{"id":53918,"date":"2019-08-02T08:38:23","date_gmt":"2019-08-02T06:38:23","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=53918"},"modified":"2022-03-06T10:58:37","modified_gmt":"2022-03-06T09:58:37","slug":"ein-deutscher-insider-berichtet-ueberleben-in-russland-ueber-leben-in-russland","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=53918","title":{"rendered":"Ein deutscher Insider berichtet : \u00dcberleben in Russland &#8211; \u00fcber Leben in Russland"},"content":{"rendered":"<p>Berichte aus Russland sind zumeist widerspr&uuml;chlich, abh&auml;ngig davon, welches Medium berichtet. In den gro&szlig;en Medien kann man regelm&auml;&szlig;ig vom andauernden wirtschaftlichen Niedergang &ndash; nicht zuletzt durch die Sanktionen &ndash; lesen, in manch alternativem Medium erscheint es als heile Welt. Es gibt vermutlich viele unterschiedliche Wahrheiten &uuml;ber dieses Land, das jedoch viele Medien-Mitarbeiter, die dar&uuml;ber schreiben, kaum kennen, und schon gar nicht aus l&auml;ngerem und fundiertem eigenem Erleben.  Der Autor und Journalist <strong>Thomas R&ouml;per<\/strong> (&bdquo;<a href=\"http:\/\/www.anti-spiegel.ru\">Anti-Spiegel<\/a>&ldquo;) war seit 1991 jedes Jahr mehrfach in Russland unterwegs. Seit 1998 arbeitet und lebt er im Land. Mit ihm sprach in St. Petersburg <strong>Andrea Drescher<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\n<strong>Wie kamen Sie nach Russland?<\/strong><\/p><p>Das ist eine lange Geschichte, die 1991 auch damit begann, dass ich Ende 1991 in die Sowjetunion ein- und 1992 aus Russland ausgereist bin. Der Fahnenwechsel fand ja &uuml;ber Silvester statt. 1991 konnte man in allen Medien &uuml;ber die Hungersnot in Russland lesen. Gemeinsam mit Freunden startete ich w&auml;hrend meiner Ausbildung zum Bankkaufmann eine Hilfsaktion. Wir organisierten vier Container humanit&auml;rer Hilfe f&uuml;r Waisenh&auml;user und brachten diese dorthin. Daraus entwickelten sich die ersten Freundschaften. Unser Spendenkonto f&uuml;llte sich immer wieder, sodass wir immer wieder Hilfsma&szlig;nahmen durchf&uuml;hren konnten und mussten, es war nicht unser Geld und wir mussten es dem Zweck entsprechend verwenden. Als sich die Lage beruhigte und die Spendenbereitschaft nachlie&szlig;, fuhr ich trotzdem weiter mehrfach im Jahr hin&uuml;ber. Ich mag die Menschen, ihre Spontanit&auml;t, Geselligkeit und Offenheit. Ganz besonders hatte und hat es mir St. Petersburg angetan. Da leben die Menschen&hellip;viel mehr als in Moskau, der Stadt, in der man arbeitet. Viele Moskauer fahren &uuml;bers Wochenende nach St. Petersburg; Kultur, Nachtleben, Stadtfeste, es ist eigentlich immer sehr viel los.<\/p><p><strong>Wie haben Sie die Jahre von 1992 bis 1999 unter Pr&auml;sident Jelzin erlebt?<\/strong><\/p><p>Auch wenn diese Zeit im Westen immer noch f&uuml;r Demokratie und Freiheit steht, waren es aus meiner Sicht Jahre der Anarchie und des Chaos. Es gab bittere Armut in der Bev&ouml;lkerung. Keiner ging zur Polizei, wenn etwas passierte, denn die Polizei war korrupt und hat die Menschen noch zus&auml;tzlich ausgeraubt. Es kam vor, dass man nachts auf der Stra&szlig;e von Polizisten angehalten und durchsucht wurde. Nach der Durchsuchung bekam man sein Portemonnaie immer leer zur&uuml;ck. Wir haben unser Geld immer in den Str&uuml;mpfen versteckt und nur kleine Betr&auml;ge im Geldbeutel behalten. Die Streifenpolizisten haben jeden nach Gusto angehalten &ndash; sie haben aber ja auch nichts verdient, konnten von ihrem Gehalt nicht leben. Damals ging folgender Witz rum: &bdquo;Ein Autofahrer wird angehalten und beschwert sich, dass er doch gar nicht zu schnell gefahren sei. Die Antwort des Polizisten lautet: Meine Kinder haben heute Hunger und k&ouml;nnen nicht warten, bis Du zu schnell f&auml;hrst.&ldquo;<\/p><p>Die Wirtschaft war komplett mafi&ouml;s. Heute nennen wir die Profiteure dieser Zeit Oligarchen, aber im Grunde genommen waren sie Mafiosi. Betrug, Korruption, Morde &ndash; so wurden Verm&ouml;gen gemacht, so entstand der Reichtum der heutigen Oligarchen. Diese Oligarchen haben in den 80ern meist selbst noch im Plattenbau gelebt, sa&szlig;en dann oft zuf&auml;llig an der richtigen Stelle und waren ausreichend skrupellos. So wurden sie entweder reich oder erschossen.<\/p><p><strong>Haben Sie von der Gewalt etwas mitbekommen?<\/strong><\/p><p>Gottseidank nur am Rande. Unsere Dienstwohnung &ndash; ich arbeitete damals in leitender Position f&uuml;r eine Versicherung &ndash; wurde bei einem Mordanschlag auf einen Bankier mit einer Bombe besch&auml;digt. Es galt zwar nicht uns, sondern dem Bankdirektor, aber die Mafia-Kriege hat man auch als normaler Mensch miterlebt. Das war damals nichts Ungew&ouml;hnliches, es gab viele verr&uuml;ckte Geschichten. Es wurden ja auch Menschen erschossen, die man pers&ouml;nlich kannte. Das Land wurde mit brutaler Gewalt aufgeteilt.  <\/p><p>Russische Mafia und hungrige Kinder &ndash; nur das schaffte es ja damals in die deutschen Medien. Leute von Spiegel TV sa&szlig;en in einer deutschen Kneipe &ndash; dort trafen sich viele Deutsche &ndash; und warteten auf den n&auml;chsten Sensationsbericht. Sobald eine hei&szlig;e Story bekannt wurde, waren sie auf der Stra&szlig;e. Und bei alledem wurde Jelzin als der gro&szlig;e Demokrat gefeiert.<\/p><p><strong>Wie haben Sie den Einfluss westlicher Konzerne in dieser Zeit erlebt?<\/strong><\/p><p>Man machte Gesch&auml;fte. Es gab unz&auml;hlige Abenteurer, die reich werden wollten. Die Oligarchen kontrollierten die Regierung und nat&uuml;rlich hat auch der Westen versucht, Einfluss zu nehmen. Bill Browder, der durch den Fall Magnitzki bekannt wurde, ist nur einer von vielen, die hier Geld abgesch&ouml;pft haben. Er war geradezu bescheiden und hat sich nur um ein paar 100 Millionen bereichert, andere haben Milliarden abgegriffen.<\/p><p>Die westlichen Konzerne haben da, wo sie konnten, Werte abgesch&ouml;pft. Mit PSA-Vertr&auml;gen &ndash; also Production Sharing Agreements &ndash; sicherten sie sich Bodensch&auml;tze. Sie &bdquo;investierten&ldquo; in die Anlagen und bekamen daf&uuml;r Sch&uuml;rfrechte. Sie bl&auml;hten die Kosten dann aber derartig auf, dass nur 20 oder 25% der Einnahmen beim Staat landeten, den Rest kassierten die Konzerne.  <\/p><p><strong>Und wie ging es Ihnen pers&ouml;nlich?<\/strong><\/p><p>Ich habe gut gelebt. Von meinem Gehalt in leitender Position konnte ich mir alles leisten. Es gab ja alles, man musste es nur bezahlen k&ouml;nnen.  <\/p><p><strong>Man bekam alles &ndash; auch w&auml;hrend der Staatspleite 1998?<\/strong><\/p><p>Im Prinzip ja &ndash; nur eine Woche lang war es damals auch f&uuml;r mich schwierig, da die L&auml;den leer waren. Ich habe einen ganzen Sonntag damit verbracht, eine Rolle Klopapier aufzutreiben. Obwohl ich &uuml;ber ausl&auml;ndische W&auml;hrung verf&uuml;gte.<\/p><p>Als der Staat &ndash; aufgrund der massiven &Uuml;berschuldung &ndash; auf einmal &bdquo;pleite&ldquo; war und es keinen Kurs mehr gab, zu dem man Rubel tauschen konnte, waren die Gesch&auml;fte leergefegt. Niemand wusste, zu welchem Preis er Waren nachkaufen musste. Als es nach gut einer Woche wieder einen Kurs gab, war alles f&uuml;nfmal teurer geworden. Die Geh&auml;lter wurden aber nicht erh&ouml;ht, sie wurden nicht einmal p&uuml;nktlich gezahlt. Viele Menschen mussten bis zu einem halben Jahr auf ihre Geh&auml;lter warten. Damals kursierte ein Witz, der die Lage hervorragend auf den Punkt brachte. &bdquo;Unterhalten sich zwei Direktoren. Sagt der eine zum anderen: Kommen deine Leute auch noch zur Arbeit, obwohl du sie seit Monaten nicht bezahlt hast? Antwortet der andere: Ja, alle &ndash; vielleicht sollten wir Eintritt nehmen.&ldquo;<\/p><p><strong>Wie gingen die Menschen damit um?<\/strong><\/p><p>Es war f&uuml;r alle sehr hart; viele konnten sich kaum oder nur ganz einfach ern&auml;hren. Es war kurzfristig fast schlimmer als Anfang der 90er. Damals gab es wenig, es gab Lebensmittelkarten, es ging aber eher langsam bergab. 1998 kam die Krise f&uuml;r die normalen Menschen &uuml;ber Nacht &ndash; wir in der Finanzbranche hatten es alle erwartet. Wir bekamen unser Gehalt weiterhin in Dollar ausgezahlt und konnten nach dieser ersten Chaos-Woche normal weiterleben. F&uuml;r den einfachen Russen wurde es richtig hart. Bei vielen Familien gab es nur Kartoffeln oder Nudeln, weil das Geld nicht f&uuml;r etwas anderes reichte. Die Kriminalit&auml;t war wieder enorm hoch &ndash; sehr viel gr&ouml;&szlig;er als heute.  Das Land lag am Boden und kam erst langsam wieder in Gang. Und dieser Aufstieg ist f&uuml;r die Russen zeitlich eindeutig mit der Person Wladimir Putin verbunden.  <\/p><p><strong>Kann man sagen, dass die positive Wirtschaftsentwicklung mit der Pr&auml;sidentschaft begann?<\/strong><\/p><p>Definitiv. Ich versuche es mal mit einer stark vereinfachten Beschreibung &ndash; mit dem Thema lassen sich B&uuml;cher f&uuml;llen. Als Pr&auml;sident Putin an die Macht kam, hat er die Mafia in die Schranken gewiesen. Mancher Mafioso bekam einen Herzinfarkt. Die Oligarchen standen vor der Wahl: Entweder ihr zahlt korrekte L&ouml;hne und Steuern oder ihr bekommt ein Problem. Es war ja nicht m&ouml;glich, die radikalen Privatisierungen der Jahre vorher r&uuml;ckg&auml;ngig zu machen. Das h&auml;tte zu neuem Chaos gef&uuml;hrt und dringend notwendige Investitionen aus dem Ausland aufgrund der Rechtsunsicherheit verhindert. Also zog man einen Strich unter das, was geschehen war, und pochte auf die konsequente Einhaltung der Regeln. Wer sich daran hielt, machte in Russland weiter sehr gute Gesch&auml;fte.<\/p><p>Mit der Beendigung der PSA-Vertr&auml;ge 2003 &ndash; was im Westen f&uuml;r gro&szlig;en &Auml;rger sorgte &ndash; blieb dann auch endlich das Geld wieder im Land. Die westlichen Konzerne wurden nicht enteignet, ihnen wurde einfach die Einnahmequelle entzogen, die &uuml;ber rund 10 Jahre intensiv gesprudelt hatte. Man hatte die Investitionen sicher um ein Vielfaches bereits wieder hereinbekommen. 70 bis 80% der Einnahmen waren ja den Konzernen zugutegekommen, die keine neuen &Ouml;lquellen erschlossen, sondern nur Bestehendes modernisiert hatten.<\/p><p>Damit war Pr&auml;sident Putin endg&uuml;ltig nicht mehr everybody&rsquo;s Darling im Westen&hellip; aber in Russland wurde er immer beliebter. Nicht nur, dass es den Menschen wirtschaftlich sp&uuml;rbar besser ging &ndash; auch die Kriminalit&auml;t ging zur&uuml;ck. Dass die Polizisten ihre angemessenen Geh&auml;lter regelm&auml;&szlig;ig ausgezahlt bekamen, hat dazu beigetragen, dass die Situation sich gedreht hat.<\/p><p><strong>Wie verh&auml;lt sich die Polizei denn jetzt?<\/strong><\/p><p>Die Polizei wurde reformiert. Es gibt keine Willk&uuml;r mehr wie in den 90er Jahren. Heute m&uuml;ssen Polizisten erkl&auml;ren, warum sie jemanden anhalten und befragen wollen. Sie m&uuml;ssen sich vorstellen und ihren Dienstausweis zeigen und begr&uuml;nden, warum sie zum Beispiel eine Ausweiskontrolle machen wollen. Sie m&uuml;ssen konkret sagen, was der Grund daf&uuml;r ist, eine bestimmte Person nach dem Ausweis zu fragen. Dazu gibt es lustige Videos in Russland, da fast jeder Russe eine Kamera im Auto hat. Da wird auch gefilmt, wenn Polizisten jemanden wegen einer Geschwindigkeits&uuml;bertretung anhalten. Und manche Autofahrer machen sich einen Spa&szlig; daraus, ihre Rechte bis zum letzten auszureizen, bevor sie ihre Papiere vorzeigen. Da gibt es manch einen witzigen Dialog zu sehen.<\/p><p>Russische Polizisten sind heute aus meiner Sicht schon fast erschreckend h&ouml;flich und zur&uuml;ckhaltend. Ich habe mal einer Schl&auml;gerei zugeschaut, bei der auch Polizisten anwesend waren. Sie haben die Streith&auml;hne schnell getrennt und dann sehr lange mit Engelsgeduld versucht, den aggressiven jungen Mann zu beruhigen und zu deeskalieren. Erst als alles nicht half, haben sie ihn ohne Gewaltaus&uuml;bung verhaftet: H&auml;nde auf den R&uuml;cken, Handschellen an und ab in den Wagen. Wer Gro&szlig;veranstaltungen wie Scarlet Sails in St. Petersburg beobachtet, bei denen Millionen Menschen auf der Stra&szlig;e sind, erlebt eine entspannte und freundliche Polizei. Es gibt Sonderkommandos, die parken in den Nebenstra&szlig;en, aber sie fallen nicht auf. Sie sind nur sofort da, falls es n&ouml;tig sein sollte.<\/p><p><strong>Zur&uuml;ck zur wirtschaftlichen Entwicklung &ndash; wie verlief diese in der &bdquo;&Auml;ra&ldquo; Putin?<\/strong><\/p><p>Eigentlich kontinuierlich positiv &ndash; mit &bdquo;Dellen&ldquo; w&auml;hrend der Finanzkrise und zu Beginn der Sanktionen. Aber wenn man sich das russische BIP anschaut: Es ging in steiler Kurve bergauf, nachdem Putin Pr&auml;sident wurde, und das schlug sich in den Portemonnaies der Menschen nieder. Auch auf der Stra&szlig;e konnte ich das beobachten. In den 90ern sah man Wolgas und Ladas, die Nobelmarken waren die absoluten Ausnahmen der Reichen. Seit 2008 fuhren in St. Petersburg immer mehr KIAs, sp&auml;ter kamen VW und andere westliche Fahrzeuge hinzu, da immer mehr Autofirmen aufgrund der gigantischen Importz&ouml;lle begannen, Fabriken in Russland zu er&ouml;ffnen. Nach und nach wurde St. Petersburg in Bezug auf Autos eine Gro&szlig;stadt wie jede andere.<\/p><p>Die Mittelschicht entwickelte sich ebenfalls sehr gut. In den letzten 20 Jahren hat Russland eine wachsende Mittelschicht zu verzeichnen, im Gegensatz zum Westen, wo diese immer d&uuml;nner wird und immer mehr Menschen in Armut geraten. Das kann ich im eigenen Umfeld sehen. Fast alle Freunde, mit denen ich unterwegs bin &ndash; junge Leute ebenso wie Menschen meines Alters und auch &auml;ltere &ndash;, fahren ein bis zwei Mal im Jahr auf Urlaub. Ich rede von ganz normalen Menschen mit ganz normalen Jobs, nicht von ehemaligen Kollegen im Management der Finanzbranche.<\/p><p><strong>Es gab Einbr&uuml;che w&auml;hrend der Finanzkrise 2008 &ndash; waren diese heftig zu sp&uuml;ren?<\/strong><\/p><p>F&uuml;r Menschen, die die fr&uuml;hen 90er Jahre oder die Staatspleite 1998 mitbekommen haben, verlief die globale Finanzkrise 2008 eher entspannt. Nat&uuml;rlich gab es Rezession &ndash; wie &uuml;berall. Die Firmen mussten Kosten senken, die Geh&auml;lter sanken. Die Wirtschaft hat &bdquo;aufgeschrien&ldquo; &ndash; aber letztlich hat es nur wenige erwischt. Das war nicht vergleichbar mit den Krisen vorher, in denen alle massiv belastet waren. Dar&uuml;ber hinaus war es ein Weckruf, gegenzusteuern und das Land wirtschaftlich unabh&auml;ngiger zu machen.<\/p><p><strong>Von welchen Ma&szlig;nahmen sprechen Sie?<\/strong><\/p><p>Die Regierung sorgte daf&uuml;r, dass Russland weitestgehend schuldenfrei ist, Russland hat kaum Staatsschulden. Die W&auml;hrungsreserven lagen 2018 bei umgerechnet rund 468 Milliarden US-Dollar, in Deutschland unter 200 Milliarden. Auch die Goldreserven wachsen. In den letzten Jahren ist die russische Zentralbank der gr&ouml;&szlig;te Goldk&auml;ufer weltweit. Seit den Sanktionen wurden die Ma&szlig;nahmen nochmal deutlich verst&auml;rkt.<\/p><p><strong>Waren die Folgen der Sanktionen 2013\/2014 im Land stark zu sp&uuml;ren?<\/strong><\/p><p>Nur kurzfristig. Letztlich haben sie sich sogar positiv auf die Entwicklung Russlands ausgewirkt. Ein typisches Beispiel ist der Schimmelk&auml;se: als Antwort auf die Sanktionen gab es Gegensanktionen &ndash; die Lebensmittelimporte aus Europa wurden beschr&auml;nkt. Es gab also keinen Schimmelk&auml;se mehr. Heute kann Russland K&auml;se exportieren &ndash; und die Russen haben gelernt, selbst Schimmelk&auml;se herzustellen, den es fr&uuml;her gar nicht gab und er schmeckt ausgesprochen gut.  <\/p><p>Aufgrund der Ukrainekrise hat sich Russland gezwungenerma&szlig;en weiter vom Westen abgekoppelt. Man h&ouml;rt nicht selten: &bdquo;Danke, dass ihr uns sanktioniert habt, so waren wir endlich gezwungen, unsere eigene Produktion aufzubauen.&ldquo; Nach meinen Beobachtungen hat die Regierung unter Putin jahrelang mit Steuerf&ouml;rderung versucht, die Abh&auml;ngigkeiten vom &Ouml;l- und Gasexport durch Diversifizierung in Industrie und Landwirtschaft zu verringern, aber nichts funktionierte. Dank der Sanktionen war man gezwungen zu handeln &ndash; und siehe da: In allen Bereichen geht es bergauf &ndash; und die Importe aus dem Westen sind immer weniger erforderlich.   <\/p><p>Wirklich schmerzhaft waren eigentlich nur die Finanzsanktionen: die mittel- und langfristigen Finanzierungen fielen weg und mussten aus den Reserven finanziert werden. Der Verfall des &Ouml;lpreises auf 30$ f&uuml;hrte zum Absturz des Rubels, aber das konnte man abwarten, da die USA ja selbst auf einen Mindestpreis von 50$ angewiesen sind, weil das Fracking-&Ouml;l und -Gas der USA in der F&ouml;rderung so teuer ist, das ansonsten nicht rentabel w&auml;re.  <\/p><p>Russland hat aber auch daraus gelernt und plant meines Wissens &ndash; bei einem aktuellen &Ouml;lpreis von 60$ &ndash; seinen Staatshaushalt auf Basis eines &Ouml;lpreises von 40$. So ist man vor b&ouml;sen &Uuml;berraschungen gefeit. Die Finanzreserven werden konsequent weiter aus-, die Abh&auml;ngigkeiten und Schulden konsequent weiter abgebaut. 2018 begann die &bdquo;Entdollarisierung der Wirtschaft&ldquo;. Das war keine Idee der Russen, aber man will sich absichern. Die Dollarbest&auml;nde bei der Zentralbank wurden 2018 fast halbiert &ndash; und das geht weiter. Daf&uuml;r wurde die Zusammenarbeit Richtung Osten &ndash; also mit China &ndash; deutlich ausgebaut. Mein Eindruck ist, die Russen wollen das nicht &ndash; aber sie m&uuml;ssen, weil die USA durch die Sanktionspolitik andere L&auml;nder dazu zwingen, sich Alternativen zum Dollar zu suchen. Ein Zitat von Putin, das meines Wissens kaum jemand im Westen kennt, dr&uuml;ckt das sehr deutlich aus: &bdquo;Die Amerikaner schie&szlig;en sich mit ihrer Politik nicht ins eigene Knie, sie schie&szlig;en etwas h&ouml;her.&ldquo;<\/p><p><strong>Aus Ihrer Sicht ist die aktuelle wirtschaftliche Situation also positiv?<\/strong><\/p><p>Arbeitnehmer haben aus meiner Sicht keine Probleme. Die Lage ist insgesamt stabil. Jeder meckert nat&uuml;rlich, dass er zu wenig Geld hat &ndash; aber alle meine Freunde planen ihren zweiten Urlaub. Last Minute in die T&uuml;rkei steht hoch im Kurs. Man geht vielleicht nachts nicht mehr so oft auf Tour, aber f&uuml;rs Auto, die Wohnung und den Urlaub reicht es. Normalverdiener kommen gut &uuml;ber die Runden.<\/p><p>Rentner sind in Russland &ndash; genauso wie in Deutschland &ndash; nicht so gut dran. Ich habe mal das Einkommen eines Rentners aus Hamburg mit dem eines Pensionisten in St. Petersburg verglichen. Nach Abzug aller Kosten sind die Einkommen in beiden F&auml;llen gleich schlecht. Von 1.000 Euro Rente bleiben einem deutschen Rentner in einer Gro&szlig;stadt nach Abzug von Festkosten wie Miete, Versicherung, etc. ca. 200 Euro zum Leben, beim durchschnittlichen Rentner hier in Petersburg sind es ca. 180 Euro. Die Russen sind am Ende nicht schlechter dran &ndash; in den St&auml;dten zumindest. Die Rentenerh&ouml;hungen liegen immer &uuml;ber der Inflation, insgesamt ist die Armut von 50% auf 10% russlandweit gesunken. Nat&uuml;rlich gibt es Altersarmut auch in Russland, aber in Russland wird es besser, w&auml;hrend es in Deutschland nur bergab geht. Gleiches gilt nach allem, was ich aus Deutschland h&ouml;re, auch f&uuml;r die medizinische Versorgung. In Russland wurde 2018 das Renteneintrittsalter angehoben. In vier Jahren muss man als Frau mit 60 und als Mann mit 65 in Rente gehen. Dagegen wurde lautstark protestiert, wie man auch in den westlichen Medien lesen konnte. In Deutschland w&uuml;rde man sich vermutlich freuen, nicht mehr so lange arbeiten zu m&uuml;ssen. Da liegt das Renteneintrittsalter zuk&uuml;nftig ja bei 67.<\/p><p>Was in Russland gut funktioniert, ist die Familien- bzw. Kinderf&ouml;rderung. Man will die Demografie in den Griff kriegen und hat bereits eine positive Geburtenrate erreicht. Es gibt das M&uuml;tterkapital &ndash; ab dem zweiten Kind &ndash;, das zweckgebunden f&uuml;r das Kind oder als Eigenkapital zur Finanzierung von Immobilien zur Verf&uuml;gung gestellt wird. Kinder werden ganz bewusst gesch&uuml;tzt. Hat man ein Kind in seiner Wohnung angemeldet, darf man diese nicht verkaufen ohne nachzuweisen, dass sich das Kind wohnraumtechnisch nicht verschlechtert. &Uuml;berspitzt gesagt: Man kann seine Wohnung nicht zulasten der Kinder versaufen.<\/p><p>Auch arme Menschen haben in Russland ein Dach &uuml;ber dem Kopf &ndash; wenn auch in manchen F&auml;llen ein sehr &auml;rmliches. Aktuell werden die uralten Plattenbauten aus der Chruschtschow-Zeit abgerissen und die Eigent&uuml;mer der Wohnungen kostenlos in Neubauten umgesiedelt. Das ist schon etwas anderes als die Gentrifizierung gro&szlig;er Wohngebiete in Deutschland. Zumindest in Moskau und St. Petersburg finde ich nur wenige Obdachlose und Bettler auf der Stra&szlig;e. Komme ich nach Hamburg, sehe ich viel mehr Armut auf den Stra&szlig;en.<\/p><p>Nat&uuml;rlich ist auch Russland heute eine kapitalistische Gesellschaft. Aber der Sozialstaat ist in der Verfassung verankert, und man versucht, entsprechend zu agieren. Nicht zuletzt, um nicht durch die Bev&ouml;lkerung abgew&auml;hlt zu werden &ndash; und die Wahlergebnisse zeigen immer wieder, wie gut die Bem&uuml;hungen bei der Mehrheit der Bev&ouml;lkerung ankommen.<\/p><p><strong>Jetzt w&uuml;rde ich mich noch &uuml;ber einige kurze Einsch&auml;tzungen zu einigen Reizthemen freuen, die in westlichen Medien besonders diskutiert werden. Was sagen Sie zur mangelnden Presse- und Meinungsfreiheit?<\/strong><\/p><p>Das, was man in westlichen Medien liest, ist einfach Quatsch. Punkt. Es gibt eine breite oppositionelle Presse und die wird auch intensiv gelesen. Die regierungskritischen Medien in Russland haben eine deutlich h&ouml;here Reichweite als die Alternativmedien in Deutschland. Auf meinem Blog habe ich mal eine ausf&uuml;hrliche Analyse dazu gemacht.<\/p><p><strong>Gesellschaftliche Spaltung?<\/strong><\/p><p>Die erlebe ich in Russland nicht. Ich sehe keine Spaltung der Gesellschaft, da es keine &bdquo;political correctness&ldquo; wie im Westen gibt. Man kann jede Meinung haben &ndash; in Deutschland wird man f&uuml;r vieles schon schief angeguckt, in Russland geht man gemeinsam einen trinken. Zu meiner Clique geh&ouml;ren zwei Frauen. Eine ist homophob, die andere Lesbe. F&uuml;r keine von beiden ist das ein Grund sich zu streiten. In Russland gibt es keine &bdquo;Kampfbegriffe&ldquo;. Man findet die Haltung des anderen zu einem Thema vielleicht nicht gut, aber das Bier, der Wein oder der Kaffee schmeckt trotzdem zusammen.  <\/p><p><strong>Staatliche Unterdr&uuml;ckung?<\/strong><\/p><p>In meinen Augen ist Russland heute viel mehr Rechtsstaat als Deutschland. Ich kenne keinen Fall aus den letzten Jahren, wo jemand wegen politischer Meinungs&auml;u&szlig;erung eingesperrt wurde. Es stand immer ein Verbrechen dahinter &ndash; sei es Steuerhinterziehung, sei es Terror, sei es eine  unangemeldete Demonstration. Nehmen wir doch den Fall des Regierungskritikers Navalny. Er wird immer wieder mal verhaftet &ndash; und freigelassen. Warum? Weil er unerlaubte Demonstrationen durchf&uuml;hrt. Was passiert in Deutschland, wenn man zeitgleich zu einer offiziellen Veranstaltung eine unangemeldete Demo am gleichen Ort organisiert? Man wird verhaftet und angezeigt. Genau das passiert mit Navalny. Der Unterschied ist, dass es in Deutschland eine Straftat ist, f&uuml;r die man jahrelang ins Gef&auml;ngnis kommen kann. In Russland ist es eine Ordnungswidrigkeit wie Falschparken, man bekommt eine Geldstrafe. Erst im Wiederholungsfall kann es bis zu 30 Tage Ordnungshaft geben, aber man geht am Ende ohne Vorstrafe nach Hause. Darum kann Navaly das Spiel ja auch immer wieder spielen, im schlimmsten Fall bekommt er eine Geldstrafe und 30 Tage Ordnungshaft, mehr passiert nicht. Und da er provozieren will, macht er das immer wieder. Und wird daf&uuml;r von den westlichen Medien als Held gefeiert. Der Fall Ivan Golonov ist ein anderes Beispiel, das in der westlichen Presse als Unterdr&uuml;ckung freien Journalismus angef&uuml;hrt wurde. Dabei handelte es sich um einen Fall lokaler Korruption im mittleren Beamtenapparat. Als diese offensichtlich war, wurde nicht nur ein Ermittlungsverfahren eingeleitet, sondern auch der Polizeichef gefeuert. Davon las man dann aber kaum mehr was in der deutschen Presse. Ich warte immer noch auf einen konkreten Fall aus den letzten Jahren, wo jemand ausschlie&szlig;lich aufgrund seiner politischen &Auml;u&szlig;erungen Probleme bekam. Dem gehe ich sofort nach. Mir ist zumindest nichts bekannt.<\/p><p>Die einzige Ausnahme ist Volksverhetzung, darunter fallen religi&ouml;se Beleidigungen und Verherrlichung der Nazis. Bei so etwas wie den Mohammed-Karikaturen geht man in Russland wegen Volksverhetzung ins Gef&auml;ngnis. Das ist der f&uuml;r alle transparent definierte Rand der Meinungsfreiheit &ndash; nicht zuletzt, weil Russland ein multikulturelles und multireligi&ouml;ses Land ist, das religi&ouml;se Unruhen im Inneren verhindern will.<\/p><p><strong>Korruption?<\/strong><\/p><p>Korruption gibt es noch &ndash; auch wenn man versucht, sie zu bek&auml;mpfen. Russland war seit den Zaren immer ein korruptes Land. Und wie will man mit einem korrupten Beamtenapparat einen korrupten Beamtenapparat bek&auml;mpfen? Das ist ein langer gesellschaftlicher Prozess, da ja auch diejenigen profitieren, die die Beamten bestechen. Es ist angenehmer, f&uuml;r 50 Euro nur eine Stunde statt einen Monat auf eine Genehmigung zu warten. Aber die Fortschritte sind sichtbar. Die allt&auml;gliche Korruption auf der Stra&szlig;e ist vorbei. Die Beamten sind sehr vorsichtig geworden. Und mit der Digitalisierung der Beh&ouml;rden hat Russland jetzt einen Weg gefunden, die Korruption weiter zur&uuml;ckzudr&auml;ngen, denn es wird schwer, f&uuml;r etwas &bdquo;im Hinterzimmer&ldquo; Schmiergeld zu nehmen, wenn alles online und transparent geschieht. Man geht mit Riesenschritten an die Digitalisierung der Verwaltung. Aber ja, die Korruption ist noch ein gro&szlig;es Problem in Russland.<\/p><p><strong>Homophobie?<\/strong><\/p><p>Das l&auml;sst sich ganz einfach beschreiben: Vor Kindern ist es verboten, Homosexualit&auml;t als etwas Positives anzupreisen, im Gesetz hei&szlig;t es, es ist verboten, &bdquo;Homosexualit&auml;t vor Minderj&auml;hrigen zu propagieren&ldquo;. Ansonsten kann jeder machen, was er will. Russland ist in dieser Hinsicht deutlich konservativer als der Westen. Es fehlt das Verst&auml;ndnis, warum Homosexuelle eine Ehe schlie&szlig;en sollen, da diese doch der Zeugung der Kinder gewidmet ist. In St. Petersburg gibt es unz&auml;hlige Homo-Bars. Die Szene ist sehr aktiv und mancher Westler w&uuml;rde tief Luft holen, wenn er w&uuml;sste, was sich in den Dark Rooms abspielt. Ein westlicher Bekannter von mir ging mal mit einem Petersburg-Besucher in ein derartiges Etablissement hinein &ndash; er hatte die Lokalit&auml;t bis zu dem Zeitpunkt immer nur in Begleitung von Frauen besucht, was kein Problem ist, dann ist es lustig dort. Aber zwei M&auml;nner alleine, die werden massiv angebaggert. Jedenfalls kamen die beiden ziemlich panisch wieder heraus.<\/p><p><strong>Oligarchen?<\/strong><\/p><p>Die Oligarchen Russlands haben die gleiche Position wie die Familien Springer, Mohn, Albrecht  oder Quandt. Ihnen geh&ouml;ren die Firmenimperien, sie sind gut vernetzt und haben gro&szlig;en Einfluss auf das, was in Politik und Wirtschaft passiert. Aber ich bin &uuml;berzeugt, die Oligarchen in Russland zahlen &ndash; da sie sich heute an die Regeln halten m&uuml;ssen &ndash;, mehr Steuern als Amazon &amp; Co in Deutschland.<\/p><p><strong>Zum Abschluss noch eine pers&ouml;nliche Frage: Wie wurden Sie vom Vorstandschef einer Versicherung zum politischen Autor? Sind Sie aus politischen Gr&uuml;nden ausgestiegen?<\/strong><\/p><p>Nein. Ich habe zuerst gemerkt, dass es wenig Spa&szlig; macht, 20 Tage im Monat auf Dienstreise zu sein, aber von den vielen Nullen auf dem Konto eigentlich nichts zu haben. Es war spannend, aber ich hatte keinerlei Privatleben mehr. Geld macht einfach nicht gl&uuml;cklich. Und ich wollte unbedingt nach St. Petersburg, die Stadt ist umwerfend &ndash; wie du ja wei&szlig;t. Daher entschied ich mich zuerst einmal f&uuml;r Lebensqualit&auml;t. Politisch aktiv wurde ich erst sp&auml;ter.<\/p><p>Mir wurde anhand der Ukraine-Berichterstattung erschreckend bewusst, dass ich seitens der westlichen Medien massiv belogen wurde. Nachdem ich ja seit Jahren Russisch beherrsche und die Medien verfolgen kann, konnte ich die massiven Diskrepanzen zwischen der Berichterstattung in Deutschland und den tats&auml;chlichen Vorg&auml;ngen sehen. In der Vergangenheit dachte ich, aufgrund meiner Hobbys Politik und Geschichte gut informiert zu sein. Und dann merkte ich, dass das eine Illusion war. Die mediale Kriegshetze gegen Russland, die Aufr&uuml;stung im Westen und die teilweise eklatante Ignoranz, was die russische Sicht angeht, haben mich motiviert, mit Schreiben anzufangen.<\/p><p>Ich habe mein Hobby zum Beruf gemacht, &bdquo;arbeite&ldquo; fast jeden Tag 12 Stunden und genie&szlig;e es &ndash; auch wenn ich nur einen Bruchteil von dem verdiene, was ich fr&uuml;her als F&uuml;hrungskraft in der Finanzbranche einnahm. Von Spenden, der Werbung auf meinem Blog und den Buchverk&auml;ufen kann ich fast leben. Aber Geld war ja nie die Motivation. Ich m&ouml;chte, dass mehr Menschen ihre medial gesteuerten Vorurteile Russland gegen&uuml;ber abbauen. Darum &uuml;bersetze ich immer wieder die Originalreden russischer Politiker oder wichtige Artikel aus russischen Medien. Nur wenn man beide Seiten kennt, hat man &uuml;berhaupt eine Basis, sich eine eigene Meinung bilden zu k&ouml;nnen.<\/p><p>Titelbild: jack-sooksan \/ Shutterstock<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>Thomas R&ouml;per<\/strong>, gelernter Bankkaufmann, Versicherungsfachmann und fr&uuml;here F&uuml;hrungskraft in der Finanz-und Versicherungsbranche, ist heute als Blogger, Buchautor und freier Journalist t&auml;tig und betreibt den medienkritischen Blog &bdquo;<a href=\"http:\/\/www.anti-spiegel.ru\">Anti-Spiegel<\/a>&ldquo;. R&ouml;per war seit 1991 jedes Jahr mehrfach in Russland unterwegs, zun&auml;chst aus privaten Gr&uuml;nden. Seit 1998 arbeitet und lebt er &ndash; mit einigen Unterbrechungen &ndash; im Land, spricht flie&szlig;end Russisch und verf&uuml;gt daher &uuml;ber sehr konkrete eigene Erfahrungen, insbesondere aus dem wirtschaftlichen Bereich. Er war unter anderem Vorstand einer der gr&ouml;&szlig;ten russischen Versicherungen in Moskau und als Vorstandsvorsitzender einer Schweizer Finanzholding f&uuml;r deren Tochtergesellschaften in Osteuropa verantwortlich.<\/p><p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg07.met.vgwort.de\/na\/cda73b9651624f1682ee776f179486be\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Berichte aus Russland sind zumeist widerspr&uuml;chlich, abh&auml;ngig davon, welches Medium berichtet. In den gro&szlig;en Medien kann man regelm&auml;&szlig;ig vom andauernden wirtschaftlichen Niedergang &ndash; nicht zuletzt durch die Sanktionen &ndash; lesen, in manch alternativem Medium erscheint es als heile Welt. Es gibt vermutlich viele unterschiedliche Wahrheiten &uuml;ber dieses Land, das jedoch viele Medien-Mitarbeiter, die dar&uuml;ber schreiben,<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=53918\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":53920,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[209,20,132,30],"tags":[881,1256,2407,1760,1571,1865,1283,1141,1337,421,1415,915,301,259,1019],"class_list":["post-53918","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-interviews","category-landerberichte","category-ungleichheit-armut-reichtum","category-wirtschaftspoliik-und-konjunktur","tag-armut","tag-homosexualitaet","tag-jelzin-boris","tag-kriminalitaet","tag-mafia","tag-meinungsfreiheit","tag-nawalny-alexej","tag-obdachlosigkeit","tag-oligarchen","tag-polizei","tag-pressefreiheit","tag-putin-wladimir","tag-rentenalter","tag-russland","tag-wirtschaftssanktionen"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/shutterstock_759396400.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/53918","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=53918"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/53918\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":81602,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/53918\/revisions\/81602"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/53920"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=53918"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=53918"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=53918"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}