/p><p>Mit der Herausgabe von The Intercept und der Rekrutierung jener Journalisten (wie Greenwald), die &uuml;ber die Snowden-Leaks verf&uuml;gten, &bdquo;hat der Milliard&auml;r die Akten effektiv privatisiert&rdquo;, werfen die US-Autoren dem E-Bay-Besitzer in einer <a href=\"https:\/\/mintpressnews.cn\/pierre-omidyar-funding-of-pro-regime-change-networks-and-partnerships-with-cia-cutouts\/255337\/\">dreiteiligen, wortgewandten Artikelserie<\/a> vor. Dies verz&ouml;gerte nicht nur ihre vollst&auml;ndige Freigabe, sondern verweigerte der &Ouml;ffentlichkeit auch den Zugang zu den Informationen, um seinem Stall angestellter Reporter exklusive Informationen zukommen zu lassen, die noch Jahre nach dem Leak auftauchen. &ldquo;Bis zum heutigen Tag wurde nur ein winziger Prozentsatz der Snowden-Dateien ver&ouml;ffentlicht, und aus welchem Grund auch immer, keine der ver&ouml;ffentlichten Dateien bezieht sich auf eBay oder seine verschiedenen Gesch&auml;ftsinteressen&rdquo;, klagen Rubinstein und Blumenthal, der seit 2015 auch mehrfach im russischen Staatssender Russia Today auftrat.<\/p><p>Hart nehmen Rubinstein und Blumenthal Omydiars Dokumentarfilmabteilung Field of Vision ins Gebet. Zu ihren fr&uuml;hen Produktionen geh&ouml;rt zum Beispiel Risk, eine negative Darstellung von WikiLeaks-Gr&uuml;nder Julian Assange. Anw&auml;lte von Wikileaks beschuldigten Regisseurin und Ex-Intercept-Mitherausgeberin Laura Poitras, &bdquo;WikiLeaks genauso zu untergraben&ldquo; wie die Trump-Administration die Verfolgung ihrer Journalisten, Redakteure und Mitarbeiter angek&uuml;ndigt hat. Des Weiteren habe eine Field-of-Vision-Dokumentation zu den Panama Papers im Trailer als PR-Medium f&uuml;r das von Omidyar finanzierte International Consortium of Investigative Journalism und den Journalisten Luke Harding fungiert. Harding sei jener von Russland besessene Guardian-Korrespondent, der seinerzeit einen Bericht &uuml;ber Treffen zwischen Assange und dem ehemaligen Trump-Kampagnenmanager Paul Manafort verfasst hatte.<\/p><p>Zu einem vernichtenden Urteil verleitet allerdings Omidyars Werbung f&uuml;r den &bdquo;Dokumentarfilm&rdquo; <em><a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=WrJ8zpgMGOg\">Last Men In Aleppo<\/a><\/em> &ndash; ein 2017 f&uuml;r den Oscar nominiertes Propaganda-St&uuml;ck der syrischen Wei&szlig;helme &ndash; das vom Sundance Festival Robert Redfords ausgezeichnet wurde. Wie hinl&auml;nglich bekannt, sind die White Helmets eine syrische &bdquo;Bergungsgruppe f&uuml;r zivile Kriegsopfer&ldquo;, die von einem ehemaligen britischen Milit&auml;rgeheimdienstler in der T&uuml;rkei gegr&uuml;ndet wurde. Ausschlie&szlig;lich auf usurpiertem Rebellenterrain wie jenem der Al-Qaida in Idlib t&auml;tig, wurden die White Helmets von der USAID, dem britischen Au&szlig;enministerium und der katarischen Monarchie finanziert. &Uuml;ber die in Gro&szlig;britannien ans&auml;ssige PR-Abteilung Syria Campaign standen die White Helmets an der Spitze der PR-Bem&uuml;hungen um US-Luftangriffe und Sanktionen gegen den syrischen Staat.<\/p><p>Omidyars The Intercept diente als Vehikel f&uuml;r diese PR-Kampagne. Mit seinem Artikel <a href=\"https:\/\/theintercept.com\/2016\/10\/01\/syrias-white-helmets-risk-everything-to-save-the-victims-of-airstrikes\/\">&bdquo;Syria&rsquo;s White Helmets Risk Everything for Victims of airstrikes&ldquo;<\/a> verstieg sich Hausautor Murtaza Hussain zum peinlichen Pressereferenten des medialen White-Helmet-Betrugs.<\/p><p>Titelbild: Marcelo Chello\/shutterstock.com<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Journalist gegen Kriminelle in Talaren &ndash;&ndash; Teil 2: Vom Liberalen zum Systemherausforderer. Im <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=52864\">ersten Teil<\/a> dieses zweiteiligen Artikels &uuml;ber die Enth&uuml;llungen des gr&ouml;&szlig;ten Justizskandals aller Zeiten in Brasilien durch den US-Journalisten Glenn Greenwald auf der Medienplattform The <a href=\"https:\/\/theintercept.com\/brasil\/\">Intercept Brasil<\/a> berichteten die NachDenkSeiten von den Ausreden und peinlichen L&uuml;gen des medial &uuml;berf&uuml;hrten ehemaligen<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=52998\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":52999,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[198,126,20,182],"tags":[681,1613,813,901,1442,930,2497,1515,1111,2682,2329,1087,220],"class_list":["post-52998","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-einzelne-politiker-personen-der-zeitgeschichte","category-erosion-der-demokratie","category-landerberichte","category-medienkonzentration-vermachtung-der-medien","tag-assange-julian","tag-brasilien","tag-drohnen","tag-geheimdienste","tag-greenwald-glenn","tag-justiz","tag-moro-sergio","tag-ramstein","tag-snowden-edward","tag-the-intercept","tag-weisshelme","tag-whistleblower","tag-zensur"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/shutterstock_1420858358.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/52998","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=52998"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/52998\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":53002,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/52998\/revisions\/53002"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/52999"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=52998"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=52998"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=52998"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}