{"id":53079,"date":"2019-07-07T09:00:02","date_gmt":"2019-07-07T07:00:02","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=53079"},"modified":"2019-07-05T10:59:54","modified_gmt":"2019-07-05T08:59:54","slug":"hinweise-der-woche-117","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=53079","title":{"rendered":"Hinweise der Woche"},"content":{"rendered":"<p>Am Wochenende pr&auml;sentieren wir Ihnen einen &Uuml;berblick &uuml;ber die lesenswertesten Beitr&auml;ge, die wir im Laufe der vergangenen Woche in unseren Hinweisen des Tages f&uuml;r Sie gesammelt haben. Nehmen Sie sich ruhig auch die Zeit, unsere werkt&auml;gliche Auswahl der <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?cat=19\">Hinweise des Tages<\/a> anzuschauen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (CW)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=53079#h01\">Stell dir vor, der INF-Vertrag kratzt ab &ndash; und keinen juckts! &ndash; &Uuml;ber ein Begr&auml;bnis vierter Klasse<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=53079#h02\">Ramstein<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=53079#h03\">Die &Auml;ra der Sanktionskriege (I)<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=53079#h04\">EU-Kommissionspr&auml;sidentschaft\/von der Leyen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=53079#h05\">Carola Rackete &ndash; die neue Greta Thunberg?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=53079#h06\">Pr&auml;zedenzfall WikiLeaks<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=53079#h07\">Freihandel mit Folgen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=53079#h08\">Wenn ein Terroranschlag nicht aufgekl&auml;rt werden soll<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=53079#h09\">Tag der Bundeswehr in Pfullendorf &ndash; ein R&uuml;ckblick<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=53079#h10\">Deutschland, Du armes Land der Reichen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=53079#h11\">Propagandakracher &bdquo;Schuldenl&uuml;ge&ldquo; DDR war moralisch bankrott, aber nicht pleite<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=53079#h12\">Die Sozialdemokratie hat ihre Aufgabe erf&uuml;llt. &ndash; Ein Nachruf auf die SPD<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=53079#h13\">#Freitag13: Hochschul-Industrie<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=53079#h14\">Zu guter Letzt: Lange Partynacht: Anwohner von McKinsey-Zentrale beklagen sich &uuml;ber Ruhest&ouml;rung<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Urspr&uuml;nglich hatten wir geplant, in unserer Wochen&uuml;bersicht auch auf die lohnendsten redaktionellen Beitr&auml;ge der NachDenkSeiten zu verweisen. Wir haben jedoch schnell festgestellt, dass eine daf&uuml;r n&ouml;tige Vorauswahl immer damit verbunden ist, Ihnen wichtige Beitr&auml;ge vorzuenthalten. Daher m&ouml;chten wir Ihnen raten, am Wochenende doch einfach die Zeit zu nutzen, um sich unsere Beitr&auml;ge der letzten Wochen (noch einmal) anzuschauen. Vielleicht finden Sie dabei ja noch den einen oder anderen Artikel, den es sich zu lesen lohnt. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Stell dir vor, der INF-Vertrag kratzt ab &ndash; und keinen juckts! &ndash; &Uuml;ber ein Begr&auml;bnis vierter Klasse<\/strong><br>\nIn einem Monat wird der INF-Vertrag Geschichte sein. Und zwar nicht nur, weil die Superm&auml;chte es so wollten und die nationalen Politiker nichts dagegen unternahmen. Sondern weil 99 Prozent der B&uuml;rger der betroffenen Staaten es widerstandslos hingenommen haben!<br>\nMachen wir uns nichts vor: In einem Monat wird der bedeutendste Abr&uuml;stungsvertrag der Geschichte selbst Geschichte sein! Er wird obsolet sein, weil niemand ernsthaft einen Finger krumm gemacht hat, ihn zu retten.<br>\nEine Volksfront der Ignoranz, Indolenz und Bequemlichkeit<br>\nUnd das gilt nicht nur f&uuml;r die Politiker in Ost und West, es gilt genauso f&uuml;r 99 Prozent der B&uuml;rger. Eine breitestm&ouml;gliche Koalition, nein schlimmer: eine verh&auml;ngnisvolle Volksfront der Ignoranz, Indolenz und der Bequemlichkeit &ndash; von der AfD &uuml;ber die ehemaligen Volksparteien, die FDP und GR&Uuml;NEN bis hin zum Evangelischen Kirchentag und Fridays for Future &ndash; hat in diesem unseren Lande grandios versagt<br>\nMehr lesen:&rdquo;Dann w&auml;ren wir gezwungen, einen Pr&auml;ventivschlag zu f&uuml;hren!&rdquo; &ndash; Europa und das Ende des INF-Vertrages<br>\nWerfen wir zun&auml;chst einen Blick auf Parteien und Politiker. Russlands falsche Freunde von der AfD schwiegen beredt, &uuml;ber Angela Merkel wird noch zu sprechen sein (den Rest ihrer Schwesterparteien kann man in dieser Angelegenheit eh vergessen), und die ehemalige Partei der Entspannungspolitik ist von kollektiver Amnesie geschlagen. Unerfahrene Polit-Yuppies wie der neue Russlandbeauftragte der Bundesregierung und stromlinienf&ouml;rmige Vertreter der Playbackgeneration wie ein gewisser transatlantischer Staatsminister im Ausw&auml;rtigen Amt signalisieren exemplarisch den Stellenwert, den die Themen &bdquo;Russland&ldquo;, &bdquo;Abr&uuml;stung&ldquo; und &bdquo;Entspannungspolitik&ldquo; f&uuml;r die SPD noch haben. Dabei w&auml;ren genau dies die Themen gewesen, mit denen die im Abw&auml;rtsstrudel zappelnde Partei am ehesten wieder h&auml;tte punkten k&ouml;nnen! Auf diese Idee kam aber selbst der Vorsitzende der Jusos nicht, der sich stattdessen lieber in seinem frischerworbenen Heldenimage als Westentaschenrevoluzzer sonnte. [&hellip;]<br>\nDer russische Pr&auml;sident Wladimir Putin hat Anfang Juni am Rande des Petersburger Wirtschaftsforums eindr&uuml;cklich vor den Gefahren eines unkontrollierten atomaren Wettr&uuml;stens gewarnt und in diesem Zusammenhang ebenfalls die Indolenz beklagt, mit der die Beendigung des ABM-Vertrages Anfang der Nuller Jahre, die K&uuml;ndigung des INF-Vertrages jetzt und das Ende des START-Vertrages in naher Zukunft einfach hingenommen w&uuml;rden. Er wundere sich, so sagte er, dass die ganze Welt tatenlos und schweigend zusehe, wie die Errungenschaften der Vergangenheit gef&auml;hrdet w&uuml;rden. Und dann sprach Putin die Anwesenden direkt an:<br>\nSehr geehrte Damen und Herren, ich m&ouml;chte Sie fragen: Hat einer von Ihnen aktiv protestiert oder ist mit Plakaten auf die Stra&szlig;e gegangen? Nein, es herrschte Ruhe, als ob alles w&auml;re, wie es sein sollte!<br>\nWell roared, Mr. President, indeed! Dass allerdings in Russland jemand mit Plakaten auf die Stra&szlig;e gegangen w&auml;re, um beispielsweise f&uuml;r die Rettung des INF-Vertrages zu demonstrieren, ist mir gleichfalls unbekannt. Offenbar haben wir es nicht nur mit einer Volksfront, sondern mit einer Internationale in Sachen Ignoranz, Indolenz und Passivit&auml;t zu tun! Mit einem Wort: Eine fahrl&auml;ssige, brandgef&auml;hrliche &sbquo;Wurschtigkeit&lsquo; dominiert die Stimmung im Westen wie in Russland und l&auml;hmt die Bev&ouml;lkerungen h&uuml;ben wie dr&uuml;ben komplett!<br>\nUnd der INF-Vertrag? Er stirbt! Er stirbt, weil die Superm&auml;chte es offenbar so wollen. Und er stirbt, weil die nationalen Politiker nichts dagegen unternehmen.<br>\nAber er verreckt auch j&auml;mmerlich, weil dies von den Bev&ouml;lkerungen vollkommen widerstandslos so hingenommen wird!<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/deutsch.rt.com\/meinung\/89738-stell-dir-vor-inf-vertrag\/\">Leo Ensel auf RT Deutsch<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Albrecht M&uuml;ller:<\/strong> Das ist eine treffende Beschreibung des mangelhaften Interesses f&uuml;r die Gef&auml;hrdung des Friedens mitten in Europa. Au&szlig;erdem d&uuml;rfte f&uuml;r Skeptiker gegen&uuml;ber Medien, die von Russland finanziert werden, die Schlusspassage interessant sein. Da wird in RT deutsch freim&uuml;tig der russische Pr&auml;sident kritisiert.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Ramstein<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Demonstration gegen die Air Base Ramstein: gro&szlig;, bunt, vielf&auml;ltig und beeindruckend<\/strong><br>\n5000 Teilnehmer*innen demonstrierten bei dr&uuml;ckender Hitze vor der Air Base Ramstein, um gegen den v&ouml;lkerrechtswidrigen Dohnenkrieg und die US-Kriegf&uuml;hrung und ihre deutsche Unterst&uuml;tzung von dieser zentralen Drehscheibe der US-Kriegspolitik zu demonstrieren. &bdquo;Die Air Base ist der Schl&uuml;ssel f&uuml;r die atomare und konventionelle (Luft-)Kriegsf&uuml;hrung.&ldquo; &bdquo;Ohne sie gibt es keinen US-Drohnenkrieg&ldquo;, so Pascal Luig. Ihre Aufl&ouml;sung bleibt das langfristige Ziel der Kampagne.<br>\n&bdquo;Die Air Base muss geschlossen werden, weil von ihr aktuelle und zuk&uuml;nftige US-amerikanische Kriege gef&uuml;hrt werden&ldquo;, so Oskar Lafontaine. &bdquo;Die Umweltauswirkungen der Air Base durch Emissionen, Grundwasserverschmutzung und L&auml;rm werden immer unertr&auml;glicher&ldquo;, so Andreas Hartenfels, Landtagsabgeordneter der Gr&uuml;nen in Rheinland-Pfalz.<br>\n&bdquo;Doppel so viele Teilnehmer*innen, die meisten jung und viele neu, sind ein eindrucksvolles Zeichen, dass die Friedensbewegung wieder w&auml;chst und sich mit aller Kraft gegen den Iran-Krieg und eine m&ouml;gliche Stationierung weiterer US-amerikanischer Atomwaffen wendet&ldquo;, so Reiner Braun vom Koordinierungskreis der Kampagne Stopp Air Base Ramstein.<br>\nDie Demonstration war der Abschluss und H&ouml;hepunkt der Protestwoche gegen die Air Base Ramstein, die aus einem von 800 Menschen besuchten Friedenscamp, einem internationalen Basenkongress, einer &ouml;ffentlichen Veranstaltung mit mehr als 650 Teilnehmer*innen und Aktionen des zivilen Ungehorsams bestand.<br>\n&bdquo;Wir kommen mit mehr Menschen 2020 wieder zu den Protesten gegen die Air Base Ramstein. Wir protestieren auch gegen einen m&ouml;glichen Krieg mit dem Iran, der von dieser Air Base ausgehen w&uuml;rde und bei dem dann auch Deutschland (indirekt) beteiligt w&auml;re&ldquo;, so die Stimmen der tausenden Teilnehmer*innen. Wir wenden uns gerade jetzt gegen die unsinnige, b&uuml;rokratische und undemokratische Reglementierungen der Demonstrationsfreiheit durch die Kreisverwaltung in Kaiserslautern.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.ramstein-kampagne.eu\/demonstration-gegen-die-air-base-ramstein\/\">Stopp Air Base Ramstein<\/a><\/li>\n<li><strong>Oskar Lafontaine: Die Bundesregierung muss anfangen, sich von der US-Politik zu l&ouml;sen<\/strong><br>\nDeutschland ist kein souver&auml;ner Staat &ndash; das sagte Oskar Lafontaine bei der Abschlusskundgebung der Demonstration gegen die US-Basis Ramstein am Samstagnachmittag. Im Anschluss an die Kundgebung gab der Linken-Politiker RT Deutsch ein kurzes Interview.<br>\nDer ehemalige saarl&auml;ndische Ministerpr&auml;sident und heutige Fraktionsvorsitzender der Partei Die Linke im Saarland, Oskar Lafontaine, kam auch in diesem Jahr wieder zur Abschlusskundgebung der Kampagne &ldquo;Stopp Ramstein&rdquo;. In seiner etwa 20-min&uuml;tigen Rede bei &uuml;ber 30 Grad vor der Milit&auml;rbasis lie&szlig; Lafontaine kein gutes Wort an der Politik der USA. Deutschland hingegen bezeichnete er als nicht souver&auml;n. F&uuml;r RT Deutsch hatte Oskar Lafontaine im Anschluss Zeit f&uuml;r ein kurzes Interview.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/deutsch.rt.com\/inland\/89694-oskar-lafontaine-bundesregierung-muss-anfangen\/\">RT Deutsch<\/a><\/li>\n<li><strong>Oskar Lafontaine &ndash; wir sind nicht souver&auml;n, eigenst&auml;ndig werden, AirBaseRamstein schlie&szlig;en<\/strong><br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=MyJxWOsBV_g&amp;feature=youtu.be&amp;fbclid=IwAR0pO9Pv347YVMPdhzuBPUpZDFWBcn7kx2IoEMvN-I6exKfIdL7e0O5ZJaA\">NuitDebout Munich via You Tube<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Die &Auml;ra der Sanktionskriege (I)<\/strong><br>\nBei deutschen Unternehmern nehmen die Beschwerden &uuml;ber die Russland-Sanktionen zu. Gegenstand sind nicht nur die EU-Sanktionen, gegen die sich k&uuml;rzlich etwa Sachsens Ministerpr&auml;sident Michael Kretschmer (CDU) sowie Niedersachsens Ministerpr&auml;sident Stephan Weil (SPD) ausgesprochen haben. Deutsche Unternehmer warnen, der deutschen Wirtschaft drohe durch sie der dauerhafte Verlust erheblicher Marktanteile etwa an China. Protest wird in wachsendem Ma&szlig;e aber auch gegen die US-Russland-Sanktionen laut, die Washington seit 2017 ohne vorherige Absprache mit der EU verh&auml;ngt und die es zugleich f&uuml;r ausl&auml;ndische Firmen, also extraterritorial, verpflichtend macht. Bei Nichteinhaltung etwa eines Sanktionsgesetzes vom August 2017 drohen Geldstrafen von bis zu einer Million US-Dollar, in bestimmten F&auml;llen gar mehrj&auml;hrige Haftstrafen. Die Deutsch-Russische Auslandshandelskammer beziffert die Sch&auml;den, die deutschen Unternehmen durch die extraterritorialen US-Sanktionen bislang entstanden sind, auf mehrere Milliarden Euro. Berlin denkt &uuml;ber Gegenma&szlig;nahmen nach.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.german-foreign-policy.com\/news\/detail\/7985\/\">German Foreign Policy<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>EU-Kommissionspr&auml;sidentschaft\/von der Leyen<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Deutsch-Europa<\/strong><br>\nDie deutsche Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen soll das Amt der EU-Kommissionspr&auml;sidentin &uuml;bernehmen. Dies haben die EU-Staats- und Regierungschefs am gestrigen Dienstag nach erbitterten Machtk&auml;mpfen beschlossen. Damit geht der wohl einflussreichste Posten in der Br&uuml;sseler B&uuml;rokratie an eine deutsche Politikerin. Kurz zuvor hatten auch hochrangige Politiker aus anderen EU-Staaten noch geurteilt, &ldquo;bei der St&auml;rke&rdquo;, die Deutschland in der EU habe, sei eine Deutsche an der Spitze der Kommission f&uuml;r viele nur &ldquo;schwer zu vermitteln&rdquo;. In der Tat wird nicht nur die EU-Politik in zunehmendem Ma&szlig; von Berlin gepr&auml;gt. Auch F&uuml;hrungsposten in den EU-Beh&ouml;rden sind immer h&auml;ufiger in deutscher Hand, vor allem auf dem Feld der Finanzen, aber auch im Europaparlament &ndash; insbesondere dort, wo die gesetzgeberische Arbeit koordiniert wird &ndash; sowie in der Au&szlig;enpolitik. Ein bekannter franz&ouml;sischer EU-Experte urteilt, Deutschland bleibe nicht zuletzt deshalb &ldquo;europ&auml;isch&rdquo; orientiert, &ldquo;weil es ein &lsquo;deutsches Europa&rsquo; geformt hat, das einzig deutschen Interessen dient&rdquo;.<br>\n(&hellip;) Die neue deutsche Frage<br>\nEU-Experte Quatremer urteilt, die &ldquo;extrem enge Vernetzung&rdquo; deutscher EU-B&uuml;rokraten und -Politiker erkl&auml;re nicht nur, &ldquo;weshalb die europ&auml;ischen Institutionen nie Deutschland kritisieren&rdquo; &ndash; auch nicht etwa wegen seines exzessiven Handels&uuml;berschusses, das seit vielen Jahren offen gegen die EU-Normen verst&ouml;&szlig;t (german-foreign-policy.com berichtete). Man m&uuml;sse dar&uuml;ber hinaus konstatieren, dass Deutschland auch deshalb &ldquo;europ&auml;isch&rdquo; bleibe, &ldquo;weil es ein &lsquo;deutsches Europa&rsquo; geformt hat, das einzig deutschen Interessen dient&rdquo;. Quatremer, der vor allem f&uuml;r die linksliberale Tageszeitung Lib&eacute;ration schreibt, stellte schon vor zwei Wochen fest: &ldquo;Die Schlacht um die europ&auml;ischen &Auml;mter wirft ein Schlaglicht auf diese neue deutsche Frage.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.german-foreign-policy.com\/news\/detail\/7983\/\">German Foreign Policy<\/a><\/li>\n<li><strong>Der falsche Weg, die falsche Frau &ndash; Aufwertung f&uuml;r die EZB<\/strong><br>\nDie Entscheidung des EU-Gipfels, die deutsche Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen f&uuml;r den Kommissionsvorsitz zu nominieren, ist wie eine Bombe eingeschlagen. Sie offenbart gravierende Fehlentwicklungen.<br>\nIn Berlin hat sich die SPD dem Vorsto&szlig; von Kanzlerin Angela Merkel widersetzt &ndash; Merkel mu&szlig;te sich deshalb in Br&uuml;ssel enthalten. Ein irrwitziger Vorgang, der der GroKo ersch&uuml;ttert.<br>\nIn Stra&szlig;burg proben Sozialdemokraten und Gr&uuml;ne den Aufstand. Sie sprechen von Verrat und einem Anschlag auf die Demokratie &ndash; und k&ouml;nnten in zwei Wochen gegen VdL stimmen.<br>\nSollte es so weit kommen, so k&ouml;nnte die CDU-Politikerin nur mithilfe von Liberalen und Rechtskonservativen gew&auml;hlt werden. Schon beim Gipfel hat sich Merkel auf die rechtslastigen Visegrad-Staaten gest&uuml;tzt!<br>\nDas zeigt, dass hier die falsche Methode gew&auml;hlt wurde. Der Europ&auml;ische Rat hat versucht, das Europaparlament auszustechen, um nicht zu sagen zu &uuml;berrumpeln &ndash; und das einen Monat nach der Europawahl!<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/lostineu.eu\/der-falsche-weg-die-falsche-frau-aufwertung-fuer-die-ezb\/\">Lost in Europe<\/a><\/li>\n<li><strong>Politologe zur EU-Spitzenkandidatendiskussion: &bdquo;Man hat den W&auml;hlern zu viel versprochen&ldquo;<\/strong><br>\nWeder Timmermans noch Weber: Dass keiner der Spitzenkandidaten EU-Kommissionspr&auml;sident wird, st&ouml;&szlig;t auf heftige Kritik. Der Politologe Josef Janning h&auml;lt dagegen: &bdquo;Was passiert ist, ist genau das, was die europ&auml;ischen Vertr&auml;ge vorsehen.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunkkultur.de\/politologe-zur-eu-spitzenkandidatendiskussion-man-hat-den.1008.de.html?dram:article_id=452971\">Deutschlandfunk Kultur<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Nat&uuml;rlich war der Europa-Wahlkampf eine Farce, mit der dem Publikum etwas vorgegaukelt wurde, was es nicht gibt, eine demokratisch verfasste EU. Das j&auml;mmerliche, alle Parteien von CSU bis zur LINKEN haben sich daran beteiligt. Allein die AfD hat die EU kritisiert und jeder, der dies ebenso tat, wenn auch aus ganz anderen Gr&uuml;nden, wurde sofort in die Ecke der AfD geschoben. Die EU ist und bleibt ein Elitenprojekt, dass in erster Linie den &ouml;konomischen Interessen der Oligarchien dient.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Europa nicht den Leyen &uuml;berlassen&hellip;<\/strong><br>\nKurze Anmerkungen zu den Personalvorschl&auml;gen des Rates. Korrigieren Sie mich gern, aber ein erster kurzer &Uuml;berblick ergibt folgendes:<br>\nJosep Borrell: Ein spanischer T&uuml;p, der als Pr&auml;sident des Europ&auml;ischen Hochschulinstituts zur&uuml;cktreten musste, weil er vergessen hatte, ein 300.000-Euro-Jahreseinkommen bei einem Energieversorger anzugeben, soll Au&szlig;enbeauftragter der EU werden?<br>\nChristine Madeleine Odette Lagarde: Eine Franz&ouml;sin, die wegen Veruntreuung von 400 Millionen Euro &ouml;ffentlicher Gelder im Falle Tapie schuldig gesprochen wurde und noch nie eine nationale Notenbank geleitet hat, soll die EZB leiten?<br>\nCharles Michel: Ein Belgier, der nicht einmal in Belgien eine funktionierende Regierung bilden konnte, und der mit Rechtsradikalen paktiert, soll Ratspr&auml;sident werden und f&uuml;r den Ausgleich immer komplexerer nationaler Interessen in der EU sorgen?<br>\nUrsula von der Leyen: Eine erfolglose deutsche Ministerin, die lediglich durch einen irren Hang zu &uuml;berteuerten externen Beratern, Missmanagement und Euphemismen (&bdquo;Trendwende Finanzen&ldquo; f&uuml;r die gr&ouml;&szlig;te deutsche Aufr&uuml;stungsanstrengung seit Kriegende) aufgefallen ist, und die von den illiberalen Visegr&aacute;d-Staaten gest&uuml;tzt wird, die zuvor den konservativen Sozialdemokraten Timmermans als linksradikal abgelehnt haben, soll EU-Kommissionspr&auml;sidentin werden?<br>\nWas f&uuml;r eine Parade der Inkompetenz! Europa nicht den Leyen &uuml;berlassen&hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/MartinSonnebornEU\/posts\/2406411149420662?__tn__=H-R\">Martin Sonneborn via Facebook<\/a>\n<p><em>Lesen Sie zum Thema bitte auch: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=52955\">R&ouml;slein, R&ouml;slein, R&ouml;slein schwarz &ndash; warum von der Leyen eine Katastrophe f&uuml;r Europa w&auml;re<\/a>.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Carola Rackete &ndash; die neue Greta Thunberg?<\/strong><br>\n(&hellip;) Es widerspricht eigentlich s&auml;mtlichen b&uuml;rgerlichen Anspr&uuml;chen der Trennung von Justiz und Politik, die ja nicht nur Ideologie sind, sondern f&uuml;r eine kapitalistische Gesellschaft sehr kompatibel. Doch nachdem die Sea-Watch-Kapit&auml;nin Carola Rackete in Italien festgenommen und unter Hausarrest gestellt wurde, erkl&auml;rte Bundesau&szlig;enminister Heiko Maas unmissverst&auml;ndlich, welches Urteil er nur zu akzeptieren bereit ist. &ldquo;Aus unserer Sicht kann am Ende eines rechtsstaatlichen Verfahrens nur die Freilassung von #CarolaRackete stehen&rdquo;, twitterte der Minister.<br>\nWarum dann noch ein Verfahren, wenn das Urteil schon feststeht? Auch Bundespr&auml;sident Steinmeier machte der italienischen Justiz klar, was er erwartet. &ldquo;Italien ist nicht irgendein Staat. Italien ist inmitten der Europ&auml;ischen Union, ist Gr&uuml;ndungsstaat der Europ&auml;ischen Union. Und deshalb d&uuml;rfen wir von einem Land wie Italien erwarten, dass man mit einem solchen Fall anders umgeht.&rdquo;<br>\n(&hellip;) Es gibt gute Gr&uuml;nde, gegen dieses Vorgehen der Justiz zu protestieren oder sich ihm m&ouml;glichst entgegenzustellen. Es sollte allerdings misstrauisch machen, wenn deutsche Politiker vom Bundesau&szlig;enminister bis zum Bundespr&auml;sidenten pl&ouml;tzlich den Spontispruch &ldquo;legal, illegal, schei&szlig;egal&rdquo; anstimmen, wenn es gerade in die politische Konjunktur passt&hellip;.<br>\nUnd da wird Italiens Innenminister Salvini als einflussreicher Exponent des rechten Modells ausgemacht. Rackete und die Migranten sind da eher Schachfiguren in diesem Spiel. Denn, wenn ihnen daran gelegen w&auml;re, dass den Menschen am Schiff schnell geholfen wird, h&auml;tte doch Deutschland sie aufnehmen k&ouml;nnen, als die Kapit&auml;nin tagelang um Hilfe bat. Das w&auml;re sicher im Interesse eines Gro&szlig;teils der Migranten gewesen, die lieber in Deutschland als in Italien leben wollen.<br>\nDoch Deutschland will daf&uuml;r sorgen, dass ein Gro&szlig;teil der Migranten dort bleiben muss, wo sie als erste im EU-Raum an Land gehen. Und das ist nun mal aus geografischen Gr&uuml;nden eher Italien als Deutschland.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Carola-Rackete-die-neue-Greta-Thunberg-4460116.html?seite=all\">Telepolis<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Pr&auml;zedenzfall WikiLeaks<\/strong><br>\nDer UN-Sonderberichterstatter Nils Melzer hat seine Position zum Fall Assange noch einmal klar gestellt &ndash; doch keine Zeitung wollte den Beitrag drucken<br>\nDer Sonderberichterstatter des Hochkommissariats f&uuml;r Menschenrechte bei den Vereinten Nationen, der Schweizer Nils Melzer, der zusammen mit zwei medizinischen Experten Julian Assange im Gef&auml;ngnis besuchen konnte, hatte in seinem Gutachten am 31. Mai 2019 von der massiven &ldquo;psychologischen Folter&rdquo; gesprochen, der Assange seit Jahren ausgesetzt werde und ein sofortiges Ende der &ldquo;kollektiven Verfolgung&rdquo; des Wikileaks-Gr&uuml;nders gefordert. &ldquo;In 20 Jahren Arbeit mit Opfern von Krieg, Gewalt und politischer Verfolgung&rdquo;, so Nils Melzer, &ldquo;habe ich noch nie erlebt, dass sich eine Gruppe demokratischer Staaten zusammenschlie&szlig;t, um ein einzelnes Individuum so lange Zeit und unter so geringer Ber&uuml;cksichtigung der Menschenw&uuml;rde und der Rechtsstaatlichkeit bewusst zu isolieren, zu verteufeln und zu missbrauchen&rdquo;.<br>\nKlarer und deutlicher als in dem Statement des UN-Folterexperten kann man kaum benennen, welchem menschenunw&uuml;rdigen Unrecht Julian Assange seit Jahren ausgesetzt ist, doch abgesehen von einigen alternativen Medien erregten diese Anklagen kein gr&ouml;&szlig;eres Aufsehen. Sie verschwanden sofort wieder aus den Nachrichten und der britische Au&szlig;enminister Jeremy Hunt verbat sich die &ldquo;hetzerischen Anschuldigungen&rdquo; des UN-Berichterstatters.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Praezedenzfall-WikiLeaks-4458012.html\">Mathias Br&ouml;ckers auf Telepolis<\/a>\n<p><strong>dazu: Power Versus the Press: The Extradition Cases of Pinochet &amp; Assange<\/strong><br>\nWith Julian Assange facing possible extradition from Britain to the U.S. for publishing classified secrets, Elizabeth Vos reflects on the parallel but divergent case of a notorious Chilean dictator.<br>\nEight months from now one of the most consequential extradition hearings in recent history will take place in Great Britain when a British court and the home secretary will determine whether WikiLeaks publisher Julian Assange will be extradited to the United States to face espionage charges for the crime of journalism. Twenty-one years ago, in another historic extradition case, Britain had to decide whether to send former Chilean dictator Augusto Pinochet to Spain for the crime of mass murder.<br>\nIn October 1998, Pinochet, whose regime became a byword for political killings, &ldquo;disappearances&rdquo; and torture, was arrested in London while there for medical treatment. A judge in Madrid, Baltasar Garz&oacute;n, sought his extradition in connection with the deaths of Spanish citizens in Chile. Citing the aging Pinochet&rsquo;s inability to stand trial, the United Kingdom in 2000 ultimately prevented him from being extradited to Spain where he would have faced prosecution for human rights abuses.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/consortiumnews.com\/2019\/06\/28\/power-versus-the-press-the-extradition-cases-of-pinochet-assange\/\">Consortium News<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Freihandel mit Folgen<\/strong><br>\nMit Applaus begr&uuml;&szlig;t die deutsche Exportindustrie die Einigung auf ein Freihandelsabkommen zwischen der EU und dem s&uuml;damerikanischen Staatenbund Mercosur. Das Abkommen, das Ende vergangener Woche nach 20 Jahre w&auml;hrenden Verhandlungen fertiggestellt wurde, senkt die Z&ouml;lle dramatisch, mit denen die vier Mitgliedstaaten des Mercosur, darunter Brasilien, bislang ihre Industrie sch&uuml;tzten. Es &ouml;ffnet die L&auml;nder damit f&uuml;r Exporteure aus der EU. Die EU-Kommission spricht von Zolleinsparungen in H&ouml;he von vier Milliarden Euro. Ein guter Teil davon wird den gr&ouml;&szlig;ten Mercosur-Lieferanten der EU, deutschen Unternehmen, zugutekommen. Umgekehrt &ouml;ffnet das Abkommen die Agrarm&auml;rkte der EU f&uuml;r die s&uuml;damerikanische Agrarindustrie &ndash; zum Schaden insbesondere franz&ouml;sischer und irischer Bauern. Tats&auml;chlich hat Berlin das Abkommen gegen Widerstand aus Paris durchgesetzt. Protest wird auch in S&uuml;damerika laut: Dort warnen Gewerkschaften vor einem &ldquo;Todesurteil&rdquo; f&uuml;r die einheimische Industrie und der Reduktion des Mercosur auf einen kolonialen Status als Rohstofflieferant der EU und Absatzmarkt f&uuml;r europ&auml;ische Konzerne.<br>\n(&hellip;) Die Hauptprofiteure<br>\nAuf Seiten der EU erhoffen sich von dem Abkommen vor allem Industrieunternehmen steigende Profite&hellip;<br>\nRohstofflieferant und Absatzmarkt<br>\n&hellip; Faktisch f&uuml;hrt dies aller Voraussicht nach zu einer St&auml;rkung der Rolle des Mercosur als Rohstoff- und Agrarlieferant der EU, w&auml;hrend gleichzeitig die Industrie des Mercosur &ndash; soweit vorhanden &ndash; unter wachsenden Konkurrenzdruck ger&auml;t. S&uuml;damerikanische Kritiker warnen bereits ausdr&uuml;cklich, das Freihandelsabkommen werde &ldquo;katastrophale Auswirkungen&rdquo; haben; es k&ouml;nne sich als &ldquo;Todesurteil f&uuml;r unsere Industrie&rdquo; erweisen, hei&szlig;t es in einer Erkl&auml;rung von insgesamt 20 Gewerkschaften aus den Mercosur-Staaten und Chile. Tats&auml;chlich ist die Vereinbarung geeignet, den Mercosur auf eine klassisch koloniale Stellung festzulegen &ndash; als Absatzmarkt f&uuml;r EU-Industrieprodukte und Lieferant von Rohstoffen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.german-foreign-policy.com\/news\/detail\/7982\/\">German Foreign Policy<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Marco Wenzel:<\/strong> CETA et cetera: Nun also ein Freihandelsabkommen mit Mercosur. Es geht aber nicht um freien Handel, es geht um die Interessen der Gro&szlig;konzerne.<\/em><\/p>\n<p><em>Venezuela wird boykottiert, mit Faschisten macht die neue EU Handelsvertr&auml;ge. Dass dieser Vertag gerade jetzt, wo der Faschist Bolsonaro Brasilien terrorisiert, nach 20 Jahren Verhandlung zustande gekommen ist, ist besonders traurig. Es sagt aber auch genug dar&uuml;ber, wem er n&uuml;tzt. Den Kleinbauern weder in Lateinamerika als auch in Europa bringt er jedenfalls nichts.<\/em><\/p>\n<p><em>Wer sich mehr f&uuml;r die Fleischwirtschaft Brasiliens, die damit verbundene Umweltzerst&ouml;rung, die Sklaverei-&auml;hnlichen Arbeitsbedingungen, die dort herrschen und wer davon profitiert interessiert, dem sei die Brosch&uuml;re &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.iatp.org\/sites\/default\/files\/2018-04\/final_zusammenfassung_De.pdf\">Die Fleischwirtschaft Brasiliens. Ausbeutung frisch auf den Tisch<\/a>&ldquo; empfohlen.<\/em><\/p>\n<p><strong>dazu: Bauernverband sieht Familienbetriebe durch Freihandelsabkommen bedroht<\/strong><br>\nInsbesondere Rindfleisch- und Gefl&uuml;gelz&uuml;chter und Zuckerbauern k&ouml;nnten betroffen sein: Am Entschluss der EU mit dem s&uuml;damerikanischen Staatenbund Mercosur die gr&ouml;&szlig;te Freihandelszone der Welt aufzubauen, hat der Deutsche Bauernverband scharfe Kritik ge&auml;u&szlig;ert.<br>\n&ldquo;Es ist nicht zu akzeptieren, dass die EU-Kommission diese v&ouml;llig unausgewogene Vereinbarung unterzeichnet&rdquo;, sagte Bauernpr&auml;sident Joachim Rukwied. Er forderte die Staats- und Regierungschefs und das Europ&auml;ische Parlament auf, die europ&auml;ischen Standards f&uuml;r Landwirtschaft und Lebensmittel zu sch&uuml;tzen. &ldquo;Die Landwirtschaft darf nicht zugunsten der Automobilindustrie geopfert werden.&rdquo;<br>\nUngleiche Anforderungen bei Umwelt- und Klimaschutz, beim Antibiotikaeinsatz und beim Pflanzenschutz sowie die fehlende ausreichende Absicherung des europ&auml;ischen Marktes w&uuml;rden zu einer dramatischen Wettbewerbsverzerrung f&uuml;hren. Das Abkommen gef&auml;hrde die Zukunft &ldquo;vieler b&auml;uerlicher Familienbetriebe, die unter den hohen europ&auml;ischen Standards wirtschaften&rdquo;.<br>\nDie politischen Verhandlungen zwischen der EU und den Mercosur-L&auml;ndern Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay waren am Freitagabend abgeschlossen worden. Sie liefen mit Unterbrechungen bereits seit dem Jahr 2000. &Uuml;ber das Abkommen sollen Z&ouml;lle und andere Handelshemmnisse abgebaut werden, um den Warenaustausch zu st&auml;rken und Unternehmen Kosteneinsparungen in Milliardenh&ouml;he zu bringen.<br>\nDurch das Abkommen w&uuml;rden aber auch die Nachhaltigkeitsziele der Bundesregierung aber konterkariert, kritisierte der Bauernpr&auml;sident. Er forderte die Staats- und Regierungschefs &ndash; auf, auf ein ausgewogenes Ergebnis hinzuwirken.<br>\nAblehnung kam auch von der Arbeitsgemeinschaft b&auml;uerliche Landwirtschaft. Sie lehne &ldquo;dieses unqualifizierte Freihandelsabkommen&rdquo; ab. &ldquo;Wir importieren aus diesen L&auml;ndern k&uuml;nftig nicht nur Rindfleisch, sondern die mit der stark industriellen Produktion verbundenen Klimasch&auml;den und menschenunw&uuml;rdigen Produktionsbedingungen&rdquo;, sagte die Handelsreferentin des Verbands, Berit Thomsen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/unternehmen\/mercosur-freihandelsabkommen-bedroht-laut-bauernverband-familienbetriebe-a-1274983.html\">SPON<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Man muss dies explizit aus der Perspektive des Umweltschutzes sehen. Eine immer wieder erhobene Forderung bez&uuml;glich einer &ouml;kologischen Landwirtschaft ist, prim&auml;r regionale Produkte zu kaufen um den Energieverbrauch beim Transport zu verringern aber auch um kleinen regionalen Anbietern den Vorrang zu geben und nicht der Agrarindustrie mit riesigen Monokulturen und deren negativen Auswirkungen auf die Umwelt etwa durch exzessiven Wasserverbrauch und Pestizideinsatz. In S&uuml;damerika dominiert das Agrarbusiness mit riesigen Farmen. Hier kommt ein weiterer Aspekt insbesondere in Brasilien hinzu, dort befindet sich der Gro&szlig;teil des landwirtschaftlich nutzbaren Bodens im Besitz weniger reicher Familien, die sich nicht scheuen Kleinbauern mit teils brutalen Methoden von ihrem Land zu vertreiben oder die Landarbeiter unter ausbeuterischen Bedingungen zu besch&auml;ftigen. Eine Landreform ist seitjeher eine Forderung der politischen Linken in Brasilien. Es ist sicher keine &Uuml;berraschung, dass die Gro&szlig;grundbesitzer nat&uuml;rlich den Faschisten Bolsonaro unterst&uuml;tzen. Das alles spielt f&uuml;r die EU keine Rolle.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Wenn ein Terroranschlag nicht aufgekl&auml;rt werden soll<\/strong><br>\nAmri-Ben Ammar-Komplex: Im Untersuchungsausschuss des Bundestages pr&auml;sentieren sich ranghohe Staatsanw&auml;lte als Bremser und Strafvereiteler<br>\nDer Verdacht beginnt sich zur Gewissheit zu verdichten: Die Hintergr&uuml;nde des Anschlages auf den Weihnachtsmarkt in Berlin am 19. Dezember 2016, der zw&ouml;lf Menschen das Leben kostete und Dutzende verletzte, sollen nicht aufgekl&auml;rt werden. Anders sind die j&uuml;ngsten Auftritte zweier hochrangiger Zeugen vor dem parlamentarischen Untersuchungsausschuss (PUA) des Bundestages nicht zu interpretieren: ein Oberstaatsanwalt der Bundesanwaltschaft in Karlsruhe und der stellvertretende Generalstaatsanwalt von Berlin.<br>\nKlar wird au&szlig;erdem: Die Abschiebung des Amri-Freundes Ben Ammar geschah auf Gehei&szlig; von zwei Bundesministerien. Es ist wie ein Anschlag nach dem Anschlag. Und die Frage ist, seit wann die Politik im Terrorkomplex Amri-Ben Ammar die Finger im Spiel hatte. Schon vor dem Anschlag?<br>\nDie Abschiebung des Tatverd&auml;chtigen Tunesiers Bilel Ben Ammar sechs Wochen nach der Tat ist ein Schl&uuml;sselereignis. Und zwar deshalb, weil diese mutwillige politisch motivierte Aktion nicht mit den entschuldigend vorgebrachten Erkl&auml;rungen der Sicherheitsbeh&ouml;rden kompatibel ist, man habe die Gef&auml;hrlichkeit des sp&auml;teren &ndash; mutma&szlig;lichen &ndash; Attent&auml;ters Anis Amri falsch eingesch&auml;tzt. Wenn das so war, warum l&auml;sst man dann nach dem Anschlag wieder einen Verd&auml;chtigen gehen? Im Fall Ben Ammar wurde nicht etwa geirrt, sondern absichtsvoll gehandelt. Also auch im Fall Amri?<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Wenn-ein-Terroranschlag-nicht-aufgeklaert-werden-soll-4458025.html\">Telepolis<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Tag der Bundeswehr in Pfullendorf &ndash; ein R&uuml;ckblick<\/strong><br>\nAm Tag der Bundeswehr (TdB) in Pfullendorf am 15. Juni 2019 &ouml;ffnete das Ausbildungszentrum Spezielle Operationen der Bundeswehr seine T&uuml;ren, um f&uuml;r Bundeswehr und Auslandseins&auml;tze zu werben. Zuvor hingen die St&auml;dte &uuml;ber Wochen voll mit makaberster Werbung der deutschen Armee. Erwartet wurden 20.000 Besucher*innen &ndash; letztendlich verirrten sich &bdquo;nur&ldquo; 12.500 in die Kaserne in Pfullendorf.<br>\nZum Programm, das die Bundeswehr vorbereitet hatte, geh&ouml;rte auch ein Milit&auml;rkonzert des Heeresmusikkorps Ulm, eine H&uuml;pfburg, Feldpost schreiben, eine dynamische Vorf&uuml;hrung des Kommando Spezialkr&auml;fte (KSK) und Fallschirmspringen. Interessant dabei: Das gesamte Programm wurde so gestaltet, dass es vor allem auf Kinder m&ouml;glichst ansprechend wirken sollte. Kinder wurden sogar mit &bdquo;Hallo liebe Kinder, hallo liebe Besucher&ldquo; explizit angesprochen. Immer wieder waren Kinder zu sehen, die auf Panzern kletterten. So verankert sich eine Normalisierung und Verharmlosung von Krieg und Milit&auml;r schon im Kindesalter und ebnet den Weg f&uuml;r eine sp&auml;tere &bdquo;Karriere&ldquo; als Soldat*in, wie auch das Offene Treffen gegen Krieg und Militarisierung Stuttgart, das sich an Protesten gegen den TdB beteiligte, kritisiert<br>\nProtest<br>\nDas B&uuml;ndnis &bdquo;Keinen Tag der Bundeswehr&ldquo;, an dem sich neben elf weiteren Gruppen auch die IMI beteiligte, rief zu einer Kundgebung vor den Kasernentoren auf. Dem Aufruf folgten etwa 50 Demonstrierende&hellip;<br>\nGewaltbereitschaft und rechte Bez&uuml;ge<br>\nDie Friedensaktivist*innen waren best&uuml;rzt &uuml;ber die Gewaltbereitschaft, die ihnen teilweise seitens der Besucher*innen entgegenschlug. So wurde beispielsweise eine vierk&ouml;pfige Gruppe, die ein Transparent mit der Aufschrift &bdquo;No war&ldquo; zeigte, von mehreren Besuchern*innen k&ouml;rperlich angegriffen. Die Aktivist*innen wurden gew&uuml;rgt, geschubst und gekniffen, sie erlitten Prellungen&hellip;<br>\nErfolg f&uuml;r die Friedensbewegung<br>\nDas B&uuml;ndnis, das zu den Protesten gegen den TdB aufgerufen hatte, verbucht den Tag dennoch als Erfolg. Gerade die genannten Vorf&auml;lle verdeutlichen, dass es wichtig ist, die Bundeswehr nicht ungest&ouml;rt agieren zu lassen, sondern der Normalisierung von Milit&auml;r und rechtem Gedankengut entgegenzuwirken&hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.imi-online.de\/2019\/06\/28\/tag-der-bundeswehr-in-pfullendorf-ein-rueckblick\/\">imi<\/a>\n<p><strong>dazu: Kampf um die Jugend<\/strong><br>\nSchul-Referate, Karriere-St&auml;nde, Web-Serien: Mit gro&szlig;em Aufwand bem&uuml;ht sich die Bundeswehr um die Zielgruppe der Unter-18-J&auml;hrigen. Ist das legitim? Oder handelt es sich um Schleichwerbung unter dem Deckmantel sachlicher Informationsarbeit?<br>\n(&hellip;) Die Gewerkschafterin Ilka Hoffmann ist Vorstandsmitglied der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). Und sie hat eine klare Meinung. &bdquo;Viel zu viele staatliche Gelder werden f&uuml;r die Rekrutierung ausgegeben.&ldquo; Allein im Grundschulbereich fehlten in Deutschland 25.000 Lehrkr&auml;fte, im Pflege- und Sozialbereich noch einmal deutlich mehr. &bdquo;Dort wird jeder Mensch gebraucht, aber die Bundeswehr investiert 35 Millionen Euro in Werbespots&ldquo;, echauffiert sich Hoffmann.<br>\nIhr Hauptkritikpunkt: Junge Menschen seien besonders empf&auml;nglich f&uuml;r markige Spr&uuml;che. &bdquo;Dabei ist die Bundeswehr eben kein Arbeitgeber wie jeder andere. Wir reden von einem Arbeitsumfeld, in dem man lernt, Menschen zu t&ouml;ten.&ldquo; Diese Kontroverse komme bei den Unterrichtsbesuchen viel zu kurz&hellip;<br>\nIn Schulen in Baden-W&uuml;rttemberg wurden Jugendoffiziere im vergangenen Jahr 538 Mal vorstellig (in Gesamtdeutschland gab es etwa 4300 Vortr&auml;ge)&hellip;<br>\nIlka Hoffmann hingegen findet: &bdquo;Das ist keine politische Bildung, wenn eine Organisation f&uuml;r sich selbst spricht.&ldquo; Besonders st&ouml;rt sie, dass auch Unter-18-J&auml;hrige dienen d&uuml;rfen. Im Jahr 2018 waren von 20.012 eingestellten Soldatinnen und Soldaten 1.679 minderj&auml;hrig. &bdquo;Das ist nicht vereinbar mit der UN-Kinderrechtskonvention, der sich Deutschland verpflichtet hat&ldquo;, so Hoffmann. Gemeinsam mit dem Kinderhilfswerk &bdquo;Terre des hommes&ldquo; hat die GEW eine Kampagne gestartet, mit der sie die Bundesregierung unter Druck setzen m&ouml;chte (&bdquo;Unter 18 nie&ldquo;)&hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.kontextwochenzeitung.de\/gesellschaft\/430\/kampf-um-die-jugend-6009.html\">Kontext<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Deutschland, Du armes Land der Reichen<\/strong><br>\nIch war schon drei Tage unterwegs und hatte mich oft dar&uuml;ber gewundert, was alles nicht klappen kann, wenn man in Deutschland mit der Bahn f&auml;hrt, und was denen, die es in ihrem Land dennoch tun, zugemutet werden darf, ohne dass es zum t&auml;glichen Aufstand k&auml;me. Im ersten Zug fielen blo&szlig; die digitalen Reservierungen und Informationen aus, der zweite war daf&uuml;r gleich ersatzlos gestrichen. Von den Anschlussz&uuml;gen erwischte ich mindestens einen von dreien nicht, daf&uuml;r bin ich &ndash; mit meinen 65 Jahren kein hinf&auml;lliger Greis, aber doch &uuml;ber das Tramperalter hinaus &ndash; einmal inmitten von Anzugtr&auml;gern, die konzentriert an ihren aufgeklappten Laptops arbeiteten, auf dem Boden gesessen. Das Merkw&uuml;rdigste war, dass ich von den Leuten, die auf den Bahnh&ouml;fen desinformiert herumirrten oder vor defekten Toiletten der Z&uuml;ge standen, kaum ein Wort der Emp&ouml;rung h&ouml;rte. [&hellip;]<br>\nNach und nach begriff ich, dass die meisten Reisenden das, was sie an Unbill erlebten, nicht f&uuml;r den skandal&ouml;sen Einzelfall hielten, sondern f&uuml;r etwas, mit dem man als Zugreisender in der &Auml;ra des digitalen Fortschritts eben zu rechnen habe. Sie schienen keine Erinnerung mehr daran zu besitzen, dass diese Form der Fortbewegung einmal auch etwas anderes bedeutet hatte. Zum Beispiel, dass man seine Uhr sprichw&ouml;rtlich nach der Eisenbahn stellen konnte!<br>\nVor Jahren haben der Schriftsteller Martin Pollack und ich eine Anthologie mit literarischen Texten &uuml;ber Galizien herausgegeben. Als Titel w&auml;hlten wir &ldquo;Das reiche Land der armen Leute&rdquo;, weil das alte Galizien reich an Bodensch&auml;tzen und landwirtschaftlichen Nutzfl&auml;chen, aber seine Bev&ouml;lkerung dennoch bettelarm war. Mit Deutschland, kommt mir vor, verh&auml;lt es sich heute umgekehrt, es ist ein &ldquo;armes Land der reichen Leute&rdquo; geworden, denn das reichste Deutschland, das es jemals gegeben hat, l&auml;sst seine Infrastruktur vor den Augen aller verfallen, wie man es sich zu schlechteren Zeiten nicht h&auml;tte vorstellen k&ouml;nnen. Da mag notorisch dar&uuml;ber geklagt werden, dass der Sozialstaat in den B&uuml;rgern ein Anspruchsdenken habe wachsen lassen, das der Staat finanziell einfach nicht mehr befriedigen k&ouml;nne. In Wahrheit verh&auml;lt es sich oft gerade umgekehrt, haben die Leute doch vergessen, worauf sie fr&uuml;her einen selbstverst&auml;ndlichen Anspruch besa&szlig;en!<br>\nIch bin wahrlich nicht der Erste, der das sagt, aber habe es erst jetzt als staunender Besucher aus der Nachbarschaft in all seiner Drastik wahrgenommen: Dass es n&auml;mlich nicht nur Menschen gibt, die &uuml;ber ihre Verh&auml;ltnisse leben, sondern auch Staaten, die unter ihren Verh&auml;ltnissen wirtschaften. Der deutsche Verkehrsminister und der Vorsitzende der Bahn haben angek&uuml;ndigt, dass diese bis 2030 die Zahl der bef&ouml;rderten Fahrg&auml;ste verdoppeln werde. Nach Lage der Dinge ist das eine gef&auml;hrliche Drohung.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/karl-markus-gauss-bahn-verspaetung-marode-infrastruktur-1.4501812\">S&uuml;ddeutsche<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Treffend bemerkt, Deutschland ist ein Land, das unter seinen wirtschaftlichen Verh&auml;ltnissen lebt. Im Namen des neoliberalen Dogmas der &ldquo;schwarzen Null&rdquo; l&auml;sst man die Infrastruktur des Landes sehenden Auges verfallen. Verantwortung tragen daf&uuml;r Politiker wie der Finanzminister Olaf Scholz (SPD), der sich in der Rolle des blinden Vollstreckers der neoliberalen Ideologie gef&auml;llt.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Propagandakracher &bdquo;Schuldenl&uuml;ge&ldquo; DDR war moralisch bankrott, aber nicht pleite<\/strong><br>\nDie Kanzlerin klagte k&uuml;rzlich in der Fragestunde des Bundestages, zu wenige Menschen w&uuml;rden sich an die schonungslose Analyse des DDR-Systems durch G&uuml;nter Mittag erinnern. G&uuml;nter Mittag? Da brachte die alleswissende Kanzlerin einiges durcheinander, obwohl sie sich doch mit dem Ende der DDR auskennen m&uuml;sste. Es ging um den Wunsch der Linken, das Treiben der Treuhand in einem Untersuchungsausschuss zu untersuchen, was der in Treuhandzeiten aktiven Politikerin Merkel nicht gefallen kann. Diese Aufarbeitung will sie nicht.<br>\nTats&auml;chlich gab es diese schonungslose, ersch&uuml;tternd klare Analyse. Aber sie kam von Gerhard Sch&uuml;rer, dem Chef der Staatlichen Plankommission, zu einem Zeitpunkt, als der steinerne Wirtschafts-Politb&uuml;ronik Mittag samt Chef Erich Honecker hinweggefegt waren. [&hellip;]<br>\nDie DDR-Bev&ouml;lkerung erfuhr von alldem nichts, doch das brisante Papier gelangte aus dem hochvertraulichen Kreis in den Westen. Als die seit Mitte November 1989 amtierende DDR-Regierung Modrow\/Luft im Februar 1990 zu Verhandlungen mit Bundeskanzler Kohl nach Bonn reiste, wedelte man dort mit dem Dokument (das die Ost-Delegation nach eigenem Bekunden nicht kannte) und begr&uuml;ndete mit den Zahlen die knallharte Position: Ihr seid pleite! Es gibt nichts zu verhandeln. Geld gibt es schon gar nicht.<br>\nAber traf das zu? Die DDR war politisch bankrott, aber war sie auch finanziell pleite? Zahlungs- und handlungsunf&auml;hig? Die Zeitzeugen und seinerzeit unmittelbar Beteiligten, die k&uuml;rzlich im Erz&auml;hlsalon des Verlages Rohnstock Biografien zum Thema &bdquo;Schuldenl&uuml;ge&ldquo; sprachen, sagten eindeutig: So war das nicht! Sie setzen der g&auml;ngigen Geschichtsversion ihre eigene entgegen. Gut begr&uuml;ndet. Sie haben die Bundesbank und andere West-Institutionen auf ihrer Seite, die das rituell verbreitete Schuldenm&auml;rchen l&auml;ngst korrigiert haben. Doch die Wahrheit dringt nicht durch.<br>\nWalter Siegert, 1990 Finanzminister der Modrow-Regierung, einer der Rohnstock-G&auml;ste, zitierte die Bundesbankberichte, die den DDR-Schuldenstand Ende der 1990er-Jahre aus der Drama-Ecke herausgeholt hatten: Als nachgerechnet war, blieben von den im Sch&uuml;rer-Papier angef&uuml;hrte 49 Milliarden Valutamark Schulden, die das Sch&uuml;rer-Papier anf&uuml;hrte, noch 19 Milliarden &uuml;brig. Dieser Summe standen Guthaben entgegen, die die DDR in Entwicklungsl&auml;ndern hatte. So habe die DDR auch diese 19 Milliarden noch bezahlt, bilanzierte Siegert. [&hellip;]<br>\nAus Sicht des Wirtschaftshistoriker Prof. J&ouml;rg Roesler eignete sich das Sch&uuml;rer-Papier nach der Vereinigung als propagandistischer Kracher, denn die Abfolge wirtschaftlicher Fehlentscheidungen hatte in den Jahren 1990\/91 ja tats&auml;chlich zu einem Absturz der DDR-Wirtschaft gef&uuml;hrt. Der Pleite-Mythos half nun, auf den politisch geeigneten Schuldigen zu zeigen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/berlin\/propagandakracher--schuldenluege--ddr-war-moralisch-bankrott--aber-nicht-pleite-32798544\">Berliner Zeitung<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Die Sozialdemokratie hat ihre Aufgabe erf&uuml;llt. &ndash; Ein Nachruf auf die SPD<\/strong><br>\nSozialdemokratisches ist l&auml;ngst nicht mehr das Monopol der Sozialdemokratie. Es ist Allgemeingut. Aber was heisst das f&uuml;r eine Partei wie die SPD?<br>\nSozialdemokratismus, verstanden als verwirklichter und sich st&auml;ndig weiterentwickelnder Wohlfahrtsstaat (nicht zu verwechseln mit dem Paradies), ist in Deutschland sowie im politisch westlichen Europa gelebter Alltag und geh&ouml;rt zur unumstrittenen Basis fast aller Parteien. Die SPD hat also ihre historische Mission erf&uuml;llt. Deshalb stirbt sie ab.<br>\nSeit je konzentrierte sich die Sozialdemokratie aufs materielle Wohl der Menschen. Zun&auml;chst der Menschen &laquo;ganz unten&raquo;, dann, als Volkspartei, &laquo;der&raquo; Gesellschaft&raquo;. Seit den sp&auml;ten 1960er Jahren sind die meisten westeurop&auml;ischen Gesellschaften materiell weitgehend zufriedengestellt. Postmaterialistisches bekam immer mehr Gewicht, und diese Entwicklung entzog der Sozialdemokratie strukturell den Boden unter den F&uuml;ssen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.nzz.ch\/feuilleton\/aufgabe-erfuellt-ein-nachruf-auf-die-spd-ld.1491466\">NZZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Albrecht M&uuml;ller:<\/strong> Dieser Artikel des deutschen Professors Michael Wolffsohn in der Neuen Z&uuml;rcher Zeitung ist in mehrerer Hinsicht interessant:<\/em><\/p>\n<p><em>Da verbreitet ein vom Steuerzahler ausgehaltener Professor die in einer gro&szlig;en langfristigen Kampagne vermittelte M&auml;r, unsere Gesellschaft sei sozialdemokratisiert und deshalb sei der Job der Sozialdemokratie erledigt.<\/em><\/p>\n<p><em>Dazu muss dieser Professor behaupten, Sozialdemokratismus, verstanden als verwirklichter Wohlfahrtsstaat sei gelebter Alltag. Die meisten westeurop&auml;ischen Gesellschaften seien materiell weitgehend zufriedengestellt. Daraus lernen wir, dass ein deutscher Professor offensichtlich keine Ahnung von der Realit&auml;t eines Gro&szlig;teils der Jugendlichen und jungen Erwachsenen hat, die sich mit unsicheren Arbeitsvertr&auml;gen und befristeten Arbeitsvertr&auml;gen herumzuschlagen haben. Vielleicht wei&szlig; der Professor das nicht, weil er an einer Bundeswehr-Hochschule t&auml;tig war. Besonders abstrus ist diese Unterstellung angesichts der Situation vieler lohnabh&auml;ngig arbeitenden Menschen in anderen westeurop&auml;ischen Gesellschaften, in den ost- und s&uuml;dosteurop&auml;ischen und s&uuml;dlichen Gesellschaften sowieso. Hohe Jugendarbeitslosigkeit und Perspektivlosigkeit kennzeichnet viele V&ouml;lker, die zur Europ&auml;ischen Union geh&ouml;ren. Vielleicht schaut sich der Herr Professor mal <a href=\"https:\/\/www.3sat.de\/dokumentation\/reise\/kritisch-reisen-kroatien-dokreise-102.html\">diesen 3sat Film<\/a> an. Dort, in den meisten L&auml;ndern des Ostens, des S&uuml;dostens und des S&uuml;dens Europas wie auch in Deutschland w&auml;re f&uuml;r eine richtige Sozialdemokratie noch ausgesprochen viel zu tun.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>#Freitag13: Hochschul-Industrie<\/strong><br>\nWarum haben wir Unis, Hochschulen und ihre Sub-Unternehmer f&uuml;r den Schwarzen Freitag am 13. September 2019 nominiert?<br>\nHochschul-Industrie: Schluss mit der Niedrigl&ouml;hnerei!<br>\nStudentische Hilfskr&auml;fte werden als Lehrkr&auml;fte, als Tutorinnen (die Klausuren korrigieren), in der Forschung, in der Verwaltung von Projekten (inklusive &Ouml;ffentlichkeitsarbeit, Social Media, Veranstaltungsorgane), in Sekretariaten, im IT-Bereich und als ungenannte Hilfs-Rechercheure f&uuml;r ihre ProfessorInnen eingesetzt. Die Arbeitsvertr&auml;ge sind befristet. Kettenbefristungen k&ouml;nnen bis zu 6 Jahren laufen: Auch dieses Arbeitsunrecht ist verrechtlicht, nicht in einem der vier Hartz-Gesetze, sondern im Wissenschafts-Zeitvertrags-Gesetz&hellip;<br>\n(&hellip;) Erpressbar<br>\nZwei Drittel der Studierenden (68 Prozent) sind auf einen Nebenjob angewiesen. Da ist ein Nebenjob an der Hochschule mehrfach attraktiv: Der hat (hoffentlich) mit dem Studieninhalt zu tun, man ist mit anderen Studierenden oder auch mal mit dem Professor zusammen, und: kein Extraweg!<br>\nDas macht aber zugleich erpressbar. Die Niedrigl&ouml;hne werden hingenommen. Da werden schon mal &Uuml;berstunden gemacht, wenn es eilig ist, auch wenn sie nicht bezahlt werden. Und wer verklagt notfalls den eigenen Professor oder die eigene Professorin?&hellip;<br>\nKosteng&uuml;nstiger Universit&auml;tsbetrieb<br>\nDie neoliberale Gewinnschinderei hat l&auml;ngst auch die Hochschulen erfasst. Konzerne, auch die Bundeswehr und das US-Pentagon finanzieren Forschungen (deren Ergebnisse geheim bleiben). Konzerne wie Deutsche Bank, die Energie- und Versicherungskonzerne finanzieren allein in Deutschland hunderte von Stiftungs-Lehrst&uuml;hlen und Institute im Bereich Energie, Finanzen, Materialwirtschaft, K&uuml;nstliche Intelligenz u.&auml;. Sie wollen zeit- und ortsnah das wissenschaftliche Potential billig absch&ouml;pfen&hellip;<br>\n(&hellip;) Streiken n&uuml;tzt! Mehr davon!<br>\nWenn der Betrieb der Hochschulen schon so abh&auml;ngig geworden ist von den immer mehr Hilfskr&auml;ften, dann haben die auch eine wachsende Macht, eigentlich. Man muss sich nur zusammentun.<br>\nDer gro&szlig;e Streik an der Berliner Hochschulen im Jahre 2018, auch unterst&uuml;tzt von der Bildungsgewerkschaft GEW, hatte Erfolg. Die zeitlich unbegrenzte Besetzung des Audimax der TU Berlin geh&ouml;rte zu den Ma&szlig;nahmen. &bdquo;Revolution first, studies second &ndash; Streik jetzt&ldquo; und &bdquo;Lernfabriken meutern&ldquo; und &bdquo;Mitbestimmung statt Ausbeutung&ldquo; waren die Parolen.<br>\nOnline-Voting #Freitag13: <a href=\"https:\/\/aktion.arbeitsunrecht.de\/schwarzer-freitag\">&gt;&gt; Zur Abstimmung<\/a><br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/aktion.arbeitsunrecht.de\/es\/freitag13-unis\">Aktion Arbeitsunrecht<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Werner R&uuml;gemer:<\/strong> Unsere Aktion gegen arbeitsunrecht schl&auml;gt damit vor, die Ausnutzung der 400.000 studentischen und der 40.000 wissenschaftlichen Hilfskr&auml;fte an den Hochschulen in Deutschland anzuprangern. Das soll konzentriert am Kampagnentag &ldquo;Schwarzer Freitag der 13.&rdquo; am 13. September 2019 geschehen, in Zusammenarbeit mit studentischen Initiativen in m&ouml;glichst vielen St&auml;dten.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Zu guter Letzt: Lange Partynacht: Anwohner von McKinsey-Zentrale beklagen sich &uuml;ber Ruhest&ouml;rung<\/strong><br>\nD&uuml;sseldorf (dpo) &ndash; Was war da denn los? Die D&uuml;sseldorfer Polizei hat in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch mehrere Anrufe w&uuml;tender Anwohner erhalten, die sich &uuml;ber lauten Partyl&auml;rm aus der Deutschland-Zentrale des Beratungsunternehmens McKinsey beschwerten. Die Polizei musste mehrfach anr&uuml;cken.<br>\n&ldquo;Das ging so kurz nach 19 Uhr los&rdquo;, erz&auml;hlt ein Anwohner. &ldquo;Das wei&szlig; ich ziemlich genau. Ich hab da n&auml;mlich gerade auf mein Handy geschaut, weil ich eine Spiegel-Eilmeldung reinbekommen habe, dass Ursula von der Leyen als EU-Kommissionspr&auml;sidentin nach Br&uuml;ssel gehen soll. Und genau in dem Moment h&ouml;re ich da so ein Ploppen und bei mir ist sogar ein Champagnerkorken in den Garten geflogen.&rdquo;<br>\nZeugen berichten von lauter Musik, Geschrei und Sprechch&ouml;ren. &ldquo;Die ganze Nacht lang skandierten die immer wieder &lsquo;UR-SU-LA! UR-SU-LA!&rsquo; oder &lsquo;E-U-GEL-DER! E-U-GEL-DER!&rsquo;&rdquo;, klagt eine weitere Anwohnerin. &ldquo;Ich habe die ganze Nacht kein Auge zubekommen. Ich will gar nicht wissen, wie viel die gekokst haben m&uuml;ssen.&rdquo; [&hellip;]<br>\nDie Ereignisse in D&uuml;sseldorf waren dabei deutschlandweit nicht der einzige Fall extremer Ruhest&ouml;rung: Auch die Anwohner zahlreicher Bundeswehr-Kasernen beklagten sich &uuml;ber lang anhaltenden Partyl&auml;rm.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.der-postillon.com\/2019\/07\/mckinsey-party-von-der-leyen.html\">Der Postillon<\/a>\n<\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Wochenende pr&auml;sentieren wir Ihnen einen &Uuml;berblick &uuml;ber die lesenswertesten Beitr&auml;ge, die wir im Laufe der vergangenen Woche in unseren Hinweisen des Tages f&uuml;r Sie gesammelt haben. Nehmen Sie sich ruhig auch die Zeit, unsere werkt&auml;gliche Auswahl der <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?cat=19\">Hinweise des Tages<\/a> anzuschauen. 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