{"id":53316,"date":"2019-07-11T14:00:09","date_gmt":"2019-07-11T12:00:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=53316"},"modified":"2019-07-12T07:24:41","modified_gmt":"2019-07-12T05:24:41","slug":"propaganda-im-film-die-neue-welle-antirussischer-meinungsmache","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=53316","title":{"rendered":"Propaganda im Film: Die neue Welle antirussischer Meinungsmache"},"content":{"rendered":"<p>&bdquo;Kursk&ldquo;, &bdquo;Chernobyl&ldquo;, &bdquo;Stranger Things&ldquo;, &bdquo;Pets 2&ldquo;: Zahlreiche aktuelle Filmproduktionen verbreiten antirussische Stereotype. Verpackt ist diese Propaganda oft in &bdquo;historische&ldquo; Dramen. Aber auch Fantasy-Stoffe, Kom&ouml;dien und sogar Animationsfilme f&uuml;r Kinder werden f&uuml;r den Aufbau des Feindbilds missbraucht. Von <strong>Tobias Riegel<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_2681\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-53316-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/190711_Propaganda_im_Film_als_antirussische_Meinungsmache_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/190711_Propaganda_im_Film_als_antirussische_Meinungsmache_NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/190711_Propaganda_im_Film_als_antirussische_Meinungsmache_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/190711_Propaganda_im_Film_als_antirussische_Meinungsmache_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=53316-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/190711_Propaganda_im_Film_als_antirussische_Meinungsmache_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"190711_Propaganda_im_Film_als_antirussische_Meinungsmache_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Der Untergang des russischen U-Boots &bdquo;Kursk&ldquo; im Jahr 2000 wird in einem <a href=\"https:\/\/www.wildbunch-germany.de\/movie\/kursk\">neuen Kinofilm<\/a> f&uuml;r die Aufrechterhaltung antirussischer Stereotype genutzt (Kinostart: 11. Juli). Das ist nicht &uuml;berraschend, aber dennoch sehr bedenklich. F&uuml;r diese Zwecke nutzt die europ&auml;ische Gro&szlig;produktion bewusst historische Ungenauigkeiten, obwohl doch offensichtlich &bdquo;endlich&ldquo; die &bdquo;wahre&ldquo; Geschichte erz&auml;hlt werden soll. <\/p><p><strong>Mit Drama, Thriller, Fantasy und Kinderfilm die Gr&auml;ben vertiefen<\/strong><\/p><p>Als Vorhut dieses &bdquo;historischen&ldquo; U-Boot-Dramas mit europ&auml;ischer Starbesetzung wurden in den letzten Wochen zahlreiche internationale Filmproduktionen ver&ouml;ffentlicht, die mutma&szlig;lich die bereits erzeugten Gr&auml;ben zwischen westlichen L&auml;ndern einerseits und Russland andererseits aufrechterhalten sollen. Darunter sind auch &bdquo;unverf&auml;ngliche&ldquo; Formate wie Kom&ouml;dien und sogar &ndash; besonders verwerflich &ndash; Animationsfilme f&uuml;r Kinder. Darauf wird sp&auml;ter im Text eingegangen.<\/p><p>Zun&auml;chst zum an diesem Donnerstag startenden Kinofilm &bdquo;Kursk&ldquo;, der (nur scheinbar) die &bdquo;ganze&ldquo; Geschichte des im Jahr 2000 in der Barentssee gesunkenen U-Boots erz&auml;hlt. Damals kamen alle 118 Mann der Besatzung ums Leben. &bdquo;Scheinbar&ldquo;, weil der Film die &bdquo;wahre&ldquo; Geschichte mit fiktiven Elementen anreichert, wie ganz offen zugegeben wird. Der Film wird in der Kritik teils wohlwollend aufgenommen, etwa in der FAZ, <a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/feuilleton\/kino\/video-filmkritiken\/thomas-vinterbergs-kursk-in-der-video-filmkritik-16276526.html\">die schreibt<\/a>: &bdquo;Selten hat ein so d&uuml;sterer Film so hell gestrahlt.&ldquo; Teils werden immerhin die historischen &bdquo;Freiheiten&ldquo; (zu zaghaft und teils aus falschen Gr&uuml;nden) <a href=\"https:\/\/www.morgenpost.de\/kultur\/article226443951\/Neun-Tage-die-die-Welt-in-Atem-hielten-Kursk.html\">kritisiert<\/a>. Und selbst die &bdquo;Welt&ldquo; l&auml;sst in ihrer positiven <a href=\"https:\/\/www.welt.de\/kultur\/kino\/article196615897\/U-Boot-Drama-Kursk-Diesen-Film-ueberlebt-niemand.html\">Besprechung<\/a> so etwas wie Kritik aufscheinen:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Es ist historisch umstritten, ob die M&auml;nner h&auml;tten gerettet werden k&ouml;nnen, wenn man fr&uuml;her die Angebote internationaler (sprich: Nato-)Hilfe angenommen h&auml;tte. (&hellip;) Der Film, der keinen dokumentarischen Anspruch hat, sondern mit den Fakten frei verf&auml;hrt, hat eine klare Position: Hier ist es die Ignoranz der russischen F&uuml;hrung, ihre Angst vor Gesichtsverlust und Nato-Spionage, die eine Rettung so lange verz&ouml;gert, bis es zu sp&auml;t ist.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p><strong>Fragw&uuml;rdige Entscheidungen von russischen Verantwortlichen<\/strong><\/p><p>Die damaligen, teils fragw&uuml;rdigen Entscheidungen von russischen Verantwortlichen angesichts des gesunkenen U-Boots &bdquo;Kursk&ldquo; sollen hier nicht blind verteidigt werden. Manche Vorg&auml;nge w&auml;hrend und nach dem Drama k&ouml;nnen noch heute f&uuml;r Kopfsch&uuml;tteln sorgen. Aber es dr&auml;ngen sich Fragen auf: Ist das europ&auml;ische Ausland in der moralisch herausragenden Position, um hier moralisch einzuordnen? Ist es angemessen, dass sich das europ&auml;ische Ausland bei dem Thema als Ermittler, Richter und Vollstrecker in einer Person aufspielt? Ist es angemessen, dass eine ausl&auml;ndische Gro&szlig;produktion sich nicht nur anma&szlig;t, diese Trag&ouml;die zu beschreiben, sondern sie zudem noch deutet, uminterpretiert und mit Fantasie-Elementen anreichert? <\/p><p>Und: Steht diese historische Ungenauigkeit nicht in starkem Widerspruch zum eigenen Anspruch, &bdquo;endlich&ldquo; die &bdquo;wahre&ldquo; Version der Geschichte zu erz&auml;hlen? Wahrscheinlich sind die Macher aber so besoffen vom (angeblichen) eigenen moralischen Vorsprung, dass sie sich trotz der Ungenauigkeiten und Verfremdungen noch als &bdquo;Anw&auml;lte&ldquo; der Opfer und Hinterbliebenen sehen, die von der russischen Geschichtsschreibung im Stich gelassen w&uuml;rden. Der ganze Vorgang erscheint nicht nur politisch, historisch und k&uuml;nstlerisch fragw&uuml;rdig. Er ist auch in Hinblick auf die mit der Episode verkn&uuml;pften echten Menschen piet&auml;tlos. Denn die werden ungefragt f&uuml;r eine eigene Agenda eingespannt. <\/p><p><strong>Mischung aus Dichtung und Wahrheit als Freibrief f&uuml;r Propaganda <\/strong><\/p><p>Ein anderer problematischer Aspekt bei der Vermischung von &bdquo;Wahrheit&ldquo; und Fiktion ist, dass die Macher sich bei Anschuldigungen wegen Propaganda durch Verf&auml;lschung immer auf diesen offen zugegebenen fiktiven Anteil berufen k&ouml;nnen. K&uuml;nstlerische Freiheit wird dann pl&ouml;tzlich eingefordert, w&auml;hrend man ansonsten mit der &bdquo;realen&ldquo; Historie wirbt. Die Ausfl&uuml;chte lauten dann etwa: Man habe ja keine trockene Chronik machen wollen, sondern ein erst durch die &bdquo;k&uuml;nstlerischen Freiheiten&ldquo; sozusagen &bdquo;abgerundetes&ldquo; Werk von Bedeutung, das &uuml;ber die historische Anekdote hinausgehe. Oder etwa: Man wollte bewusst kein politisches Drama machen, sondern die menschliche Dimension des Vorfalls ausloten. Dass gerade mit dieser &bdquo;menschlichen Dimension&ldquo; sehr wohl politisch wirksame Propaganda gemacht wird, ist offensichtlich. In dieser Richtung verteidigt sich nun auch der Regisseur Thomas Vinterberg, wie DPA beschreibt:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Es ist eine Geschichte der Wut und Ohnmacht, der Emp&ouml;rung und Verzweiflung, die Thomas Vinterberg erz&auml;hlt, der bewusst darauf verzichtet hat, aus &sbquo;Kursk&lsquo; ein politisches Drama zu machen. Der d&auml;nische Regisseur hatte etwas Elementareres im Sinn &ndash; &sbquo;eine Geschichte &uuml;ber Leben und Tod&lsquo;, wie er in einem Interview erz&auml;hlte.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p><strong>Gute Propaganda muss gut gemacht sein<\/strong><\/p><p>Nat&uuml;rlich treten in &bdquo;Kursk&ldquo; auch positiv besetzte Russen auf, n&auml;mlich die damaligen Opfer. Das muss sein, um die damals Verantwortlichen in ein umso schlechteres Licht zu tauchen. Und nat&uuml;rlich hat der Film &bdquo;Kursk&ldquo; auch ber&uuml;hrende Momente. Zudem ist es bis zu einem gewissen Punkt reizvoll, gute Schauspieler in einer &uuml;ppig ausgestatteten Gro&szlig;produktion zu sehen. Hier hat die europ&auml;ische Meinungsmache offensichtlich von der US-Propaganda gelernt. Diese hat es gut verstanden, die politisch-milit&auml;rische Holzhammer-Botschaft in teils schillernde und sehr unterhaltsame Kinoproduktionen zu verpacken &ndash; das machte sie jahrzehntelang so erfolgreich. Laut dem Portal &bdquo;Filmstarts&ldquo; wurde der Film &bdquo;Kursk&ldquo; auch an einen russischen Verleih verkauft, der bisher allerdings keinen Starttermin bekanntgegeben habe. <\/p><p>Interessant ist, dass Kritiker, die historische Ungenauigkeiten in westlichen Gro&szlig;produktionen anmerken, gerne als &bdquo;Spielverderber&ldquo; gesehen werden, die (ob nun im Auftrag Moskaus oder einfach aus Mangel an Empathie) ein gutes menschliches Drama nicht zu sch&auml;tzen wissen. Man k&ouml;nnte auch &ndash; im Gegenteil &ndash; sagen, dass diese Kritiker genau jene Authentizit&auml;t einfordern, die von den Filmemachern versprochen, aber nicht eingehalten wird.<\/p><p><strong>Mit Gro&szlig;produktionen die Geschichtsschreibung &bdquo;korrigieren&ldquo;<\/strong><\/p><p>U-Boot-Filme k&ouml;nnen als Klassiker des Kalten Kriegs und der antirussischen Propaganda bezeichnet werden: Die unheimlichen Szenarien der Enge im Boot verbinden sich mit der unsichtbaren und lautlosen &bdquo;russischen&ldquo; Gefahr, die sich bis vor die heimische K&uuml;ste schleichen kann. Bekanntes (und unterhaltsames) Beispiel ist &bdquo;Jagd auf Roter Oktober&ldquo;, j&uuml;ngeren Datums (2018) ist etwa die Produktion &bdquo;Hunter Killer&ldquo;. <\/p><p>Opfer von U-Boot-Propaganda wurden nicht nur die Russen. Auch die Briten mussten sich im Jahr 2000 gegen Verf&auml;lschungen zur Wehr setzen, als der US-U-Boot-Film &bdquo;U-571&ldquo; die Erbeutung der &bdquo;Enigma&ldquo; von den Nazis f&uuml;r US-Soldaten reklamierte. Der Film wurde damals sogar im britischen Parlament thematisiert und von Premierminister Tony Blair als &bdquo;Affront&ldquo; <a href=\"http:\/\/news.bbc.co.uk\/2\/hi\/uk_news\/781858.stm\">bezeichnet<\/a>.<\/p><p>Ziel der Kulturpropaganda ist nicht nur die Wirkung auf die Gegenwart, also die Vertiefung der Gr&auml;ben zu einer konkurrierenden Nation auf Basis von politischen und teils geradezu rassistischen Stereotypen. Oft genug zielen Propagandafilme in die Vergangenheit: Durch exzessiv beworbene Gro&szlig;produktionen kann die Geschichtsschreibung teils geradezu &bdquo;korrigiert&ldquo; werden.<\/p><p>Eine &auml;hnliche Diskussion dr&auml;ngt sich angesichts der neuen TV-Serie &bdquo;Chernobyl&ldquo; auf: Auch hier wird indirekt die &bdquo;endlich&ldquo; erz&auml;hlte &bdquo;Wahrheit&ldquo; versprochen. Diese wird dann aber mit viel &bdquo;Freiheit&ldquo; interpretiert. Die Serie wird zu Recht kritisiert, wie &bdquo;RT&ldquo; hier <a href=\"https:\/\/deutsch.rt.com\/gesellschaft\/88846-gespaltene-reaktionen-in-russland-auf-fernsehserie-chernobyl\/\">beschreibt<\/a>. Von anderen Kan&auml;len wird die Produktion dagegen <a href=\"https:\/\/www.dekoder.org\/de\/article\/chernobyl-serie-propaganda-erinnerungskultur\">hymnisch verteidigt<\/a>. <\/p><p><strong>Thriller, Fantasy und Kom&ouml;die als Vehikel f&uuml;r Meinungsmache<\/strong><\/p><p>Wer U-Boot-Filme im Kino sieht, wei&szlig;, welche Art von Propaganda-Vehikeln dann in der Regel auf ihn zukommen (eine Ausnahme ist etwa &bdquo;Das Boot&ldquo; von Wolfgang Petersen). Das gilt in abgeschw&auml;chter Form auch mittlerweile f&uuml;r US-Thriller, die aktuell kaum ohne russische Mafiosi auskommen, aktuelles Beispiel unter vielen: die (in ihrer Radikalit&auml;t ansonsten unterhaltsame) Reihe &bdquo;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/John_Wick\">John Wick<\/a>&ldquo;. <\/p><p>Diese M&ouml;glichkeit, sich auf die zu erwartende Meinungsmache einzustellen, hatten auch die Zuschauer der TV-Serie &bdquo;Stranger Things 3&ldquo;, die etwa vom &bdquo;Neuen Deutschland&ldquo; unter dem Titel &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.neues-deutschland.de\/artikel\/1122551.serie-stranger-things-sowjetmenschen-und-andere-monster.html\">Sowjetmenschen und andere Monster<\/a>&ldquo; rezensiert wurde. Auch grobe &bdquo;Russen&ldquo;-Kom&ouml;dien wie aktuell &bdquo;<a href=\"http:\/\/www.filmstarts.de\/kritiken\/270750.html\">Kaviar<\/a>&ldquo;  aus &Ouml;sterreich sind bereits am Titel zu identifizieren.<\/p><p><strong>Selbst Kinder werden dem russischen Superschurken &bdquo;Sergej&ldquo; ausgesetzt <\/strong><\/p><p>Bei dem aktuellen Animationsfilm &bdquo;Pets 2&ldquo; gibt es diese Warnsignale im Vorfeld aber nicht. Vielleicht ist die Produktion darum in diesem Text das perfideste Beispiel der Propaganda. Dazu kommt, dass hier bereits kleine Kinder einer groben Meinungsmache ausgesetzt sind. Denn in dem Film taucht, nachdem die Handlung lange unverf&auml;nglich vor sich hinpl&auml;tschert, der russische Superschurke &bdquo;Sergej&ldquo; auf. Diese Figur vereinigt nicht nur (angebliche) &bdquo;russische&ldquo; Eigenschaften wie Sadismus, Verschlagenheit und das rollende &bdquo;R&ldquo;. Mit seiner gro&szlig;en Krummnase in der finsteren Mimik erscheint er zudem wie eine historische antisemitische Karikatur. Doch es findet sich kaum eine Kritik, die die Eltern vor dieser pl&ouml;tzlichen und unerwarteten Indoktrination warnt.<\/p><p><strong>Warum denn keine russischen B&ouml;sewichter?<\/strong><\/p><p>Man k&ouml;nnte einwenden: Schlie&szlig;lich existieren auch im realen Leben &bdquo;b&ouml;se&ldquo; Russen &ndash; wie in jeder anderen Nation auch: Warum also keine russischen B&ouml;sewichter im Film besetzen? Dem w&auml;re rundum zuzustimmen, wenn das Stilmittel des russischen B&ouml;sewichts nicht schon quantitativ in exzessivem und nicht mehr zu rechtfertigendem Ma&szlig;e eingesetzt w&uuml;rde. Zu dieser schieren Masse an problematischen Filmfiguren kommt, dass diese sich verbinden mit der antirussischen Propaganda jenseits des Kultursektors, wie sie etwa von den gro&szlig;en deutschen Medien betrieben wird. Durch diese Verbindung und den massenhaften Einsatz verliert die Wahl des Filmb&ouml;sewichts als russisch weitgehend ihre Unschuld. <\/p><p>Es gibt sicherlich zahlreiche Beispiele f&uuml;r &auml;hnlich verzerrende russische Propagandafilme. Denen ist das hiesige Publikum aber nicht ann&auml;hernd in dem Ma&szlig;e ausgesetzt wie der US-Propaganda, die in westeurop&auml;ischen Kinos seit dem Zweiten Weltkrieg dominierend war, seit 1990 auch in vielen Teilen Osteuropas. Darum wird die russische Filmpropaganda &ndash; auch aus Unkenntnis konkreter Beispiele &ndash; hier nicht thematisiert. <\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>Mehr zum Thema:<\/strong><\/p><ul>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=50350\">Kulturpropaganda bei Leipziger Buchmesse: Wenn Spaltung zu &bdquo;Verst&auml;ndigung&ldquo; erkl&auml;rt wird<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=49250\">Kulturpropaganda und Preisverleihungen<\/a><\/li>\n<\/ul><p>Titelbild: iurii \/ Shutterstock<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&bdquo;Kursk&ldquo;, &bdquo;Chernobyl&ldquo;, &bdquo;Stranger Things&ldquo;, &bdquo;Pets 2&ldquo;: Zahlreiche aktuelle Filmproduktionen verbreiten antirussische Stereotype. Verpackt ist diese Propaganda oft in &bdquo;historische&ldquo; Dramen. Aber auch Fantasy-Stoffe, Kom&ouml;dien und sogar Animationsfilme f&uuml;r Kinder werden f&uuml;r den Aufbau des Feindbilds missbraucht. Von <strong>Tobias Riegel<\/strong>.<\/p>\n<p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><\/p>\n","protected":false},"author":14,"featured_media":53317,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[107,123,917,183],"tags":[2367,259,1363],"class_list":["post-53316","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-audio-podcast","category-kampagnentarnworteneusprech","category-kultur-und-kulturpolitik","category-medienkritik","tag-filmindustrie","tag-russland","tag-verkehrskatastrophe"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/shutterstock_199302668.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/53316","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/14"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=53316"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/53316\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":53353,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/53316\/revisions\/53353"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/53317"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=53316"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=53316"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=53316"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}