{"id":53486,"date":"2019-07-18T14:09:34","date_gmt":"2019-07-18T12:09:34","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=53486"},"modified":"2019-07-19T07:16:06","modified_gmt":"2019-07-19T05:16:06","slug":"die-afd-die-rente-und-das-kronjuwel-der-linken","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=53486","title":{"rendered":"Die AfD, die Rente und das Kronjuwel der Linken"},"content":{"rendered":"<p>Eigentlich wollte die AfD den Wahlkampf f&uuml;r die drei im Herbst stattfindenden Landtagswahlen mit einem speziell einberufenen &bdquo;Sozialparteitag&ldquo; im Sp&auml;tsommer kr&ouml;nen. <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/afd-soziapolitik-hoecke-meuthen-1.4494351\">Daraus wird nichts<\/a>, da die Partei bei sozial- und rentenpolitischen Themen tief gespalten ist und die unterschiedlichen Fl&uuml;gel diametral verschiedene Positionen vertreten. Dies wird durch <a href=\"https:\/\/afd-thl.de\/wp-content\/uploads\/sites\/20\/2018\/06\/Rentenpapier-1.pdf\">ein Rentenpapier<\/a> des th&uuml;ringischen Landesverbandes deutlich, das zumindest im analytischen Teil durchaus positiv zu bewerten ist. Eine progressivere sozialpolitische Positionierung der AfD w&uuml;rde die Zielgruppe der Partei bis tief in die klassische Klientel der Linkspartei verschieben. Wenn die nicht aufpasst und sich entschiedener positioniert, k&ouml;nnte die AfD mit dieser Strategie sogar erfolgreich sein und im schlimmsten Falle damit sogar indirekt daf&uuml;r sorgen, dass die &bdquo;Soziale Frage&ldquo; von den &bdquo;Parteien der Mitte&ldquo; und den Medien das Label &bdquo;rechts&ldquo; verpasst verkommt. Von <strong>Jens Berger<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_2419\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-53486-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/190718_Die_AfD_die_Rente_und_das_Kronjuwel_der_Linken_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/190718_Die_AfD_die_Rente_und_das_Kronjuwel_der_Linken_NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/190718_Die_AfD_die_Rente_und_das_Kronjuwel_der_Linken_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/190718_Die_AfD_die_Rente_und_das_Kronjuwel_der_Linken_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=53486-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/190718_Die_AfD_die_Rente_und_das_Kronjuwel_der_Linken_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"190718_Die_AfD_die_Rente_und_das_Kronjuwel_der_Linken_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Die soziale Frage war das Kronjuwel der Linken, es war ihre Existenzgarantie. Und wenn wir als AfD glaubw&uuml;rdig bleiben und entschlossen bleiben, dann k&ouml;nnen wir der Linken dieses Kronjuwel jetzt abjagen! Und das sollten wir tun!&ldquo;<br>\n&ndash; Bj&ouml;rn H&ouml;cke auf dem Kyffh&auml;user-Treffen des v&ouml;lkischen AfD-Fl&uuml;gels am 23. Juni 2018\n<\/p><\/blockquote><p><strong>Die Linke verliert die sozialpolitische Kompetenz und Wahlen<\/strong><\/p><p>Die Themencombo &bdquo;Soziale Gerechtigkeit&ldquo; und &bdquo;Rente&ldquo; bildet den traditionellen Kern linker Politik. Die Parteien des sogenannten &bdquo;linken Spektrums&ldquo; behandeln die Soziale Frage jedoch eher stiefm&uuml;tterlich. Die SPD ist seit Schr&ouml;ders Zeiten auf der Suche nach &bdquo;politischen Mitte&ldquo; und gab ihre Kompetenzen auf sozialpolitischer Ebene auf, um sich einen &bdquo;wirtschaftsfreundlicheren&ldquo; Anstrich zu verpassen. Die Gr&uuml;nen konzentrieren sich ganz auf das Thema &bdquo;Klimapolitik&ldquo; und ein ernstgemeintes sozialpolitisches Profil w&uuml;rde bei ihnen ohnehin Zielkonflikte mit anderen Themenfeldern er&ouml;ffnen. Inwieweit gerade die Gr&uuml;nen heute &uuml;berhaupt noch dem &bdquo;linken Lager&ldquo; zuzurechnen sind, ist &uuml;berdies fraglich. Lediglich die Linkspartei hat (noch) ein nennenswertes sozialpolitisches Profil, wird jedoch &ndash; auch dank einer &uuml;berforderten Parteispitze &ndash; &ouml;ffentlich immer weniger als Partei der Sozialen Frage wahrgenommen. Bei den Europawahlen sahen nur noch 15% der von <a href=\"https:\/\/wahl.tagesschau.de\/wahlen\/2019-05-26-EP-DE\/umfrage-linkspartei.shtml\">infratest dimap f&uuml;r den Wahlmonitor der ARD Befragten<\/a> die Linkspartei als kompetenteste Partei f&uuml;r das Themenfeld &bdquo;Soziale Gerechtigkeit&ldquo;. Vor allem im Osten der Republik wird die Linke mehr und mehr als Partei wahrgenommen, die sich vor allem f&uuml;r die identit&auml;tspolitischen Nischenthemen einer gebildeten jungen urbanen W&auml;hlerschicht stark macht und nicht mehr viel mit den &bdquo;abgeh&auml;ngten&ldquo; W&auml;hlern aus der Provinz zu tun haben will. <\/p><div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/190528-hdt-01_.png\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/190528-hdt-01_.png\" alt=\"\" title=\"\"><span><\/span><\/a><\/div><p>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.horstkahrs.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/WNB-EPW19.pdf?fbclid=IwAR0meA92w3bMbvgXgPV6c5VQJsrDpRaGKYojeHMnw0fyZWz209rRNVVc6rs\">Horst Kahrs\/RLS<\/a><\/p><p>Die Quittung f&uuml;r diese Entwicklungen kassieren SPD und Linke zur Zeit bei den Wahlen. Bei den <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=52127#h02\">Europawahlen im Mai<\/a> konnten SPD und Linke bei den Arbeitern nur 14% bzw. 6% der Stimmen holen. Gro&szlig;er Gewinner war hier die AfD, die mit 23% nicht nur mehr Stimmen als SPD und Linke zusammen holte, sondern auch mit nur einem einzigen Prozentpunkt hinter der Union zweitst&auml;rkste Partei wurde. Noch dramatischer ist das Bild bei den Arbeitslosen. Dort war die AfD mit 21% sogar die st&auml;rkste Partei &ndash; klar vor der SPD mit 14% und der Linkspartei mit 13%. Gegen&uuml;ber den Europawahlen 2014 verlor die Linkspartei &uuml;brigens bei den Arbeitern vier und bei den Arbeitslosen drei Prozentpunkte, w&auml;hrend die AfD hier mit 13 bzw. 16 Prozentpunkten ihre mit gro&szlig;em Abstand h&ouml;chsten Zugewinne verbuchen konnte. <strong>Die ehemalige Partei der Professoren hat sich vom W&auml;hlerprofil her schon jetzt zu einer Partei der &bdquo;einfachen Leute&ldquo; gewandelt.<\/strong> Und hier gibt es programmatisch den gr&ouml;&szlig;tm&ouml;glichen Dissens zwischen den &bdquo;Klasseninteressen&ldquo; der AfD-W&auml;hler und dem Programm der AfD.<\/p><p><strong>Rentenpolitik der AfD &ndash; ein weites Feld<\/strong><\/p><p>Besonders deutlich wird dies bei der Rentenpolitik. Parteichef J&ouml;rg Meuthen, der vor seiner Karriere in der Politik selbst als &Ouml;konomieprofessor lehrte, ist so ein Relikt aus der <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=14670\">Fr&uuml;hphase der AfD<\/a>, bei der ultra-wirtschaftsliberale Professoren rund um Hans-Olaf Henkel und Bernd Lucke zur&uuml;ck zur Mark wollten und einen noch schlankeren Staat forderten. Meuthens Rentenkonzept passt in dieses Bild. Die gesetzliche Rente will er ganz abschaffen und durch eine steuerlich finanzierte Mindestrente eintauschen, zu der die B&uuml;rger dann zus&auml;tzlich eine private Altersvorsorge betreiben sollen. Fraktionschefin Alice Weidel, die Mitglied der libert&auml;ren Hayek-Gesellschaft ist, geht nicht ganz so weit und sieht die gesetzliche Rente in ihrem Konzept immerhin als eine von drei S&auml;ulen. Die anderen beiden S&auml;ulen sind die kapitalgedeckte Privatvorsorge und eine steuerlich gef&ouml;rderte Anlage in Aktien und Fonds. So weit geht noch nicht einmal die FDP. Unwahrscheinlich, dass derlei neoliberale Konzepte bei den &bdquo;einfachen Leuten&ldquo; ankommen. Die AfD hat vielmehr das Gl&uuml;ck, dass ihre Sozial- und Rentenpolitik bislang kaum wahrgenommen wurde.<\/p><p>Dies k&ouml;nnte sich durch die Erfolge des v&ouml;lkischen Fl&uuml;gels rund um Bj&ouml;rn H&ouml;cke im innerparteiischen Fl&uuml;gelkampf jedoch &auml;ndern. Denn zumindest in der Analyse muss das <a href=\"https:\/\/afd-thl.de\/wp-content\/uploads\/sites\/20\/2018\/06\/Rentenpapier-1.pdf\">Rentenpapier<\/a> des th&uuml;ringischen Landesverbandes kaum hinter Papieren der Linkspartei zur&uuml;ckstehen. Das ist auch kein Wunder, da die Th&uuml;ringer flei&szlig;ig kopiert haben. So waren zentrale Punkte des &bdquo;H&ouml;cke-Konzepts&ldquo;, wie beispielsweise die Bedeutung der Produktivit&auml;t statt des vermeintlichen demographischen Wandels f&uuml;r die Rentenformel, schon Gegenstand von Albrecht M&uuml;llers 1997 erschienenen Buch &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=52576\">Mut zur Wende<\/a>&ldquo; und wurden auch mehrfach (u.a. <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?cat=39\">hier<\/a> oder <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?cat=155\">hier<\/a>) von den NachDenkSeiten thematisiert. Erstaunlich ist jedoch, wie H&ouml;ckes Team auf Basis einer recht soliden Analyse zu derart l&uuml;ckenhaften und teilweise sogar falschen Schl&uuml;ssen kommt. So fordert man neben einer inhaltlich ja richtigen Anhebung des Rentenniveaus eine verfassungsrechtlich ohnehin nicht realisierbare &bdquo;Staatsb&uuml;rgerrente&ldquo; als steuerfinanzierten Aufschlag f&uuml;r Bezieher kleinerer Renten, eine problematische Einbeziehung der Kinderzahl bei der Rente und auch bei der Beitragsbemessung. Das ist nat&uuml;rlich vor allem ein Zugest&auml;ndnis an die v&ouml;lkische Ideologie des H&ouml;cke-Fl&uuml;gels. Progressiv ist daran erst einmal nichts. An die Beitragsbemessungsgrenze, die &bdquo;Besserverdiener&ldquo; schont, und an eine abschlagfreie Senkung des Renteneintrittsalters wagt auch H&ouml;cke sich nicht heran. Analyse gut, Forderungen so lala. <\/p><p>Hier soll es an dieser Stelle aber gar nicht um eine detaillierte Analyse des Rentenpapiers der Th&uuml;ringer AfD gehen. Es ist auch nicht sehr wahrscheinlich, dass die AfD ihre eigenen Rentenkonzepte ernst nimmt. Es geht wohl eher darum, durch eine strategisch schlaue Positionierung neue W&auml;hlerschichten zu erschlie&szlig;en. Festzuhalten ist jedenfalls, dass die AfD zur Zeit auf dem Feld der Sozial- und Rentenpolitik mit deutlichen Anleihen bei der politischen Linken Inhalte kapert, die vollkommen richtig sind. Das ist strategisch nat&uuml;rlich sehr schlau, zumal die politische Linke hier ohne Not ein gro&szlig;es politisches Vakuum hinterl&auml;sst, das nur darauf wartet, gef&uuml;llt zu werden. Mit einer sehr &auml;hnlichen Strategie hatte schon Marine Le Pen mit ihrem &bdquo;Rassemblement National&ldquo; Erfolg und nat&uuml;rlich sind hier auch die Parallelen zur Entwicklung der NSDAP w&auml;hrend der Weimarer Republik zu erkennen, wie Gerd Bosbach es in einem <a href=\"https:\/\/www.fr.de\/wirtschaft\/rentenkonzept-afd-national-soziale-anstrich-rechten-zr-12829626.html\">Interview mit der Rundschau<\/a> darlegt. Es ist offensichtlich: Je st&auml;rker es die politische Linke zu den exklusiven Nischenthemen einer jungen, urbanen W&auml;hlerschicht zieht, desto erfolgreicher kann die politische Rechte mit einer von den Linken &uuml;bernommenen Sozialrhetorik bei den &bdquo;einfachen Leuten&ldquo; punkten. Wenn die Linke hier nicht aufpasst und der AfD das Feld &uuml;berl&auml;sst, k&ouml;nnte diese schon bald zur Arbeiterpartei werden &ndash; eine f&uuml;rchterliche Vorstellung. Man kann daher auch getrost davon ausgehen, dass sich der v&ouml;lkische Fl&uuml;gel programmatisch gegen den wirtschaftsliberalen Fl&uuml;gel durchsetzen wird. Denn mit Hayek gewinnt man als AfD keine Stimmen. <\/p><p><strong>Ein Angriff auf unsere Reflexhaftigkeit<\/strong><\/p><p>Diese Vorstellung ist noch nicht einmal so abwegig, da dumme Denk- und Handlungsmuster einer konstruktiven Antwort auf die absehbare Neuorientierung der AfD im Wege stehen. Wir &bdquo;lernen&ldquo; ja nun seit geraumer Zeit, dass die AfD die Inkarnation des B&ouml;sen ist und daher automatisch jede ihrer Forderungen eine Forderung &bdquo;von rechts&ldquo; und damit abzulehnen sei. Dummerweise wird dabei nicht mehr differenziert, um welche Forderung es sich konkret handelt. <strong>Selbstverst&auml;ndlich sind die fremdenfeindlichen und reaktion&auml;ren Kernforderungen der AfD indiskutabel und selbst wenn die AfD das komplette sozialpolitische Programm der Linkspartei klauen w&uuml;rde, w&auml;re sie immer noch unw&auml;hlbar. Interessanter ist die Frage, ob das komplette sozialpolitische Programm der Linkspartei pl&ouml;tzlich falsch w&auml;re, wenn die AfD es &uuml;bernehmen w&uuml;rde.<\/strong> Das ist nat&uuml;rlich zugespitzt, da es ja zur Zeit nur um einzelne analytische Punkte geht. Wenn die &uuml;berbreite &bdquo;Anti-AfD-Front&ldquo;, die ja vom rechten Fl&uuml;gel der CDU bis zum linken Fl&uuml;gel der Linkspartei reicht, jetzt den antrainierten Reflexen folgt und sinnvolle Forderungen nur deshalb ablehnt, weil sie von der AfD kommen, k&ouml;nnte das Ergebnis verheerend sein. Denn dann w&uuml;rde das Kronjuwel der Linken zum Kr&ouml;nungsschmuck der Rechten.<\/p><p><strong>Dies zu verhindern, muss vor allem im Interesse derjenigen sein, die sich eine progressive Sozial- und Rentenpolitik w&uuml;nschen.<\/strong> Denn was die AfD auf diesem Themenfeld fordert, ist eigentlich egal, da sie ohnehin zumindest mittelfristig keine Regierungsverantwortung &uuml;bernehmen wird. Sollte der mediale und politische Mainstream jedoch einer progressiven Sozial- und Rentenpolitik das Label &bdquo;AfD-Forderung&ldquo; verleihen, w&auml;re dies eine Katastrophe. Wer nun meint, dies sei &uuml;bertrieben, dem sei ein Blick auf das Thema &bdquo;Entspannungspolitik gegen&uuml;ber Russland&ldquo; empfohlen. Hier vertritt die AfD ja &ndash; wenn auch meist aus eher fragw&uuml;rdigen Gr&uuml;nden &ndash; eine durchaus l&ouml;bliche Position. Die antrainierten Reflexe von Medien und Politik haben jedoch erfolgreich dazu gef&uuml;hrt, dass eine russlandfreundlichere Politik vielfach als &bdquo;AfD-Forderung&ldquo; verunglimpft wird und Gegnern der NATO- und US-h&ouml;rigen Konfrontationspolitik das Label &bdquo;AfD-nah&ldquo; verliehen wird. Dar&uuml;ber freuen sich nat&uuml;rlich vor allem die transatlantischen Meinungsmacher, von denen dieser Spin ja auch kommt. <strong>Dass dieser Spin k&uuml;nftig auch von den wirtschaftsliberalen Meinungsmachern &ndash; die ja ohnehin oft in Personalunion auch Transatlantiker sind &ndash; &uuml;bernommen wird, um die Privatisierung der Altersvorsorge weiter voranzutreiben und jegliche Kritik an ihr zu verunglimpfen, ist zumindest wahrscheinlich.<\/strong><\/p><p>Wann kommt der erste interessengesteuerte Leitartikler auf die Idee, die St&auml;rkung der gesetzlichen Rente zu einer &bdquo;AfD- oder gar H&ouml;cke-Forderung&ldquo; zu machen? Besonders gef&auml;hrdet sind hier &uuml;brigens auch die Vertreter des identit&auml;tspolitischen Fl&uuml;gels der Linkspartei, die mit der &bdquo;Sozialen Frage&ldquo; noch nie so richtig etwas anfangen konnten und es als Makel empfinden, eine Politik zu vertreten, die auch die Interessen prek&auml;rer W&auml;hler in strukturschwachen l&auml;ndlichen Regionen vertreten will. Doch wenn die Linke ohne Not ihre sozialpolitische Ausrichtung opfert, st&auml;rkt sie damit letzten Endes nur die AfD. <strong>Wer die AfD hingegen wirkungsvoll bek&auml;mpfen will, muss sich jetzt klipp und klar zu einer progressiven Sozialpolitik bekennen und sich die St&auml;rkung der gesetzlichen Rente aufs eigene Banner schreiben.<\/strong><\/p><p>Titelbild: Henryk Ditze\/shutterstock.com<\/p><p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg05.met.vgwort.de\/na\/9133b7bd4c764fc1afd097d69db88378\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eigentlich wollte die AfD den Wahlkampf f&uuml;r die drei im Herbst stattfindenden Landtagswahlen mit einem speziell einberufenen &bdquo;Sozialparteitag&ldquo; im Sp&auml;tsommer kr&ouml;nen. <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/afd-soziapolitik-hoecke-meuthen-1.4494351\">Daraus wird nichts<\/a>, da die Partei bei sozial- und rentenpolitischen Themen tief gespalten ist und die unterschiedlichen Fl&uuml;gel diametral verschiedene Positionen vertreten. 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