{"id":53854,"date":"2019-07-31T10:53:03","date_gmt":"2019-07-31T08:53:03","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=53854"},"modified":"2019-07-31T11:32:38","modified_gmt":"2019-07-31T09:32:38","slug":"leserbriefe-zum-interview-mit-katrin-mohr-von-der-ig-metall-harte-meinungen-und-bittere-erfahrungen-gewerkschaften-betreffend","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=53854","title":{"rendered":"Leserbriefe zum Interview mit Katrin Mohr von der IG Metall \u2013 harte Meinungen und bittere Erfahrungen Gewerkschaften betreffend"},"content":{"rendered":"<p>Am 28. Juli 2019 hatten die NachDenkSeiten dieses Interview &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=53741\">Das Hartz-IV-System als Hungerpeitsche f&uuml;r Erwerbslose<\/a>&ldquo; ver&ouml;ffentlicht. Unter den Reaktionen sind kritische und auch grunds&auml;tzlich kritische Bemerkungen und Berichte. Wir geben diese unzensiert wieder. Zuvor noch eine etwas grunds&auml;tzlichere Anmerkung zur Wiedergabe von Lesermails an die NachDenkSeiten. <strong>Albrecht M&uuml;ller<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\nDer gr&ouml;&szlig;ere Teil unserer Leserinnen und Leser sch&auml;tzt es, wenn in den Leserbriefen und den redaktionellen Texten verschiedene, manchmal sehr verschiedene Meinungen zur Sprache kommen. Andere Leser wiederum schreiben uns, sie k&ouml;nnten nicht verstehen, wieso wir so etwas ver&ouml;ffentlichen. &ndash; Wir bitten um Verst&auml;ndnis daf&uuml;r, dass wir auch Meinungen ver&ouml;ffentlichen und auch k&uuml;nftig ver&ouml;ffentlichen werden, die nicht den unseren entsprechen. Manchmal geht es ja dabei auch um Fragen unserer Zeit, die man sehr verschieden beantworten kann und wo &uuml;berhaupt noch nicht gekl&auml;rt ist, was die sachlich vern&uuml;nftige und sozial und menschlich richtige Antwort ist.<\/p><p>Noch eine Anmerkung zum ersten wiedergegebenen Leserbrief. Er kommt von einem Menschen, der wegen seiner Erfahrungen und bef&uuml;rchteter Reaktionen nicht mit vollem Namen genannt werden will und kann. Wir respektieren sein Schutzbed&uuml;rfnis, obwohl wir grunds&auml;tzlich der Meinung sind, dass, wer einen Leserbrief schreibt, auch mit offenem Visier daf&uuml;r einstehen sollte.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>1. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Dazu f&auml;llt mir aber sofort etwas auf.<\/p><p>Und zwar meine damalige Zeit, in der ich noch aktives Mitglied eines des gr&ouml;&szlig;ten europ&auml;ischen Stahlunternehmes gewesen bin, die direkt an die IG Metall angeschlossen waren.<\/p><p>Dazu kann ich Ihnen folgendes berichten:<\/p><p>Ich war selbst oft genug Zeuge so manch einer korrupten und ehrlosen Vereinbarung mit gerade dieser Gewerkschaft.<\/p><p>Sicherlich sind dort viele Menschen t&auml;tig, die auch und insbesondere aus ihrer pers&ouml;nlichen Einstellung heraus f&uuml;r diese Gewerkschaft t&auml;tig sind.<\/p><p>Aber im Gro&szlig;en und Ganzen kann ich aus erster Hand berichten, dass die F&uuml;hrungsriege dieser Gewerkschaft nichts anderes ist, als Teil des kaputten Systems, welches haupts&auml;chlich darauf bedacht ist, sich und ihre eigenen Pfr&uuml;nde zu sichern.<\/p><p>Eines Tages kam ich aus dem Urlaub zur&uuml;ck ins Betrieb und erfuhr von einigen Kollegen, dass der Betriebsrat und die Gesch&auml;ftsf&uuml;hrung unseres Unternehmens eine Vereinbarung getroffen h&auml;tten, wonach die Mitarbeiter, die gerade nicht ben&ouml;tigt wurden, bezahlt zuhause bleiben sollten. Auch gegen ihren Willen.<\/p><p>Diese Tage, die sie zwar bezahlt zuhause bleiben sollten, sollten sie aber bei besserer Auftragslage nacharbeiten m&uuml;ssen.<\/p><p>Da dies gegen viele Vereinbarungen, die a) im Manteltarifvertrag der Eisen und Stahlindustrie und b) selbst gegen gesetzliche Vorgaben verst&ouml;&szlig;t, rief ich eine Sondersitzung des Betriebsrates zusammen und stellte diesen zur Rede. Doch weder wollte man mir, als ordentlich gew&auml;hltem Mitglied des Betriebsrates diese Vereinbarung vorlegen oder auch nur zeigen, noch wollte man mir die Namen der beiden Personen aus dem BR nennen, die dieser Vereinbarung in einer geheimen Sondersitzung mit dem Arbeitgeber schriftlich zugestimmt hatten.<\/p><p>Mehr noch. Mir wurde innerhalb des BR mit Gewalt und dem Rauswurf aus allen Aussch&uuml;ssen gedroht, falls ich den Kollegen im Betrieb etwas von dieser &ldquo;Vereinbarung&rdquo; erz&auml;hlen sollte. Weil ich sonst damit den sozialen Frieden im Unternehmen massiv st&ouml;ren w&uuml;rde.<\/p><p>Daraufhin rief ich die IG Metall Bezirksvertretung in D&uuml;sseldorf an und bat um eilige Unterst&uuml;tzung.<\/p><p>Diese schickten auch tats&auml;chlich und unverz&uuml;glich den ersten Sekret&auml;r, der f&uuml;r den Gro&szlig;raum D&uuml;sseldorf verantwortlich war. Dieser &ldquo;Kollege&rdquo; &hellip;  riet mir in einem vier Augen Gespr&auml;ch nichts anderes, als mich dem Rest des Gremiums &ldquo;anzupassen&rdquo;. Nur so k&ouml;nnte ich ein wichtiger Teil des BR bleiben. Auch deshalb, weil ich alleine nichts ver&auml;ndern und schon garnichts erreichen k&ouml;nnte.<\/p><p>Ich m&ouml;chte es hier nicht zu weit in die L&auml;nge ziehen.<\/p><p>Das Resultat war jedenfalls folgender:<\/p><p>Aufgrund unwahrer Behauptungen und Vorw&uuml;rfe wurde mir, mit Zustimmung des Betriebsrates, fristlos gek&uuml;ndigt.<\/p><p>Die Gewerkschaft hat mir zu keiner Zeit, obwohl ich fast 23 Jahre Mitglied gewesen bin, irgendwie beigestanden und auch keinerlei Hilfe gegeben.<\/p><p>Ich habe gegen meine K&uuml;ndigung geklagt, mein damaliger Arbeitgeber hat mehrfach Einspruch gegen das Urteil erhoben, und ich musste immer wieder eine Instanz h&ouml;her gehen.<\/p><p>Erst als bei der letzten Verhandlung die vorsitzende Richterin meinem damaligem Chef mit einer t&auml;glichen Ordnungswidrigkeitsstrafe von 50.000&euro; gedroht hat und gleichzeitig meinem Arbeitgeber anbot, vor ihrer letzten Urteilsverk&uuml;ndung ein letztes Gespr&auml;ch mit mir und meinem Anwalt zu f&uuml;hren, gab dieser nach.<\/p><p>Vor dem Gerichtssaal hatten wir nun 10 Minuten Zeit und mein Arbeitgeber sagte, im Beisein meines Rechtsanwaltes und ohne lange drum herum zu reden, dass ich zwei Kinder h&auml;tte und doch bitte sein &ldquo;f&uuml;rstliches&rdquo; Angebot bez&uuml;glich einer Abfindung annehmen sollte.<\/p><p>Da dieser mich zwar sonst wieder einstellen m&uuml;sse, aber mich so oder so wieder aus dem Unternehmen &ldquo;kriegen&rdquo; w&uuml;rde. Nur dann, wie er besonders darauf hinwies, ohne mir eine Abfindung zahlen zu m&uuml;ssen.<\/p><p>Mein Anwalt riet mir daraufhin, es mir wohl zu &uuml;berlegen, da der Arbeitgeber, der einmal ein Auge auf eine Person geworfen hatte, diesen so oder so aus dem Unternehmen kriegen w&uuml;rde.<\/p><p>Am Ende musste ich gehen, obwohl ich mir nie etwas zu Schulden kommen lassen hatte und die, die nur an sich und ihre pers&ouml;nlichen Vorteile bedacht waren, wurden sogar zur Belobigung auf Kosten des Arbeitgebers in den Urlaub geschickt.<\/p><p>Ich kenne diese Gewerkschaft und wei&szlig; genau, was sie sagt und was sie tut.<\/p><p>Einer der Kollegen, deren Namen ich im nach-hinein doch erfuhr, bewarb sich, nachdem er urspr&uuml;nglich von den Gr&uuml;nen zur SPD &bdquo;&uuml;bergelaufen&ldquo; war, sp&auml;ter dann zu den Linken ging, bei einer Wahl im Bezirk in D&uuml;sseldorf Benrath &uuml;ber die Liste Der Linken f&uuml;r das Rathaus.<\/p><p>Ein anderer wurde von dem &bdquo;Kollegen&ldquo; Nihat &Ouml;zt&uuml;rk sogar mit besonderer Unterst&uuml;tzung und sehr gutem Zuspruch von diesem in die IG Metall Zentrale in N&uuml;rnberg &bdquo;Bef&ouml;rdert&ldquo;.<\/p><p>Allein schon wenn in so einem Beitrag eine Person wie Andrea Nahles von den Gewerkschaften (f&uuml;r einen neuen Sozialstaat) gelobt wird, fehlen einem die Worte.<\/p><p>Erst alles kaputt machen, was auch und insbesondere die SPD in ihrer beispiellos langen und m&uuml;hsamen Arbeit aufgebaut und erst m&ouml;glich gemacht hat, sich dann feiern lassen, weil man wieder irgendeinen Rotz verlangt, was man sowieso nie ernsthaft realisieren m&ouml;chte.<\/p><p>Ich wei&szlig; noch, dass mein Vater bei uns im Haus eine echte Party gefeiert hat, weil Helmut Schmidt zum sozialdemokratischem Kanzler gew&auml;hlt wurde.<\/p><p>Aber im Grunde genommen, haben alle, die nach Willy Brandt kamen, dieser SPD immer mehr und immer best&auml;ndiger alles genommen und sie als eine Leiche zur&uuml;ckgelassen.<\/p><p>Denn sie alle haben unserer SPD ihre soziale Seele geraubt.<\/p><p>Und den Todessto&szlig; gab Gerhard Schr&ouml;der.<\/p><p>Alles was nach ihm kam, ist so neoliberal, wie es die FDP sich niemals getraut hat, offen zuzugeben.<\/p><p>Ist so unsozial, wie es der rechteste Fl&uuml;gel der CDU\/CSU sich noch nie &ouml;ffentlich gezeigt haben.<\/p><p>Die Gr&uuml;nen sind das, was die &bdquo;Intellekt&uuml;llen&ldquo;, wie es Volker Pspers so treffend formuliert, nichts anderes als das, was schon immer viel zu viele Intellektuelle &uuml;berall auf der Welt gewesen waren und noch immer sind. Noch viel besser darin, sich selbst gegenseitig zu zerfleischen, als sich erst einmal auf die Probleme zu konzentrieren, die sie alle angehen. Dabei schwenkt man dann auch mal von einer pazifistischen &Uuml;berzeugung zu einer Kriegstreibenden und -hetzenden Partei.<\/p><p>Wer den Gr&uuml;nen echte soziale Fortschritte zutraut, ist entweder nicht zu retten, oder einfach nur naiv sich einzusehen, was der Unterschied zwischen echten Absichten und vorgespieltem Humanismus ist. <\/p><p>Und Die Linken sind mal wieder ihr eigener gr&ouml;&szlig;ter Feind.<\/p><p>Ein Lichtgestalt wie Sahra Wagenknecht so unw&uuml;rdig in die Ecke zu dr&auml;ngen, entbehrt jeder Menschlichkeit und Achtung gegen&uuml;ber den eigenen Weggef&auml;hrten.<\/p><p>Und die Tatsache, weshalb bei all diesen Problemen eine Partei wie die AFD er-st&auml;rkt, hat nichts damit zu tun, dass die Deutschen mehr und mehr nationalistischer werden w&uuml;rden, sondern spiegelt vielmehr die Ohnmacht wieder, vor der die Menschen in diesem Land stehen. Denn ihnen ist klar, dass es keinen Unterschied macht, welche Partei man w&auml;hlt. Im Gegenteil, gerade deshalb, wenn man w&auml;hlt, h&auml;lt man diese Unmenschen k&uuml;nstlich am Leben.<\/p><p>Und alle, die noch daran glauben, die SPD w&uuml;rde schon noch wieder zu ihrer alten Seele einer sozialen, friedlichen und humanistischen Partei zur&uuml;ckfinden, sind weiter zur&uuml;ckgeblieben, als die vermeintlich d&uuml;mmlichen AFD W&auml;hler.<\/p><p>Weil diese wenigstens schon eingesehen haben, dass es keinen Unterschied macht, welche Partei man w&auml;hlt. <\/p><p>Wir k&ouml;nnen ganz sicher das Schlechte auf dieser Welt nicht beseitigen.<\/p><p>Aber wir sollten uns immerzu davor h&uuml;ten, unseren Beitrag zum Schlechten zu leisten.<\/p><p>Und die Frage ist hier: Lassen wir uns nicht selbst zum Teil unserer Probleme machen, wenn wir immerzu davon ausgehen, dass gerade die Leute, die uns am n&auml;chsten sein sollten, uns mit die gr&ouml;&szlig;ten Probleme bereiten und wenn wir dann noch immer davon ausgehen, das eben diese Leute jemals etwas wirklich verbessern?<\/p><p>Manchmal muss man im Leben einfach einsehen und es sich auch eingestehen, dass gewisse Dinge sich gravierend ver&auml;ndert haben.<\/p><p>Und dazu geh&ouml;rt ganz sicher auch die SPD und wer noch immer davon tr&auml;umt, wie gut und wichtig sie noch bis vor Schr&ouml;der gewesen ist, der wird einfach nicht wahrhaben wollen, dass es diese ehemals wirklich sch&ouml;ne SPD niemals wieder geben wird!<\/p><p>Es tut einem in der Seele weh, das gestehe ich ein.<\/p><p>Aber ich bin nicht bereit, diesen Leuten noch eine Chance zu geben.<\/p><p>Weil ich genau wei&szlig;, dass ich, als &uuml;berzeugter Pazifist und politisch sehr weit links orientierter Mensch, immer Benachteiligt werde, solange ich diese SPD und diese Gewerkschaften unterst&uuml;tze.<\/p><p>Manchmal muss man etwas einfach zu Ende gehen lassen und sich auf vollkommen Neues konzentrieren.<\/p><p>Ansonsten werden selbst noch unsere Enkel unter dieser uns&auml;glichen pseudo sozialen Politik einer derzeitigen SPD oder IG Metall leiden.<\/p><p>Meiner Meinung nach liegt das Grund&uuml;bel in uns selbst.<\/p><p>Wir bekommen das, was wir verdienen.<\/p><p>Eine Regierung, die sich &uuml;ber die Bed&uuml;rfnisse ihrer eigenen Menschen hinwegsetzt, Entscheidungen gegen die Mehrheit der eigenen Bev&ouml;lkerung trifft, immer und immer wieder.<\/p><p>Ein Europa, was niemals f&uuml;r die Menschen, sondern nur f&uuml;r das Kapital gemacht war und ist.<\/p><p>Und was tun wir?<\/p><p>Wie w&auml;hlen immer und immer wieder die gleichen, weil wir immer und immer wieder davon ausgehen, dass es nach der n&auml;chsten Wahl besser wird.<\/p><p>Das wird es nicht. Das wird es schon seit &uuml;ber 20 Jahren nicht mehr.<\/p><p>Was wir brauchen, ist ein ziviler Widerstand aller Menschen.<\/p><p>Wir m&uuml;ssen uns gemeinsam hinstellen und uns gemeinsam und entscheiden gegen jeden kriegerischen Akt stellen. Wir m&uuml;ssen uns weigern, an Wahlen teilzunehmen und diese Leute weiterhin f&uuml;rstlich zu versorgen.<\/p><p>Wir m&uuml;ssen erkennen und uns eingestehen, dass es keine Demokratie in Europa gibt.<\/p><p>Wir haben keine Herrschaft der Mehrheit.<\/p><p>Sondern eine Herrschaft einer ganz kleinen Kaste, die uns alle von oben herab als notwendiges &Uuml;bel erachten und uns auch so behandeln.<\/p><p>Wir aber m&uuml;ssen uns von diesem Menschenfeinden unterscheiden.<\/p><p>In allem, was wir tun und sagen.<\/p><p>Deshalb darf niemals Gewalt oder Aufruhr zu einem Teil von uns werden.<\/p><p>Doch wir k&ouml;nnen alles zu Fall bringen.<\/p><p>Oder Gewalt, mit Menschlichkeit, der Achtung vor allem Leben.<\/p><p>Einfach, in dem wir uns endlich anfangen zu organisieren.<\/p><p>In Gruppen, die sich nicht durch Religionen, Nationen, ethnischer Zugeh&ouml;rigkeit oder solchem Schwachsinn trennen lassen, sondern uns erst darauf besinnen, dass wir alle die S&ouml;hne, Br&uuml;der, Schwester, V&auml;ter von irgendwem sind, die sich beistehen m&uuml;ssen.<\/p><p>Meine Hoffnung ist, dass gerade durch die Alternativen Medien ein Bewusstsein f&uuml;r die Wurzeln unserer wirklichen Probleme immer offensichtlicher zutage treten und das immer mehr Menschen dies erkennen und sich somit zugeh&ouml;rig zueinander f&uuml;hlen.<\/p><p>Denn die Mehrheit ist nicht dumm, sie f&uuml;hlt sich nur machtlos.<\/p><p>Und gerade Seiten wie die nachdenkseiten zeigen, dass es viel mehr von uns gibt.<\/p><p>Wir m&uuml;ssen nur Verbindungen zueinander herstellen.<\/p><p>Solange Menschen die aus ihrer &Uuml;berzeugung heraus unerm&uuml;dlich das tun, was sie f&uuml;r richtig halten, haben wir eine Chance.<\/p><p>Sie sind der beste Beweis.<\/p><p>Ich danke Ihnen vielmals, falls Sie sich die Zeit nehmen und meinen Text lesen sollten.<\/p><p>Aber so oder so w&uuml;nsche ich der ganzen Nachdenseiten-Redaktion auch weiterhin viel Erfolg und alles Gute!<\/p><p>Mit freundlichem Gru&szlig;<br>\n&Uuml;. er. &ndash; Ehemaliger Betriebsrat<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>2. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Betrifft: 28. Juli 2019 um 11:45 <\/p><p><em>&bdquo;Das Hartz-IV System als Hungerpeitsche f&uuml;r Erwerbslose&ldquo; <\/em><\/p><p>Interview mit  Katrin Mohr <\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Sie (Erwerbslose) m&uuml;ssen von Regels&auml;tzen leben, die kaum f&uuml;r das N&ouml;tigste &ndash; geschweige denn f&uuml;r gesellschaftliche Teilhabe &ndash; reichen, unterliegen strengen Anrechnungsregelungen von Einkommen, Partnereinkommen und m&uuml;ssen eigene Mittel zun&auml;chst weitgehend aufbrauchen und u.U. ihre Wohnung oder ihren PKW verkaufen.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Dazu einige Anmerkungen:<\/p><p>Vorweggeschickt sei, was immer vergessen wird, es handelt sich um eine zeitlich begrenzte  Ausnahmesituation des Leistungsempf&auml;ngers, der nicht krank sondern leistungsf&auml;hig ist. Sonst w&uuml;rde er &auml;rztlich festgestellt erwerbsunf&auml;hig sein und nicht Hartz-IV Leistungen beanspruchen.<\/p><p>Jede Durchf&uuml;hrung von Gesetzen ist mit Sanktionsandrohung und deren Durchsetzung verbunden. Sonst braucht man sie nicht. Oder man f&uuml;hrt in diesem Fall das (bedingungslose?) Grundeinkommen ein. Bis dahin ist es aber noch weit und das ist deshalb hier kein Thema. <\/p><p>Im &Uuml;brigen muss sich jeder Arbeitnehmer Leistungsdruck stellen, der auch mit Sanktionen verbunden sein kann. Im schlimmsten Fall der Entlassung.<\/p><p>F&uuml;r die Gew&auml;hrung von ALG II Leistungen ist der Nachweis der Bed&uuml;rftigkeit zu erbringen und es besteht Mitwirkungspflicht bei der Beibringung von Informationen zu deren Pr&uuml;fung sowie die Einhaltung von Terminen und Anstrengungen zur Reduzierung der Hilfebed&uuml;rftigkeit des JC&ndash;Kunden. Wirkt der Kunde dabei nicht mit, indem er z.B. Einladungen des JC <strong>mehrmals unbegr&uuml;ndet<\/strong> missachtet, oder relevante Informationen verweigert (das Finanzamt sanktioniert bei fehlender Mitwirkung den Steuers&uuml;nder sofort!)<\/p><ul>\n<li>erfolgt i. d. R. erst eine Anmahnung<\/li>\n<li>bei weiterer Verletzung der Pflichten = K&uuml;rzung der Regelleistung um 30 Prozent (d.h. 30 % von 404 &euro; monatlich, also max. 134 &euro;)<\/li>\n<li>bei einer weiteren Verletzung = K&uuml;rzung der Regelleistung um weitere 30 Prozent &ndash; also gesamt um 60 Prozent <\/li>\n<li>bei einer weiteren, also 3. Verletzung kann die Regelleistung vollst&auml;ndig gestrichen werden<\/li>\n<\/ul><p>Bei Aufnahme der Mitwirkung k&ouml;nnen diese Sanktionen auch sofort aufgehoben werden.<\/p><p>Und nun zu einigen Inhalten:<\/p><p>Was ist falsch daran, dass z.B. die Aufnahme von Arbeitsverh&auml;ltnissen durch Bildungsma&szlig;nahmen gef&ouml;rdert, aber eine Mitwirkung bei der Wahrnehmung dieser Ma&szlig;nahme und generell ein Eigenbeitrag zur Reduzierung und m&ouml;glichst auch zur Beendigung der Hilfebed&uuml;rftigkeit gefordert wird?<\/p><p>Was ist falsch daran, dass bei wiederholter fehlender Mitwirkung des Betroffenen Sanktionen in Aussicht gestellt werden, die immer nur einzelne Teile von Hartz &ndash; IV und nie die Gesamtleistung betreffen?<\/p><p>Was ist falsch daran, dass auch bei Hartz-IV-Empf&auml;ngern, wie bei jedem anderen B&uuml;rger, die Einhaltung von Gesetzen durch anlassbezogene Kontrollen gepr&uuml;ft wird? Jeder B&uuml;rger muss sich der Kontrolle der von ihm gegen&uuml;ber dem Finanzamt gemachten Angaben aussetzen. Jeder Unternehmer muss sich einer anlasslosen Kontrolle durch das Finanzamt unterwerfen! <\/p><p>Was ist falsch daran, dass mit &bdquo;Ein-Euro-Jobs&ldquo; als einem der Wege aus der Arbeitslosigkeit und der Integration in die gesellschaftliche Kommunikation Angebote zur gesellschaftlichen Teilhabe und individuelle Hilfe angeboten werden? F&uuml;r die im &Uuml;brigen sehr viele dankbar sind!<\/p><p>Was ist falsch daran, dass es Zumutbarkeitsregelungen f&uuml;r die Aufnahme einer Besch&auml;ftigung gibt und geben muss? Es ist eben nicht so, dass jede Arbeit jedem zumutbar ist, und es wird auch nicht so praktiziert, dass wei&szlig; ich aus eigener Erfahrung des Umgangs mit diesen Ma&szlig;nahmen und ihren Teilnehmern.<\/p><p>Vergessen wir bitte diejenigen nicht, die all das mit ihren Steuern bezahlen, weil sie fr&uuml;h aufstehen, in Schichten arbeiten und manchmal kaum mehr haben als jene, die das zur Zeit nicht m&uuml;ssen oder manchmal auch glauben, es nicht zu m&uuml;ssen.<\/p><p>Dr. Gerald De&szlig;auer<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>3. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Solange sich die IG-Metall an den Lohnsenkungsprogramme von z.B. bei Daimler (Zustimmung zu Werksvertr&auml;gen zu Dumpingl&ouml;hnen) beteiligt, spreche ich ihr jegliche Legitimation ab. Als ich davon h&ouml;rte, wollte ich nicht l&auml;nger Gewerkschaftsmitglied sein und bin ausgetreten. Die Gewerkschaften sind heute f&uuml;r mich genauso ein Teil der neoliberalen Korruption. MV<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>Anmerkung zur Korrespondenz mit den NachDenkSeiten<\/strong><\/p><p>Die NachDenkSeiten freuen sich &uuml;ber Ihre Zuschriften, am besten in einer angemessenen L&auml;nge und mit einem eindeutigen Betreff.<\/p><p>Es gibt die folgenden Emailadressen:<\/p><ul>\n<li><a href=\"mailto:leserbriefe@nachdenkseiten.de\">leserbriefe(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r Kommentare zum Inhalt von Beitr&auml;gen.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:hinweise@nachdenkseiten.de\">hinweise(at)nachdenkseiten.de<\/a> wenn Sie Links zu Beitr&auml;gen in anderen Medien haben.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:videohinweise@nachdenkseiten.de\">videohinweise(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r die Verlinkung von interessanten Videos.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:redaktion@nachdenkseiten.de\">redaktion(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r Organisatorisches und Fragen an die Redaktion.<\/li>\n<\/ul><p>Weitere Details zu diesem Thema finden Sie in unserer &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?page_id=47939\">Gebrauchsanleitung<\/a>&ldquo;.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 28. 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