{"id":53211,"date":"2019-07-09T11:30:20","date_gmt":"2019-07-09T09:30:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=53211"},"modified":"2019-07-09T13:39:24","modified_gmt":"2019-07-09T11:39:24","slug":"das-komplott-mit-dem-ziel-jeremy-corbyn-von-der-macht-fernzuhalten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=53211","title":{"rendered":"Das Komplott mit dem Ziel, Jeremy Corbyn von der Macht fernzuhalten"},"content":{"rendered":"<p>Seit Jeremy Corbyn im September 2015 mit &uuml;berw&auml;ltigender Mehrheit zum Vorsitzenden der Labour Party gew&auml;hlt wurde, weht ihm ein feindseliger Wind entgegen &ndash; aus den Medien und vom politischen Establishment. Zuletzt hie&szlig; es: Er sei dem Amt des Ministerpr&auml;sidenten alleine k&ouml;rperlich und geistig nicht gewachsen. Die Angriffe auf Corbyn, der sein ganzes politisches Leben lang f&uuml;r die Armen, die Arbeiter, f&uuml;r Benachteiligte und Minderheiten eingestanden ist und gegen Rassismus, Apartheid &ndash; sei es in S&uuml;d-Afrika oder Israel &ndash; und die kriegerische Au&szlig;enpolitik Gro&szlig;britanniens gek&auml;mpft hat, sind kein Zufall, so der Journalist Jonathan Cook. Er sieht darin vielmehr den konzertierten Versuch der etablierten Kr&auml;fte, ihn von der Macht fernzuhalten &ndash; koste es, was es wolle. Ein Artikel von <strong>Jonathan Cook<\/strong> <a href=\"https:\/\/www.counterpunch.org\/2019\/07\/05\/the-plot-to-keep-jeremy-corbyn-out-of-power\/\">aus dem Englischen<\/a> von <strong>Susanne Hofmann<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\n<em>Jonathan Cook&nbsp;ist britischer Journalist und berichtet seit 2001 als freier Auslandskorrespondent aus Nazareth. Er ist Preistr&auml;ger des Martha Gellhorn Prize for Journalism. Zu seinen B&uuml;chern geh&ouml;ren &bdquo;Israel and the Clash of Civilisations: Iraq, Iran and the Plan to Remake the Middle East&ldquo; und &bdquo;Disappearing Palestine: Israel&rsquo;s Experiments in Human Despair&rdquo;. Seine Berichte finden sich auch <a href=\"https:\/\/www.jonathan-cook.net\/\">auf seiner Website<\/a>.<\/em><\/p><p><strong>Das Komplott mit dem Ziel, Jeremy Corbyn von der Macht fernzuhalten<\/strong><\/p><p>W&auml;hrend des j&uuml;ngsten schier unaufh&ouml;rlichen Medien-&bdquo;Rummels&ldquo; um Jeremy Corbyns angebliche Untauglichkeit f&uuml;r das Amt des Labour-Vorsitzenden &ndash; ganz zu schweigen vom Amt des Premierministers &ndash; ger&auml;t leicht in Vergessenheit, wo wir standen, kurz bevor er die Unterst&uuml;tzung einer &uuml;berw&auml;ltigenden Mehrheit der Labour-Mitglieder bekam, die Parteif&uuml;hrung zu &uuml;bernehmen.<\/p><p>In den vorangegangenen Jahren kam man im Fernsehen um die Figur Russell Brand kaum herum: ein Komiker und zweitrangiger Filmstar, der sich nach jahrelangem Kampf gegen Drogenabh&auml;ngigkeit als spiritueller Guru und politischer Revolution&auml;r wiedererfunden hatte.<\/p><p>Das politische und mediale Establishment reagierte mit feixender Herablassung auf Brands Kritik &ndash; Tacheles im Schnellsprech &ndash; an der bestehenden politischen Ordnung. Diskreditiert nannte er sie, unverantwortlich und nicht repr&auml;sentativ. Dennoch begegneten ihm die britischen Medien, das war zu einer Zeit, ehe Donald Trump Pr&auml;sident der Vereinigten Staaten geworden war, mit einer gewissen Nachsicht. Offenbar glaubten sie, er und seine Ideen k&ouml;nnten ihnen zu besseren Quoten beim j&uuml;ngeren Publikum verhelfen.<\/p><p>Doch Brand entwickelte deutlich mehr Strahlkraft, als man ihm zugetraut hatte. Sogar mit angeblichen medialen Schwergewichten wie Jeremy Paxman von der BBC und Jon Snow von Channel 4 nahm er es auf und rang sie nieder, mit Charme und indem er sie blamierte. Dazu verhalfen ihm seine Empathie und seine nachdenkliche Radikalit&auml;t. Selbst im geistigen Wettstreit nach Art der Gladiatorenk&auml;mpfe, die das heutige Fernsehen so liebt, lie&szlig; er diese Titanen des politischen Interviews als mittelm&auml;&szlig;ig, oberfl&auml;chlich und abgehoben erscheinen. Videos dieser Kopf-an-Kopf-Rennen verbreiteten sich im Internet wie ein Lauffeuer und Brand errang Hunderttausende neue Follower.<\/p><p>Dann jedoch &uuml;berspannte er den Bogen.<\/p><p><strong>Demokratie als Scharade<\/strong><\/p><p>Anstatt es dabei zu belassen, das politische System lediglich zu kritisieren, behauptete Brand, dass es vielmehr von den M&auml;chtigen und von Konzerninteressen derart manipuliert worden sei, dass die westliche Demokratie zur Scharade verkommen sei. Wahlen seien sinnlos, unsere Stimmabgabe lediglich ein Feigenblatt, mit dem verborgen werde, dass unsere politischen Entscheidungstr&auml;ger nicht uns, sondern nur die Interessen der weltumspannenden Konzerne repr&auml;sentieren. Die Eliten aus Politik und Medien seien vom Geld der Konzerne gekapert worden. Unsere Stimmen seien bedeutungslos geworden.<\/p><p>Brand belie&szlig; es nicht beim Reden. Er wurde aktiv. Er blamierte unsere unt&auml;tigen Politiker und Konzernmedien &ndash; das alles war noch vor dem verheerenden Brand des Grenfell Towers &ndash; indem er daf&uuml;r sorgte, einer Gruppe armer Mieter in London Aufmerksamkeit zu verschaffen. Sie nahmen es mit der Macht eines Unternehmens auf, das ihr Vermieter geworden war und sie vor die T&uuml;r setzen wollte, um die Wohnungen zu renovieren und deutlich betuchtere Kunden anzuziehen. Brands revolution&auml;re Worte waren zur revolution&auml;ren Tat geworden.<\/p><p>Kurz bevor Brands Zur&uuml;ckweisung der althergebrachten Politik sich ausweitete und eine grunds&auml;tzlichere Stimmung aufzugreifen begann, wurde sein Tun j&auml;h gestoppt. Nachdem Corbyn unerwartet zum Labour-Chef gew&auml;hlt wurde und so zum ersten Mal seit Menschengedenken das Angebot einer Politik machte, die mehr auf die Menschen h&ouml;rte denn auf das Geld, wirkte Brands Art der Zur&uuml;ckweisung etwas zu zynisch oder zumindest verfr&uuml;ht. <\/p><p>Corbyns Sieg mag einen Umbruch markieren, es lohnt jedoch, sich zu vergegenw&auml;rtigen, dass es dazu nur aufgrund eines Fehlers, oder vielleicht zweier Fehler, kam.<\/p><p><strong>Betriebsunfall Corbyn<\/strong><\/p><p>Zun&auml;chst willigte eine Handvoll Labour-Abgeordneter ein, Corbyn f&uuml;r den Wettstreit um die F&uuml;hrung aufzustellen, indem sie ihn &uuml;ber die Schwelle hievten. Nur so konnte sein Name &uuml;berhaupt auf dem Stimmzettel stehen. Die meisten von ihnen unterst&uuml;tzten ihn nur, weil sie den Eindruck einer fairen und offenen Wahl erwecken wollten. Nach seinem Wahlsieg bedauerten manche lautstark, ihm beigesprungen zu sein. Keiner hatte einem Vertreter des winzigen und belagerten linken Fl&uuml;gels der Fraktion &uuml;berhaupt eine Chance einger&auml;umt &ndash; nicht nachdem Tony Blair und seine Gefolgsleute mehr als zwei Jahrzehnte darauf verwendet hatten, Labour zu erneuern und zu dem Zwecke ihre eigene Art der Unterwanderung praktizierten, um jegliche &Uuml;berbleibsel von Sozialismus in der Partei zu tilgen. Diese Abgeordneten von &bdquo;New Labour&ldquo; dienten dazu, genau wie Brand festgestellt hatte, die Interessen der Konzernklasse zu vertreten, nicht die kleinen Leute.<\/p><p>Corbyn hatte v&ouml;llig andere Vorstellungen als die meisten seiner Kollegen. Im Laufe der Jahre hatte er bei Abstimmungen im Parlament immer wieder mit dem Konsens des dominanten Lagers der Blair-Anh&auml;nger gebrochen und konsequent eine Minderheitsmeinung eingenommen. Damit stand er auf der richtigen Seite der Geschichte, wie sich sp&auml;ter herausstellte. Als einziger der Bewerber um die Parteif&uuml;hrung erhob er seine Stimme unmissverst&auml;ndlich gegen die Austerit&auml;tspolitik. Diese betrachtete er als eine Methode, noch mehr &ouml;ffentliche Gelder abzusaugen, um damit die Unternehmen und Banken zu bereichern, die bereits enorme Summen aus den &ouml;ffentlichen Kassen eingesackt hatten und zwar in einem solchen Umfang, dass sie bis zum Jahr 2008 nahezu das gesamte westliche Wirtschaftssystem in den Bankrott getrieben hatten.<\/p><p>Und Corbyn entschied die Wahl zum Parteivorsitzenden noch aus einem zweiten Grund f&uuml;r sich: Erst kurz zuvor war das Regelwerk der Partei abge&auml;ndert worden, ein Umstand, der jetzt von den Parteifunktion&auml;ren au&szlig;erordentlich bedauert wird. Ein neues internes Wahlsystem verlieh den Stimmen normaler Parteimitglieder mehr Gewicht als denen der Fraktionsmitglieder. Und die Parteimitglieder, im Gegensatz zur Parteimaschinerie, wollten Corbyn. <\/p><p>Corbyns Erfolg widerlegte Brand aber nicht wirklich. Selbst die ausgefeiltesten Systeme haben ihre Macken, vor allem, wenn als lebenswichtig erachtet wird, dass das g&uuml;tige Image des Systems erhalten bleibt. Corbyns Wahl hatte nicht etwa gezeigt, dass Britanniens politisches System doch repr&auml;sentativ und verl&auml;sslich ist. Sie ist schlicht ein Hinweis darauf, dass sich die Konzernmacht f&uuml;r einen potentiellen Unfall anf&auml;llig gemacht hat, indem sie lieber verdeckt, im Schatten arbeitet, um die Illusion von Demokratie aufrechtzuerhalten. Dieser Unfall war Corbyn.<\/p><p><strong>&sbquo;Gehirnw&auml;sche im Namen der Freiheit&lsquo;<\/strong><\/p><p>Corbyns Erfolg war auch kein Beweis daf&uuml;r, dass die Machtstruktur, die er herausgefordert hat, geschw&auml;cht worden w&auml;re. Das System hatte noch Bestand und es hielt das politische und mediale Establishment, das daf&uuml;r da ist, seine Interessen zu wahren, im W&uuml;rgegriff. Und aus diesem Grund bietet das System auch fortw&auml;hrend diese Kr&auml;fte auf, um Corbyn zu schaden und das Risiko eines weiteren, noch katastrophaleren &bdquo;Unfalls&ldquo; abzuwenden &ndash; zum Beispiel, wenn er Premierminister w&uuml;rde.<\/p><p>Wenn man sich die Liste dessen vor Augen f&uuml;hrt, was die staatlichen und konzerngef&uuml;hrten Medien alles aufgeboten haben, um Corbyn zu schw&auml;chen, f&auml;nde das jeder grotesk, der nicht v&ouml;llig in diesen von den Medien konstruierten Narrativen versunken ist. Fast alle von uns sind jedoch seit unserer Geburt dieser Art von &bdquo;Gehirnw&auml;sche im Namen der Freiheit&ldquo; ausgesetzt.<\/p><p>Anf&auml;nglich attackierte man Corbyn, weil er schlecht gekleidet, dazu ein Sexist, unstaatsm&auml;nnisch, eine Bedrohung der nationalen Sicherheit, ein kommunistischer Spion sei &ndash; derart erbarmungs- und substanzlosen Verleumdungen war kein anderer Parteichef je ausgesetzt. Doch die Anw&uuml;rfe wurden mit der Zeit auf noch emp&ouml;rendere Weise propagandistisch, als n&auml;mlich die Kampagne, ihn zu untergraben, nicht nur fehlschlug, sondern gar nach hinten losging &ndash; nicht zuletzt, weil die Zahl der Parteimitglieder unter Corbyn explodierte und Labour zur gr&ouml;&szlig;ten Partei in Europa machte.<\/p><p>Je dringlicher es f&uuml;r das Establishment wurde, ihn von der Macht fernzuhalten und je verzweifelter sie es versuchten, desto dr&auml;ngender und verzweifelter wurden auch die Angriffe.<\/p><p><strong>Die Neudefinition von Antisemitismus<\/strong><\/p><p>Corbyn war in vielerlei Hinsicht als Chef einer westlichen Partei, f&uuml;r die die Macht zum Greifen nahe war, ganz und gar ungew&ouml;hnlich. Pers&ouml;nlich war er zur&uuml;ckhaltend und lebte bescheiden. Ideologisch war er entschieden gegen die Sto&szlig;richtung eines vier Jahrzehnte anhaltenden neoliberalen Turbokapitalismus, den Thatcher und Reagan Anfang der achtziger Jahre entfesselt hatten. Er widersetzte sich Kriegen, die dem Imperium dienen sollten &ndash; modischen &bdquo;humanit&auml;ren Interventionen&ldquo;, deren eigentliches Ziel es war, andere souver&auml;ne Staaten anzugreifen, um entweder ihre Ressourcen, normalerweise &Ouml;l, zu kontrollieren oder die Taschen des milit&auml;risch-industriellen Komplexes zu f&uuml;llen.<\/p><p>Es war schwierig, Corbyn wegen dieser Positionen direkt anzugreifen. Es bestand die Gefahr, dass sie sich bei den W&auml;hlern als beliebt erweisen k&ouml;nnten. Aber man machte bei Corbyn eine Achillesferse aus. Er hatte sich sein Leben lang gegen Rassismus eingesetzt und war bekannt daf&uuml;r, dass er die Rechte der seit langem leidenden Pal&auml;stinenser unterst&uuml;tzte. Das politische und mediale Establishment haben rasch erkannt, dass sie seine Unterst&uuml;tzung der Pal&auml;stinenser und seine Kritik an Israel zu Antisemitismus umm&uuml;nzen konnten. Bald wurde er als eine F&uuml;hrungsfigur pr&auml;sentiert, der gerne einer &bdquo;institutionell&ldquo; antisemitischen Partei vorstand.<\/p><p>Unter dem Druck dieser Angriffe sah sich Labour gezwungen, eine neue und h&ouml;chst umstrittene Definition von Antisemitismus einzuf&uuml;hren &ndash; eine, die f&uuml;hrende Juristen ablehnten und die sp&auml;ter der Anwalt, der sie ausgearbeitet hatte, verworfen hat &ndash;, eine Definition, die Kritik an Israel und Antizionismus ausdr&uuml;cklich mit Judenhass &uuml;ber einen Kamm schert. Von den wenigen ideologischen Verb&uuml;ndeten Corbyns in der Partei &ndash; diejenigen, die sich dem Konsens der Blair-Anh&auml;nger verweigerten &ndash; wurde einer nach dem anderen als Antisemit abgeschossen. Ihnen wurde entweder diese Gleichsetzung zum Verh&auml;ngnis oder man hat sie, wie den Labour-Abgeordneten Chris Williamson, geteert und gefedert, weil sie versucht haben, Labour gegen die Anschuldigungen eines angeblich endemischen Antisemitismus in seinen Reihen zu verteidigen.<\/p><p>Die b&ouml;sen Absichten der Antisemitismus-Verleumdungen waren in Bezug auf Williamson besonders deutlich. Der Kommentar, der ihn in so gro&szlig;e Schwierigkeiten st&uuml;rzte und dazu f&uuml;hrte, dass man ihn zwei Mal vor&uuml;bergehend aus der Partei ausgeschlossen hat &ndash;, wurde auf Video aufgezeichnet. Darin h&ouml;rt man, wie er den Antisemitismus eine &bdquo;Gei&szlig;el&ldquo; nennt, der man die Stirn bieten m&uuml;sse. Williamson bestritt aber auch, allen Beweisen nach, dass Labour &uuml;berhaupt ein besonderes Antisemitismusproblem habe. Zum Teil machte er die Partei daf&uuml;r verantwortlich, dass sie Kritikern mit ungerechtfertigten Vorw&uuml;rfen nicht energischer entgegentr&auml;te. Dies verst&auml;rke die Angriffe und Verleumdungen nur noch. Er bemerkte, dass Labour &bdquo;als rassistische, fanatische Partei d&auml;monisiert&ldquo; worden sei und f&uuml;gte hinzu: &bdquo;Die Reaktion unserer Partei war teilweise daf&uuml;r verantwortlich, weil wir meiner Meinung nach &hellip; viel zu defensiv reagiert haben, wir haben uns in die Knie zwingen lassen und waren zu apologetisch.&ldquo;<\/p><p>Der Guardian hat Williamsons &Auml;u&szlig;erungen nicht nur einmal ins falsche Licht ger&uuml;ckt, sondern jedesmal, wenn er &uuml;ber die Weiterentwicklung seines Falls berichtete. In jedem Guardian-Bericht hei&szlig;t es gegen den h&ouml;rbaren Beweis, Williamson habe gesagt, Labour sei &bdquo;zu apologetisch in Bezug auf Antisemitismus&ldquo;. Kurz gesagt, der Guardian und die &uuml;brigen Medien haben unterstellt, dass Williamson Antisemitismus guthei&szlig;e. Tats&auml;chlich sagte er jedoch, dass Labour &bdquo;zu apologetisch&ldquo; gewesen sei, wenn die Partei mit unfairen oder unvern&uuml;nftigen Antisemitismus-Vorw&uuml;rfen konfrontiert war, dass sie die unbegr&uuml;ndete Pr&auml;misse seiner Kritiker, die Partei dulde Rassismus, zu bereitwillig akzeptiert h&auml;tte.<\/p><p><strong>Erinnerung an die Hexenjagd von Salem<\/strong><\/p><p>Der McCarthy-Charakter dieses Prozesses von Falschdarstellung und Kontaktschuld trat deutlich hervor, als Jewish Voice for Labour (JVL), eine Gruppe j&uuml;discher Parteimitglieder, die Corbyn gegen die Antisemitismusabstriche verteidigt hatten, sich f&uuml;r Williamson stark machte. Jon Lansman, ein Gr&uuml;nder der Momentum-Gruppe, die Corbyn urspr&uuml;nglich nahe stand, wandte sich an die JVL und nannte sie &bdquo;Teil des Problems und nicht Teil der L&ouml;sung des Antisemitismus in der Labour Party&ldquo;. Dann f&uuml;gte er noch die h&auml;ssliche, aber zunehmend f&uuml;r normal befundene Bemerkung hinzu: &bdquo;Man kann weder die &uuml;berwiegende Mehrheit der einzelnen Mitglieder der JVL noch die Organisation selbst wirklich als Teil der j&uuml;dischen Gemeinde betrachten.&ldquo;<\/p><p>In dieser aufgeheizten Atmosph&auml;re mussten Corbyns Verb&uuml;ndete gestehen, dass die Partei institutionell antisemitisch sei, sie mussten sich von Corbyn distanzieren und sich h&auml;ufig einem Antisemitismus-Training unterziehen. Andernfalls wird, wie bei der Hexenjagd in Salem, das Abstreiten des Vorwurfs als Schuldbeweis behandelt.<\/p><p>Die Antisemitismus-Behauptungen wurden fast t&auml;glich &uuml;ber das enge Spektrum der Konzernmedien hinweg nachgeplappert, obwohl tats&auml;chliche Beweise f&uuml;r ein Antisemitismus-Problem in Labour fehlen, das &uuml;ber das marginale Antisemitismus-Problem hinausgehen w&uuml;rde, das man auch in der breiteren britischen Gesellschaft antrifft. Die Vorw&uuml;rfe haben einen Siedepunkt erreicht und wurden von den Medien zu einer derartigen Hysterie aufgepeitscht, dass die Partei derzeit von der Gleichstellungs- und Menschenrechtskommission untersucht wird. Sie ist damit die einzige Partei au&szlig;er der neonazistischen British National Party, die jemals einer solchen Untersuchung ausgesetzt war.<\/p><p>Diese Angriffe haben die gesamte Debattenkultur &uuml;ber Israel, die Pal&auml;stinenser, den Zionismus und den Antisemitismus in einer Weise ver&auml;ndert, die vor 20 Jahren unvorstellbar war, als ich begann, &uuml;ber den israelisch-pal&auml;stinensischen Konflikt zu berichten. Damals war die Behauptung, der Antizionismus &ndash; also die Opposition gegen Israel als einen Staat, der Juden gegen&uuml;ber Nichtjuden privilegiert &ndash; sei dasselbe wie Antisemitismus, schlicht l&auml;cherlich. Diese Vorstellung vertraten damals nur die wirrsten Israel-Apologeten. <\/p><p>Jetzt dagegen behaupten f&uuml;hrende liberale Kommentatoren wie Jonathan Freedland vom Guardian nicht nur, dass Israel ein wesentlicher Bestandteil ihrer j&uuml;dischen Identit&auml;t ist, sondern dass sie f&uuml;r alle anderen Juden sprechen, wenn sie eine solche Identifizierung vornehmen. Israel zu kritisieren bedeutet, sie als Juden anzugreifen und indirekt alle Juden anzugreifen. Und deshalb wird jeder Jude, der diesem Konsens widerspricht, jeder Jude, der sich als Antizionist identifiziert, jeder Jude in der Labour Party, der Corbyn unterst&uuml;tzt &ndash; und es gibt ihrer viele, auch wenn man sie weitgehend ignoriert &ndash;, in &Uuml;bereinstimmung mit Lansman als die &bdquo;falsche Art Juden&ldquo; denunziert. Das mag eine absurde Logik sein, aber solche Ideen sind heute so verbreitet, dass sie gar nicht mehr auffallen.<\/p><p>Tats&auml;chlich ist es so normal geworden, Antisemitismus als Waffe gegen Corbyn einzusetzen, dass bereits w&auml;hrend ich diesen Beitrag schrieb, ein neuer Tiefpunkt erreicht wurde: Jeremy Hunt, der Au&szlig;enminister, der Boris Johnson im bevorstehenden Rennen der Tory-F&uuml;hrung besiegen will, warf Corbyn vor, ein neuer Hitler zu sein, ein Mann, der als Premierminister die Vernichtung der Juden zulassen k&ouml;nnte, wie es in den Todeslagern der Nazis geschah. <\/p><p><strong>&sbquo;Zu gebrechlich&lsquo; um Premierminister zu sein<\/strong><\/p><p>Obwohl der Antisemitismus zum bevorzugten Kampfmittel gegen Corbyn geworden ist, tauchen regelm&auml;&szlig;ig noch andere Angriffsformen auf. Die neuesten sind Kommentare namentlich nicht genannter &bdquo;leitender Beamter&ldquo;, die in der Times zitiert werden. Sie behaupten, dass Corbyn k&ouml;rperlich zu gebrechlich und geistig zu schlecht ger&uuml;stet sei, um die Details zu erfassen, die notwendig sind, um das Amt des Premierministers auszu&uuml;ben. Es spielt kaum eine Rolle, ob der Kommentar tats&auml;chlich von einem hohen Beamten stammt oder einfach von der Times fabriziert wurde. Es ist ein weiterer Beweis f&uuml;r die antidemokratischen Bem&uuml;hungen des politischen und medialen Establishments, Corbyn zu diskreditieren, jetzt wo eine Wahl anstehen k&ouml;nnte.<\/p><p>Es geh&ouml;rt zur Ironie der Situation, dass Corbyns Kritiker in den Medien ihm regelm&auml;&szlig;ig vorwerfen, dass es ihm nicht gel&auml;nge, politisches Kapital aus dem grotesken Chaos der regierenden konservativen Partei zu schlagen, die sich selbst zerfleischt &uuml;ber die Bedingungen des Brexits, den bevorstehenden Austritt Gro&szlig;britanniens aus der Europ&auml;ischen Union. Dabei sind es die Konzernmedien, die sowohl als Hauptdebattenforum der Gesellschaft als auch als angeblicher Wachhund der Macht dienen und es auf krasse Weise vers&auml;umen, die Tories zur Rechenschaft ziehen. W&auml;hrend sich die Medien zwanghaft mit Corbyns angeblichen geistigen Defiziten befassen, haben sie den Weg von Boris Johnson geebnet, einem Mann, der wie kein anderer im Politbetrieb das Wort &bdquo;Trottel&ldquo; verk&ouml;rpert. So ist er drauf und dran, neuer Chef der konservativen Partei zu werden und damit automatisch &ndash; und ohne Wahl &ndash; der n&auml;chste Ministerpr&auml;sident.<\/p><p>Bereits Monate nach seiner Wahl zum Labour-Vorsitzenden im Jahr 2015 gab es einen Vorgeschmack davon, wie der unerbittliche Rufmord an Corbyn koordiniert wird. Ein britischer General lie&szlig; die Times, wiederum anonym, wissen, dass es &bdquo;direkte Aktionen&ldquo; &ndash; er sprach auch von &bdquo;Meuterei&ldquo; &ndash; der Streitkr&auml;fte geben w&uuml;rde, sollte Corbyn jemals auch nur in Sichtweite der Macht kommen. Die Gener&auml;le, sagte er, betrachteten Corbyn als Bedrohung der nationalen Sicherheit und sie w&uuml;rden alle Mittel &ndash; &bdquo;faire oder schmutzige&ldquo; &ndash; einsetzen, um ihn von der Umsetzung seines politischen Programms abzuhalten.<\/p><p><strong>Spie&szlig;rutenlauf<\/strong><\/p><p>Doch diese Kampagne von Angriffen auf Corbyn im eigenen Lande muss man in einem noch gr&ouml;&szlig;eren Rahmen sehen und der hat zu tun mit Gro&szlig;britanniens transatlantischer &bdquo;besonderer Beziehung&ldquo;. De facto bedeutet diese Beziehung, dass Gro&szlig;britannien dem Batman der Vereinigten Staaten als Robin dient oder dem globalen Hegemon als deutlich unterlegener Partner.<\/p><p>Im vergangenen Monat wurde ein privates Gespr&auml;ch &uuml;ber Corbyn zwischen dem US-Au&szlig;enminister Mike Pompeo und den f&uuml;hrenden K&ouml;pfen einer Handvoll rechter amerikanisch-j&uuml;discher Organisationen geleakt. Im Gegensatz zur stetig wiederholten Ansicht der britischen Konzernmedien, dass Corbyn eine so absurde Figur sei, dass er niemals eine Wahl gewinnen k&ouml;nnte, wurde im Washingtoner Gespr&auml;ch auf beiden Seiten die Bef&uuml;rchtung laut, dass der Labour-Chef bald britischer Premierminister werden k&ouml;nnte.<\/p><p>Erneut wurde Corbyn als Antisemit verleumdet. Auf der Aufnahme konnte man einen j&uuml;dischen Wortf&uuml;hrer in den USA h&ouml;ren, wie er Pompeo fragte, ob er &bdquo;bereit sei, mit uns zusammenzuarbeiten, um Ma&szlig;nahmen zu ergreifen, wenn das Leben der Juden in Gro&szlig;britannien sehr schwierig wird&ldquo;. Pompeo erwiderte, es sei gut m&ouml;glich, dass &bdquo;Mr. Corbyn den Spie&szlig;rutenlauf &uuml;bersteht und gew&auml;hlt wird&ldquo; &ndash; eine bezeichnende Redewendung, die ebenso wenig Beachtung fand wie die Geschichte selbst. Dies ist insofern bemerkenswert, als sie offenbart, dass einer der hochrangigsten Beamten der Trump-Administration ganz explizit &uuml;ber die Einmischung in den Ausgang einer britischen Wahl sprach. <\/p><p>Das Lexikon definiert &bdquo;Spie&szlig;rutenlauf&ldquo; wie folgt: Teilnahme an einer Art k&ouml;rperlicher Bestrafung, bei der die f&uuml;r schuldig befundene Partei gezwungen ist, zwischen zwei Reihen von Soldaten zu laufen, die ausholen und ihn angreifen.<\/p><p>Pompeo legt also nahe, dass bereits ein Kampf im Gange ist &ndash; gezielte und koordinierte Hiebe und Schl&auml;ge gegen Corbyn &ndash;, den er durchstehen muss. Tats&auml;chlich beschreibt &bdquo;ein Spie&szlig;rutenlauf&ldquo; genau die Erfahrung, mit der Corbyn seit seiner Wahl zum Labour-Anf&uuml;hrer konfrontiert ist: vonseiten der Konzernmedien, der dominierenden Fraktion der Blair-Anh&auml;nger in seiner eigenen Partei, vonseiten rechter, proisraelischer j&uuml;discher Organisationen wie dem Board of Deputies und anonymer Gener&auml;le und hoher Beamter.<\/p><p><strong>&sbquo;Wir haben get&auml;uscht, wir haben gestohlen&lsquo;<\/strong><\/p><p>Pompeo fuhr fort: &bdquo;Sie sollten wissen, wir werden nicht darauf warten, dass er diese Dinge tut, ehe wir damit beginnen, ihn zur&uuml;ckzudr&auml;ngen. Wir werden unser Bestes geben. Wenn der Fall erst einmal eingetreten ist, wird es zu riskant, zu wichtig und zu schwierig.&ldquo;<\/p><p>Washington ist also der Ansicht, dass man handeln m&uuml;sse, ehe Corbyn eine Machtposition erreicht. Um der Gefahr zu entgehen, dass er der n&auml;chste britische Premierminister wird, werden die USA ihr &bdquo;Bestes&ldquo; geben, um ihn &bdquo;zur&uuml;ckzudr&auml;ngen&ldquo;. Angenommen, dieses Ziel ist nicht pl&ouml;tzlich zur Priorit&auml;t der US-Regierung geworden, wie viel Zeit meinen die USA zu haben, ehe Corbyn vielleicht an die Macht kommt? Wird bald in Gro&szlig;britannien gew&auml;hlt?<\/p><p>Wie jeder in Washington nur allzu genau wei&szlig;, sind Neuwahlen in Gro&szlig;britannien recht wahrscheinlich, da die Konservativen vor zwei Jahren nur mit Hilfe wankelm&uuml;tiger, kompromissloser Ulster-Loyalisten eine Minderheitenregierung begr&uuml;ndet hatten. Seitdem dr&auml;uen Wahlen, da sich die Regierungspartei Gro&szlig;britanniens &uuml;ber den Brexit zerfleischt hat, ihre Abgeordneten regelm&auml;&szlig;ig bei Parlamentsabstimmungen ihre eigene Vorsitzende, Premierministerin Theresa May, &uuml;berstimmt haben.<\/p><p>Wenn Pompeo also sagt, wie es hier den Anschein hat, dass die USA lange vor der Wahl alles tun w&uuml;rden, um sicherzustellen, dass Corbyn diese Wahl nicht gewinnt, hei&szlig;t dies, dass die USA bereits tief in Anti-Corbyn-Aktivit&auml;ten verstrickt sind. Pompeo sagt nicht nur, dass die USA bereit sind, sich in die Wahlen in Gro&szlig;britannien einzumischen, was schon schlimm genug ist. Er deutet an, dass sich die USA bereits in die britische Politik einmischen, um sicherzugehen, dass der Wille des britischen Volkes nicht den Falschen an die Macht bringt.<\/p><p>Denken Sie daran, dass Pompeo, ein ehemaliger CIA-Direktor, einst de facto Amerikas oberster Spion, ungew&ouml;hnlich freim&uuml;tig &uuml;ber das Treiben seiner Beh&ouml;rde zu seiner Amtszeit sprach. Er bemerkte: &bdquo;Ich war der CIA-Direktor. Wir haben gelogen, wir haben geschummelt, wir haben gestohlen. Es war so, als h&auml;tten wir regelechte Lehrg&auml;nge darin absolviert. &rdquo;<\/p><p>Man m&uuml;sste schon au&szlig;ergew&ouml;hnlich naiv sein zu glauben, dass Pompeo die Kultur der CIA w&auml;hrend seiner kurzen Amtszeit ver&auml;ndert hat. Er wurde einfach die Gallionsfigur der m&auml;chtigsten Spionagetruppe der Welt, die Jahrzehnte darauf verwendet hatte, die Prinzipien des US-amerikanischen Exzeptionalismus zu entwickeln. Auf dessen Grundlage logen die USA die j&uuml;ngsten Kriege im Irak und in Libyen herbei, genauso wie dies fr&uuml;her in Bezug auf Vietnam, bei der Rechtfertigung des Atombombenabwurfs auf Hiroshima und vielen weiteren Aggressionen der Fall war. Verdeckte Operationen und psychologische Kriegsf&uuml;hrung wurden nicht von Pompeo erfunden. Sie sind seit langem eine tragende S&auml;ule der US-Au&szlig;enpolitik.<\/p><p><strong>Ein br&ouml;ckelnder Konsens<\/strong><\/p><p>Man muss schon sehr vernagelt sein, um hier kein deutliches Muster zu erkennen.<\/p><p>Brand hatte recht damit, dass das System manipuliert ist, dass unsere politischen und Medien-Eliten gekapert sind und dass sich die Machtstruktur unserer Gesellschaften mit allen Mitteln verteidigen wird &ndash; &bdquo;fairen oder schmutzigen&ldquo;. Corbyn ist bei Weitem nicht der einzige, der diese Behandlung erf&auml;hrt. Das System ist auch auf eine Weise manipuliert, dass ein demokratischer Sozialist wie Bernie Sanders &ndash; nicht jedoch ein reicher Gesch&auml;ftsmann wie Donald Trump &ndash; daran gehindert wird, die Nominierung f&uuml;r das Rennen um das Amt des US-Pr&auml;sidenten zu gewinnen. Das manipulierte System dient auch dazu, echte Journalisten wie Julian Assange zum Schweigen zu bringen, die versuchen, den von den Konzernmedien gesch&auml;tzten Journalismus zu kippen &ndash; der darauf beruht, sich f&uuml;r seine Storys auf offizielle Quellen und Insider zu st&uuml;tzen &ndash; um die Geheimnisse der nationalen Sicherheitsstaaten auszuplaudern, in denen wir leben.<\/p><p>Hier ist eine Verschw&ouml;rung im Gange, die jedoch von Kritikern nicht angeprangert wird: Eine kleine Kabale der Reichen zieht heimlich die F&auml;den unserer Gesellschaft. Die Verschw&ouml;rung findet auf institutioneller Ebene statt und hat sich im Laufe der Zeit weiterentwickelt, um Strukturen zu schaffen und Werte zu verfeinern und zu verankern, die Macht und Reichtum in den H&auml;nden der Wenigen halten. In diesem Sinne sind wir alle Teil der Verschw&ouml;rung. Es ist eine Verschw&ouml;rung, die uns jedes Mal umf&auml;ngt, wenn wir die &bdquo;einvernehmlichen&ldquo; Narrative, die unsere Bildungssysteme, Politiker und Medien f&uuml;r uns eingerichtet haben, akzeptieren, ohne sie zu hinterfragen. Unsere Gedanken wurden mit Mythen, &Auml;ngsten und Narrativen eingenommen, die uns in Truth&auml;hne verwandelt haben, die immer wieder f&uuml;r Weihnachten stimmen.<\/p><p>Dieses System ist jedoch nicht v&ouml;llig unbezwingbar. Der Konsens, der &uuml;ber viele Jahrzehnte hinweg so sorgf&auml;ltig erarbeitet wurde, f&auml;llt derzeit in sich zusammen, da die Machtstruktur, die ihn st&uuml;tzt, gezwungen ist, sich mit Problemen der realen Welt auseinanderzusetzen. Dazu ist sie aber g&auml;nzlich ungeeignet &ndash; man denke an den allm&auml;hlichen Zusammenbruch der westlichen Volkswirtschaften, die auf unendlichem Wachstum beruhen und an das Klima, das sich gegen unseren uners&auml;ttlichen Hunger auf die Ressourcen des Planeten wehrt.<\/p><p>Solange wir im Konsens der westlichen Gesellschaften zusammengearbeitet haben, funktionierte das System ohne Herausforderung oder bedeutsamen Dissens. Ein zutiefst ideologisches System, das den Planeten zerst&ouml;rte, wurde so behandelt, als w&auml;re es nat&uuml;rlich, unver&auml;nderlich, der Gipfel des menschlichen Fortschritts, das Ende der Geschichte. Diese Zeiten sind vorbei. Unf&auml;lle wie Corbyn werden sich h&auml;ufiger ereignen, ebenso extreme Klimaereignisse und Wirtschaftskrisen. Die Machtstrukturen, die daf&uuml;r da sind, solche Unf&auml;lle zu verhindern, werden zwangsl&auml;ufig tolpatschiger, kriegerischer und weniger verborgen sein, um ihren Willen durchzusetzen. Und wir k&ouml;nnten endlich verstehen, dass ein System, das entwickelt wurde, um uns zu ruhigzustellen, w&auml;hrend einige auf Kosten unserer Kinder und unserer eigenen Zukunft reich werden, nicht fortbestehen muss. Wir k&ouml;nnten verstehen, dass wir unsere Stimmen erheben und laut sagen k&ouml;nnen: &bdquo;Nein!&ldquo;<\/p><p>Titelbild: Nathaniel St. Clair<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit Jeremy Corbyn im September 2015 mit &uuml;berw&auml;ltigender Mehrheit zum Vorsitzenden der Labour Party gew&auml;hlt wurde, weht ihm ein feindseliger Wind entgegen &ndash; aus den Medien und vom politischen Establishment. Zuletzt hie&szlig; es: Er sei dem Amt des Ministerpr&auml;sidenten alleine k&ouml;rperlich und geistig nicht gewachsen. Die Angriffe auf Corbyn, der sein ganzes politisches Leben lang<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=53211\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":53213,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[88,198,126,123,183],"tags":[1561,469,1544,1560,2333,1977,1556],"class_list":["post-53211","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-antisemitismus","category-einzelne-politiker-personen-der-zeitgeschichte","category-erosion-der-demokratie","category-kampagnentarnworteneusprech","category-medienkritik","tag-corbyn-jeremy","tag-grossbritannien","tag-kampagnenjournalismus","tag-labour-party","tag-pompeo-mike","tag-transatlantische-partnerschaft","tag-usa"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/05796534-BA66-44CA-AD2F-BEAF8E27049C-768x497.png","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/53211","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=53211"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/53211\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":53259,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/53211\/revisions\/53259"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/53213"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=53211"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=53211"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=53211"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}