{"id":5367,"date":"2010-04-30T17:10:16","date_gmt":"2010-04-30T15:10:16","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=5367"},"modified":"2010-04-30T17:10:16","modified_gmt":"2010-04-30T15:10:16","slug":"hinweise-des-tages-2-131","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=5367","title":{"rendered":"Hinweise des Tages (2)"},"content":{"rendered":"<p>Unter anderem zu folgenden Themen: Euro in Gefahr; K&ouml;hlers peinliches Schweigen; Ratingagenturen; Griechenland-Symbolik der Banken; Deutsche Bank verstrickt in Steuerbetrug; den Gewerkschaften den Krieg erkl&auml;rt; mancher in der SPD hofft auf die CDU als Partner; Bild gegen ARD; Notstand im Klassenzimmer. (WL)<br>\n<!--more--><\/p><ol>\n<li><a href=\"#h01\">Harald Schumann: Euro in Gefahr<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h02\">Ein gutes Gesch&auml;ft f&uuml;r Frankreich<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h03\">K&ouml;hlers peinliches Schweigen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h04\">Deutsche Firmen zittern um ihre Ausfuhren<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h05\">Ratingagenturen &rdquo;Von Beginn an versagt&rdquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h06\">Kommen die Banken davon?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h07\">Finanzbranche bem&uuml;ht sich um Griechenland-Symbolik<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h08\">Wutdemo l&auml;sst die Wall Street kalt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h09\">Deutsche Bank: Tief verstrickt in Steuerbetrug<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h10\">IG Metall-Chef Huber: &ldquo;Uns hat man den Krieg erkl&auml;rt&rdquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h11\">Kaum neue Arbeitspl&auml;tze am Ende der Krise<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h12\">1,5 Millionen Frauen machen Wal-Mart Angst<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h13\">Opel: Antwerpen abserviert<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h14\">&hellip; und mancher in der SPD hofft auf die CDU als Partner<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h15\">CDU mit ProNRW &bdquo;weitgehend deckungsgleich&ldquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h16\">Wagenknecht rechnet mit DDR ab &ndash; Kommunistin nennt System &ldquo;Verarsche&rdquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h17\">Was machen die ARD-Chefs bei Olympia?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h18\">B&uuml;rger lehnen Bildungsf&ouml;deralismus ab<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h19\">P&auml;dagogen mit Rechenschw&auml;che<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h20\">Notstand im Klassenzimmer &ndash; Ersatzunterricht durch Billiglehrer<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h21\">Bayerischer Rundfunk &bdquo;quer&ldquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h22\">Zu guter Letzt: Marc-Uwe Kling &ndash; Zug der Opportunisten<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"?p=5367&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Harald Schumann: Euro in Gefahr<\/strong><br>\nDer Euro steht vor einer Bew&auml;hrungsprobe. Italien, Irland, Portugal und Spanien sind Wackelkandidaten. Ob das Hilfspaket f&uuml;r Griechenland wirkt, ist ungewiss. Was passiert, falls&hellip;?<br>\nDas Kernproblem ist, dass die Euro-Staaten die Entscheidung so lange verz&ouml;gert haben, dass sie sich nun der Mechanik des Kapitalmarkts unterwerfen m&uuml;ssen. Dieser wird regiert von Gier und Angst. W&auml;hrend lange Zeit die hohen &bdquo;Risikopr&auml;mien&ldquo; auf Griechenanleihen immer noch neue Anleger dazu verleiteten, den Athener Schuldenverwaltern frisches Geld zu leihen, &uuml;berwiegt seit dieser Woche die Angst vor Verlusten. Schuld daran war das von Bankanalysten gestreute Ger&uuml;cht, der von den Euro-Staaten als Verhandlungsagent engagierte IWF werde auch einen Beitrag der Gl&auml;ubiger fordern, also einen Zahlungsaufschub oder einen Teilerlass der Schulden. Und wie immer bei Krisen heizte eine Ratingagentur, in diesem Fall Standard &amp; Poor&rsquo;s, die Angst noch richtig an&hellip;<br>\nNoch im M&auml;rz, so meint Ansgar Belke, Finanzmarktexperte des Deutschen Instituts f&uuml;r Wirtschaftsforschung (DIW), h&auml;tte man sehr wohl mit den Gl&auml;ubigern noch in Ruhe &uuml;ber einen Zahlungsaufschub und eine Umschuldung verhandeln und auf diesem Weg Griechenland wirklich entlasten k&ouml;nnen. Das urspr&uuml;nglich auch von Sch&auml;uble favorisierte Konzept eines Europ&auml;ischen W&auml;hrungsfonds habe ja auch die M&ouml;glichkeit einer geordneten Staateninsolvenz f&uuml;r den Teil der Schulden vorgesehen, die &uuml;ber die erlaubten 60 Prozent Anteil der j&auml;hrlichen Wirtschaftsleistung hinausgehen. Nun aber, da Griechenland auf dem Markt kein Geld mehr leihen kann und der n&auml;chste Zahlungstermin f&uuml;r f&auml;llige Anleihen ansteht, ist die Angst der Anleger auch die Angst der politischen Entscheider.<br>\nDie Investmentbanken bereiten die n&auml;chste Angstwelle vor, aus der sich mit dem Verkauf von Kreditausfallversicherungen an Anleihebesitzer ein gutes Gesch&auml;ft machen l&auml;sst. So streute David Macki, Chef-&Ouml;konom f&uuml;r Europa der USGro&szlig;bank JP Morgan, ein &bdquo;worst-case scenario&ldquo;. Wenn die &bdquo;Ansteckung&ldquo; auch auf Spanien, Portugal und Irland &uuml;bergreife, dann seien Zahlungen von 600 Milliarden Euro n&ouml;tig. Darum sei es Zeit f&uuml;r die Eurozone, &bdquo;etwas wirklich Dramatisches zu unternehmen, damit sie nicht eine weitere Finanzkrise zur&uuml;ck in die Rezession&ldquo; treibe. Das Kesseltreiben gegen den Euro wird weitergehen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/euro-in-gefahr\/1811870.html\">Tagesspiegel<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Ein gutes Gesch&auml;ft f&uuml;r Frankreich<\/strong><br>\nGriechenland braucht Geld, und Frankreich hilft gerne. Mit &uuml;ber sechs Milliarden Euro springen die Franzosen ein, nicht nur aus N&auml;chstenliebe. Der Kredit k&ouml;nnte auch ein dickes Plus f&uuml;r die eigene Staatskasse bringen. Die z&ouml;gerliche Haltung Deutschlands st&ouml;&szlig;t da auf Unverst&auml;ndnis.<br>\nF&uuml;r Ex-Finanzminister Laurent Fabius von den Sozialisten ist es ganz klar: Frankreich werde Griechenland schnell helfen, aber nicht unbedingt aus Gro&szlig;mut, sondern aus rein egoistischen Motiven. Denn sonst, meint Fabius, werde Frankreich mit in den Strudel gezogen.<br>\nSchon kommende Woche soll das entsprechende Gesetz durchs Parlament gewunken werden. Paris wird dabei 6,3 Milliarden Euro an Krediten f&uuml;r Athen locker machen, davon knapp vier Milliarden sofort. Zu einem Zinssatz von f&uuml;nf Prozent ist das ein gutes Gesch&auml;ft f&uuml;r Frankreich, das selbst zu g&uuml;nstigeren Konditionen leihen kann. Finanzministerin Christine Lagarde rechnet mit einem Gewinn von rund 150 Millionen Euro f&uuml;r die Staatskasse.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesschau.de\/frankreich234.html\">Tagesschau<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>K&ouml;hlers peinliches Schweigen<\/strong><br>\nLeitartikel Der Bundespr&auml;sident hat mal wieder eine Chance vertan. Er h&auml;tte den B&uuml;rgern erkl&auml;ren m&uuml;ssen, warum es unausweichlich ist, Griechenland zu retten. Ein Absatz &ldquo;Hilfe zur Selbsthilfe&rdquo;, das reicht nicht.<br>\nAls ehemaliger Direktor des Internationalen W&auml;hrungsfonds hat er auch die n&ouml;tige Erfahrung, den B&uuml;rgern in Deutschland zu erkl&auml;ren, warum es in ihrem Interesse ist, Griechenland und den Euro zu retten &ndash; und warum es sich lohnt, daf&uuml;r Steuergeld zu riskieren. Er h&auml;tte der tumben, chauvinistischen Meinungsmache des Boulevards entgegentreten k&ouml;nnen, indem er klarmacht, dass das gr&ouml;&szlig;te Problem nicht prassende Griechen sind, sondern die mangelhafte Konstruktion der Euro-Zone.<br>\nK&ouml;hlers Schweigen mag darin begr&uuml;ndet sein, dass er selbst Anteil an der missgl&uuml;ckten Konstruktion der Euro-Zone hatte &ndash; als Staatssekret&auml;r im Finanzministerium. Oder es liegt an seinem schon mehrfach nachgewiesenen Hang, sich lieber der Volksmeinung anzuschlie&szlig;en, statt sie &ndash; wie manche Amtsvorg&auml;nger &ndash; selbst zu pr&auml;gen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/politik\/europa\/:leitartikel-koehlers-peinliches-schweigen\/50107924.html\">FTD<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Was hei&szlig;t mangelhafte Konstruktion der Euro-Zone? Leider verschweigt auch die FTD einen Webfehler der Euro-Zone, n&auml;mlich dass es vor allem das Niederkonkurrieren der europ&auml;ischen Nachbarn vor allem durch Lohn- und Unternehmensteuerdumping durch die deutsche Wirtschaftspolitik war, die zu den Ungleichgewichten beigetragen hat. Diese Disparit&auml;ten und Spannungen entladen sich nun krisenhaft.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Deutsche Firmen zittern um ihre Ausfuhren<\/strong><br>\nDie dramatische Lage in den europ&auml;ischen Schuldenstaaten Griechenland, Portugal, Spanien und Irland versch&auml;rft sich t&auml;glich. Deutsche Unternehmen sehen deshalb ihr Exportgesch&auml;ft zusehends gef&auml;hrdet. Eine wachsende Zahl von Firmen ruft den Staat zu Hilfe.<br>\nAuf dem Spiel steht ein bedeutender Teil des deutschen Exports. Im Jahr 2009 betrug das deutsche Exportvolumen in die verschuldeten Staaten Portugal, Irland, Italien, Griechenland und Spanien etwa 75 Milliarden Euro, das sind immerhin gut 11 Prozent der gesamten Ausfuhren &hellip;<br>\nDeutsche Firmen versuchen daher nun fieberhaft, ihre Exporte mit Kreditversicherungen zu sch&uuml;tzen &hellip;<br>\nDoch offensichtlich gelingt dies immer h&auml;ufiger nicht mehr. &ldquo;Die Verf&uuml;gbarkeit kurzfristiger privater Exportkreditgarantien vor allem f&uuml;r kleinere Exportunternehmen ist nach wie vor sehr angespannt&rdquo;, sagt Au&szlig;enwirtschaftsexperte Alexander Lau vom Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) in Br&uuml;ssel. Deshalb wollen viele Banken die Ausfuhren nicht mehr finanzieren &hellip;<br>\nIhr Heil sucht eine wachsende Zahl von Firmen daher in staatlichen Exportkreditgarantien des Bundes. Diese gibt es traditionell nur f&uuml;r Gesch&auml;fte mit Schwellen- und Entwicklungsl&auml;ndern, doch aufgrund der Wirtschaftskrise wurde das Programm auf EU- und OECD-Staaten ausgedehnt &hellip;<br>\nSeit Mitte 2009 seien mehr als 15.000 zus&auml;tzliche Antr&auml;ge beim mandatierten Versicherer Euler Hermes eingegangen, &ldquo;in der Regel von Unternehmen, die vorher noch keine staatliche Absicherung in Anspruch genommen hatten und keinerlei private Deckungsm&ouml;glichkeit mehr am Markt erhalten haben&rdquo;, sagt Lau.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.manager-magazin.de\/unternehmen\/artikel\/0,2828,691879,00.html\">Manager Magazin<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Ratingagenturen &rdquo;Von Beginn an versagt&rdquo;<\/strong><br>\nNach der Herabstufung von Griechenland, Portugal und Spanien w&auml;chst die Kritik an den Ratingagenturen. Au&szlig;enminister Westerwelle fordert nun eine unabh&auml;ngige Beh&ouml;rde zur Bewertung von Bonit&auml;ten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/finanzen\/666\/509794\/text\/\">SZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Nun hat man wieder einmal einen S&uuml;ndenbock f&uuml;r das eigene Versagen gefunden, die Ratingagenturen. Einen S&uuml;ndenbock, den die Politik im &uuml;brigen selbst auf den Weg geschickt hat. Aber es wird dasselbe passieren, wie auf dem H&ouml;hepunkt der Finanzkrise, wenn der Staat erst einmal bezahlt hat, dann wird alles so weiter gehen wie vorher.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Kommen die Banken davon?<\/strong><br>\nGriechenland wird geholfen, und die Finanzbranche bleibt ungeschoren. So muss es nicht kommen. Auf lange Sicht k&ouml;nnte die Politik nach dem Motto verfahren: Erst retten, dann beteiligen.<br>\nErstens:&nbsp; Kann die Regierung in Athen irgendwann ihre Schulden nicht mehr bedienen, kommt es zu einer Umschuldung. Das w&uuml;rde bedeuten, dass die griechischen Schulden drastisch reduziert w&uuml;rden &ndash; um 20, 30 oder 50 Prozent. F&uuml;r die Gl&auml;ubiger hie&szlig;e das, dass sie am Ende der Laufzeit der Anleihe nur einen Bruchteil ihres Einsatzes bek&auml;men, der Rest w&auml;re verloren. Griechenland wiederum w&auml;re ein Gro&szlig;teil seiner Schulden los. Das Problem an dieser L&ouml;sung: Auch zu einem sp&auml;teren Zeitpunkt werden sich viele deutsche Banken noch in Schieflage befinden. Fallen durch den Forderungsverzicht Abschreibungen und Verluste an, muss der Staat mit Milliarden einspringen. Das Geld w&uuml;rde dann eben nicht nach Athen flie&szlig;en, sondern nach M&uuml;nchen oder Frankfurt. Die starken Banken, die wieder Gewinne schreiben, k&ouml;nnten in diesem Szenario sogar noch weniger Anreize haben, im Markt f&uuml;r Staatsanleihen zu verbleiben.<br>\n&Ouml;konomen wie Oliver Holtem&ouml;ller vom Institut f&uuml;r Wirtschaftsforschung in Halle pl&auml;dieren daher f&uuml;r eine zweite Variante: Die griechischen Schulden werden einfach f&uuml;r ein paar Jahre verschoben. Das gesch&auml;he zu gleich bleibenden oder leicht h&ouml;heren Zinsen. Die Regierung in Athen h&auml;tte in diesem Fall erstmal keine Tilgung zu leisten und m&uuml;sste zum Beispiel erst im Jahr 2015 wieder neue Schulden refinanzieren. Griechenland gew&ouml;nne Zeit. Der Vorteil: Die Institute k&ouml;nnen weiterhin mit der R&uuml;ckzahlung rechnen und m&uuml;ssten keine Abschreibungen vornehmen. &ldquo;Von allen Symptomkuren ist diese die beste, weil es der Regierung in Athen Zeit verschafft&rdquo;, sagt Stephan Schulmeister vom &Ouml;sterreichischen Institut f&uuml;r Wirtschaftsforschung (Wifo) in Wien.<br>\nIn der Diskussion ist noch ein dritter Vorschlag: Eine Sonderabgabe von allen Gl&auml;ubigern, die Griechenland-Anleihen halten &ndash; gewisserma&szlig;en als Gegenleistung f&uuml;r die Rettungsmilliarden. Zahlen m&uuml;ssten Verm&ouml;gende, die zuvor von den guten Zinsen f&uuml;r Griechenland-Anleihen profitiert haben. Und Banken und Hedge-Fonds, die zum Teil mit Zocker-Gesch&auml;ften auf die Pleite Griechenlands wetteten. Das Geld k&ouml;nnte in den Staatshaushalt flie&szlig;en und dort die L&ouml;cher stopfen, welche entstehen, sollten die Kredite platzen. Die Idee klingt smart und hat einige F&uuml;rsprecher, allerdings einen juristischen Haken: Denn Abgaben m&uuml;ssen per Gesetz immer jener Gruppe wieder zugute kommen, die sie leistet &ndash; in diesem Fall den Banken. Alles andere w&auml;re &ldquo;verfassungsrechtlich bedenklich&rdquo;, sagt der Staatsrechtler Alexander Lorz von der Universit&auml;t D&uuml;sseldorf.<br>\nBleibt als vierte Variante die Finanzmarkttransaktionssteuer, die von den Gr&uuml;nen wieder ins Spiel gebracht wird. Sie hat zwar nur begrenzt etwas mit der Griechenland-Krise zu tun, w&uuml;rde aber die Bankenbranche generell st&auml;rker an den Kosten der Finanzkrise beteiligen. Nach Berechnungen des &Ouml;sterreichischen Instituts f&uuml;r Wirtschaftsforschung w&uuml;rde bereits eine Abgabe von 0,05 Prozent auf jede Transaktion am Finanzmarkt dem deutschen Fiskus rund 10 bis 20 Milliarden Euro pro Jahr bringen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/wirtschaft\/2010-04\/banken-griechenland\">Zeit<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Finanzbranche bem&uuml;ht sich um Griechenland-Symbolik<\/strong><br>\nDie deutschen Banken arbeiten an einer Imagekorrektur. Sie haben die Aufforderung der Politik nach einer Beteiligung an der Griechenland-Hilfe offenbar erh&ouml;rt. Deutsche-Bank-Chef Ackermann soll pers&ouml;nlich die Sammelb&uuml;chse betreuen.<br>\nEin Konsortium aus einige Banken und Versicherern sowie bisher einer Industriefirma habe bisher 1 bis 2 Mrd. Euro informell zugesagt. Es m&uuml;sse ein Betrag von 6 bis 7 Mrd. Euro zusammenkommen, um ein symbolisches Zeichen zu setzen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/politik\/deutschland\/:freiwilliger-beitrag-finanzbranche-bemueht-sich-um-griechenland-symbolik\/50108261.html\">FTD<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Wutdemo l&auml;sst die Wall Street kalt<\/strong><br>\nEs ist der gr&ouml;&szlig;te Massenprotest gegen die Wall Street seit dem &ldquo;Bailout&rdquo; vor zwei Jahren, als die US-Regierung die Finanzbranche mit 700 Milliarden Dollar vor dem Kollaps rettete. Die Polizei sch&auml;tzt die Zahl der Demonstranten im Finanzdistrikt auf 7500. Die Veranstalter, allen voran der US-Gewerkschaftsverband AFL-CIO, sprechen von 15.000.<br>\nEs ist auch nicht die w&uuml;tende Meute, die den Geldmanagern Sorgen bereitet. So deutlich der Protest auch ist, in den USA haben solche Demonstrationen heutzutage in der Regel keinerlei Wirkung mehr. Was die Wall Street wirklich bewegt, spielt sich an anderer Stelle ab.<br>\nIn Washington zum Beispiel, wo sich der Senat am Donnerstag endlich darauf geeinigt hat, die Plenardebatte &uuml;ber die Neuregulierung der US-Finanzm&auml;rkte offiziell zu er&ouml;ffnen. Drei Tage lang haben die Republikaner das mit allen m&ouml;glichen Verfahrenstricks blockiert, dann knickten sie ein.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/unternehmen\/0,1518,692176,00.html\">Spiegel Online<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Deutsche Bank: Tief verstrickt in Steuerbetrug<\/strong><br>\nDie Deutsche Bank k&ouml;nnte tiefer in den Millionenbetrug mit Kohlendioxid-Zertifikaten verstrickt sein als urspr&uuml;nglich gedacht. Ein Sprecher der Bank best&auml;tigte der FR, dass sieben Mitarbeiter des Instituts beschuldigt w&uuml;rden, in den Umsatzsteuerbetrug verwickelt zu sein. Insgesamt pr&uuml;ft die federf&uuml;hrende Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt Verfahren gegen 150 Beschuldigte.<br>\nNoch am Mittwoch hatte die Deutsche Bank angedeutet, dass sie lediglich als kontof&uuml;hrende Stelle betroffen sei.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/in_und_ausland\/wirtschaft\/aktuell\/2596783_Deutsche-Bank-Tief-verstrickt-in-Steuerbetrug.html\">FR<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>IG Metall-Chef Huber: &ldquo;Uns hat man den Krieg erkl&auml;rt&rdquo;<\/strong><br>\nEs fehlt in der Gesellschaft an Anerkennung und Respekt f&uuml;r diejenigen, die den gesellschaftlichen Reichtum schaffen. Ohne Arbeit gibt es keinen Wohlstand &ndash; diese Wahrheit bleibt, auch wenn sich heute Arbeit vielf&auml;ltiger darstellt als vor 40 Jahren. Und auch wenn wir vor gro&szlig;en strukturellen &Auml;nderungen durch die Krise stehen&hellip;<br>\nBisher fehlt eine fundierte Analyse dieser Krise, die nicht nur eine einfache Konjunkturkrise ist, sondern eine tiefe Strukturkrise. Der marktradikale Kapitalismus hat eine F&uuml;hrungsschicht hervorgebracht, die durch Gier nach h&ouml;chsten Renditen und Verantwortungslosigkeit gekennzeichnet ist. Spaltung und sozialer Zerfall der Gesellschaft sind die Folgen. Wir brauchen eine schonungslose Aufarbeitung, wie es zu diesem Desaster kommen konnte. Notwendig ist ein echter Kurswechsel, sonst ist die n&auml;chste Krise vorprogrammiert.<br>\nAuch die Gewerkschaften haben die Gefahren nicht gleich erkannt, benannt und sich zun&auml;chst auch nicht eindeutig und selbstbewusst genug positioniert. Und das, obwohl man den Gewerkschaften den Krieg erkl&auml;rt hat&hellip; Chefs gro&szlig;er Wirtschaftsverb&auml;nde haben &ouml;ffentlich dar&uuml;ber gejubelt, dass Unternehmen aus den Arbeitgeberverb&auml;nden austreten und damit tariffl&uuml;chtig werden. Marktradikale Akteure haben das deutsche System der sozialen Marktwirtschaft in Frage gestellt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=sw&amp;dig=2010%2F04%2F30%2Fa0187&amp;cHash=d181aa6040\">taz<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Kaum neue Arbeitspl&auml;tze am Ende der Krise<\/strong><br>\nDie soziale Marktwirtschaft hat sich auch in der Krise bew&auml;hrt. Mit diesem immer wiederkehrenden Mantra er&ouml;ffnete Gunter Thielen, der Vorstandsvorsitzende der Bertelsmann-Stiftung, die Konferenz &uuml;ber die Wirtschaftskrise und die Herausforderungen, die auf den deutschen Arbeitsmarkt noch zukommen werden. Ausdr&uuml;cklich lobte Thielen die viel kritisierten Krisenpakete der Bundesregierung. Besonders lobte er dabei &ldquo;die mit Begeisterung aufgenommene Abwrackpr&auml;mie&rdquo;, die Regelung zur Kurzarbeit sowie die Kanzlergarantie, dass die Spareinlagen der Deutschen sicher seien. Mit diesen und weiteren Ma&szlig;nahmen habe die Bundesrepublik, obwohl als Exportnation schwer von der Krise getroffen, die Krise relativ gut &uuml;berstanden.<br>\nBundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen nutzte ihren Vortrag, um die Zeitarbeit zu verteidigen. Sie sei eine &ldquo;Br&uuml;cke in die Arbeit&rdquo;. Neun Prozent der Zeitarbeiter seien vorher niemals besch&auml;ftigt gewesen, so die Ministerin. Zwar gebe es Dreht&uuml;reffekte, jedoch sei es &ldquo;besser, zeitweilig besch&auml;ftigt zu sein, als gar nicht besch&auml;ftigt zu sein&rdquo;, so von der Leyen. F&uuml;r sie sei es am wichtigsten, &ldquo;die Menschen auf die sichtbar ihnen abzuverlangende Flexibilit&auml;t vorzubereiten&rdquo;, erkl&auml;rte sie. Gleichzeitig warb sie f&uuml;r eine Neubesetzung des Begriffs der Rente mit 67. Dieses Wort m&uuml;sse ge&auml;ndert werden in &ldquo;Wie geht Arbeit bis 67&rdquo;, da die Erh&ouml;hung des Renteneintrittsalters f&uuml;r die Menschen eine Chance darstelle. Noch nie in der Menschheitsgeschichte seien die Alten so fit wie heute gewesen. Deshalb m&uuml;sse man sich nun mit der Frage auseinandersetzen, was man tun k&ouml;nne, &ldquo;um diese gewonnenen Jahre mit Leben zu f&uuml;llen&rdquo;, so von der Leyen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/bin\/tp\/issue\/r4\/dl-artikel2.cgi?artikelnr=32543&amp;mode=print\">Telepolis<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> Siehe dazu auch die <a href=\"?p=5332#h08\">Hinweise des Tages vom 28.04.2010 (Nr. 8)<\/a>. Die Amtszeit von Bundesarbeitsministerin von der Leyen wird sp&auml;teren Generationen wohl am ehesten dadurch in Erinnerung bleiben, dass sie energisch nach neuen Begriffen f&uuml;r suboptimal kommunizierte Reformprojekte sucht &ndash; Hartz-IV m&ouml;chte sie ja auch umbenennen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>1,5 Millionen Frauen machen Wal-Mart Angst<\/strong><br>\nErst waren es nur wenige Mitstreiterinnen &ndash; aber dem Verfahren gegen den gr&ouml;&szlig;ten Arbeitgeber der Welt k&ouml;nnten sich Millionen Frauen anschlie&szlig;en. Den Kl&auml;gerinnen gelang ein Etappensieg.<br>\nDie US-Supermarkt-Kette Wal-Mart hat bei einem der gr&ouml;&szlig;ten US-Verfahren wegen der Diskriminierung von Frauen einen herben R&uuml;ckschlag erlitten. Ein Bundesberufungsgericht in San Francisco lehnte am Montag einen Antrag des Konzerns ab und ordnete an, dass die Klage als Sammelklage weiter laufen kann.<br>\nDem gr&ouml;&szlig;ten Einzelh&auml;ndler der Welt &ndash; gleichzeitig weltgr&ouml;&szlig;ter privater Arbeitgeber &ndash; wird vorgeworfen, seinen weiblichen Angestellten im Vergleich zu ihren m&auml;nnlichen Kollegen systematisch weniger bezahlt und sie bei Bef&ouml;rderungen &uuml;bergangen zu haben. Der Konzern weist das zur&uuml;ck und will beim Obersten Gericht die Sammelklage anfechten. Der geforderte Schadensersatz k&ouml;nnte in die Milliarden gehen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/unternehmen\/handel-dienstleister\/:sammelklage-1-5-millionen-frauen-machen-wal-mart-angst\/50106401.html\">FTD<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Opel: Antwerpen abserviert<\/strong><br>\nDie Belegschaft der Opel-Fabrik im belgischen Antwerpen hat dem zwischen Betriebsrat und Konzernspitze ausgehandelten &raquo;Sozial&shy;plan&laquo; zugestimmt. Das Europ&auml;ische Arbeitnehmerforum (EEF) von Opel\/Vauxhall teilte am Dienstag mit, 76,2 Prozent der belgischen Opelaner h&auml;tten sich f&uuml;r die Annahme der Vereinbarung ausgesprochen. Wie viele der rund 2560 Mitarbeiter dabei abgestimmt haben, gab das EEF ebensowenig bekannt wie die Details der Abfindungsregelung. &raquo;Keine Werksschlie&szlig;ungen, keine betriebsbedingten K&uuml;ndigungen.&laquo; Wie ein Mantra hatten die Betriebsrats- und Gewerkschaftsspitzen bei Opel in den vergangenen Wochen immer wieder betont, dass es nur unter diesen Bedingungen Zugest&auml;ndnisse der Belegschaften geben k&ouml;nne. Das hat sich nun mit der f&uuml;r Antwerpen getroffenen Vereinbarung als Luftnummer herausgestellt. 1250 Mitarbeiter, also rund die H&auml;lfte der Belegschaft, werden bis Ende Juni auf die Stra&szlig;e gesetzt. Der Rest folgt zum Jahresende, falls bis Ende September kein Investor gefunden wird, der das Werk &uuml;bernehmen will&hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2010\/04-28\/064.php\">junge Welt<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>&hellip; und mancher in der SPD hofft auf die CDU als Partner<\/strong><br>\n&ldquo;Es w&auml;re besser, wenn wir ein B&uuml;ndnis mit den Linken klar ausschlie&szlig;en. Mit diesen Chaoten kann man nicht 18 Millionen Menschen regieren&rdquo;, sagte Farthmann der WELT &ndash; und schw&auml;rmt von einer Koalition mit der CDU. &ldquo;F&uuml;r die nordrhein-westf&auml;lische SPD w&auml;re eine gro&szlig;e Koalition mit der CDU kein Ungl&uuml;ck. Wir brauchen uns in ihr nicht zu verstecken&rdquo;, sagte Farthmann, als Fraktionschef von 1985 bis 1995 einer von Krafts Vorg&auml;ngern. Er ist &uuml;berzeugt: &ldquo;Mit dem Desaster der schwarz-gelben Koalition in Berlin sehnen sich die B&uuml;rger geradezu nach der gro&szlig;en Koalition zur&uuml;ck.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/die-welt\/politik\/article7404870\/und-mancher-in-der-SPD-hofft-auf-die-CDU-als-Partner.html\">Die Welt<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Diesen Hinweis nur deshalb, weil er meinen Beitrag <a href=\"?p=5345\">&ldquo;Intrige der SPD-Rechten gegen die NRW-Spitzenkandidatin Hannelore Kraft&rdquo;<\/a> best&auml;tigt, dass die SPD-Rechte eine Koalition mit der CDU anstrebt.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>CDU mit ProNRW &bdquo;weitgehend deckungsgleich&ldquo;<\/strong><br>\nDer Pro-NRW-Vorsitzende Markus Beisicht ist begeistert &uuml;ber eine m&ouml;gliche Zusammenarbeit mit der CDU vor und nach der anstehenden Landtagswahl in NRW. In einer Pressemitteilung behauptet er, der Sprecher der CDU-Initiative &bdquo;Linkstrend stoppen&ldquo;, der ehemalige stv. Vorsitzende des CDU-Bundesparteigerichts Friedrich-Wilhelm Siebeke, hat habe ein Dialogangebot von ihm schriftlich beantwortet: &bdquo;In unseren Grund&uuml;berzeugungen sind wir weitgehend deckungsgleich.&ldquo; Zudem bef&uuml;rchte Siebeke ebenso wie Beisicht die M&ouml;glichkeit einer schwarz-gr&uuml;nen Koalition in Nordrhein-Westfalen. Beisicht erkl&auml;rt hierzu: Man wolle &bdquo;&uuml;ber Parteigrenzen hinweg den Dialog mit allen konstruktiven patriotischen Kr&auml;ften und Personen f&uuml;hren, selbstverst&auml;ndlich auch mit denen noch in der CDU verbliebenen&ldquo;. Denn &bdquo;nur so kann in Deutschland endlich damit begonnen werden, den verh&auml;ngnisvollen Linkstrend zu stoppen&ldquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nrhz.de\/flyer\/suche.php?ressort_id_menu=-1&amp;ressort_menu=News\">Neue Rheinische Zeitung<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Wagenknecht rechnet mit DDR ab &ndash; Kommunistin nennt System &ldquo;Verarsche&rdquo;<\/strong><br>\n&ldquo;Wenn es wenigstens ein politisches Klima gegeben h&auml;tte, in dem man offen &uuml;ber die Probleme diskutiert h&auml;tte&rdquo;, sagt die Politikerin im sonntaz-Gespr&auml;ch &uuml;ber ihr Geburtsland. &ldquo;Stattdessen wurde den Leuten erz&auml;hlt, dass sie alles haben. Da f&uuml;hlten sie sich einfach verarscht, und damit hatten sie ja auch recht.&rdquo;<br>\nDass sie nach 1989 fast nur positiv &uuml;ber den SED-Staat geredet habe, sei eine Trotzreaktion gewesen. Sie habe die DDR allerdings nie rosarot gesehen. &ldquo;Und anders als andere habe ich das auch schon zu DDR-Zeiten gesagt. Gerade weil ich wollte, dass sie sich ver&auml;ndert und nicht untergeht.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/politik\/deutschland\/artikel\/1\/sahra-wagenknecht-rechnet-mit-ddr-ab\/\">taz<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung eines unserer Leser:<\/strong> Die &Uuml;berschrift der taz hat Bild-Zeitungsniveau und nichts mit dem Inhalt des Interviews zu schaffen. Vielleicht liegt es ja daran, dass sich der Bildzeitungschef Dieckmann mit Genossenschaftsanteilen der taz eingedeckt hat und einige Journalisten der taz jetzt schon mal vor ihm stramm stehen. So darf das Kampagnen-Wort &ldquo;Kommunistin&rdquo; nat&uuml;rlich nicht fehlen. Wagenknecht &ldquo;rechnet auch nicht mit der DDR ab&rdquo;, wie es in der &Uuml;berschrift hei&szlig;t, sie kritisiert das System, unter dem sie selbst gelitten hat und f&uuml;r das sie schon vom Alter her nicht verantwortlich zeichnet, in dem Interview sehr sachlich und bedacht. Die taz muss sich in Sachen Behandlung der Partei DIE LINKE zum wiederholten Mal vorwerfen lassen, dass sie es ist, die &ldquo;abrechnet&rdquo;. Dumm und niveaulos. Zum Gl&uuml;ck gibt es ja aber f&uuml;r die Leserinnen und Leser das Wortlautinterview von Sahra Wagenknecht in der taz zu lesen; auch wenn man, um es zu lesen, f&uuml;r diese Zeitung und ihren, was DIE LINKE anbelangt, miesen Stil leider auch noch Geld ausgeben muss. Das Interview selbst ist in jedem Fall lesenswert.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Was machen die ARD-Chefs bei Olympia?<\/strong><br>\nDie ARD wird 60 Jahre alt. Der Geburtstag ist f&uuml;r die &ldquo;BILD&rdquo; Anla&szlig;, in einem <a href=\"http:\/\/www.bild.de\/BILD\/politik\/wirtschaft\/2010\/04\/30\/ard-report\/was-machen-die-chefs-bei-olympia.html\">mehrteiligen Report<\/a> &uuml;ber Geschichte und Gegenwart der ARD zu polemisieren.<br>\nErgebnisse der Untersuchung <a href=\"?p=5002\">&ldquo;Wirtschaftsjournalismus in der Krise&rdquo;<\/a>, die bei der Otto Brenner Stiftung erschienen ist, wurden auch aufgegriffen, und als Beleg f&uuml;r die schlechte Arbeit der ARD zitiert.\n<p>Hans-J&uuml;rgen Arlt, einer der Autoren der Studie, kommentiert wie folgt: <\/p>\n<blockquote><p>Stellen wir uns vor&hellip;.<br>\n&hellip;Hertha BSC, Bundesliga-Absteiger, kritisiert den Hamburger SV, er spiele schlechten Fu&szlig;ball, habe eine l&ouml;chrige Verteidigung, ein ideenloses Mittelfeld und es wieder nicht geschafft, Deutscher Fu&szlig;ballmeister zu werden. Die Sportwelt w&uuml;rde sich verwundert die Augen reiben &ndash; &uuml;ber die Berliner, nicht &uuml;ber die Hamburger. Jetzt kritisiert BILD die Arbeit von ARD-Aktuell. Dieselbe BILD-Redaktion, die im Umgang mit der Griechenland-Krise gerade wieder beweist, was schon alle wissen, dass sie zu Journalismus auf nicht unterbietbarem Niveau f&auml;hig und bereit ist, macht sich mit Hilfe unserer Wirtschaftsjournalismus-Studie zum Richter &uuml;ber die ARD-Nachrichten. Dieselbe BILD-Redaktion, die sich als Vork&auml;mpfer des Privatfernsehens profiliert hat, verliert nat&uuml;rlich kein Wort dar&uuml;ber, dass diese werbefinanzierten Unterhaltungsmaschinen den Anspruch auf Information und Aufkl&auml;rung gar nicht erst stellen. In der Medienwelt wundert man sich &uuml;ber nichts mehr.<\/p><\/blockquote>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.otto-brenner-blog.de\/blog\/2010\/04\/30\/\/\/\/bild-greift-obs-studie-auf-lob-von-der-falschen-seite.html\">Otto Brenner Blog<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h18\"><\/a><strong>B&uuml;rger lehnen Bildungsf&ouml;deralismus ab<\/strong><br>\nEine &ldquo;Bildungsrepublik&rdquo; soll Deutschland nach dem Wunsch von Kanzlerin Angela Merkel werden, der Koalitionsvertrag sieht 12 Milliarden zus&auml;tzlich f&uuml;r den Bildungsetat vor. Doch an den Deutschen geht das laut einer Studie vorbei. Vier von f&uuml;nf B&uuml;rgern finden die Anstrengungen der Politik unzureichend.<br>\nLaut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE), die WELT ONLINE exklusiv vorliegt, wollen am jetzigen Zustand nur 32 Prozent der Deutschen festhalten. 40 Prozent s&auml;hen die Verantwortung f&uuml;r Schulen und Bildung gerne bei Bund und L&auml;ndern und 21 Prozent gar nur in Berlin.<br>\nW&auml;hrend die Liberalen immer mehr Kultusminister stellen, wollen nur 16 Prozent ihrer Anh&auml;nger an der alleinigen L&auml;nderzust&auml;ndigkeit festhalten. Sie gehen damit eine erstaunliche Allianz mit der Linkspartei ein, deren Sympathisanten auch nur zu 19 Prozent die im Grundgesetz verankerte Arbeitsnichtteilung &uuml;berzeugend finden.<br>\nBildungsministerin Annette Schavan (CDU) hat dieses Kooperationsverbot in letzter Zeit immer st&auml;rker infrage stellt &ndash; und damit Kritik bei ihren Parteikollegen in den L&auml;ndern und bei der FDP provoziert. Politisch hat sie keine Mehrheit f&uuml;r eine Gesetzes&auml;nderung, in der Bev&ouml;lkerung schon.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/article7396526\/Buerger-lehnen-Bildungsfoederalismus-ab.html\">Welt.de<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Siehe dazu schon vor f&uuml;nf Jahren: F&ouml;deralismusreform: <a href=\"?p=267\">Vom kooperativen F&ouml;deralismus zum Wettbewerbsf&ouml;deralismus.<\/a><\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h19\"><\/a><strong>P&auml;dagogen mit Rechenschw&auml;che<\/strong><br>\nHaupt- und Realschullehrer haben M&uuml;he mit dem eigenen Lehrstoff, Gymnasiallehrer dagegen sind weltweit Spitze: In keinem Land sind die Kompetenzen von Lehrern so unterschiedlich verteilt wie in Deutschland. Dieses gemischte Bild zeichnet eine neue internationale Studie zum K&ouml;nnen von Mathematiklehrern.<br>\nDie Leistungen der deutschen Lehrer liegen in beiden Schulstufen in der Gesamtschau stabil &uuml;ber dem internationalen Mittelwert &ndash; aber mit einem gro&szlig;en Abstand zum Spitzenreiter Taiwan.<br>\nWie gro&szlig; die Unterschiede in Deutschland ausfallen, zeigt sich an der Sekundarstufe. Die Gymnasiallehrer gl&auml;nzen: Achtzig Prozent erreichen das oberste Niveau, wenn es um die F&auml;higkeit geht, ihr Wissen den Sch&uuml;lern zu vermitteln. Kein Land steht besser da. Die Kollegen von den Haupt- und Realschulen dagegen schaffen bei der Fachdidaktik zur H&auml;lfte nur das untere Kompetenzniveau. Teilweise f&auml;llt es ihnen sogar schwer, Aufgaben zu l&ouml;sen, die auf dem Niveau ihrer Sch&uuml;ler liegen.<br>\nAls besonders problematisch stufte Bl&ouml;meke die Kenntnisse der Lehrer ein, die stufen&uuml;bergreifend f&uuml;r die Grund-, Haupt- und Realschule ausgebildet werden. Wenn diese keinen Schwerpunkt Mathematik w&auml;hlen, liegen sie teilweise auf dem Niveau von Lehrern in Botswana und auf den Philippinen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/wissen\/paedagogen-mit-rechenschwaeche\/1801992.html\">Tagesspiegel<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h20\"><\/a><strong>Notstand im Klassenzimmer &ndash; Ersatzunterricht durch Billiglehrer<\/strong><br>\nImmer mehr Schulen stellen billige Aushilfskr&auml;fte ein, weil qualifizierte Lehrer nicht zu bekommen sind. P&auml;dagogische Erfahrung &ndash; bei den Ersatzkr&auml;ften meist Fehlanzeige! Dennoch werden sie sogar als Klassenlehrer eingesetzt. Billiglehrer auf Abruf.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.rbb-online.de\/kontraste\/archiv\/kontraste_vom_29_04\/notstand_im_klassenzimmer.html\">Das Erste Kontraste<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h21\"><\/a><strong>Bayerischer Rundfunk &bdquo;quer&ldquo;<\/strong><br>\nMit 81 am Schulpult, die Bank gewinnt immer.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.br-online.de\/bayerisches-fernsehen\/quer\/\">Bayerischer Rundfunk, Video anklicken<\/a>\n<p><em>Siehe auch:<\/em><\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"http:\/\/www.br-online.de\/bayerisches-fernsehen\/quer\/quer-video-banken-griechenland-ID1272572860787.xml\">Steuerzahler in Geiselhaft der Finanzwelt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.br-online.de\/bayerisches-fernsehen\/quer\/quer-studiogespraech-29-04-2010-ID1272572023061.xml\">&ldquo;Die Geldwertstabilit&auml;t ist das Fundament&rdquo;<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li><a name=\"h22\"><\/a><strong>Zu guter Letzt: Marc-Uwe Kling &ndash; Zug der Opportunisten<\/strong><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.youtube.com\/watch?v=SRZ7C01mDRI\">YouTube<\/a><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Unter anderem zu folgenden Themen: Euro in Gefahr; K&ouml;hlers peinliches Schweigen; Ratingagenturen; Griechenland-Symbolik der Banken; Deutsche Bank verstrickt in Steuerbetrug; den Gewerkschaften den Krieg erkl&auml;rt; mancher in der SPD hofft auf die CDU als Partner; Bild gegen ARD; Notstand im Klassenzimmer. (WL)<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-5367","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5367","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=5367"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5367\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5371,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5367\/revisions\/5371"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=5367"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=5367"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=5367"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}