{"id":53496,"date":"2019-07-19T09:23:59","date_gmt":"2019-07-19T07:23:59","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=53496"},"modified":"2019-07-19T09:30:12","modified_gmt":"2019-07-19T07:30:12","slug":"the-intercept-leak-wie-lulas-scharfrichter-sergio-moro-mit-transparency-international-politisch-in-venezuela-intervenierte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=53496","title":{"rendered":"The Intercept-Leak \u2013 Wie Lulas Scharfrichter S\u00e9rgio Moro mit Transparency International politisch in Venezuela intervenierte"},"content":{"rendered":"<p>Die <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=52456\">Fortsetzungs-Serie von The Intercept Brasil<\/a> mit der Ver&ouml;ffentlichung des #VazaJato-Mega-Leaks &uuml;ber die best&uuml;rzenden Machenschaften des ehemaligen Richters und amtierenden Justizministers S&eacute;rgio Moro, insbesondere in Komplizenschaft mit dem Staatsanwalt Deltan Dallagnol, schl&auml;gt trotz der schr&auml;gen Dementis beider und mehrfacher Androhungen von Repressalien des Bolsonaro-Regimes immer gewaltigere Wellen; nun auch in Partnerschaft und mit dem gleichzeitigen Abdruck in respektierten internationalen Medien wie <a href=\"https:\/\/brasil.elpais.com\/brasil\/2019\/07\/13\/politica\/1563047507_551141.html\"><em>El Pa&iacute;s<\/em><\/a>. Von <strong>Frederico F&uuml;llgraf<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\n&bdquo;Ist es schlie&szlig;lich m&ouml;glich, die Authentizit&auml;t der von The Intercept geposteten Nachrichten nachzupr&uuml;fen?&rdquo;, fragte die portugiesisch-sprachige Ausgabe der spanischen Tageszeitung und versicherte ihren Lesern: &bdquo;El Pa&iacute;s hatte Zugang zu einem Teil der Archive von #VazaJato und best&auml;tigte mit Hilfe von Experten, die nichts mit dem Nachrichtenportal (The Intercept), das Brasilien ersch&uuml;ttert, zu tun haben, dass die ausgetauschten Nachrichten authentisch sind&rdquo;.<\/p><p>In der zweiten Juliwoche lie&szlig; The Intercept zum ersten Mal ein <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=4XgIIfshv9o\">Ton-Archiv durchsickern<\/a>, in dem Dallagnol mit seinen Kollegen von der Staatsanwaltschaft eine Entscheidung des Richters Luiz Fux vom Obersten Gerichtshof (STF) feiert. Auf illegale Weise hatte Dallagnol von Fux erfahren, dass dieser die von seinem STF-Kollegen, Richter Ricardo Lewandowski, zuvor erteilte Erlaubnis f&uuml;r ein Interview der Tageszeitung <em>Folha de S. Paulo<\/em> mit dem inhaftierten Pr&auml;sidentschaftskandidaten Luis In&aacute;cio Lula da Silva annulliert hatte.<\/p><p>Das Interview sollte 12 Tage vor der ersten Wahlrunde im Oktober 2018 stattfinden. Das Verbot und die Schadenfreude Dallagnols best&auml;tigen, dass das Verbot &ndash; nicht nur des Interviews, sondern der Kandidatur Lulas &ndash; und der Wahlsieg Jair Bolsonaros mit aktiven, illegalen parteipolitischen Machenschaften Moros, Dallagnols und Fux&lsquo; erzielt wurden. Auf die illegalen Absprachen des STF-Richters mit der Staatsanwaltschaft bezogen, hatte Moro bereits im April 2016 ironisch <a href=\"https:\/\/veja.abril.com.br\/politica\/in-fux-we-trust-disse-moro-a-deltan-em-mensagem-vazada\/\">auf Telegram gepostet<\/a>: &bdquo;Gro&szlig;artig. In Fux we trust&rdquo;.<\/p><p><strong>Die Hinterlist gegen Venezuela<\/strong><\/p><p>Nach dem geheimen O-Ton-Mitschnitt Dallagnols schl&auml;gt nun ein weiterer politischer Skandal Wellen der Emp&ouml;rung, bei dem diesmal offizielle Stellen von Brasilien &uuml;ber Washington bis Berlin wegsehen m&ouml;chten, aber nicht mehr k&ouml;nnen. Es handelt sich um <a href=\"https:\/\/theintercept.com\/2019\/07\/07\/lava-jato-vazamento-delacao-venezuela\/\">eine internationale Intrige<\/a> gegen die Rechtsstaatlichkeit Venezuelas.<\/p><p>In den Vorgang involviert sind wieder Richter S&eacute;rgio Moro, die Einsatzgruppe &ldquo;Autowaschanlage&rdquo; unter F&uuml;hrung von Staatsanwalt Dallagnol, die brasilianische Sektion der in Berlin ans&auml;ssigen NGO Transparency International (TI), der brasilianische Gro&szlig;bau-Konzern Odebrecht, die ehemalige Generalstaatsanw&auml;ltin Venezuelas, Lu&iacute;sa Ortega D&iacute;az, die Regierung Nicol&aacute;s Maduro und der einstige F&uuml;hrer der konservativen Opposition, Enrique Capriles.<\/p><p>Indirekt verstrickt sind jedoch auch mindestens ein halbes Dutzend EU-Regierungen, die Europ&auml;ische Kommission, europ&auml;ische Banken, drei deutsche Bundesministerien &ndash; Umwelt (BMU), Internationale Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und das Ausw&auml;rtige Amt (AA) &ndash; sowie internationale politische Stiftungen &ndash; darunter George Soros&lsquo; Open Society, Pierre Omydiars Network, die US-amerikanische Ford-Foundation &ndash; und transnationale Konzerne wie Microsoft, Google, Norsk Hydro und selbst die in vielf&auml;ltige Korruptionsaff&auml;ren involvierte deutsche Siemens-Gruppe. Alle zusammen &ndash; Regierungen, Stiftungen, Banken und Konzerne &ndash; finanzieren TI, jene vom ehemaligen deutschen Weltbank-Funktion&auml;r Peter Eigen gegr&uuml;ndete NGO, deren <a href=\"https:\/\/www.transparency.org\/whoweare\/accountability\/current_operating_budget\/2\">Etat 2019<\/a> sich auf stolze 23,77 Millionen Dollar bel&auml;uft und die seit 1993 als weltgr&ouml;&szlig;ter angeblicher &ldquo;Anti-Korruptions-Watchdog&rdquo; auftritt.<\/p><p>An den Korruptions-Erhebungsmethoden von TI wird ohnehin seit Jahren <a href=\"https:\/\/www.washingtonpost.com\/news\/monkey-cage\/wp\/2017\/01\/26\/theres-more-to-measuring-corruption-than-transparency-internationals-annual-index-just-released\/\">scharfe Kritik<\/a> ge&uuml;bt. Doch nun ger&auml;t auch der moralische Anspruch der Berliner NGO ins Kreuzfeuer und mit ihm die rechtsstaatliche Glaubw&uuml;rdigkeit aller ihrer Sponsoren; darunter die deutsche Bundesregierung.<\/p><p>&bdquo;Die Hauptmotivation war politisch. Die Staatsanw&auml;lte wussten, dass sie im Verborgenen handeln mussten&rdquo;, kommentiert The Intercept einen explosiven Textaustausch von Richter Moro mit Staatsanw&auml;lten auf der Telegram-Plattform. Private Gespr&auml;che auf Telegram vom August 2017 entlarven, dass die Lava-Jato-Staatsanwaltschaft auf Vorschlag Moros versuchte, vertrauliche Zeugenaussagen erpresster Direktoren des in mehreren Dutzend L&auml;ndern t&auml;tigen und wegen schwerer Korruption angeklagten brasilianischen Odebrecht-Baukonzerns an die venezolanische Opposition durchsickern zu lassen.<\/p><p>&bdquo;Es k&ouml;nnte eine gute Gelegenheit daf&uuml;r sein, die Odebrecht-Aussage &uuml;ber Bestechungszahlungen in Venezuela &ouml;ffentlich zu machen. Sind die Akten hier oder in der PGR (Generalstaatsanwaltschaft)?&rdquo;, fragte Moro am 5. August 2017 um 14:35 Dallagnol. &bdquo;Die Sache zu ver&ouml;ffentlichen, ist aus dem einfachen Grund nicht m&ouml;glich, weil dies gegen eine Vereinbarung versto&szlig;en w&uuml;rde, man k&ouml;nnte aber Informationen auf spontane Weise [in Venezuela] streuen. Die Wahrscheinlichkeit in diesem Fall w&auml;re, dass irgendwo auf dem Weg jemand sich dazu entscheidet, etwas zu ver&ouml;ffentlichen&rdquo;, antwortete Staatsanwalt Deltan Dallagnol.<\/p><p>Zuvor hatte Dallagnol den Richter zwar gewarnt, jedoch der geplanten Verschw&ouml;rung als &bdquo;Ermutigung&rdquo; der Venezolaner zugestimmt. Das Gespr&auml;ch best&auml;tigt noch einmal, dass Moro nicht etwa als Richter, sondern als rechtswidriger De-facto-Koordinator der Einsatzgruppe zur Bek&auml;mpfung der Korruption und als internationaler politischer Agent handelte. Das Ganze trug sich im Moment &auml;u&szlig;erster Spannung zu, n&auml;mlich am Vorabend der Wahl der verfassunggebenden Versammlung.<\/p><p>Zu Recht erinnert The Intercept daran, dass die USA bereits einen Monat davor, im Juli 2017, der Regierung Maduro mit neuen Sanktionen gedroht hatten, falls Venezuela am Plan der verfassunggebenden Versammlung festhalten sollten. Wenig sp&auml;ter schlug US-Pr&auml;sident Donald Trump einen noch sch&auml;rferen Ton an und drohte gar mit der Anwendung milit&auml;rischer Ma&szlig;nahmen.<\/p><p>Artikel 325 des brasilianischen Strafgesetzbuchs warnt davor, dass die unbefugte Weitergabe vertraulicher Informationen durch die Staatsanwaltschaft ein Verbrechen charakterisiert, das mit Freiheitsstrafen von bis zu zwei Jahren geahndet wird. Doch, auf gut Deutsch gesagt, das Gesetz und die internationale Legalit&auml;t scherte Moro und seine Bewunderer und De-Facto-Befolgten einen feuchten Dreck.<\/p><p>Da die Verschw&ouml;rer in Caracas nur &uuml;ber wenige Kontakte verf&uuml;gten, wandten sie sich an die fr&uuml;here Generalstaatsanw&auml;ltin Lu&iacute;sa Ortega D&iacute;az, die zu diesem Zeitpunkt bereits ihres Amtes enthoben worden war und sich auf ein Exil in Kolumbien vorbereitete. Man beachte die Unverfrorenheit von Richter Moro: er schlug die Verbreitung vertraulicher Aussagen des Odebrecht-Konzerns f&uuml;r jenen Tag vor, an dem die verfassunggebende Versammlung die Entlassung Ortegas genehmigte. Moro wollte einen Schlagabtausch mit Pr&auml;sident Nicol&aacute;s Maduro.<\/p><p>Wenige Tage nach einem vor&uuml;bergehenden Selbstexil in Brasilien traf sich Ortega mit Rodrigo Janot, dem damaligen Generalstaatsanwalt. Das Intercept-Leak der Telegram-Gespr&auml;che offenbart nun, was Ortega im Schilde f&uuml;hrte: obwohl nicht mehr amtsbefugt, dennoch mit Richter Moro und &bdquo;seinen&ldquo; Staatsanw&auml;lten kooperieren. &bdquo;Wir sind Zeugen einer institutionellen Vergewaltigung der venezolanischen Staatsanwaltschaft&ldquo;, protestierte lauthals Janot, und willigte in die Verschw&ouml;rung ein.<\/p><p><strong>Wahlspenden an Capriles werden aus Zeugenaussage entfernt<\/strong><\/p><p>Im Schatten des Rampenlichts f&uuml;hrten Moro und die jungen Staatsanw&auml;lte eine hei&szlig;e Debatte auf Telegram &uuml;ber die angebliche Aussage des ehemaligen Odebrecht-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrers in Venezuela, Euzenando Azevedo, wonach sein Konzern 35 Millionen Dollar f&uuml;r  Maduros Wahlkampf gespendet hatte; eine explosive Nachricht, die &ndash; so bef&uuml;rchteten allerdings ein paar junge Staatsanw&auml;lte &ndash; die Krise in Venezuela nur weiter anheizen w&uuml;rde.<\/p><p>Nach einem Gespr&auml;ch mit Moro am fr&uuml;hen Abend des 5. August 2017 diskutierte Deltan Dallagnol die Angelegenheit mit seinen Kollegen in der Chat-Gruppe &bdquo;Filhos do Januario 2&ldquo;. Staatsanwalt Orlando aus S&atilde;o Paulo hatte um 19:29:47 gewarnt: &bdquo;Wir k&ouml;nnen nicht einfach Justizgeheimnisse preisgeben. Wir w&uuml;rden die Vereinbarung missachten, das k&ouml;nnen wir nicht riskieren, das h&auml;tte auch zivilrechtliche Konsequenzen f&uuml;r uns und den Bund&ldquo;. &bdquo;Seht doch, ein B&uuml;rgerkrieg ist m&ouml;glich, und jede Handlung von uns kann zu mehr sozialen Unruhen und Todesf&auml;llen f&uuml;hren&ldquo;, sinnierte Staatsanwalt Paulo Galv&atilde;o. Das Gespr&auml;ch dauerte einige Stunden, bis tief in die Nacht hinein.<\/p><p>Stunden sp&auml;ter versuchte Dallagnol die &Auml;ngste seiner Kollegen zu zerstreuen. &bdquo;Paulo Galv&atilde;o, was das Risiko angeht, dar&uuml;ber m&uuml;ssen die venezolanischen B&uuml;rger nachdenken. Sie haben das Recht zu rebellieren&ldquo;. Am Tag darauf insistierte Deltan Dallagnol: &bdquo;6. August 2017 &ndash; Chat Filhos do Januario 2 Gruppe: Deltan &ndash; 14:50:42 &ndash; &bdquo;Zweck der Priorisierung w&auml;re, f&uuml;r den Kampf eines Volkes gegen Ungerechtigkeit einen Beitrag zu leisten, Tatsachen aufzudecken und zu zeigen, dass Repression herrscht, wenn es keine Rechenschaftspflicht gibt. Um die M&ouml;glichkeit der Bearbeitung dort zu unterbinden, sollten wir uns nur auf einen Teil der Tatsachen beziehen, die das Problem l&ouml;sen w&uuml;rden&ldquo;.<\/p><p>Es vergingen einige Wochen.<\/p><p><strong>Die Hinterlist mit Hilfe von Transparency International<\/strong><\/p><p>Am Nachmittag des 28. August sandte Staatsanwalt Orlando Martello eine Nachricht an die Gruppe, in der &uuml;ber ein Telefongespr&auml;ch mit Vladimir Aras &ndash; zust&auml;ndig f&uuml;r internationale Zusammenarbeit in der Generalstaatsanwaltschaft &ndash; berichtet wurde. Darin wurde kommentiert, dass Aras Anfang 2016 gesagt h&auml;tte, er vertraue Ortega nicht. &bdquo;Wir haben guten Kontakt zu ein oder zwei &lsquo;Staatsanw&auml;lten&rsquo; in Venezuela, aber die dortige Generalstaatsanwaltschaft weckt kein Vertrauen&rdquo;, erkl&auml;rte Meirelles.<\/p><p>Wegen der Verbindung mit Orlando hatte Aras seine Meinung ge&auml;ndert und Ortega wurde zur entscheidenden Br&uuml;cke, um die geheime Zusammenarbeit zu organisieren. W&auml;hrend der Gespr&auml;che organisierte Aras den Empfang von zwei venezolanischen Staatsanw&auml;lten, die Mitte September heimlich nach Brasilien kamen, um an den Dokumenten zu arbeiten; eine Idee Ortegas. Zwei Staatsanw&auml;lte in Curitiba boten ihre H&auml;user an, w&auml;hrend Deltan Dallagnol <strong>Transparency International<\/strong> um die Finanzierung ihres Aufenthalts in Brasilien bat.<\/p><p>Ortega traf am 22. August vor ihnen in Brasilien ein. &bdquo;Ihr wolltet Informationen in Venezuela leaken? Das ist der Moment. Die Frau ist in Brasilien&rdquo;, scherzte der Staatsanwalt Paulo Galv&atilde;o, seine Kollegen reagierten mit Ironie.<\/p><p>Wochen sp&auml;ter, im Oktober, ver&ouml;ffentlichte Ortega zwei Videos auf ihrer Website: Ausz&uuml;ge aus Aussagen des ehemaligen Odebrecht-Direktors Euzenando Azevedo, in denen er zugibt, 35 Millionen Dollar f&uuml;r Maduros Wahlkampf gespendet zu haben. Anderen Angaben zufolge hat Capriles jedoch <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=2STYVU1eSh8\">27 Millionen Dollar erhalten<\/a>. Doch er hatte in der gleichen Aussage best&auml;tigt, au&szlig;erdem 15 Millionen US-Dollar in die Kampagne des Oppositionskandidaten Henrique Capriles investiert zu haben &ndash; diese Angabe hat Ortega allerdings in den ver&ouml;ffentlichten Videos gel&ouml;scht.<\/p><p>Nach Ortegas zensiertem Leak sandte Mauricio Bezerra, ein Anwalt von Odebrecht, eine Beschwerde an Staatsanwalt Carlos Bruno Ferreira beim Sekretariat f&uuml;r internationale Zusammenarbeit, die wiederum von Roberson Pozzobon an die Chat-Gruppe Filhos do Januario 2 weitervermittelt wurde. Darin beklagte sich Bezerra dar&uuml;ber, dass das Leak das Sicherheitsrisiko f&uuml;r mehrere Firmenmitglieder erheblich erh&ouml;ht habe. In ihrer Chat-Gruppe reagierten die Staatsanw&auml;lte mit scheinheiliger Aufregung, so als ginge sie die Klage Bezerras nichts an.<\/p><p>Bezerra durchschaute den Zynismus, ging einen Schritt weiter und reichte Klage beim Obersten Gerichtshof ein, was stark darauf hindeutete, dass die Generalstaatsanwaltschaft, die f&uuml;r die &Uuml;berwachung der Dallagnol-Gruppe zust&auml;ndig war, das Video zugespielt haben k&ouml;nnte, denn nur sie hatte Zugriff auf die Aufzeichnung.<\/p><p>Die Generalstaatsanwaltschaft wurde um Aufkl&auml;rung gebeten. Das war vor zwei Jahren. Erst vor einem Monat, im Juni 2019, berichtete Janots Nachfolgerin, Generalstaatsanw&auml;ltin Raquel Dodge, dass vor dem Bundesgericht in Brasilia eine geheime Untersuchung stattgefunden habe.<\/p><p>Die Chat-Gespr&auml;che bezeugen jedoch auch die Besorgnis von Transparency International &uuml;ber die zunehmend kritische Situation Venezuelas. Die NGO vertrat die Meinung, es solle eine <em>Klage gegen die Regierung Nicol&aacute;s Maduro<\/em> eingereicht werden und diskutierte den Plan mit Lulas Vorg&auml;nger, dem Soziologen und Ex-Pr&auml;sidenten Fernando Henrique Cardoso (kurz FHC genannt) w&auml;hrend einer Veranstaltung in Brasilien. &bdquo;Am Ende kam FHC, um mit mir zu sprechen, und sagte, dass dies eine gute Idee ist&rdquo;, lie&szlig; Bruno Brand&atilde;o &ndash; Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer der brasilianischen Sektion von Transparency International &ndash; Staatsanwalt Dallagnol mit einer Nachricht vom 31. Oktober 2017 wissen.<\/p><p>Die beiden waren per Du.<\/p><p>Privater Chat Bruno &ndash; 15:59:13 &ndash; Irgendwelche Einw&auml;nde?<br>\nDeltan &ndash; 19:51:31 &ndash; Keine Einw&auml;nde.<br>\nDeltan &ndash; 19:51:50 &ndash; Es ist sogar gut, um Gel&auml;nde zu testen.<br>\nBruno &ndash; 20.04.16 &ndash; FHC kam am Ende zu mir und sagte, es sei eine gute Idee Bruno &ndash; 20.04.27 &ndash; andere kamen auch.<\/p><p>Auf ihre Involvierung in illegale Umtriebe angesprochen, reagierte Transparency International mit erstaunlichem Zynismus. Die Organisation bef&uuml;rworte die Verbesserung der internationalen Zusammenarbeit im Rechtsbereich sowie Ma&szlig;nahmen der brasilianischen Beh&ouml;rden gegen ausl&auml;ndische Beamte, die wegen Korruption angeklagt seien.<\/p><p>Doch Transparency Internationals Verstrickung mit der kriminellen Gruppe um Richter Moro baute auf einer Vorgeschichte auf. Am 9. Dezember 2016 lud Prof. Markus Pohlmann &ndash; Politologe und Jurist vom Max-Weber-Institut f&uuml;r Soziologie der Universit&auml;t Heidelberg &ndash; S&eacute;rgio Moro zu einem Vortrag ein, der seinerzeit auf erbitterten Widerstand stie&szlig;.<\/p><p>Heidelberg war des Richters erster Auftritt in Deutschland. Wenige Tage zuvor hatte jedoch die in Berlin ans&auml;ssige Transparency International die Preisauszeichnung der von ihm geleiteten Einsatzgruppe &ldquo;Unternehmen Waschanlage&rdquo; als &ldquo;weltgr&ouml;&szlig;tes Unternehmen der Korruptionsbek&auml;mpfung des Jahres 2016&rdquo; verk&uuml;ndet.<\/p><p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=36249\">Mein Kommentar zu Moros Preisauszeichnung<\/a> und Auftritt lautete schon damals: &bdquo;Wer die Medienbegierde des Juristen (Moro) kennt, hat gute Gr&uuml;nde zur Annahme, nach seiner Beweihr&auml;ucherung durch konservative US-Medien, wie das&nbsp;Time-Magazin, d&uuml;rfen der Transparency-Preis und der Heidelberger Vortrag als Beginn einer Propagandaschau Moros nun auch in Deutschland gedeutet werden. Als Auftakt dazu diente bereits die Ausgabe vom 8. November des Manager-Magazins, mit dem Werbetext aus <a href=\"http:\/\/www.manager-magazin.de\/politik\/artikel\/korruption-in-brasilien-operation-autowaesche-a-1119189.html\">Korruption in Brasilien: &ldquo;Operation Autow&auml;sche&rdquo;<\/a> der Feder des Heidelberger Moro-Amphitryons Markus Pohlmann. &rdquo;<\/p><p>Von mir am 11. Juli darauf angeschrieben, ob sie als TI-Vorstandsmitglied von der skandal&ouml;sen Involvierung ihrer NGO wusste, reagierte Karen Hussmann mit Schweigen.<\/p><p>Titelbild: Casimiro PT\/shutterstock.com<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=52456\">Fortsetzungs-Serie von The Intercept Brasil<\/a> mit der Ver&ouml;ffentlichung des #VazaJato-Mega-Leaks &uuml;ber die best&uuml;rzenden Machenschaften des ehemaligen Richters und amtierenden Justizministers S&eacute;rgio Moro, insbesondere in Komplizenschaft mit dem Staatsanwalt Deltan Dallagnol, schl&auml;gt trotz der schr&auml;gen Dementis beider und mehrfacher Androhungen von Repressalien des Bolsonaro-Regimes immer gewaltigere Wellen; nun auch in Partnerschaft und mit dem<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=53496\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":53497,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[126,20],"tags":[1613,930,2071,2497,2682,650,1333],"class_list":["post-53496","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-erosion-der-demokratie","category-landerberichte","tag-brasilien","tag-justiz","tag-maduro-nicolas","tag-moro-sergio","tag-the-intercept","tag-transparency-international","tag-venezuela"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/shutterstock_1170038458.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/53496","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=53496"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/53496\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":53500,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/53496\/revisions\/53500"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/53497"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=53496"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=53496"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=53496"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}