{"id":53939,"date":"2019-08-04T11:45:16","date_gmt":"2019-08-04T09:45:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=53939"},"modified":"2019-08-05T07:32:28","modified_gmt":"2019-08-05T05:32:28","slug":"flaschenposten-zum-50-todestag-von-theodor-w-adorno","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=53939","title":{"rendered":"Flaschenposten &#8211; Zum 50. Todestag von Theodor W. Adorno"},"content":{"rendered":"<p>Am 6. August 1969 starb Theodor W. Adorno im Alter von 65 Jahren in seinem Urlaubsort in der Schweiz. Vorausgegangen waren heftige Konflikte mit linken Studierenden an der Frankfurter Universit&auml;t, die forderten, die von Adorno mit entwickelte <em>Kritische Theorie<\/em> m&uuml;sse praktisch werden. Solchen Appellen zum Mitmachen hatte Adorno sich stets verweigert. Rechtzeitig zum 50. Todestag ist im Berliner Suhrkamp-Verlag die Wiedergabe eines Vortrags &uuml;ber <em>Aspekte des neuen Rechtsradikalismus<\/em> erschienen, den Adorno 1967 an der Universit&auml;t Wien gehalten hat. Dieser Vortrag ist angesichts der Wahlerfolge der AfD und eines wiedererstarkten Antisemitismus von einer erschreckenden Aktualit&auml;t. <strong>G&ouml;tz Eisenberg<\/strong> blickt auf die Umst&auml;nde des Todes von Adorno und auf diesen Vortrag zur&uuml;ck und fragt, was wir von ihm lernen k&ouml;nnten.<br>\n<!--more--><\/p><blockquote><p>\nFrage: Herr Professor, vor zwei Wochen schien die Welt noch in Ordnung&hellip;<br>\nAntwort: Mir nicht.<br>\n(Spiegel-Interview mit Theodor W. Adorno aus dem Mai 1969)\n<\/p><\/blockquote><p><strong>Sehnsucht nach nicht besch&auml;digten Autorit&auml;ten<\/strong><\/p><p>Im Fr&uuml;hjahr 1969 hatte ich mit H&auml;ngen und W&uuml;rgen das Abitur bestanden. Mein Banknachbar aus den letzten Schuljahren und ich arbeiteten danach sechs Wochen in einer chemischen Fabrik, die bei Ostwind ganz Kassel mit Schwefel-Gestank &uuml;berzog. Als wir genug Geld verdient hatten, fuhren wir mit einem alten VW-K&auml;fer, den wir uns von dem verdienten Geld gekauft hatten, zun&auml;chst nach Prag. Dort gerieten wir in die Demonstrationen zum ersten Jahrestag des Einmarsches der Truppen des Warschauer Paktes und zogen uns eine Tr&auml;nengasvergiftung zu. Als wir uns von dem Schrecken &uuml;ber das Ausma&szlig; der Gewalt, mit der der Staat gegen die Demonstranten vorging, erholt hatten und wieder einigerma&szlig;en sehen konnten, fuhren wir weiter nach Jugoslawien, wo wir an der Adriak&uuml;ste vier Wochen Ferien machten. Wir zelteten, zogen uns die Stachel von Seeigeln aus den F&uuml;&szlig;en, kochten uns auf einem Propangaskocher T&uuml;tensuppen und a&szlig;en die ersten Feigen unseres Lebens. Diese kannten wir, um Heinrich Heine zu zitieren, von zu Hause nur als Ohrfeigen. Unter dem Schilfdach der Campingplatz-Kneipe, &uuml;ber das die Ratten liefen, fanden abends hitzige politische Diskussionen statt. Dort h&ouml;rten wir von &auml;lteren Studenten aus dem Ruhrgebiet vom Tod Adornos, der nun schon einige Wochen zur&uuml;cklag. Sie geh&ouml;rten dem orthodoxen Fl&uuml;gel des SDS an und hielten nicht viel von der <em>Frankfurter Schule<\/em>. Ihre Vertreter galten ihnen als Tempelsch&auml;nder des Marxismus und der Arbeiterbewegung. Sp&auml;ter, als ich die Strukturen innerhalb der Linken und die Bruchlinien zwischen den diversen Fraktionen einigerma&szlig;en begriff, ging mir auf, dass jene Bochumer Genossen aus demselben Holz gewachsen waren wie die Invasoren von Prag, die den Versuch, einen &bdquo;Sozialismus mit menschlichem Antlitz&ldquo; aufzubauen, mit ihren Panzern niedergewalzt hatten. Milan Kundera, der vor ihnen geflohen war, schrieb auf sie bezogen einen Satz, der sich tief in mir eingenistet hat: &bdquo;Gegen die d&uuml;ster dreinblickenden Priester, die sich im Marxismus eingeigelt haben wie in einer kalten Burg, berief ich mich darauf, dass nur jener Kommunist sein sollte, der die Menschen liebt.&ldquo;<\/p><p>Wir waren zwar durch die Sch&uuml;lerbewegung oberfl&auml;chlich politisiert, mussten aber unter dem jugoslawischen Schilfdach zu unserer Schande gestehen, Adorno nicht zu kennen und nichts von ihm gelesen zu haben. Schuldbewusst beschlossen wir, das nach unserer R&uuml;ckkehr zu &auml;ndern. Es gab, da unsere Eltern und viele Mitglieder der &auml;lteren Generation durch ihre Verstrickung in den Nationalsozialismus als Vorbilder ausfielen, in unserer Generation eine gro&szlig;e Sehnsucht nach nicht besch&auml;digten Autorit&auml;ten, und dazu geh&ouml;rten vor allem die aus der Emigration zur&uuml;ckgekehrten linken Intellektuellen, an denen wir uns orientierten und von denen wir viel gelernt haben. <\/p><p><strong>Lesewut und Erkenntnisgl&uuml;ck<\/strong><\/p><p>Im Wintersemester 1969\/70 begann ich in Gie&szlig;en mit dem Studium. &Auml;ltere Genossen, die ich fragte, mit welchem Buch von Adorno ich beginnen sollte, rieten mir, die &bdquo;Dialektik der Aufkl&auml;rung&ldquo; zu lesen. Von meinem kargen Monatswechsel erstand ich einen Raubdruck, der ein Reprint der 1947 im Amsterdamer Querido-Verlag erschienenen Ausgabe war. Wochenlang qu&auml;lte ich mich durch dieses Buch. Ich las bis sp&auml;t in die Nacht und bem&uuml;hte mich, etwas zu verstehen. Ich verstand aber so gut wie nichts. Faschismus  und Nachkriegszeit hatten aus der Sprache ein Instrument der Herrschaft und des Betrugs gemacht. Die Traditionen einer Sprache der Befreiung und Kritik waren versch&uuml;ttet und wir hatten uns diese erst m&uuml;hsam wieder anzueignen. Anfangs kam mir die Sprache der Kritischen Theorie vor wie eine intellektuelle Variante des Rotwelsch. Von meinem Unverst&auml;ndnis zeugen die Unterstreichungen, die im Grunde das ganze Buch durchziehen. Kaum eine Zeile, die nicht unterstrichen ist. Der Sinn der Unterstreichung, besonders wichtige Stellen hervorzuheben, wurde dadurch konterkariert. Um mit dem Buch arbeiten zu k&ouml;nnen, musste ich mir sp&auml;ter neue Ausgaben zulegen. Inzwischen habe ich die &bdquo;Dialektik der Aufkl&auml;rung&ldquo; sicher f&uuml;nf Mal gelesen, und noch immer w&auml;re es vermessen zu behaupten, ich h&auml;tte das Buch verstanden. Aber es wird von Mal zu Mal besser, und ich muss sagen: Die M&uuml;he hat sich gelohnt und lohnt sich jedes Mal aufs Neue. <\/p><p>Unser anf&auml;ngliches Nicht-Verstehen war kein Grund, die Flinte ins Korn zu werfen und die Autoren, an denen wir uns die Z&auml;hne ausbissen, zu verfluchen. Wir erblickten in unserem Nicht-Verstehen eine Aufforderung, uns auf den Hintern zu setzen und uns der Anstrengung zu unterziehen, unsere theoretischen Defizite zu beheben. Wir lasen ganze N&auml;chte hindurch und waren von einem unb&auml;ndigen Drang beseelt zu verstehen, wo unser Ort in der Geschichte war und was um uns herum geschah. Unsere damalige Lesewut kann man sich heute kaum noch vorstellen. Genauso wenig wie das Erkenntnisgl&uuml;ck, das sich einstellt, wenn einem ein Licht aufgeht und es gelingt, bisher unbekannte Zusammenh&auml;nge herzustellen. Die Lesewut ist die einzige Form von Wut, die inzwischen ausgestorben zu sein scheint. Theorie galt uns als eine Art rauchverzehrende Lampe, die den Nebel vertrieb, der &uuml;ber den Verh&auml;ltnissen lag und den Einblick in ihre Struktur verwehrte. Es konnte keine befreiende Praxis geben ohne eine Theorie der Befreiung, die ihr den Weg weist. Die zu erarbeiten, schien uns das Gebot der Stunde. F&uuml;r einige von uns wurde das zu einer Lebensaufgabe.<\/p><p><strong>Flaschenpost<\/strong><\/p><p>P&uuml;nktlich zum 50. Todestag Adornos ist in Berlin vom Suhrkamp-Verlag eine <em>Flaschenpost<\/em> entkorkt worden, die er 1967 in die Donau geworfen hatte. Damals hatte er auf Einladung des Verbands Sozialistischer Studenten &Ouml;sterreichs an der Wiener Universit&auml;t einen Vortrag &uuml;ber <em>Aspekte des neuen Rechtsradikalismus<\/em> gehalten. Der Begriff der Flaschenpost wurde im Institut f&uuml;r Sozialforschung gepr&auml;gt, um den Umstand zu bezeichnen, dass die revolution&auml;re Hoffnung ihre Verankerung in der Welt eingeb&uuml;&szlig;t hatte. Mit der Kapitulation der Arbeiterbewegung vor dem Nationalsozialismus und der sich nach dem Zweiten Weltkrieg fortsetzenden Integration der Arbeiterklasse in die b&uuml;rgerliche Gesellschaft war dem Marxismus der Praxispartner abhandengekommen. Revolution&auml;re Theorie hatte ihren Adressaten verloren und litt seither unter einer gewissen Ortlosigkeit. Was blieb, war, &bdquo;in der Flut der hereinbrechenden Barbarei Flaschenposten zu hinterlassen&ldquo;, schrieb Adorno in seinem Buch <em>Minima Moralia<\/em>. In besagter <em>Dialektik der Aufkl&auml;rung<\/em> hatten Horkheimer und Adorno formuliert: &bdquo;Wenn die Rede heute an einen sich wenden kann, so sind es weder die sogenannten Massen, noch der Einzelne, der ohnm&auml;chtig ist, sondern eher ein eingebildeter Zeuge, dem wir es hinterlassen, damit es doch nicht ganz mit uns untergeht.&ldquo; <\/p><p>Als im Zuge der Studentenrebellion die Kritische Theorie pl&ouml;tzlich massenhaft rezipiert wurde und wieder einen Adressaten zu haben schien, gingen Horkheimer und Adorno auf Distanz und konnten oder wollten sich in den jungen Leuten, die sich auf sie beriefen, nicht erkennen. Herbert Marcuse bildete eine Ausnahme. Er lie&szlig; sich auf die Bewegung weitgehend ein und wurde einer ihrer wichtigsten theoretischen K&ouml;pfe. Dar&uuml;ber kam es zwischen ihm und Adorno verschiedentlich zu Konflikten. Dieser hatte sich im Kampf gegen die Notstandsgesetze und f&uuml;r eine Reform des Strafrechts engagiert, sich den weitergehenden Loyalit&auml;tsaufforderungen aber verweigert. Die rebellierenden Studierenden h&auml;tten es gern gesehen, wenn Adorno sich an ihren Aktionen beteiligt und &bdquo;mitgemacht&ldquo; h&auml;tte. &bdquo;Mitmachen&ldquo; und &bdquo;Gefolgschaft leisten&ldquo; aber konnte und wollte Adorno nach seinen lebensgeschichtlichen Erfahrungen mit Faschismus und Exil nicht. &bdquo;Mitmachen wollte ich nie&ldquo;, ist ein Buch seines Freundes Leo L&ouml;wenthal betitelt, in dem dieser im Gespr&auml;ch mit Helmut Dubiel seine Gr&uuml;nde f&uuml;r diese Weigerung auseinandersetzt und jene beinahe idiosynkratrische Haltung gegen&uuml;ber dem praktischen Mitmachen erkl&auml;rt. Bewegungen tun sich schwer damit zu akzeptieren, dass Menschen in einer sympathisierenden Distanz verharren und sich den Mitmach-und Solidarisierungs-Appellen verweigern. M&ouml;glicherweise haben wir es hier mit einem Beispiel f&uuml;r einen Mechanismus zu tun, den Sigmund Freud &bdquo;Narzissmus der kleinsten Differenz&ldquo; genannt hat. Gemeinschaften sichern ihren Zusammenhalt, indem sie ihre Aggressionen gegen den richten, der ihnen eigentlich sehr nah ist und sich nur durch winzige Nuancen unterscheidet. Er dient h&auml;ufig dazu, Zentrifugalkr&auml;fte zu bannen, die die Gemeinschaft zu zerrei&szlig;en drohen &ndash; in unserem Fall die an ihre Grenzen gelangte antiautorit&auml;re Bewegung.<\/p><p>Oskar Negt hat im zweiten Band seiner Autobiographie &bdquo;Erfahrungsspuren&ldquo; darauf hingewiesen, dass Adorno bis zu seinem Lebensende an Grundannahmen der Marxschen Theorie festgehalten hat. Und in der Einsch&auml;tzung der studentischen Protestbewegung und seiner Kritik an ihrem Voluntarismus war Adorno ganz orthodoxer Marxist. Ohne eine Massenbasis in den ausgebeuteten Klassen war eine Revolution unvorstellbar. Auf sich gestellt und isoliert von der gro&szlig;en Masse der Bev&ouml;lkerung konnte diese Bewegung das Ganze der Gesellschaft nicht treffen. Der mitunter wilde Aktionismus der Studenten zeugte in seinen Augen von Isolation und Verzweiflung und spielte letztlich dem Feind in die H&auml;nde.<\/p><p><strong>Der &bdquo;Zeitkern&ldquo; des Todes<\/strong><\/p><p>In den Monaten vor seinem Tod spitzten sich die Konflikte zu. In dem Ma&szlig;e, wie die antiautorit&auml;re Revolte an ihre Grenzen stie&szlig; und von Aufl&ouml;sung bedroht war, versch&auml;rfte sie die Kritik am Abstentionismus Adornos. In seinen Seminaren ging es hoch her, Zwischenrufe st&ouml;rten seinen Vortrag, man br&uuml;llte ihn nieder und verh&ouml;hnte ihn. Im April 1969 tanzten barbusige Studentinnen um sein Katheder herum und gaben ihn, der sichtlich verst&ouml;rt reagierte, dem Gesp&ouml;tt preis. Entnervt brach er seine Vorlesungen ab. Im Januar hatten linke Studenten das <em>Institut f&uuml;r Sozialforschung<\/em> besetzt, und Adorno hatte sich nicht anders zu helfen gewusst, als die Polizei zu rufen und das Institut r&auml;umen zu lassen. Diese Institutsbesetzung hatte ein gerichtliches Nachspiel. Adorno als Hausherr wurde als Zeuge geladen und musste kurz vor den Sommerferien gegen seinen Sch&uuml;ler Hans-J&uuml;rgen Krahl aussagen, der die Besetzung organisiert und sich zu einem seiner sch&auml;rfsten Kritiker entwickelt hatte. Adorno trauere um den Tod des b&uuml;rgerlichen Individuums, sei aber &bdquo;unwiderstehlich in dessen Ruine gebannt&ldquo;, spottete er &uuml;ber seinen theoretischen Ziehvater. Der Angeklagte Krahl nahm den Zeugen Adorno ins Kreuzverh&ouml;r und wollte wissen, ob er sich wirklich bedroht gef&uuml;hlt habe und wenn ja, wodurch und durch wen. In dem von Hermann Schweppenh&auml;user herausgegebenen Band &bdquo;Theodor W. Adorno zum Ged&auml;chtnis&ldquo; erinnert sich der Arzt Paul L&uuml;th: &bdquo;Adorno, zerrieben, &uuml;berarbeitet, trat anschlie&szlig;end den geplanten Urlaub an: etwas, was ihm noch im Gerichtssaal, als er darauf hinwies und bat, seine Vernehmung am gleichen Tag zu beenden, ver&uuml;belt wurde, mit Rufen wie: Krahl geht ins Gef&auml;ngnis, und Adorno denkt an Urlaub. In diesem Urlaub ereilte ihn der Herzinfarkt, dem er nach wenigen Stunden erlag. Der Herzinfarkt ist, wie wir als &Auml;rzte wissen, kein Ereignis ex vacuo. Er bereitet sich sehr sorgsam vor, sammelt Frustrationen und Ersch&ouml;pfungen, um dann zuzuschlagen.&ldquo; <\/p><p>Der vorzeitige Tod Adornos kann sicher nicht allein den gegen ihn rebellierenden Studenten und dem sogenannten Busenattentat angelastet werden. Ich denke, es w&auml;re in seinem Sinn, diese Interpretation als zu kurz greifend und interessengeleitet zur&uuml;ckzuweisen. Es k&ouml;nnte gewissen Leuten so passen, wenn die Studentenbewegung f&uuml;r seinen Tod verantwortlich w&auml;re. In einem wenige Tage nach dem &bdquo;Busenattentat&ldquo; gef&uuml;hrten Interview mit dem SPIEGEL hat Adorno selbst bereits mit den ersten Worten die Bedeutung des Zwischenfalls relativiert. Als der SPIEGEL das Gespr&auml;ch mit den Worten begann: &bdquo;Herr Professor, vor zwei Wochen schien die Welt noch in Ordnung&hellip;&ldquo;, konterte Adorno lakonisch: &bdquo;Mir nicht.&ldquo; <\/p><p>Zu den &bdquo;Frustrationen und Ersch&ouml;pfungen&ldquo;, von denen der Arzt L&uuml;th spricht, geh&ouml;ren andere, die weit zur&uuml;ckreichen und den gesellschaftlichen Verh&auml;ltnissen geschuldet sind, unter denen Adorno litt. Lebensgeschichtlich akkumulierte Entt&auml;uschungen und das Leiden eines linken, j&uuml;dischen Intellektuellen an Deutschland und den unterm Nationalsozialismus von Deutschen begangenen Verbrechen verbanden sich mit den aktuellen Verletzungen zu einem Amalgam, das offenbar t&ouml;dliche Gifte freisetzte. Es stellt eine Grundannahme der Kritischen Theorie dar, dass Wahrheit einen geschichtlich-gesellschaftlichen Index aufweist und sich durch Geschichte allererst konstituiert. Aber nicht nur Wahrheit hat diesen &bdquo;Zeitkern&ldquo;, sondern auch Krankheit und Tod. Diese sind nicht nur biologisch-medizinische Vorg&auml;nge, sondern immer eingebunden in soziale Prozesse. Lebensgeschichte ist in Geschichte verflochten, kann von dieser gest&uuml;tzt oder ungl&uuml;cklich geschnitten werden. Krankheit und Tod erhalten eine Chance, wenn das Leben nichts mehr hat, das es zu verteidigen gilt und worauf es zu hoffen gibt. Gl&uuml;ck ist, darauf hat Adorno hingewiesen, keine blo&szlig; subjektive Kategorie, sondern hat stets eine gesellschaftlich-allgemeine Dimension: Entweder es ist f&uuml;r (fast) alle m&ouml;glich, oder f&uuml;r (fast) keinen. &bdquo;Keine Emanzipation ohne die der Gesellschaft&ldquo;, hei&szlig;t es in der <em>Minima Moralia<\/em>, und Emanzipation ist nur ein anderer Name f&uuml;r Gl&uuml;ck.<\/p><p>Ein Jahr zuvor hatte sich Adorno zum Tod seines Freundes Fritz Bauer ge&auml;u&szlig;ert, der am 30. Juni 1968 tot in seiner Badewanne aufgefunden worden war. Am 2. Juli begann er seine Vorlesung zur &bdquo;Einleitung in die Soziologie&ldquo; mit den Worten: &bdquo;Sie werden in der Zeitung gelesen haben, dass der Generalstaatsanwalt des Landes Hessen Fritz Bauer an einem Herzschlag gestorben ist. &hellip; Ich glaube aus einer sehr genauen Kenntnis der Person, mich keiner &Uuml;bertreibung und keiner Sentimentalit&auml;t schuldig zu machen, wenn ich Ihnen sage, dass zu dem vorzeitigen Tod von Fritz Bauer die Verzweiflung dar&uuml;ber beigetragen hat, dass all das, worauf er gehofft hat, all das, was er in Deutschland anders und besser hat machen wollen, ihm gef&auml;hrdet erschien, und dass er unabl&auml;ssig von dem Zweifel geplagt worden ist, ob es denn richtig gewesen sei, aus der Emigration zur&uuml;ckzukehren. Ich selbst habe diesen Zweifel lange von mir gewiesen. Ich muss sagen, dass es Entwicklungen in Deutschland gibt, wie etwa die Annahme der Notstandsgesetze, aber auch eine Reihe anderer Dinge, die mir sehr begreiflich erscheinen lassen, dass Bauer &hellip; unter diesen Dingen so gelitten hat, dass sie ihm schlie&szlig;lich den Lebensfaden abgeschnitten haben.&ldquo;<\/p><p>Das gilt mutatis mutandis auch f&uuml;r Adorno selbst. Verzweifelt war er vor allem dar&uuml;ber, wie weit die Bundesrepublik und ihre Bewohner von der Befolgung jenes kategorischen Imperativs entfernt waren, den Hitler ihnen aufgezwungen hatte: &bdquo;Denken und Handeln so einzurichten, dass Auschwitz sich nicht wiederhole, nichts &Auml;hnliches geschehe&ldquo;. Adorno starb am 6. August 1969 in seinem Schweizer Urlaubsort. Gleich am ersten Ferientag war er mit der Seilbahn auf einen Dreitausender gefahren. Ich k&ouml;nnte mir vorstellen, dass er vom Wunsch beseelt war, dem ganzen Schlamassel der letzten Wochen in die H&ouml;he und Stille der Schweizer Alpen zu entfliehen und die unangenehmen Frankfurter Szenen zu vergessen. Das war offenbar zu viel f&uuml;r sein angegriffenes Herz. Am 13. August wurde er auf dem Frankfurter Hauptfriedhof beigesetzt. Eine traurige Ironie des Schicksals sorgte daf&uuml;r, dass sein Sch&uuml;ler und Kontrahent Krahl ihn nur um ein halbes Jahr &uuml;berlebte. Er kam im Februar 1970 bei einem Verkehrsunfall ums Leben.  <\/p><p><strong>Faschismus und Kapitalismus <\/strong><\/p><p>Zu den Leidenserfahrungen Adornos geh&ouml;rt das, wovon in jenem nun erschienenen B&auml;ndchen &bdquo;Aspekte des neuen Rechtsradikalismus&ldquo; die Rede ist. Die hier verschriftlichte Rede aus dem Jahr 1967 kreist um die Erkenntnis, dass der damals aktuelle Rechtsradikalismus nicht so sehr das Produkt von fortexistierenden alten faschistischen Kadern war, sondern sich in erster Linie dem Umstand verdankte, dass die gesellschaftlichen Voraussetzungen des Faschismus fortbestanden. Er greift eine These aus einem anderen Vortrag auf, den er unter dem Titel <em>Was bedeutet: Aufarbeitung der Vergangenheit<\/em> 1959 gehalten hatte. Dort sagte er: &bdquo;Ich betrachte das Nachleben des Nationalsozialismus <em>in<\/em> der Demokratie als potentiell bedrohlicher denn das Nachleben faschistischer Tendenzen <em>gegen<\/em> die Demokratie.&ldquo; In Wien pr&auml;zisierte er, was er damit meinte. Er dachte an die nach wie vor herrschende Konzentrationstendenz des Kapitals. Diese bedeute die M&ouml;glichkeit der permanenten Deklassierung von Schichten, die ihrem subjektiven Klassenbewusstsein nach durchaus b&uuml;rgerlich waren, die ihre Privilegien, ihren sozialen Status festhalten m&ouml;chten. Diese verschieben die Schuld an ihrer potentiellen Deklassierung nicht etwa auf die gesellschaftlich-&ouml;konomische Apparatur, die das bewirkt, sondern auf Ersatzobjekte, die man ihnen zurechtr&uuml;ckt. Damals wie heute lautet der Kurzschluss: &bdquo;Die Fremden nehmen uns Deutschen die Arbeitspl&auml;tze fort.&rdquo; Eindringlich beschw&ouml;rt Adorno das mit der Konzentrationstendenz verbundene &bdquo;Gespenst der technologischen Arbeitslosigkeit&ldquo;. Das, was man Digitalisierung nennt, wird mit einem gigantischen &bdquo;Arbeiterlegen&ldquo; (Helmut Reinicke) einhergehen. Roboter und Algorithmen werden Millionen von Menschen die Arbeit rauben und sie anf&auml;llig machen f&uuml;r rechtsradikale Propaganda und Pseudoerkl&auml;rungen. Die Angst, aus der Welt herauszufallen, bef&auml;llt laut Adorno auch jene, die noch Arbeit haben. Auch diejenigen, die noch im Produktionsprozess drinstehen, f&uuml;hlen sich bereits potentiell &uuml;berfl&uuml;ssig, empfinden sich als zuk&uuml;nftige Arbeitslose. Wie sollen Menschen ihr Selbstwertgef&uuml;hl aufrechterhalten, wenn sie ihre Arbeit eingeb&uuml;&szlig;t haben, aus der sie es bisher bezogen?<\/p><p>Adorno lieferte noch ein weiteres Argument: Das Erstarken des Rechtsradikalismus sei auch Ausdruck dessen, dass sich die Demokratie dem gesellschaftlich-&ouml;konomischen Inhalt nach bis heute nirgends wirklich und ganz konkretisiert hat, sondern formal geblieben ist. &bdquo;Und die faschistischen Bewegungen k&ouml;nnte man in diesem Sinn als die Wundmale, als die Narben einer Demokratie bezeichnen, die ihrem eigenen Begriff eben doch bis heute noch nicht voll gerecht wird.&ldquo; Daran hat sich bis heute nichts ge&auml;ndert. Letztlich geht es um das spannungsvolle und widerspr&uuml;chliche Verh&auml;ltnis von Kapitalismus und Demokratie. Dieser droht jene aufzuzehren und bei Bedarf im Namen des Profits zu opfern. Vollendete und gelebte Demokratie w&uuml;rde eine &Uuml;berwindung des Kapitalismus voraussetzen.<\/p><p>Hatte Max Horkheimer am Vorabend des Zweiten Weltkrieges den Zusammenhang von Kapitalismus und Faschismus auf die drastische und einpr&auml;gsame Formulierung gebracht: &bdquo;Wer aber vom Kapitalismus nicht reden will, sollte auch vom Faschismus schweigen&ldquo;, dr&uuml;ckte sich Adorno nun sehr viel vorsichtiger aus. Um diese Zur&uuml;ckhaltung verstehen zu k&ouml;nnen, muss man sich zum einen die Situation im amerikanischen Exil vor Augen halten, wo der Horkheimer-Kreis st&auml;ndig unter argw&ouml;hnischer Beobachtung der Beh&ouml;rden stand, und zum anderen das geistige Klima vergegenw&auml;rtigen, in dem die nach Deutschland zur&uuml;ckgekehrte <em>Kritische Theorie<\/em> existieren musste. Beides lehrte Adorno die &Uuml;berlebenstechnik der sprachlichen Camouflage. Der Adorno-Sch&uuml;ler Alfred Schmidt charakterisiert die Atmosph&auml;re wie folgt: Marx war in Westdeutschland weitgehend tabuisiert und durfte nur hinter vorgehaltener Hand genannt werden. &bdquo;Das war ein merkw&uuml;rdiges Klima, das f&uuml;hrte so weit, dass Plessner an Adorno eine witzige Karte aus Trier schickte: &sbquo;Beste Gr&uuml;&szlig;e aus der Geburtsstadt Hegels.&lsquo; Das hei&szlig;t, man hat sich hinter einem gewissen Hegelianismus verschanzt, meinte aber in Wahrheit etwas anderes; die Zeitl&auml;ufte waren dem aber derart ung&uuml;nstig, dass sich diese &auml;sopische Sprache eben empfahl. Das geistige Klima jener Zeit war angesichts des massiven Drucks  von au&szlig;en derart vergiftet, dass jeder, der Marx auch nur positiv erw&auml;hnte, riskieren musste, als Stalinist abgetan zu werden. Daher wohl die &auml;u&szlig;erste Zur&uuml;ckhaltung, die sich die Vertreter der Kritischen Theorie in dieser Frage auferlegten.&ldquo;<\/p><p>Ich werde hier nicht den Inhalt des B&auml;ndchens <em>Aspekte des neuen Rechtsradikalismus<\/em> referieren, sondern nur ein paar Stichworte nennen. Die Lekt&uuml;re wird jenen, die mit dem Werk Adornos vertraut sind, nicht viel Neues bringen. Ihnen bietet sich noch einmal die Gelegenheit, der &bdquo;allm&auml;hlichen Verfertigung seiner Gedanken beim Reden&ldquo; beizuwohnen, wie Kleist es so wunderbar ausgedr&uuml;ckt hat, und mitzuerleben, was Dialektik hei&szlig;t, die kein &bdquo;klapperndes Ger&uuml;st&ldquo; (Hegel) ist, sondern die Reflexionsform widerspr&uuml;chlicher Prozesse, eine Methode, Dinge und Verh&auml;ltnisse aus ihren verdinglichten, versteinerten Formen zu l&ouml;sen und damit ihre besseren M&ouml;glichkeiten sichtbar werden zu lassen. Empfehlen w&uuml;rde ich den Vortrag vor allem jungen Leuten, die einen Zugang zur Kritischen Theorie suchen. Dieser Vortrag bietet sich vor allem deswegen an, weil seine Thematik von einer erschreckenden Aktualit&auml;t ist. Den Hintergrund bildete damals der Aufstieg der 1964 gegr&uuml;ndeten NPD, der in der Folgezeit der Einzug in zahlreiche Landesparlamente gelang. Am Einzug in den Bundestag scheiterte die NPD 1969 knapp, anders als die AfD, die heute nicht nur in allen Landesparlamenten sitzt, sondern auch mit einer starken Fraktion im Bundestag vertreten ist. <\/p><p>Angesichts des Versagens der weniger radikalen Kr&auml;fte in der NPD in den 1960er Jahren erinnert Adorno an die Rolle der Deutschnationalen beim Aufstieg der NSDAP. Die Hugenbergschen Deutschnationalen erhielten keine Massenbasis, diese gewannen jene, deren Politik etwas Wahnhaft-Irrationales aufwies. Wenn die historische Analogie tr&auml;gt, steht zu erwarten, dass Bj&ouml;rn H&ouml;cke den Richtungsstreit innerhalb der AfD f&uuml;r sich entscheiden und die Partei noch weiter nach rechts driften wird. <\/p><p><strong>Strukturen rechtsradikaler Propaganda<\/strong><\/p><p>Zum Schluss seines Vortrags wendet sich Adorno dem zu, was er zu Recht <em>Propaganda<\/em> nennt. Diese h&auml;lt er f&uuml;r das Zentrum des Rechtsradikalismus, beinahe f&uuml;r die Sache selbst. Diese massenpsychologische Technik h&auml;tten wir genauestens zu studieren, um ihr auf die Schliche zu kommen und ihr begegnen zu k&ouml;nnen. Wir sollten und k&ouml;nnten dabei auf die Arbeiten des Instituts f&uuml;r Sozialforschung zum &bdquo;autorit&auml;ren Charakter&ldquo;, besonders auf die Studie &uuml;ber &bdquo;L&uuml;genpropheten&ldquo; zur&uuml;ckgreifen. Leo L&ouml;wenthal pr&auml;gte in diesem Kontext den Begriff  der &bdquo;umgekehrten Psychoanalyse&ldquo;. Der faschistische Agitator und die politische Rechte betreiben &bdquo;umgekehrte Psychoanalyse&ldquo;. Statt die dumpf im psychischen Untergrund schwelenden Ressentiments und die frei flottierenden &Auml;ngste &uuml;ber sich selbst aufzukl&auml;ren und ins Bewusstsein zu heben, wie es psychoanalytische und aufkl&auml;rerisch-demokratische Praxis w&auml;re, eignen sie sich diesen Rohstoff so an, wie er bereit liegt, und setzen ihn f&uuml;r ihre Zwecke in Gang. Sie bedienen wiederentflammte Spaltungsneigungen in &bdquo;nur gut&ldquo; und &bdquo;nur b&ouml;se&ldquo; und r&uuml;cken den verunsicherten Menschen einen Feind zurecht, den sie f&uuml;r ihr Ungl&uuml;ck verantwortlich machen k&ouml;nnen.  Auf diesen wird projiziert, was immer die verunsicherten Massen &auml;ngstigt. Das eigentliche Objekt der Studie w&auml;ren also nicht die zu S&uuml;ndenb&ouml;cken gemachten Minderheiten, sondern die Rechtsradikalen selbst. Der Rechtsradikale ist einer, der Angst hat. Nicht vor den Juden und den Fremden, sondern vor sich selbst, seiner Freiheit, seinen Trieben, vor der Ver&auml;nderung der Gesellschaft. Dann erfindet er &bdquo;den Juden&ldquo; und den &bdquo;kriminellen Ausl&auml;nder&ldquo;, auf den er all das verschiebt. <\/p><p>In Zeiten verbreiteter Verunsicherung und Desorientierung steigt das Bed&uuml;rfnis nach entlastenden Vereinfachungen, und wer die simpelsten Polarisierungen liefert, hat die besten Aussichten, Geh&ouml;r und Gefolgschaft zu finden. Es wird gelogen, dass sich die Balken biegen, es werden Zahlen frei erfunden und Statistiken gef&auml;lscht. Donald Trump und sein Klon Boris Johnson haben es hier in der Gegenwart zu einer gewissen Meisterschaft gebracht. Wirkliche Aufkl&auml;rung &ndash; unter striktem Verzicht auf alles Populistisch-Reklame&auml;hnliche &ndash; ist dagegen m&uuml;hsam und schmerzhaft. Sie muss den steinigen Acker der Vorurteile bestellen, den herumliegenden Rohstoff an allt&auml;glichen Meinungen komplizierten Bearbeitungsprozessen unterziehen, muss lange Wege und Umwege gehen, um von der Ebene der erscheinenden Wirklichkeit zum Wesen der Dinge vorzudringen, und steht deswegen oft auf verlorenem Posten. <\/p><p>Wir Linken haben also immer den weiteren Weg. Aber was soll&rsquo;s, wir m&uuml;ssen ihn gehen und d&uuml;rfen dabei die im &bdquo;Volk&ldquo; umgehenden Vorurteile nicht einfach im Sinne eines linken Populismus anders codieren. Vorurteile, hat Max Horkheimer einmal gesagt, fungieren als &bdquo;Schl&uuml;ssel, eingepresste Bosheit loszulassen&ldquo;. Wenn wir Vorurteile wirksam bek&auml;mpfen wollen, m&uuml;ssen wir die in vielen Menschen lauernde Bosheit aufl&ouml;sen, die ihnen von den Verh&auml;ltnissen und durch das, was man Erziehung nennt, eingepresst und zugef&uuml;gt wurde. Das kann nicht ohne schmerzhafte Selbsterkenntnis vonstattengehen. <\/p><p>Adorno schlie&szlig;t mit dem Appell, auf die Kraft der Vernunft zu setzen und den Versuch zu unternehmen, die Massen gegen die Tricks der rechten Propaganda zu impfen. Dabei d&uuml;rfe man keinesfalls L&uuml;ge gegen L&uuml;ge setzen. Man m&uuml;sse mit der &bdquo;durchschlagenden Kraft der Vernunft, mit der wirklich unideologischen Wahrheit dem entgegenarbeiten&ldquo;. <\/p><p>Titelbild: Sergio Delle Vedove\/shutterstock.com<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 6. August 1969 starb Theodor W. Adorno im Alter von 65 Jahren in seinem Urlaubsort in der Schweiz. Vorausgegangen waren heftige Konflikte mit linken Studierenden an der Frankfurter Universit&auml;t, die forderten, die von Adorno mit entwickelte <em>Kritische Theorie<\/em> m&uuml;sse praktisch werden. Solchen Appellen zum Mitmachen hatte Adorno sich stets verweigert. Rechtzeitig zum 50. Todestag<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=53939\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":53940,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[198,212,125],"tags":[352,2693,2086,1945,249,909,2252,1972,1352],"class_list":["post-53939","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-einzelne-politiker-personen-der-zeitgeschichte","category-gedenktagejahrestage","category-rechte-gefahr","tag-68er","tag-adorno-theodor","tag-bauer-fritz","tag-faschismus","tag-frankfurter-schule","tag-kapitalismus","tag-klassenkampf","tag-marx-karl","tag-rechtsruck"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/shutterstock_1454167502.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/53939","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=53939"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/53939\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":53961,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/53939\/revisions\/53961"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/53940"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=53939"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=53939"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=53939"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}