{"id":5354,"date":"2010-04-29T12:06:03","date_gmt":"2010-04-29T10:06:03","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=5354"},"modified":"2014-08-07T14:57:56","modified_gmt":"2014-08-07T12:57:56","slug":"der-umgang-mit-der-krise-um-griechenland-unfassbar-verantwortungslos-und-ignorant-finanzkrise-xxxix","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=5354","title":{"rendered":"Der Umgang mit der Krise um Griechenland &#8211; unfassbar verantwortungslos und ignorant (Finanzkrise XXXIX)"},"content":{"rendered":"<p>Man ist ja schon an vieles gew&ouml;hnt. Aber einen so rasanten Verfall der demokratischen Kultur, der Verantwortung und der Kenntnis und Wahrnehmung &ouml;konomischer Zusammenh&auml;nge hatte ich nicht erwartet. In den Medien und von Politikern wird gehetzt und die Spekulation angeheizt. Das ist deshalb wahnsinnig, weil es ja schon lange kein Spiel mehr ist, sondern sehr ernst werden kann. Aber die Verantwortlichen in der Politik schauen auf die Stimmungsmache in den Medien und auf den so genannten M&auml;rkten und orientieren ihre &Auml;u&szlig;erungen und ihre Entscheidungen daran. Dabei w&auml;re ziemlich klar gewesen, was in der jetzigen Situation zu tun ist. Albrecht M&uuml;ller<br>\n<!--more--><br>\n<strong>Zun&auml;chst eine &Uuml;bersicht dar&uuml;ber, was Sie in diesem Beitrag erwartet:<\/strong><\/p><p>In einem ersten Teil &bdquo;Gedanken zum Thema&ldquo;, in einem zweiten Teil Anlagen mit weiterf&uuml;hrenden Beitr&auml;gen Dritter, darunter ein Offener Brief, den sie unterst&uuml;tzen k&ouml;nnen. Dann Beispiele f&uuml;r die verantwortungslose Meinungsmache und besondere Exemplare der Ignoranz.<\/p><p><strong>Gedanken zum Thema:<\/strong><\/p><p><strong>Mit einer Krise wie der jetzigen muss man ausgesprochen vorsichtig umgehen und man muss rechtzeitig handeln.<\/strong><\/p><p>Beides ist nicht geschehen. Es war seit Jahren erkennbar, dass die Wettbewerbsf&auml;higkeit der einzelnen Euro L&auml;nder auseinander driftet. Darauf haben einige wenige &Ouml;konomen rechtzeitig hingewiesen. Auch ich im 2006 erschienenen Buch &bdquo;Machtwahn&ldquo; und mehrmals in den NachDenkSeiten.<br>\nDie Konsequenz f&uuml;r die jetzige Situation ist, dass man nicht nur von Griechenland und den anderen m&ouml;glicherweise bald ebenso massiv von Spekulationen betroffenen L&auml;ndern verlangen kann, ihre Wettbewerbsf&auml;higkeit zu verbessern. Auch die &Uuml;berschussl&auml;nder m&uuml;ssen sich bewegen, sie m&uuml;ssen ihre L&ouml;hne nach oben anpassen, damit die Lohnst&uuml;ckkostenentwicklung nicht weiter auseinandergeht. Das ist ein mittelfristig zu bew&auml;ltigender Prozess. Er ist aber in einem gemeinsamen W&auml;hrungsraum notwendig, weil es eine Anpassung &uuml;ber die Wechselkurse nicht gibt. Sowohl bei der Europ&auml;ischen Zentralbank als auch bei der Bundesregierung gibt es noch keine Anzeichen f&uuml;r die Einsicht in diese selbstverst&auml;ndliche Notwendigkeit. N&auml;heres dazu auch in den Anlagen A.<\/p><p>Die Bundesregierung hat mit der Zusage von Unterst&uuml;tzung gez&ouml;gert. Sie ist damit ma&szlig;geblich verantwortlich f&uuml;r das Anheizen der Spekulation und schadet damit nicht nur Griechenland sondern auch uns. Es ist eigentlich unvorstellbar, dass Menschen in politischer Verantwortung so verantwortungslos handeln.<\/p><p><strong>Wenn man nach den Gr&uuml;nden f&uuml;r die hinhaltende Taktik der Bundesregierung und auch der Europ&auml;ischen Zentralbank und teilweise der Europ&auml;ischen Kommission, jedenfalls der F&uuml;hrung der Eurogruppe, sucht, dann komme ich auf zwei Antworten:<\/strong><\/p><p>Erstens: Die handelnden Personen wissen es nicht besser. Sie denken in einzelwirtschaftlichen Zusammenh&auml;ngen und missachten die gesamtwirtschaftlichen Wirkungen ihres Tuns und Unterlassens.<br>\nZweitens: Sie handeln im Interesse jener, die von Spekulationen und der Krise profitieren. Auch das ist nicht ausgeschlossen. <\/p><p>Wer profitiert davon: <\/p><ul>\n<li>alle, die f&uuml;r ihre Geldanlagen h&ouml;here Zinsen erreichen, wenn sie sich voraussichtlich risikolos in griechischen Papieren engagieren.<\/li>\n<li>Alle, die von der Flucht in Sachwerte und Edelmetalle profitieren.<\/li>\n<li>Alle, die an Finanztransaktionen verdienen &ndash; das sind die Investmentbanker und Banken insgesamt und das k&ouml;nnte eine der Ursachen f&uuml;r das Z&ouml;gern sein. K&ouml;nnte.<\/li>\n<li>Alle, die an weiteren Privatisierungen verdienen. Denn darauf wird es in vielen der betroffenen L&auml;nder hinauslaufen.<\/li>\n<\/ul><p><strong>Es ist unverantwortlich, &uuml;ber Staatsbankrotte zu philosophieren, wenn man in Verantwortung steht oder eine meinungsf&uuml;hrende Rolle spielt<\/strong><\/p><p>F&uuml;r jeden verantwortlichen Politiker muss klar sein, dass Griechenland und auch die andern betroffenen L&auml;nder stabilisiert werden m&uuml;ssen. Alles andere w&auml;re von viel h&ouml;herem Schaden. Wenn man diese selbstverst&auml;ndliche Einsicht hat, dann sollte man jegliches Schwadronieren &uuml;ber Staatsbankrotte vermeiden. Der Chef&ouml;konom der Deutschen Bank ist weit von dieser Erkenntnis entfernt. Siehe das Interview in Anlage C 1.<\/p><p><strong>Die Unf&auml;higkeit zum Denken in gesamtwirtschaftlichen Zusammenh&auml;ngen und Anmerkungen zu wichtigen Elementen einer L&ouml;sung unserer Probleme:<\/strong><\/p><p>Der Chef&ouml;konom der Deutschen Bank, Mayer, schl&auml;gt zur L&ouml;sung des Problems Griechenlands vor, dass dort gespart werden soll und die L&ouml;hne gesenkt werden. Er ist nicht der einzige, der so fatal denkt. Denn wenn Griechenland und dann sp&auml;ter vielleicht Portugal und Spanien und Irland und Italien so handeln, dann kommen wir in die typische Deflation der Weltwirtschaftskrise in den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts.<br>\nDie L&ouml;sung kann nur sein, dass alle L&auml;nder des Euroraums begreifen, dass die Stabilisierung der Nachfrage und der Besch&auml;ftigung wichtige Voraussetzungen f&uuml;r die L&ouml;sung der Probleme sind. Griechenland kann seine Schulden nur bezahlen, wenn dort ausreichend Wertsch&ouml;pfung stattfindet. Alle anderen L&auml;nder und auch die &Uuml;berschussl&auml;nder k&ouml;nnen nur florieren, wenn gemeinsam versucht wird, eine Aufw&auml;rtsbewegung zu erreichen. Wenn die Stabilisierung &uuml;ber Sparen und Lohnzur&uuml;ckhaltung versucht wird, dann endet das Ganze im Desaster. Nicht einmal diese einfachen Zusammenh&auml;nge werden verstanden.<\/p><p><strong>Die Krise wird auch benutzt, um Verantwortung von der Finanzindustrie und der neoliberalen Politik abzuschieben<\/strong><\/p><p>F&uuml;r die deutsche Politik, die die Finanzkrise miserabel gemanagt hat und uns mit massiven Lasten eines Rettungsschirms &uuml;ber mindestens 480 Milliarden belastet, hat die Griechenland-Krise den gro&szlig;en Vorteil, dass niemand mehr vom Versagen der deutschen Politik redet.<br>\nDie Griechenland Krise hat f&uuml;r die Finanzindustrie und die Wirtschaftspolitik in den USA den Vorteil, dass die dortige ebenso hohe Verschuldung und Krise der Leistungsbilanz ebenfalls in den Hintergrund tritt.<br>\nEin besonderes tolles St&uuml;ck von Abschiebung der Verantwortung ist die Kampagne der Republikaner in den USA unter dem Schlagworten &bdquo;Big Bank Bailout&ldquo;. Siehe Anlage B 1. Dort wird versucht, dem Staat die Finanzkrise anzuh&auml;ngen. &Auml;hnliche Versuche gab es bei uns auch. Immer wieder wurde versucht, die Bankenkrise alleine den &ouml;ffentlichen Banken zuzuschieben.<\/p><p><strong>Anlagen:<\/strong><\/p><p><strong>A. Vern&uuml;nftige, weiterf&uuml;hrende Beitr&auml;ge<\/strong><\/p><ol>\n<li><strong>Heiner Flassbeck im Hamburger Abendblatt:<\/strong>\n<p><strong>Das Gespenst von Berlin<\/strong><\/p>\n<p>Die deutsche Diskussion um Griechenland ist gespenstisch. Noch immer wird so getan, als ob, erstens, das Land das einzige in Europa mit Schwierigkeiten sei und, zweitens, allein durch eigene Schludrigkeit in diese Schwierigkeiten geraten sei und, drittens, nur ein Problem mit den &ouml;ffentlichen Haushalten habe. Alle drei Vermutungen sind grundfalsch. <\/p>\n<p>Ganz S&uuml;deuropa einschlie&szlig;lich Frankreichs hat ein &auml;hnliches Problem. Griechenland war vor der Krise &auml;u&szlig;erst erfolgreich mit seiner Wirtschaft insgesamt; es hat z. B. in den letzten zehn Jahren wesentlich mehr in Maschinen und Ausr&uuml;stungen investiert als irgendein anderes Land der Eurozone. Schlie&szlig;lich geht es nicht nur und nicht einmal haupts&auml;chlich um Staatsfinanzen, sondern ganz zentral um ein au&szlig;enwirtschaftliches Ungleichgewicht, n&auml;mlich hohe &Uuml;bersch&uuml;sse des Exports &uuml;ber den Import in Deutschland und umgekehrt in S&uuml;deuropa. Das ist das in einer W&auml;hrungsunion so schwer zu beseitigende Ungleichgewicht, weil es ohne eigene W&auml;hrung die M&ouml;glichkeit einer Abwertung nicht mehr gibt. In einer W&auml;hrungsunion gibt es eine Anpassung nur &uuml;ber die L&ouml;hne: Im &Uuml;berschussland m&uuml;ssen sie st&auml;rker steigen, im Defizitland weniger als zuvor.   <\/p>\n<p>W&auml;hrend aber in Berlin das au&szlig;enwirtschaftliche Problem hartn&auml;ckig geleugnet wird, hat in Br&uuml;ssel ein deutscher Minister der Erkl&auml;rung der Eurogruppe vom 15. M&auml;rz zugestimmt, wonach &bdquo; die Minister sich verpflichten, den Tatbestand der Unterschiede in der Wettbewerbsf&auml;higkeit und der makro&ouml;konomischen Ungleichgewichte anzugehen und eine ambiti&ouml;se und umfassende Antwort zu finden, die auch die Bereiche der Lohnpolitik und des Arbeitsmarktes mit einschlie&szlig;t&rdquo;. <\/p>\n<p>Deswegen ist auch die rein fiskalische Antwort auf die Krise, die in Berlin als allein tragf&auml;hig angesehen wird, gef&auml;hrlich und unsinnig. Kein Land kann durch Sparen seinen Staatshaushalt sanieren, weil das Sparen ohne einen positiven Impuls aus anderer Richtung die Wirtschaft immer tiefer in die Rezession treibt und die Lage des Staatshaushaltes weiter verschlechtert. Weil zudem auf breiter Front die L&ouml;hne gek&uuml;rzt werden, sinkt die heimische Nachfrage und Investitionen der Unternehmen werden trotz sinkender Kosten nicht angeregt. <\/p>\n<p>Ein positiver Impuls kann nur von au&szlig;en kommen. Weil die Lohnk&uuml;rzung die Wettbewerbsf&auml;higkeit verbessert, k&ouml;nnte es eine allm&auml;hliche Zunahme des Exports und sinkende Importe geben, wenn die anderen L&auml;nder nicht das Gleiche tun und man Griechenland hilft, die Schw&auml;chephase zu &uuml;berbr&uuml;cken. Da aber alle S&uuml;deurop&auml;er f&uuml;rchten, in die gleiche Lage wie Griechenland zu geraten und die Nordeurop&auml;er, vorneweg mit Deutschland, ohnehin weiter auf Lohnzur&uuml;ckhaltung setzen, ist nicht damit zu rechnen, dass das ein leichter Weg wird. Auch deswegen ist eine &Uuml;berbr&uuml;ckung durch einen von allen andern zu finanzierenden Kredit unverzichtbar, wenn man den Spekulanten den Wind aus den Segeln nehmen will.<\/p>\n<p>Aber machen wir uns nichts vor, wenn Griechenland diesen Weg des G&uuml;rtel-enger-Schnallens geht, die &uuml;brigen S&uuml;deurop&auml;er folgen und Nordeuropa nicht von seiner bisherigen Politik abweicht, ist der Weg Europas in eine Deflation vorgezeichnet. Diese Art von Lohnsenkungswettbewerb ist das wahre Gespenst von Berlin und hat in den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts die gro&szlig;e Krise ausgel&ouml;st. Ein Land kann durch Lohnsenkung seine Position verbessern, alle k&ouml;nnen das nicht. Wer in Deutschland jetzt schon wieder mit einem vom Export&uuml;berschuss getragenen Aufschwung rechnet &ndash; die Wirtschaftsforschungsinstitute erwarten in ihrer j&uuml;ngsten Prognose, dass 0,9 von 1,5 Prozent deutschem Wachstum aus dem &Uuml;berschuss der Exporte &uuml;ber die Importe bestritten wird &ndash; hat die Rechnung ohne den Wirt gemacht.  <\/p>\n<p>Hilfe f&uuml;r Griechenland und andere Staaten ist sinnlos, wenn sie nicht in ein europ&auml;isches Konzept zum Ausgleich der Wettbewerbsf&auml;higkeit und zur Verhinderung einer europ&auml;ischen Deflation eingebunden ist. Das auszuarbeiten und politisch umzusetzen, ist die Staatskunst, die Europa jetzt braucht. Doch wer erkennt die Zeichen an der Wand? Mit &bdquo;weiter so&ldquo; ist Europa nicht zu retten.<\/p><\/li>\n<li><strong>Open letter to European policymakers: The Greek crisis is a European crisis and needs European solutions<\/strong>\n<p><a href=\"upload\/pdf\/100429_Open_letter_to_European_policymakers.pdf\">Hier der Text als PDF-Datei [20 KB].<\/a><\/p>\n<p>Dazu schreibt Andrew Watt, Senior researcher European Trade Union Institut in einer Mail und bitte um Unterst&uuml;tzung des offenen Briefes:<\/p>\n<blockquote><p>Dear colleagues, &nbsp;<br>\nPlease find in the attachment and copied below an open letter to European policymakers criticising their collective failure to address the Greek crisis as a European crisis. It sets out the various causes of the Greek crisis, of which poor fiscal management by that country is only one, and points out the European dimension of the problems. In particular the problem of competitive divergences within monetary union must be addressed in a symmetrical way. Accordingly it calls for decisive and coordinated policies by European and national actors to stem the Greek crisis, prevent it spreading to other countries in the monetary union and thus underpin the recovery of the European economy as a whole.<br>\nWe are seeking the support of economists, academics, policymakers and leaders of trade unions and other civil society actors for this open letter.<br>\nWe urge you to read this open letter. If you broadly agree with its content, please manifest your support by inserting your details in the table and replying to this e-mail (<a href=\"mailto:openletter@etui.org\">openletter@etui.org<\/a>).<\/p><\/blockquote>\n<\/li>\n<li><strong>Quaterly Report der EU-Komission f&uuml;r die Euro-Zone<\/strong>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/ec.europa.eu\/economy_finance\/publications\/qr_euro_area\/2010\/pdf\/qrea201001en.pdf\">ec.europa.eu [PDF &ndash; 635 KB]<\/a><\/p>\n<p>Darauf macht Heiner Flassbeck aufmerksam und schreibt dazu:<\/p>\n<blockquote><p>&ldquo;Das hat man in der deutschen Presse praktisch nicht gesehen<\/p>\n<p>Hier einige Zitate <\/p>\n<p><em>This is particularly true for most Member States, which need to recoup the large losses in price competitiveness incurred during much of the decade. <\/em><\/p>\n<p>Graph IV.2 shows the cross-country correlation between changes in price competitiveness and export market shares changes during 1999-2008. Although the low R2 seems to indicate no correlation, it is in fact due to Slovakia, which is a clear outlier in the sample. After removing Slovakia from the sample, the correlation increases to 36 %, and the relationship is clearly negative, in line with expectation.<\/p>\n<p>Action is required in all euro-area Member States. In the horizontal terms of reference adopted on March 15, the Eurogroup explicitly acknowledged the need for action in both current account deficit and surplus countries (see Box VI.1). As the terms of reference line out, the nature, importance and urgency of the policy challenges differ significantly depending on the countries considered. <\/p>\n<p><strong>und dann diese Schlussfolgerung<\/strong><\/p>\n<p><em>Action is also needed in Member States that have accumulated large current account surpluses. In these countries, policies should aim to identify and implement structural reforms that help in strengthening domestic demand. <\/em><\/p>\n<p>Und das ist die <strong>ministeriale Schlussfolgerung: <\/strong><\/p>\n<p><em>The policy response should be comprehensive, tailored to the specific needs of each Member State and cover measures in four key areas: budgetary and wage policies, labour markets, product and service markets and the financial sector. Measures targeted at boosting labour productivity and potential growth, improving resource allocation by the financial sector and ensuring sustainable public finances would be beneficial in all Member States as they would help to correct imbalances and to underpin the recovery<\/em><\/p>\n<p><em>Ministers commit:<\/em><\/p>\n<ul>\n<li><em>to address the issue of competitiveness divergences and macroeconomic imbalances swiftly and effectively;<\/em><\/li>\n<li><em>to put in place an ambitious and comprehensive policy response covering appropriate measures in four broad  areas: budgetary and wage policies, labour markets, goods and services markets and the financial sector;<\/em><\/li>\n<li><em>to make sure that the agreed policy response is coordinated in the euro area, designed to address the specific vulnerabilities and needs of each country and facilitates the smooth functioning of EMU; and<\/em><\/li>\n<li><em>to review progress made on a regular basis. <\/em><\/li>\n<\/ul>\n<p>Dahinter braucht man jedenfalls nicht zur&uuml;ckgehen!&ldquo;<\/p><\/blockquote>\n<\/li>\n<li><strong>Wie Berlin die Griechen-Krise versch&auml;rfte<\/strong><br>\n<em>Ein Gastkommentar von Gustav A. Horn<\/em><br>\nAn ihrer Krise sind die Griechen vor allem selbst schuld. Doch zu allem Ungl&uuml;ck hat die Bundesregierung mit Belehrungen und nur z&ouml;gerlichen Hilfszusagen die Trag&ouml;die des Landes noch verschlimmert. Dass die deutschen Steuerzahler jetzt bluten m&uuml;ssen, hat vor allem Kanzlerin Merkel zu verantworten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/soziales\/0,1518,druck-691508,00.html\">SPIEGEL<\/a><\/li>\n<\/ol><p><strong>B. Gezielte Meinungsmache<\/strong><\/p><ol>\n<li><strong>Streit um Finanzreform<\/strong><br>\n<strong>Republikaner stellen Obama im Krieg der Worte<\/strong><br>\n<em>Von Gregor Peter Schmitz, Washington<\/em><br>\nBarack Obama droht ein Zerm&uuml;rbungskampf um seine Finanzreform: Die oppositionellen Republikaner str&auml;uben sich gegen strengere Regeln f&uuml;r Wall-Street-Zocker und torpedieren den Plan des US-Pr&auml;sidenten mit rhetorischem Feuerwerk. Ein legend&auml;rer Spin-Doktor hilft ihnen dabei.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/ausland\/0,1518,druck-691164,00.html\">SPIEGEL<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung AM:<\/strong> Die Qualifizierung als Meinungsmache hier nicht auf den Bericht des Spiegel, sondern auf den berichteten Vorgang: den Versuch der Republikaner in den USA, den Staat zum verantwortlichen Finanzkrise zu stilisieren. Die Geschichte ist ein Musterbeispiel daf&uuml;r, dass man entgegen der Realit&auml;t Meinung machen kann. Es wird jedenfalls versucht und die Gefahr ist gro&szlig;, dass es gelingt.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Hart aber fair vom 28.4. 2010<\/strong><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.wdr.de\/tv\/hartaberfair\/sendungen\/2010\/20100428.php5?akt=1\">WDR<\/a><br>\n<em>Schon der Ank&uuml;ndigungstext eine einzige Hetze. Dazu eine Mail von J.K. vom 28.4.:<\/em>\n<blockquote><p>Nur als Zwischenbemerkung. Sehe gerade &ldquo;hart aber fair: Keine Euros nach Athen &ndash; Verbraten die Griechen unser Geld?&rdquo;. Dabei wurde gerade als Beleg daf&uuml;r, dass die Griechen &uuml;ber ihre Verh&auml;ltnisse leben, genannt, dass das griechische Rentenniveau bei 70 &ndash; 80% liegt, in Deutschland aber nur bei 53%. Wobei sich die Frage stellt, ob das Herunterdr&uuml;cken des Rentenniveaus als vorbildlich anzusehen ist. Man empfiehlt den Griechen also dasselbe Sozialdumping wie Deutschland zu betreiben und dann wird alles gut.<br>\nEin weiterer Einspieler: Deutsche Krisenbew&auml;ltigung. Kanzlerin und Finanzminister Steinbr&uuml;ck&nbsp; treten nach der Verabschiedung des Bankenrettungspaketes (sprich: nachdem sie sich von Ackermann &amp; Co auf unversch&auml;mteste Art haben erpressen lassen) vor die Presse, n&uuml;chtern, sachlich, zielorientiert, das deutsche Bankensystem ist sicher. W&auml;hrend der griechische Ministerpr&auml;sident nach der Bewilligung eines Milliardenkredits durch die EU, vor malerischer Inselkulisse, und nicht im Regierungssitz, die europ&auml;ischen Partner bezichtigt, Griechenland allein zu lassen.<br>\nDer einzige, der darauf hinweist, dass Deutschland durch seine Sozial- und Lohndumpingpolitik einer der Hauptverantwortlichen f&uuml;r der Krise ist, ist wieder einmal Oskar Lafontaine. Nat&uuml;rlich geht Herr Plasberg mit keiner Silbe darauf ein, sondern stellt die Frage, wie viele Deutsche die DM wieder zur&uuml;ck haben wollten und ob die deutschen Sparkonten sicher seien.<br>\nDie Griechenlandkrise ist wieder ein wunderbares Beispiel f&uuml;r Meinungsmanipulation.<\/p><\/blockquote>\n<\/li>\n<\/ol><p><strong>C. Zeichen von Verantwortungslosigkeit und Ignoranz<\/strong><\/p><ol>\n<li><strong>Interview mit dem Chefvolkswirt der Deutschen Bank in der S&uuml;ddeutschen Zeitung vom 22.4.2010 :<\/strong>\n<p><strong>Griechenland<br>\n&ldquo;Das wird ganz hart&rdquo;<\/strong><br>\nThomas Mayer, Chefvolkswirt der Deutschen Bank, &uuml;ber Finanzhilfen f&uuml;r Griechenland, warum sich Berlin nicht bereichert &ndash; und er alleine den Mittelmeerstaat nicht retten kann.<br>\n(&hellip;)<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/finanzen\/845\/508983\/text\/print.html\">SZ<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Interview mit EZB-Pr&auml;sident Trichet:<br>\nDie M&auml;rkte haben immer recht.<\/strong><br>\n<em><strong>AM: Wahnsinn an der Spitze.<\/strong><\/em><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ecb.int\/press\/pressconf\/2010\/html\/is100408.en.html\">www.ecb.int<\/a>\n<blockquote><p><strong>Question:<\/strong> Looking at the markets now, while you are talking, it seems that they were looking for a stronger message of support from you for Greece.<\/p>\n<p><strong>Trichet:<\/strong> I never comment in real time on market reactions. <\/p>\n<p><strong>Question:<\/strong> No, my question would be, do you not care about the markets, do you not care what the markets do? <\/p>\n<p><strong>Trichet:<\/strong> I certainly will not comment on such a question. The market is always right. And it has to be fully respected at all times. But I do not comment on its reaction and particularly not on its reaction &ndash; whether up or down &ndash; in real time. <\/p>\n<p><strong>Question:<\/strong> I am sorry you said that the market is always right. <\/p>\n<p><strong>Trichet:<\/strong> Yes, I said the market is always right. <\/p>\n<p><strong>Question:<\/strong> Also now for Greece ? <\/p>\n<p><strong>Trichet:<\/strong> It will also be right tomorrow and the day after tomorrow, when the spreads have diminished considerably. It is the truth at that moment in time. <\/p><\/blockquote>\n<\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Man ist ja schon an vieles gew&ouml;hnt. Aber einen so rasanten Verfall der demokratischen Kultur, der Verantwortung und der Kenntnis und Wahrnehmung &ouml;konomischer Zusammenh&auml;nge hatte ich nicht erwartet. In den Medien und von Politikern wird gehetzt und die Spekulation angeheizt. 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