{"id":53448,"date":"2019-07-17T08:15:10","date_gmt":"2019-07-17T06:15:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=53448"},"modified":"2019-07-17T08:13:44","modified_gmt":"2019-07-17T06:13:44","slug":"hinweise-des-tages-3408","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=53448","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (WM\/JB)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=53448#h01\">Von der Leyen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=53448#h02\">Wie Medien Falsches berichten, weil es ins Narrativ passt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=53448#h03\">Syrien: Stiller Tod durch Sanktionen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=53448#h04\">Abschied vom INF-Vertrag (III)<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=53448#h05\">Medienhype um die Klinikstudie der Bertelsmann-Stiftung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=53448#h06\">Rentenexpertin: &ldquo;Vielen Rentnern droht Altersarmut&rdquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=53448#h07\">Arbeitskampf im Einzelhandel: Packer aller L&auml;nder &hellip;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=53448#h08\">CO2-Steuer: Der Preis ist hei&szlig;?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=53448#h09\">Venezuela erh&auml;lt in der UNO Zustimmung f&uuml;r Resolution gegen Sanktionsregime<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=53448#h10\">Feiges Urteil f&uuml;r offensiven Schwarzfahrer<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=53448#h11\">Bundesverfassungsgericht l&auml;sst sich Zeit<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=53448#h12\">Triebkr&auml;fte des Populismus<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=53448#h13\">Seenotrettung &ndash; Die Moral geht nach Hause<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=53448#h14\">Bundesregierung r&uuml;stet Erdogan auf<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=53448#h15\">Stand der Kriegsvorbereitung gegen den Iran<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten,  dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Von der Leyen<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Zensursula wird EUrsula<\/strong><br>\nNach viel Kontroverse wurde &uuml;ber Ursula von der Leyen als neue EU-Kommissionspr&auml;sidentin abgestimmt. Die Mehrheit erzielte sie nur knapp.<br>\nSie musste bangen und k&auml;mpfen, doch am Ende eines langen Tages hat sie es geschafft: Das Europaparlament hat die deutsche CDU-Politikerin Ursula von der Leyen mit 383 zu 327 Stimmen zur n&auml;chsten Pr&auml;sidentin der EU-Kommission gew&auml;hlt. Sie erhielt neun Stimmen mehr als n&ouml;tig. 23 Parlamentarier enthielten sich, es gab eine ung&uuml;ltige Stimme. Die Abgeordneten best&auml;tigten damit die umstrittene Nominierung durch den Rat. Die Staats- und Regierungschefs der EU hatten sich &uuml;ber den Willen des Parlaments hinweggesetzt und keinen der Spitzenkandidaten f&uuml;r die Europawahl benannt.<br>\nDer Wahl waren stundenlange hektische Beratungen vorausgegangen. Vor allem die Sozialdemokraten rangen um eine gemeinsame Haltung &ndash; die sie am Ende aber nicht fanden. So scherten die meisten deutschen Sozialdemokraten aus und stimmten mit Nein. Auch Gr&uuml;ne und Linke verweigerten von der Leyen ihre Stimme. Am Vormittag hatte von der Leyen mit viel Inbrunst f&uuml;r sich und ihr Programm geworben. Sozialer, gr&uuml;ner und weiblicher soll die EU werden, versprach die 60-J&auml;hrige. [&hellip;]<br>\nUnd dann war da noch die feministische Offensive: Sollte sie zur Kommissionspr&auml;sidentin gew&auml;hlt werden, so werde sie auf Parit&auml;t zwischen Frauen und M&auml;nnern in ihrem Team bestehen, betonte von der Leyen. Zur Not werde sie jene EU-L&auml;nder, die nur M&auml;nner nach Br&uuml;ssel schicken wollen, auffordern, eine Frau nachzunominieren. [&hellip;]<br>\nPassiert ist es trotzdem. So haben die Abgeordneten der Fidesz-Partei von Ungarns &bdquo;illilberalem&ldquo; Regierungschef Viktor Orban geschlossen f&uuml;r von der Leyen gestimmt. Etliche Stimmen d&uuml;rfte sie auch von der rechtsradikalen Lega in Italien bekommen haben.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/taz.de\/Wahl-der-EU-Kommissionspraesidentin\/!5612224\/\">taz<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Jens Berger:<\/strong> Eine Kommissionspr&auml;sidentin von Gnaden der Lega, Fidesz und der PiS &hellip; wie passt das mit den Sonntagsreden eines liberalen und demokratischen Europa zusammen? <\/em><\/p>\n<p><em>Zur Wahl von von der Leyen und der Nominierung von Kramp-Karrenbauer lesen Sie bitte auch <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=53444\">den redaktionellen Kommentar von Albrecht M&uuml;ller<\/a>.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Alles nur zum Schein<\/strong><br>\nEU Die Demokratie in Europa krankt an mehr als der Nominierung Ursula von der Leyens<br>\n(&hellip;) Zu fragen w&auml;re aber: Macht es &uuml;berhaupt einen Unterschied, wer Kommissionspr&auml;sidentin ist?<br>\n(&hellip;) &Auml;hnlich verh&auml;lt es sich mit der Frage, ob die Nominierung von der Leyens demokratisch sei. Schlie&szlig;lich birgt das Spitzenkandidatenprinzip jenes Versprechen, wonach die B&uuml;rger &uuml;ber den Chef der europ&auml;ischen Exekutive in Wahlen entscheiden k&ouml;nnen. Doch diese Debatte lenkt von den eigentlichen demokratischen Problemen der EU ab. Denn ob der Spitzenkandidat der gr&ouml;&szlig;ten Gruppe im Europ&auml;ischen Parlament automatisch Kommissionspr&auml;sident wird oder nicht, &auml;ndert nichts Wesentliches an der Struktur der EU-Institutionen, die ob ihrer Komplexit&auml;t und Eigenlogik f&uuml;r jeden Demokratietheoretiker eine Herausforderung sind. Obwohl die Kommission eine Art von europ&auml;ischer Exekutive sein soll, hat sie auch Machtbefugnisse, die eigentlich der Legislative vorbehalten sind. Das Parlament und der Rat sollen den zwei Kammern eines Parlaments entsprechen. Allein aber, welche das Unter- und welche das Oberhaus sein soll, ist unklar.<br>\nMag die Beteiligung an der Europawahl dieses Jahr von 43 auf 51 Prozent gestiegen sein &ndash; die merkw&uuml;rdige Struktur der EU f&uuml;hrt dazu, dass vor allem zwischen nationalen Interessen, etwa im deutsch-franz&ouml;sischen Streit &uuml;ber den Euro, und zwischen &bdquo;Europ&auml;ern&ldquo; und &bdquo;Anti-Europ&auml;ern&ldquo; debattiert wird. Eine europaweite Debatte zwischen links und rechts, etwa zu Verteilungsfragen, wie man sie von Demokratien auf nationaler Ebene kennt, existiert nach wie vor nicht.<br>\nIn Europa besteht der Status quo darin, dass einer permanent regierenden Gro&szlig;en Koalition keinerlei Opposition au&szlig;er der der &bdquo;Anti-Europ&auml;er&ldquo; gegen&uuml;bersteht. Einen Machtwechsel zwischen Regierungsparteien, je nachdem, ob sie Wahlen gewonnen oder verloren haben, gibt es nicht. Kurzum, es fehlt das, was gemeinhin als fundamentale Voraussetzung einer Demokratie gilt: die M&ouml;glichkeit, eine Regierung abzuw&auml;hlen. Solange sich dies nicht &auml;ndert, wird die EU eine Scheindemokratie bleiben. Dabei ist nicht von Belang, wer k&uuml;nftig die Europ&auml;ische Kommission f&uuml;hren wird.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.freitag.de\/autoren\/der-freitag\/alles-nur-zum-schein\">der Freitag<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Wie Medien Falsches berichten, weil es ins Narrativ passt<\/strong><br>\nGestern nahm die italienische Polizei drei Rechtsextreme fest, die eine Rakete und ein Waffenlager in Besitz hatten. Sie hatten in der Ukraine gegen die Separatisten gek&auml;mpft. Viele Medien machten daraus &ldquo;pro-russische&rdquo; K&auml;mpfer<br>\nKurz vor dem Jahrestag des Abschusses der malaysischen Passagiermaschine MH17 zirkuliert eine Meldung durch die Medien, die deutlich macht, wie der Blick der Medien und Journalisten im westlichen antirussischen Narrativ gefangen ist. Sie l&auml;sst auch erkennen, wie konform Medien berichten, die Meldungen von Nachrichtenagenturen verbreiten.<br>\n(&hellip;) Zurechtgebogene Weltsicht<br>\nInteressant ist bei der Meldung, darauf machte mich ein Leser aufmerksam, dass in vielen Medien die Rede davon war, dass die Rechtsextremen auf der Seite der Separatisten gek&auml;mpft hatten. So lautet die Unterzeile des Berichts im Tagesspiegel: &ldquo;Die Razzien richteten sich gegen mutma&szlig;liche pro-russische Ukraine-K&auml;mpfer.&rdquo; Bei n-tv gibt es eine kleine Abwandlung: &ldquo;Die Verd&auml;chtigen sollen pro-russische Ukraine-K&auml;mpfer gewesen sein.&rdquo; In der Mitteilung der Polizei steht allerdings ausdr&uuml;cklich, sie h&auml;tten gegen die Separatisten gek&auml;mpft (contro gli indipendentisti). La Stampa machte es immerhin diplomatisch und spricht davon, dass die Rechtsextremen am bewaffneten Konflikt im Donbass teilgenommen haben.<br>\nIn der Berner Zeitung liest man: &ldquo;Dies im Rahmen einer Untersuchung gegen Italiener, die an dem von Russland unterst&uuml;tzten Aufstand im Osten der Ukraine teilgenommen haben.&rdquo; Die Nachrichtenagentur AFP schreibt, wie die Welt, die NOZ, der Focus oder die SVZ sie &uuml;bernimmt: &ldquo;Der Einsatz richtete sich demnach gegen rechtsextreme Italiener, die verd&auml;chtigt werden, in der Ostukraine auf Seite pro-russischer Rebellen gek&auml;mpft zu haben.&rdquo;<br>\nDer Spiegel bringt noch eine innovative Variante herein, von der unklar ist, wie er an sie gekommen sein mag: &ldquo;Bei einer Razzia im rechtsextremen Milieu hat die italienische Polizei zahlreiche Kriegswaffen beschlagnahmt &ndash; darunter eine dreieinhalb Meter lange Rakete. Sie sei ukrainischen Separatisten zum Verkauf angeboten worden.&rdquo;<br>\nDas Neue Deutschland verbreitet eine dpa-Meldung: &ldquo;Der Einsatz richtete sich demnach gegen extrem rechte Italiener, die verd&auml;chtigt werden, in der Ostukraine auf der Seite pro-russischer Rebellen gek&auml;mpft zu haben.&rdquo; Die NZZ hat mehrere Agenturmeldungen gepl&uuml;ndert (sda\/ap\/apa\/ansa\/afp) und kommt auch zu keinem anderen Ergebnis: &ldquo;Die Fahndungsergebnisse resultierten aus fr&uuml;heren Ermittlungen gegen rechtsextreme Italiener, die verd&auml;chtigt werden, in der Ostukraine auf Seite pro-russischer Rebellen gek&auml;mpft zu haben.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Wie-Medien-Falsches-berichten-weil-es-ins-Narrativ-passt-4472102.html\">Telepolis<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Syrien: Stiller Tod durch Sanktionen<\/strong><br>\nDer Rat der Europ&auml;ischen Union hat am 1. Juni erneut einstimmig die eigenm&auml;chtigen, als &raquo;Sanktionen&laquo; bezeichneten Blockadema&szlig;nahmen der EU gegen Syrien um ein Jahr verl&auml;ngert. Die USA haben ihre in den letzten Monaten sogar noch versch&auml;rft. Dabei machen die Vereinten Nationen (UNO) und Hilfsorganisationen sie seit langem und in hohem Ma&szlig;e f&uuml;r die miserablen Lebensbedingungen im Land mitverantwortlich. Die Zeit dagegen verteidigt sie in ihrer Ausgabe vom 1. M&auml;rz vehement. In einem Gastbeitrag bestreitet die gr&uuml;ne Politologin Bente Scheller jegliche negative Auswirkungen der wirtschaftlichen Zwangsma&szlig;nahmen auf die Bev&ouml;lkerung. Berichte &uuml;ber Mangel an Nahrung, Medikamenten, Ersatzteilen f&uuml;r medizinische Ger&auml;te et cetera tut sie salopp als &raquo;abstruse Ger&uuml;chte&laquo; ab, die hierzulande nur von der AfD sowie Teilen der Linkspartei und der Friedensbewegung verbreitet w&uuml;rden. Von Sanktionen betroffen sei &raquo;nichts, was humanit&auml;re Belange betr&auml;fe&laquo;. &raquo;Das Regime&laquo; wolle sie nur loswerden, weil sie den Wiederaufbau behindern und benutze dabei das &raquo;Leid der Zivilbev&ouml;lkerung als Waffe&laquo;.<br>\nDie Autorin ist Leiterin des B&uuml;ros der gr&uuml;nennahen Heinrich-B&ouml;ll-Stiftung in Beirut und war zuvor unter anderem Referentin f&uuml;r Terrorismusbek&auml;mpfung an der deutschen Botschaft in Damaskus. W&auml;re sie nicht so fest verbunden mit gr&uuml;ner Partei- und deutscher Au&szlig;enpolitik, k&ouml;nnte sie es daher besser wissen. Schlie&szlig;lich gibt es schon seit l&auml;ngerem Berichte, die ihrer Sicht fundamental widersprechen, unter anderem von der UN-Organisation f&uuml;r Wirtschaft und Soziales in Westasien (ESCWA) und dem Weltern&auml;hrungsprogramm (WFP).<br>\nDie Zeit selbst h&auml;tte am 29. Mai die Gelegenheit gehabt, sich auf einer Pressekonferenz in Berlin von sachkundiger Seite &uuml;ber die tats&auml;chlichen Folgen der Sanktionen zu informieren. Auf Einladung der &auml;rztlichen Friedensorganisation IPPNW berichtete der UN-Sonderberichterstatter Idriss Jazairy &uuml;ber die Ergebnisse seiner Untersuchungen vor Ort. Seine Ausf&uuml;hrungen waren brisant, insgesamt eine vehemente Anklage gegen die westliche Sanktionspolitik. Das Medieninteresse blieb jedoch gering&hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ossietzky.net\/13-2019&amp;textfile=4824\">Ossietzky<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Abschied vom INF-Vertrag (III)<\/strong><br>\nMit dramatischen Appellen suchen die EU und die NATO die Schuld am Bruch des INF-Vertrags auf Russland abzuw&auml;lzen. Moskau solle in den kommenden Tagen &ldquo;substanzielle Ma&szlig;nahmen&rdquo; ergreifen, um die Abr&uuml;stungsvereinbarung noch in letzter Minute zu retten, fordert die EU-Au&szlig;enbeauftragte Federica Mogherini. Andernfalls trage es &ldquo;die alleinige Verantwortung&rdquo; f&uuml;r neue Aufr&uuml;stungsschritte und f&uuml;r die damit verbundene zunehmende Unsicherheit, erkl&auml;rt NATO-Generalsekret&auml;r Jens Stoltenberg. Tats&auml;chlich ist die Behauptung der NATO-Staaten, Russland habe gegen den Vertrag versto&szlig;en, bis heute unbewiesen, w&auml;hrend die Trump-Administration eingestanden hat, dass sie seit &uuml;ber eineinhalb Jahren an der Entwicklung neuer bodengest&uuml;tzter Mittelstreckenraketen arbeitet. Deren Stationierung ist mit dem INF-Vertrag nicht m&ouml;glich. R&uuml;stungskonzerne aus der EU sind mit Millionenauftr&auml;gen an der Produktion von US-Raketen beteiligt. Der k&uuml;nftige Vorsitzende der US-Joint Chiefs of Staff spricht sich daf&uuml;r aus, neue Mittelstreckenraketen gegen China in Stellung zu bringen.<br>\nDie Kriegsgefahr w&auml;chst<br>\nDas definitive Ende des INF-Vertrags, den Moskau und Washington am 8. Dezember 1987 geschlossen hatten und der die vollst&auml;ndige Abr&uuml;stung s&auml;mtlicher landgest&uuml;tzter Raketen mit einer Reichweite zwischen 500 und 5.500 Kilometern vorsah, steht kurz bevor. Die Trump-Administration hat das Abkommen am 1. Februar gek&uuml;ndigt; der Ausstieg wird am 2. August nach Ablauf der vorgesehenen Sechsmonatsfrist in Kraft treten&hellip;<br>\n(&hellip;) &ldquo;Moskau allein verantwortlich&rdquo;<br>\nNicht zuletzt deswegen sind EU und NATO bem&uuml;ht, die Schuld am Bruch des INF-Vertrags auf Russland abzuw&auml;lzen. Die USA haben ihren Ausstieg offiziell mit der Behauptung begr&uuml;ndet, Moskau habe vertragswidrig Mittelstreckenraketen hergestellt und stationiert. Beweise f&uuml;r diese &ndash; gravierende &ndash; Anschuldigung hat Washington bis heute nicht vorgelegt. Die Trump-Administration gibt an, &uuml;ber eindeutige Geheimdienstinformationen zu verf&uuml;gen; allerdings ist nicht einmal deren Existenz nachpr&uuml;fbar, geschweige denn ihre Stichhaltigkeit<br>\n(&hellip;) Chinas Abwehrstrategie<br>\nDaneben zeichnet sich immer deutlicher ab, dass die Trump-Administration vor allem die Stationierung neuer Mittelstreckenraketen in Ost- und S&uuml;dostasien ins Auge fasst. Hintergrund ist, dass China bei seinen Bem&uuml;hungen, sich gegen m&ouml;gliche Angriffe vom Meer her zu verteidigen, auf konventionelle Mittelstreckenraketen setzt: Sie sollen Kriegsschiffe eines potenziellen Angreifers, insbesondere Flugzeugtr&auml;ger, zuverl&auml;ssig ausschalten k&ouml;nnen &ndash; dies nach M&ouml;glichkeit so weit von den eigenen Ufern entfernt, dass sie nicht in der Lage sind, die Metropolen an Chinas &ouml;stlichen und s&uuml;dlichen K&uuml;sten zu attackieren.[9] Die Volksrepublik verf&uuml;gt mittlerweile &uuml;ber eine hohe Zahl an Mittelstreckenraketen, darunter etwa die bekannten Anti-Schiffs-Raketen DF-21D. Auf der Suche nach M&ouml;glichkeiten, die chinesischen Abwehrraketen auszuschalten, um eigene Angriffe durchsetzen zu k&ouml;nnen, wird in Washington zunehmend der R&uuml;ckgriff auf landgest&uuml;tzte Mittelstreckenwaffen diskutiert, die auf dem Territorium verb&uuml;ndeter Staaten wie etwa Japan stationiert werden sollen, um China von dort aus unter Feuer nehmen zu k&ouml;nnen. Das setzt freilich den Ausstieg aus dem INF-Vertrag voraus&hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.german-foreign-policy.com\/news\/detail\/7996\/\">German Foreign Policy<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Marco Wenzel:<\/strong> siehe hierzu: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=53428\">INF-Vertrag : Die Stunde der NATO-Propaganda<\/a> gestern auf den NDS<\/em><\/p>\n<p><strong>Dazu: Nukleare Aufr&uuml;stung der Nato und die nukleare Teilhabe<\/strong><br>\nIn einem Nato-Bericht wurden die europ&auml;ischen St&uuml;tzpunkte genannt, auf denen US-Atombomben stationiert sind, das eigentlich offene Geheimnis wurde wieder gel&ouml;scht<br>\nEin Bericht des Ausschusses f&uuml;r Sicherheit und Verteidigung der parlamentarischen Versammlung der Nato mit dem Titel &ldquo;Eine neue &Auml;ra der nuklearen Abschreckung&rdquo; geht davon aus, dass Atomwaffen in der Nato wieder eine gr&ouml;&szlig;ere Rolle spielen werden. Beschworen wird als Anlass vornehmlich die &ldquo;russische Aggression&rdquo; der letzten Zeit. Die strategischen Streitkr&auml;fte seien die letzte Sicherheitsgarantie. Die Atomwaffen seien lange als Nebensache behandelt worden, aber neben der &ldquo;russischen Aggression&rdquo; w&uuml;rde die Beendigung des INF-Abkommens und die Modernisierung der strategischen Streitkr&auml;fte aller Atomwaffenstaaten eine neue Debatte erforderlich machen, zumal daraus ein &ldquo;neues Zeitalter der Wiederaufr&uuml;stung und eines destabilisierenden Wettr&uuml;stens&rdquo; m&ouml;glich werden. In dem befinden wir uns allerdings bereits schon.<br>\nDer Bericht, verfasst vom kanadischen Ausschussvorsitzenden Joseph Day, wurde am 16. April ver&ouml;ffentlicht, am 1. Juni im Plenum in Bratislava diskutiert und erfuhr keine weitere Beachtung. Zumindest so lange, bis er wieder von der Website verschwand und am 11. Juli erneut auftauchte, ein klein wenig &uuml;berarbeitet. Im Wesentlichen wurde eine Passage gestrichen, in der zu lesen war, wo im Zuge der &ldquo;nuklearen Teilhabe&rdquo; amerikanische Atombomben des Typs B-61 in europ&auml;ischen Nato-L&auml;ndern vorr&auml;tig gehalten werden.<br>\nDay, der es nat&uuml;rlich besser, verweist darin umst&auml;ndlich auf &ldquo;offene Quellen&rdquo;, nach denen die USA in Europa ungef&auml;hr 150 Atombomben verlegt hat, die von amerikanischen und europ&auml;ischen Flugzeugen eingesetzt werden k&ouml;nnen. Und es geht umst&auml;ndlich weiter, obgleich es ein offenes Geheimnis ist: &ldquo;Die europ&auml;ischen Alliierten, die oft genannt werden, solche Flugzeuge in Betrieb zu haben, sind Belgien, Deutschland, Italien, die Niederlande und die T&uuml;rkei.&rdquo; Das stelle eine &ldquo;breite Einbeziehung der Alliierten in die nukleare Mission sicher&rdquo;, zudem sei dies eine &ldquo;konkrete Erinnerung an die amerikanische Verpflichtung f&uuml;r die Sicherheit der europ&auml;ischen Alliierten&rdquo;. Das kann man nat&uuml;rlich auch anders lesen, n&auml;mlich dass die USA die Alliierten unter ihren &ldquo;nuklearen Schirm&rdquo; h&auml;lt und von sich abh&auml;ngig macht.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Nukleare-Aufruesung-der-Nato-und-die-nukleare-Teilhabe-4472797.html\">Telepolis<\/a><\/p>\n<p><strong>Dazu auch: Trumps k&uuml;nftiger Generalstabschef fordert atomare Aufr&uuml;stung gegen China<\/strong><br>\nGeneral Mark Milley, den US-Pr&auml;sident Trump als k&uuml;nftigen Vorsitzenden des milit&auml;rischen Beratergremiums Joint Chiefs of Staff nominiert hat, forderte am Donnerstag in einer Anh&ouml;rung vor dem Milit&auml;rausschuss des Senats eine deutliche Vergr&ouml;&szlig;erung des US-Atomwaffenarsenals. Gleichzeitig benannte er China als das Hauptangriffsziel der Kriegsmaschinerie des US-Imperialismus.<br>\nZu Beginn der Anh&ouml;rung gab der General eindeutig Washingtons Bestrebungen Ausdruck, den langfristigen Niedergang des amerikanischen Kapitalismus und seiner globalen Hegemonie mit milit&auml;rischen Mitteln aufzuhalten&hellip;<br>\nAuf die Frage des Vorsitzenden des Senatsausschusses James Inhofe (Republikaner), was ihm in Bezug auf die Konfrontation der USA mit China und Russland am meisten Sorgen mache, antwortete Milley: &bdquo;F&uuml;r mich und f&uuml;r das Verteidigungsministerium ist die allerwichtigste Aufgabe die Modernisierung und Rekapitalisierung der nuklearen Triade unserer Nation. Das halte ich f&uuml;r das Entscheidende. Das zweitwichtigste ist meiner Meinung nach der Weltraum. Das ist ein neues Gebiet f&uuml;r Milit&auml;roperationen.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.wsws.org\/de\/articles\/2019\/07\/15\/nuke-j15.html\">world Socialist Website<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Medienhype um die Klinikstudie der Bertelsmann-Stiftung<\/strong><br>\nEin Beleg f&uuml;r versteckten Lobbyismus und die Blindheit der Medien<br>\nEs ist schon sehr interessant. Da macht eine der bekanntesten Stiftungen Deutschlands eine Studie zu der Krankenhausversorgung in Deutschland und kommt zu dem Schluss, dass viele Kliniken geschlossen werden sollten. Der Gr&uuml;nder und Finanzier dieser &ldquo;Stiftung&rdquo; ist der Bertelsmann Konzern, der durch diese Stiftung viele Steuern sparen und gleichzeitig riesigen Einfluss auf die Politik nehmen kann. Eine Win-Win-Situation also f&uuml;r den Konzern.<br>\nAuff&auml;llig an der Krankenhausgeschichte, die gestern und heute auf allen Medienkan&auml;len l&auml;uft, ist aber vor allem &ndash; wie so oft -, was nicht berichtet wird: Dass n&auml;mlich Dr. Brigitte Mohn nicht nur im Vorstand der Bertelsmann Stiftung sitzt, sondern zugleich Vorstandsmitglied der Rh&ouml;n-Privatkliniken AG ist, eine Aktiengesellschaft also, die ein direktes finanzielles Interesse an der Schlie&szlig;ung &ouml;ffentlicher Krankenh&auml;user haben k&ouml;nnte. Schon jetzt geh&ouml;rt die Rh&ouml;n Kliniken AG zu den gro&szlig;en Playern in Deutschland und erwirtschaftete 2018 einen Gewinn von rund 51,2 Millionen Euro, fast 40 Prozent mehr als im Jahr zuvor.<br>\nWenn es wom&ouml;glich bald zu wenige &ouml;ffentliche Krankenh&auml;user gibt, dann k&ouml;nnen sicherlich ein paar gro&szlig;herzige private Helfer wie die Rh&ouml;n Kliniken in der Not einspringen &hellip;<br>\nOffensichtlich unterschl&auml;gt die Bertelsmann Stiftung in ihrer Studie, dass es bei Krankenh&auml;usern nicht in erster Linie ums Gesch&auml;ft geht, sondern um die kranken Menschen samt ihrer Angeh&ouml;rigen. Und die bevorzugen wohnortnahe Kliniken, die ausreichend finanziert und personell gut ausgestattet sind.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Medienhype-um-die-Klinikstudie-der-Bertelsmann-Stiftung-4471732.html\">Telepolis<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Marco Wenzel:<\/strong> Siehe hierzu auch: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=53434\">&bdquo;Krankenh&auml;user schlie&szlig;en &ndash; Leben retten?&ldquo; &ndash; &Ouml;ffentlich-rechtlicher Kampagnenjournalismus zur besten Sendezeit<\/a> gestern auf den NDS<\/em><\/p>\n<p><strong>Dazu: Kritik an Bertelsmann-Klinik-Studie: &bdquo;Man l&auml;sst die Bed&uuml;rfnisse der Menschen unter den Tisch fallen&ldquo;<\/strong><br>\nDie Vorschl&auml;ge der Bertelsmann-Studie zu Krankenh&auml;usern in Deutschland seien finanziell nicht realisierbar, sagte Rudolf Henke vom &Auml;rzteverband Marburger Bund im Dlf. Die Studie sei am gr&uuml;nen Tisch entstanden, die Bed&uuml;rfnisse der Menschen vor Ort w&uuml;rden ignoriert.<br>\nRudolf Henke im Gespr&auml;ch mit J&ouml;rg M&uuml;nchenberg<br>\nDie radikalen K&uuml;rzungen, die die Studie vorschlage, seien Ideen nach d&auml;nischem Vorbild, sagte Rudolf Henke, Vorsitzender des Marburger Bundes. Dort seien sehr gut ausgestattete Krankenh&auml;user gebaut worden, aber es gebe weniger Kliniken. F&uuml;r ein solches Projekt, &uuml;bertragen auf die Bundesrepublik, br&auml;uchte man einen Investitionsbedarf jenseits von 80 Milliarden Euro. Im Jahr w&uuml;rden die Bundesl&auml;nder aktuell aber nur 2,7 Milliarden Euro in die Krankenh&auml;user investieren. &bdquo;Dann sehe ich &uuml;berhaupt nicht, wie man dieses d&auml;nische Vorbild in Deutschland umsetzen will. Ich sehe nirgendwo die politische Bereitschaft, dieses Geld aufzubringen.&ldquo;<br>\n&bdquo;Am gr&uuml;nen Tisch gemacht&ldquo;<br>\nIn keinem medizinischen Bereich w&uuml;rden in Deutschland so viele Kapazit&auml;ten abgebaut wie in Krankenh&auml;usern. Es sei ein betr&auml;chtlicher R&uuml;ckgang an H&auml;usern und Betten zu verzeichnen &ndash; diese Entwicklung werde sich fortsetzen, so Henke. &bdquo;Die Forderung nach einer Neuordnung der Krankenhauslandschaft ist in der Realit&auml;t schon l&auml;ngst eingetreten. Es ist ziemlich simpel, vom gr&uuml;nen Tisch aus Zentralisierung und Kapazit&auml;tsabbau zu propagieren, wenn man dabei die Bed&uuml;rfnisse der Menschen vor Ort unter den Tisch fallen l&auml;sst.&ldquo; Die Studie &bdquo;&uuml;bersteigert und &uuml;bertreibt aus politischen Gr&uuml;nden die Richtung, in die die Entwicklung geht&ldquo;.<br>\nKrankenh&auml;user br&auml;uchten ein ausreichende und qualifizierte Personalbesetzung. Die Krankenh&auml;user m&uuml;ssten besser miteinander kooperieren. Und es m&uuml;ssten gen&uuml;gend finanzielle Mittel f&uuml;r die Digitalisierung der H&auml;user zur Verf&uuml;gung gestellt werden.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/kritik-an-bertelsmann-klinik-studie-man-laesst-die.694.de.html?dram:article_id=453941\">Deutschlandfunk<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Rentenexpertin: &ldquo;Vielen Rentnern droht Altersarmut&rdquo;<\/strong><br>\nDie Regierung muss dringend eine Grundrente einf&uuml;hren, sagt DGB-Rentenexpertin Annelie Buntenbach. Eine Bed&uuml;rftigkeitspr&uuml;fung lehnt sie ab.<br>\n(&hellip;) Mit der Grundrente w&uuml;rde &ndash; einem Beispiel der SPD zufolge &ndash; eine Fris&ouml;rin nach 35 Jahren Arbeit statt 513 dann 961 Euro Rente bekommen. W&auml;re das eine L&ouml;sung?<br>\nBuntenbach: Es w&auml;re auf jeden Fall f&uuml;r viele eine Verbesserung. Die Gewerkschaften fordern seit langem, dass die Rente aufgewertet wird f&uuml;r jene mit niedrigem Einkommen, wenn sie lange Jahre eingezahlt haben. Damit die Betroffenen nicht in die Altersarmut abrutschen und auf Grundsicherung angewiesen sind. Das geh&ouml;rt f&uuml;r mich zum Respekt vor der Lebensleistung der Menschen dazu. Wer 35 Jahre und mehr gearbeitet und in die Rentenkasse eingezahlt, Kinder erzogen oder Angeh&ouml;rige gepflegt hat oder einmal arbeitslos war, soll am Ende eine bessere Rente bekommen. Das w&uuml;rde rund drei Millionen Menschen helfen &ndash; auch jenen, die bereits Rente beziehen. Eine Grundrente st&auml;rkt den gesellschaftlichen Zusammenhalt.<br>\nAnders als die Union will die SPD keine Pr&uuml;fung, ob der Empf&auml;nger die Rente auch wirklich braucht oder doch genug eigene Mittel hat. Der Streit &uuml;ber die Bed&uuml;rftigkeitspr&uuml;fung dauert Wochen an. Wird die Grundrente damit am Ende blockiert?<br>\nBuntenbach: Ich erwarte von der Gro&szlig;en Koalition, dass sie wirklich praktische Ma&szlig;nahmen beschlie&szlig;t, die ein w&uuml;rdevolles Leben im Alter erm&ouml;glichen. Daf&uuml;r m&uuml;ssen die Koalitionspartner jetzt einen Weg finden und das schnell ins Gesetzblatt bringen. Ich hoffe, dass dies noch vor den Landtagswahlen in den &ouml;stlichen Bundesl&auml;ndern geschieht.<br>\nEs gibt ein ber&uuml;hmtes Beispiel f&uuml;r die Bed&uuml;rftigkeitspr&uuml;fung: Braucht die Zahnarztgattin wirklich eine Grundrente?<br>\nBuntenbach: Dieses Argument zieht nicht. Es gibt viel mehr Zahnarzthelferinnen, die auf die Grundrente angewiesen sind, als die immer wieder genannten Zahnarztgattinnen. Wir haben das mal durchrechnen lassen. Nur rund zehn Prozent derjenigen, die Anspruch auf die Grundrente h&auml;tten, leben in einem finanziell gut ausgestatteten Haushalt, br&auml;uchten diese Rente also nicht. Die Politik &ndash; und zumindest Teile der Union tun dies &ndash; darf diese zehn Prozent aber nicht vorschieben, um die anderen 90 Prozent zum Sozialamt zu schicken und ihre Lebensleistung nicht anzuerkennen. Au&szlig;erdem w&auml;re die Zahnarztgattin &uuml;ber die Einkommensteuer zu erreichen. Die ist n&auml;mlich zu zahlen, wenn die Rente &uuml;ber dem Grundfreibetrag liegt.<br>\nIst die Grundrente auch finanzierbar?<br>\nBuntenbach: Ja, Hubertus Heil und Olaf Scholz haben vorgeschlagen, sie &uuml;ber die Finanztransaktionssteuer und die Streichung der Verg&uuml;nstigungen f&uuml;r Hoteliers zu bezahlen. Das w&auml;re gut &ndash; f&uuml;r uns ist dabei entscheidend, dass sie als Aufgabe, die die Gesellschaft insgesamt betrifft, auch aus Steuermitteln finanziert wird. Man darf hier nicht den Fehler wiederholen, der bei der M&uuml;tterrente machen gemacht wird und in den Beitragstopf der Rentenversicherung greifen&hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.augsburger-allgemeine.de\/wirtschaft\/Rentenexpertin-Vielen-Rentnern-droht-Altersarmut-id54907271.html\">Augsburger Allgemeine<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Arbeitskampf im Einzelhandel: Packer aller L&auml;nder &hellip;<\/strong><br>\nPrime Day bei Amazon: Besch&auml;ftigte in Deutschland und den USA streiken f&uuml;r h&ouml;here L&ouml;hne und menschenw&uuml;rdige Arbeitsbedingungen<br>\nBereits Tage vorher spannten die Schn&auml;ppchenj&auml;ger ungeduldig ihre B&uuml;chsen: Prime Day bei Amazon! Das Onlinekaufhaus lockt die Kunden am Montag und Dienstag mit mehr als tausend vermeintlichen Preisknallern. F&uuml;r die Belegschaft bedeutet der Kaufrausch einen weiteren Gro&szlig;kampftag: In Leipzig, Koblenz, Bad Hersfeld, Rheinberg und Werne (beide Nordrhein-Westfalen) und Graben bei Augsburg wird gestreikt.<br>\nDie Besch&auml;ftigten kommen sich inzwischen n&auml;mlich selbst vor wie Ramschware auf dem Arbeitsmarkt. &raquo;W&auml;hrend Amazon mit satten Preisnachl&auml;ssen beim Prime Day zur Schn&auml;ppchenjagd bl&auml;st, wird den Besch&auml;ftigten eine existenzsichernde tarifliche Bezahlung vorenthalten&laquo;, klagte Orhan Akman von der Gewerkschaft Verdi am Montag in einer Presseerkl&auml;rung.<br>\nDas US-Unternehmen finanziere die j&auml;hrliche Sonderaktion praktisch aus dem Portemonnaie der Lohnabh&auml;ngigen. &raquo;Die Rabatte an die Kundinnen und Kunden l&auml;sst sich Amazon durch Tarifflucht und Niedrigl&ouml;hne der eigenen Besch&auml;ftigten bezahlen &ndash; damit muss Schluss sein&laquo;, fordert Akman. &raquo;Die L&ouml;hne und Geh&auml;lter d&uuml;rfen nicht l&auml;nger nach Gutsherrenart bestimmt werden.&laquo; Geld genug sollte vorhanden sein, denn der Konzern habe im ersten Quartal 2019 nach eigenen Angaben einen Rekordgewinn von 3,2 Milliarden Euro erzielt.<br>\nF&uuml;r den Standort in Werne bei Dortmund rechnete Karsten Rupprecht von Verdi in Westfalen mit einer ansehnlichen Beteiligung: Von den rund 1.800 Angestellten bef&auml;nden sich gut 300 im Ausstand, sch&auml;tzte er am Montag auf Nachfrage von junge Welt. Der Konzern habe es sich einiges kosten lassen, die Belegschaft zum Arbeiten zu bewegen. &raquo;Zehn Euro pro Tag Anwesenheitsbonus, der sich nach einer Woche verdoppelt&laquo;, erkl&auml;rte er. Au&szlig;erdem gebe es am Ende der Woche einen freien Tag extra. F&uuml;r Rupprecht ein Indiz daf&uuml;r, dass Amazon den Streik f&uuml;rchtet: &raquo;Sonst w&uuml;rden sie das bestimmt nicht machen.&laquo;&hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.jungewelt.de\/artikel\/358770.arbeitskampf-im-einzelhandel-packer-aller-l%C3%A4nder.html\">junge Welt<\/a>\n<p><strong>Dazu: Die Angebote im &Uuml;berblick<\/strong><br>\nSurface Pro bis Tefal-Grill: Die besten Schn&auml;ppchen gibt es nur noch heute<br>\nMehr Top-Angebote im &Uuml;berblick zu Amazon Prime Day 2019:<br>\n<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/190717-hdt-01.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.focus.de\/digital\/internet\/amazon-prime-day-2019-welche-deals-sich-bei-amazon-lohnen-und-welche-nicht_id_10909425.html\">Focus<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung Marco Wenzel:<\/strong> Bravo Focus! <\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>CO2-Steuer: Der Preis ist hei&szlig;?<\/strong><br>\n(&hellip;) Kohle, &Ouml;l und Gas zu verfeuern, soll erheblich teurer werden und, so die Idee, Industrie und Verbraucher*innen dazu anhalten, sich umweltfreundlich zu verhalten.<br>\nDiese Idee erscheint auf den ersten Blick so einfach wie gut, und nicht nur unter &Ouml;konomen gilt die CO2-Bepreisung daher l&auml;ngst als klimapolitisches Allheilmittel. Schon heute wird sie in mehr als 40 L&auml;ndern weltweit eingesetzt, um den Aussto&szlig; des Treibhausgases zu begrenzen&hellip;Allerdings f&auml;llt in der aktuellen Debatte meist dreierlei unter den Tisch: Ein CO2-Preis kann erstens nur dann Wirkung entfalten, wenn er hoch genug ausf&auml;llt. Er ben&ouml;tigt zweitens viele Jahre, um Effekte zu erzielen. Und er sollte sich drittens an politisch festgelegten Zielen f&uuml;r die jeweiligen Emissionsbereiche ausrichten.<br>\nIn Deutschland sind viele dieser Bedingungen derzeit nicht gegeben: Die diskutierten Preise fallen erheblich zu niedrig aus, und die Zeit ist, mit Blick auf die selbst gesetzten Klimaziele, &auml;u&szlig;erst knapp. Vor allem aber verdr&auml;ngt die aktuelle Debatte &uuml;ber den CO2-Preis l&auml;ngst &uuml;berf&auml;llige Diskussionen um weitgehende Ma&szlig;nahmen, die tats&auml;chlich die dringend ben&ouml;tigte &ouml;kologische und soziale Wende einleiten w&uuml;rden.<br>\nDer Markt soll&lsquo;s richten<br>\nGerade deshalb verwundert es allerdings auch nicht, dass sich inzwischen sowohl Unternehmerverb&auml;nde und Teile der Automobilindustrie als auch die gro&szlig;e Koalition zunehmend f&uuml;r die Einf&uuml;hrung eines CO2-Preises aussprechen&hellip;Mit dem Pariser Klimaabkommen verpflichtete sie sich, die Erderw&auml;rmung international auf deutlich unter zwei Grad Celsius, m&ouml;glichst auf maximal 1,5 Grad zu begrenzen. Dazu aber m&uuml;sste die Bundesregierung ihre Klimaziele nachjustieren &ndash; und Deutschland bereits 2035 statt 2050 klimaneutral sein. Nun allerdings soll weniger die Politik als vielmehr ausgerechnet der Markt dazu beitragen, die Ziele zu erreichen&hellip;<br>\n(&hellip;) Ein radikaler Umbau ist n&ouml;tig<br>\nDiese Bedingungen zu schaffen, obliegt vor allem der Politik. Die Bundesregierung muss, wenn sie das 1,5-Grad-Ziel tats&auml;chlich erreichen will, weitaus grundlegendere Ma&szlig;nahmen ins Auge fassen als die derzeit diskutierten.<br>\nDas aber bedeutet nichts anderes, als eine gewaltige Transformation unserer Gesellschaft einzuleiten &ndash; und zwar m&ouml;glichst schnell&hellip;<br>\n(&hellip;) Fest steht: Der Gro&szlig;teil unserer Infrastruktur bevorteilt noch immer fossile Energietr&auml;ger. Die Energieversorgung, unser Verkehrssystem, die St&auml;dte, in denen wir leben und arbeiten: All diese Bereiche m&uuml;ssen wir grundlegend umbauen &ndash; und zwar in den verbleibenden elf Jahren bis 2030. Dazu aber braucht es eher einen gesamtgesellschaftlichen Green New Deal als ein Preisschild auf dem Treibhausgas CO2&hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.blaetter.de\/archiv\/jahrgaenge\/2019\/juli\/co2-steuer-der-preis-ist-heiss\">Bl&auml;tter f&uuml;r deutsche &amp; internationale Politik<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Venezuela erh&auml;lt in der UNO Zustimmung f&uuml;r Resolution gegen Sanktionsregime<\/strong><br>\nMit 28 Ja-Stimmen, 14 Nein-Stimmen und 5 Enthaltungen hat der Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen (UNO) eine von Venezuela vorgelegte Resolution angenommen, die zur internationalen Zusammenarbeit im Bereich der Menschenrechte aufruft, um den negativen Folgen einseitiger Zwangsma&szlig;nahmen und Sanktionen zu begegnen. Das Dokument wurde von dem s&uuml;damerikanischen Land im Namen der Blockfreien-Bewegung eingebracht, deren Vorsitz es aktuell innehat.<br>\nDie Resolution bekr&auml;ftigt, dass eines der Ziele der UNO und eine wesentliche Verantwortung der Staaten darin bestehe, die Achtung der Menschenrechte und Grundfreiheiten unter anderem durch internationale Zusammenarbeit zu sch&uuml;tzen und zu f&ouml;rdern. Sie &auml;u&szlig;ert die &ldquo;Besorgnis &uuml;ber die anhaltende Auferlegung von Unilateralismus und einseitigen Zwangsma&szlig;nahmen, die das Wohlergehen der Bev&ouml;lkerung der betroffenen L&auml;nder beeintr&auml;chtigen und Hindernisse f&uuml;r die uneingeschr&auml;nkte Verwirklichung ihrer Menschenrechte schaffen&rdquo;.<br>\nWeiter betont das Dokument, dass die internationale Zusammenarbeit im Bereich der Menschenrechte im Einklang mit den in der Charta und im V&ouml;lkerrecht festgelegten Zielen und Grunds&auml;tzen einen wirksamen und praktischen Beitrag zu der dringenden Aufgabe leisten sollte, Verletzungen der Menschenrechte und der Grundfreiheiten zu verhindern.<br>\nIn der Entschlie&szlig;ung wird auch bekr&auml;ftigt, dass &ldquo;jeder Staat das unver&auml;u&szlig;erliche Recht hat, im Einklang mit dem souver&auml;nen Willen seines Volkes seine eigene politische, soziale, wirtschaftliche und kulturelle Ordnung frei zu w&auml;hlen und zu entwickeln, ohne dass sich ein anderer Staat oder nichtstaatlicher Akteur einmischt&rdquo;. Alle Akteure auf internationaler Ebene seien ferner aufgefordert, &ldquo;eine internationale Ordnung aufzubauen, die auf Integration, Gerechtigkeit, Gleichheit, Menschenw&uuml;rde, gegenseitigem Verst&auml;ndnis und der F&ouml;rderung und Achtung der kulturellen Vielfalt und der universellen Menschenrechte beruht&rdquo;, so die im Rat mehrheitlich angenommene Resolution weiter&hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/amerika21.de\/2019\/07\/228874\/venezuela-un-resolution-gegen-sanktionen\">Amerika 21<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Feiges Urteil f&uuml;r offensiven Schwarzfahrer<\/strong><br>\nManuel Erhardt hat mit gekennzeichnetem Schwarzfahren die Debatte um einen kostenlosen &ouml;ffentlichen Nahverkehr neu angesto&szlig;en. Das zust&auml;ndige Starnberger Gericht hat nun einiges unternommen, um ihn heimlich und ohne Medienaufmerksamkeit verurteilen zu k&ouml;nnen.<br>\nWer mit einem Schild, beschriftet mit der Aussage &bdquo;Ich fahre ohne g&uuml;ltige Fahrkarte&ldquo;, ausgestattet Bahn f&auml;hrt, der macht sich nicht, wie bei einer normalen Fahrt ohne Ticket, als Schwarzfahrer strafbar. &bdquo;Der Tatbestand der Dienstleistungserschleichung greift nur, wenn die Leistung, also der Transport, auch erschlichen wurde. Davon kann im hiesigen Fall einfach keine Rede mehr sein&ldquo;, so der im Verfahren zugelassene Strafverteidiger Schachtner. Entsprechend gro&szlig; war das mediale Interesse zu Beginn der Verhandlung.<br>\nAnscheinend zu gro&szlig; f&uuml;r den Geschmack des Gerichtes. &bdquo;Um das Urteil fernab jeglicher &Ouml;ffentlichkeit sprechen zu k&ouml;nnen, wurden alle Register gezogen&ldquo;, so der Strafverteidiger weiter&hellip;<br>\n(&hellip;) F&uuml;r Manuel Erhardt steht indes fest: &bdquo;Wenn das Gericht nicht den Mumm hat, mich &ouml;ffentlich zu verurteilen, zeigt das nur, wie berechtigt meine Forderung nach einem kostenlosen und damit diskriminierungsfreieren &Ouml;PNV ist. Selbstverst&auml;ndlich lasse ich mich von dem Urteil nicht entmutigen, ganz im Gegenteil, meinen Kampf f&uuml;r den Nulltarif werde ich nun umso beharrlicher weiterf&uuml;hren!&ldquo; Gegen das Urteil wurden Rechtsmittel eingelegt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/scharf-links.de\/47.0.html?&amp;tx_ttnews[tt_news]=70246&amp;tx_ttnews[backPid]=56&amp;cHash=ae9bf3cec1\">scharf links<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Bundesverfassungsgericht l&auml;sst sich Zeit<\/strong><br>\nHeute ist es auf den Tag genau sechs Monate her, dass das Bundesverfassungsgericht eine m&uuml;ndliche Anh&ouml;rung zur Frage der Verfassungsm&auml;&szlig;igkeit von Sanktionen durchgef&uuml;hrt hat.<br>\nSechs Monate in denen von den Jobcentern weiterhin munter Sanktionen verh&auml;ngt wurden die die Menschen unter das Existenzminimum gedr&uuml;ckt, Depressionen verursacht, und nicht selten in die Obdachlosigkeit gef&uuml;hrt haben.<br>\nSechs Monate in denen junge Menschen unter 25 Jahren beim ersten &bdquo;Vergehen&ldquo; f&uuml;r drei Monate keine Leistungen mehr erhalten haben und beim zweiten &bdquo;Vergehen&ldquo; selbst die Miete gestrichen wurde.<br>\nMarcel Nowitzki Mitglied im SprecherInnen-Rat der Bundesarbeitsgemeinschaft Hartz IV der Partei Die Linke meint dazu:<br>\n&bdquo;Bereits 2010 wurde vom Bundesverfassungsgericht festgestellt, dass das Existenzminimum unverf&uuml;gbar ist. Die g&auml;ngige Sanktionspraxis der Jobcenter unterschreitet jedoch mit jeder Sanktion dieses Existenzminimum. Daher ist es unbegreiflich wieso das Bundesverfassungsgericht jetzt so lange braucht um ein von ihm gef&auml;lltes Urteil zu best&auml;tigen.&ldquo;<br>\nEs sind jedoch nicht nur diese sechs Monate, die einen faden Beigeschmack hinterlassen.<br>\n(&hellip;) Die Bundesarbeitsgemeinschaft Hartz IV der Partei DIE LINKE sieht in den Sanktionen ein Instrument der Unterdr&uuml;ckung und G&auml;ngelung von Erwerbslosen.<br>\nAlleine die Angst vor diesen Sanktionen soll die Erwerbslosen gef&uuml;gig machen, jede Entscheidung des Jobcenters hinzunehmen, egal ob diese rechtlich abgesichert ist oder nicht, jeden noch so miesen und schlecht bezahlten Job anzunehmen.<br>\nUns verwundert es nicht, dass das Bundesverfassungsgericht sich bei der Entscheidung ob Sanktionen verfassungsrechtlich zul&auml;ssig sind &Uuml;bergeb&uuml;hr Zeit l&auml;sst, weil ohne diese Sanktionen das Hartz IV System wie ein Kartenhaus in sich zusammenfallen w&uuml;rde.<br>\nEs bleibt abzuwarten, ob das Bundesverfassungsgericht den Schneid hat die Sanktionen zu kippen, oder ob es eine fadenscheinige Begr&uuml;ndung heranzieht diese weiter fortbestehen zu lassen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/scharf-links.de\/41.0.html?&amp;tx_ttnews[tt_news]=70241&amp;tx_ttnews[backPid]=56&amp;cHash=03b498d269\">Scharf links<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Christian Reimann:<\/strong> Die NachDenkSeiten hatten &uuml;ber die m&uuml;ndliche Verhandlung in Karlsruhe <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=48493#h02\">berichtet<\/a>.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Triebkr&auml;fte des Populismus<\/strong><br>\nDer Rechtspopulismus ist nach wie vor im Aufschwung. Warum ist das so? Darauf gibt es viele kluge Antworten, die sich teils widersprechen, teils erg&auml;nzen. Noch wichtiger ist jedoch die Frage: Was m&uuml;ssen wir dagegen tun?<br>\nWarum ist der Rechtspopulismus nur so erfolgreich? Diese Frage wird derzeit zu Recht immer wieder gestellt. Zeugen Donald Trumps Pr&auml;sidentschaft, der Brexit und der Aufstieg der rechtsextremen, fremdenfeindlichen Parteien in Europa von einem tiefen Graben zwischen den Werten einer liberalen Gesellschaft und denen der Rechtskonservativen? Konservativen, die mittlerweile immer st&auml;rker xenophobe, ethno-nationalistische und autorit&auml;re Politiker unterst&uuml;tzen. Oder zeugt der Rechtsruck von den &ouml;konomischen &Auml;ngsten und der Unsicherheit vieler W&auml;hler*innen angesichts von Finanzkrisen, Sparprogrammen und der Globalisierung?<br>\nSoziale Ungerechtigkeit l&auml;sst sich einfacher bek&auml;mpfen als Nationalismus<br>\nVon der Antwort auf diese Fragen h&auml;ngt viel ab. Hat der autorit&auml;re Populismus seine Ursache in der wirtschaftlichen Lage, dann ist die richtige Reaktion ein Populismus der anderen Art &ndash; einer, der soziale Ungerechtigkeit und Exklusion bek&auml;mpft. Der Ansatz ist offen f&uuml;r unterschiedliche Gruppen und nicht unbedingt sch&auml;dlich f&uuml;r die Demokratie. Sind jedoch gesellschaftliche Ursachen f&uuml;r Rechtspopulismus urs&auml;chlich, dann gibt es weniger M&ouml;glichkeiten, etwas dagegen zu tun. Liberale Demokratien sind in diesem Fall wom&ouml;glich verloren, weil sie von inneren Widerspr&uuml;chen und Streitigkeiten gel&auml;hmt sind.<br>\n(&hellip;) Zuballerst musss die Politik die sozialen Ungerechtigkeiten angehen<br>\nNorris und Inglehart kommen zu dem Schluss, dass &bdquo;mittelfristige &ouml;konomische Bedingungen und die zunehmende soziale Diversit&auml;t&ldquo; den gesellschaftlichen R&uuml;ckfall beschleunigten. In ihrer empirischen Arbeit zeigen sie ebenfalls die wirtschaftlichen Gr&uuml;nde f&uuml;r den Erfolg der Populisten. In vergleichbarer Weise betont Will Wilkinson, dass Rassismus und &ouml;konomische Sorgen sich ja nicht ausschlie&szlig;en. Denn &ouml;konomische Schocks haben die sozialr&auml;umliche Trennung in Metropolen- und Landbev&ouml;lkerung deutlich verst&auml;rkt. In jedem Fall ereignen sich wirtschaftliche Ver&auml;nderungen nicht im luftleeren Raum, sondern in einem Kontext, indem gesellschaftliche Spaltungen entlang sozio-kultureller Fragen l&auml;ngst existieren.<br>\nLetztlich ist die Analyse der Ursachen des Rechtspopulismus bis ins letzte Detail aber nicht so entscheidend. Viel wichtiger ist die Frage, welche Lehren wir aus seinem Aufstieg ziehen. Und da gibt es derzeit wenig zu diskutieren: Zu allererst m&uuml;ssen gegen die sozialen Ungerechtigkeiten k&auml;mpfen und die soziale Absicherung der Menschen wieder verbessern. Daran f&uuml;hrt kein Weg vorbei, wenn wir den Populismus &uuml;berwinden wollen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/gegenblende.dgb.de\/artikel?k:list=Politik\">DGB<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Seenotrettung &ndash; Die Moral geht nach Hause<\/strong><br>\nDie Stadt Paris m&ouml;chte Carola Rackete eine Ehrenmedaille verleihen. Nachdem Frankreich die Fl&uuml;chtlinge der Sea Watch 3 erst nicht aufnehmen wollte. Doch das Treiben der deutschen Kapit&auml;nin hat mit der eigentlichen Seenotrettung wenig zu tun.<br>\nVorweg: Jeder Schiffseigner oder Kapit&auml;n hat das Recht, mit seinem Schiff im Mittelmeer zu kreuzen und in internationalen Gew&auml;ssern Fl&uuml;chtlinge und Migranten aufzunehmen. Er ist sogar dazu &bdquo;verpflichtet, allen Personen, selbst feindlichen, die auf See in Lebensgefahr angetroffen werden, Beistand zu leisten, soweit er dazu ohne ernste Gefahr f&uuml;r sein Schiff und f&uuml;r dessen Besatzung und Reisende imstande ist.&ldquo; So lautet die Seerechtskonvention von 1911, soweit die formale Rechtslage. Sie trifft zweifellos zu, wenn auf hoher See Fl&uuml;chtlinge und Migranten in einem hochseeuntauglichen Schlauchboot angetroffen werden und von einem Rettungsschiff an Bord genommen werden. Dies zu unterlassen, br&auml;chte sie in unmittelbare Lebensgefahr. Doch wie kam die Situation &uuml;berhaupt zustande?<br>\nIm Umgang mit dem Begriff &bdquo;Seenot&ldquo; herrscht heute eine heillose Verwirrung. Der Normalfall ist eine Situation, in der ein Schiff im Sturm, aufgrund eines Maschinenschadens oder einer Havarie so stark besch&auml;digt ist, dass es zu sinken droht; daraufhin werden &uuml;ber Funk die K&uuml;stenwache oder der Seenotrettungskreuzer alarmiert, die sofort auslaufen, um die Schiffbr&uuml;chigen zu retten. Seenot ist mithin etwas, in das man &bdquo;ger&auml;t&ldquo;, nicht etwas, in das man sich willentlich begibt. Der Sturm ist ein Ereignis, das &uuml;ber einen hereinbricht, er ist alles andere als beabsichtigt oder ein kalkuliertes Risiko. Diese Art Seenot &ndash; und das ist die &uuml;bliche Wortbedeutung &ndash; bringt den anderen unverschuldet in Lebensgefahr, aus der er gerettet werden muss.<br>\nKeine klassische Seenotrettung<br>\nVon dieser Situation ist das, was sich heute im Mittelmeer abspielt, grundverschieden. Gewiss l&auml;sst die unmittelbare Situation keine Wahl, trotzdem zeigen die Handlungsketten, die diese Lage erst herbeigef&uuml;hrt haben, ein anderes Bild. Die Fl&uuml;chtlinge sind vor Krieg und Verfolgung geflohen, die Wirtschaftsmigranten sind aufgebrochen, um f&uuml;r sich und ihre Familie ein neues Leben in Europa zu beginnen. Sie haben sich f&uuml;r die Fluchtroute &uuml;ber Libyen entschieden, und es ist kaum glaubhaft, dass sie &uuml;ber die Gefahren f&uuml;r Leib und Leben nicht informiert waren, die sie dort erwarteten. Sie haben es trotzdem gewagt. Der Wunsch, um jeden Preis nach Europa zu gelangen, war st&auml;rker. Die gleiche Risikokalkulation gilt f&uuml;r das Besteigen der unt&uuml;chtigen Schlauchboote. Sie bringen sich bewusst in Lebensgefahr, haben aber die Hoffnung, von einen NGO-Rettungsschiff aufgenommen zu werden. Oft ist diese Hoffnung begr&uuml;ndet, in anderen F&auml;llen jedoch nicht. Sie haben sich in Gefahr gebracht und kamen darin leider um. Wer das als hartherzig oder zynisch verurteilt, sollte bessere Erkl&auml;rungen beibringen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.cicero.de\/aussenpolitik\/seenotrettung-sea-watch-carola-rackete-alan-kurdi\">Cicero<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Bundesregierung r&uuml;stet Erdogan auf<\/strong><br>\nObwohl der t&uuml;rkische Staatspr&auml;sident Recep Tayyip Erdogan nach wie vor die zehntausenden Oppositionelle in der T&uuml;rkei inhaftiert und weiterhin alles tut, um die T&uuml;rkei zu einem islamistischen Unterdr&uuml;ckungsstaat zu machen, wird er weiterhin von der Bundesregierung mit Geld und Kriegswaffen unterst&uuml;tzt.<br>\nW&auml;hrend die Bundesregierung den Export von Kriegswaffen in die T&uuml;rkei genehmigt und gr&uuml;nes Licht f&uuml;r die tats&auml;chliche Ausfuhr gibt, bewaffnet Erdogan islamistische Terrormilizen in Syrien und in Libyen und gef&auml;hrdet die Sicherheit im gesamten Nahen und Mittleren Osten, sowie auf dem Balkan und in Nordafrika. Selbst j&uuml;ngste Drohungen Erdogans, unter Bruch der Souver&auml;nit&auml;t Syriens, gegen die Kurden im Norden des Landes milit&auml;risch zu intervenieren sowie der t&uuml;rkische Einmarsch im Norden des Iraks, haben die Bundesregierung bisher nicht zu einer &Auml;nderung ihrer &uuml;blen Genehmigungs- und Lieferungspraxis bewegen k&ouml;nnen. Dabei zeigt das Bespiel Zypern, dass die Bundesregierung auf der einen Seite Solidarit&auml;t gegen&uuml;ber Bedrohungen Erdogans heuchelt, w&auml;hrend sie ohne mit der Wimper zu zucken Erdogans T&uuml;rkei massiv aufr&uuml;stet.<br>\n(&hellip;) Sicherheitspolitische Geisterfahrt<br>\nDie Bundesregierung unterst&uuml;tzt die T&uuml;rkei mit ihren maritimen Kriegswaffenexporten trotz der manifesten Drohungen Erdogans, die aus Deutschland gelieferten U-Boote gegen Zypern einzusetzen. W&auml;hrend die T&uuml;rkei in Syrien und Libyen islamistische Terrormilizen bewaffnet, greift die Bundesregierung dem t&uuml;rkischen Staatspr&auml;sidenten Erdogan mit massiven Lieferungen von Kriegswaffen unter die Arme.<br>\nBundeskanzlerin Angela Merkel und Au&szlig;enminister Heiko Maas sind verantwortlich f&uuml;r diese sicherheitspolitische Geisterfahrt und handeln in hohem Ma&szlig;e unverantwortlich. Die R&uuml;stungsexporte an das autorit&auml;re Regime in der T&uuml;rkei m&uuml;ssen gestoppt werden. Das betrifft sowohl die Genehmigungen als auch die tats&auml;chliche Ausfuhr.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Bundesregierung-ruestet-Erdogan-auf-4472337.html\">Telepolis<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Stand der Kriegsvorbereitung gegen den Iran<\/strong><br>\nDie Wahrscheinlichkeit eines neuen Kriegs am Persischen Golf steigt. Allerdings haben die USA bisher weder einen Verteidigungsminister noch eine &ldquo;Koalition der Willigen&rdquo;<br>\nIn den vergangenen Wochen versch&auml;rfte die amerikanische Au&szlig;enpolitik ihre seit mehr als einem Jahr anhaltende Eskalation gegen&uuml;ber der Islamischen Republik Iran noch einmal deutlich. J&uuml;ngster H&ouml;hepunkt ist die Beschlagnahme des iranischen Supertankers Grace 1 auf Antrag der amerikanischen Beh&ouml;rden. Es ist das erste Mal in der j&uuml;ngeren Geschichte, dass ein &Ouml;ltanker wegen Sanktionsbestimmungen in internationalen Gew&auml;ssern festgehalten wird.<br>\nDie britischen Beh&ouml;rden, welche die Grace 1 vor Gibraltar haben festsetzen lassen, behaupten, dass Schiff sei Richtung Syrien unterwegs gewesen. Diese bisher unbelegte Konstruktion soll ihnen eine plausible Rechtsgrundlage verschaffen. Innerhalb der EU sind die amerikanischen Sanktionen gegen die Republik Iran nicht rechtskr&auml;ftig. Gegen Syrien hingegen h&auml;lt die EU weiterhin ihre 2014 erlassenen Sanktionen in Kraft, um den Wiederaufbau des durch S&ouml;ldner- und Dschihadistenhorden verw&uuml;steten Landes zu behindern.<br>\nAuff&auml;llig am Vorgehen der britischen Beh&ouml;rden ist auch, dass die Verwaltung von Gibraltar gerade erst am 3. Juli ein neues Regelwerk verabschiedet hat, um Sanktionen durchzusetzen. Gleich am darauffolgenden Tag enterte eine 30-k&ouml;pfige Spezialeinheit der britischen Flotte zusammen mit Polizeieinheiten aus Gibraltar das Schiff (Britische Marines entern iranischen Tanker vor Gibraltar).<br>\nMithilfe der frisch erlassenen Sanktionsvorschriften entschied ein Gericht in Gibraltar nun, den Kapit&auml;n und den Ersten Offizier festzunehmen und das Schiff bis mindestens 21. Juli festzuhalten. Wohlgemerkt: Unter dem Vorwurf, dass Schiff habe den syrischen Hafen Baniyas im Mittelmeer anlaufen wollen.<br>\nAusgerechnet dort kam es am Samstag, den 22. Juni, zu einer massiven Sabotageaktion. Mindestens f&uuml;nf Unterwasser-&Ouml;lpipelines in der N&auml;he von Baniyas wurden sabotiert und verursachten eine &Ouml;lpest, wie israelische Medien unter Berufung auf die syrische Nachrichtenagentur Sana berichteten. Fotos zeigen massive Eindellungen und lange Risse an den Rohren.<br>\nDer syrische Minister f&uuml;r Erd&ouml;l, Ali Ghanem, erkl&auml;rte sp&auml;ter, dass sogar sechs Leitungen besch&auml;digt worden seien und nannte den Vorgang einen &ldquo;feigen Terroranschlag&rdquo;. Die Pipelines verbinden den Hafen von Baniyas mit einer Entladeplattform, an der Supertanker wie die Grace 1 anlegen k&ouml;nnen&hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Stand-der-Kriegsvorbereitung-gegen-den-Iran-4469482.html?seite=all\">Telepolis<\/a>\n<\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (WM\/JB)<\/p>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-53448","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/53448","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=53448"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/53448\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":53451,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/53448\/revisions\/53451"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=53448"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=53448"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=53448"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}