{"id":54040,"date":"2019-08-10T11:45:22","date_gmt":"2019-08-10T09:45:22","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=54040"},"modified":"2019-08-12T14:51:59","modified_gmt":"2019-08-12T12:51:59","slug":"die-entwicklung-des-neoliberalismus-aus-der-perspektive-deutschlands-die-nachkriegszeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=54040","title":{"rendered":"Die Entwicklung des Neoliberalismus aus der Perspektive Deutschlands \u2013 Die Nachkriegszeit"},"content":{"rendered":"<p>Heute ist der Neoliberalismus ein Projekt der radikalen Umw&auml;lzung der menschlichen Ordnung unter rein &ouml;konomischen Kriterien, das sich zwangsl&auml;ufig auf staatliche Ma&szlig;nahmen <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=36299\">st&uuml;tzen muss<\/a>. <strong>Marco Wenzel<\/strong> zeichnet f&uuml;r die NachDenkSeiten in einem ausf&uuml;hrlichen F&uuml;nfteiler nach, wie der Neoliberalismus seinen Siegeszug antreten und in Deutschland Fu&szlig; fassen konnte.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_1744\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-54040-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/190812_Die_Entwicklung_des_Neoliberalismus_aus_der_Perspektive_Deutschlands_1_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/190812_Die_Entwicklung_des_Neoliberalismus_aus_der_Perspektive_Deutschlands_1_NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/190812_Die_Entwicklung_des_Neoliberalismus_aus_der_Perspektive_Deutschlands_1_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/190812_Die_Entwicklung_des_Neoliberalismus_aus_der_Perspektive_Deutschlands_1_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=54040-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/190812_Die_Entwicklung_des_Neoliberalismus_aus_der_Perspektive_Deutschlands_1_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"190812_Die_Entwicklung_des_Neoliberalismus_aus_der_Perspektive_Deutschlands_1_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p><strong>Der Zweite Weltkrieg<\/strong><\/p><p>Wie alle Kriege hatte auch der Zweite Weltkrieg wirtschaftliche Ursachen. In den USA hatte ein ungez&uuml;gelter Finanzkapitalismus durch Spekulationen an der B&ouml;rse zum Schwarzen Freitag und zum Zusammenbruch der Wirtschaft gef&uuml;hrt. Diese Welle schwappte auf Europa zur&uuml;ck. Besonders Deutschland war infolge der Reparationszahlungen, die der Versailler Vertrag dem Land auferlegt hatte, schwer davon betroffen. Als nun die USA auch noch die R&uuml;ckzahlung ihrer Kredite verlangte, traf es die deutsche Wirtschaft ins Mark.<\/p><p>Die Reaktion der Politik beiderseits des Atlantiks auf die Krise waren harte Sparma&szlig;nahmen und K&uuml;rzungen der Sozialleistungen, unterm Strich alles Ma&szlig;nahmen, die die Krise noch versch&auml;rften. Die Wirtschaft brach g&auml;nzlich zusammen, die Arbeitslosigkeit stieg ins Unertr&auml;gliche, Hunger und Verzweiflung breiteten sich aus.  In den Vereinigten Staaten konnte Roosevelt als neu gew&auml;hlter Pr&auml;sident aber ab 1933 die USA durch seine Politik des New Deal aus der Krise f&uuml;hren. Die Staatsausgaben und die L&ouml;hne wurden erh&ouml;ht, Arbeitsbeschaffungsprogramme wurden aufgelegt, erste Ans&auml;tze eines Sozialstaates wurden geschaffen und um weiteren Spekulationen das Wasser abzugraben, wurde das Trennbankensystem eingef&uuml;hrt.<\/p><p>In Deutschland dagegen setzten die sich immer rascher abwechselnden und ratlosen Regierungen der Weimarer Republik weiterhin auf Sparma&szlig;nahmen und bildeten damit den N&auml;hrboden f&uuml;r den braunen Sumpf, der den Menschen rasche Genesung versprach und ihnen anfangs auch brachte. Allerdings nur f&uuml;r seine arischen Anh&auml;nger, alle anderen blieben auf der Strecke.  Zudem trug die Gro&szlig;industrie eine erhebliche Mitverantwortung am Aufstieg und an der Macht&uuml;bernahme Hitlers, was nach dem Krieg nicht gerade zu ihrem guten Ruf beitragen sollte. Und so kam es zur Katastrophe.<\/p><p><strong>Kriegsende<\/strong><\/p><p>Ohne D-Day und die Landung der Alliierten in der Normandie im Juni 1944 w&auml;re Europa nach Kriegsende wahrscheinlich sozialistisch geworden. Denn Hitlerdeutschland war zum Zeitpunkt der Landung der Alliierten bereits milit&auml;risch besiegt und die rote Armee r&uuml;ckte unaufhaltsam nach Westen vor. Die Kapitulation Deutschlands war nur noch eine Frage der Zeit, ob mit oder ohne zweite Front. Das wussten auch die USA und die Entscheidung zum aktiven Eigreifen in Europa d&uuml;rfte von der Angst herger&uuml;hrt haben, zu sp&auml;t zu kommen und der Sowjetunion allein das Feld &uuml;berlassen zu m&uuml;ssen.<\/p><p>In der Tat hatten die USA schon Jahre vor 1945 Kontakte zu Widerstandsgruppen innerhalb als auch au&szlig;erhalb Deutschlands. Sie bevorzugten dabei die konservativen, b&uuml;rgerlich-liberalen Kreise. Denn es ging um die Frage, wie ein Europa nach Hitler aussehen sollte. F&uuml;r die USA war dabei stets klar: Das System sollte erhalten bleiben, nur ohne die Nazis. Und auch Deutschland sollte dabei wieder eine Rolle spielen. So lange die Alliierten unter F&uuml;hrung der USA aber nicht auf dem Festland verankert waren, durfte Hitler auf keinen Fall gest&uuml;rzt werden. Es musste erst sichergestellt sein, dass nach dem Zusammenbruch des Dritten Reiches prowestliche, prokapitalistische Kr&auml;fte an die Macht kommen w&uuml;rden (vgl. <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=53733\">Artikel von Werner R&uuml;gemer<\/a>).<\/p><p>Denn sonst bestand, <em>so bef&uuml;rchteten die Alliierten<\/em>, die akute Gefahr, dass Europa &bdquo;rot&ldquo; werden <em>k&ouml;nnte<\/em>. Das &bdquo;Ende der Geschichte&ldquo;, das die Bourgeoisie nach dem Zusammenfall der Sowjetunion und des Warschauer Paktes <em>im Jahre 1990<\/em> fr&uuml;hzeitig bejubelten, w&auml;re dann schon 1943-44 gekommen. Nur unter anderem Vorzeichen.<\/p><p>Aber auch das muss hier gesagt werden: Ein &bdquo;rotes&ldquo; Europa war auch nicht im Interesse der sowjetischen Stalinb&uuml;rokratie, die die Macht in der Sowjetunion unter kommunistischem Vorzeichen usurpiert hatte und die dann bef&uuml;rchten musste, ihre Macht wieder an die Arbeiterklasse abgeben zu m&uuml;ssen. Auch sie sabotierte jeden Widerstand gegen Hitler, sobald er von links kam. Es ist kaum ein Zufall, dass Stalin die Kommunistische Internationale, die 1919 auf Initiative Lenins gegr&uuml;ndet worden war und die sich als Ziel die proletarische Weltrevolution auf die Fahnen geschrieben hatte, gerade 1943 von Stalin &uuml;berraschend und ohne Begr&uuml;ndung aufgel&ouml;st wurde. Warum, ist heute klar: die proletarische Weltrevolution stand nicht mehr auf der Agenda der Sowjetb&uuml;rokratie. Der eigene Machterhalt und die damit verbundenen Privilegien waren wichtiger geworden als die Interessen des internationalen Proletariats. <em>Weder auf die Unterst&uuml;tzung der USA noch auf die der Sowjetunion konnten die linken Widerstandsk&auml;mpfer w&auml;hrend des Krieges demnach z&auml;hlen.<\/em><\/p><p><strong>Welches System?<\/strong><\/p><p>Es ist zweifellos dem Eingreifen der Amerikaner und der Pr&auml;senz ihrer Truppen in Deutschland zu verdanken, dass nach Kriegsende die Entscheidung, welches Gesellschaftssystem in Westdeutschland entstehen sollte, zugunsten einer Marktwirtschaft fiel. Diejenigen jedoch, die &uuml;ber Sozialismus oder Kapitalismus im Nachkriegsdeutschland nach dem verlorenen Krieg entscheiden sollten, waren nicht die Deutschen selbst. Die USA hatten Interesse daran, dass Europa als Handelspartner wieder auf die Beine kam und Deutschland sollte laut ihrer Planung, trotz seiner Schuld am 2. Weltkrieg, wieder fester Bestandteil dieses Europa werden. Denn wem h&auml;tte ein geknechtetes Deutschland gen&uuml;tzt, ein Land, das in Europa keine wirtschaftliche Rolle mehr spielen w&uuml;rde?<\/p><p>Nein, weder sozialistisch durfte Westdeutschland werden, noch durfte es nur eine unbedeutende Agrarnation im Herzen Europas werden, so das Kalk&uuml;l der Amerikaner. Wozu zu exorbitante Reparationsforderungen f&uuml;hren, das hatte der Versailler Vertrag ja zur Gen&uuml;ge offengelegt. Eine Volkswirtschaft kann nur Reparationszahlungen leisten, wenn es auch Au&szlig;enhandels&uuml;bersch&uuml;sse erzielt. Denn von wo soll das Geld f&uuml;r Reparationen denn sonst herkommen, wenn nicht aus der Wirtschaft? Man musste aus amerikanischer Sicht auch Deutschland, Krieg hin oder her, wieder auf die Beine helfen und es auf die Seite des kapitalistischen Westens ziehen. Und auch als Frontstaat gegen den Ostblock war Deutschland unersetzlich. So entstand, nicht ganz so uneigenn&uuml;tzig wie es meist den Anschein hat, der Marshallplan, ein Plan zur wirtschaftlichen Wiederbelebung von ganz Europa und damit nicht zuletzt auch ein Plan zur Eind&auml;mmung des Einflusses der Sowjetunion.<\/p><p>Aber die Deutschen hatten die verheerenden Auswirkungen des ungez&uuml;gelten Kapitalismus seit der Weimarer Republik und der Nazizeit noch in frischer Erinnerung. Wenn Kapitalismus zum Faschismus mit all seinen Verbrechen f&uuml;hren konnte, sollte man dann den Kapitalismus nicht lieber ganz beseitigen? Der Kommunismus k&ouml;nnte die Menschheit vor einer Wiederholung der Katastrophe bewahren. W&auml;re jetzt nicht ein g&uuml;nstiger Zeitpunkt f&uuml;r den einen sozialistischen Neuanfang gekommen, jetzt, wo sowieso so viel in Tr&uuml;mmern lag und man alles eh neu aufbauen musste? Wenn schon Wiederaufbau, dann doch gleich richtig. Zumindest aber musste man dem Kapitalismus strenge Regeln auferlegen, damit es nie mehr so weit kommen konnte. Nie mehr Faschismus, nie mehr sollte die Menschheit nochmals dieses Leid erfahren. So entwickelte sich unter dem Einfluss und auf Druck der Amerikaner das Konzept der sozialen Marktwirtschaft. Kapitalismus ja, aber so, dass alle davon profitieren w&uuml;rden. Ein Kapitalismus ohne Exzesse sollte es werden.<\/p><p>Im zweiten Weltkrieg waren die gr&ouml;&szlig;ten Widerstandsk&auml;mpfer meist die Kommunisten und die Sozialisten gewesen. Sie genossen nach Ende des Krieges gro&szlig;e Anerkennung in der Bev&ouml;lkerung. Ihre Parteien gingen aus dem Krieg gest&auml;rkt hervor und formierten sich jetzt neu. Jetzt, unmittelbar nach Kriegsende, nach einem Krieg, den letztendlich das Kapital angezettelt hatte, waren ihre Anh&auml;nger der Sowjetunion durchaus zugetan und mussten bei der Auseinandersetzung zwischen Sozialismus und Kapitalismus erst einmal davon &uuml;berzeugt werden, dass der Kapitalismus auch der arbeitenden Klasse Wohlstand bringen konnte, wollte man sie denn bei der Stange halten. Ihre bisherigen Erfahrungen mit dem kapitalistischen System, zuletzt in seiner faschistischen Auspr&auml;gung, wo die reaktion&auml;rste Fraktion des Kapitals an die Macht gekommen war, waren nicht gerade die besten gewesen.<\/p><p>Allerdings konnte, bei Lichte besehen, auch die stalinistisch gepr&auml;gte Sowjetunion bei den breiten Massen kaum als Vorbild f&uuml;r eine gerechtere Gesellschaft herhalten. Stalin, der Generalsekret&auml;r der Kommunistischen Partei, hatte selber kaum weniger Verbrechen gegen die Menschlichkeit auf dem Kerbholz als der Leibhaftige, Adolf Hitler, selber. Die besten Genossen der Partei Lenins hatte Josef Dschugaschwili &bdquo;Stalin&ldquo;, der &bdquo;F&uuml;hrer des Weltproletariats&ldquo;, in den fr&uuml;hen drei&szlig;iger Jahren im Zuge der Moskauer Prozesse in einer Mordorgie als Verr&auml;ter und Spione hinrichten lassen und zwar allein deshalb, weil sie an kommunistischen Idealen festhielten, ihn kritisiert hatten und damit seinen Machtanspruch gef&auml;hrdeten. Von den Mitgliedern des ZK zu Lenins Zeiten lebten 1937 nur noch Stalin sowie Trotzki in der Verbannung in Mexiko. Alle anderen waren ermordet worden oder hatten Selbstmord begangen.<\/p><p>Stalin hatte aus reinem Machtkalk&uuml;l noch 1939, kurz vor Beginn des Zweiten Weltkriegs, einen Pakt mit Hitler geschlossen, er hatte 1943 die Komintern aufl&ouml;sen lassen, gerade zu dem Zeitpunkt, wo sie am bittern&ouml;tigsten gewesen w&auml;re, er hatte in Deutschland in den sp&auml;ten 1920er Jahren eine Volksfront gegen Hitler verhindert und die Kommunisten gegen die Sozialdemokraten, die gerade jetzt, wo die SA marschierte, als &bdquo;Sozialfaschisten&ldquo; und als Hauptfeinde des Sozialismus deklariert wurden, aufgehetzt und war damit mitverantwortlich f&uuml;r die Macht&uuml;bernahme der Nazis 1933. Er hatte in den sp&auml;ten 1930er Jahren die internationalen Brigaden in Spanien verraten und die kommunistischen Parteien weltweit, angeschlossen an die Komintern, waren nur noch Befehlsempf&auml;nger der KPdSU. Internationale Arbeitersolidarit&auml;t in der Praxis sieht anders aus, aber von internationaler Arbeitersolidarit&auml;t hielt Stalin auch nicht viel. Vom Taktieren und Machtkalk&uuml;l dagegen schon.<\/p><p><em>(Zum spanischen B&uuml;rgerkrieg siehe u.a: George Orwell: <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Mein_Katalonien\">Mein Katalonien<\/a>. Bericht &uuml;ber den Spanischen B&uuml;rgerkrieg. ISBN: 9783257229196 sowie Hans Magnus Enzensberger: Der kurze Sommer der Anarchie, ISBN: 978-3-518-36895-4)<\/em><\/p><p>1945 gab es in der Sowjetunion Sowjets, Arbeiterr&auml;te, nur auf dem Papier. Die Partei regierte uneingeschr&auml;nkt mit diktatorischen Mitteln und Oppositionelle wurden weiterhin entweder umgebracht oder nach Sibirien verbannt. Die Weltrevolution hatte die Sowjetb&uuml;rokratie l&auml;ngst zugunsten der &bdquo;Theorie des Sozialismus in einem Land&ldquo;, mit der Sowjetunion als Vaterland des Sozialismus, aufgegeben. Die Weltrevolution h&auml;tte die stalinistische B&uuml;rokratie nicht nur &uuml;berfordert, sie w&auml;re ihrer Herrschaft sogar, weil unkontrollierbar, gef&auml;hrlich geworden. Jetzt, nachdem die sowjetische Wirtschaft und die Rote Armee nach dem Krieg geschw&auml;cht waren, h&auml;tte Stalin ein sozialistisches Europa niemals kontrollieren k&ouml;nnen.<\/p><p>Im Gegenteil, er musste bef&uuml;rchten, dass seine Herrschaft und die Herrschaft der KPdSU dem ungest&uuml;men Verlangen nach direkter, sozialistischer, Sowjetdemokratie zum Opfer fallen w&uuml;rde und dass das &bdquo;Vaterland des Sozialismus&ldquo; bei Ausbreitung des wahren kommunistischen Ideals bald nur noch eine untergeordnete Rolle in einer sozialistischen Welt spielen w&uuml;rde und andere, entwickeltere L&auml;nder die F&uuml;hrungsrolle in einer sozialistischen Welt &uuml;bernommen h&auml;tten. Die Erhaltung des Status Quo lag im Interesse der Sowjetb&uuml;rokratie, nicht die weltweite Ausbreitung des Sozialismus. Stalin verhandelte lieber, wie bereits vorher mit Hitler, mit den Westm&auml;chten &uuml;ber die Aufteilung der Beute, als die Arbeiterklasse zur Machtergreifung zu ermuntern und damit neue Fakten zu schaffen.<\/p><p><strong>Der Wiederaufbau<\/strong><\/p><p>Bereits Ende 1946 schlossen sich die britische und die amerikanische Zone zur sogenannten Bizone zusammen und gr&uuml;ndeten 1947 den Wirtschaftsrat f&uuml;r das vereinigte Wirtschaftsgebiet. Nach der W&auml;hrungsreform 1948 wurde die DM als neue W&auml;hrung in der gesamten Trizone, also einschlie&szlig;lich der franz&ouml;sischen Zone, eingef&uuml;hrt. Damit war der zuk&uuml;nftige Weg Deutschlands als ein in ein kapitalistisches und ein sozialistisches zweigeteiltes Deutschland in gro&szlig;en Z&uuml;gen festgelegt. <em>Im September 1949 w&auml;hlte der Bundestag Konrad Adenauer (CDU) zum ersten Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland.<\/em> 1949 wurden die beiden Staaten BRD und DDR gegr&uuml;ndet.<\/p><p>Westdeutschland sollte damit im westlichen Verbund bleiben. Die Entscheidung daf&uuml;r war von den Westalliierten gef&auml;llt worden, was allerdings auch dem Willen der meisten Westdeutschen entsprach. Kaum 5 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs hatten sich die beiden Bl&ouml;cke verfestigt und im zweigeteilten Deutschland standen sich nun zwei verschiedene Gesellschaftssysteme gegen&uuml;ber. Der nun einsetzende Wirtschaftsaufschwung hat die Zustimmung der Bev&ouml;lkerung Westdeutschlands zum neuen Staatssystem zweifellos gef&ouml;rdert. Zu bemerken sei noch, dass mit &Ouml;sterreich und Italien auch die beiden anderen Mitglieder der ehemaligen faschistischen &bdquo;Achse Berlin-Rom&ldquo; im Westb&uuml;ndnis verblieben.<\/p><p>Zum Wiederaufbau des Landes und der Wirtschaft wurden alle H&auml;nde gebraucht. Der Krieg hatte viele Tote gefordert, meist junge M&auml;nner, deren Arbeitskraft jetzt fehlte. Die Wirtschaft erholte sich langsam wieder und die Arbeitslosigkeit sank stetig. Zehn Jahre nach dem Krieg war wieder Vollbesch&auml;ftigung erreicht, Entlassungen gab es kaum, die Betriebe waren froh, wenn sie &uuml;berhaupt ihren Bedarf an Arbeitskr&auml;ften decken konnten. Die Volkswirtschaften in ganz Europa erlebten einen fast ununterbrochenen Boom, mit j&auml;hrlichen Wachstumsraten um die 5%, der von 1950 bis zum Jahre 1973 reichte und der die Wirtschaft zunehmend industrialisierte. Das st&auml;rkte die Gewerkschaften, die Arbeiter wurden wieder selbstbewusst und die L&ouml;hne stiegen regelm&auml;&szlig;ig. Mit den (Real)-L&ouml;hnen stieg auch die Produktivit&auml;t, die Produktion und die Nachfrage. Die Betriebe konnten steigende L&ouml;hne zahlen und zahlten sie auch bereitwillig. Ein Konflikt mit der Arbeiterschaft h&auml;tte die gute Gesch&auml;ftslage allzu sehr in Gefahr gebracht. Die Finanzm&auml;rkte waren damals ja noch reguliert, die Zuw&auml;chse kamen aus der Realwirtschaft. Das &bdquo;Shareholder-Value-Prinzip&ldquo; gab es damals noch kaum, es z&auml;hlte das Prinzip der Gewinnbeteiligung in den Betrieben. Der Druck der Finanzm&auml;rkte auf die produzierenden Betriebe entstand erst nach dem Zusammenbruch des Bretton-Woods-Systems.<\/p><p>In den Haushalten stieg die Nachfrage nach K&uuml;hlschr&auml;nken, Waschmaschinen, Fernsehern und Autos, alles Produkte, die die Arbeiterschaft sich jetzt leisten konnte und die zudem einen relativ hohen Produktionsaufwand erforderten. Die im Krieg zerst&ouml;rte Infrastruktur wurde wiederaufgebaut und es wurden zudem &uuml;berall neue Wohnungen gebraucht und auch gebaut, oft staatlich subventioniert. &Uuml;berall entstanden so neue Arbeitspl&auml;tze.<\/p><p>In Deutschland entstand so der Rheinische Kapitalismus, der sich in einem auch international g&uuml;nstigen Wirtschaftsumfeld gut entwickeln konnte. Er war aufgebaut auf ein korporatistisches System zwischen Unternehmern, Staat, Gewerkschaften und Banken und fu&szlig;te auf einer bl&uuml;henden Nationalwirtschaft mit st&auml;ndigen Wachstumsraten, die sowohl hohe Gewinne f&uuml;r die Unternehmen als auch steigende L&ouml;hne f&uuml;r die Arbeiterschaft erm&ouml;glichte. Zu diesem System geh&ouml;rte unweigerlich auch die Tarifpartnerschaft.<\/p><p>1951 wurde die Montanunion gegr&uuml;ndet. Mitglieder darin waren, neben Deutschland, Frankreich, Italien und die Benelux-Staaten. Das Montanmitbestimmungsgesetz, das die Zusammensetzung der Aufsichtsr&auml;te und die Rechte ihrer Mitglieder regelte, r&auml;umte den Arbeitnehmervertretern parit&auml;tische Mitbestimmungsrechte ein. Arbeitnehmer und Arbeitgeber waren in den Aufsichtsr&auml;ten in gleicher Anzahl vertreten und bei Kampfabstimmungen entschied ein zus&auml;tzliches neutrales Mitglied. Allerdings blieb das Montanmitbestimmungsgesetz auch einzigartig in Deutschland. Das Betriebsverfassungsgesetz, das 1952 in Kraft trat, sah die parit&auml;tische Mitbestimmung nicht mehr vor, die Kr&auml;fteverh&auml;ltnisse hatten sich bereits verschoben. Lohnzuw&auml;chse waren der Arbeiterschaft und ihren Vertretern wichtiger geworden als Mitbestimmung, materielle Forderungen &uuml;berwogen jetzt politische.<\/p><p>Zum Wirtschaftswunder geh&ouml;rte auch die Westintegration (West)-Deutschlands, die einen ausgedehnten Handel mit dem Ausland erm&ouml;glichte. Die OEEC, sp&auml;ter OECD genannt, war aus dem Marshallplan entstanden mit dem Ziel, den wirtschaftlichen Aufbau in ganz Europa zu koordinieren. Nach der Montanunion folgte 1957 die Europ&auml;ische Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) mit sechs Staaten, deren Gr&uuml;ndungsmitglied die BRD bereits war, um Zollschranken abzubauen und freien Dienstleistungs-, Personen- und Kapitalverkehr zu erm&ouml;glichen. Aus der EWG ist die EU entstanden.<\/p><p>1961 wurde die Berliner Mauer gebaut. Damit wurde auch der Zufluss von Arbeitskr&auml;ften aus der DDR nach der neuen Bundesrepublik unterbunden. Die Teilung Deutschlands war damit f&uuml;r die folgenden 28 Jahre besiegelt, die Mauer war das Symbol daf&uuml;r.<\/p><p><strong>Die Neoliberalen<\/strong><\/p><p>Gewissenlose liberale intellektuelle Marktradikale um den &Ouml;sterreicher Hayek und seinen Ziehvater Mises herum, deren Rezepte zur L&ouml;sung der Wirtschaftskrise bereits in der Weimarer Republik in die Katastrophe gef&uuml;hrt hatten, krochen jetzt wieder aus ihren L&ouml;chern hervor und begannen, sich erneut zu formieren. Sie wollten ihre radikalen Wirtschaftstheorien als Weltanschauung durchsetzen. Freilich entsprachen ihre Ideen den Profitinteressen des Gro&szlig;kapitals, freilich behindern hohe L&ouml;hne und Sozialleistungen die Kapitalvermehrung und die Konzentration von Kapital in immer weniger, daf&uuml;r aber umso gr&ouml;&szlig;eren Konzernen. Aber sie sichern auch den sozialen Frieden. Die potenzielle Klientel f&uuml;r die neoliberalen Ideen bestand also durchaus schon damals beim Unternehmertum.<\/p><p>Aber so lange die Wirtschaft brummte und die Renditen stimmten, waren die Unternehmen an potenziellen Konflikten mit der Arbeiterklasse und damit auch an den Thesen der Liberalen nicht sonderlich interessiert. Auch waren die Gro&szlig;konzerne damals noch st&auml;rker an die einzelnen Nationalstaaten und vor allem auch an die Realwirtschaft gebunden, zumal der Finanzmarkt auf Grund der Erfahrungen aus der Vorkriegszeit damals noch streng reguliert war. Wirtschaftlicher Erfolg musste sich auch in steigendem Wohlstand f&uuml;r die Bev&ouml;lkerung niederschlagen. Der real existierende Sozialismus im Ostblock zeigte ja, dass eine Gesellschaft auch ohne Kapitalismus und Privatbesitz an den Produktionsmitteln bestehen konnte. Wollte der Kapitalismus, vor allem in Europa, &uuml;berleben, so musste er beweisen, dass er es besser konnte und zu mehr Wohlstand f&uuml;hren w&uuml;rde als sozialistische Planwirtschaft. Keinesfalls durfte es den Arbeitern in der &bdquo;Systemauseinandersetzung&ldquo; in der BRD im Vergleich zur DDR schlechter gehen.<\/p><p><strong>Die Mont Pelerin Society<\/strong><\/p><p>Obwohl die Empfehlungen von Hayek &amp; Konsorten in der Nachkriegszeit nicht durchsetzbar waren, wollten sie nicht unt&auml;tig auf ihre Chance warten. Um ihre liberalen Thesen trotz aller gegenw&auml;rtigen Schwierigkeiten als Weltanschauung durchzusetzen, rief der &Ouml;sterreicher Friedrich August von Hayek 1947 die liberalen Hardliner der Welt zu einer Beratung am Mont P&egrave;lerin in der Schweiz zusammen. Mit von der Partie war von Anfang an der Amerikaner Milton Friedman, der sp&auml;ter halb Lateinamerika mit seinen unseligen Theorien ins Ungl&uuml;ck st&uuml;rzen sollte. Sie gr&uuml;ndeten die Mont P&egrave;lerin Society (nachfolgend MPS) mit dem Ziel, sich untereinander zu vernetzen, um die Welt von ihren wirtschaftsliberalen Ideen zu &uuml;berzeugen.<\/p><p>So trafen sie ihre Vorbereitungen f&uuml;r eine &bdquo;bessere&ldquo; Zeit und begannen mit dem Aufbau von interdisziplin&auml;ren Netzwerken aus &Ouml;konomie, Politik, Philosophie usw. Auch die Medien als meinungsbildende Kr&auml;fte wurden in das System eingebaut. Das konnten sie gut, darin hatten sie Erfahrung. Und sie hatten gute Verbindungen zu den Eliten in aller Welt. &bdquo;Die MPS ist das Gravitationszentrum f&uuml;r die Zirkulation neoliberaler Ideen und die Zentrale des &bdquo;Agenda-Setting&ldquo;. In ihr laufen die intellektuellen, organisatorischen und finanziellen F&auml;den zusammen. Die gro&szlig;e Innovation der Think-Tank-Bewegung um die MPS ist, dass &uuml;ber sie sich der Neoliberalismus weltweit vernetzen kann&hellip;&ldquo; (<em>Sebastian M&uuml;ller, Der Anbruch des Neoliberalismus, 2017, ISBN 978-3-8537-416-4<\/em>) Die MPS und ihre Gr&uuml;ndung hat auch Stephan Schulmeister eingehend beschrieben. (<em>Stephan Schulmeister 2018: Der Weg zur Prosperit&auml;t, ISBN 978-3-7110-0148-1, S. 75 ff.<\/em>)<\/p><p><strong>Charakterlose Ideologen entwickeln abstruse Ideen<\/strong><\/p><p>Der Markt regelt alles zum Wohl der ganzen Gesellschaft, aber nur, wenn man ihn dabei nicht st&ouml;rt, so die Thesen von Hayek und seinen Spie&szlig;gesellen. Der Mensch sei intellektuell nicht in der Lage, die Wirtschaft zu planen und Wohlstand f&uuml;r Alle zu schaffen. Daf&uuml;r sei die Welt zu komplex. Ohne Beschr&auml;nkungen und fremde Einfl&uuml;sse w&uuml;rde ein freier Markt von sich aus f&uuml;r Wohlstand sorgen. Der Staat m&uuml;sse sich daf&uuml;r nur aus allen wirtschaftlichen Aktivit&auml;ten heraushalten, seine Staatsbetriebe dem Privatkapital &uuml;berlassen, seine Sozialprogramme einstellen und sich darauf beschr&auml;nken, ausschlie&szlig;lich die Rahmenbedingungen und die Infrastruktur f&uuml;r die Entfaltung eines freien Marktes bereitzustellen. Das erm&ouml;gliche dann einen freien Wettbewerb und das Verh&auml;ltnis von Angebot und Nachfrage br&auml;chte dann, wie ein Naturgesetz, auf dem freien Markt den &bdquo;richtigen Preis&ldquo; f&uuml;r alles hervor. Und der ist dann quasi gottgegeben.<\/p><p>Die vereinbarten Kapitalkontrollen von Bretton Woods im Jahre 1944 waren ihnen als Eingriff in die freie Marktwirtschaft ein besonderer Dorn im Auge (davon mehr weiter unten). F&uuml;r ihre idealistische Sichtweise der Selbstregulierung der freien M&auml;rkte zweckentfremdeten die Neoliberalen nicht zuletzt auch den Begriff der &bdquo;unsichtbaren Hand des Marktes&ldquo;, der urspr&uuml;nglich von Adam Smith stammt, der diesen Begriff aber in einem v&ouml;llig anderen Kontext gebraucht hatte. Die &bdquo;unsichtbare Hand des Marktes&ldquo; soll nach der neoliberalen Lehre die Geschicke des Marktes auf wunderbare, ja g&ouml;ttliche Art und Weise hinter den Kulissen regulieren, und zwar viel besser als alle menschlichen Berechnungen es je k&ouml;nnten.<\/p><p>So wie Gottes Weisheit f&uuml;r die Menschen unermesslich und seine Wege unergr&uuml;ndlich sind, so ist es im neoliberalen Lehrgeb&auml;ude die Preisfindung des Marktes und hier st&ouml;&szlig;t das neoliberale Lehrgeb&auml;ude an die Grenzen zur Theologie. An der unsichtbaren Hand der Neoliberalen klebt, genau wie an der christlichen Lehre, viel Blut. Und genauso wie die r&ouml;misch-katholische Kirche, trotz aller Lippenbekenntnisse, stets auf der Seite der Herrschenden gestanden hat, so steht auch die MPS fest an der Seite des Kapitals. Wenn die Armen leiden mussten, so war es Gottes Wille bei den Pfaffen, bei den Neoliberalen ist es der Wille des Marktes. Gegen beides kann man sich so wenig wehren wie gegen Sturm und Hagel.<\/p><p>Zu welch abstrusen Behauptungen die Mitglieder der MPs anhand solcher Postulate kamen, sei an dieser Stelle an drei Beispielen gezeigt:<\/p><ul>\n<li>Medizinische Dienstleistungen k&ouml;nnen laut Milton Friedman auf dem freien Markt gehandelt werden. Daf&uuml;r ist keine besondere Qualifikation n&ouml;tig. Der Markt regelt die Sache selber: Jeder Mensch darf den Arztberuf aus&uuml;ben (auch ohne Ausbildung), schlie&szlig;lich kann man &ndash; selber oder die Nachkommen &ndash; bei Behandlungsfehlern auf Schadensersatz klagen. (<em>siehe Schulmeister, 2018, S. 380, Anmerkung 47<\/em>). Ein wahrlich unschlagbares Argument f&uuml;r einen freien Markt auf dem Gebiet der Heilkunde. Angebot und Nachfrage regeln die Sache und schlechte Chirurgen werden &uuml;ber Schadensersatzklagen vom Markt gefegt. Operation gelungen, Patient verstorben.<\/li>\n<li>Richard Posner von der Universit&auml;t Chicago, auch Mitglied der MPS, schlug vor, zur Adoption freigegebene Kinder zu versteigern, die attraktiveren Babys k&auml;men so in wohlhabendere Familien, und das bedeutete eine effiziente Ressourcenallokation. (<em>Schulmeister<\/em>, 2018, ebd.)<\/li>\n<li>Sogar die Rassendiskriminierung k&ouml;nne der Markt, laut Friedman, &uuml;berwinden. &bdquo;Wenn jemand sich weigert, von einem Neger (negro) zu kaufen oder mit ihm zu arbeiten, dann wird er einen h&ouml;heren Preis bezahlen oder einen niedrigeren Lohn bekommen&hellip;&ldquo; (<em>Schulmeister<\/em>, 2018, S. 98).<\/li>\n<\/ul><p>Der Markt regelt alles. Der Leser merkt schon, auf welch &bdquo;hohem&ldquo; wissenschaftlichen Niveau sich solche Theorien bewegen. Von Ethik ganz zu schweigen. Aber Ethik hat in der neoliberalen Wirtschafts-&bdquo;Wissenschaft&ldquo; auch nichts verloren. &bdquo;Wo der Markt mit unsichtbarer Hand lenkt und Nutzenfunktionen die Entscheidungen &uuml;bernehmen, kann man die Moral einsparen&ldquo;, bemerkt Stephan Schulmeister treffend.<\/p><p>Die nach dem Krieg in Deutschland praktizierte soziale Marktwirtschaft funktionierte gut. In den 60er Jahren standen die Zeichen auf Auss&ouml;hnung zwischen Arbeit und Kapital. Die Arbeiterschaft war ja durchaus auch an den Fr&uuml;chten des Aufschwungs in der Nachkriegswirtschaft beteiligt. So schien Europa, und Deutschland mittendrin, einer sonnigen, wirtschaftlich gesicherten Zukunft entgegenzugehen. Das Elend des Krieges begann in Vergessenheit zu geraten. Konrad Adenauer, der erste Bundeskanzler der BRD, regierte bis zum Jahre 1963 und &uuml;berlie&szlig; die Wirtschaftspolitik weitestgehend seinem Finanzminister Erhard. Der ging als Vater des Wirtschaftswunders in die Geschichte ein. Aber der wirtschaftliche Aufschwung Deutschlands war weniger Erhard als den besonderen Nachkriegsumst&auml;nden zu verdanken.<\/p><p>Titelbild: American Institute for Economic Research<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute ist der Neoliberalismus ein Projekt der radikalen Umw&auml;lzung der menschlichen Ordnung unter rein &ouml;konomischen Kriterien, das sich zwangsl&auml;ufig auf staatliche Ma&szlig;nahmen <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=36299\">st&uuml;tzen muss<\/a>. <strong>Marco Wenzel<\/strong> zeichnet f&uuml;r die NachDenkSeiten in einem ausf&uuml;hrlichen F&uuml;nfteiler nach, wie der Neoliberalismus seinen Siegeszug antreten und in Deutschland Fu&szlig; fassen konnte.<\/p>\n<p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><\/p>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":54041,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[107,201,160,205,11,30],"tags":[423,373,290,2699,1945,1033,2102,909,1151,319,233,2310,2026,2250,1526,1366,479,2147,528,2132,2700,1556,510,924,402,2475,476,1979],"class_list":["post-54040","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-audio-podcast","category-ideologiekritik","category-markt-und-staat","category-neoliberalismus-und-monetarismus","category-strategien-der-meinungsmache","category-wirtschaftspoliik-und-konjunktur","tag-austeritaetspolitik","tag-oekonomisierung","tag-binnennachfrage","tag-ewg","tag-faschismus","tag-friedman-milton","tag-geostrategie","tag-kapitalismus","tag-konjunkturpolitik","tag-lohnentwicklung","tag-marktliberalismus","tag-marshall-plan","tag-mont-pelerin-society","tag-nachkriegszeit","tag-nachtwaechterstaat","tag-reparationen","tag-reservearmee","tag-sowjetunion","tag-soziale-marktwirtschaft","tag-sozialismus","tag-systemkonkurrenz","tag-usa","tag-vollbeschaeftigung","tag-von-hayek-friedrich-august","tag-wachstum","tag-weimarer-republik","tag-weltwirtschaftskrise","tag-wirtschaftswunder"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/190810_fahayek.jpeg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/54040","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=54040"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/54040\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":54101,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/54040\/revisions\/54101"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/54041"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=54040"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=54040"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=54040"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}