{"id":5399,"date":"2010-05-04T08:25:41","date_gmt":"2010-05-04T06:25:41","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=5399"},"modified":"2010-05-04T08:26:04","modified_gmt":"2010-05-04T06:26:04","slug":"hinweise-des-tages-1133","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=5399","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: Griechenland-Debatte; Berlin diskutiert &bdquo;griechische&ldquo; L&ouml;sung; Ermittlungen gegen KfW sollen eingestellt werden; st&auml;rkere Rentensteigerungen; sechs Euro sind sittenwidrig; Kopfpauschale l&ouml;st Widerstand aus; Kochs Fraport-Debakel; Zeitdieb Computer; Bildungsbananenrepublik; NRW-Wahlkampf; Bildung ist keine Ware; Kalifornien ist pleite; TV-Tipp. (KR\/WL)<br>\n<!--more--><\/p><ol>\n<li><a href=\"#h01\">Griechenland-Debatte<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h02\">Berlin diskutiert &ldquo;griechische&rdquo; L&ouml;sung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h03\">Staatsanwalt will Ermittlungen gegen KfW einstellen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h04\">Bontrup: Arbeitslosigkeit kann durch Wachstum nicht mehr abgebaut werden<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h05\">Schm&auml;hl fordert st&auml;rkere Rentensteigerungen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h06\">Urteil gegen Dessoush&auml;ndler: Gericht nennt Lohn von sechs Euro brutto sittenwidrig<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h07\">Die Kopfpauschale l&ouml;st Widerstand aus<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h08\">Fraport: Allen Warnungen zum Trotz<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h09\">Computerspiele: Moderne Zeitdiebe<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h10\">Mehrheit der Bundesb&uuml;rger f&uuml;r Bildungsrepublik. Hohe Unzufriedenheit mit Bildungspolitik<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h11\">Kosovo: Guttenberg zieht 1000 Soldaten ab<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h12\">NRW-Wahlkampf<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h13\">Bildung ist keine Ware?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h14\">California&rsquo;s government: Looking for waste &ndash; Easier blamed than found<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h15\">Im H&ouml;llenfeuer<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h16\">TV-Tipp: Gier und Gr&ouml;&szlig;enwahn &ndash; Wie die Politik bei der Banken-Rettung &uuml;ber den Tisch gezogen wurde<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"?p=5399&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Griechenland-Debatte<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Verkehrsunfall oder Systemfehler? Gespr&auml;chsserie &ldquo;Lehren aus der Hyperkrise&rdquo;<\/strong><br>\nDie seit Herbst 2008 andauernde Finanzkrise hat sich auch zu einer Krise des globalisierten Kapitalismus zugespitzt. Denn eine ungehemmte Liberalisierung der M&auml;rkte und die Ausdehnung der internationalen Arbeitsteilung haben die gigantischen Wachstums- und Wohlstandsversprechen nicht einl&ouml;sen k&ouml;nnen.<br>\nIn unserer heute beginnenden Gespr&auml;chsserie &ldquo;Lehren aus der Hyperkrise&rdquo; unterh&auml;lt sich Stefan Fuchs mit dem Wirtschaftswissenschaftler Heiner Flassbeck dar&uuml;ber, ob es sich beim Finanzcrash und seinen Folgen nur um einen Verkehrsunfall oder gar einen Systemfehler handelt.<br>\nFlassbeck war nach dem Regierungswechsel 1998 unter Oskar Lafontaine Staatssekret&auml;r im Bundesfinanzministerium. Seit November 2000 fungiert er als Chef-Volkswirt bei der UNO-Organisation f&uuml;r Welthandel und Entwicklung UNCTAD in Genf.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.dradio.de\/dlf\/sendungen\/essayunddiskurs\/1174397\/\">Deutschlandradio<\/a><\/li>\n<li><strong>Deutschland &ndash; Totengr&auml;ber der W&auml;hrungsunion<\/strong><br>\nDas in der Dis&shy;kus&shy;sion stra&shy;pa&shy;zierte mora&shy;li&shy;sche Argu&shy;ment, kein Land d&uuml;rfe &uuml;ber seine Ver&shy;h&auml;lt&shy;nisse leben und mehr Schul&shy;den auf&shy;neh&shy;men als es zur&uuml;ck&shy;zah&shy;len kann (und m&uuml;sse daher bei Zah&shy;lungs&shy;un&shy;f&auml;&shy;hig&shy;keit durch strenge Spar&shy;auf&shy;la&shy;gen bestraft wer&shy;den), sieht nicht nur von der mora&shy;li&shy;schen Ver&shy;ant&shy;wor&shy;tung des Gl&auml;u&shy;bi&shy;gers ab, son&shy;dern zeugt von &ouml;ko&shy;no&shy;mi&shy;schem Maso&shy;chis&shy;mus und poli&shy;ti&shy;scher Kurz&shy;sich&shy;tig&shy;keit. Wenn Grie&shy;chen&shy;land &ndash; und in wei&shy;te&shy;rer Folge andere von Schul&shy;den&shy;kri&shy;sen bedrohte L&auml;n&shy;der wie Por&shy;tu&shy;gal, Spa&shy;nien oder Irland, jetzt auf Jahre zu stren&shy;ger Spar&shy;po&shy;li&shy;tik gezwun&shy;gen wer&shy;den, lei&shy;det zual&shy;ler&shy;erst die gr&ouml;&szlig;te euro&shy;p&auml;i&shy;sche Export&shy;na&shy;tion, indem f&uuml;r deut&shy;sche Export&shy;pro&shy;dukte Absatz&shy;m&auml;rkte weg bre&shy;chen. Zum zwei&shy;ten wird damit jede Wachs&shy;tums&shy;dy&shy;na&shy;mik in den Schuld&shy;ner&shy;l&auml;n&shy;dern abge&shy;w&uuml;rgt, und in Folge des&shy;sen die F&auml;hig&shy;keit zur R&uuml;ck&shy;zah&shy;lung der Schul&shy;den erst recht wie&shy;der in Frage gestellt. Zahl&shy;rei&shy;che Schul&shy;den&shy;kri&shy;sen der j&uuml;n&shy;ge&shy;ren Geschichte haben gezeigt, dass ein Land sich aus sei&shy;nen Schul&shy;den nicht her&shy;aus&shy;spa&shy;ren, son&shy;dern nur her&shy;aus&shy;wach&shy;sen kann. Ent&shy;schei&shy;dend f&uuml;r die Zah&shy;lungs&shy;f&auml;&shy;hig&shy;keit Grie&shy;chen&shy;lands wird daher sein, dass es rasch auf einen Wachs&shy;tums&shy;pfad zur&uuml;ck&shy;keh&shy;ren kann. Daf&uuml;r braucht es kurz&shy;fris&shy;tig &Uuml;ber&shy;br&uuml;&shy;ckungs&shy;kre&shy;dite von EU und IWF sowie eine Umschul&shy;dung mit einer sub&shy;stan&shy;zi&shy;el&shy;len Reduk&shy;tion der Schul&shy;den&shy;last zulas&shy;ten der Gl&auml;u&shy;bi&shy;ger grie&shy;chi&shy;scher Staats&shy;an&shy;lei&shy;hen. Dar&shy;&uuml;ber hin&shy;aus muss es aber eine par&shy;ti&shy;elle R&uuml;ck&shy;nahme bzw. zeit&shy;li&shy;che Stre&shy;ckung der &uuml;ber&shy;zo&shy;gen stren&shy;gen Spar&shy;auf&shy;la&shy;gen geben. Nur so kann Grie&shy;chen&shy;land in die Lage ver&shy;setzt wer&shy;den, Inves&shy;ti&shy;tio&shy;nen in die Wett&shy;be&shy;werbs&shy;f&auml;&shy;hig&shy;keit sei&shy;ner Wirt&shy;schaft zu t&auml;ti&shy;gen und die schlimms&shy;ten sozia&shy;len Aus&shy;wir&shy;kun&shy;gen der Krise auf seine Bev&ouml;l&shy;ke&shy;rung abzu&shy;mil&shy;dern. Wer in Deutsch&shy;land und anderswo daran inter&shy;es&shy;siert ist, dass das euro&shy;p&auml;i&shy;sche Pro&shy;jekt eine poli&shy;ti&shy;sche Zukunft hat, sollte gerade den letz&shy;ten Punkt nicht aus den Augen verlieren.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.beigewum.at\/2010\/04\/deutschland-totengraber-der-wahrungsunion\/\">BEIWEGUM<\/a><\/li>\n<li><strong>Auf der falschen Welle<\/strong><br>\nDass sich die Kanzlerin von Stimmungen treiben l&auml;sst, bedeutet keineswegs, dass sie keine Richtung h&auml;tte. Ja, sie ist lange im Strom der Anti-Griechen-Stimmung geschwommen. Wenn aber die eine oder andere Tatsache den Fluss der Dinge st&ouml;rte &ndash; die unverantwortliche Spekulation gegen den Euro, das Mitverschulden und -verdienen vieler Banken und anderes mehr -, dann holte Merkel das Ruder heraus und umschiffte die ideologisch unpassenden Fakten. Viele von denen, die das Lavieren unserer Regierungschefin jetzt kritisieren, haben sie noch vor kurzem daf&uuml;r ger&uuml;hmt. Die Loblieder klangen, als sei ein ausgepr&auml;gtes Gef&uuml;hl f&uuml;r Macht und Stimmung schon etwas &Auml;hnliches wie Politik. Als sei es Demokratie, wenn bei &ldquo;Bild&rdquo; die Zeilen und bei Infratest die Zahlen stimmen. Griechenland sollte diese Ideologen des Pragmatismus gelehrt haben, in welches Dilemma diese Stimmungspolitik auch eine Meisterin wie Merkel st&uuml;rzen kann. Als sie vor eineinhalb Jahren die Sicherheit deutscher Spareinlagen garantierte, da griff die Kanzlerin nicht nur die &Auml;ngste der Menschen auf. Sie tat das zugleich in einer Weise, die die ber&uuml;hmten &ldquo;M&auml;rkte&rdquo; nach der Lehman-Pleite ein wenig beruhigte. Psychologie und Politik stimmten &uuml;berein.<br>\nWer Merkel in diesem Fr&uuml;hjahr erlebte, muss fast annehmen: Das war Zufall. Denn dieses Mal klafften das Bedienen von Befindlichkeiten und die realen Notwendigkeiten weit auseinander. Die Kanzlerin musste wissen , dass es ohne ein Stabilisierungspaket f&uuml;r Griechenland nicht geht. Sie schwamm dennoch auf der Anti-Welle in der tr&uuml;gerischen Hoffnung, bis zur Wahl in Nordrhein-Westfalen durchzuhalten. Das ist im Ergebnis nicht weniger unverantwortlich, als h&auml;tte sie es genau so geplant. Einem Normalb&uuml;rger ist es nicht zu verdenken, wenn er spontan sagt: Mein Steuergeld hat bei den hellenischen Verschwendern nichts zu suchen. Die wichtigste Politikerin Deutschlands aber h&auml;tte dieser Stimmung Wahrheiten entgegensetzen m&uuml;ssen. Zum Beispiel die, dass es au&szlig;er den &ldquo;b&ouml;sen Griechen&rdquo; noch andere Verantwortliche gibt. Etwa an den noch immer unzureichend regulierten Finanzm&auml;rkten oder in Hauptst&auml;dten, wo nationale Egoismen mehr gepflegt werden als die Notwendigkeiten einer europ&auml;isierten &Ouml;konomie.<br>\nDann aber h&auml;tte sich die Kanzlerin am Ende an die eigene Nase fassen m&uuml;ssen. Und das kann ja keiner verlangen. Oder?<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/_em_cms\/_globals\/print.php?em_ssc=MSwwLDEsMCwxLDAsMSww&amp;em_cnt=2608787&amp;em_loc=1775&amp;em_ref=\/in_und_ausland\/politik\/meinung\/&amp;em_ivw=fr_meinung\">FR<\/a><\/li>\n<li><strong>Euro-Krise: Wie sich der Bundestag selbst entmachtet<\/strong><br>\nMit bis zu 22 Milliarden Euro beteiligt sich Deutschland an der EU-Hilfe f&uuml;r Griechenland. Im Eiltempo wird in dieser Woche das Gesetz verabschiedet, der Bundestag kann dieses nur noch abnicken. Die Bundestagsabgeordneten hingegen k&ouml;nnen das ihnen vorgelegte Gesetz nur noch abnicken. Weder reicht die Zeit, um den Gesetzentwurf ausf&uuml;hrlich zu diskutieren, noch reichen f&uuml;nf Tage, um in der eigentlich gebotenen Ausf&uuml;hrlichkeit Experten anzuh&ouml;ren. Die vorgesehenen parlamentarischen Beratungsfristen werden eigens verk&uuml;rzt.<br>\nDie Demokratie nimmt wieder einmal Schaden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/meinung\/wie-sich-der-bundestag-selbst-entmachtet\/1813170.html\">Tagesspiegel<\/a><em>\n<p><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Dabei geht es bei diesem Gesetz keineswegs nur im die Bewilligung einer Kredithilfe, sondern um eine europapolitisch weitgehende Entscheidung. N&auml;mlich darum, dass der deutsche Bundestag mit der Verabschiedung dieses Gesetzes der griechischen Regierung und den Griechen eine Austerit&auml;tspolitik mit strengsten Sparauflagen aufzwingt, also damit eine europ&auml;ischen Linie der neoliberalen Wettbewerbspolitik durchsetzt. Siehe dazu auch den heutigen Beitrag von Professor Fisahn <a href=\"?p=5403\">&bdquo;Rhetorik der Unverantwortlichkeit &ndash; der Umgang mit den Wirkungen der Finanzkrise und der Fall Griechenland&ldquo;<\/a>.<\/p><\/em><\/li>\n<li><strong>IMK: Absicherung griechischer Staatsanleihen fast doppelt so teuer wie von argentinischen Papieren<\/strong><br>\nDie Ausfallwahrscheinlichkeit kurzfristiger griechischer Staatsanleihen wurden in der vergangenen Woche auf den Finanzm&auml;rkten deutlich h&ouml;her eingestuft als die von vergleichbaren Schuldverschreibungen der Republik Argentinien, einem Land, das die Folgen seines Staatsbankrotts noch nicht &uuml;berwunden hat. Auch die Absicherung kurzfristiger Anleihen der Ukraine, Islands oder Russlands durch so genannte CDS-Spreads war weitaus g&uuml;nstiger als die von vergleichbaren griechischen Papieren. Darauf weist das Institut f&uuml;r Makro&ouml;konomie und Konjunkturforschung (IMK) in der Hans-B&ouml;ckler-Stiftung hin. &ldquo;Die enormen Risikoaufschl&auml;ge lassen starke Zweifel daran aufkommen, dass die Finanzm&auml;rkte bei der Bewertung des Euro- und EU-Staats Griechenland rational vorgehen&rdquo;, sagt Prof. Dr. Gustav A. Horn, der Wissenschaftliche Direktor des IMK. &ldquo;Und sie machen deutlich, welche dramatischen Folgen die Verz&ouml;gerungen bei der Bereitstellung von EU-Krediten haben. Wir erleben eine gef&auml;hrliche Spirale aus Panik und Spekulation.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/320_104474.html\">Hans-B&ouml;ckler Stiftung<\/a><\/li>\n<li><strong>Schock-Strategie f&uuml;r Griechenland<\/strong><br>\nDie Strategie hat System &ndash; immer wenn durch Katastrophen, Krieg oder Krisen die Not am gr&ouml;&szlig;ten ist, wird die Gesellschaft einer &ouml;konomischen Schock-Behandlung unterzogen, mit deren Hilfe neoliberale Reformen im Eiltempo umgesetzt werden, die ansonsten am Widerstand der Bev&ouml;lkerung scheitern w&uuml;rden. Wie diese Strategie funktioniert, hat bereits Naomi Klein in ihrem grandiosen Buch Die Schock-Strategie &ndash; Der Aufstieg des Katastrophen-Kapitalismus herausgearbeitet. Wenn Klein eine Neuauflage des Buches schreiben w&uuml;rde, bek&auml;me die Griechenland-Krise sicherlich ihr eigenes Kapitel. Unter der Schockstarre des Beinahe-Bankrotts, der sich erst durch die Hinhaltetaktik der deutschen Regierung manifestierte, verabreichen nun IWF und die EU unter deutscher F&uuml;hrung Griechenland ihre bittere Medizin. Noch bevor die Rettungsspritze aufgezogen ist, muss Griechenland historische Reformen in Angriff nehmen, von denen nur ein kleiner Teil dazu geeignet ist, die strukturellen Probleme des Landes wirklich zu l&ouml;sen. Die Chancen, aus eigenen Kr&auml;ften die Krise zu meistern und halbwegs unbeschadet aus ihr herauszukommen, sind nun ein f&uuml;r alle Male pass&eacute;. Griechenland droht nun vielmehr das Schicksal von Pinochets Chile, das als Experimentierfeld der Chicago-Boys radikal auf Marktliberalismus getrimmt wurde. Die Chicago-Boys von damals sind die Frankfurt-Boys von heute. (&hellip;)<br>\nDas politische System Griechenlands wird sich massiv wandeln, vielleicht wird der Staat sogar das erste EU-Land mit kommunistischer Regierung &ndash; schlie&szlig;lich sind die Kommunisten dritte Kraft im Parteiensystem und Profiteure der Krise. Europa und IWF doktern ohne Heilungsabsicht an den Symptomen der griechischen Krankheit herum, ohne die Ursachen eines Blickes zu w&uuml;rdigen. Kein Wort &uuml;ber die Schieflage des Au&szlig;enhandels in der Eurozone, kein Wort &uuml;ber die deutsche Sparwut, die nicht nur den deutschen Arbeitnehmern, sondern auch halb Europa die Luft abschneidet. Am deutschen Wesen soll die Welt genesen, die Frankfurt-Boys haben einen Etappensieg errungen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegelfechter.com\/wordpress\/2534\/schock-strategie-fur-griechenland\">Spiegelfechter<\/a><\/li>\n<li><strong>Michael Schlecht: Akropolis wackelt, der Euro brennt &ndash; und die Agenda 2010 wird in radikaliserter Form &ldquo;exportiert&rdquo;<\/strong><br>\nG&auml;be es in Griechenland f&uuml;r Reiche angemessene Einkommen- und Verm&ouml;gensteuern, die auch bezahlt werden, w&uuml;rde es keine drohende Zahlungsunf&auml;higkeit geben.<br>\nDer Kampf der griechischen Bev&ouml;lkerung gegen das K&uuml;rzungspaket ist der gleiche Kampf gegen die Umverteilung, den auch wir in Deutschland f&uuml;hren. Ein Kommentar von Michael Schlecht, Chefvolkswirt der Fraktion DIE LINKE.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.s-o-z.de\/?p=21795\">Saarl&auml;ndische Online-Zeitung<\/a><\/li>\n<li><strong>Die Politik kapituliert vor der Macht der M&auml;rkte<\/strong><br>\nDoch wie kann es sein, dass auch mehr als eineinhalb Jahre nach Lehman die Politik immer noch den Finanzm&auml;rkten ausgeliefert ist? Warum kann man weiterhin keine Bank und erst recht kein Land pleitegehen lassen? Warum finanzieren Europas Steuerzahler, dass ein griechischer Finanzmogul wie Spiros Latsis vor gro&szlig;en Verlusten bewahrt wird, wie es die &bdquo;Bild&ldquo; am Freitag auf den Punkt brachte?<br>\nDass die Finanzm&auml;rkte der Politik ihr Handeln quasi diktieren, liegt nicht an b&ouml;sen Spekulanten, auch wenn das Politiker Glauben machen wollen. So s&auml;he der CSU-Generalsekret&auml;r Alexander Dobrindt die Profiteure der Schuldenkrise Griechenlands gern am Pranger. Er forderte sogar eine &bdquo;schwarze Liste&ldquo;, mit den Namen der Spekulanten, die gegen Griechenland gewettet haben: &bdquo;Wer mit seinen Spekulationen ganze Staaten in Schieflage bringt, geh&ouml;rt angeprangert und gebrandmarkt.&ldquo;<br>\nMit derartigen Haltet-den-Dieb-Spr&uuml;chen versuchen die Politiker, von ihrem eigenen Versagen abzulenken. Sp&auml;testens seit Lehman war klar, dass die moderne Staatengemeinschaft kollektiv in den Konkurs zu steuern droht. Und das nicht nur, weil die Finanzwelt in Teilbereichen regellos ist, sondern vor allem wegen des eigenen Unverm&ouml;gens, solide zu wirtschaften.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/article7424093\/Die-Politik-kapituliert-vor-der-Macht-der-Maerkte.html?print=yes#reqdrucken\">Welt<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung des NDS-Lesers G.G.:<\/strong> Das ist das schlichte Weltbild der &ldquo;Welt&rdquo;. Jetzt m&uuml;sste man nur noch wissen, ob es in der Redaktion einen erh&ouml;hten Aspirin-Konsum gibt, um solche S&auml;tze ohne Kopfschmerzen zu ertragen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Staatsanleihen-Rating: EZB verw&auml;ssert f&uuml;r Griechen-Rettung ihre Regeln<\/strong><br>\nUm Athen zu helfen, greift die Europ&auml;ische Zentralbank zu einem beispiellosen Mittel: Die Notenbank setzt f&uuml;r Griechenland ihre eigene Regel aus, nach der sie nur Staatsanleihen mit einem befriedigenden Rating als Sicherheit akzeptiert. Kritiker sehen nun die Glaubw&uuml;rdigkeit der EZB gef&auml;hrdet<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/soziales\/0,1518,692602,00.html\">SPIEGEL<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Der Spiegel gibt sich wieder einmal heiliger als der Papst. Die EZB &ldquo;verw&auml;ssert&rdquo; nicht, sondern setzt sich endlich eigene Regeln, um sich von irgendwelchen privaten Kristallkugelguckern an der Wall Street abh&auml;ngig zu machen. Banker, die hier kritisieren, m&uuml;ssen sich die Frage gefallen lassen, worauf sie denn gewettet haben. Sie sollten einen Blick auf ihre angels&auml;chsischen Vorbilder werfen, dort d&uuml;rfen die Notenbanken Staatsanleihen sogar kaufen, und sie tun es, ohne dass Moody&rsquo;s oder wie sie hei&szlig;en erkl&auml;ren, dass dies die Kreditw&uuml;rdigkeit der Vereinigten Staaten oder Gro&szlig;britanniens am internationalen Kapitalmarkt beintr&auml;chtigen w&uuml;rde.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Ulrike Herrmann: Bankrott ist keine L&ouml;sung<\/strong><br>\nNat&uuml;rlich kann die griechische Regierung sparen, wie es der Internationale W&auml;hrungsfonds und die EU jetzt fordern: Sie kann die Mehrwertsteuer erh&ouml;hen, die Einkommensteuer auch bei den Selbst&auml;ndigen eintreiben, den Milit&auml;retat k&uuml;rzen, Krankenh&auml;user schlie&szlig;en und Weihnachtsgelder streichen. Trotzdem d&uuml;rfte es f&uuml;r die Gl&auml;ubiger Griechenlands zu sp&auml;t sein, weil jeder Sparkurs die Wirtschaft abw&uuml;rgt. Ein Staatsbankrott scheint unausweichlich. EU und IWF k&ouml;nnen ihn wahrscheinlich nicht mehr aufhalten &ndash; sondern aus einem chaotischen Crash nur noch eine geordnete Abwicklung machen. Ein ungeordneter Staatsbankrott w&auml;re tats&auml;chlich katastrophal. In Griechenland w&uuml;rden s&auml;mtliche Banken sofort zusammenbrechen. Schlie&szlig;lich besitzen sie etwa 40 Milliarden Euro an griechischen Staatsanleihen &ndash; vor allem aber w&uuml;rden die Griechen in die Banken st&uuml;rmen, um ihr Geld abzuziehen. Wenn der Staat bankrott ist und die Einlagen nicht mehr garantieren kann, muss es zur Massenpanik kommen, weil jeder Sparer zu Recht annimmt, dass sein Konto nicht mehr sicher ist. Auch f&uuml;r die Deutschen w&uuml;rde ein chaotischer Staatsbankrott teuer, schon weil Pleitebanken wie die Hypo Real Estate, die Commerzbank und einige Landesbanken Milliarden in Griechenland investiert haben. Vor allem aber w&auml;re abzusehen, dass auch Defizitl&auml;nder wie Portugal oder Spanien keine neuen Kredite mehr bek&auml;men, &ndash; und dort sind die deutschen Banken noch st&auml;rker engagiert. Der Sinn der Rettungspakete ist schlicht: EU und IWF versuchen, Zeit zu kaufen. F&uuml;r drei Jahre werden nun alle Verbindlichkeiten Griechenlands &uuml;bernommen, auf dass es danach seine Schulden allein bedienen kann. Wahrscheinlich ist dies nicht &ndash; aber bis dahin haben sich vielleicht Spanien und Portugal so weit saniert, dass sie nicht mehr in die Griechenland-Turbulenzen hineingezogen werden.<br>\nPolitisch bedenklich ist, dass die Wellen der Emp&ouml;rung in dieser Finanzkrise immer wieder gleich verlaufen: Stets wird nach individuellen Schuldigen gesucht. Jetzt sind es eben &ldquo;die faulen Griechen&rdquo;. Diese &ldquo;Privatisierung&rdquo; der Krise ist unpolitisch, weil ausgeblendet wird, dass indirekt alle Anleger profitieren, wenn das Finanzsystem stabilisiert wird. Folglich w&auml;ren auch alle Investoren an den Rettungskosten zu beteiligen &ndash; durch eine Finanztransaktionssteuer, durch h&ouml;here Spitzensteuers&auml;tze und steigende Steuern auf Kapitalertr&auml;ge. Solche Ma&szlig;nahmen haben jedoch keine Chance, solange nur nationalistisch auf die &ldquo;faulen Griechen&rdquo; geschimpft wird.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=me&amp;dig=2010%2F05%2F03%2Fa0023&amp;cHash=68b579b515\">TAZ<\/a><\/li>\n<li><strong>Interessiert eigentlich jemanden, was in Griechenland wirklich passiert?<\/strong><br>\nNachDenkSeiten-Leserin M.M. weist auf den Blog &ldquo;Print W&uuml;rgt&rdquo; von Michel Pantelouris hin, der erhellende Kommentare zur Griechenland-Berichterstattung der deutschen Medien bietet. Beispiele:<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/print-wuergt.de\/2010\/05\/02\/interessiert-eigentlich-jemanden-was-in-griechenland-wirklich-passiert\/\">Print W&uuml;rgt: Interessiert eigentlich jemanden, was in Griechenland wirklich passiert?<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/print-wuergt.de\/2010\/05\/02\/die-rentenluge-folge-192\/\">Pringt W&uuml;rgt: Die Rentenl&uuml;ge, Folge 192<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Berlin diskutiert &ldquo;griechische&rdquo; L&ouml;sung<\/strong><br>\nDie Bundesregierung pr&uuml;ft nach Informationen der FR einen Buchungstrick, um die Schuldenbremse des Grundgesetzes 2011 ohne harte Einschnitte einhalten zu k&ouml;nnen. Bei der neuen Defizitgrenze habe sie ein Schlupfloch gefunden, hei&szlig;t es in Regierungskreisen.<br>\nUm das zu nutzen, k&ouml;nnte der Bund seine &Uuml;berweisung an die Arbeitslosenversicherung als Darlehen deklarieren. Damit sicherte er sich Anspr&uuml;che auf R&uuml;ckzahlung in der Zukunft. Entsprechend s&auml;nke den Angaben zufolge sein strukturelles Defizit um rund neun Milliarden Euro. Die Koalition k&ouml;nnte formal die Schuldenbremse einhalten, ohne ernsthaft sparen zu m&uuml;ssen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/in_und_ausland\/wirtschaft\/aktuell\/?em_cnt=2605388&amp;em_loc=31\">FR<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Staatsanwalt will Ermittlungen gegen KfW einstellen<\/strong><br>\nDie Millionen&uuml;berweisung der staatseigenen KfW-Bankengruppe an die US-Pleitebank Lehman-Brothers k&ouml;nnte unges&uuml;hnt bleiben: Einem Zeitungsbericht zufolge will die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen einstellen &ndash; wegen der Panne fristlos gek&uuml;ndigte Vorst&auml;nde k&ouml;nnten nachtr&auml;glich kassieren.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/unternehmen\/0,1518,druck-692576,00.html\">Spiegel Online<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Bontrup: Arbeitslosigkeit kann durch Wachstum nicht mehr abgebaut werden<\/strong><br>\nBesch&auml;ftigung: Nur mit einer Verk&uuml;rzung der Arbeitszeit lasse sich die hohe Erwerbslosigkeit reduzieren, sagt der &Ouml;konom Heinz-J. Bontrup von der FH Gelsenkirchen und Sprecher der Arbeitsgruppe Alternative Wirtschaftspolitik. Solange eine Verk&uuml;rzung nicht gr&ouml;&szlig;er sei als das Produktivit&auml;tswachstum, w&uuml;rde sie Arbeit auch nicht teurer machen. Bontrup fordert zudem, den Staat finanziell besser auszustatten sowie einen &ouml;ffentlichen Besch&auml;ftigungssektor.<br>\nWie l&auml;sst sich die Arbeitslosigkeit abbauen?<br>\nWir brauchen drei Elemente: Eine kollektive Arbeitszeitverk&uuml;rzung, einen &ouml;ffentlichen Besch&auml;ftigungssektor und eine expansive Finanzpolitik.<br>\nIst eine expansive Finanzpolitik &uuml;berhaupt zu verkraften?<br>\nDass die Staatsverschuldung durch die Krise gestiegen ist, kann kein Grund sein, in Zukunft auf schuldenfinanzierte Ausgaben zu verzichten. Dies hat einmal mehr die aktuelle Krise gezeigt. Aber mittel- und langfristig ist eine &uuml;berzyklische steuerfinanzierte Politik notwendig.<br>\nSie verlangen Arbeitszeitverk&uuml;rzung. Die wurde selbst von Gewerkschaften ad acta gelegt. Warum greifen Sie das Thema wieder auf?<br>\nDie Schere zwischen Wirtschafts- und Produktivit&auml;tswachstum geht immer weiter auseinander. Das hei&szlig;t: Die Produktivit&auml;t, mit der ja Arbeit eingespart wird, w&auml;chst st&auml;rker als die Wirtschaft. Zwischen 1991 und 2008 ist das Bruttoinlandsprodukt im Jahresschnitt um 1,5&nbsp;% gewachsen, die Produktivit&auml;t je Erwerbst&auml;tigenstunde aber um 1,8&nbsp;%. Das Arbeitsvolumen ist also jedes Jahr um 0,3&nbsp;%-Punkte gesunken. Auch wenn durch die zuk&uuml;nftige demografische Entwicklung das Arbeitskr&auml;fteangebot zur&uuml;ckgeht, wird sich die Schere zwischen Produktivit&auml;t und Wachstum nicht wieder schlie&szlig;en.<br>\nWie stark m&uuml;sste das Wirtschaftswachstum sein, um die hohe Arbeitslosigkeit abzubauen?<br>\n&Uuml;ber einen Zeitraum von etwa zehn Jahren w&auml;ren reale Wachstumsraten des Bruttoinlandsproduktes von 8&nbsp;% bis 10&nbsp;% n&ouml;tig. Das ist aber v&ouml;llig unrealistisch. Wenn die Politik es mit dem Abbau der Arbeitslosigkeit ernst meint, muss man die Arbeitszeit verk&uuml;rzen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.vdi-nachrichten.de\/vdi-nachrichten\/aktuelle_ausgabe\/akt_ausg_detail.asp?cat=1&amp;id=47427&amp;source=homepage\">VDI-Nachrichten<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Schm&auml;hl fordert st&auml;rkere Rentensteigerungen<\/strong><br>\nFr&uuml;herer Vorsitzender des Sozialbeirats bef&uuml;rchtet, dass Rentner zunehmend von der Einkommensentwicklung abgekoppelt werden.<br>\nAnlass f&uuml;r die Forderung Schm&auml;hls ist die mehrfache &Auml;nderung der Rentenanpassungsformel in den vergangenen Jahren. Durch den Einbau eines Nachhaltigkeits- und des &ldquo;Riester&rdquo;-Faktors in die Formel sei die gesetzlich vorgesehene Dynamik &ndash; die Anbindung der Renten an die Lohnentwicklung bei den Besch&auml;ftigten &ndash; kaum noch erkennbar, kritisiert Schm&auml;hl. Deshalb pl&auml;diert er f&uuml;r den Wechsel zu einem Anpasssungsmechanismus, in dem nur noch &ldquo;die Faktoren eine Rolle spielen, die auch f&uuml;r die Beitragsabf&uuml;hrung relevant sind: Bruttolohn und Beitragssatz.&rdquo;<br>\nEinen weiteren Beleg daf&uuml;r, dass seine Forderung berechtigt ist, sieht der Rentenexperte in den niedrigen Renditen kapitalmarktabh&auml;ngiger Vorsorgeprodukte. Obwohl die Verfechter der kapitalgedeckten Altersvorsorge immer wieder auf eine angeblich h&ouml;here Rendite dieser Produkte verwiesen, spreche kaum etwas daf&uuml;r, dass &ldquo;dies in der Realit&auml;t der Fall ist oder in n&auml;chster Zeit sein wird&rdquo;, kritisiert der Wissenschaftler.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ihre-vorsorge.de\/Experte-fordert-staerkere-Rentensteigerungen.html\">Ihre Vorsorge<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Urteil gegen Dessoush&auml;ndler: Gericht nennt Lohn von sechs Euro brutto sittenwidrig<\/strong><br>\nSechs Euro Stundenlohn f&uuml;r eine Fachverk&auml;uferin &ndash; das ist selbst im schlecht bezahlten Osten Deutschlands eindeutig zu wenig. Arbeitsrichter in Sachsen geben der Klage einer Verk&auml;uferin statt, die wenigstens zwei Drittel des orts&uuml;blichen Tariflohns verlangte.<br>\nDer Tariflohn im s&auml;chsischen Einzelhandel liegt bei 12,34 Euro pro Stunde. Die Verk&auml;uferin eines Dessoush&auml;ndlers bekam nur die H&auml;lfte zahlt, sechs Euro brutto. Dagegen hat sie geklagt, das Arbeitsgericht Leipzig hat ihr nun Recht gegeben und den Lohn als sittenwidrig bezeichnet.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/service\/0,1518,692740,00.html\">SPIEGEL<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung des NDS-Lesers J.A.:<\/strong> Auch ein Drittel unter dem anerkannten Tarif ist Lohndumping.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Die Kopfpauschale l&ouml;st Widerstand aus<\/strong><br>\nDie Proteste k&ouml;nnten gr&ouml;&szlig;er werden als die gegen Hartz IV, sagt die &Auml;rztin Nadja Rakowitz: &ldquo;Denn von Hartz IV f&uuml;hlten sich viele Menschen nicht betroffen und k&uuml;mmerten sich nicht darum. Doch von der Kopfpauschale und anderen Formen der Gesundheitsreform sind viele betroffen. Das k&ouml;nnte mehr Potenzial zum Widerstand haben.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=in&amp;dig=2010%2F05%2F03%2Fa0109&amp;cHash=22b8612949\">taz<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Fraport: Allen Warnungen zum Trotz<\/strong><br>\nHessens Ministerpr&auml;sident Roland Koch (CDU) pr&auml;sentiert sich gerne als k&uuml;hler Stratege. Doch neu aufgetauchte Akten zeigen detailliert, wie Flughafenbetreiber Fraport &ndash; mehrheitlich in &ouml;ffentlichem Besitz &ndash; unter Kochs Aufsichtsratsvorsitz allen Warnungen zum Trotz in das gr&ouml;&szlig;te Finanzdesaster des Unternehmens schlitterte. Rund 500 Millionen Euro sind dabei verbrannt. Es geht um das gescheiterte Manila-Engagement von Fraport, um den illegalen und kostspieligen Versuch, auf den Philippinen vom Jahr 2000 an ein gro&szlig;es internationales Terminal zu errichten und zu betreiben &ndash; obwohl die philippinische Verfassung dies ausschloss. Aufsichtsratsprotokolle und Berichte der Wirtschaftspr&uuml;fer KPMG zeigen, wie Fraport unter der &Auml;gide von Vorstandschef Wilhelm Bender und Aufsichtsrat Koch alle Warnungen in den Wind schlug, um schnell international zu wachsen. Fraport konnte demnach aus Expertisen fr&uuml;h wissen, dass gro&szlig;e Probleme drohen.<br>\nEnde 2002 erkl&auml;rte die philippinische Regierung die Vertr&auml;ge &uuml;ber das Terminal f&uuml;r nichtig. Fraport war da bereits mit rund 400 Millionen Dollar engagiert. In einem Sonderprotokoll des Aufsichtsrats hielt Koch 2003 fest, dass dem Fraport-Vorstand dennoch &ldquo;keine Verletzung der Sorgfaltspflicht vorgeworfen werden k&ouml;nne&rdquo;. Trotz der Verpulverung von Hunderten Millionen Euro in dem Manila-Gesch&auml;ft sei &ldquo;der unternehmerisch zul&auml;ssige Handlungsrahmen nicht &uuml;berschritten worden&rdquo;, so Koch laut Protokoll. Er beschloss 2003 sogar eine Gehaltserh&ouml;hung des Fraport-Chefs von 550000 auf 700000 Euro j&auml;hrlich und gab 2004 den Aufsichtsratsvorsitz ab. Sein Nachfolger im Kontroll-Gremium wurde Hessens Finanzminister Karlheinz Weimar. Vor der Weltbank klagte Fraport auf Schadenersatz gegen die Philippinen &ndash; und handelte sich 2007 eine Niederlage ein: &ldquo;Fraport hat bewusst und vors&auml;tzlich geltendes Recht umgangen&rdquo;, urteilten die obersten Handelsrichter. Schadenersatz gebe es nur f&uuml;r legale Gesch&auml;fte. Konsequenzen f&uuml;r Bender und Koch hatte das Urteil nicht.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/_em_cms\/_globals\/print.php?em_ssc=MSwwLDEsMCwxLDAsMSww&amp;em_cnt=2608735&amp;em_loc=31&amp;em_ref=\/in_und_ausland\/wirtschaft\/aktuell\/&amp;em_ivw=fr_wirstart\">FR<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Computerspiele: Moderne Zeitdiebe<\/strong><br>\nIn der Kategorie der Kinderspiele wurde am Donnerstag die interaktive Lernsoftware &ldquo;Lernerfolg Vorschule &ndash; K&auml;pt&acute;n Sharky&rdquo; mit 75000 Euro pr&auml;miert. Aha. Nur: Im Vergleich wozu soll denn ein Computerspiel f&uuml;r Kindergartenkinder bitte &ldquo;p&auml;dagogisch sinnvoll&rdquo; sein? Im Vergleich zum guten Buch, zum Blockfl&ouml;tenunterricht oder zum Waldspaziergang sicher nicht. Allenfalls im Vergleich zu anderen Spielen, die noch viel weniger geeignet sind. Unter den Blinden ist der Ein&auml;ugige bekanntlich K&ouml;nig. Das Spiel ist bereits mit drei anderen Auszeichnungen geschm&uuml;ckt. F&uuml;r mich ein Fall von Augenwischerei. Computerspiele f&uuml;r Vorschulkinder sind und bleiben Zeitdiebe.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/in_und_ausland\/wissen_und_bildung\/aktuell\/2605119_Gastbeitrag-Moderne-Zeitdiebe.html\">FR<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Mehrheit der Bundesb&uuml;rger f&uuml;r Bildungsrepublik. Hohe Unzufriedenheit mit Bildungspolitik<\/strong><br>\n72 Prozent aller Bundesb&uuml;rger bejahen das Ziel, eine Bildungsrepublik Deutschland zu schaffen. Das ergab die forsa-Meinungsumfrage im Auftrag des VBE aus Anlass der bevorstehenden Steuersch&auml;tzung. VBE-Bundesvorsitzender Udo Beckmann betonte heute in Berlin bei der Pr&auml;sentation der Umfrageergebnisse, die Bildungsrepublik werde als gesamtgesellschaftliches Ziel wahrgenommen. &ldquo;F&uuml;r die Umsetzung h&auml;tten die Bundesregierung und die Regierenden in den L&auml;ndern einen sicheren R&uuml;ckhalt in der Bev&ouml;lkerung und in ihrer Anh&auml;ngerschaft&rdquo;, so Beckmann.<br>\nDie forsa-Umfrage gibt auch Aufschluss dar&uuml;ber, wie die Bundesb&uuml;rger die Verantwortung f&uuml;r Bildung zugeordnet wissen m&ouml;chten. &ldquo;40 Prozent der Bundesb&uuml;rger sprechen sich f&uuml;r eine gemeinsame Verantwortung von Bund und L&auml;ndern f&uuml;r die Schul- und Bildungspolitik aus&rdquo;, unterstrich Beckmann. &ldquo;Nur noch ein knappes Drittel ist von der Alleinzust&auml;ndigkeit der L&auml;nder &uuml;berzeugt. Das haben sich die L&auml;nder aus meiner Sicht selbst zuzuschreiben.&rdquo; Je l&auml;nger die Erfahrung der alleinigen L&auml;nderzust&auml;ndigkeit gemacht werde, so Beckmann, desto mehr nehme die Akzeptanz ab.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/bildungsklick.de\/pm\/73235\/mehrheit-der-bundesbuerger-fuer-bildungsrepublik-hohe-unzufriedenheit-mit-bildungspolitik\/\">Bildungsklick<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Kosovo: Guttenberg zieht 1000 Soldaten ab<\/strong><br>\nSollte die Lage auf dem Balkan stabil bleiben, k&ouml;nnten weitere Soldaten heimkehren. &ldquo;Es kann durchaus sein, dass, wenn die Voraussetzungen gegeben sein sollten, sp&auml;ter noch substanziellere Absenkungen m&ouml;glich sind&rdquo;, sagte der Minister. Die Mission im Kosovo zeige, dass Erfolg einen langen Atem brauche, sagte Guttenberg weiter.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/in_und_ausland\/politik\/aktuell\/2604099_Kosovo-Guttenberg-zieht-1000-Soldaten-ab.html\">FR<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Mag sein, dass unter milit&auml;rischen Aspekten, im Sinne einer &auml;u&szlig;eren Bedrohung, Soldaten aus dem Kosovo abgezogen werden k&ouml;nnen. Was aber eher dem gem&auml;&szlig;igten Kurs Serbiens anzurechnen ist und nicht der KFOR. Unter sozialen, politischen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten ist dieser Staat eine einzige Katastrophe. Das Land ist arm. Es besitzt keine Rohstoffe, die Landwirtschaft ist wenig produktiv und der Kosovo verf&uuml;gt &uuml;ber keine Exportg&uuml;ter. Die Arbeitslosenquote betr&auml;gt ca. 45 Prozent, und es dr&auml;ngen bei einer der h&ouml;chsten Bev&ouml;lkerungszuwachsraten j&auml;hrlich ca. 30 000 Menschen auf den Arbeitsmarkt, die kaum ausgebildet sind und h&auml;ufig in die Kriminalit&auml;t abdriften. Von kriminellen Machenschaften ist das ganze Land infiziert. Politiker pl&uuml;ndern die Staatskasse oder gehen der organisierten Kriminalit&auml;t zur Hand. Korrupte Richter manipulieren Verfahren. Und die EU-Mission Eulex schaut zu, um die innenpolitische Stabilit&auml;t nicht zu gef&auml;hrden. Nur weil jetzt internationales Milit&auml;r abziehen kann, kann in keiner Weise von einem Erfolg im Kosovo gesprochen werden.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>NRW-Wahlkampf<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Spr&uuml;che und Br&uuml;che: NRW-Ministerpr&auml;sident J&uuml;rgen R&uuml;ttgers inszeniert sich gern &ndash; und wird zum Opfer seiner selbst<\/strong><br>\n&bdquo;Ist schon erstaunlich, wie er sich da pr&auml;sentiert&ldquo;, wundert sich ein langj&auml;hriger Weggef&auml;hrte, der bis heute die Hinwendung zum Arbeiterf&uuml;hrer und dem Vork&auml;mpfer f&uuml;r die sozialen Belange mit einigem Erstaunen zur Kenntnis nimmt. &bdquo;Aber entscheidend ist, er regiert ganz anders&ldquo;, f&uuml;gt der Mann hinzu und gibt damit zu, dass der Vorwurf der Opposition, R&uuml;ttgers blinke links und biege dann rechts ab, nicht v&ouml;llig aus der Luft gegriffen ist. &bdquo;Ich habe von ihm im Umfeld von Leipzig nichts geh&ouml;rt, damals kannte er den Arbeiterf&uuml;hrer in sich wohl selbst noch nicht&ldquo;, bekennt einer aus der engeren Unionsf&uuml;hrung, der damals allein stand und heute die Politik nur noch von au&szlig;en betrachtet.<br>\nWof&uuml;r steht der Mann? Fast f&uuml;nf Jahre hat die &Ouml;ffentlichkeit diese Frage nur m&auml;&szlig;ig besch&auml;ftigt. Er hat zwar die Mitbestimmung im &ouml;ffentlichen Dienst eingeschr&auml;nkt, Studiengeb&uuml;hren eingef&uuml;hrt, sich aber trotzdem als das soziale Gewissen der Union profiliert. Dass es gr&ouml;&szlig;ere Br&uuml;che gibt, als er selbst zugibt, f&auml;llt einem breiteren Publikum erst auf, seit eigene Leute daf&uuml;r sorgen, dass wenig vorteilhafte Details aus dem Innenleben von Partei und Regierung an die &Ouml;ffentlichkeit dringen. Im Umfeld von R&uuml;ttgers gibt es zahlreiche entt&auml;uschte Mitstreiter. Die haben, und das vermittelt einen ersten Eindruck &uuml;ber das Klima in der N&auml;he des Mannes, offenbar reichlich Akten und Papiere f&uuml;r den Fall gesichert, dass sie irgendwann einmal keine Rolle mehr spielen k&ouml;nnten. Genau diese Papiere dringen inzwischen fein getaktet nach drau&szlig;en: Christdemokraten stecken kritischen Journalisten in D&uuml;sseldorf Akten zu &uuml;ber die umstrittene Video&uuml;berwachung der Oppositionsf&uuml;hrerin, das unerlaubte Zusammenspiel zwischen Regierung und Partei, die zu viel kassierten Krankenkassenbeitr&auml;ge des CDU-Generalsekret&auml;rs, die nicht gezahlten Mitgliedsgeb&uuml;hren der Landtagspr&auml;sidentin. W&auml;hrend all das den Ministerpr&auml;sidenten nur mittelbar trifft, kommt der entscheidende Angriff von den eigenen Leuten erst kurz vor Ostern: die Sponsorenaff&auml;re. Sie soll R&uuml;ttgers im Zentrum seiner Politik treffen, seine pers&ouml;nliche Glaubw&uuml;rdigkeit ersch&uuml;ttern &ndash; und genau das gelingt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/sprueche-und-brueche\/1813550.html\">Tagesspiegel<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Die Frage ist, und darauf kann J&uuml;rgen R&uuml;ttgers und nicht nur er spekulieren, ob der normale Arbeitnehmer den Bruch zwischen den Spr&uuml;chen und der realen Regierungspolitik wahrnehmen kann. Wenn ich z.B. den Angestellten eines Schl&uuml;sseldienstes in meinem Heimatort nehme, der von 8:30 bis 18:00 dort arbeitet, dazu jeden Tag 60 Km bis zu seinem Wohnort pendelt, wann findet der die Zeit sich &uuml;ber Spr&uuml;che und Br&uuml;che Gedanken zu machen. Da ist die Familie und schlie&szlig;lich m&ouml;chte man auch einmal Ruhe haben. Wenn es allzu heftig wird, kann R&uuml;ttgers immer noch auf Berlin oder die &uuml;ber uns gekommene gro&szlig;e Krise verweisen. Die Sponsorenaff&auml;re u. &auml;. sind schon l&auml;ngst als der normalen Politik zugeh&ouml;rig abgespeichert.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Gabriel traut Steinbr&uuml;ck Kanzlerkandidatur zu<\/strong><br>\nDer SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel traut Ex-Finanzminister Peer Steinbr&uuml;ck die Kanzlerkandiatur im Jahr 2013 zu. &ldquo;Am Ende muss der kandidieren, der die gr&ouml;&szlig;ten Chancen zum Gewinnen hat&rdquo;, sagte Gabriel der Neuen Westf&auml;lischen auf die Frage, ob er selbst bei der n&auml;chsten Bundestagswahl als Spitzenkandidat antreten wolle. Steinbr&uuml;ck habe als Finanzminister gezeigt, wie man in schwierigen Situationen F&uuml;hrung zeige. &ldquo;Er ist ein Mensch und Politiker, auf den die SPD besonders stolz ist&rdquo;, sagte Gabriel. &ldquo;Und ich f&uuml;ge hinzu: dem ich jedes politische Amt in Deutschland sofort zutraue.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/887\/510013\/text\/\">SZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Wahlkampfzeit, Fischen im Tr&uuml;ben ist angesagt. Wie schon bei der Griechenlandhilfe zeigt sich auch hier, dass Sigmar Gabriel sich allzu sehr von taktischen Spielchen leiten l&auml;sst. Die Strategie Gabriels, die SPD auf einen neuen zukunftstr&auml;chtigen Kurs zu bringen, hat keine innere Konsistenz. Da ist einmal ganz vorsichtig Distanz zur Agenda 2010 angesagt, aber f&uuml;r die Wahlen in NRW wird ein Akteur des Triumvirats Steinmeier, M&uuml;ntefering, Steinbr&uuml;ck heraus gekramt, das f&uuml;r die Schr&ouml;dersche Agenda in der schwarz\/roten Koalition stand. Was soll das? Soll der ehemalige Finanzminister und Bankenretter Angela Merkels den W&auml;hlern angesichts der &ldquo;Eurokrise&rdquo; als Fachmann f&uuml;r Finanzkrisen in Erinnerung gerufen werden? Der Schuss kann unter ganz unterschiedlichen Aspekten nach hinten losgehen. Es lag sicherlich nicht nur an Steinbr&uuml;ck, aber in der Landtagswahl 2005 fuhr die SPD unter dem Ex- Ministerpr&auml;sidenten in Nordrhein-Westfalen mit 37,1 % ihr schlechtestes Ergebnis seit 1954 ein.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>R&uuml;ttgers-Regierung macht NRW zum &bdquo;Absteigerland&ldquo;<\/strong><br>\nIm Wahlkampf z&auml;hlt der R&uuml;ckgang der Arbeitslosigkeit in Nordrhein-Westfalen zu den Lieblingsthemen der Landesregierung. Landesarbeitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) spricht von einer &bdquo;einzigartigen Bilanz&ldquo;, Regierungschef J&uuml;rgen R&uuml;ttgers (CDU) von &bdquo;gro&szlig;en Erfolgen&ldquo;. Die FDP sieht dank ihrer Politik ein &bdquo;Absteigerland&ldquo; binnen f&uuml;nf Jahren in ein &bdquo;Aufsteigerland&ldquo; verwandelt. Die offiziellen Zahlen, die die Bundesagentur f&uuml;r Arbeit auf Anfrage der dpa nun erstmals ver&ouml;ffentlicht, sprechen eine andere Sprache.<br>\nIhnen zufolge ist von einer Aufholjagd keine Spur, im Gegenteil: Im Bundesl&auml;nder-Vergleich hinkt Nordrhein-Westfalen beim Abbau der Arbeitslosigkeit hinterher, ist unter den Fl&auml;chenl&auml;ndern sogar Schlusslicht.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/politik\/_b=2573202,_p=6,_t=ftprint,doc_page=0;printpage\">Handelsblatt<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers G.K.:<\/strong> Es sollte zu denken geben, dass selbst das Handelsblatt die angebliche &ldquo;Erfolgsbilanz&rdquo; der schwarz-gelben NRW-Landesregierung als gesch&ouml;nt zur&uuml;ckweist. Allerdings: Auch das Handelsblatt verbreitet unkritisch die Behauptung, &ldquo;Wirtschaftsforscher&rdquo; w&uuml;rden die deutsche Arbeitsmarktentwicklung seit 2005 &ndash; neben den positiven Effekten aus der Weltkonjunktur sowie aktuell dem Einsatz von Kurzarbeit &ndash; auch auf die &ldquo;Arbeitsmarktreformen&rdquo; (Hartz IV) zur&uuml;ckf&uuml;hren. Jedoch: Die Arbeitslosenzahlen wurden seit dem Inkrafttreten von Hartz IV durch das statistische &ldquo;Auslagern&rdquo; von Arbeitslosen sch&ouml;ngerechnet. So werden heute z.B. viele der &uuml;ber 58-j&auml;hrigen Arbeitslosen statistisch nicht mehr als Arbeitslose ausgewiesen. Unter den <a href=\"?p=5358#h13\">&ldquo;Hinweisen des Tages vom 30.04.2010&rdquo; (Punkt 13)<\/a> wird am Beispiel der Arbeitsmarktstatistik des Monats April 2010 aufgezeigt, dass das nach au&szlig;en aufgeh&uuml;bschte Zahlenwerk deutliche Schatten aufweist und die von den Mainstream-Medien verbreiteten Jubelmeldungen &uuml;ber ein angebliches &ldquo;deutsches Jobwunder&rdquo; v&ouml;llig unangebracht sind.<br>\nDar&uuml;ber hinaus zwingen die sog. &ldquo;Arbeitsmarktreformen&rdquo; die Besch&auml;ftigten, Arbeit zu nahezu jeder Bedingung zu akzeptieren. Dies hat zu einer erheblichen Ausweitung des Niedriglohnsektors gef&uuml;hrt: Deutschland hat mittlerweile europaweit den h&ouml;chsten prozentualen Anteil der im Niedriglohnsektor besch&auml;ftigten Arbeitnehmer.<\/em><\/p>\n<p><em>Siehe dazu auch nochmals <a href=\"?p=5383\">&bdquo;FDP Wahlaufruf &ndash; Im Wahlkampf stirbt die Wahrheit zuerst&ldquo;<\/a>, auch dort r&uuml;hmt sich die FDP 300.000 Arbeitspl&auml;tze geschaffen zu haben.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Bildung ist keine Ware?<\/strong><br>\nKritische Anmerkungen zu einer politischen Parole &ndash; von Gerhard Stapelfeldt<br>\nDurch die Abkommen zur Gr&uuml;ndung der Welthandelsorganisation WTO (World Trade Organisation), des GATT (General Agreement on Tariffs and Trade; Allgemeines Zoll- und Handelsabkommen), vor allem des GATS (Allgemeines &Uuml;bereinkommen &uuml;ber den Handel mit Dienstleistungen) aus dem Jahre 1995 ist der &rsaquo;Wissensmarkt&lsaquo; liberalisiert und ein weltweiter Handel mit der Ware &rsaquo;Wissen&lsaquo; er&ouml;ffnet worden. Bereits 1998\/99 haben die Weltbank und das UNDP (UN-Development Programme) die Verwirklichung einer globalen Wissens&ouml;konomie konstatiert. Auf europ&auml;ischer Ebene strebt die Europ&auml;ische Union mit dem 1999 in Bologna eingeleiteten Prozess der Reformierung des europ&auml;ischen Hochschulsystems an, die Universit&auml;ten in Wissensbetriebe auf einem durch Wettbewerb gesteuerten Wissensmarkt umzugestalten und dadurch die Grundlage zu schaffen, um die EU bis zum Jahre 2010 in den &raquo;weltweit gr&ouml;&szlig;ten wissensgest&uuml;tzten Markt&laquo; zu verwandeln. Wettbewerb aber bedeutet: Reduktion von Bildungsprozessen auf vergleichbare, messbare, quantifizierbare und abpr&uuml;fbare Leistungen; Reduktion von Wissenden auf berechenbare Personifikationen reproduzierbaren Wissens.<br>\nDie Idee der Bildung ist nur zu bewahren, indem die Gr&uuml;nde ihrer Liquidierung reflektiert werden. Wer dem herrschenden gesellschaftlichen Analphabetismus die Bildung blo&szlig; entgegenstellt, wird zum bewusstlosen Lobredner vergangener Zeiten und zum hilflosen Ankl&auml;ger der Gegenwart.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.labournet.de\/diskussion\/wipo\/gats\/stapelfeldt.html\">LabourNet<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> F&uuml;r alle, die ein Interesse an einer philosophischen Fundierung des Bildungsbegriffes haben, eine spannende Lekt&uuml;re.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>California&rsquo;s government: Looking for waste &ndash; Easier blamed than found<\/strong><br>\nCALIFORNIA&rsquo;S candidates for governor, especially the two Republican ones, assign the blame for California&rsquo;s ongoing budget crisis with little difficulty. &ldquo;I am running to rid our state government of waste, duplication and inefficiency,&rdquo; declares Meg Whitman, the Republican<br>\nfront-runner, pledging in her policy platform to &ldquo;get control of runaway spending&rdquo;, primarily by cutting the state workforce. Steve Poizner, her rival, claims that he is the only candidate &ldquo;who has actually cut waste from state government&rdquo;, in his current job as insurance commissioner.<br>\nAlas, there seems to be much less of this waste than the politicians like to claim, at least as far as head counts are concerned. As of 2008, the last year for which comparisons are available, California had 108 state employees for every 10,000 state residents (see chart). That has hardly changed in a decade and is far leaner than the average (149 state workers per 10,000 residents) of America&rsquo;s other states&hellip;<br>\nOther parts of state government, such as the Department of Motor Vehicles, a bugbear for Californians queuing to renew their licences, are tiny, with 2% of state employees. Some have even shrunk, such as the agency that helps people suffering from cerebral palsy, epilepsy and other such mental disabilities.<br>\nThere has simply been no &ldquo;runaway spending&rdquo;, reckons Steve Levy of the Centre for Continuing Study of the California Economy, based in Palo Alto. State spending spiked in the middle of the past decade, but has been cut by about 16% since 2008. This year it is likely to amount to between 5% and 6% of personal income, which is lower than it was three<br>\ndecades ago. Anybody who promises to solve California&rsquo;s problems by simply attacking government waste should take note.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.economist.com\/world\/united-states\/displaystory.cfm?story_id=16015487&amp;source=hptextfeature\">Economist.com<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung des NDS-Lesers J.A.:<\/strong> Sogar der marktradikale Economist kommt ins Gr&uuml;beln. Kalifornien ist bekannterma&szlig;en pleite trotz einer nur noch rudiment&auml;ren Ausstattung des &ouml;ffentlichen Dienstes und obwohl es der Sitz riesiger, finanzstarker Weltfirmen wie Apple, Google, Oracle, Intel usw. etc. pp. ist &ndash; weil die Steuern insgesamt zu niedrig sind (Ex-Gouverneur Ronald Reagan l&auml;sst gr&uuml;&szlig;en) und Steuererh&ouml;hungen per Volksentscheid verboten (!) wurden.<br>\nAber den nimmerm&uuml;den Schw&auml;tzern vom &ldquo;schlanken Staat&rdquo; ist keine Propaganda zu peinlich, die haben sich von der Realit&auml;t noch nie an der Verbreitung ihrer religi&ouml;sen Sermone hindern lassen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Im H&ouml;llenfeuer<\/strong><br>\nAlle reden von der katholischen Kirche, aber die hat doch auch schon mal Gutes getan, das Zweite Lateranische Konzil zum Beispiel, im Jahre 1139. Das Zweite Lateranische Konzil verbot die Armbrust. Wegen ihrer Reichweite und Durchschlagskraft gegen Ritterr&uuml;stungen sei diese Waffe moralwidrig, eben: unritterlich. Nun w&auml;ren die Konzilsherren, da im Besitz auch weltlicher Besitzt&uuml;mer, allerdings naiv gegen&uuml;ber den eigenen Interessen gewesen, h&auml;tten sie nicht gleich eine Ausnahmeregelung mitgeliefert. Heiden, zumal arabische oder sonstwie islamische, durften Christen auch weiterhin mittels der Armbrust aus der Ferne t&ouml;ten.<br>\nDrohnen, wie sie die USA in Afghanistan einsetzen, sind nicht ge&auml;chtet. Im &uuml;brigen ist es eine sehr einfache &Uuml;bung, die Benutzung fernwirkenden T&ouml;tungsger&auml;ts als moralisch zu tarnen. Es gen&uuml;gt, dem Opfer (auch nachtr&auml;glich) ein Etikett anzukleben wie Taliban, El-Kaida, Terrorist; die eigenen Terroristen aber sind immer Freiheitsk&auml;mpfer, die die gerechte Sache beispielsweise der CIA vertreten. Er erledigt seine Auftr&auml;ge aus gr&ouml;&szlig;erem Abstand, sagen wir: gut 15000 Kilometer. So weit ist die Drohne entfernt, von der aus &ldquo;H&ouml;llenfeuer&rdquo; (ja, so hei&szlig;t der Raketentyp Hellfire auf deutsch) auf vermeintliche Tr&auml;ger solcher Etikette hinabregnet. Wenn das Etikett ums Verrecken nicht passt, so nennt man dies Kollateralschaden. Egal, ob der Kollateralschaden zu Lebzeiten f&uuml;nf oder 85 Jahre alt, m&auml;nnlich oder weiblich, in Stammestracht uniformiert oder zivil gekleidet war. Das ist nicht ge&auml;chtet &ndash; Kirchen aller Richtung neigen ja auch l&auml;ngst dazu, Waffen zu segnen -, aber es ist im Konzilssinne unritterlich. Es ist Kriegsverbrechen. Einige US-V&ouml;lkerrechtler haben das jetzt vor dem Kongress ausgesagt. Die CIA rechtfertigt sich nat&uuml;rlich: Die Anti-Terror-Operationen entsprechen dem Recht. Und wo kein Gericht ist, wird anderes Recht nicht gesprochen. Die USA erkennen einschl&auml;gige internationale Gerichte nicht an.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/in_und_ausland\/politik\/meinung\/2605232_Kolumne-Im-Hoellenfeuer.html\">FR<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>TV-Tipp: Gier und Gr&ouml;&szlig;enwahn &ndash; Wie die Politik bei der Banken-Rettung &uuml;ber den Tisch gezogen wurde<\/strong><br>\nEin Film von Hubert Seipel, WDR Donnerstag, 06. Mai 2010, 14.15 &ndash; 15.00 Uhr (Wdh.)<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.wdr.de\/tv\/diestory\/sendungsbeitraege\/2010\/0503\/index.jsp\">WDR<\/a><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: Griechenland-Debatte; Berlin diskutiert &bdquo;griechische&ldquo; L&ouml;sung; Ermittlungen gegen KfW sollen eingestellt werden; st&auml;rkere Rentensteigerungen; sechs Euro sind sittenwidrig; Kopfpauschale l&ouml;st Widerstand aus; Kochs Fraport-Debakel; Zeitdieb Computer; Bildungsbananenrepublik; NRW-Wahlkampf; Bildung ist keine Ware; Kalifornien ist pleite; TV-Tipp. (KR\/WL)<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-5399","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5399","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=5399"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5399\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5407,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5399\/revisions\/5407"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=5399"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=5399"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=5399"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}