{"id":5332,"date":"2010-04-28T09:16:49","date_gmt":"2010-04-28T07:16:49","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=5332"},"modified":"2010-04-28T09:16:49","modified_gmt":"2010-04-28T07:16:49","slug":"hinweise-des-tages-1129","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=5332","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: Griechische Trag&ouml;die; Staatsanwalt forscht nach Stoiber; Neues von Paul Krugmann; das Ende von Goldman Sachs; Geheimnisverrat ist B&uuml;rgerpflicht;  auf dem Weg ins Bankenparadies; lebensl&auml;nglich Zeitarbeit; Henkels Blackout; Korruptionsvorw&uuml;rfe gegen Bahn; Panzer s&auml;en; Monsanto-Schnitzel; Wahlkampf Nordrhein-Westfalen; NRW-DGB und Bertelsmann Stiftung; Roland Berger Preis f&uuml;r Menschenw&uuml;rde (MB\/WL)<br>\n<!--more--><\/p><ol>\n<li><a href=\"#h01\">Griechenland<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h02\">Staatsanwalt forscht nach Stoiber<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h03\">Zwei Beitr&auml;ge von Paul Krugman<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h04\">M&uuml;nchau &ndash; Das Ende von Goldman Sachs<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h05\">Werner R&uuml;gemer: Geheimnisverrat ist B&uuml;rgerpflicht<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h06\">Zeise &ndash; Auf dem Weg ins Bankerparadies<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h07\">Die Zahlen der Deutschen Bank sind alarmierend<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h08\">Lebensl&auml;nglich Zeitarbeit<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h09\">Konsumklima hellt sich auf<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h10\">Henkel und die Chef-Villen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h11\">Bahn: Korruptionsvorw&uuml;rfe &ndash; Mitarbeiter unter Verdacht<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h12\">Fernbusse sollen der Bahn Konkurrenz machen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h13\">Panzer s&auml;en<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h14\">Monsanto erhebt Anspruch auf das Schnitzel<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h15\">Attac-Gruppen aus NRW @ Deutscher Gewerkschaftsbund<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h16\">Von Beruf Lobbyist: Die &Uuml;berzeugungst&auml;ter<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h17\">R&uuml;ttgers und Kraft im TV-Duell: Blo&szlig; nicht beschimpfen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h18\">Verfassungsschutz in Hessen: Linkspartei spricht von Hetze<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h19\">Spanien: Jeder f&uuml;nfte Erwerbsf&auml;hige ist arbeitslos<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h20\">Die schmutzige Wahrheit<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h21\">Das Allerletzte: Roland Berger Preis f&uuml;r Menschenw&uuml;rde<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"\/?p=5332&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Griechenland<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Sch&auml;uble schafft ein, zwei, drei, vier, viele Griechenlands<\/strong><br>\nJe l&auml;nger die Bundesregierung so tut, als sei es m&ouml;glich, sich dem griechischen Begehren zu entziehen, desto mehr wird die griechische Krankheit am Ende zur Epidemie.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.freitag.de\/politik\/1016-schaeuble-schafft-ein-zwei-drei-vier-viele-griechenlands\">Der Freitag<\/a>\n<\/li>\n<li><strong>Attac verlangt Forderungs-Verzicht von Gl&auml;ubiger-Banken<\/strong><br>\nZum heutigen Statement von Bundeskanzlerin Angela zu Griechenland erkl&auml;rt das globalisierungskritische Netzwerk Attac:<br>\nMerkel hat erneut deutlich gemacht, dass sie einer der zentralen Motoren des gegenw&auml;rtigen neoliberalen Rollback der Europ&auml;ische Union ist. Unterst&uuml;tzt von einer zynischen medialen und politischen Stimmungsmache gegen Griechenland wird so der ideologische Boden bereitet f&uuml;r &auml;hnlich harte soziale Einschnitte auch in anderen europ&auml;ischen L&auml;ndern&rdquo;, sagte Steffen Stierle vom bundesweiten Attac-Koordinierungskreis. &ldquo;Dabei ist klar: Wer Griechenland eine radikale Sparkur verordnet, versch&auml;rft die Krise, anstatt sie zu bek&auml;mpfen&rdquo;. Schlie&szlig;lich seien in kaum einem anderen europ&auml;ischen Land Arbeitslosigkeit, Billigl&ouml;hne und Armut so drastisch wie in Griechenland.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.attac.de\/aktuell\/presse\/detailansicht\/datum\/2010\/04\/26\/griechenlandkrise-merkel-als-motor-neoliberalen-rollbacks\/?cHash=0c0591e53384ec71f4ea82cd47937cb4\">Attac<\/a>\n<\/li>\n<li><strong>Gustav A. Horn: Wie Berlin die Griechen-Krise versch&auml;rfte<\/strong><br>\nAn ihrer Krise sind die Griechen vor allem selbst schuld. Doch zu allem Ungl&uuml;ck hat die Bundesregierung mit Belehrungen und nur z&ouml;gerlichen Hilfszusagen die Trag&ouml;die des Landes noch verschlimmert. Dass die deutschen Steuerzahler jetzt bluten m&uuml;ssen, hat vor allem Kanzlerin Merkel zu verantworten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/soziales\/0,1518,druck-691508,00.html\">Spiegel<\/a>\n<\/li>\n<li><strong>Hass-Mails: Griechen am Pranger<\/strong><br>\nSeitdem Griechenland in Finanznot geraten ist, erreichen die griechische Botschaft in Berlin etliche beleidigende E-Mails. &ldquo;Abzocker&rdquo; oder &ldquo;Raus aus der EU&rdquo; etwa steht darin. Viele Absender reagieren nach Botschaftsangaben direkt auf die aggressive Berichterstattung der Boulevard-Presse und anderer Magazine, die Stimmung gegen die griechischen &ldquo;Betr&uuml;ger&rdquo; machen. Die Bild-Zeitung &ndash; titelt &ldquo;Warum zahlen wir den Griechen ihre Luxus-Renten?&rdquo; In einer anderen Ausgabe zeigt das Blatt die &ldquo;Pleite-Griechen&rdquo; feiernd in Athens Partyviertel. Fazit der Bild: &ldquo;von Krise keine Spur&rdquo;. In den Diffamierungs-Chor reiht sich auch Stern-Autor Walter W&uuml;llenweber mit seinem Beschwerdebrief an Griechenland ein: &ldquo;Liebe Griechen&rdquo;, schreibt er, Ihr &ldquo;seid offenbar nur bereit zu arbeiten, wenn Ihr daf&uuml;r Schmiergeld bekommt.&rdquo; Viele Artikel, kritisiert Pressesprecher der Botschaft, Pantelis Pantelouris, &ldquo;erwecken den Eindruck, die Griechen arbeiten nicht und geben Geld aus, das die Deutschen an sie zahlen&rdquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/_em_cms\/_globals\/print.php?em_ssc=MSwwLDEsMCwxLDAsMSww&amp;em_cnt=2588395&amp;em_loc=1231&amp;em_ref=\/in_und_ausland\/politik\/aktuell\/&amp;em_ivw=fr_poltop\">FR-online<\/a>\n<\/li><li><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Es gibt Situationen, in denen Gef&uuml;hle so stark werden, dass klare Analysen nicht mehr m&ouml;glich sind. Ich konnte nie sagen, dass ich stolz sei, ein Deutscher zu sein. Da war immer dieses Grauen aus braunen Zeiten, es schn&uuml;rt einem das Herz, es nimmt einem Luft, dies &bdquo;Grab in den L&uuml;ften&ldquo;. Angesprochen auf mein Gef&uuml;hl zu Deutschland, kann ich nur antworten: Trauer. Gerade weil auch soviel Sch&ouml;nes existiert, das ich mit dem Wort Heimat verbinde. &ndash; Wenn ich aber diese Stimmungsmache gegen Griechenland sehe, dann kommt bei mir alles wieder hoch. Dieses endlose Diffamieren, dieses Ausgrenzen von Hartz IV-Beziehern oder Migranten. Da sind wir Deutsche Meister. Und als ob wir nicht schon genug gehetzt h&auml;tten, geht es jetzt gegen die Griechen. Am deutschen Wesen soll Europa genesen. Wie l&auml;cherlich. Wir haben vor dem Hintergrund einer anwachsenden Ungleichheit von Einkommen und Verm&ouml;gen, stagnierende L&ouml;hne, einen Ausbau des Niedriglohnsektors, ansteigende Armut, vor allem bei Kindern und Alten, einen Abbau von Bildungschancen, den Aufbau einer Zweiklassenmedizin usw. zu konstatieren. Sind unsere Politiker deshalb so schweigsam, weil sie klammheimlich froh sind, dass hier ein Nebenkriegsschauplatz aufgemacht wird, der von ihrem Versagen ablenkt, in der Wirtschafts- und Sozialpolitik, im Kampf gegen einen jedes Ma&szlig; verlierenden Finanzsektor. Wann steht eine Frau Merkel oder ein Herr Westerwelle auf und sagt laut und vernehmlich zu einer Bildzeitung: So nicht! Aber nein, lieber zeigen wir Europa, wo es lang geht. &ndash; Keine Erinnerung an die Untaten einer deutschen Wehrmacht in Griechenland, eigentlich in allen L&auml;ndern Europas, tr&uuml;bt die deutsche Besserwisserei.\n<\/li>\n<\/ol><\/li>\n<li><strong>Volker Pispers: Zahlmeister<\/strong><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.wdr.de\/radio\/wdr2\/westzeit\/detail.phtml?id=493439%20\">WDR 2<\/a>\n<\/li>\n<\/ol><li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Staatsanwalt forscht nach Stoiber<\/strong><br>\nNach neuen Vorw&uuml;rfen gegen Edmund Stoiber im Zusammenhang mit dem Kauf der maroden Hypo Group Alpe Adria holt der Staatsanwalt Akten in der Staatskanzlei ab.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/bayern\/410\/509540\/text\/\">S&uuml;ddeutsche<\/a>\n<\/li><li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Zwei Beitr&auml;ge von Paul Krugman:<\/strong><br>\nErstens kritisiert Krugman warum die Vorstellung, &ldquo;wenn wir niemand mehr zu gro&szlig; werden lassen, k&ouml;nnen wir sie fallen lassen, wenn sie sich verzocken, und dann ist alles gut&rdquo;, keine L&ouml;sung, sondern eine Ablenkungsman&ouml;ver ist:\n<blockquote><p><strong>Stop Stop Too Big To Fail<\/strong><br>\n&ldquo;Too big to fail&rdquo; has been adopted wholesale by opponents of financial reform; rather than admitting that they&rsquo;re trying to head off serious regulation, they claim that anything you do is actually institutionalizing TBTF &mdash; that what we need to do is swear that we&rsquo;ll never do another bailout, and never mind the rest. Listen to any speech by Mitch McConnell.<\/p><\/blockquote>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/krugman.blogs.nytimes.com\/2010\/04\/21\/stop-stop-too-big-to-fail\/\">New York Times<\/a><\/p>\n<p><em>In seinem gestrigen Beitrag warnt Krugman davor, zu viel Aufmerksamkeit auf Goldman Sachs zu richten, und dabei die Ratings-Agenturen aus den Augen zu verlieren:<\/em><\/p>\n<blockquote><p><strong>Berating the Raters<\/strong><br>\nLet&rsquo;s hear it for the Senate&rsquo;s Permanent Subcommittee on Investigations. Its work on the financial crisis is increasingly looking like the 21st-century version of the Pecora hearings, which helped usher in New Deal-era financial regulation. In the past few days scandalous Wall Street e-mail messages released by the subcommittee have made headlines. That&rsquo;s the good news. The bad news is that most of the headlines were about the wrong e-mails. When Goldman Sachs employees bragged about the money they had made by shorting the housing market, it was ugly, but that didn&rsquo;t amount to wrongdoing. No, the e-mail messages you should be focusing on are the ones from employees at the credit rating agencies, which bestowed AAA ratings on hundreds of billions of dollars&rsquo; worth of dubious assets, nearly all of which have since turned out to be toxic waste. And no, that&rsquo;s not hyperbole: of AAA-rated subprime-mortgage-backed securities issued in 2006, 93 percent &mdash; 93 percent! &mdash; have now been downgraded to junk status. What those e-mails reveal is a deeply corrupt system. And it&rsquo;s a system that financial reform, as currently proposed, wouldn&rsquo;t fix.<\/p><\/blockquote>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.nytimes.com\/2010\/04\/26\/opinion\/26krugman.html\">New York Times<\/a>\n<\/p><\/li><li><a name=\"h04\"><\/a><strong>M&uuml;nchau &ndash; Das Ende von Goldman Sachs<\/strong><br>\nDie Anklage gegen Goldman Sachs hingegen ist die mit Abstand wichtigste Wirtschaftsnachricht des Jahres &ndash; zusammen vielleicht noch mit der sich abzeichnenden Pleite Griechenlands. Sie ist deswegen eine wichtige Nachricht, weil hier zum ersten Mal seit Ausbruch der Krise zwei Dinge in das engere Radarfeld der Beh&ouml;rden geraten: die dubiose Rolle eines Schattenbankensystems und die Konstruktion perverser Finanzprodukte. Goldman, so die Ankl&auml;ger, habe ein Produkt erstellt mit dem Ziel, Verluste zu erzielen, sodass ein wichtiger Kunde von diesen Verlusten profitieren konnte. Ich habe keine Informationen und erst recht keine Meinung zu dem konkreten Rechtsfall. Ob sich Goldman Sachs etwas zuschulden kommen lie&szlig;, ist Sache der amerikanischen Zivilgerichte. Aber egal wie die konkrete rechtliche Situation zu beurteilen ist, die Geschichte hat wichtige Auswirkungen f&uuml;r die zuk&uuml;nftige Regulierung der Finanzm&auml;rkte, ein Thema, bei dem bislang nur sehr wenige Fortschritte gemacht wurden. Goldman Sachs kreierte ein bewusst schlechtes Produkt und nutzte ihr Insiderwissen und eine strukturelle Bewertungsschieflage aus, um sichere Profite einzufahren. Es ist keine Frage, dass so etwas unmoralisch ist, und es ist ebenfalls keine Frage, dass man so etwas eigentlich verbieten sollte. Tatsache ist aber, dass solche Nummern wahrscheinlich legal waren. Man kann nat&uuml;rlich komplizierte Regulierungen schaffen, die am Ende alle umgangen werden. Ich w&uuml;rde es ganz einfach machen. &ldquo;Nackte&rdquo; CDS, also der Kauf von Kreditausfallversicherungen ohne Besitz der zu versichernden Wertpapiere, sollten g&auml;nzlich verboten werden. Die Nachweispflicht m&uuml;sste beim K&auml;ufer liegen, nicht beim Regulierer. Der K&auml;ufer muss also beim Kauf eines CDS seine Bonds hinterlegen. Er kann sie nicht verkaufen und die CDS gleichzeitig behalten. Eine solche Regel w&uuml;rde wahrscheinlich den Gro&szlig;teil des gesamten CDS-Marktes zerst&ouml;ren. Das ist zwar nicht meine Absicht, es w&uuml;rde mir aber keine schlaflosen N&auml;chte bereiten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/politik\/europa\/:kolumne-muenchau-das-ende-von-goldman-sachs\/50103611.html?mode=print\">Financial Times Deutschland<\/a>\n<\/li><li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Werner R&uuml;gemer: Geheimnisverrat ist B&uuml;rgerpflicht<\/strong><br>\nOrganisierte Geheimhaltung auf Dr&auml;ngen privater Unternehmen geh&ouml;rt zum &raquo;normalen&laquo; parlamentarischen System. Die Mehrheit der gew&auml;hlten Volksvertreter nimmt das hin, manchmal murrend. Einzelne liberale Abgeordnete sollen schon mal ihren Unmut ge&auml;u&szlig;ert haben, kurzzeitig. Linke und B&uuml;rgerinitiativen, Organisationen wie ATTAC fordern immer wieder mal die Offenlegung. Aber bisher ist es noch nicht dazu gekommen, die Geheimhaltungspraxis grunds&auml;tzlich und nachhaltig infrage zu stellen.<br>\nBeim beginnenden Bankenbankrott 2007 rettete die Bundesregierung (CDU\/SPD, Angela Merkel\/Frank-Walter Steinmeier) als erste die D&uuml;sseldorfer Industrie-Kredit-Bank (IKB), und zwar auf Verlangen von Josef Ackermann, Deutsche Bank. Der Staat zahlte schrittweise insgesamt zehn Milliarden Euro. Dazu gab es keine Diskussion und keinen Beschlu&szlig; im Deutschen Bundestag. SPD-Finanzminister Peer Steinbr&uuml;ck verhinderte gemeinsam mit Ackermann, da&szlig; ein Sonderbericht &uuml;ber die Bankrottursachen, der von den Aktion&auml;ren beschlossen worden war, ver&ouml;ffentlicht wurde. Die Liste der Gl&auml;ubiger der IKB, zu denen die Deutsche Bank an vorderster Stelle geh&ouml;rt, wurde geheimgehalten&hellip;<br>\nF&uuml;r die Rettung der Banken beschlo&szlig; der Bundestag nach der IKB den &raquo;Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung&laquo; (SoFFin): Die neue Beh&ouml;rde wurde nach dem Muster der Treuhandanstalt aus dem Parlament und dem Bundeshaushalt ausgelagert. Der SoFFin kann sich dabei auf eine Pauschalerm&auml;chtigung &uuml;ber 480 Milliarden Euro st&uuml;tzen. Diese Hilfen vergibt die Beh&ouml;rde geheim. Es wurde zwar ein parlamentarisches Kontrollgremium aus neun Abgeordneten eingerichtet, aber sie sind zur Geheimhaltung verpflichtet und erhalten wichtige Berichte, etwa &uuml;ber die HRE, nur in geschw&auml;rzter Fassung. Kontrollgremium?<br>\nEine mindestens genauso dichte Geheimhaltung herrscht bei den bankrotten Landesbanken BayernLB, WestLB, LBBW, SachsenLB und HSH Nordbank. Ministerpr&auml;sidenten entscheiden im Alleingang deren staatliche Rettung. Selbst Minister werden von den relevanten Informationen ferngehalten. So durfte der Wirtschaftsminister von Schleswig-Holstein, Werner Marnette (CDU), auf wiederholte Bitten hin die Unterlagen der HSH-Nordbank nicht einsehen.<br>\nGeheimhaltung dieser Art &ndash; das Vorbild kommt aus den USA &ndash; bedeutet die Selbstentmachtung der Parlamente. Die Geheimschutzstellen werden zu Todeskammern der Demokratie. Sie wird zur Fassade: Dahinter k&ouml;nnen sich die privaten &raquo;Partner&laquo; ungesehen bei Steuergeldern und Staatsgarantien bedienen. Die Wahrung privater Betriebs- und Gesch&auml;ftsgeheimnisse ist zur Staatsr&auml;son geworden. Die Staatsverschuldung w&auml;chst, der Reichtum w&auml;chst, die Armut w&auml;chst, das Leben f&uuml;r die Mehrheit der B&uuml;rger wird teurer und unsicherer.<br>\nDie neuerlichen Informationsfreiheitsgesetze, die inzwischen nach einer EU-Richtlinie auf Bundes- und Landesebene auch in Deutschland gelten, schaffen keine Abhilfe.<br>\nAngesichts der organisierten Geheimhaltung und gegen&uuml;ber den regierenden Geheim-Demokraten gilt: Vertr&auml;ge offenlegen! Geheimnisverrat ist B&uuml;rgerpflicht!<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2010\/04-24\/013.php%20\">junge Welt<\/a><\/li><li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Zeise &ndash; Auf dem Weg ins Bankerparadies<\/strong><br>\nW&auml;hrend alle Welt &uuml;ber Griechenland zetert, wird die St&uuml;tzung &ldquo;unserer&rdquo; lieben Banken zur dauerhaften Staatsaufgabe gemacht. &Uuml;ber die Details erzielten die versammelten Finanzminister beim G20- und IWF-Treffen am vergangenen Wochenende noch keine Einigkeit. Aber Staatssekret&auml;r J&ouml;rg Asmussen, seit Langem emsig um die Interessen der deutschen Banken bem&uuml;ht und ohne seinen Dienstherrn Wolfgang Sch&auml;uble nach Washington gereist, setzt sich mit Verve daf&uuml;r ein. &ldquo;Wir Deutschen haben intensiv geworben f&uuml;r eine Bankenabgabe&rdquo;, berichtete er den Journalisten. Er gibt sich so, als meine er tats&auml;chlich, dass er den Steuerzahlern damit etwas Gutes tut. Das Kabinett beschloss Ende M&auml;rz, eine Bankenabgabe einzuf&uuml;hren. Sie soll dazu dienen, dass die Banken sich k&uuml;nftig an ihrer Rettung beteiligen. Finanzminister Sch&auml;uble will den Gesetzentwurf, wie er sagte, im Herbst auf den Weg bringen. Zwischen 1 und 1,2 Mrd. Euro sollen j&auml;hrlich von den deutschen Banken eingesammelt werden und in einen Fonds flie&szlig;en, der der Bankenst&uuml;tzung dient. In Washington sollte nun dieses Verfahren f&uuml;r alle Staaten mit nennenswerten Banken zur allgemeinen Pflicht gemacht werden. Der f&uuml;r entschlossene Willenserkl&auml;rungen bekannte IWF nannte als Ziel, dass &ldquo;der Finanzsektor die direkten Kosten jeder zuk&uuml;nftigen Staatshilfe selbst tr&auml;gt&rdquo;. Das klingt ausgezeichnet. Man nehme den deutschen Fall: Mit 1 Mrd. Euro j&auml;hrlicher Abgabe h&auml;tte der Fonds in zehn Jahren, gener&ouml;s gerechnet, die Mittel beisammen, um eine Minibank wie die IKB aufzufangen, f&uuml;r die der Bund mehr als 10 Mrd. Euro Rettungsgeld aufgewendet hatte. Selbst wenn ein Wunder gesch&auml;he und die international vereinbarte Bankenabgabeordnung den doppelten Erl&ouml;s von den Banken einfordern w&uuml;rde, m&uuml;sste zur Bew&auml;ltigung einer Bankenkrise, wie wir sie gerade erlebt haben, gut 200 Jahre gespart werden. Die Freude der Banker ist verst&auml;ndlich. Es winkt ihnen Genuss ohne Reue. Sie leisten mit ihrem Obolus der Bankenabgabe eine nette Versicherungspr&auml;mie und erhalten daf&uuml;r eine Bestandsgarantie. Der Fonds, in den sie gezwungen werden einzuzahlen, ist selbstverst&auml;ndlich als Sonderverm&ouml;gen des Bundes eingerichtet. Selbstverst&auml;ndlich haftet der Bund also mit seinem gesamten Verm&ouml;gen f&uuml;r jede Bank. Hier werden Sch&auml;uble und Asmussen im Einklang mit dem Bankenverband einwenden, die Bundesregierung plane auch ein Abwicklungs- oder &ldquo;Reorganisationsverfahren&rdquo; f&uuml;r &ldquo;systemrelevante Banken&rdquo;, wonach die Gl&auml;ubiger zu einer Sanierung auf dem Verhandlungsweg gedr&auml;ngt werden sollen. Den Tag m&ouml;chte ich erleben, an dem ein deutscher Finanzminister einen Schnitt bei den Gl&auml;ubigern der Banken, die meist selber Banken sind, durchsetzt, um sein Bankenrettungssonderverm&ouml;gen zu schonen. &ndash; Mit der Bankenabgabe wird nun ein international abgesegnetes Garantiesystem aller Staaten eingerichtet. Da k&ouml;nnen die Herren und wenigen Damen nach Herzenslust spekulieren. Das Gegenparteirisiko gibt es nicht mehr. Alle sind auf der sicheren Seite. Die Welt wird zum Bankerparadies.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/finanzen\/maerkte\/marktberichte\/:kolumne-zeise-auf-dem-weg-ins-bankerparadies\/50106261.html?mode=print\">Financial Times Deutschland<\/a>\n<\/li><li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Die Zahlen der Deutschen Bank sind alarmierend<\/strong><br>\nDie Deutsche Bank &uuml;bertrifft im ersten Quartal alle Erwartungen. Die Investment-Sparte erzielte das beste Ergebnis ihrer Geschichte. Das Geldhaus profitiert auch von noch nicht durchgef&uuml;hrten Regulierungen der M&auml;rkte durch die Politik. Notwendige gesetzliche Reformen f&uuml;r die Kapitalm&auml;rkte sind &uuml;berf&auml;llig.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/article7359406\/Die-Zahlen-der-Deutschen-Bank-sind-alarmierend.html\">Welt<\/a><\/li><li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Lebensl&auml;nglich Zeitarbeit<\/strong><br>\nZeitarbeit ist nur selten ein Sprungbrett f&uuml;r eine Festanstellung. Das ist das Ergebnis einer Studie, die die Bertelsmann-Stiftung am Dienstag vorlegte. Zeitarbeit stelle selten &ldquo;eine Br&uuml;cke in regul&auml;re Arbeitsverh&auml;ltnisse&rdquo; dar, kritisierte Stiftungschef Gunter Thielen. Die Untersuchung, bei der die Arbeitsverh&auml;ltnisse in 23 europ&auml;ischen L&auml;ndern miteinander verglichen wurden, best&auml;tigt damit zum Teil die Kritik der Gewerkschaften an der Zeitarbeit.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/jobkarriere\/524\/509653\/text\/print.html\">S&uuml;ddeutsche<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.bertelsmann-stiftung.de\/cps\/rde\/xchg\/SID-9992D24E-2BDCE9D6\/bst\/hs.xsl\/nachrichten_100801.htm\">Bertelsmann Stiftung<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung MB:<\/strong> Zeitarbeit stellt selten eine Br&uuml;cke in regul&auml;re Arbeitsverh&auml;ltnisse dar. Als ob in einer Studie festgestellt w&uuml;rde, dass in Marmelade oft Zucker enthalten ist.<br>\nBeachten Sie bitte die z&auml;hfl&uuml;ssigen Formulierungen: &bdquo;&hellip; best&auml;tigt zum Teil die Kritik der Gewerkschaften an der Zeitarbeit.&ldquo; &ndash; &bdquo;&hellip;k&ouml;nnten eine gr&ouml;&szlig;ere Ann&auml;herung der Arbeitsbedingungen sowie ein Zuwachs an Bestandssicherheit bei zunehmender Verweildauer im Betrieb f&uuml;r Abhilfe sorgen.&ldquo; &ndash; &bdquo;Die Stiftung schl&auml;gt vor, bessere Anreize f&uuml;r die Aufnahme von Vollzeitjobs zu schaffen. Auch ein moderater Mindestlohn sei &ldquo;f&uuml;r den Arbeitsmarkt nicht unter allen Umst&auml;nden sch&auml;dlich.&ldquo;<br>\nRichtig interessant wird es, wenn wir lesen, dass die Studie in Zusammenarbeit mit dem (Forschungs-) <a href=\"\/wp-print.php?p=4327#h09\">Institut zur Zukunft der Arbeit (IZA)<\/a> entstand, welches ein verl&auml;ngerter Schreibtisch der Arbeitgeber-Lobby ist. Und unter den Autoren der Studie finden wir einen einschl&auml;gigen Schreibtischt&auml;ter. Werner Eichhorst war &uuml;ber die Bertelsmann Stiftung erheblich an Vorarbeiten zu den Hartz-Reformen beteiligt. S. dazu &bdquo;<a href=\"\/wp-print.php?p=4212\">War die Hartz-Reform auch ein Bertelsmann Projekt?<\/a>&ldquo; von Helga Spindler.<br>\n<\/em><\/p><\/li><li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Konsumklima hellt sich auf<\/strong><br>\nDie Stimmung der Verbraucher steigt erstmals seit November wieder. F&uuml;r Mai sagen die Experten der N&uuml;rnberger GfK-Gruppe auf Basis ihrer aktuellen Verbraucherbefragung voraus, dass ihr Konsumklimaindex von 3,4 Punkten im April auf 3,8 Z&auml;hler klettert. Die Wende f&uuml;hrt GfK-Volkswirt Rolf B&uuml;rkl auf eine abnehmende Furcht vor Arbeitslosigkeit und entsprechend steigende Erwartungen an das eigene Einkommen der B&uuml;rger sowie die von den Verbrauchern wahrgenommene Erholung der Konjunktur zur&uuml;ck.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/in_und_ausland\/wirtschaft\/aktuell\/2588999_Sorgen-um-Job-lassen-nach-Konsumklima-hellt-sich-auf.html\">FR online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers G.K.:<\/strong> Seit dem Jahre 2005 (dem Beginn von Merkels Kanzlerschaft) werden von der Gesellschaft f&uuml;r Konsumforschung (GfK) oftmals sch&ouml;nf&auml;rberische Berichte zum jeweils aktuellen GfK-Konsumklima-Idex in die Welt gesetzt. In den Medien wurde auf Basis dieser GfK-Kaffeesatzleserei h&auml;ufig vom angeblichen &ldquo;Konsumrausch&rdquo;, &ldquo;Kaufrausch&rdquo;, der &ldquo;Konsumparty&rdquo; und dergleichem fabuliert. Zwischen den tats&auml;chlichen Daten der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung zur Entwicklung des realen Privaten Verbrauches und dem in den vergangenen Jahren von der GfK h&auml;ufig vorausgesagten Konsumanstieg klaffte jedoch stets eine deutliche L&uuml;cke. Und: Im europ&auml;ischen Vergleich ist Deutschland bzgl. der Entwicklung des Privaten Verbrauches seit vielen Jahren das Schlusslicht.<br>\nEin Blick in die vom Statistischen Bundesamt f&uuml;r den Zeitraum Januar bis Februar 2010 ausgewiesene Entwicklung der Einzelhandelsums&auml;tze zeigt gegen&uuml;ber dem Vorjahreszeitraum ein reales Minus in H&ouml;he von 2,5 Prozent. Auch der inl&auml;ndische PKW-Absatz, die zweite gro&szlig;e Komponente des Privaten Verbrauches, wird sich im Jahre 2010 wegen des Wegfalls der Abwrackpr&auml;mie negativ entwickeln.<br>\nDas Auseinanderklaffen von GfK-Konsumklimaindex und tats&auml;chlicher Entwicklung des Einzelhandelsumsatzes wurde bereits in der Vergangenheit von den NachDenkSeiten dokumentiert, so z.B. in den Hinweisen des Tages vom 25.09.2009: &ldquo;<a href=\"\/?p=4221#h06\">Verbraucherstimmung gut, Umsatz mies<\/a>&ldquo;.<br>\nSelbst der Spiegel, sonst zumeist unkritischer Lautsprecher der GfK, besch&auml;ftigte sich im Juli 2009 kritisch mit der Aussagekraft des GfK-Konsumklimaindex: &ldquo;<a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/0,1518,druck-638129,00.html\">GfK-Index: Warum das Konsumklima besser ist als die Realit&auml;t<\/a>&ldquo;.<br>\nLaut der k&uuml;rzlich ver&ouml;ffentlichten Fr&uuml;hjahrs-Gemeinschaftsdiagnose der Wirtschaftsforschungsinstitute wird sich der reale Private Verbrauch im Jahre 2010 gegen&uuml;ber dem Vorjahr um -0,4 Prozent reduzieren. Vor dem Hintergrund der Entwicklung der L&ouml;hne und Geh&auml;lter verwundert dies nicht. Unter der &Uuml;berschrift &ldquo;L&ouml;hne weiter unter Druck&rdquo; hei&szlig;t es im Gemeinschaftsgutachten der Wirtschaftsforschungsinstitute: &ldquo;In den meisten Branchen liegen f&uuml;r dieses Jahr bereits Tarifabschl&uuml;sse vor. Diese lassen einen verlangsamten Anstieg der tariflichen Stundenl&ouml;hne um 1,5%erwarten. So stand der k&uuml;rzlich im Metallbereich erzielte Abschluss im Zeichen der Besch&auml;ftigungssicherung und enthielt f&uuml;r dieses Jahr keine Tariferh&ouml;hung, sondern nur zwei Einmalzahlungen. Hinzu kommt, dass &Ouml;ffnungsklauseln in den Tarifvertr&auml;gen es den Arbeitgebern erm&ouml;glichen, Leistungen in Krisenzeiten einzuschr&auml;nken oder vereinbarte Erh&ouml;hungen zu verschieben. Da der Spielraum zur vor&uuml;bergehenden Reduzierung der Arbeitszeit in den meisten Arbeitszeitkonten inzwischen ausgesch&ouml;pft sein d&uuml;rfte, die gesamtwirtschaftliche Erholung nur schleppend verl&auml;uft und zudem mit einem weiteren R&uuml;ckgang der Kurzarbeit zu rechnen ist, d&uuml;rfte die Lohndrift stark negativ sein; die Institute rechnen mit einem Wert von &ndash;1,5 % womit sich insgesamt eine Stagnation der Stundenverdienste ergibt. Angesichts der prognostizierten geringen Preissteigerungen sinken die realen Lohnkosten je Stunde im Jahr 2010 somit um 0,7%und die Lohnst&uuml;ckkosten auf Stundenbasis um 0,9 % gegen&uuml;ber dem Vorjahr.&rdquo;<br>\n<\/em><\/p>\n<p><strong>Dazu:<\/strong><\/p>\n<p><strong>Volker Pispers &uuml;ber Prognosen, Statistiken und Analysen<\/strong><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.blicklog.com\/2010\/04\/01\/volker-pispers-ber-prognosen-statistiken-und-analysen\/\">Blick Log<\/a><\/p><\/li><li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Henkel und die Chef-Villen<\/strong><br>\nDer ehemalige BDI-Pr&auml;sident Hans-Olaf Henkel hat im Prozess um die Beinahepleite der IKB-Bank zugeben m&uuml;ssen, von bankeigenen Villen f&uuml;r die Vorst&auml;nde gewusst zu haben. Seine Aussage im Ermittlungsverfahren, er habe davon nichts gewusst, weil er eine solche Praxis nicht akzeptiert h&auml;tte, sei &bdquo;voreilig&ldquo; gewesen, sagte der 70-J&auml;hrige am Dienstag als Zeuge vor dem D&uuml;sseldorfer Landgericht. Das Gericht hatte Beschl&uuml;sse etwa &uuml;ber die Mieten f&uuml;r die H&auml;user vorgelegt, die Henkels Unterschrift als Aufsichtsrat tragen. &bdquo;Sehen Sie mal, wie einem das Ged&auml;chtnis einen Streich spielen kann&ldquo;, sagte Henkel. &bdquo;Es muss diese Praxis gegeben haben.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/wirtschaft\/henkel-und-die-chef-villen\/1809886.html?view=print\">Tagesspiegel<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Nimmt man Hans-Olaf Henkel seinen Blackout ab, so k&ouml;nnte f&uuml;r ihn sprechen, dass er zu einem zwar sp&auml;ten Zeitpunkt gewisse Praktiken nicht mehr akzeptieren konnte, die er einst blindlings unterschrieben hat. Es w&auml;re dem in vielen Talk-Shows und Interviews auftretenden Apologeten des Neoliberalismus zu w&uuml;nschen, dass er auch seine Aussagen zum Funktionieren der M&auml;rkte einer Revision unterwerfen k&ouml;nnte. &ndash; Wie auch immer es um das Erinnerungsverm&ouml;gen Henkels steht, er steht auch mit seinen derzeitigen 6 Aufsichtsratsposten f&uuml;r die totale &Uuml;berforderung von Aufsichtsr&auml;ten bei dieser Konzentration von Posten auf eine Person. Die Praxis kann dann nicht anders sein, wie sie der &nbsp;ehemalige IKB-Aufsichtsrat Uwe Haasen beschreibt: &bdquo;Es gab vorbereitete Beschl&uuml;sse, &uuml;ber die nicht geredet wurde und die am Ende der Sitzungen unterschrieben wurden.&ldquo; Da mu&szlig; &sect; 111 des Aktiengesetzes graue Theorie bleiben, das da fordert, Aufgabe des Aufsichtsrats sei, die Gesch&auml;ftsf&uuml;hrung &ndash; also den Vorstand &ndash; zu &uuml;berwachen.<\/em><\/p><\/li><li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Bahn: Korruptionsvorw&uuml;rfe &ndash; Mitarbeiter unter Verdacht<\/strong><br>\nKorruptionsskandal bei Bahntochter DB International GmbH: Millionen flossen ins Ausland, die Staatsanwaltschaft hat bereits mehrere Mitarbeiter im Visier.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/434\/509564\/text\/print.html\">S&uuml;ddeutsche<\/a><\/li><li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Fernbusse sollen der Bahn Konkurrenz machen<\/strong><br>\nWas von und nach Berlin seit Jahren &uuml;blich ist, soll k&uuml;nftig &uuml;berall m&ouml;glich sein: Linienbus-Verbindungen. Busse d&uuml;rften dann der Bahn und dem privaten Auto Konkurrenz machen. Busse gelten bis zu einer Entfernung von 400 Kilometer als konkurrenzf&auml;hig. Die Bahn wehrt sich und schickt selbst Busse los.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/article7362079\/Fernbusse-sollen-der-Bahn-Konkurrenz-machen.html\">Welt<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.A.:<\/strong> Gnadenlose Konkurrenz bis aufs Messer &ndash; und die WELT jubelt, als h&auml;tte es kein Lohn- und Sozialdumping, keine Wirtschaftskrise gegeben.<\/em><\/p><\/li><li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Panzer s&auml;en <\/strong><br>\nDer deutsche Panzerbauer Rheinmetall erh&auml;lt Mittel aus dem Agraretat der EU.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.german-foreign-policy.com\/de\/fulltext\/57794\/print?PHPSESSID=4pqhf5o0g04bo8im7kj59d6rd0\">German Foreign Policy<\/a><\/li><li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Monsanto erhebt Anspruch auf das Schnitzel<\/strong><br>\nDer Biotech-Konzern Monsanto legt sich immer wieder mit Umwelt- und Verbrauchersch&uuml;tzern an. J&uuml;ngstes Beispiel: Das Unternehmen will sich Schinken und Schnitzel bestimmter Schweine sch&uuml;tzen lassen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/wirtschaft\/monsanto-erhebt-anspruch-auf-das-schnitzel\/1809594.html?view=print\">Tagesspiegel<\/a><\/li><li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Attac-Gruppen aus NRW @ Deutscher Gewerkschaftsbund, Guntram Schneider<\/strong><br>\nOffener Brief wegen Ihrer Kooperation mit der Bertelsmann Stiftung<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.labournet.de\/diskussion\/gewerkschaft\/real\/dgb_attac.pdf\">Labournet [PDF &ndash; 58 KB]<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> Informationen zur Vorgeschichte finden Sie u.A. <a href=\"\/wp-print.php?p=4732\">hier<\/a> , <a href=\"\/wp-print.php?p=4755\">hier<\/a> und <a href=\"\/wp-print.php?p=4801#h09\">hier<\/a>.<br>\n<\/em><\/p><\/li><li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Von Beruf Lobbyist: Die &Uuml;berzeugungst&auml;ter<\/strong><br>\nF&uuml;r manche ist es Kommunikation, f&uuml;r andere Strippenziehen oder Politiker-Einseifen: Lobbyisten beeinflussen die Meinungsbildung im Dunstkreis der Parlamente. Und sie haben ein Imageproblem. Zwei Lobbyisten &ndash; einer f&uuml;r die Atombranche, einer f&uuml;r Greenpeace &ndash; erkl&auml;ren ihre Arbeit in Br&uuml;ssel.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/unispiegel\/jobundberuf\/0,1518,druck-690457,00.html\">Spiegel<\/a><\/li><li><a name=\"h17\"><\/a><strong>R&uuml;ttgers und Kraft im TV-Duell: Blo&szlig; nicht beschimpfen<\/strong><br>\nWenn der eine im dunklen Anzug mit wei&szlig;em Hemd und blauem Schlips kommt und die andere im pinkfarbenen Jackett, ist die Rollenverteilung schon klar: Es treten an der seri&ouml;se Landesvater und die kecke Herausforderin. So haben es J&uuml;rgen R&uuml;ttgers und Hannelore Kraft am Montagabend im WDR-Fernsehen bei ihrem ersten so genannten Duell gute zehn Tage vor der nordrhein-westf&auml;lischen Landtagswahl am 9. Mai gehalten. Und so unentschieden, wie die Umfragen bei der Prognose des Wahlergebnisses sind, so unentschieden ist wohl auch dieses Duell in den Augen der meisten Zuschauer ausgegangen. Da gab es kein K.o., auch keinen Aussetzer, der alles andere in den Schatten stellte und keinen klaren Punktsieger. Es sei denn, man n&auml;hme die immer noch anhaltende &Uuml;berraschung dar&uuml;ber, dass die Sozialdemokratin &uuml;berhaupt zu einer ernst zu nehmenden Herausforderin des seit bald f&uuml;nf Jahren amtierenden Ministerpr&auml;sidenten gewachsen ist, als psychologischen Punktgewinn. Den allerdings wei&szlig; Hannelore Kraft gezielt einzusetzen. Da spielt die ganze Zeit so ein fr&ouml;hliches, wissendes L&auml;cheln um ihre Lippen, das sagt: Ich kann hier nur gewinnen! Und das spiegelt sich in den Sorgenfalten, in welche J&uuml;rgen R&uuml;ttgers seine hohe Stirn zu legen wei&szlig;, wenn er &uuml;ber das ganze Ausma&szlig; der finanziellen N&ouml;te der Republik und seines Landes spricht. Aber wie er dabei so den Kopf schr&auml;gt legt und seine Herausforderin anschaut, meint man auch die Gedanken lesen zu k&ouml;nnen: Wie ist die blo&szlig; so stark geworden?<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/top_news\/2586019_Ruettgers-und-Kraft-im-TV-Duell-Bloss-nicht-beschimpfen.html\">FR online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung MB:<\/strong> Ohne das Duell selbst gesehen zu haben &ndash; da ist vielleicht der Wunsch Vater des Gedanken. Sicher, J&uuml;rgen R&uuml;ttgerst ist durch Sponsoring und einiges Andere gebeutelt. Aber eine dusselige Bemerkung der Herausforderin bis zum Wahlkampf &ndash; und der Vorsprung ist dahin.<\/em><\/p><\/li><li><a name=\"h18\"><\/a><strong>Verfassungsschutz in Hessen: Linkspartei spricht von Hetze<\/strong><br>\nIn Hessen hat aus Sicht des Verfassungsschutzes die Zahl der Linksextremisten zugenommen. Der Anstieg um 170 Personen auf 4900 hat einen Grund: Er spiegelt die gewachsene Zahl von Mitgliedern der Linkspartei wieder. Das geht aus dem Verfassungsschutzbericht 2009 hervor, den Innenminister Volker Bouffier (CDU) und Verfassungsschutz-Chef Alexander Eisvogel am Montag in Wiesbaden vorstellten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/_em_cms\/_globals\/print.php?em_ssc=MSwwLDEsMCwxLDAsMSww&amp;em_cnt=2585844&amp;em_loc=1234&amp;em_ref=\/frankfurt_und_hessen\/nachrichten\/hessen\/&amp;em_ivw=fr_regtop\">FR-online<\/a><\/li><li><a name=\"h19\"><\/a><strong>Spanien: Jeder f&uuml;nfte Erwerbsf&auml;hige ist arbeitslos<\/strong><br>\nDie Jobkrise in Spanien versch&auml;rft sich: Nach vorl&auml;ufigen Angaben eines nationalen Statistik-Instituts ist die Arbeitslosenquote auf mehr als 20 Prozent emporgeschnellt. Es w&auml;re der h&ouml;chste Wert seit 13 Jahren.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/soziales\/0,1518,druck-691586,00.html\">Spiegel<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.A.:<\/strong> Es w&auml;re gut, wenn die Deutschen endlich ihre masochistische Duldungstoleranz aufg&auml;ben und endlich ihr Lohn- und Sozialdumping beendeten, um dem Rest von Europa zu helfen.<\/em><\/p><\/li><li><a name=\"h20\"><\/a><strong>Die schmutzige Wahrheit<\/strong><br>\nAbziehen oder bleiben? In Deutschland fragen immer mehr B&uuml;rger nach dem Sinn des Afghanistan-Einsatzes der Bundeswehr. Auch in den Redaktionen von SPIEGEL und SPIEGEL ONLINE ist das Engagement umstritten. Barbara Supp meint: Es ist gut, dass die Mehrheit der Deutschen diesen Krieg ablehnt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/spiegel\/0,1518,druck-691318,00.html\">Spiegel<\/a><\/li><li><a name=\"h21\"><\/a><strong>Das Allerletzte: Roland Berger Preis f&uuml;r Menschenw&uuml;rde<\/strong><br>\nEs gibt Worte die bekommt man nicht in einen Satz, egal wie viel M&uuml;he man sich gibt. Die Unternehmensberatung Roland Berger mitsamt ihrem Chef und der Begriff Menschenw&uuml;rde sind solche Worte. Roland Berger hat sein Geld immer damit verdient die W&uuml;rde anderer Menschen zu brechen, sie zu entlassen, zu qu&auml;len oder f&uuml;r unwert zu erkl&auml;ren. Noch besser aber wird es wenn ausgerechnet Helmut Kohl eine solchen Preis bekommt, von dem wir bis heute nicht wissen, wer ihn mit Parteispenden bestochen hat und was diejenigen daf&uuml;r vom deutschen Steuerzahler bekommen. Am sch&ouml;nsten aber ist es wenn Roland Koch den Preis an Stelle von Helmut Kohl entgegen nimmt, der wahrscheinlich den Begriff Menschenw&uuml;rde gar nicht kennt.<br>\nAm nettesten aber ist, wenn ausgerechnet Horst K&ouml;hler, der das Wort Menschenw&uuml;rde vermutlich auch nicht kennt, sich aber zumindest nie darum gek&uuml;mmert hat, diesen Preis &uuml;berreicht. Da sind all die zusammen, die zusammen geh&ouml;ren. In solchen Momenten w&uuml;nschte man sich an einen Gott und eine H&ouml;lle zu glauben, um sich damit tr&ouml;sten zu k&ouml;nnen, dass diese Typen dereinst dort schmoren werden. Statt dessen werden sie noch die W&uuml;rmer die sie fressen mit ihrem Ungeist vergiften.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.duckhome.de\/tb\/archives\/7928-Roland-Berger-Preis-fuer-Menschenwuerde.html\">Duckhome<\/a><\/li>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: Griechische Trag&ouml;die; Staatsanwalt forscht nach Stoiber; Neues von Paul Krugmann; das Ende von Goldman Sachs; Geheimnisverrat ist B&uuml;rgerpflicht; auf dem Weg ins Bankenparadies; lebensl&auml;nglich Zeitarbeit; Henkels Blackout; Korruptionsvorw&uuml;rfe gegen Bahn; Panzer s&auml;en; Monsanto-Schnitzel; Wahlkampf Nordrhein-Westfalen; NRW-DGB und Bertelsmann Stiftung; Roland Berger Preis f&uuml;r Menschenw&uuml;rde (MB\/WL)<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-5332","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5332","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=5332"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5332\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5339,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5332\/revisions\/5339"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=5332"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=5332"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=5332"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}