{"id":53637,"date":"2019-07-24T17:37:41","date_gmt":"2019-07-24T15:37:41","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=53637"},"modified":"2019-07-25T07:21:10","modified_gmt":"2019-07-25T05:21:10","slug":"leserbriefe-zur-loeschung-des-youtube-kanals-von-nuoviso","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=53637","title":{"rendered":"Leserbriefe zur L\u00f6schung des Youtube-Kanals von NuoViso"},"content":{"rendered":"<p>Der Beitrag &ldquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=53413\">YouTube l&ouml;scht den Kanal von NuoViso und zeigt damit, wie problematisch das Monopol der Social-Media-Konzerne ist<\/a>&rdquo; lie&szlig; zahlreiche Leser zur Tastatur greifen und den NachDenkSeiten ihre Meinung mitteilen.  Nachfolgend einige dieser Zuschriften, die auch jetzt, nachdem NuoViso wieder auf &bdquo;Sendung&ldquo; ist, aktuell und lesenswert sind. Die Tatsache, dass viele Angebote im Internet durch Monopolisten gemacht werden, sollte eigentlich alle Nutzer aufhorchen lassen und dazu inspirieren, nach alternativen Kan&auml;len zu suchen.  Wir wollen mit diesen Leserbriefen keine Diskussion &uuml;ber die Inhalte von NuoViso ansto&szlig;en, denn diese k&ouml;nnte sehr leicht ausufern und m&ouml;glicherweise eher unproduktiv sein.  Zusammengestellt von <strong>Moritz M&uuml;ller<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\n<strong>1. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Hallo,<\/p><p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=53413\">nachdenkseiten.de\/?p=53413<\/a><\/p><blockquote><p>\n&ldquo;Wenn YouTube also einen kompletten Kanal l&ouml;scht, so ist dies im weitesten Sinne vergleichbar mit einem Wirt, der einen Gast auf die Stra&szlig;e setzt, weil ihm dessen Nase nicht gef&auml;llt. Dagegen zu klagen, macht keinen Sinn. Es gibt weder einen Rechtsanspruch auf einen Platz an der Theke im Wirtshaus noch auf die Ver&ouml;ffentlichung von Inhalten auf den &bdquo;Sozialen Netzwerken&ldquo;.&nbsp;&rdquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Der Wirt k&ouml;nnte aber einen Gast nicht auf die Stra&szlig;e setzen mit der Begr&uuml;ndung, er sehe nicht &ldquo;Deutsch&rdquo; aus, oder er sehe arabisch, j&uuml;disch aus, oder er w&auml;re wohl homosexuell,<\/p><p>Das w&uuml;rde ja NICHT gehen mit dieser Begr&uuml;ndung.<\/p><p>Es w&auml;re nun schon interessant, gegen welche Youtube Nutzungsbedingungen genau versto&szlig;en wird.<\/p><p>Martin Dambach<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>2. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Liebe Nachdenkseitenmacher,<\/p><p>jetzt r&auml;cht es sich, da&szlig; (fast) alle alternative Medien es vers&auml;umt haben und meistens weiterhin vers&auml;umen, von den Datenkraken unabh&auml;ngige Medien oder Kan&auml;le zu nutzen oder selbst aufzubauen. &Uuml;ber diese Medien Reichweite zu erreichen ist deutlich schwieriger als bei den Datenkraken, aber zukunftssicherer.<\/p><p>Auch die Nachdenkseiten haben auf ihren Seiten aber bei den sogenannten Sozialen Medien nur Verlinkung auf Datenkraken.<\/p><p>Warum nicht auch auf diaspora, auf Telegram, auf Peertube, auf Mastodon, das schon Millionen Nutzer hat?. Das Problem ist wohl, das die meisten Macher von Alternativen Medien die freien, vernetzten Angebote nicht kennen, oder wegen der geringen Reichweite nicht nutzen.<\/p><p>Ein Beispiel: Das alternative Medium, f&uuml;r das ich arbeite, hat mehr als 3500 Follower auf twitter, t&auml;glich kommen ca. 10 hinzu. Da twitter ja auch zu meiden ist, haben wir seit einiger Zeit einen Telgram-Kanal der nach recht kurzer Zeit mehr als 500 Nutzer hat. Auch da kommen knapp 10 Nutzer pro Tag hinzu. Au&szlig;erdem haben wir eine diaspora-Pr&auml;senz, die langsam w&auml;chst. Da man dort tags folgt, ist die Anzahl der Personen, die uns dort folgen, schwer einzusch&auml;tzen. Wir &uuml;berlegen gerade, ob wir auch eine Mastodon Pr&auml;senz einrichten sollen. Wenn twitter uns sperrt, verschwinden wir also nicht, sondern sin weiterhin im Netz sichtbar.<\/p><p>Ein wichtiger Aspekt ist, da&szlig; man diese Angebote alle selbst aufsetzen und betreiben und in das jeweilige Netz einbinden kann. Mir ist klar, da&szlig; das On top bei schon zu viel Arbeit ist.<\/p><p>Herzliche Gr&uuml;&szlig;e<\/p><p>Wolfgang Romey<br>\nP.S.: Vielen Dank f&uuml;r die Nachdenkseiten<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>3. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Hallo NDS und Herr Berger, <\/p><p>g&auml;be es das &ldquo;Geschm&auml;ckle&rdquo; nicht, das ACTA, Artikel 13 usw. anh&auml;ngt und schon lange vermuten lie&szlig;, da&szlig; bald die ersten harmlosen Inhalte vom Netz genommen werden, weil sie &ndash; in welcher Weise auch immer &ndash; Antimainstream sind, spr&auml;che kaum jemand von &ldquo;Zensur&rdquo;. Wenn man annimmt, da&szlig; Staaten und Geheimdienste nicht auf die Inhalte der Plattformen einwirken, ist der Begriff &ldquo;Zensur&rdquo; nat&uuml;rlich falsch. Ich nehme aber schwer an, da&szlig; sie genau das tun. Youtube und alle anderen gut besuchten Plattformen sollen dem br&auml;sigen Irrelevanzzirkus der sonstigen Medienerzeugnisse angeglichen werden.<br>\nNuoviso ist der Auftakt. Was jetzt kommen wird: Eine L&ouml;sch- und Sperrorgie, fragw&uuml;rdige Inhalte hin oder her. Und kaum einer wird ihre Tragweite erkennen, weil nichts angek&uuml;ndigt und nichts erkl&auml;rt und damit auch nichts Greifbares, &uuml;ber das man sich beschweren oder erkundigen k&ouml;nnte, geliefert werden wird. Stasi-Kahane, die &ldquo;Task Force f&uuml;r Strategische Kommunikation&rdquo; (EU; klingt mir schon zu militaristisch) und die beim &ldquo;unverbindlichen Tischgespr&auml;ch&rdquo; zwischen Regierung\/Geheimdienst und Medienkonzernen ausgekasperten Bedingungen werden sich st&auml;rker, als uns lieb sein kann, bemerkbar machen. Aber heimlich, still und leise; und wer kann schon wissen, wieviele Netzbeitr&auml;ge, die keine 170.000, sondern vielleicht blo&szlig; 170 Abonenten haben, verschwinden werden oder schon verschwunden sind? <\/p><p>Nicht dar&uuml;ber aufregen, es war abzusehen. Stattdessen umsteigen, z.B. auf DTube. La&szlig;t doch einfach Youtube endg&uuml;ltig zum RTL2 des Netzes verkommen.<br>\n<a hreh=\"https:\/\/d.tube\/\">d.tube<\/a> <\/p><p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<br>\nJohannes Bichler <\/p><p>P.S.: Zitat: &ldquo;Offenbar haben einzelne Videos von NuoViso gegen die selbsterstellten &bdquo;neuen&ldquo; Richtlinien von YouTube versto&szlig;en.&rdquo; <\/p><p>Da&szlig; diese neuen Richtlinien ihren Ursprung einzig im Youtube-Universum haben sollen, daran glaube ich keine Sekunde. <\/p><p><a href=\"http:\/\/edition.cnn.com\/2011\/TECH\/innovation\/02\/18\/steve.jobs.obama\/index.html\">edition.cnn.com\/2011\/TECH\/innovation\/02\/18\/steve.jobs.obama\/index.html<\/a><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>4. Leserbrief<\/strong><\/p><p>YouTube l&ouml;scht den Kanal von NuoViso und zeigt damit, wie problematisch das Monopol der Social-Media-Konzerne ist<br>\n15. Juli 2019 <\/p><p>Hallo Nachdenkseiten, <\/p><p>Vorsicht mit Vergleichen. Was immer mit einem &ldquo;virtuellen Hausrecht&rdquo; gemeint sein mag, ein echtes virtuelles Hausrecht scheint es nicht zu geben. Und das ist gut so. <\/p><p>Meine Zweifel basieren auf Ausf&uuml;hrungen in der Dissertation &bdquo;Sachfotografie und Hausrecht &ndash; Rechtliche Grenzen der Propertisierung&ldquo; von Mina Kianfar aus dem Jahr 2014. Zitat: &bdquo;Die knappe Begr&uuml;ndung in den drei vorgenannten Urteilen (Anm.: LG Bonn, LG M&uuml;nchen, LG Hamburg) sowie die abweichende Rechtsansicht des OLG Frankfurt geben Anlass, die Existenz des virtuellen Hausrechts kritisch zu hinterfragen&ldquo;. <\/p><p>Die Begr&uuml;ndung des OLG Frankfurt steht sogar online zur Verf&uuml;gung: <\/p><p><a href=\"https:\/\/www.telemedicus.info\/urteile\/Internetrecht\/Virtuelles-Hausrecht\/739-OLG-Frankfurt-Az-6-U-22108-Zur-Zulaessigkeit-von-Screen-Scraping.html\">telemedicus.info\/urteile\/Internetrecht\/Virtuelles-Hausrecht\/739-OLG-Frankfurt-Az-6-U-22108-Zur-Zulaessigkeit-von-Screen-Scraping.html<\/a><br>\nZitat:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Die Befugnis zur Aus&uuml;bung des Hausrechts in R&auml;umen oder auf Grundst&uuml;cken l&auml;sst sich mangels vergleichbarer Interessenlage auf eine Internetseite nicht &uuml;bertragen. Das Hausrecht hat seine gesetzliche Grundlage im Eigentums- oder Besitzrecht des Hausrechtsinhabers an einer Sache und sch&uuml;tzt damit absolute Rechtspositionen. Demgegen&uuml;ber liegt das Wesen einer Internetseite &ndash; die als solche nicht mit einem vergleichbaren absoluten Rechtsschutz versehen ist &ndash; gerade darin, von Dritten &bdquo;besucht&ldquo; und damit zur Kenntnis genommen zu werden. Dabei steht dem Betreiber einer Internetseite die M&ouml;glichkeit offen, den Zugang zu seiner Seite tats&auml;chlich durch entsprechende technische Ma&szlig;nahmen zu begrenzen und den Zugriff auf deren Inhalt etwa von dem vorherigen Abschluss eines Vertrages &uuml;ber die Nutzung abh&auml;ngig zu machen.&ldquo;<\/p><\/blockquote><p>In diesem Sinne sollte man vielleicht auch diesen Passus noch einmal kritisch hinterfragen:&nbsp; &ldquo;&hellip; so ist dies im weitesten Sinne vergleichbar mit einem Wirt, der einen Gast auf die Stra&szlig;e setzt, weil ihm dessen Nase nicht gef&auml;llt. Dagegen zu klagen, macht keinen Sinn. Es gibt weder einen Rechtsanspruch auf einen Platz an der Theke im Wirtshaus noch auf die Ver&ouml;ffentlichung von Inhalten auf den &bdquo;Sozialen Netzwerken&ldquo;. <\/p><p>Der Besuch einer Kneipe ist nur bedingt vergleichbar mit dem Besuch einer Privatwohnung. Auch das ist vielleicht gut so . <\/p><p>Beste Gr&uuml;&szlig;e aus Sankt Augustin<br>\nJohannes R&ouml;hnelt<br>\n<a href=\"http:\/\/www.schmunzelkunst.de\">schmunzelkunst.de<\/a> <\/p><p>Aktuell: siehe auch <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/newsticker\/meldung\/Satirischer-Tweet-zur-Europawahl-Gericht-untersagt-Loeschung-und-Accountsperre-4464576.html\">heise.de\/newsticker\/meldung\/Satirischer-Tweet-zur-Europawahl-Gericht-untersagt-Loeschung-und-Accountsperre-4464576.html<\/a><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>5. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr Berger,&nbsp;<\/p><p>da vom Handy, nur ein kurzer rechtlicher Hinweis:<br>\nKeineswegs darf ein Wirt einen Gast vor die T&uuml;r setzen, nur weil ihm seine Nase nicht gef&auml;llt.<\/p><p>Hierzu nur eins von vielen Urteilen:<\/p><p>In F&auml;llen, in denen willk&uuml;rlich ein Hausverbot ausgesprochen wird und eine Verletzung des Pers&ouml;nlichkeitsrechts des Betroffenen vorliegt, hat der Betroffene unter Umst&auml;nden einen Anspruch auf ein angemessenes Schmerzensgeld.<br>\nZwar besteht grunds&auml;tzlich f&uuml;r den Gastronomen kein Zwang zum Abschluss eines Bewirtungsvertrages. In solchen F&auml;llen gilt grunds&auml;tzlich die Vertragsfreiheit. Allerdings kann nach gefestigter Rechtsprechung die Verweigerung des Abschlusses eines Bewirtungsvertrages ohne erkennbaren sachlichen Grund eine Herabsetzung bedeuten und im Einzelfall sogar eine Beleidigung im Sinne des Strafgesetzbuches (vgl. Bay. OLG Urt. v. 7.3.1983, Az.: 2 St 140\/82).<\/p><p>Wenn man eine &Auml;quivalenz herstellen wollte, k&ouml;nnte man bei Youtube dann also eher ebenfalls von einem Vertragsverh&auml;ltnis ausgehen, was nicht willk&uuml;rlich einseitig aufgehoben werden kann. Das exakte Gegenteil Ihrer rechtlichen Einsch&auml;tzung.<br>\nNur unterliegen diese Konzerne ja amerikanischem Recht. Und sicherlich gibt es hier noch keine Urteile dazu.<br>\nIhr juristisches Urteil in diesem Beitrag ist daher zumindest in Bezug auf den Wirt falsch.<\/p><p>Weiter ist dies aus meiner Sicht einer Ihrer schlechtesten Beitr&auml;ge: Ich kann es schwer in Worte fassen. Die Abgrenzung zu diesem Kanal wirkt unglaublich gezwungen. Zudem passt es f&uuml;r mich nicht ins Bild, dass Sie einerseits permanent f&uuml;r Meinungsfreiheit pl&auml;dieren, an aber die Inhalte und Thesen des Kanals zu diffamieren versuchen. Viele Gebiete, die NuoViso bearbeitet sind mitnichten wissenschaftlicher Konsenz, wie Sie es aber versuchen darzustellen. Der Frame &ldquo;nicht progressiv&rdquo; zeigt dann deutlich wie sehr Sie sich die von Ihnen sonst angeprangert Manipulation selbst zu eigen machen.<br>\nSchade eigentlich.<\/p><p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<br>\nEike Damm<\/p><p><em><strong>Replik Jens Berger:<\/strong><\/em><\/p><p><em>Sehr geehrter Herr Damm,<\/em><\/p><p><em>nat&uuml;rlich ist das Beispiel ein wenig zugespitzt. Wenn dem Wirt &ldquo;die Nase&rdquo; eines Gastes nicht gef&auml;llt, ist das ja auch nicht &ldquo;ohne einen erkennbaren sachlichen Grund&rdquo;. W&auml;re es anders, k&ouml;nnten Tausende T&uuml;rsteher sich schon morgen einen neuen Job suchen. Aber Spa&szlig; beiseite. Auch die L&ouml;schung des YouTube-Kanals von NuoViso war ja nicht&nbsp;&ldquo;ohne einen erkennbaren sachlichen Grund&rdquo; &ndash; YouTube beruft sich vielmehr auf einen Versto&szlig; gegen die Nutzungsbedingungen. YouTube definiert das Vertragsverh&auml;ltnis &uuml;brigens sehr einsichtig und unterstreicht, dass man den Nutzern bestimmte Rechte &ldquo;einr&auml;umt&rdquo; und dieses Entgegenkommen einstellen kann, wenn man einen Versto&szlig; gegen die Nutzungsbedingungen sieht. Vertragspartei ist &uuml;brigens nicht YouTube USA oder gar Google, sondern die irische YouTube-Tochter. Ob es m&ouml;glich ist, gegen diese doch sehr eigenwillige Vertragsauslegung in Europa vor Gericht zu ziehen, kann ich Ihnen aber auch nicht sagen.&nbsp;<\/em><\/p><p><em>Was die Qualit&auml;t von Nuoviso angeht, habe ich mal der Einfachheit halber nachgeschaut, wie h&auml;ufig wir auf diese Plattform verlinkt haben. Das passierte insgesamt nur ein knappes Dutzend mal in den gesamten 13 Jahren. Auch in den Hinweisen, die wir von unseren Lesern bekommen, taucht die Seite &ndash; trotzt ihrer Popularit&auml;t &ndash; so gut wie nie auf. Mein subjektiver Eindruck t&auml;uscht also nicht. Aber das ist nat&uuml;rlich kein Grund, den Kanal zu l&ouml;schen, wie ich ja auch klar schreibe.<\/em><\/p><p><em>beste Gr&uuml;&szlig;e<\/em><br>\n<em>Jens Berger<\/em><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>6. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Lieber Jens Berger, liebe NDS,<\/p><p>wenn sie schreiben,<\/p><blockquote><p>\n&ldquo;Facebook, Twitter, YouTube und Co. sind private Unternehmen, die ihren Nutzern eine werbefinanzierte Software zur Verf&uuml;gung stellen, &uuml;ber die diese miteinander kommunizieren k&ouml;nnen. Es gibt keinen Rechtsanspruch auf die Nutzung dieser Software. Wer diese Netzwerke nutzen &bdquo;darf&ldquo; und welche Inhalte dort &bdquo;erlaubt&ldquo; sind und welche nicht, entscheiden zun&auml;chst einmal einzig und alleine diese Unternehmen selbst. Rechtlich zur Verantwortung k&ouml;nnen sie nur gezogen werden, wenn sie klar rechtswidrige Inhalte nicht l&ouml;schen. Wenn YouTube also einen kompletten Kanal l&ouml;scht, so ist dies im weitesten Sinne vergleichbar mit einem Wirt, der einen Gast auf die Stra&szlig;e setzt, weil ihm dessen Nase nicht gef&auml;llt. Dagegen zu klagen, macht keinen Sinn. Es gibt weder einen Rechtsanspruch auf einen Platz an der Theke im Wirtshaus noch auf die Ver&ouml;ffentlichung von Inhalten auf den &bdquo;Sozialen Netzwerken&ldquo;.&rdquo;\n<\/p><\/blockquote><p>dann mag das vielleicht die aktuelle Position dieser selbsternannten sozialen Netzwerke sein, und offenbar neigen deutsche Richter dazu, dieser Auffassung auf Befehl Folge zu leisten. Mit gesundem Menschenverstand hat das aber nicht viel zu tun.<\/p><p>Zum einen sind die sozialen Netzwerke inzwischen so bedeutend, dass sie ganz erheblich daran beteiligt sind soziale Teilhabe herzustellen. Das gilt ganz klar f&uuml;r Facebook, aber eben auch f&uuml;r Google oder eben Youtube. Die Notwendigkeit von sozialer Teilhabe wird &ndash; trotz allem immernoch &ndash; sogar f&uuml;r Harz-IV-Bezieher formal anerkannt. Dazu sind das alles quasimonopolisten. Als solche reden wir hier nicht von irgendwelchen privaten Unternehmen, sondern quasi von Leistungsanbietern der &ouml;ffentlichen<br>\nDaseinsf&uuml;rsorge nur eben im Bereich der sozialen Teilhabe. Und f&uuml;r die &ouml;ffentliche Daseinsf&uuml;rsorge gelten immer noch besondere Regeln. Die M&ouml;glichkeiten selbst eines Vermieters (der kein Monopolist ist), seine &lsquo;Kunden&rsquo; aus der Wohnung zu werfen, sind eng begrenzt. Noch strenger geht es bei Strom und Wasserversorgern zu, die noch nicht mal die Wahl haben, ob sie einen Kunden annehmen oder nicht.<\/p><p>Dar&uuml;ber hinaus ist ihr Vergleich mit dem Wirt an der Theke nicht ganz zutreffend. Logisch betrachtet war NuoViso keineswegs ein Gast, der sein Essen bestellt hat, und nun rausgeworfen wurde. Logisch betrachtet bietet Youtube, wie sie korrekt sagen, eine Software, die aber ohne Inhalte genau gar keine Werbeeinnahmen generieren k&ouml;nnte. Die Erstellung von Inhalten hat Youtube jetzt outgesourced, und nimmt daf&uuml;r Kanalinhaber in Dienst, die Inhalte f&uuml;r Youtube kostenfrei generieren. Ziel dieser<br>\nInhalte und Ma&szlig;gabe f&uuml;r die Verteilung der Werbeeinnahmen sind dann die Konsumenten zu Hause. Bestenfalls war Nuoviso also ein Koch als Ich-AGler, der die K&uuml;chenutensilien von Youtube nutzen durfte, um im Gastraum von youtube Speisen anzubieten. (naja, wahrscheinlich haben sie die Videos ohne Hilfe von Youtube gemacht)<\/p><p>Das &auml;hnelt viel mehr einem modernen Franchise. Das hie&szlig;e man geht eine wechselseitige vertragliche Vereinbarung ein, einjeder mit bestimmten Rechten und Pflichten. Und die kann NICHT einfach so gek&uuml;ndigt werden, schon gar nicht ohne Angabe von Gr&uuml;nden, weil Youtube die Nase von irgendwem nicht mehr gef&auml;llt.  Erst recht nicht vor dem Hintergrund oben und dem Metier in dem diese Konzerne aktiv sind &ndash; n&auml;mlich der Schaffung einer &Ouml;ffentlichkeit, die den Auftrag hat als 4. S&auml;ule im Staat zu funktionieren.<\/p><p>Nun bin ich mir im klaren dar&uuml;ber, dass jemand der 5 Jahre Jura studiert hat Schwierigkeiten mit dem Konzept hat, dass Gesetze daf&uuml;r da sind, dass Menschen mit wechselseitigen Bed&uuml;rfnissen gut miteinander auskommen k&ouml;nnen. Er hat ja mindestens 5 Jahre lang jeden Tag intensiv studiert, dass es darum geht, Besitzrechte (nach 2500 Jahre alten r&ouml;mischen Rechtsauffassungen) geltend zu machen. Entsprechend Verfassungsfeindlich entscheiden dann unsere Gerichte zumal 75 Jahre Besatzung nicht spurlos an staatlichen Institutionen vorbeigehen.<\/p><p>Es bleibt verfassungsfeindlich. Exekutive, Legeslative und Judikative versagen total. Der &Ouml;ffentliche Rundfunk, der genau das eigentlich leisten sollte, ist Teil des Problems und es stellt sich daher nur die Frage, wie man sinnvoll &sect;20 (3) und (4) umsetzen k&ouml;nnte. Gewalt&auml;tiger Widerstand ist ganz offensichtlich kein geeignetes Mittel, um eine demokratische Diskussionskultur, die allen Teilnehmern gleiche M&ouml;glichkeiten einr&auml;umt, umzusetzen. (wie auch die mei&szlig;ten Problem der Gegenwart zu Komplex sind, um auf diesem Weg gel&ouml;st zu werden)<\/p><p>Linker Widerstand k&ouml;nnte sein, die GEZ-Zahlungen einfach ganz oder teilweise statt den &ouml;ffentlich rechtlichen, an NuoViso (in diesem Fall) oder ein anderes Medium der eigenen Wahl zu &uuml;berweisen, und diese Zahlung mit Hinweis auf den verfehlten Auftrag der &ouml;ffentlich rechtlichen Sender, bis hin zu offener Kriegspropaganda, wie zum Beispiel von Klaus Kleber vorgetragen (<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=50764\">nachdenkseiten.de\/?p=50764<\/a>), zu rechtfertigen.<\/p><p>(wo wir gerade bei Verfassungswidrig waren; Kriegspropaganda ist definitiv ein Teil der Vorbereitung eines Angriffskrieges, und Strafrechtlich k&ouml;nnte hier auch Hetze greifen &ndash; wenn man diese Gesetze denn ernst nehmen w&uuml;rde, statt Gesinnungsjustiz zu betreiben)<\/p><p>Liebe Gr&uuml;&szlig;e<br>\nSebastian Domschke<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>7. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Hallo, <\/p><p>Die Beschreibung der Sperren von Youtube, Google und anderen Internetkonzernen durch Jens Berger ist richtig und informativ. Aber sein Bestreiten, dass es sich um Zensur handelt, ist neben der Sache. <\/p><p>Wenn Jens schreibt &ldquo;Es gibt weder einen Rechtsanspruch auf einen Platz an der Theke im Wirtshaus noch auf die Ver&ouml;ffentlichung von Inhalten auf den &bdquo;Sozialen Netzwerken&ldquo;.&rdquo;, ist das ein Vergleich von &Auml;pfeln und Birnen. Das Wirtshaus besitzt keinen praktischen Monopolstatus wie die &ldquo;sozialen Netzwerke&rdquo; oder Wikipedia. <\/p><p>Und es handelt sich ja nicht einfach um Entscheidungen von Wirtschaftsunternehmen. Vielmehr wird ja offen und verdeckt massiver Einfluss durch die USA, die NATO, die EU und auch Regierungen wie die Grossbritanniens, Deutschlands und Frankreichs ausge&uuml;bt, um unerw&uuml;nschte Inhalte aus dem Internet zu entfernen. <\/p><p>Nat&uuml;rlich ist richtig, dass man sich nach anderen M&ouml;glichkeiten umsehen muss und da nicht einfach aufgeben darf. <\/p><p>Aber man muss auch die freie Rede verteidigen, &uuml;brigens auch die von politischen Gegnern. Gerade in unserer Zeit, in der immer mehr von der &ouml;ffentlichen Infrastruktur privatisiert wird, sind sonst bald Demonstrationen &ldquo;Verst&ouml;sse gegen das Hausrecht&rdquo;, weil die Strassen privatisiert sind. Wo es den Anspruch auf freie Rede noch nicht gibt, muss man ihn durchsetzen und nicht vor den Konzernen und den dahinterstehenden staatlichen und &uuml;berstaatlichen Machtorganen kapitulieren. <\/p><p>Gruss, Erhard Sanio <\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>8. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Hallo,<br>\nich halte den Spin und die Analyse von Jens Berger in diesem Beitrag f&uuml;r falsch. Es d&uuml;rfte weniger YouTube selbst sein, dass die L&ouml;schung dieses Kanals veranlasst hat, sondern eine Institution, die im Auftrage des deutschen Staates bzw. der EU die sozialen Netzwerke zensiert. Zu denken w&auml;re da etwa an die Antonio-Amadeu-Stiftung, an Correctiv, die Integrity Initiative oder an die Fake-News-Task Force der EU. Die sozialen Netzwerke sind doch erst aufgrund von massivem politischem Druck zur Zensur ihrer Inhalte &uuml;bergegangen. Diesen Skandal m&uuml;sste man immer wieder anprangern und nicht die Hauptkritik an die Anbieter richten. Demnach w&uuml;rde es auch nichts n&uuml;tzen, eigene Netzwerke aufzubauen, was aufgrund der fehlenden Skalen&ouml;konomie ohnehin kaum m&ouml;glich ist.<br>\nviele Gr&uuml;&szlig;e<br>\nJan M&uuml;ller<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>9. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Liebe Nachdenkseiten-Redaktion,<\/p><p>es hat mich gefreut, dass Sie sich in dem Artikel &ldquo;YouTube l&ouml;scht den Kanal von NuoViso und zeigt damit, wie problematisch das Monopol der Social-Media-Konzerne ist&rdquo; kritisch mit des L&ouml;schung des Nuoviso-Kanals auseinandergesetzt haben.<\/p><p>Allerdings war ich verwundert, dass Sie es f&uuml;r n&ouml;tig hielten sich zun&auml;chst von den Inhalten von Nuoviso abzugrenzen, so als m&uuml;ssten Sie sich f&uuml;r berechtigte Kritik an der Einschr&auml;nkung der Meinungfreiheit rechtfertigen. Ich pers&ouml;nlich habe dies als &ldquo;Schere im Kopf&rdquo; empfunden.<\/p><p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<\/p><p>Ren&eacute; R&ouml;derstein<\/p><p><em><strong>Replik Jens Berger:<\/strong><\/em><\/p><p><em>Lieber Herr R&ouml;derstein,<\/em><\/p><p><em>sch&ouml;nen Dank f&uuml;r Ihre Zuschrift. Aber sehen Sie es doch einmal anders herum. Es ist immer einfach sich f&uuml;r die Freiheit der eigenen Meinung einzusetzen. Das erleben wir tagt&auml;glich auf allen Kan&auml;len. Um so wichtiger ist es doch, auch die Freiheit von Meinungen zu verteidigen, die man selbst nicht unbedingt teilt.<\/em><\/p><p><em>beste Gr&uuml;&szlig;e<\/em><br>\n<em>Jens Berger<\/em><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>10. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Ich wundere mich gar nicht, dass der Kanal abgeschaltet wurde. Unter all den dort verbreiteten Verschw&ouml;rungstheorien war irgendetwas zu wahr und erreichte zu viele Menschen. Um wirklich Macht zu erlangen ist die beste Methode, sich zu verschw&ouml;ren. Wer glaubt denn, dass man ohne entsprechende Ausbildung mit einem Passagierflugzeug in das bestgesichertste Verteidigungsministerium der Welt fliegen kann, ohne vorher abgefangen oder abgeschossen zu werden? Ich kann mich noch gut an die Fernsehbilder erinnern, auf denen der Zauberer David Copperfield durch die chinesische Mauer geht. Dieser Trick wurde zu anderer Zeit an anderem Ort noch einmal im Fernsehen aufgef&uuml;hrt. Sie haben wenn nicht den Zauberer, dann aber die Wiederholung dieses Tricks mit Sicherheit gesehen. Wie andere Millionen Menschen. Nur, dass niemand von den Fernsehleuten gesagt hat, dass jetzt ein wenig gezaubert wird. Die Zauberer haben eben Herrschaftswissen und m&ouml;gen es nun einmal nicht, wenn jemand ihre Tricks ans Publikum verr&auml;t. Ansonsten kann man gerne &uuml;ber sie schreiben und ihre Kost&uuml;me kritisieren, oder ihre Gagen. Was &auml;ndert das ? Die NDS sind noch nicht abgeschaltet, weil sie eben die herrschaftlichen Zaubertricks nicht wirklich als solche beschreiben, sondern immer nur so ein wenig mit- naja, irgendetwas ist hier vielleicht nicht so ganz geheuer, aber genau beweisen k&ouml;nnen wir das leider auch nicht&hellip;.- Wenn man sich nicht traut , eindeutig f&uuml;r seine &Uuml;berzeugung zu einzustehen ist es wie ein wenig politisches Kabarett, nur weniger lustig. Kabarett erf&uuml;llt ja auch eine Art Herrschaftsauftrag. Die, die es wollen, k&ouml;nnen sich auch &uuml;ber die Herrschaft lustig machen. Nur &auml;ndern tun sie damit leider nicht viel . <\/p><p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en aus der Provinz<br>\nR. Maa&szlig; <\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>Anmerkung zur Korrespondenz mit den NachDenkSeiten<\/strong><\/p><p>Die NachDenkSeiten freuen sich &uuml;ber Ihre Zuschriften, am besten in einer angemessenen L&auml;nge und mit einem eindeutigen Betreff.<\/p><p>Es gibt die folgenden Emailadressen:<\/p><ul>\n<li><a href=\"mailto:leserbriefe@nachdenkseiten.de\">leserbriefe(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r Kommentare zum Inhalt von Beitr&auml;gen.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:hinweise@nachdenkseiten.de\">hinweise(at)nachdenkseiten.de<\/a> wenn Sie Links zu Beitr&auml;gen in anderen Medien haben.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:videohinweise@nachdenkseiten.de\">videohinweise(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r die Verlinkung von interessanten Videos.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:redaktion@nachdenkseiten.de\">redaktion(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r Organisatorisches und Fragen an die Redaktion.<\/li>\n<\/ul><p>Weitere Details zu diesem Thema finden Sie in unserer &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?page_id=47939\">Gebrauchsanleitung<\/a>&ldquo;.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Beitrag &ldquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=53413\">YouTube l&ouml;scht den Kanal von NuoViso und zeigt damit, wie problematisch das Monopol der Social-Media-Konzerne ist<\/a>&rdquo; lie&szlig; zahlreiche Leser zur Tastatur greifen und den NachDenkSeiten ihre Meinung mitteilen. Nachfolgend einige dieser Zuschriften, die auch jetzt, nachdem NuoViso wieder auf &bdquo;Sendung&ldquo; ist, aktuell und lesenswert sind. 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