{"id":53202,"date":"2019-07-09T08:18:29","date_gmt":"2019-07-09T06:18:29","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=53202"},"modified":"2019-07-09T08:18:29","modified_gmt":"2019-07-09T06:18:29","slug":"hinweise-des-tages-3402","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=53202","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (JK\/JB)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=53202#h01\">Folter gegen Julian Assange<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=53202#h02\">US-St&ouml;rfeuer in Berlin &ndash; Warum Washington deutsche Soldaten in Syrien will<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=53202#h03\">Griechenland<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=53202#h04\">&bdquo;Arrogante&ldquo; Politik auf Lasten der Armen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=53202#h05\">Sahra Wagenknecht: &bdquo;Mir geht es gesundheitlich jetzt viel besser&ldquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=53202#h06\">Stoppt das Handelsabkommen EU-Mercosur<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=53202#h07\">Kein reines Ost-West-Problem<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=53202#h08\">Wohnungslos &ndash; Wenn Familien kein Zuhause haben<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=53202#h09\">Brandbrief aus der Banlieue<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=53202#h10\">Von der neoliberalen Scholastik zur emanzipierten Gesellschaft<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=53202#h11\">Noam Chomsky: Trump Is Consolidating Far-Right Power Globally<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=53202#h12\">Bedrohliche Sicherheit<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=53202#h13\">So war der Frauenstreik<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=53202#h14\">&bdquo;Frei, fair und lebendig&ldquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=53202#h15\">&ldquo;Wir m&uuml;ssen reden&rdquo;: Keine Chance f&uuml;r russisch-ukrainischen Dialog in der Ukraine<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=53202#h16\">Russland und seine Nachbarn: Peitsche statt Zuckerbrot<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten,  dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Folter gegen Julian Assange<\/strong><br>\nDer UN-Sonderberichterstatter &uuml;ber Folter hat Assange in der Haft besucht und einen alarmierenden Bericht &uuml;ber dessen Gesundheitszustand gegeben. Der 48-J&auml;hrige weise massive Angstst&ouml;rungen auf und habe dramatisch an Gewicht verloren.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.daserste.de\/information\/wissen-kultur\/ttt\/videos\/folter-assange-video-100.html\">titel thesen temperamente<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>US-St&ouml;rfeuer in Berlin &ndash; Warum Washington deutsche Soldaten in Syrien will<\/strong><br>\nDeutsche Bodentruppen sollen US-Soldaten in Syrien ersetzen, die sich dort v&ouml;lkerrechtswidrig aufhalten. Das w&uuml;nscht die US-Administration unter Pr&auml;sident Donald Trump. Berlin hat vorerst &bdquo;Nein&ldquo; gesagt und meint, die deutsche Beteiligung an der Anti-IS-Koalition reicht. Doch was steckt hinter dem wiederholt vorgetragenen US-Wunsch?<br>\nDer US-Sonderbotschafter f&uuml;r Syrien, James Jeffrey, hat die Bundesregierung aufgefordert, deutsche Soldaten nach Syrien zu senden. &bdquo;Wir wollen von Deutschland Bodentruppen, um unsere Soldaten teilweise zu ersetzen&ldquo;, wird Jeffrey in der Zeitung &bdquo;Welt am Sonntag&ldquo; vom 7. Juli zitiert. Mehr Entwicklungshilfe, mehr milit&auml;rische Unterst&uuml;tzung &ndash; die USA hofften &bdquo;dass die Deutschen mehr machen werden.&ldquo;<br>\nEs gehe nicht um einen Kampfeinsatz, aber &bdquo;die Soldaten m&uuml;ssen bereit sein sich zu verteidigen&ldquo;, so Jeffrey. &bdquo;Sie haben auch Maschinengewehre und Panzerf&auml;uste und so weiter.&ldquo; Die offensiven Kampfeinheiten werden aber von syrischen Kr&auml;ften gestellt. Es gehe auch nicht um den Sturz des syrischen Pr&auml;sidenten Bashar al Assad, aber &bdquo;man  braucht eine bestimmte internationale Pr&auml;senz, um die Luftunterst&uuml;tzung sicherzustellen, f&uuml;r Logistik, Ausbildung und technische Hilfe&ldquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/de.sputniknews.com\/politik\/20190708325401922-us-forderung-bundeswehr-syrien-einmarsch\/\">Sputnik<\/a>\n<p><em>Zu diesem Thema folgt auf den NachDenkSeiten kurz nach den Hinweisen des Tages ein Kommentar von Willy Wimmer.<\/em><\/p>\n<p><strong>dazu: CDU-Experte schlie&szlig;t Bodentruppen nicht aus<\/strong><br>\nDie USA fordern von der Bundesrepublik, im Kampf gegen den IS auch Bodentruppen einzusetzen. Gr&uuml;ne und Linke sind klar dagegen, CDU-Politiker Wadephul will die Bitte dagegen sogf&auml;ltig pr&uuml;fen. Das k&ouml;nnte f&uuml;r Krach in der Koalition sorgen.<br>\nDer stellvertretende CDU\/CSU-Fraktionschef Johann Wadephul hat sich f&uuml;r eine sorgf&auml;ltige Pr&uuml;fung der US-Bitte um deutsche Bodentruppen f&uuml;r Syrien ausgesprochen. Die Anfrage d&uuml;rfe &ldquo;nicht reflexartig zur&uuml;ckgewiesen werden&rdquo;, sagte der CDU-Politiker der Deutschen Presse-Agentur (dpa). SPD, Gr&uuml;ne, FDP und Linke forderten dagegen, Washington eine klare Absage zu erteilen. &hellip;.<br>\nF&uuml;r die Koalition in Berlin d&uuml;rfte die Anfrage der Amerikaner trotzdem neuen Z&uuml;ndstoff bedeuten. Die SPD hadert bereits mit der Verl&auml;ngerung des &ldquo;Tornado&rdquo;-Einsatzes. &ldquo;Deutsche Bodentruppen in Syrien wird es mit uns nicht geben&rdquo;, twitterte nun Thorsten Sch&auml;fer-G&uuml;mbel, einer der drei kommissarischen SPD-Vorsitzenden. &ldquo;Ich sehe &uuml;brigens auch beim Koalitionspartner nicht, dass das gewollt w&uuml;rde&rdquo;, schrieb er.<br>\nCDU-Politiker Wadephul sprach sich daf&uuml;r aus, &ldquo;in jedem Fall&rdquo; zumindest diesen Einsatz fortzusetzen. &ldquo;In dieser Region geht es um unsere Sicherheit und nicht die amerikanische&rdquo;, betonte er. Der Au&szlig;en- und Verteidigungsexperte der Union wird als ein Kandidat f&uuml;r die Nachfolge von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen gehandelt, falls die CDU-Politikerin EU-Kommissionspr&auml;sidentin werden sollte.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/politik\/CDU-Experte-schliesst-Bodentruppen-nicht-aus-article21130768.html\">n-tv<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Dieser Herr Wadephul wird also als Nachfolger von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen gehandelt. Na dann, es ist s&uuml;&szlig; und ehrenvoll f&uuml;r das Vaterland zu sterben &hellip;.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Griechenland<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Griechenlands neuer Premier Mitsotakis will rasch einen &ldquo;schlanken Staat&rdquo;<\/strong><br>\nDer bisher regierende linke Alexis Tsipras war nach herben Verlusten bei der EU-Wahl in vorgezogene Neuwahlen gegangen. Die ND bekam nun knapp 40 Prozent der Stimmen, wird 158 der 300 Abgeordneten stellen und kann damit allein regieren. Denn das Wahlrecht sieht vor, dass die st&auml;rkste Partei einen Bonus von 50 Mandaten erh&auml;lt. Nicht nur die deutsche Kanzlerin Angela Merkel und EU-Ratspr&auml;sident Donald Tusk, sondern auch der t&uuml;rkische Pr&auml;sident Tayyip Erdogan gratulierten Mitsotakis.<br>\nDie bisher regierende Syriza schnitt mit 31,5 Prozent &uuml;berraschend gut ab. Ins Parlament einziehen werden auch die Sozialdemokraten (&ldquo;Kinal&rdquo;, 8,1 Prozent), die Kommunisten (5,3 Prozent), die rechtsextreme neue Partei &ldquo;Griechische L&ouml;sung&rdquo; (3,7 Prozent) und die linkspopulistische Partei von Ex-Finanzminister Yannis Varoufakis (3,5 Prozent).<br>\nMitsotakis will sofort die &Auml;rmel hochkrempeln. &ldquo;Heute beginnt die harte Arbeit. Ein schwieriger, aber sch&ouml;ner Kampf&rdquo;, sagte er. Er will die Immobiliensteuer um 30 Prozent senken, den K&ouml;rperschaftsteuersatz auf 20 Prozent und den Dividendensteuersatz auf f&uuml;nf Prozent dr&uuml;cken. Zudem sollen die Sozialversicherungsbeitr&auml;ge verringert werden. Diese Ma&szlig;nahmen k&ouml;nnten 2,6 Milliarden Euro pro Jahr kosten.<br>\nFinanzieren will Mitsotakis die Steuererleichterungen durch Einschnitte in der Verwaltung und mehr digitale &Uuml;berweisungen. Doch es bleibt offen, ob er die Wahlversprechen einhalten kann. Die internationalen Geldgeber wiesen am Montag sofort darauf hin, dass Griechenland weiterhin an den vereinbarten Budgetzielen festhalten muss. Der Prim&auml;r&uuml;berschuss von 3,5 Prozent sei &ldquo;Teil des Pakets&rdquo;, erkl&auml;rte ein hochrangiger Eurogruppenbeamter am Montag in Br&uuml;ssel. Bis 2022 muss jedes Jahr dieser Prim&auml;r&uuml;berschuss in der Kasse bleiben.<br>\nMitsotakis will durch Signale den Bonit&auml;tsstatus des Landes erh&ouml;hen, damit die Kreditzinsen fallen. Das Wahlergebnis sch&uuml;rte offenbar Hoffnung auf Reformen und ein rasches Wachstum. Die M&auml;rkte reagierten auf den Wahlsieg des Bankers. Der Athener Leitindex stieg auf ein Viereinhalb-Jahres-Hoch. Auch die Rendite f&uuml;r die Staatsanleihen fielen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.derstandard.at\/story\/2000106057005\/griechenlands-neuer-premier-mitsotakis-will-rasch-einen-schlanken-staat\">Standard<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Da fragt man sich was man nach dem Austerit&auml;tsdiktat der Troika noch verschlanken will? Aber mit der weiteren Durchsetzung der neoliberalen Agenda bekommt Herr Mitsotakis sicher keine Probleme mit Br&uuml;ssel und Berlin.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Angetreten, um Europa zu &uuml;berzeugen<\/strong><br>\nDie EU kann zufrieden sein: Mit Mitsotakis haben die Griechen einen Pro-Europ&auml;er gew&auml;hlt, der erst liefern und dann fordern will. Sein Erfolg h&auml;ngt aber auch von der EU ab.<br>\nAuf Mitsotakis ruht die griechische Hoffnung, Ordnung in das chaotische Land zu bringen. &ldquo;Alles riecht jetzt nach Normalit&auml;t&rdquo;, kommentierte ein politischer Analyst am Montag. Der Machtwechsel soll das Ende der zehnj&auml;hrigen Krise markieren, allerdings mit der Erkenntnis, dass Griechenland selbst auf die Beine kommen muss und nicht andere f&uuml;r die eigene Situation verantwortlich machen darf. Das hat Mitsotakis im Gegensatz zu Tsipras verstanden.<br>\nDie Gl&auml;ubiger des krisengesch&uuml;ttelten Landes, allen voran die Europ&auml;ische Union, d&uuml;rften zufrieden sein mit der griechischen Wahl. Der neue Premier ist ein &uuml;berzeugter Europ&auml;er, ebenso wie seine Partei schon immer dezidiert proeurop&auml;isch war. Nichtsdestotrotz m&uuml;ssen sich die Gl&auml;ubiger auf Verhandlungen mit Griechenland einstellen. Mitsotakis will die harten Auflagen f&uuml;r das Land mittelfristig lockern, weil er der Ansicht ist, dass sie jedes m&ouml;gliche Wirtschaftswachstum ersticken. Diese Meinung teilt er mit etliche internationalen &Ouml;konomen und auch dem Internationalen W&auml;hrungsfonds.<br>\nAllerdings will Mitsotakis nicht wie Tsipras erst fordern und dann liefern, sondern umgekehrt. Er verspricht, zun&auml;chst die B&uuml;rokratie zu entschlacken, um Investitionen zu erleichtern, sowie die Unternehmenssteuern zu senken. Greifen diese Ma&szlig;nahmen und nimmt die Wirtschaft an Fahrt auf, will er &uuml;ber die Anforderung der Gl&auml;ubiger verhandeln und den verlangten Haushalts&uuml;berschuss des Landes von 3,5 Prozent auf 2,5 Prozent senken. &ldquo;Die hohen &Uuml;bersch&uuml;sse bremsen das Wachstum&rdquo;, sagt er, und: &ldquo;Wenn die Gl&auml;ubiger sehen, dass unsere Wachstumspolitik Erfolg hat, k&ouml;nnen wir &uuml;ber eine Reduzierung der &Uuml;bersch&uuml;sse reden.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.zdf.de\/nachrichten\/heute\/machtwechsel-in-griechenland-angetreten-um-europa-zu-ueberzeugen-100.html\">ZDF<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Die Griechen haben einen &bdquo;Pro-Europ&auml;er&ldquo; gew&auml;hlt, dessen Partei schon immer &bdquo;pro-europ&auml;isch&ldquo; war. So proeurop&auml;isch, dass sie das brutale Austerit&auml;tsprogramm der EU widerspruchslos exekutiert hat und deswegen erlangte die Syriza unter Tsipras auch im Jahr 2015 einen &uuml;berw&auml;ltigenden Wahlsieg &ndash; geholfen hat dies freilich nichts. Hier steigt einem wieder die &Uuml;belkeit hoch angesichts der Propaganda der &ouml;ffentlich-rechtlichen Medien. Wie bereits erw&auml;hnt, was hei&szlig;t &bdquo;pro-europ&auml;isch&ldquo;? Nichts anderes als die weitere Durchsetzung der neoliberalen Politik gegen die Interessen der Mehrheit der B&uuml;rger.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Regierungswechsel in Athen: Wahlsieger verspricht Steuersenkung<\/strong><br>\nIn Griechenland hat die konservative Nea Dimokratia die Parlamentswahl mit absoluter Mehrheit gewonnen. Parteichef Mitsotakis ist bereits als neuer Ministerpr&auml;sident vereidigt worden. Die Liste seiner Versprechen ist lang. Der 51-j&auml;hrige Kyriakos Mitsotakis hat sich in seiner Partei hochboxen m&uuml;ssen. Lange galt er nicht als Nummer eins und auch nicht als Politik-Talent, eher als Arbeitstier in der konservativen Partei Nea Dimokratia. Durch eine Stichwahl im Januar 2016 wurde er Parteivorsitzender.<br>\nZuvor &ndash; auf dem H&ouml;hepunkt der Finanzkrise in Griechenland &ndash; hatte Mitsotakis als Minister in der konservativen Samaras-Regierung Pl&auml;ne entworfen, wie die Verwaltung des Landes m&ouml;glichst effektiv reformiert werden kann. Mitsotakis war damals auch f&uuml;r die Einf&uuml;hrung von effektiver EDV zust&auml;ndig. &hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/mitsotakis-portraet-101.html\">Tagesschau<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Leser A.L.:<\/strong> Hurra. Die angestammten, korrupten Eliten haben in Griechenland die politische Macht zur&uuml;ckerhalten. Der &ldquo;Betriebsunfall&rdquo; einer linken Regierung wurde durch die Wahl behoben. Die konservativen Pleitegeier der Nea Dimokratia werden freiwillig den Staat weiter ruinieren, und m&uuml;ssen dazu nicht wie die Vorg&auml;ngerregierung von Syriza durch die europarechtswidrige Troika gezwungen werden. Die Bev&ouml;lkerung ahnt es wohl, dass sie jetzt vom Regen in die Traufe ger&auml;t.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Griechenland nach der Wahl &ndash; alles &auml;ndert sich, damit alles bleibt<\/strong><br>\nMit Kyriakos Mitsotakis kommt der Vertreter einer alten Polit-Dynastie in Griechenland wieder an die Macht. Der Klientelismus zeigt trotz der Krise eine unb&auml;ndige Beharrungskraft.<br>\nWer jetzt nach Griechenland schaut, dem kommt &laquo;Der Leopard&raquo; in den Sinn: &laquo;Wenn alles bleiben soll, wie es ist, muss sich alles &auml;ndern&raquo;, sagt Tancredi, ein kluger Vertreter des Ancien R&eacute;gime, dem sizilianischen Gutsherrn. Das Zitat aus dem Werk von Giuseppe Tomasi di Lampedusa (1896&ndash;1957) bringt ein Jahrzehnt griechischer Turbulenzen auf den Punkt. Es begann 2010 mit der Schuldenkrise, die in der jahrzehntelangen Parteienherrschaft des Balkanlandes gr&uuml;ndet. Darauf folgte ein brutaler Sparkurs, der 2015 das rebellische Linksb&uuml;ndnis Syriza an die Macht sp&uuml;lte. Doch schon im Herbst 2015 schwenkte sein jugendlicher Hoffnungstr&auml;ger Alexis Tsipras auf die von den Geldgebern verlangte Austerit&auml;tspolitik ein. Die Finanzen erholten sich, nicht aber die wirtschaftliche Lage der Griechen. Und so verlor Tsipras am Sonntag die Wahl. Er verlor sie an Kyriakos Mitsotakis, den Chef der gem&auml;ssigt konservativen Nea Dimokratia und Spross eines der &auml;ltesten Polit-Clans des Landes. Die griechische Politik sieht jetzt fast wieder aus wie vor der Krise. Die Mitte-rechts-Partei Nea Dimokratia steht der Mitte-links-Partei Syriza gegen&uuml;ber (anstelle der traditionellen Pasok). Hat die Krise die Politik Griechenlands &uuml;berhaupt ver&auml;ndert?<br>\nDie Frage dr&auml;ngt sich umso mehr auf, als die Politik die Ursache der Krise war. Sie gr&uuml;ndet auf dem System des Klientelismus, das sich nach der Obristendiktatur 1974 etablierte. Die Parteien regulieren den Zugang zu Stellen und Auftr&auml;gen und fordern daf&uuml;r Loyalit&auml;t und Gehorsam. Diese Herrschaftsform ist im Kern vormodern, sie ist aber flexibel und l&auml;sst sich anpassen, wo unabh&auml;ngige Institutionen schwach sind. Zwingend ist dagegen der Unterhalt eines grossen &ouml;ffentlichen Sektors, nicht zur Herstellung &ouml;ffentlicher G&uuml;ter, sondern als Versorgungsreservoir f&uuml;r die W&auml;hler. &Uuml;ber den Zugang zu diesen Ressourcen wacht die regierende Partei. Sie besetzt die Stellen von den Putzkolonnen und Portiers bis zu den ministerialen Beratern und Spitzenbeamten, die eben nicht Beamte sind, sondern der Partei verpflichtete Experten (im besseren Fall). In Griechenland waren es &uuml;ber Jahrzehnte die linke Pasok und die rechte Nea Dimokratia, die sich ideologisch scharf abgrenzten, als Macht- und Versorgungsinstrument jedoch identisch funktionierten. &Uuml;ber Lohnerh&ouml;hungen, Steuergeschenke und den Ausbau des &ouml;ffentlichen Sektors konservierten sie ihre Macht und liessen den Schuldenberg wachsen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.nzz.ch\/meinung\/alles-aendert-sich-damit-alles-bleibt-ld.1494484\">NZZ<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>&bdquo;Arrogante&ldquo; Politik auf Lasten der Armen<\/strong><br>\nDie Vorsitzende der Linken-Bundestagsfraktion, Sahra Wagenknecht, hat die Gr&uuml;nen scharf attackiert und ihnen eine falsch gef&uuml;hrte Klimadebatte zu Lasten der Armen vorgeworfen.<br>\nLaut Wagenknecht richtet sich die Politik der Gr&uuml;nen vor allem gegen Normalverdiener und &Auml;rmere.<br>\n&bdquo;Die Gr&uuml;nen werden heute &uuml;berwiegend von besserverdienenden Akademikern gew&auml;hlt. In diesem Milieu geh&ouml;ren h&auml;ufige Fernreisen zum Lebensstil&ldquo;, so die Linken-Fraktionschefin gegen&uuml;ber dem Nachrichtenmagazin Focus.<br>\nDieser Zielgruppe falle es eben &bdquo;relativ leicht, in Zukunft vielleicht auf den einen oder anderen Flug zu verzichten&ldquo;.<br>\nSie seien dabei in ganz anderer Situation als Menschen, die sich beispielsweise vielleicht einmal pro Jahr einen Urlaub auf Mallorca leisten k&ouml;nnten.<br>\nGenau diese Leute m&uuml;ssten nun f&uuml;rchten, dass f&uuml;r sie &bdquo;selbst das nicht mehr erschwinglich ist&ldquo;, so Wagenknecht.<br>\nAuch w&uuml;rden die Gr&uuml;nen ignorieren, dass es in l&auml;ndlichen Regionen auch gar keine Alternative zum Auto gebe.<br>\n&bdquo;Auf die Leute herabzublicken, die in diesen Regionen leben und ihr Auto brauchen, ist arrogant&ldquo;, so die Linken-Politikerin weiter.<br>\nMit dieser &bdquo;verk&uuml;rzten Klimadebatte&ldquo; w&uuml;rden die Gr&uuml;nen dem Umweltschutz sogar schaden. Ein Klimaschutz, &bdquo;der zu Lasten der Mittelschicht und der &Auml;rmeren geht, statt sich mit den globalen Konzernen anzulegen, ist weder moralisch noch wirkungsvoll&ldquo;.<br>\nAuch auf die hohen Umfragewerte der Gr&uuml;nen ging die Politikerin ein. Nach ihrer Meinung seien diese nicht dauerhaft.<br>\n&bdquo;Wenn Jamaika 2017 gekommen w&auml;re, g&auml;be es heute kein Gr&uuml;nen-Hoch. Eigentlich sollten Habeck und Baerbock aus Dankbarkeit jeden Tag eine Kerze f&uuml;r Christian Lindner anz&uuml;nden&ldquo;, so Wagenknecht.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/de.sputniknews.com\/politik\/20190705325388289-wagenknecht-gruene-arrogante-politik\/\">Sputniknews<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Sahra Wagenknecht: &bdquo;Mir geht es gesundheitlich jetzt viel besser&ldquo;<\/strong><br>\nIm M&auml;rz hat die Vorsitzende der Linksfraktion angek&uuml;ndigt, nach vier Jahren nicht erneut f&uuml;r dieses Amt zu kandidieren. Bereut habe sie den Schritt nie, sagt die 49-J&auml;hrige. Auf was sie sich nun besonders freut, sagt sie im RND-Interview.<br>\nIn der letzten Sitzungswoche vor der Sommerpause sitzt Sahra Wagenknecht in ihrem Bundestagsb&uuml;ro und ist entspannt. Wir haben 45 Minuten Zeit. Anschlie&szlig;end geht die Vorsitzende der Linksfraktion zur US-Botschaft. Dort findet eine Demonstration gegen die amerikanische Iran-Politik statt. Wagenknecht tritt als Rednerin auf.<br>\nIhre Partei ist bei der Europawahl auf unter sechs Prozent zur&uuml;ck gefallen. Auch die Umfragen werden eher schlechter als besser. Werten Sie das als Reaktion auf Ihre Entscheidung?<br>\nUnsere Partei braucht eine Debatte &uuml;ber ihre Strategie. Nat&uuml;rlich war das Europawahlergebnis alarmierend. Uns sind vor allem die W&auml;hler abhanden gekommen, f&uuml;r die wir am meisten da sein m&uuml;ssten: die abstiegsbedrohte Mittelschicht, die &Auml;rmeren, Arbeiter, Menschen in schlecht bezahlten Jobs. Sie sind gro&szlig;enteils auch nicht zu den Gr&uuml;nen, sondern ins Nichtw&auml;hlerlager oder zu kleinen Parteien abgewandert. Nur in Bremen konnten wir relevant dazu gewinnen, aber da wurde auch ein anderer Wahlkampf gemacht als auf Bundesebene.<br>\nBei der SPD sind diese W&auml;hler auch nicht.<br>\nEben. Das macht unsere Verluste umso dramatischer. Wenn die SPD jetzt eine glaubw&uuml;rdige F&uuml;hrung h&auml;tte, die wieder f&uuml;r echte sozialdemokratische Politik st&uuml;nde, w&auml;re das eine andere Situation. Aber dass wir gemeinsam mit der SPD abst&uuml;rzen, bedeutet, dass ein Teil der fr&uuml;heren sozialdemokratischen W&auml;hler sich heute von keiner Partei mehr vertreten sieht. Ich hoffe ja, dass die SPD jetzt die Kraft zu einer Kurskorrektur findet. Doch dann m&uuml;ssen wir uns auch fangen. Sonst wird es f&uuml;r die Linke existenzbedrohend.<br>\nWas w&uuml;rde dieses Sich-fangen f&uuml;r die Linke bedeuten?<br>\nEin beachtlicher Teil der Bev&ouml;lkerung hat fr&uuml;her SPD oder im Osten PDS gew&auml;hlt. Zu den Gr&uuml;nen sind in erster Linie die neuen urbanen Mittelschichten gegangen, denen es finanziell relativ gut geht. Diejenigen mit Abstiegs&auml;ngsten, die immer mehr k&auml;mpfen m&uuml;ssen, um ihren Wohlstand zu halten, w&auml;hlen heute teilweise AfD, der gr&ouml;&szlig;ere Teil geht gar nicht mehr zur Wahl. Das sind die Menschen, deren Vertrauen wir zur&uuml;ckgewinnen m&uuml;ssen. Aber daf&uuml;r m&uuml;ssen wir ihre Sprache sprechen, ihre Kultur und Lebensweise wertsch&auml;tzen. Und wir sollten den Mut haben, die konzerngetriebene Globalisierung und die wirtschaftlichen Machtverh&auml;ltnisse infrage zu stellen. Solange gro&szlig;e Unternehmen Privateigentum einer superreichen Wirtschaftselite sind, kann diese die Politik erpressen &ndash; oder kaufen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.maz-online.de\/Nachrichten\/Politik\/Sahra-Wagenknecht-Mir-geht-es-gesundheitlich-jetzt-viel-besser\">M&auml;rkische Allgemeine<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Stoppt das Handelsabkommen EU-Mercosur<\/strong><br>\nDie EU-Kommission von Jean-Claude Juncker steht unmittelbar vor dem Ende ihrer Amtszeit. Auf den letzten Metern scheint der Luxemburger EVP-Politiker entschlossen, so viele Freihandelsabkommen wie m&ouml;glich durchzupr&uuml;geln. P&uuml;nktlich zum G20-Gipfel wurde ein &bdquo;Politisches &Uuml;bereinkommen&ldquo; aus dem Hut gezaubert, mit dem die seit 20 Jahren w&auml;hrenden Verhandlungen mit Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay nun zum Abschluss gebracht werden sollen.<br>\nDas ist ein fatales Signal an die Bev&ouml;lkerung von Argentinien, die kurz davorsteht, ihren extrem neoliberalen Pr&auml;sidenten wegen dessen v&ouml;llig gescheiterter Wirtschaftspolitik in den Wahlen aus dem Amt zu jagen.<br>\nDas ein fatales Signal der Unterst&uuml;tzung f&uuml;r den brasilianischen Pr&auml;sidenten Jair Bolsonaro, gegen den Millionen Menschen in den letzten Wochen auf die Stra&szlig;e gegangen waren.<br>\nDieser Mann repr&auml;sentiert alles, gegen das wir als Linke gek&auml;mpft haben. Gewerkschafter, Mitglieder der PT, der Kommunistischen Partei und anderer linker Oppositionsgruppen leben in Brasilien erneut in Angst. Den Arbeitnehmer*innen wurde von Bolsonaro mitgeteilt, dass sie sich entscheiden m&uuml;ssten, ob sie Arbeitnehmer*innenrechte oder Arbeit haben wollen.<br>\nBolsonaro hat die gro&szlig;fl&auml;chige Abholzung von W&auml;ldern im Amazonas-Gebiet angek&uuml;ndigt um damit ein Versprechen einzul&ouml;sen, das er f&uuml;r seine Unterst&uuml;tzung durch das brasilianischen Agro-business gegeben hatte. Mehr als 68 Prozent der von Ureinwohner*innen bewohnten Schutzgebiete sind dadurch bedroht.<br>\nEs ist zynisch, wenn die EU-Kommission nun behauptet, der Mann w&uuml;rde sich doch auf dem Papier zur Umsetzung des Pariser Klimaschutzabkommens verpflichten. Der Regenwald wird gerodet, die Fl&auml;chen gehen an gigantische Rinderfarmen. Lohn ist dort oft nur noch ein Dach &uuml;ber dem Kopf f&uuml;r die Familie und etwas zu Essen. Diese moderne Form der Sklaverei breitet sich in Brasilien unter Bolsonaro rasch aus. Was bedeutet bei diesen Fakten die Anerkennung einiger ILO-Standards in einem Handelsabkommen?<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.dielinke-europa.eu\/de\/article\/12411.stoppt-das-handelsabkommen-eu-mercosur.html?fbclid=IwAR2hSaphE9jC8pPRdenWZBdh_R-58TdGpFjwFuL5X58OJVrPrP4Mfuj_MOo\">DIE LINKE im Europaparlament<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Kein reines Ost-West-Problem<\/strong><br>\nDie Ungleichheiten in der Gesellschaft seien generell gestiegen, sagte Soziologe Michael Hartmann im Dlf. Die Politik habe entscheidend zur regionalen Auseinanderentwicklung beigetragen. Diese Entwicklung l&ouml;se den Zusammenhalt innerhalb der Gesellschaft St&uuml;ck f&uuml;r St&uuml;ck auf.<br>\nHeinlein: Noch fehlen ja die Einzelheiten, aber dennoch Ihre Einsch&auml;tzung, Herr Hartmann. Ist das der gro&szlig;e Wurf, den Minister Seehofer vor einem Jahr versprochen hatte?<br>\nHartmann: Nein, ich glaube nicht. Wenn die Kommission sich nicht mal einigen kann, kann man davon ausgehen, dass es keinen Bericht gibt, der politisch wirklich wirksame Konsequenzen hat. Und wenn man sich die letzten zwei Jahrzehnte anguckt, so muss man sagen, dass die Politik ja entscheidend dazu beigetragen hat, dass die Unterschiede nicht kleiner, sondern gr&ouml;&szlig;er geworden sind. Durch Steuerpolitik, durch Arbeitsmarktpolitik hat sie dazu gef&uuml;hrt, dass das untere F&uuml;nftel der Gesellschaft heute zehn Prozent real weniger Einkommen hat als vor 20 Jahren, und das obere Zehntel hat 16 Prozent real mehr. Und das spiegelt dann solche regionalen Unterschiede wieder. Es gibt St&auml;dte im n&ouml;rdlichen Ruhrgebiet, genauso wie in den neuen Bundesl&auml;ndern oder im Saarland, wo die durchschnittlichen Einkommen relativ niedrig sind, und es gibt Regionen, an der Spitze Starnberg, aber auch im Taunus, aber auch jetzt im Rhein-Main-Gebiet, wo die Einkommen relativ hoch sind. Diese Auseinanderentwicklung, die man regional sehen kann, aber auch innerhalb einzelner St&auml;dte, wenn man jetzt Essen-Nord mit Essen-S&uuml;d vergleicht, Dortmund-Nord mit Dortmund-S&uuml;d, da hat die Politik sehr stark zu beigetragen. Und wenn man da was &auml;ndern wollte, ernsthaft, m&uuml;sste man nat&uuml;rlich viele politische Weichenstellungen anders stellen, und das kann ich mir im Augenblick nicht vorstellen.<br>\nHeinlein: Die Politik hat geschlafen in den letzten Jahren. Verstehe ich Sie richtig, Herr Hartmann? &ndash; Ist es denn grunds&auml;tzlich richtig, dass die Politik, dass die Bundesregierung jetzt nun diese Kommission ins Leben gerufen hat und man jetzt die Lage analysiert und versucht, die Dinge zu &auml;ndern?<br>\nHartmann: Ich habe bei diesen Kommissionen immer ein bisschen den Verdacht, wenn man real nichts machen will, ruft man erst mal eine Kommission ein. Dann gewinnt man Zeit und dann kann man sich in der Kommission streiten. Bestimmte Dinge liegen ja seit langem auf dem Tisch. Wenn man sich den sehr gro&szlig;en Niedriglohn-Sektor anguckt, der zur deutlichen Senkung von Einkommen in bestimmten Regionen gef&uuml;hrt hat, oder die Steuererleichterung f&uuml;r hohe Einkommen, das ist klar, was das f&uuml;r Konsequenzen hat. Wenn man sich die Wohnungspolitik anguckt, die hohen Einkommen k&ouml;nnen in bestimmten Regionen oder Stadtteilen die hohen Mieten bezahlen oder die hohen Grundst&uuml;ckspreise. Da w&uuml;sste man, wo man ansetzen k&ouml;nnte. Ich pers&ouml;nlich habe immer das Gef&uuml;hl, dass so eine Kommission nicht wirklich ernsthaft mit dem Ziel eingesetzt wird, an diesen Punkten was zu &auml;ndern.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/soziologe-hartmann-zur-ungleichheit-kein-reines-ost-west.694.de.html?dram:article_id=453291\">Deutschlandfunk<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Wohnungslos &ndash; Wenn Familien kein Zuhause haben<\/strong><br>\nDie angespannte Situation auf dem Wohnungsmarkt in den Gro&szlig;st&auml;dten sp&uuml;ren auch die Kleinsten: Experten sch&auml;tzen, dass etwa 32.000 Kinder deutschlandweit von Wohnungslosigkeit betroffen sind. Die Story im Ersten forscht nach Ursachen und L&ouml;sungsans&auml;tzen, begleitet wohnungslose Familien und zeigt, was es f&uuml;r Kinder und deren Eltern bedeutet, wenn ihnen das eigene Zuhause fehlt. &ndash; Junge in einer Notunterkunft f&uuml;r wohnungslose Familien in M&uuml;nchen<br>\nManuela (Name ge&auml;ndert), Mitte 30, verheiratet, im Pharmahandel t&auml;tig, ist hochschwanger und wohnungslos. Mit ihrem Mann Serge (Name ge&auml;ndert) und der elfj&auml;hrigen Tochter lebt sie seit zwei Monaten in einer Notunterkunft am Rande M&uuml;nchens. Drei &ndash; bald vier &ndash; Menschen auf 16 Quadratmetern. Am meisten leidet die Tochter: Sie sch&auml;mt sich, kein Zuhause zu haben, zieht sich zur&uuml;ck. Ihre Eltern werden von Existenz- und Zukunfts&auml;ngsten geplagt. Seit zwei Jahren schon suchen sie eine bezahlbare Wohnung &ndash; ohne Erfolg.<br>\nKein Wunder: 13.000 Antr&auml;ge auf eine Sozialwohnung gehen jedes Jahr beim M&uuml;nchener Wohnungsamt ein. Vergeben werden 3.000. Der Fall der jungen Familie zeigt symptomatisch, wie sehr sich die Situation auf dem Wohnungsmarkt in Deutschland zugespitzt hat. Immer mehr Familien mit kleinem Einkommen und Alleinerziehende sind betroffen, leben in einer Notunterkunft, ohne Perspektive.<br>\nSoziologe Volker Busch-Geertsema warnt: &ldquo;Wohnungslosigkeit ist ein diskriminierendes Ph&auml;nomen. Kein Kind erz&auml;hlt gerne, dass es keine Wohnung hat. Oft ist das Leben in Gemeinschaftsunterk&uuml;nften beengt und das f&uuml;hrt dazu, dass Kinder nicht mit Hausaufgaben klarkommen, manchmal m&uuml;ssen sie die Schule wechseln. Es gibt viele Folgeprobleme von Wohnungsverlust.&rdquo;<br>\nDie angespannte Situation auf dem Wohnungsmarkt in den Gro&szlig;st&auml;dten sp&uuml;ren auch die Kleinsten: Experten sch&auml;tzen, dass etwa 32.000 Kinder deutschlandweit von Wohnungslosigkeit betroffen sind. Die Story im Ersten forscht nach Ursachen und L&ouml;sungsans&auml;tzen, begleitet wohnungslose Familien und zeigt, was es f&uuml;r Kinder und deren Eltern bedeutet, wenn ihnen das eigene Zuhause fehlt.<br>\nExperten sch&auml;tzen, dass 32.000 Kinder deutschlandweit von Wohnungslosigkeit betroffen sind. Genaue Zahlen gibt es nicht, denn bislang existiert keine landesweite Statistik. Fakt ist: In den Gro&szlig;st&auml;dten mit hohem Mietniveau wie M&uuml;nchen, Frankfurt, Stuttgart, Hamburg und Berlin sind die Notunterk&uuml;nfte voll.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.daserste.de\/information\/reportage-dokumentation\/dokus\/sendung\/wohnungslos-wenn-familien-kein-zuhause-haben-100.html\">Das Erste<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Es ist seit langem bekannt, dass aktuell mehr Wohnungen aus der Sozialbindung herausfallen, als neugebaut werden und die Wohnungsnot nimmt immer katastrophalere Dimensionen an. Die Reaktion der Politik bisher au&szlig;er wirkungslosen Showveranstaltungen wie dem Wohnungsgipfel &ndash; keine. Ein L&ouml;sungsansatz w&auml;re etwa, dass kein &ouml;ffentliches Bauland mehr an private Investoren verkauft wird. Im Bundesministerium des Innern, f&uuml;r Bau und Heimat setzt man aber weiter auf &bdquo;den Markt&ldquo;. Die Aussagen der zust&auml;ndigen Staatssekret&auml;rin Anne Katrin Bohle in der Sendung sind dazu an Ignoranz nicht zu &uuml;bertreffen.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Brandbrief aus der Banlieue<\/strong><br>\nEs geht um schlechte Lernbedingungen und gesellschaftliche Benachteiligung. Ein Le-Monde-Artikel von Sch&uuml;lern aus &Eacute;pinay-sur-Seine n&ouml;rdlich von Paris hat in Frankreich eine Debatte &uuml;ber die Entwicklung der Vororte entfacht. Viele Jugendliche aus der Banlieue empfinden sich als B&uuml;rger zweiter Klasse.<br>\n&Ouml;ffentliche Studien untermauern dieses Bild von den schwierigen Zust&auml;nden an den Brennpunktschulen. Oftmals sind dort junge, unerfahrene Lehrer im Einsatz. Zudem gelten die Sozialbauviertel landesweit als Brutst&auml;tte von Kriminalit&auml;t, Drogen und Gewalt. Den Jugendlichen aus Epinay-sur-Seine geht es somit nicht nur um den &Auml;rger &uuml;ber einen Schulalltag mit Baustelle, sondern vor allem um ihre Chancen. Als Vorstadtbewohner mit Migrantenhintergrund f&uuml;hlen sie sich stigmatisiert, degradiert zu Franzosen 2. Klasse. Und damit haben sie in Frankreich einen Nerv getroffen.<br>\nSeit der Ver&ouml;ffentlichung ihres Textes in der Zeitung Le Monde haben die Teenager Interviews in Radio, Fernsehen, Zeitungen gegeben und wurden spontan zu einer Veranstaltung in der Nationalversammlung eingeladen. &hellip;<br>\nZwar will die Macron-Regierung Kindern in Brennpunktvierteln bessere Startchancen geben, zum Beispiel mit kleinen Klassen von je 12 Kindern f&uuml;r die Schulanf&auml;nger. Dennoch bleibt der Nachholbedarf betreffs Chancengleichstellung immens.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/chancengleichheit-in-frankreich-brandbrief-aus-der-banlieue.795.de.html?dram:article_id=453277\">Deutschlandfunk<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Von der neoliberalen Scholastik zur emanzipierten Gesellschaft<\/strong><br>\nDass die neoliberale Theorie moralisch verwerflich ist, leuchtet schnell ein. Auch dass mit ihr wissenschaftlich etwas nicht stimmt, dr&auml;ngt sich als Eindruck rasch auf. Aber sie wissenschaftlich wirklich zu stellen, ist bereits alles andere als trivial &ndash; und noch voraussetzungsreicher ist schlie&szlig;lich, ihre wissenschaftliche Autorit&auml;t in der allgemeinen &Ouml;ffentlichkeit so sehr zu ersch&uuml;ttern, dass niemand mehr auf die Idee kommen kann, neoliberale &Ouml;konomInnen mit wissenschaftlicher Politikberatung oder der Leitung machtvoller Institutionen zu betrauen. &hellip;.<br>\nUm diese Entsprechung von neoliberaler Theorie und dem traditionellen Verst&auml;ndnis von Wissenschaftlichkeit zu verstehen, muss man zu den Anf&auml;ngen der Wissenschaft zur&uuml;ckgehen. Damals leistete Gottfried Wilhelm Leibniz (1646-1716) nicht nur wesentliche Beitr&auml;ge zur Theorie der Differentialgleichungen. Leibniz folgerte auch, dass die neue Wissenschaft, angesichts der mathematischen Struktur der physikalischen Bewegungsgleichungen, ein ganz bestimmtes Bild von der Welt zeichne. Und sehen wir uns dieses Bild an, stellen wir fest, dass es mit dem &uuml;bereinstimmt, das die einige Jahrzehnte sp&auml;ter entstandene wirtschaftsliberale Theorie vom Marktgeschehen entwarf: Obwohl alle nur ihren inneren Impulsen folgen, kommen sie sich doch angeblich nicht in die Quere, entsteht kein Chaos, sondern repr&auml;sentiert das Ganze die &sbquo;beste aller m&ouml;glichen Welten&rsquo; (Leibniz), das einer Gesellschaft m&ouml;gliche Optimum.<br>\nHinzu kommt, dass Leibniz&rsquo; Weltbild-Ableitung eng mit der Idee verbunden war, dass man die physikalischen Bewegungsgleichungen irgendwann vollst&auml;ndig w&uuml;rde berechnen k&ouml;nnen. Bis heute herrscht deshalb die Vorstellung vor, man k&ouml;nne Wissenschaft vor allem daran erkennen, dass exakt gerechnet und berechnet werde und dass Prognosen gemacht werden. Auch davon profitiert die heutige neoliberale Theorie mit ihren formalen Modellen; sie bedient diese Vorstellung wie kein anderer wirtschafts- oder sozialwissenschaftlicher Ansatz.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/theorieblog.attac.de\/?p=1129\">attac<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Noam Chomsky: Trump Is Consolidating Far-Right Power Globally<\/strong><br>\nIt is no easy task to make sense of U.S. foreign policy in the current era. Trump is wildly unpredictable and lacks any semblance of a coherent view of world affairs, appearing to believe that all it takes is &ldquo;the art of the deal&rdquo; to turn &ldquo;enemies&rdquo; into friends. Meanwhile, since Trump&rsquo;s rise to power, the end of U.S. hegemony has come into sight.<br>\nIn the exclusive Truthout interview below, renowned public intellectual Noam Chomsky &mdash; one of the world&rsquo;s most astute critics of U.S. foreign policy in the postwar era &mdash; sheds considerable light on the current state of U.S. foreign policy, including Trump&rsquo;s relations with the leaders of North Korea, Russia and China, as well as his so-called &ldquo;Middle East Peace Plan.&rdquo;<br>\nC.J. Polychroniou: Noam, in 2016 Trump called U.S foreign policy &ldquo;a complete and total disaster,&rdquo; claiming that previous administrations in the post-Cold War era were guided by unrealistic expectations that damaged America&rsquo;s national interests. Since taking office, he has withdrawn the country from a series of international agreements, demanding that countries pay for U.S. protection, and seeking to advance U.S economic interests through tariffs and protectionism. These moves have led many analysts to speak of a new era in U.S. relations with the world. What&rsquo;s your own take on Trump&rsquo;s foreign policy?<br>\nNoam Chomsky: One of the most appropriate comments I&rsquo;ve seen on Trump&rsquo;s foreign policy appeared in an article in The New Republic written by David Roth, the editor of a sports blog: &ldquo;The spectacle of expert analysts and thought leaders parsing the actions of a man with no expertise or capacity for analysis is the purest acid satire &mdash; but less because of how badly that expert analysis has failed than because of how sincerely misplaced it is &hellip; there is nothing here to parse, no hidden meanings or tactical elisions or slow-rolled strategic campaign.&rdquo;<br>\nThat seems generally accurate. This is a man, after all, who dismisses the information and analyses of his massive intelligence system in favor of what was said this morning on &ldquo;Fox and Friends,&rdquo; where everyone tells him how much they love him. With all due skepticism about the quality of intelligence, this is sheer madness considering the stakes.<br>\nAnd it continues, in ways that are almost surreal. At the recent G20 conference, Trump was asked about Putin&rsquo;s statement that Western liberalism is obsolete. Trump assumed he must be talking about California: Western liberalism. Putin &ldquo;may feel that way,&rdquo; Trump responded: &ldquo;He sees what&rsquo;s going on. And I guess, if you look at what&rsquo;s happening in Los Angeles, where it&rsquo;s so sad to look; and what&rsquo;s happening in San Francisco and a couple of other cities which are run by an extraordinary group of liberal people.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/truthout.org\/articles\/noam-chomsky-trump-is-consolidating-far-right-power-globally\/\">truthout<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Bedrohliche Sicherheit<\/strong><br>\nSicherheit wird gro&szlig;geschrieben, Sicherheit nach au&szlig;en wie nach innen; sie mutiert geradezu zu einem alles dominierenden Grundrecht. Parallel dazu entwickelt sich die Bedrohung zum zentralen Narrativ der Regierungspolitik. Glaubt man den staatlichen Erz&auml;hlungen &uuml;ber die &bdquo;hybride Bedrohung&ldquo; aus Russland, muss Wladimir Putin angesichts einer 16-fachen R&uuml;stungs&uuml;berlegenheit der NATO-Staaten, die sein Land geradezu umzingelt haben, ein Selbstm&ouml;rder sein. Bekanntlich hat sich die NATO bis an die Grenzen Russlands ausgedehnt und plant, auch die Ukraine und Georgien in die nordatlantische (!) Front einzubinden. (&hellip;) Es ist offenkundig: Der Anspruch der wankenden Vormacht des Westens auf Weltherrschaft und die imperialen Ambitionen einer innerlich zerrissenen EU, die wirtschaftliche Interessen (billige Rohstoffe, Absatzm&auml;rkte, Handelswege) mit milit&auml;rischer Macht durchzusetzen gedenkt, machen die Welt unsicher. Sie zerst&ouml;ren ungeheuer viel an materiellen G&uuml;tern, an sozialen Werten des Zusammenlebens, an seelischen Kr&auml;ften und Gef&uuml;hlen wie Empathie und Mitgef&uuml;hl. Weil die Normverletzung international die Regel geworden ist, Menschenrechte missachtet werden und die NATO das V&ouml;lkerrecht ersetzen soll, herrschen sie mit Angst, Drohungen, Krieg und Terror. Wenn die USA Iran mit Ausl&ouml;schung droht, denken da die Verantwortlichen eigentlich daran, dass dort 80 Millionen Menschen leben?<br>\nDer Machtelite ist es gelungen, &bdquo;Sicherheit&ldquo; auf Milit&auml;r, Polizei und Geheimdienste zu reduzieren. Dabei geh&ouml;ren zu Sicherheit im Alltag der Menschen auch die soziale Sicherheit, das Gef&uuml;hl von Vertrauen und Wertsch&auml;tzung, die Freiheit von Ausbeutung und Unterdr&uuml;ckung. Die Erz&auml;hlung von mehr Sicherheit soll den Kern der imperialen Macht verh&uuml;llen: die Herrschaft &uuml;ber Mensch und Natur.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/das-blaettchen.de\/2019\/07\/bedrohliche-sicherheit-48809.html\">Das Bl&auml;ttchen<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>So war der Frauenstreik<\/strong><br>\n&Uuml;ber eine halbe Million Frauen str&ouml;mten am 14.&thinsp;Juni 2019 auf Strassen und Pl&auml;tze der Schweiz. Mit grenzenloser Kreativit&auml;t und unb&auml;ndiger Macht. Der Frauenstreik war die gr&ouml;sste politische Demonstration der neueren Geschichte.<br>\nSeinen Anfang nimmt der Mega-Event am Goldbrunnenplatz in Z&uuml;rich Wiedikon. Um punkt Mitternacht versammeln sich dort Quartierbewohnerinnen mit Trommeln und Pfannendeckeln und l&auml;rmen den Streik in die Nacht. Wenig sp&auml;ter krachen Raketen im Kreis 4 und 5, wo zudem ein schier endloser Autocorso mit Frau am Steuer den Streik einhupt und den Verkehr lahmlegt: Statt Trams rollen nun lila beflaggte VW-B&uuml;ssli, Cabrios und sogar Traktoren. Bald f&uuml;llen sich Gassen und Pl&auml;tze auch mit Frauen. Und die f&uuml;hren so einiges im Schild: Mitten auf der Hardbr&uuml;cke etwa taucht pl&ouml;tzlich eine &uuml;berdimensionale Klitoris auf, an der Uni &laquo;fraulenzen&raquo; Wissenschafterinnen auf Liegest&uuml;hlen, und am Idaplatz werden f&uuml;r ein w&auml;hrschaftes B&auml;uerinnen&shy;zmorge (H&uuml;hner-)Eier zerschlagen.<br>\nUm 10 Uhr brummt erneut ein Autocorso durch die Stadt. Sein Ziel: ein schwesterlicher Gruss an die Inhaftierten im Frauengef&auml;ngnis Dielsdorf. Kurz darauf str&ouml;men gut hundert Frauen von der ETH runter zum Central. Auf ihren Transparenten steht: &laquo;Blockieren, damit es weitergeht&raquo; oder &laquo;Wenn Frau will, steht alles still&raquo;. Prompt wird der wichtige Verkehrsknotenpunkt besetzt.<br>\nIn verschiedenen Spit&auml;lern kommt es derweil zu Protestpausen gegen den Pflegenotstand. Frauen aus dem Care-Sektor nutzen die Gelegenheit, um ein Theater aufzuf&uuml;hren. Ihre Message: &laquo;Wir Frauen subventionieren mit unserer schlecht oder gar nicht bezahlten F&uuml;rsorgearbeit die Wirtschaft &ndash; nicht umgekehrt!&raquo;<br>\n&Uuml;berhaupt ist jetzt die ganze Stadt eine einzige Protestb&uuml;hne. Fahnen und Transparente flattern aus gef&uuml;hlt jedem zweiten Geb&auml;ude. All das kulminiert schliesslich in der abendlichen Riesendemo, die f&uuml;r mehrere Stunden die Innenstadt zum Stillstand und zugleich zum Beben bringt. Die Stimmung ist einzigartig: k&auml;mpferisch, aber auch lustvoll und festlich. Kein Wunder, entfaltet sich auf dem Helvetiaplatz ein rauschendes Abschlussfest. Es dauert bis in die fr&uuml;hen Morgenstunden. Zu Ende ist damit bloss der Streik. Die Bewegung n&auml;mlich ist in den Startl&ouml;chern wie nie zuvor.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.workzeitung.ch\/2019\/06\/gross-groesser-grossartig-so-war-der-frauenstreik\/\">work<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>&bdquo;Frei, fair und lebendig&ldquo;<\/strong><br>\nUnter &ldquo;Commons&rdquo; verstehen Sozialwissenschaftler Gemeineigentum. G&uuml;ter also, die kollektiv und marktunabh&auml;ngig erzeugt werden. Die Autoren und Aktivisten Silke Helfrich und David Bollier sehen in dem Konzept eine M&ouml;glichkeit, Menschheitsprobleme zu l&ouml;sen.<br>\n&bdquo;Wenn wir agieren wie &Ouml;konomen es in Lehrb&uuml;chern beschreiben, ruinieren wir die Erde&ldquo;, schreiben Silke Helfrich und David Bollier in der Einleitung ihres Buches und positionieren sich damit gegen den &ouml;konomischen Mainstream. Beide besch&auml;ftigten sich als Autoren, Aktivisten, Blogger und Forscher seit Jahren praktisch und theoretisch mit dem Thema der Commons. F&uuml;r sie sind dies &bdquo;lebendige soziale Strukturen, in denen Menschen ihre gemeinsamen Probleme in selbstorganisierter Art und Weise angehen.&ldquo;<br>\nUnd sie nennen Beispiele: Das Unternehmen Guifi.net aus Barcelona etwa &ndash; es verschafft Menschen vor allem in l&auml;ndlichen Gebieten Zugang zum Internet und hat sich dabei zu Gemeineigentum, Netzneutralit&auml;t und gemeinschaftlicher Kontrolle verpflichtet. Bei der solidarischen Landwirtschaft geht es wiederum um eine andere Nutzung von Land, Boden, Wasser sowie Artenvielfalt. Beispiele lebendiger Sozialstrukturen von Commons, die sich aber nicht &uuml;ber einen Kamm scheren lassen, denn sie h&auml;ngen von den &ouml;rtlichen Gegebenheiten und beteiligten Akteuren ab.<br>\nDie Autoren wollen ihre Leser davon &uuml;berzeugen, dass die uralte Idee der Commons f&uuml;r mehr taugt, als viele f&uuml;r m&ouml;glich erachten: &bdquo;Die Skepsis, der wir immer wieder begegnen, beruht auf der Annahme, dass Commons einfach &lsquo;zu klein&lsquo; sind, um dem Klimawandel, Peak Oil, Armut, Ungleichheit und zahllosen weiteren Problemen begegnen zu k&ouml;nnen. Massive globale Probleme erfordern gro&szlig;e L&ouml;sungen, der Staat m&uuml;sse ran &ndash; so das Denken. Nach dieser Logik haben Commons tats&auml;chlich nur wenig anzubieten. Allerdings ist solch eine Einsch&auml;tzung bereits Teil des Problems. Sie l&auml;sst unber&uuml;cksichtigt, dass nicht die &lsquo;Gr&ouml;&szlig;e&lsquo; das Entscheidende ist, sondern L&ouml;sungen mitunter versagen, weil ihre Grundannahmen oder gesellschaftlichen Grundstrukturen falsch angelegt sind. Ein Geb&auml;ude aber, dessen Fundament nicht solide gegossen ist, wird zwangsl&auml;ufig br&ouml;ckeln und irgendwann zusammenbrechen.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/silke-helfrich-und-david-bollier-frei-fair-und-lebendig.1310.de.html?dram:article_id=453160\">Deutschlandfunk<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>&ldquo;Wir m&uuml;ssen reden&rdquo;: Keine Chance f&uuml;r russisch-ukrainischen Dialog in der Ukraine<\/strong><br>\nW&auml;hrend der EU-Ukraine-Gipfel stattfand, herrschte gro&szlig;e Aufregung &uuml;ber eine geplante russisch-ukrainische Sendung f&uuml;r einen B&uuml;rgerdialog, er wurde vom ukrainischen Sender NewsOne wegen Gewaltandrohungen abgesagt<br>\nGro&szlig;e Aufregung gab es gerade, nachdem der ukrainische Sender NewsOne gestern f&uuml;r den 12. Juli eine Telekonferenz mit dem russischen Sender Rossiya-24 angek&uuml;ndigt hatte. Es sollte eine zweist&uuml;ndige Marathon-Sendung unter dem Titel &ldquo;Wir m&uuml;ssen reden&rdquo; werden. Gesprochen werden sollte angeblich &uuml;ber Themen des Alltagsleben, Politik wollte man au&szlig;en vor lassen.<br>\nDas l&ouml;ste geradezu eine Hysterie bei den Rechten und Nationalisten aus, die zeigt, wie angespannt innenpolitisch die Lage aus. Der Sender geh&ouml;rt dem Abgeordneten Taras Kozak vom Oppositionsblock, der mit dem prorussischen Oligarchen Wiktor Medwedtschuk verbandelt sein soll. Kozak hatte letztes Jahr auch den Sender 112 gekauft und Mitte Juni angek&uuml;ndigt, den Sender ZIK erworben zu haben.<br>\nDie Rechtsextremen protestierten vor dem Sender und k&uuml;ndigten Aktionen an, es gab Drohungen gegen die Journalisten und ihre Familien. Andriy Biletskyi, F&uuml;hrer des Nationalen Korps, das aus dem rechtsextremen und neonazistischen Asow-Regiment hervorgegangen ist, gab dem Pr&auml;sidenten Selensky einen Tag Zeit, &ldquo;angemessen&rdquo; darauf als Staatsoberhaupt eines Landes, das sich im Krieg befindet, zu reagieren.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Wir-muessen-reden-Keine-Chance-fuer-russisch-ukrainischen-Dialog-in-der-Ukraine-4465718.html\">Telepolis<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Russland und seine Nachbarn: Peitsche statt Zuckerbrot<\/strong><br>\nVon heute an gibt es keine Direktfl&uuml;ge mehr zwischen Russland und Georgien. Sanktionen sind ein bew&auml;hrtes Mittel russischer Au&szlig;enpolitik, dabei k&ouml;nnte Moskau auf &ldquo;Soft Power&rdquo; setzen.<br>\nMitten in der Tourismussaison tritt auf Anweisung des russischen Pr&auml;sidenten Wladimir Putin ein Flugverbot zwischen Russland und Georgien in Kraft: Russische Airlines d&uuml;rfen Georgien nicht mehr direkt anfliegen und georgische Anbieter nicht in den russischen Luftraum.<br>\nPutin forderte zudem russische Tourismusagenturen auf, Reisen nach Georgien abzusagen. Russische Touristen sollten nach Hause kommen. Als Grund nannte er den Schutz der nationalen Sicherheit und russischer Staatsb&uuml;rger vor &ldquo;kriminellen und anderen ungesetzlichen Aktivit&auml;ten&rdquo;.<br>\nAnlass war ein Vorfall am 20. Juni, als die &ldquo;Interparlamentarische Versammlung der Orthodoxie&rdquo; im georgischen Parlament tagte. Dass deren Vorsitzender, der russische Duma-Abgeordnete Sergej Gawrilow, den Platz des Parlamentspr&auml;sidenten einnahm, l&ouml;ste unter Oppositionspolitikern und B&uuml;rgern heftigen Protest aus &ndash; nicht nur gegen Gawrilow, sondern auch gegen die georgische Regierung.Grund f&uuml;r den &Auml;rger &uuml;ber Russlands F&uuml;hrung ist die massive Milit&auml;rpr&auml;senz in den Gebieten Abchasien und S&uuml;dossetien. Dies verst&ouml;&szlig;t gegen ein Waffenstillstandsabkommen, das die EU nach dem russisch-georgischen Krieg 2008 ausgehandelt hatte. Indem Sicherheitskr&auml;fte des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB die Grenzlinien mit Stacheldrahtz&auml;unen schlie&szlig;en, &hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/russland-sanktionen-georgien-101.html\">Tagesschau<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> &bdquo;Sanktionen sind ein bew&auml;hrtes Mittel russischer Au&szlig;enpolitik &hellip;.&ldquo;. Das ist jetzt ein Witz und wieder ein Beispiel der anti-russischen Propaganda der Tagesschau<\/em>\n<\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. 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