{"id":53977,"date":"2019-08-06T08:10:19","date_gmt":"2019-08-06T06:10:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=53977"},"modified":"2019-08-06T07:49:21","modified_gmt":"2019-08-06T05:49:21","slug":"hinweise-des-tages-3422","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=53977","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (JK\/JB)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=53977#h01\">Gr&uuml;nenabgeordnete Andreae soll Energielobbyistin werden<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=53977#h02\">Frankreich: Brutale Polizeigewalt bringt Regierung in Bedr&auml;ngnis<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=53977#h03\">Bundesregierung tarnt und t&auml;uscht weiter<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=53977#h04\">Deutschland ist schuld am Minuszins<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=53977#h05\">Weniger Demokratie wagen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=53977#h06\">Schattenbanken wachsen den Aufsichtsbeh&ouml;rden &uuml;ber den Kopf<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=53977#h07\">Deutschlands erster Clan<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=53977#h08\">&Auml;rzte am Ende ihrer Kr&auml;fte<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=53977#h09\">Arbeit in Deutschland Das Fachkr&auml;fteeinwanderungsgesetz laugt den Balkan aus<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=53977#h10\">Betriebsrat soll raus<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=53977#h11\">Muss man sich leisten k&ouml;nnen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=53977#h12\">&bdquo;Freie Fahrt nur f&uuml;r Reiche&ldquo; &ndash; Autoverbots-Idee der Gr&uuml;nen sorgt f&uuml;r Riesen-Zoff<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=53977#h13\">Brasiliens Pr&auml;sident feuert den W&auml;chter des Regenwaldes<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=53977#h14\">Leckt uns doch!<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=53977#h15\">Sahra Wagenknecht &ndash; Demokratie statt Lobbykratie!<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=53977#h16\">F&uuml;r wen Landwirtschaftsministerin Julia Kl&ouml;ckner besonders oft Zeit hat<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=53977#h17\">Rex Hohlbein &ndash; Der Architekt der Obdachlosen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=53977#h18\">Der Kosovokrieg 1999<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten,  dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Gr&uuml;nenabgeordnete Andreae soll Energielobbyistin werden<\/strong><br>\nNiedersachsens Umweltminister Lies sagte im letzten Augenblick ab. Statt des SPD-Politikers soll nun eine Gr&uuml;nenabgeordnete den Energieverband BDEW f&uuml;hren.<br>\nDer BDEW vertritt 1900 Unternehmen der deutschen Strom-, Gas- und Wasserwirtschaft, darunter auch m&auml;chtige Konzerne wie RWE und E.on &ndash; und sucht einen neuen Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer. Nachdem der nieders&auml;chsische Umweltminister Olaf Lies ein entsprechendes Angebot des Energieverbands ausschlug, soll statt des SPD-Politikers nun die Gr&uuml;nen-Wirtschaftsexpertin Kerstin Andreae die Organisation leiten.<br>\nDas BDEW-Pr&auml;sidium beschloss einstimmig, dem Vorstand Andreae als neue Vorsitzende der Hauptgesch&auml;ftsf&uuml;hrung vorzuschlagen. Das teilte der Verband mit. Formell muss Andreae noch vom Vorstand bestellt werden, das aber gilt als sicher. Die Sitzung ist f&uuml;r den 13. August geplant.<br>\nDie baden-w&uuml;rttembergische Abgeordnete Andreae soll damit Nachfolgerin von Stefan Kapferer werden, der bisher Vorsitzender der Hauptgesch&auml;ftsf&uuml;hrung des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) ist. Kapferer wird neuer Chef des &Uuml;bertragungsnetzbetreibers 50Hertz.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/unternehmen\/neue-bdew-chefin-gruene-kerstin-andreae-soll-energielobbyistin-werden-a-1280522.html\">SPIEGEL Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Jens Berger:<\/strong> Erstaunlich, wie leise diese Personalie von den Medien kommentiert wird. Entweder man will den Gr&uuml;nen keinen gro&szlig;en Schaden zuf&uuml;gen oder man erachtet es schon als selbstverst&auml;ndlich, dass Gr&uuml;nen-Politiker die Seiten wechseln und als Lobbyisten in einen Verband gehen, der auch die Interessen der Braunkohleverstromer aktiv vertritt.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Frankreich: Brutale Polizeigewalt bringt Regierung in Bedr&auml;ngnis<\/strong><br>\nProteste zum Tod von Steve Maia Cani&ccedil;o, seltsame Auszeichnungen f&uuml;r Polizisten, manipulierte Beweisf&uuml;hrungen und Unwahrheiten &ndash; der &ouml;ffentliche Druck w&auml;chst<br>\nM&ouml;glicherweise ist sie nicht vorbei, die Protestbewegung der &ldquo;Gelbwesten&rdquo;, die Frankreich seit Herbst 2018 in Atem hielt. Es ist eine Protestbewegung politisch und sozial heterogenen Charakters, die sich im Laufe der Monate wandelte &ndash; und von ihren anf&auml;nglich stark rechts besetzten Ausgangsmilieus abl&ouml;ste, auch Gewerkschaften gesellten sich ab Anfang Dezember 2018 hinzu &ndash; und ziemlich unterschiedliche Bewertungen erfuhr.<br>\nDarum, eine irgendwie abschlie&szlig;ende Bewertung zu treffen, kann und soll es an dieser Stelle nicht gehen. Zumal Staatspr&auml;sident Emmanuel Macron selbst laut &ouml;ffentlichen Bekundungen davon ausgeht, dass die Sache nicht abgeschlossen, also f&uuml;r seine Regierung nicht ausgestanden sei.<br>\nEbenso wenig ausgestanden ist unterdessen ein Thema, das im Zusammenhang mit den &ldquo;Gelbwesten&rdquo;-Protesten ebenfalls viele Debatten und Polemiken ausl&ouml;ste und auch aus anderen Gr&uuml;nden ins aktuelle Geschehen dr&auml;ngt: die von der franz&ouml;sischen Polizei ausge&uuml;bte Gewalt.<br>\nIm Zusammenhang mit der Protestbewegung der &ldquo;Gelbwesten&rdquo; ermittelt die Dienstinspektion IGPN &ndash; die im Folgenden noch n&auml;her vorgestellt werden wird &ndash; derzeit in 288 F&auml;llen wegen mutma&szlig;licher, nicht vom Gesetz gedeckter Gewaltanwendung durch die Polizei, wie just an diesem Montag bekannt wurde.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Frankreich-Brutale-Polizeigewalt-bringt-Regierung-in-Bedraengnis-4488530.html\">Telepolis<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Wo war hier die Emp&ouml;rung der deutschen &bdquo;Qualit&auml;tsmedien&ldquo; im Gegensatz zu den Verhaftungen in Moskau anl&auml;sslich der Demonstrationen sogenannter &bdquo;Kremlkritiker&ldquo;? Nun, die Gelbwesten haben sich klar das falsche Thema ausgesucht: Gegen die Durchsetzung der neoliberalen Agenda.<\/em><\/p>\n<p><strong>Dazu: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=53778\">Moskau: Die Proteste, die Medien und das Gewaltmonopol<\/a><\/strong><br>\nUnd: Wie die deutsche und die US-Regierung die Proteste in Moskau eskalieren<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.anti-spiegel.ru\/2019\/spontane-proteste-wie-die-deutsche-und-die-us-regierung-die-proteste-in-moskau-eskalieren\/amp\/\">anti-spiegel<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Bundesregierung tarnt und t&auml;uscht weiter<\/strong><br>\nDie offiziellen Zahlen zum BIP im vierten Quartal des vergangenen Jahres geben weiter R&auml;tsel auf. Die Bundesregierung verwickelt sich in neue Widerspr&uuml;che und best&auml;tigt indirekt unsere Kritik.<br>\nFriederike Spiecker und ich hatten im Februar dieses Jahres die offiziellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes zur Berechnung des BIP im vierten Quartal 2018 in Frage gestellt. Das hatte die Fraktion von Die Linke im Bundestag aufgegriffen und in einer kleinen parlamentarischen Anfrage die Bundesregierung gefragt, was nach ihrer Ansicht die &ndash; gemessen an den schwachen Bereichen Industrie und Bau &ndash; relativ gute wirtschaftliche Entwicklung im vierten Quartal 2018 erkl&auml;rt.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/makroskop.eu\/2019\/08\/nachgefragt-bundesregierung-tarnt-und-taeuscht-weiter\/\">Makroskop<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Deutschland ist schuld am Minuszins<\/strong><br>\nMit ihrer verhassten Niedrigzinspolitik l&ouml;ffelt die Europ&auml;ische Zentralbank nur die ihr vor allem von Deutschland eingebrockte Austerit&auml;tssuppe aus. Urs&auml;chlich sowohl f&uuml;r die lahme Wirtschaftsentwicklung in Europa als auch daf&uuml;r, dass es auf dem Sparbuch keine Zinsen mehr gibt, ist in erster Linie die dogmatische Sparpolitik des deutschen Finanzministers Olaf Scholz und seines Vorg&auml;ngers Wolfgang Sch&auml;uble.<br>\nDurch mangelnde Investitionen im eigenen Land wurde das Wirtschaftswachstum langfristig geschw&auml;cht. Das fiel ein paar Jahre lang nicht so auf, da der Export vor allem nach &Uuml;bersee boomte. Doch nun bricht in China das Wachstum ein und auch die USA schw&auml;cheln. Aus den anderen L&auml;ndern der Eurozone sind ebenfalls keine Impulse zu erwarten, so lange Deutschland seine Spardoktrin auch dort durchsetzt. Das tr&auml;gt dazu bei, dass die Konjunktur im Euroraum einbricht und der EZB k&ouml;nnte nichts anderes &uuml;brigbleiben, als die teilweise bereits negativen Leitzinsen weiter zu senken.<br>\nKeine Zinsen ohne Gl&auml;ubiger<br>\nZugleich baut die Bundesregierung seit Jahren ihre Schulden ab und damit den Bestand an Bundesanleihen, einer der wichtigsten Anlagem&ouml;glichkeiten f&uuml;r Deutschlands sicherheitsbedachte Sparer. Auch die deutschen Unternehmen und Haushalte sparen mehr, als sie investieren. Immer mehr Ersparnis stehen in Deutschland immer weniger Schulden gegen&uuml;ber. Das f&uuml;hrt gem&auml;&szlig; den Regeln von Angebot und Nachfrage zu sinkenden Zinsen. Wir Deutschen sollten fast froh sein, wenn sich wenigstens im Ausland noch jemand unser Geld leihen will und uns ein bisschen Zinsen daf&uuml;r bietet. Doch stattdessen wird jede Regierung, die bereit ist, mit Schulden das Wachstum in ihrem Land anzukurbeln, von vielen deutschen Politikern und Medien als unverantwortlich beschimpft und daf&uuml;r ger&uuml;gt, dass sie &ldquo;&uuml;ber ihre Verh&auml;ltnisse lebt&rdquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/wirtschaft\/kommentare\/Deutschland-ist-schuld-am-Minuszins-article21179701.html\">n-tv<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Weniger Demokratie wagen<\/strong><br>\nSie meinen, &uuml;ber CETA &amp; Co. schon alles zu wissen, und die Sache sei doch sowieso schon gegessen? Beides k&ouml;nnte ein gro&szlig;er Irrtum sein.<br>\nZur Erinnerung: Ab 2013\/2014 tobte bis Ende 2016 in ganz Europa eine harte Auseinandersetzung zuerst um &ldquo;TTIP&rdquo; und dann um &ldquo;CETA&rdquo;, beides sogenannte Freihandelsvertr&auml;ge &ldquo;der neuen Generation&rdquo;, weil es in ihnen um weit mehr als blo&szlig; die Senkung von Warenz&ouml;llen gehen sollte. Sowohl mit den USA (TTIP) wie mit Kanada (CETA) wollte die EU weitreichende Liberalisierungen auch der &ouml;ffentlichen Dienstleistungen, eine Paralleljustiz f&uuml;r Investoren (private Investitionsschiedsgerichte) und vieles mehr vereinbaren, was den KritikerInnen jedoch vor allem auf eins hinauszulaufen schien: eine weitreichende Einschr&auml;nkung und Aushebelung der Demokratie. N&auml;mlich &uuml;berall dort, wo es darum geht, den Bereich der Wirtschaft im weitesten Sinn durch demokratisch beschlossene Gesetze zu regeln.<br>\nAussch&uuml;sse entmachten Parlamente<br>\nSchon bei TTIP und CETA also war dieser Demokratieabbau der eigentlicher Kern des Streits, gemeinsamer Nenner all der kritisierten Einzelaspekte. Ausgerechnet die Verlagerung wesentlicher zuk&uuml;nftiger Entscheidungen in neu geschaffene, rein exekutive Gremien ist dabei jedoch teilweise unterbelichtet geblieben.<br>\nZwar wurde immer wieder kritisiert, dass ExekutivvertreterInnen der jeweiligen Vertragsparteien &ndash; bei CETA also der EU und Kanadas &ndash; neue Gesetzesvorhaben fr&uuml;hzeitig abstimmen sollen. Und diese &ldquo;Regulatorische Kooperation&rdquo; oder &ldquo;Regulierungszusammenarbeit&rdquo; im Sinne von CETA-Kapitel 21 (und eines entsprechenden Kapitels im seinerzeit geplanten TTIP) ist auch sicher schlimm genug, da sie an den Parlamenten vorbei und zugleich unter Mitwirkung von Industrievertretern stattfindet. Zugleich aber ist sie auch eine Nebelkerze, da sie formal freiwillig bleibt (Art. 21.2 Abs. 6 CETA), dieselben Vertr&auml;ge, auch CETA, zugleich aber ein viel umfassenderes System von &ldquo;Aussch&uuml;ssen&rdquo; installieren, welche ihrerseits knallhart anstelle der Parlamente entscheiden bzw. diesen Vorgaben machen k&ouml;nnen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Weniger-Demokratie-wagen-4485175.html\">Telepolis<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Schattenbanken wachsen den Aufsichtsbeh&ouml;rden &uuml;ber den Kopf<\/strong><br>\nUm einen gef&auml;hrlichen Finanzcrash zu verhindern, wurden Grossbanken reguliert. Allerdings noch viel zu wenig: Noch immer profitieren Grossbanken und grosse Versicherungskonzerne von einer unausgesprochenen Staatsgarantie. In einer Krise k&auml;men erneut die Steuerzahlenden zur Kasse. Trotzdem sollen in den USA die Vorschriften f&uuml;r Eigenkapital und Liquidit&auml;t bereits wieder gelockert werden.<br>\nParallel zu diesen unzul&auml;nglichen Regulierungsbem&uuml;hungen* machen sich weitgehend unregulierte Schattenbanken breit, die das ganze Finanzsystem zum Krachen bringen k&ouml;nnen. Schon vor anderthalb Jahren liefen rund ein Viertel aller weltweiten Finanztransaktionen &uuml;ber Schattenbanken. Die Verschiebung von Risiken in die Schattenbanken sei &laquo;die gr&ouml;sste Gefahr f&uuml;r die Finanzstabilit&auml;t&raquo;, hatte Goldman-Sachs-Vizepr&auml;sident Gary Cohn gewarnt.<br>\nNeustens warnt auch der Europ&auml;ische Ausschuss f&uuml;r Systemrisiken (ESRB) vor Gefahren der Schattenbanken. Sie k&ouml;nnten eine Kettenreaktion der Insolvenz ausl&ouml;sen, was f&uuml;r Millionen unbeteiligter Menschen den Verlust von Arbeitsplatz und Wohlstand bedeuten w&uuml;rde.<br>\nDer deutsche Wirtschaftswissenschaftler Heiner Flassbeck beschreibt in seinem &laquo;Morning Briefing&raquo;, dass sich Schattenbanken wie Banken verhalten, aber warum sie keine sind:\n<ul>\n<li>weil sie keiner Bankenregulierung unterliegen;<\/li>\n<li>weil sie keinen Zugang zu den Geldern der Zentralbanken besitzen;<\/li>\n<li>weil sie nicht Teil der Einlagensicherung sind und es damit f&uuml;r das hier angelegte Geld keine Sicherung gegen einen Crash gibt.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Zum Bereich der Schattenbanken z&auml;hlen Hedgefonds, aber auch die Investitionsgesellschaften der Superreichen, die allesamt versuchen, durch erh&ouml;htes Risiko dem Fluch der Nullzinspolitik zu entkommen. Der Befund des ESRB ist eindeutig: Das Verm&ouml;gen der Schattenbanken w&auml;chst schneller als das der normalen Banken: Zwischen 2009 und 2017 stiegen die Verm&ouml;genswerte traditioneller Geldh&auml;user um 40 Prozent auf 147,6 Billionen US-Dollar, die der Schattenbanken um 70 Prozent auf 51,6 Billionen US-Dollar.<br>\nDas verwaltete Verm&ouml;gen sogenannter Private-Debt-Fonds (gut verzinste Kredite an Unternehmen, die wegen zu hoher Verschuldung keine klassischen Darlehen erhalten k&ouml;nnen), hinter denen wiederum amerikanische Pensionsfonds, Staatsfonds und die Family Offices der Verm&ouml;genden stehen, legte noch extremer zu. Seit der Finanzkrise hat es sich nahezu verdreifacht und betrug 2018 rund 769 Milliarden US-Dollar.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.infosperber.ch\/Artikel\/Wirtschaft\/Schattenbanken-wachsen-den-Aufsichtsbehorden-uber-den-Kopf#\">Infosperber<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Deutschlands erster Clan<\/strong><br>\nSeit einiger Zeit ist viel von kriminellen Clans zu h&ouml;ren. Sie sollen ihr Familienrecht &uuml;ber das b&uuml;rgerliche Gesetzbuch stellen, Netzwerke aufgebaut haben, die ganze Landstriche kontrollieren, und durch illegale Gesch&auml;fte, bei denen nicht selten Gewalt im Spiel ist, gro&szlig;en Reichtum angeh&auml;uft haben. Die Existenz solcher Clans ist den B&uuml;rgern seit jeher bekannt, fraglich ist, warum sie gerade jetzt so ungeniert aus der Deckung treten.<br>\nSeit fast 1.000 Jahren &uuml;bt ein solcher Clan seine Herrschaft &uuml;ber Teile von Schwaben und Ostdeutschland aus. Vor allem der ostdeutsche Clan hat sich seit einigen Jahrhunderten brutal festgesetzt und die Geschichtsb&uuml;cher mit blutigen Kapiteln gef&uuml;llt. Im Siebenj&auml;hrigen Krieg wurde Preu&szlig;en zu einer europ&auml;ischen Gro&szlig;macht, und ihr Clanchef Friedrich trug, obschon eher klein von Statur, seither den Beinamen &bdquo;der Gro&szlig;e&ldquo;. Im 19. Jahrhundert schlie&szlig;lich f&uuml;hrten weitere Kriege zur Gr&uuml;ndung des Deutschen Reiches, deren Oberhaupt nicht der halbwegs demokratisch gew&auml;hlte Reichskanzler war, sondern wiederum der Chef des ber&uuml;chtigten Clans der Hohenzollern.<br>\nNun kannte der Stolz des Clans keine Grenzen mehr, und sein Chef wollte den seit den Tagen des R&ouml;mischen Reichs wohl edelsten Titel &bdquo;Kaiser&ldquo; tragen. Seinem Enkel bekam dieser Hochmut schlecht und er verwechselte den Titel mit dem Recht, der Welt seinen Willen aufzwingen zu k&ouml;nnen. Der erste Weltkrieg war die Quittung. Nach der totalen Niederlage musste der Clanchef zu seiner Verwunderung abtreten und reiste mit dutzenden Eisenbahnwaggons voller Hausrat und Kunst ins holl&auml;ndische Exil, wo er die zahlreichen Tage bis zu seinem Tod mit Holzhacken und Jagen verbrachte. Im Unterschied zu den Millionen Toten seines Krieges hatte er es ganz gut getroffen. Sein Sohn wiederum wanzte sich w&auml;hrenddessen an die neuen Herrscher heran. Er wurde zu einem getreuen Helfer Hitlers, dem er nach eigenen Angaben mehr als zwei Millionen Stimmen durch sein offensives Eintreten eingebracht haben will.<br>\nDie anschlie&szlig;ende Geschichte ist bekannt. Auch dieser Krieg ging verloren. Das Leid war sehr viel gr&ouml;&szlig;er als beim ersten Mal und die Netzwerke des Clans wurden wiederum zurechtgestutzt. Durch die Sowjetunion radikal, durch den Westen eher moderat. Man will es kaum glauben, aber der Clan existierte weiter und tritt nun &uuml;ber 70 Jahre nach der letzten durch ihn mitverschuldeten Gro&szlig;katastrophe ans Licht und beklagt sich, dass er nicht standesgem&auml;&szlig; wohnen k&ouml;nne. Ihm fehlen die Schl&ouml;sser und vor allem die wertvollen Kunstsch&auml;tze.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.cicero.de\/kultur\/hohenzollern-forderung-cecilienhof-zweiter-weltkrieg?utm_source=website_startseite&amp;utm_campaign=meistgelesen\">Bernd Stegemann in Cicero<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Die Clan-Kriminalit&auml;t muss mit allen Mitteln des Rechtsstaates bek&auml;mpft werden!<\/em><\/p>\n<p><strong>Dazu: Wollt ihr die Dummen sein?<\/strong><br>\nvon Kurt Tucholsky<br>\nDas deutsche Volk ist ausgesogen,<br>\nbis zum Hemde ausgezogen<br>\ndurch die Reichswehr, durch Inflation &hellip;<br>\nNoch nicht genug &ndash;?<br>\nOffenbar nicht.<br>\nDa gibt es noch eine freche Schicht.<br>\nWei&szlig; und unschuldsvoll wie die Lilien:<br>\nzweiundzwanzig F&uuml;rstenfamilien.<br>\n&hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/das-blaettchen.de\/2019\/08\/wollt-ihr-die-dummen-sein-49160.html\">Das Bl&auml;ttchen<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>&Auml;rzte am Ende ihrer Kr&auml;fte<\/strong><br>\nDruck, Stress und Burn-Out: Der Alltag in deutschen Klinken macht die Besch&auml;ftigten krank. Es gibt kaum noch Zeit f&uuml;r die Patienten, daf&uuml;r umso mehr Papierkram zu erledigen. In Bayern versuchen Mediziner, ihren Kollegen beizustehen.<br>\nEin ganz normaler Nachmittag in einer Notaufnahme. Der Rettungshubschrauber bringt einen Verletzten. Zwei Krankenpfleger schieben den neuen Patienten auf den Flur, der Zugang f&uuml;r die Infusion wurde schon im Helikopter angelegt. Auf dem Flur mehrere Betten. Ein &auml;lterer Mann mit schmerzverzerrtem Gesicht auf dem einen, ein weiterer mit Beinverband auf dem anderen Bett:<br>\n&bdquo;Speziell in meinem Klinikum haben wir viele Notfallpatienten, die werden uns oft selbst dann gebracht, wenn wir uns als nicht aufnahmef&auml;hig abgemeldet haben&ldquo;, erkl&auml;rt An&auml;sthesist Peter Hoffmann. &bdquo;Die sind halt trotzdem krank oder haben irgendeine Verletzung und m&uuml;ssen irgendwo hin. Wenn alle Krankenh&auml;user sich als nicht aufnahmef&auml;hig melden &ndash; und das ist oft der Fall in M&uuml;nchen inzwischen &ndash; dann wird das n&auml;chste Haus angefahren und dieses Haus muss den Patienten dann versorgen.&ldquo;<br>\nPeter Hoffmann arbeitet seit mehr als 20 Jahren als Oberarzt am Klinikum Harlaching. Stress geh&ouml;rt dazu, Notf&auml;lle sind nicht planbar, eine &Uuml;berschreitung der Arbeitszeit oft nicht zu verhindern, was per Stechuhr sekundengenau dokumentiert wird.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunkkultur.de\/arbeitsbelastung-in-bayerischen-kliniken-aerzte-am-ende.1001.de.html?dram:article_id=455528\">Deutschlandfunk Kultur<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Arbeit in Deutschland Das Fachkr&auml;fteeinwanderungsgesetz laugt den Balkan aus<\/strong><br>\nDie Bundesregierung will mehr Fachkr&auml;fte aus Osteuropa anwerben &ndash; bald erleichtert ein Gesetz die Migration. Doch was hier hilft, richtet dort Sch&auml;den an.<br>\nDie versch&auml;rfte Personalnot im Gesundheitssektor l&auml;sst selbst den Minister in die Ferne schweifen. &bdquo;Wir k&ouml;nnen jede Pflegekraft, die mit anpacken will, gut gebrauchen&ldquo;, schl&auml;gt der deutsche Gesundheitsminister Jens Spahn Mitte Juli bei einem Treffen mit angehenden Krankenpflegern in der Kosovo-Hauptstadt Pristina die Anwerbertrommel.<br>\nAuf der Suche nach Arbeitskr&auml;ften sind immer mehr Rekrutierer aus dem reichen Norden im ausgezehrten EU-Wartesaal auf dem Westbalkan unterwegs. Denn in Westeuropa werden Fachkr&auml;fte h&auml;nderingend gesucht. Bei den ausgebluteten EU-Anw&auml;rtern sitzen hingegen immer mehr Auswanderwillige auf gepackten Koffern. &hellip;<br>\n2020 tritt in Deutschland das Anfang Juni vom Bundestag abgesegnete &bdquo;Fachkr&auml;fteeinwanderungsgesetz&ldquo; in Kraft. Dieses soll qualifizierten Arbeitskr&auml;ften aus Nicht-EU-Staaten die Arbeit und Arbeitssuche in Deutschland erheblich erleichtern &ndash; und das nicht nur in sogenannten Engpassberufen: Es entf&auml;llt die bisherige Vorrangpr&uuml;fung, die EU- B&uuml;rgern bisher einen Vorrang bei der Besetzung freier Stellen einr&auml;umt.<br>\nBerlin erhofft sich von dem Gesetz eine Linderung des Mangels an qualifizierten Arbeitskr&auml;ften. Im EU-Wartesaal f&uuml;rchten Arbeitgeber hingegen, dass sich der Sog in die Ferne verst&auml;rkt, dass immer mehr Fachkr&auml;fte abwandern. Schon seit 2015 h&auml;tten j&auml;hrlich mindestens 50.000 Menschen Bosnien und Herzegowina verlassen, klagt die Zeitung &bdquo;Euro Blic&ldquo; im bosnischen Banja Luka: &bdquo;Wenn in Deutschland das Gesetz in Kraft tritt, das die Auswanderungsprozeduren vereinfachen und beschleunigen wird, k&ouml;nnte es auf dem heimischen Arbeitsmarkt zu einem nie erlebten Kollaps kommen.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/wirtschaft\/arbeit-in-deutschland-das-fachkraefteeinwanderungsgesetz-laugt-den-balkan-aus\/24866140.html\">Tagesspiegel<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Betriebsrat soll raus<\/strong><br>\nSchwere Gesch&uuml;tze f&auml;hrt das St&auml;dtische Klinikum Brandenburg gegen seinen stellvertretenden Betriebsratsvorsitzenden, Andreas Kutsche, auf. &raquo;Arbeitszeitbetrug&laquo; soll dieser begangen haben &ndash; und daf&uuml;r fristlos entlassen werden. Von einem &raquo;besonders schweren Vertrauensbruch&laquo; ist in der Antragsschrift der Klinikleitung die Rede, die jW vorliegt und &uuml;ber die das Arbeitsgericht Brandenburg an der Havel an diesem Donnerstag (12.30 Uhr, Saal 1, Magdeburger Str. 51) entscheiden soll. Aus der N&auml;he betrachtet entpuppen sich die Vorw&uuml;rfe allerdings als reichlich aufgebauscht. Ob das K&uuml;ndigungsbegehren &ndash; dem der Betriebsrat widersprochen hat &ndash; mit Kutsches Kandidatur als Direktkandidat der Partei Die Linke zur Landtagswahl zusammenh&auml;ngt? Oder mit seiner langj&auml;hrigen und erfolgreichen gewerkschaftlichen Arbeit? Fest steht: Es ist nicht das erste Mal, dass das kommunale Krankenhaus gegen unliebsame Besch&auml;ftigtenvertreter vorgeht &ndash; bislang stets erfolglos.<br>\nDen Anlass f&uuml;r die Vorw&uuml;rfe, die die Gesch&auml;ftsf&uuml;hrung gegen Kutsche erhebt, hat der freigestellte Betriebsrat selbst geliefert: Am 20. Mai dieses Jahres erl&auml;uterte er auf einer Teilbetriebsversammlung anhand seiner eigenen Arbeitszeiten, wie Dienst- und Urlaubsw&uuml;nsche im firmeneigenen Webportal einzutragen sind. Dabei wurde deutlich, dass er die Teilnahme an einer Aufsichtsratssitzung als Arbeitszeit gerechnet hatte. Die Klinikleitung nennt das &raquo;eine ganz eklatante Verletzung seiner Pflicht, die Arbeitszeit korrekt zu erfassen&laquo;. Doch so eindeutig, wie es das Management erscheinen l&auml;sst, ist die Angelegenheit nicht. Ob die Teilnahme an Aufsichtsratssitzungen als Arbeitszeit gilt oder nicht, ist unter Juristen umstritten. Einen Pr&auml;zedenzfall gibt es bislang nicht.<br>\nSeit zehn Jahren geh&ouml;rt Kutsche als Besch&auml;ftigtenvertreter dem Aufsichtsgremium des Klinikums an &ndash; und ebensolang tr&auml;gt er seine Teilnahme als Arbeitszeit ein. So wurde es ihm zu Beginn seiner T&auml;tigkeit bei einem Seminar erkl&auml;rt. Ein &raquo;Arbeitszeitbetrug&laquo;? Das w&uuml;rde vors&auml;tzliches Handeln erfordern. Ein solches sei, so hei&szlig;t es in einer jW vorliegenden Stellungnahme des Berliner Anwalts Ivailo Ziegenhagen, &raquo;nicht ansatzweise erkennbar&laquo; gewesen. &raquo;Wenn ich kein reines Gewissen h&auml;tte, h&auml;tte ich wohl kaum meinen Stundenzettel &ouml;ffentlich gemacht&laquo;, erkl&auml;rt Kutsche auf jW-Nachfrage.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.jungewelt.de\/artikel\/360218.konzernmacht-betriebsrat-soll-raus.html\">junge welt<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Muss man sich leisten k&ouml;nnen<\/strong><br>\nKlassenhass ist genauso real und wirksam wie Rassismus oder Sexismus, auch wenn seltener &uuml;ber ihn gesprochen wird. Es gibt nicht nur die Ablehnung gegen &ldquo;die da oben&rdquo;, es gibt auch die tiefe Verachtung derer, die denken, dass man bei Discountern nur &ldquo;M&uuml;ll&rdquo; kaufen kann, obwohl dieser vermeintliche M&uuml;ll das ist, was Millionen Menschen t&auml;glich essen. Klassismus findet sich in Klischees, in der Sprache, in Gesetzen, in allen m&ouml;glichen Institutionen und in politischen Forderungen. Selbst bei denen, die eigentlich die Welt retten wollen.<br>\nEin paar Forderungen aus den vergangenen Wochen: &ldquo;Fliegen muss teurer werden&rdquo; &ndash; &ldquo;Heizen und Tanken muss teurer werden&rdquo; &ndash; &ldquo;Autofahren in St&auml;dten muss teurer werden&rdquo; &ndash; &ldquo;Pendeln mit dem Auto muss teurer werden&rdquo; -&ldquo;Benutzung der Fernstra&szlig;en muss teurer werden&rdquo; &ndash; &ldquo;Plastik muss teurer werden&rdquo; &ndash; &ldquo;Reisen muss teurer werden&rdquo; &ndash; &ldquo;Fleisch muss teurer werden&rdquo;.<br>\nEs passiert immer wieder, und zurzeit besonders oft, dass politisch nicht gewollte Verhaltensweisen dadurch einged&auml;mmt werden sollen, dass die Kosten f&uuml;r dieses Verhalten erh&ouml;ht werden sollen: Mal soll klimasch&auml;dliches Verhalten teurer werden, mal gesundheitssch&auml;dliches, oft beides gleichzeitig. Fleisch, Benzin, Strom, Plastik, Zigaretten, Alkohol, Fertigprodukte, Zucker, manchmal auch Lebensmittel im Allgemeinen, all das soll immer wieder teurer werden. Das kann f&uuml;r manches eine L&ouml;sung sein &ndash; aber keine gerechte. Weil Preiserh&ouml;hungen verschiedene Menschen sehr unterschiedlich hart treffen.<br>\n&ldquo;Eigentlich ist es einfach: Klimas&uuml;nden m&uuml;ssen teuer sein&rdquo;, hie&szlig; es zum Beispiel neulich in einem SPIEGEL-Artikel. So einfach ist es dann aber doch nicht. Wie teuer Verkehrs- und Nahrungsmittel sind, hat auch viel mit Gesetzen und staatlichen Subventionen zu tun. Es kann sein, dass Fliegen und Autofahren teurer werden m&uuml;ssen, aber dann m&uuml;ssen Bahnfahren und generell der &ouml;ffentliche Personennahverkehr billiger werden (und zwar: sehr viel billiger), sonst werden mit gut gemeinter Klimapolitik haupts&auml;chlich arme Leute bestraft: Sie m&uuml;ssen sich dann, weil sie arm sind, noch mehr einschr&auml;nken als ohnehin schon.<br>\nDiskriminierung muss nicht immer offener Hass sein, sie kann auch einfach darin bestehen, dass man Leute vergisst. Oder sie kann darin bestehen, dass man findet, es sollten sich eben nicht alle Leute die gleichen Dinge leisten k&ouml;nnen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/kultur\/gesellschaft\/klimawandel-hoehere-flugpreise-muss-man-sich-leisten-koennen-kolumne-a-1279610.html\">SPON<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Man kann Margarete Stokowski hier wirklich einmal vorbehaltlos zustimmen, die aktuelle Klimadiskussion weist alle Merkmale eines repressiven Eliten- und Herrschaftsdiskurses auf mit dem, dem &bdquo;P&ouml;bel&ldquo; erkl&auml;rt werden soll was er alles falsch macht und wie vorbildlich und fortschrittlich doch das b&uuml;rgerlich linksliberale Lager ist und deswegen selbstverst&auml;ndlich wieder einmal die Diskurshegemonie und Deutungshoheit f&uuml;r sich beanspruchen kann. Das f&uuml;hrt dann zu derart bizarren Bl&uuml;ten, dass den lohnarbeitenden Menschen die Hauptverantwortung f&uuml;r den Klimawandel auf Grund ihrer angeblich hemmungslosen Konsumneigung unterstellt wird. Was in der steilen These m&uuml;ndet Lohnerh&ouml;hungen seien schlecht f&uuml;r das Klima, da ja dann wieder mehr konsumiert werden k&ouml;nne, was nat&uuml;rlich h&ouml;heren und umweltsch&auml;dlichen Ressourcenverbrauch nach sich zieht (nachzulesen in der taz &ndash; wo sonst).<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>&bdquo;Freie Fahrt nur f&uuml;r Reiche&ldquo; &ndash; Autoverbots-Idee der Gr&uuml;nen sorgt f&uuml;r Riesen-Zoff<\/strong><br>\nBerliner Linke und SPD halten nichts davon, ab 2030 eine &bdquo;Zero Emission Zone&ldquo; innerhalb des S-Bahn-Rings auszurufen, in die nur noch E-Autos einfahren d&uuml;rfen. Den Plan hatten die Berliner Gr&uuml;nen am Freitag auf ihrer Sommerklausur in Prag beschlossen. Doch die Koalitionspartner in der rot-rot-gr&uuml;nen Koalition lehnen den Vorschlag ab: Die Linke bef&uuml;rchtet ein &bdquo;massives soziales Problem&ldquo; und will keinesfalls eine &bdquo;freie Fahrt nur f&uuml;r Reiche in der Innenstadt&ldquo;, sagte Kristian Ronneburg, verkehrspolitischer Sprecher der Partei dem KURIER. &bdquo;In einer Zero Emission Zone k&ouml;nnten nur diejenigen fahren, die sich ein teures E-Auto leisten k&ouml;nnen&ldquo;, so Ronneburg weiter. &bdquo;Entweder das Verbot gilt f&uuml;r alle oder keinen.&ldquo; E-Autos seien au&szlig;erdem zwar lokal emissionsfrei, nicht aber in der Produktion und Stromversorgung.<br>\nLaut Kraftfahrtbundesamt lag der Anteil von E-Autos an allen neu angemeldeten Fahrzeugen in Berlin 2019 bei 2,48 Prozent. 2018 waren es 1,15 Prozent.<br>\nDie SPD hatte den Vorsto&szlig; mit Blick auf soziale Ungerechtigkeiten bereits am Freitag &auml;u&szlig;erst skeptisch kommentiert. Sie bef&uuml;rchtet vor allem auch Nachteile f&uuml;r Pendler und Menschen, die in den Au&szlig;enbezirken leben. In Zeiten extrem hoher Mieten steigt die Zahl der Pendler, die jeden Morgen aus dem Umland nach Berlin fahren &ndash; nach j&uuml;ngsten Z&auml;hlungen der Agentur f&uuml;r Arbeit waren es 21,5 Prozent der in der Hauptstadt Besch&auml;ftigten, also jeder F&uuml;nfte.<br>\nKritik an Verkehrssenatorin G&uuml;nther<br>\nRonneburg kritisierte au&szlig;erdem die von der gr&uuml;nen Senatorin Regine G&uuml;nther geleitete Senatsverwaltung f&uuml;r Umwelt, Verkehr und Klimaschutz: Schon jetzt habe die Senatsverwaltung gro&szlig;e Umsetzungsprobleme bei Verkehrsprojekten, um den Umstieg vom Auto zu bef&ouml;rdern, sagte der Verkehrsexperte der Linken. Die Menschen warteten auf Alternativen. Doch die w&uuml;rden ihnen nicht geboten. Stattdessen sollten sie jetzt auch noch &bdquo;aus der Innenstadt ausgesperrt werden&ldquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.berliner-kurier.de\/berlin\/kiez---stadt\/-freie-fahrt-nur-fuer-reiche--autoverbots-idee-der-gruenen-sorgt-fuer-riesen-zoff-32955868\">Berliner Kurier<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Gerade aus Perspektive der W&auml;hlerklientel der Gr&uuml;nen durchaus konsequent gedacht. So sinkt auch die Schadstoffbelastung in den gentrifizierten innerst&auml;dtischen Wohnbezirken.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Brasiliens Pr&auml;sident feuert den W&auml;chter des Regenwaldes<\/strong><br>\nExperten warnen: Die Rodung am Amazonas erreiche neue H&ouml;chstwerte. Doch Pr&auml;sident Bolsonaro bestreitet die Daten und feuert einen Wissenschaftler.<br>\nRicardo Galv&atilde;o ist einer der renommiertesten Wissenschaftler Brasiliens. Der Physiker leitete das Inpe, das Nationale Institut f&uuml;r Weltraumforschung. Es ist unter anderem f&uuml;r die Auswertung der Satellitenbilder zust&auml;ndig, die die Abholzung des Amazonaswaldes zeigen. Anhand dieser Aufnahmen ver&ouml;ffentlicht das Inpe regelm&auml;&szlig;ig Daten &uuml;ber illegale Rodungen. So war es zumindest bisher.<br>\nNun hat Brasiliens Pr&auml;sident Jair Bolsonaro den 71-j&auml;hrigen Galv&atilde;o entlassen. Der Grund ist simpel: Dem Rechtsextremisten passen die Daten nicht, die das Inpe ver&ouml;ffentlicht. Sie zeigen einen drastischen Anstieg der illegalen Abholzung im Amazonas in seiner Amtszeit. So registrierte das Institut f&uuml;r Juni eine Zunahme der Rodungen um 88 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Erste Auswertungen der Juli-Daten zeigen eine Zunahme von mehr als 100 Prozent. Experten gehen bereits jetzt davon aus, dass 2019 das schlimmste Jahr f&uuml;r den Amazonaswald seit einem Jahrzehnt werden wird.<br>\nPr&auml;sident Bolsonaro will das nicht wahrhaben. Er behauptet, dass die Daten aufgebl&auml;ht worden seien, um das Image Brasiliens in der Welt zu sch&auml;digen. Mit seinem Umweltminister Ricardo Salles pr&auml;sentierte er bereits alternative Daten, die zeigen sollen: Alles nicht so schlimm. Das Observatorium des Klimas, ein Zusammenschluss von Forschungsinstituten und Umweltorganisationen, nannte die Pr&auml;sentation &bdquo;in ihrer Einf&auml;ltigkeit besch&auml;mend&ldquo;. &hellip;<br>\nOhnehin f&uuml;hrt Bolsonaro gegen Brasiliens Indigene, deren Reservate als letzte Bollwerke gegen die Zerst&ouml;rung gelten, einen regelrechten Krieg. Mit seinem Amtsantritt hat er die Anerkennung neuer Reservate aussetzen lassen. Dann ernannte er den Polizisten Marcelo Xavier da Silva zum neuen Chef der Indio-Beh&ouml;rde Funai. Er hat enge Verbindungen zur Agrarindustrie und ist ein erkl&auml;rter Feind der Indigenen. Er soll dem Pr&auml;sidenten nun helfen, die Reservate f&uuml;r die wirtschaftlich Ausbeutung zu &ouml;ffnen. Gerade erst hat Bolsonaro US-Pr&auml;sident Donald Trump angeboten, dort gemeinsam mit Brasilien nach Mineralien zu sch&uuml;rfen. Auch die illegalen Goldgr&auml;ber, die den Amazonas mit Quecksilber verseuchen, f&uuml;hlen sich von Bolsonaro ermutigt. Mitte Juli meldete &bdquo;Mongabay&ldquo;, eine Web-Seite f&uuml;r Umweltnachrichten, dass rund 20.000 Goldgr&auml;ber in den Yanomami-Park eingedrungen seien, eins der gr&ouml;&szlig;ten Indio-Reservate Brasiliens.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/abholzung-der-amazonas-region-brasiliens-praesident-feuert-den-waechter-des-regenwaldes\/24869640.html\">Tagesspiegel<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Leckt uns doch!<\/strong><br>\nKnapp 25 Jahre nach der Privatisierung der Deutschen Post und gut zehn Jahre nach der vollst&auml;ndigen Liberalisierung der Zustelldienste steht bei der Verteilung von Briefen, P&auml;ckchen, Paketen und Zeitungen l&auml;ngst die Renditemaximierung im Vordergrund. Doch bei der im Postgesetz festgeschriebenen &raquo;Grundversorgung&laquo; st&ouml;&szlig;t sie an Grenzen. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) nimmt sich der Sache nun an.<br>\nDer erste Abschnitt des Rechtsakts von 1997 definiert den Anspruch einer &raquo;fl&auml;chendeckenden Grundversorgung mit Postdienstleistungen zu erschwinglichen Preisen&laquo;. &raquo;Ausreichende&laquo; Angebote sollen zur Verf&uuml;gung gestellt und &raquo;soziale Belange&laquo; ber&uuml;cksichtigt werden. Doch kr&auml;ftige Portoerh&ouml;hungen bei immer weiter steigenden Gewinn- und Umsatzzahlen der Deutschen Post AG verdeutlichen dessen Widerspruch zur Realit&auml;t eines liberalisierten Zustellmarktes: 2018 steigerte der Konzern seinen Umsatz von 60,4 auf 61,6 Milliarden Euro. Zur Jahresmitte 2019 wurde das Porto f&uuml;r s&auml;mtliche Formate erh&ouml;ht, etwa f&uuml;r den Standardbrief von 70 auf 80 und f&uuml;r die Postkarte von 45 auf 60 Cent.<br>\nDennoch will Altmaier dem fr&uuml;heren Staatsunternehmen samt seiner Dumpingsparte DHL und Wettbewerbern &agrave; la Pin AG, Fedex oder UPS weitere H&uuml;rden beim Gewinnstreben aus dem Weg r&auml;umen. Das Postgesetz soll &raquo;modernisiert&laquo; werden. Wie einem Eckpunktepapier seines Ministeriums vom Donnerstag zu entnehmen ist, will Altmaier an verschiedenen Konkretisierungen des Versorgungsauftrags Hand angelegen &ndash; etwa der Vorgabe, dass Postzustellungen an sechs Tagen pro Woche erfolgen m&uuml;ssen oder an der Lizenzpflicht, der die gewerbliche Briefzustellung unterliegt, um die Zuverl&auml;ssigkeit und Fachkunde der Anbieter sicherzustellen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.jungewelt.de\/artikel\/360006.briefe-und-pakete-leckt-uns-doch.html\">junge welt<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Sahra Wagenknecht &ndash; Demokratie statt Lobbykratie!<\/strong><br>\nDie Berichte &uuml;ber Monsantos Politiker-Akten geben einen interessanten Einblick in die Machenschaften der Lobbyisten. Ich habe es in Br&uuml;ssel selbst erlebt: Die Einladungen zu Luxus-Abendessen, die falsche Hilfsbereitschaft, die charmanten Bitten, sich auf ein unverbindliches Gespr&auml;ch zu treffen. Es hei&szlig;t, dass auf EU-Ebene auf jeden Abgeordneten zwanzig Lobbyisten kommen. Das Jahresbudget der Konzernvertreter bel&auml;uft sich auf 1,5 Milliarden Euro, rechnet Lobbycontrol vor.<br>\nWer m&ouml;chte, kann jeden Abend auf einem anderen Empfang gut essen. Die Lobbyisten bieten ihren &ldquo;Sachverstand&rdquo; und Zuarbeit an, im Tausch gegen &ldquo;kleine Anpassungen&rdquo; an der einen oder anderen Stelle. Im EU-Wirtschafts- und Finanzausschuss habe ich erlebt, dass viele Abgeordnete gerade aus dem konservativen und liberalen Lager diese &ldquo;Hilfe&rdquo; gerne annehmen. Das spart ihnen Arbeit, und viele von ihnen glauben tats&auml;chlich, dass alles, was den Konzernen n&uuml;tzt, der Allgemeinheit dient.<br>\nEs &uuml;berrascht mich daher kein bisschen, dass Monsantos PR-Agenturen listenweise Dossiers zu Politikerinnen und Politikern anlegen. Darin kategorisieren sie mit einem Ampelschema, bei wem sich ihr &ldquo;Engagement&rdquo; besonders lohnt.<br>\nAuch im Bundestag versuchen Lobbyisten st&auml;ndig, die Politik zu beeinflussen. Wie hoffnungslos dieses Unterfangen bei uns LINKEN ist, zeigt sich daran, dass wir im letzten Jahr erneut als einzige Partei im Parlament keine Gro&szlig;spenden erhalten haben &mdash; und das ist auch gut so.<br>\nIn vielen Bundesministerien und den anderen Fraktionen kehren Lobbyisten dagegen tagt&auml;glich ein. Sie schreiben an Gesetzesentw&uuml;rfen mit, beeinflussen &uuml;ber Hinterzimmertreffen, Sponsoring und Parteispenden die politische Agenda. Der Einfluss der Lobbyisten auf die Politik hat ein unertr&auml;gliches Ausma&szlig; erreicht, weil Anti-Korruptions-Regeln zu lasch sind und zu wenig kontrolliert werden.<br>\nDas Ergebnis ist eine k&auml;ufliche Politik &ndash; und eine politische Agenda in diesem Land, die sich nach den Interessen von Superreichen und Konzernen richtet. Kein Wunder, dass immer mehr Menschen an der Demokratie und der Unabh&auml;ngigkeit politischer Entscheidungen zweifeln.<br>\nWarum gibt es kein verpflichtendes Lobbyregister beim Bundestag und den Ministerien? Wo bleibt die Transparenz &uuml;ber die Einflussnahme von Interessenvertretern bei Gesetzesinitiativen? Wir brauchen Karenzzeiten f&uuml;r ausscheidende Politiker, die direkte Wechsel aus politischen Spitzen&auml;mtern an Konzernspitzen und in Interessenverb&auml;nde unterbinden. Mit einem Verbot von Unternehmensspenden an Parteien k&ouml;nnen wir sicherstellen, dass sich die Politikerinnen und Politiker an den Interessen der W&auml;hler orientieren und nicht am dicksten Geldbeutel.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.linksfraktion.de\/themen\/nachrichten\/detail\/demokratie-statt-lobbykratie\/?fbclid=IwAR1jHxGBmP0txMNeV5Ht7qYiE8GsIhXsh9uFSqTjGAKB7df2J_2rZ4tJZRc\">DIE LINKE<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>F&uuml;r wen Landwirtschaftsministerin Julia Kl&ouml;ckner besonders oft Zeit hat<\/strong><br>\nMindestens 25 Mal hat sich Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Kl&ouml;ckner (CDU) in ihrer Amtszeit bisher zu Einzelgespr&auml;chen mit Vertretern von Lebensmittelkonzernen und der klassischen Agrar-, Fleisch- und Ern&auml;hrungswirtschaft getroffen.<br>\nDagegen ist sie nur f&uuml;nf Mal zu solchen Gespr&auml;chen mit Vertretern von Organisationen wie dem Bund &ouml;kologische Landwirtschaft zusammen gekommen. Das geht aus einer Antwort des Landwirtschaftsministeriums auf eine Anfrage der Gr&uuml;nen-Bundestagsfraktion hervor, die dem &bdquo;Tagesspiegel&ldquo; vorliegt.<br>\nKl&ouml;ckner habe sich seit ihrem Amtsantritt im Fr&uuml;hjahr 2018 unter anderem mit Vertretern von Bayer, Nestl&eacute;, Mars und Rewe getroffen. Insgesamt drei Mal habe sie sich mit dem Deutschen Bauernverband getroffen.<br>\nDass eine Landwirtschaftsministerin sich mit dem Bauernverband und Konzernvertretern trifft, ist alles andere als ungew&ouml;hnlich. Pikant sind die Zahlenverh&auml;ltnisse in der Aufstellung vor allem deshalb, weil Kl&ouml;ckner zuletzt f&uuml;r ein Video mit dem Chef der deutschen Nestl&eacute;-Tochter heftig in die Kritik geraten war. Darin hatte der Nestl&eacute;-Chef sein Unternehmen in bestem Licht pr&auml;sentiert und gesagt, dass Nestl&eacute; in vielen Fertigprodukten Zucker und Fett reduziert habe. Das Video wurde &uuml;ber den Twitter-Kanal des Ministeriums verbreitet.<br>\nDie Ministerin setzt auf Selbstverpflichtungen der Wirtschaft, statt die Hersteller per Gesetz zu einem ges&uuml;nderen Angebot zu verpflichten.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.lvz.de\/Nachrichten\/Politik\/Lebensmittelkonzerne-Fuer-wen-Landwirtschaftsministerin-Julia-Kloeckner-besonders-oft-Zeit-hat\">Leipziger Volkszeitung<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Rex Hohlbein &ndash; Der Architekt der Obdachlosen<\/strong><br>\nRex Hohlbein entwirft in Seattle 20 Jahre lang preisgekr&ouml;nte H&auml;user f&uuml;r Million&auml;re. Dann lernt er einen Obdachlosen kennen. Das ver&auml;ndert das Leben der beiden radikal.<br>\nIn Seattle und den Vororten leben mehr als 11 000 Menschen ohne eigene Wohnung, mehr als die H&auml;lfte davon &hellip; auf der Stra&szlig;e. Zum Vergleich: Von den 3100 Wohnungslosen in der &auml;hnlich gro&szlig;en Stadt Frankfurt am Main leben nur sch&auml;tzungsweise zehn Prozent auf der Stra&szlig;e. Man kann nicht durch Seattle gehen, ohne die unz&auml;hligen Zelte zu sehen, die Verschl&auml;ge, die kleinen Siedlungen, in denen Menschen leben, ohne Wasser, Strom oder Toiletten, ohne Sicherheit, oft ohne Hoffnung. Abends sieht man die vielen Autos am Stra&szlig;enrand, mit von Atemluft beschlagenen Scheiben &ndash; jedes ein Zuhause f&uuml;r Menschen ohne Wohnung.<br>\nIm Jahr 2015 hat die Stadt wegen eines dramatischen Mangels an Wohnraum den Notstand ausgerufen, so l&auml;sst sich mehr &ouml;ffentliches Geld lockermachen. Seattle gilt l&auml;ngst als Negativbeispiel f&uuml;r die Folgen ungelenkten Wachstums. Denn es sind nicht nur die psychisch Kranken und die vom Krieg gezeichneten Veteranen, die Drogenabh&auml;ngigen und die Trinker, die hier auf der Stra&szlig;e leben. Im vergangenen Jahr gaben bei einer Umfrage etwa 20 Prozent der Obdachlosen an, einen Job zu haben. Viele haben Kinder, die zur Schule gehen, besitzen ein Auto, einen Laptop, sind per E-Mail erreichbar. L&auml;ngst ist in Seattle die Mittelschicht betroffen. Eine Operation, die die Kasse nicht zahlt, ein Rausschmiss aus dem sicher geglaubten Job &ndash; schon ist die Wohnung weg und ein Zelt das neue Zuhause. &hellip;<br>\nDas erste Treffen mit Rex Hohlbein beginnt am Samstagmorgen mit einer Umarmung. &bdquo;Free Hugs&ldquo; steht auf dem braunen Pappschild, das er vor seinem Bauch h&auml;lt, auf dem Rundweg am Green Lake im Norden Seattles. Freie Umarmungen also f&uuml;r Spazierg&auml;nger, Jogger und die vielen Menschen, die auf ihre Smartphones starren, weil es hier und heute ein besonderes Pokemon zu fangen gibt. Hohlbein ist mit ein paar Freunden da, Shelly Cohen ist darunter, der das &ouml;rtliche Stra&szlig;enmagazin &raquo;Real Change&laquo; verkauft &ndash; und ein breites L&auml;cheln hat, das kaum jemanden die Umarmung ausschlagen l&auml;sst. Dazu gibt es noch einen gr&uuml;nen Aufkleber mit dem Satz &bdquo;Just Say Hello!&ldquo; &ndash; das Motto der Hilfsorganisation Facing Homelessness, die Rex Hohlbein gegr&uuml;ndet hat.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.brandeins.de\/magazine\/brand-eins-wirtschaftsmagazin\/2019\/unabhaengigkeit\/rex-hohlbeinder-architekt-der-obdachlosen?utm_source=zeit&amp;utm_medium=parkett\">Brand eins<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h18\"><\/a><strong>Der Kosovokrieg 1999<\/strong><br>\n1999 entschied die NATO, in die Auseinandersetzungen zwischen der paramilit&auml;rischen U&Ccedil;K, die f&uuml;r die Unabh&auml;ngigkeit des Kosovo k&auml;mpfte, und der serbisch-jugoslawischen Armee einzugreifen. Damit wollte sie die Regierung Slobodan Milo&scaron;evics zum R&uuml;ckzug der Armee aus dem Kosovo zwingen. An den Luftschl&auml;gen der NATO gegen Serbien beteiligte sich auch Deutschland, dessen rot-gr&uuml;ne Regierung sich zu dieser milit&auml;rischen Ma&szlig;nahme mit dem Verweis auf serbische Menschenrechtsverletzungen durchrang. Eine schwierige Entscheidung &ndash; schlie&szlig;lich stand nicht nur die Zukunft der krisengesch&uuml;ttelten Balkanregion, sondern auch das Selbstverst&auml;ndnis der Bundeswehr und damit der Bundesrepublik auf dem Spiel.<br>\nHans-Peter Kriemann blickt auf die Ereignisse des Jahres 1999 zur&uuml;ck und erl&auml;utert dar&uuml;ber hinaus die politischen wie diplomatischen Hintergr&uuml;nde des Kampfeinsatzes.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.reclam.shop\/detail\/978-3-15-011212-0\/Kriemann__Hans_Peter\/Der_Kosovokrieg_1999\">Reclam<\/a>\n<p><strong>Dazu aus der Rezession der S&uuml;ddeutschen Zeitung:<\/strong><\/p>\n<blockquote><p>\n&bdquo;Der Kosovo-Krieg war nicht vom UN-Sicherheitsrat abgesegnet und also v&ouml;lkerrechtswidrig. Ausgerechnet an diesem Krieg war erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg Deutschland beteiligt. Das musste der Bev&ouml;lkerung schmackhaft gemacht werden. Der gr&uuml;ne Au&szlig;enminister Joschka Fischer, der Madeleine Albright, der amerikanischen Au&szlig;enministerin und Hardcore-Militaristin, so gut wie auf dem Scho&szlig; sa&szlig;, hatte schon bewiesen, dass er vor dem Vergleich mit Auschwitz nicht zur&uuml;ckscheute. Nun verk&uuml;ndete er zum zweiten Mal binnen weniger Jahre: &ldquo;Nie wieder Auschwitz.&rdquo; Es gelte, die Kosovo-Albaner zu sch&uuml;tzen. Der SPD-Verteidigungsminister Rudolf Scharping, ein Gef&uuml;hlsmensch, ging dem sogenannten Hufeisen-Plan auf den Leim, demzufolge Milo&scaron;evics Regierung die Albaner einkreisen und aus dem Kosovo vertreiben wollte. Der Plan war ein manipuliertes Machwerk &ndash; so schlecht fabriziert, dass die Lokalzeitung Hamburger Abendblatt ihn als F&auml;lschung entlarven konnte (der Plan war nicht in serbischer Orthografie abgefasst).&ldquo;\n<\/p><\/blockquote>\n<\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. 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