{"id":54107,"date":"2019-08-13T08:53:08","date_gmt":"2019-08-13T06:53:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=54107"},"modified":"2019-08-13T09:34:23","modified_gmt":"2019-08-13T07:34:23","slug":"militarisierung-erpressung-menschenhandel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=54107","title":{"rendered":"Militarisierung, Erpressung, Menschenhandel"},"content":{"rendered":"<p><strong>Mexiko als eingekesseltes &ldquo;Migrations-Sandwich&rdquo; zwischen Zentralamerika und den Schikanen Donald Trumps<\/strong><br>\nMehr als 900 zentralamerikanische Kleinkinder wurden in den vergangenen Monaten von der Donald-Trump-Administration von ihren Migranten-Eltern gewaltsam getrennt und werden derzeit in US-amerikanischen Grenzgebieten <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/politik\/ausland\/trumps-regierung-nimmt-fluechtlingen-weiter-die-kinder-weg-a-1279766.html\">wie Geiseln festgehalten<\/a>. Mitte 2018 waren es immerhin mehr als 2.000 Migranten-Kinder, doch die Ma&szlig;nahme wurde im Juli 2018 <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/politik\/ausland\/usa-donald-trump-hat-entscheidung-bei-familientrennung-verkuendet-a-1214112.html\">von der US-Justiz verboten<\/a>. Die an Entf&uuml;hrung grenzende Ma&szlig;nahme verst&ouml;&szlig;t gegen das einheimische und das internationale Recht, insbesondere gegen die <a href=\"https:\/\/www.unhcr.org\/dach\/de\/ueber-uns\/unser-mandat\/die-genfer-fluechtlingskonvention\">Genfer Fl&uuml;chtlingskonvention<\/a> der Vereinten Nationen, und wurde f&uuml;r beendet erkl&auml;rt. Von <strong>Frederico F&uuml;llgraf<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\nDoch um Rechtsprechung schert sich das Trump-Regime in zunehmendem Ma&szlig;e einen feuchten Dreck: Die gewaltsame monatelange Trennung tausender Kleinkinder von ihren Eltern wird weiterhin als &ldquo;Abschreckung&rdquo; gegen verarmte und unerw&uuml;nschte Zuwanderer angewendet. Der Gruselfilm besitzt jedoch einen entscheidenden Nebenhandlungsort. Daher ein harter, imagin&auml;rer Schnitt nach Mexiko, wenige hundert Meter vom US-Grenzgebiet entfernt.<\/p><p>Unter teils unw&uuml;rdigen Bedingungen hausen dort derzeit zwischen 8.000 und 10.000 Migranten aus Zentralamerika und warten auf das Unm&ouml;gliche: einen bewilligten Asylantrag und eine Einreisegenehmigung in die USA, die in 80 bis 85 Prozent der F&auml;lle abgelehnt werden. &bdquo;Das l&auml;sst uns vermuten, dass diese Leute sechs, acht, zehn, zw&ouml;lf Monate auf mexikanischer Seite verbringen k&ouml;nnen, vielleicht sogar noch mehr. Mexiko kann diese Rolle des sogenannten sicheren Drittlandes jedoch nicht wirklich erf&uuml;llen&rdquo;, <a href=\"https:\/\/www.bbc.com\/mundo\/noticias-america-latina-48536239\">warnt Rodolfo Cruz<\/a>, Direktor der Abteilung f&uuml;r Bev&ouml;lkerungsstudien des Colegio de la Frontera Norte.<\/p><p>Zur Abschreckung und Eind&auml;mmung des Migranten-Ansturms befahl die Trump-Regierung bereits Mitte 2018 mindestens 4.000 Soldaten der Nationalgarde an die Grenze zu Mexiko; ein aggressives Truppenkontingent, das im Juli 2019 <a href=\"https:\/\/www.hispantv.com\/noticias\/ee-uu-\/433323\/enviar-militares-frontera-mexico-migrantes\">um weitere 2.000 Soldaten verst&auml;rkt wurde<\/a>. Im Gegenzug entschied sich die mexikanische Mitte-Links-Regierung Andr&eacute;s M. L&oacute;pez Obrador (AMLO) Anfang Juni 2019 f&uuml;r eine umstrittene Strategie, als sie den Einsatz von mindestens 6.000 Soldaten an <a href=\"https:\/\/www.elsoldemexico.com.mx\/mundo\/mexico-desplegaria-6000-soldados-a-la-frontera-con-guatemala-the-washington-post-3727984.html\">ihre entgegengesetzte S&uuml;dgrenze nach Guatemala<\/a> befohl.<\/p><p>Der Einsatz tausender ehemaliger Milit&auml;rpolizisten, die die neugeschaffene Nationalgarde bilden, unterst&uuml;tzte das Vorgehen des Nationalen Migrations Instituts (INM), um Migranten auf Stra&szlig;en und Hotels in Chiapas und Tabasco, den Bundesstaaten mit dem h&ouml;chsten Migrationsstrom, zu stoppen. Trotz &ouml;ffentlicher Kritik schien die Strategie erfolgreich zu sein. Marcelo Ebrard, der mexikanische Au&szlig;enminister, erkl&auml;rte, der Migrationsstrom habe 45 Tage nach dem Abkommen mit den USA <a href=\"https:\/\/www.bbc.com\/mundo\/noticias-america-latina-49055003\">um mindestens 36 Prozent abgenommen<\/a>. Doch kann der Zahlenr&uuml;ckgang auch saisonbedingte, klimatische Gr&uuml;nde haben. Zum Beispiel wenn die extreme Hitze an der Nordgrenze, die in den W&uuml;stenregionen von Sonora, in denen sich viele Migranten aufhalten, Temperaturen &uuml;ber 45 Grad Celsius erreicht.<\/p><p><strong>Honduras: die kaputte Heimat als Operationsbasis der USA<\/strong><\/p><p>Die zynische Ironie des zentralamerikanischen Massenzustroms in Richtung US-Grenze ist, dass die meisten Migranten aus Honduras stammen. Nach Sch&auml;tzungen der vergangenen zehn Jahre <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=44700\">fl&uuml;chteten 1 Million Honduraner<\/a> ins Ausland, davon 800.000 ausgerechnet in die USA. Doch warum?<\/p><p>&bdquo;Die Menschen fliehen vor Armut und Gewalt &hellip; Mit einer Mordrate von 43 je 100.000 Einwohnern gilt Honduras als eines der gewaltt&auml;tigsten L&auml;nder der Welt, vor allem wegen der organisierten Kriminalit&auml;t und dem Drogenhandel; die auch in Guatemala und El Salvador vorherrschen&ldquo;, <a href=\"https:\/\/www.elpais.com.uy\/mundo\/claves-entender-masiva-migracion-honduras.html\">alarmierte bereits im Oktober 2018<\/a> die uruguayische <em>El Pa&iacute;s<\/em>. Es sind finstere und bittertraurige Zahlen: 68 Prozent der 9 Millionen Einwohner Honduras&lsquo; fristen ihr Dasein in Armut. Die Mehrheit wirft dem 2018 wiedergew&auml;hlten Pr&auml;sidenten Juan Orlando Hern&aacute;ndez vor, die eklatanten sozialen Probleme schlichtweg zu ignorieren.<\/p><p>&bdquo;Angesichts der Reaktion der US-Regierung (gegen den Migranten-Zustrom) ist zu fragen, ob der US-Pr&auml;sident wei&szlig;, dass Honduras ein von den USA milit&auml;risch besetztes Land ist und dass dessen Demokratie durch eine Reihe aufeinanderfolgender Staatsstreiche &ndash; geduldet und gesteuert von der US-Botschaft in Tegucigalpa &ndash; seit 2009 ausgeschaltet wurde&ldquo;, <a href=\"https:\/\/criterio.hn\/2018\/11\/24\/los-migrantes-y-las-bases-militares-de-ee-uu-en-honduras\/\">kommentierte Andres Molina<\/a>, Herausgeber der honduranischen Nachrichten-Plattform Criterio.<\/p><p>Als j&uuml;ngste Episode der US-Intervention nannte Molina den Versuch der US-Vertreterin in Honduras, Heide Fulton, eine &bdquo;US-h&ouml;rige Diktatur&ldquo; zu errichten, nachdem die Amerikanerin sich nicht davor scheute, im Obersten Wahlgericht (TSE) zugunsten der 2018 weltweit angefochtenen Wiederwahl des wegen schwerer Korruption und Drogenhandels selbst von der US-Justiz beschuldigten Juan Orlando Hern&aacute;ndez zu intervenieren. Regime Change und neoliberale Verrohung allein reichen nicht aus, um die Massenflucht zu erkl&auml;ren. Die US-Milit&auml;rst&uuml;tzpunkte und die Umtriebe von CIA und DEA im Lande erl&auml;utern das &Uuml;brige.<\/p><p>Die USA betreiben ca. 800 Milit&auml;rbasen rund um die Welt, 76 davon in Lateinamerika, und darunter wiederum 2 St&uuml;tzpunkte in Honduras. Die erste US-Milit&auml;ranlage auf honduranischem Gebiet wurde in den 80er Jahren in Palmerola installiert, die zweite 2010 in Mosquitia errichtet; angeblich um den Drogenhandel zu bek&auml;mpfen. Insgeheim planen die USA jedoch eine gigantische dritte Basis an der K&uuml;ste von Honduras. Berta C&aacute;ceres Flores &ndash; Generalkoordinatorin des Rates der Volks- und Indigenenorganisationen von Honduras (COPINH) &ndash; erinnerte unl&auml;ngst daran, ihr Land sei stets von den USA als Plattform f&uuml;r die Invasion befreundeter Partnerl&auml;nder genutzt worden; so zum Beispiel in den 1980er Jahren gegen Nicaragua. <a href=\"https:\/\/actualidad.rt.com\/actualidad\/view\/89916-base-militar-eeuu-honduras-amenaza-region\">Und warnte<\/a>: &bdquo;Diesmal k&ouml;nnte es Venezuela sein&rdquo;.<\/p><p>Die neue US-Basis k&ouml;nnte sich aber auch direkt gegen die armen Honduraner wenden. Admiral Kurt Tidd, derzeitiger Befehlshaber des US-S&uuml;dkommandos, f&uuml;hrte im Februar 2018 dem US-Kongress einige Zukunfts-Szenarien f&uuml;r den Kontinent vor, mit Zielen, Mitteln und Strategien entsprechend der &ldquo;Nationalen Verteidigungsstrategie und Sicherheitsstrategie (2017-2018). &bdquo;In Bezug auf die geografische N&auml;he, den Handel, die Einwanderung und die Kultur gibt es keinen anderen Teil der Welt, der das t&auml;gliche Leben der USA st&auml;rker beeinflusst als Mittelamerika, S&uuml;damerika und die Karibik&rdquo;, <a href=\"http:\/\/www.granma.cu\/mundo\/2018-08-09\/bases-militares-de-eeuu-en-america-latina-y-el-caribe-el-plan-suramerica-09-08-2018-17-08-04\">warnte er<\/a>. Zu den eventuellen &bdquo;Notfallreaktionen&rdquo; von Tidds skizziertem &ldquo;Network of Networks&rdquo; geh&ouml;ren unter anderem die Verteidigung des Panamakanals samt Umfeld und die Kontrolle von &bdquo;Migrationsvorg&auml;ngen&rdquo;.<\/p><p><strong>Der Vertrag &uuml;ber &ldquo;ein drittes sicheres Land&rdquo;<\/strong><\/p><p>Was nun hat Mexico mit alledem zu tun? Mitte Juni 2019 trafen die USA und Mexiko eine Vereinbarung, womit sich die Regierung des seit Anfang des Jahres amtierenden Pr&auml;sidenten Andr&eacute;s M. L&oacute;pez-Obrador (AMLO) <a href=\"https:\/\/www.bbc.com\/mundo\/noticias-america-latina-49055003\">dazu verpflichtete<\/a>, die Zahl der irregul&auml;ren Migranten aus Zentralamerika, die in die USA einwandern wollen, zu verringern.<\/p><p>Daf&uuml;r griff die Regierung Donald Trump den l&auml;ngst verwelkten Begriff des sogenannten &ldquo;sicheren Drittlandes&rdquo; wieder auf. Das Konzept entspringt der Genfer Fl&uuml;chtlings-Konvention von 1951 und l&auml;sst sich folgenderma&szlig;en zusammenfassen: Wenn eine Person ihr Land verl&auml;sst, um Asyl in einem anderen Land zu beantragen, kann dieses (zweite) Ziel-Land die Annahme verweigern und es an ein drittes Land delegieren, wenn die Regierung des Ziel-Landes der Ansicht ist, dass das Drittland den Wunsch des Antragstellers erf&uuml;llen kann.<\/p><p>Es reicht aber nicht aus, den guten Willen zu haben. Gem&auml;&szlig; der Genfer Konvention m&uuml;ssen Mindestbedingungen erf&uuml;llt werden. Die wichtigste besteht darin, sicherzustellen, dass Asylbewerber nicht in ihr Herkunftsland deportiert werden und dass der Grundsatz der Nicht-R&uuml;ckkehr eingehalten wird. Dar&uuml;ber hinaus m&uuml;ssen sie sicherstellen, dass das Recht auf Wohnen, soziale Sicherheit, medizinische Versorgung, Besch&auml;ftigung und Bildung sowie auf Familienzusammenf&uuml;hrung gesichert ist.<\/p><p><strong>USA sabotieren mexikanischen Marshall-Plan f&uuml;r Zentralamerika<\/strong><\/p><p>Im pro-aktiven Bewusstsein, dass Mexiko diese Auflagen nicht allein finanzieren kann, vor allem aber um das Problem bei der Wurzel zu packen &ndash; n&auml;mlich der Migration im Ursprungsland vorzubeugen &ndash; hatte AMLO gegen&uuml;ber der US-Regierung <a href=\"https:\/\/elpais.com\/internacional\/2018\/11\/25\/mexico\/1543164641_089736.html\">eine Art gemeinsamen Marshall-Plan<\/a> zur Entwicklung Zentralamerikas angeregt. Au&szlig;enminister Marcelo Ebrard umriss die Strategie Mexikos zur Entwicklung von Honduras, Guatemala und El Salvador. <em>Sembrando Vida<\/em> (Leben s&auml;end) hei&szlig;t zum Beispiel ein Einzelprojekt f&uuml;r El Salvador, mit dem Obstb&auml;ume und Edelh&ouml;lzer gepflanzt und sofort 20.000 Menschen eine Besch&auml;ftigung angeboten werden k&ouml;nnen.<\/p><p>Doch die aggressive Trump-Administration lie&szlig; die neue Regierung Mexikos mit ihren pro-aktiven und innovativen sozialen Projekten eiskalt auf Grund laufen. Schlimmer und zynischer: Der gemeinsame US-mexikanische Migrationspakt droht Mexiko mit der Reaktivierung von Z&ouml;llen auf mexikanische Exporte, falls innerhalb von 45 Tagen die Zahl der Migranten nicht verringert wird. Von Trump erzwungen, tat Mexiko sein &bdquo;Bestes&ldquo;, um die US-Auflagen zu erf&uuml;llen, jedoch ohne seri&ouml;se Gegenleistungen.<\/p><p><strong>AMLO: Kritik aus den eigenen Reihen<\/strong><\/p><p>Porfirio Mu&ntilde;oz Ledo, Pr&auml;sident der Abgeordnetenkammer und Mitglied vom AMLOs linker Partei der Nationalen Regenerationsbewegung (Morena), prangerte an, Mexiko habe sich in einen &bdquo;Immigrationsk&auml;fig&rdquo; verwandeln lassen. &bdquo;Es lohnt sich nicht, Z&ouml;lle im Austausch f&uuml;r Migranten zu zahlen. Seien wir ehrlich, hier wird f&uuml;r eine wirtschaftliche Ma&szlig;nahme menschliches Fleisch gehandelt &hellip; Wir haben eins gedr&uuml;ckt, um das andere aufzugeben&ldquo;.<\/p><p>Von mir auf die Kritik Ledos und anderer Beobachter angesprochen, erkl&auml;rte <a href=\"https:\/\/www.minds.com\/albertobuitre\">Alberto Buitre<\/a>, kritischer mexikanischer Journalist, gegen&uuml;ber den NachDenkSeiten:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Die Haltung von AMLO ist absolut pragmatisch. Das Verh&auml;ltnis zu den USA ist unvermeidlich. Mexiko kann es sich nicht, wie China, leisten, deshalb einen Handelskrieg vom Zaun zu brechen. Mehr als 70 Prozent der mexikanischen Wirtschaft h&auml;ngen von den USA ab. Ein Konflikt w&uuml;rde eine Krise bedeuten. L&oacute;pez Obrador entschied sich f&uuml;r die am wenigsten schlechte Option, n&auml;mlich mit Trump zu verhandeln, um die Migration im Austausch f&uuml;r die Beseitigung von US-Z&ouml;llen und Investitionen an der s&uuml;dlichen Grenze zu senken. In diesem Sinne war die Position korrekt. Da sich die wirtschaftliche und soziale Struktur in Mexiko in der Krisen&uuml;berwindung und im Wiederaufbau befinden, ist das Land nicht in der Lage, in dieser Auseinandersetzung ideologisch zu handeln&rdquo;.\n<\/p><\/blockquote><p>Das sieht Jorge G. Casta&ntilde;eda &ndash; ehemaliger Au&szlig;enminister Mexikos, Hochschulprofessor und Autor von &uuml;ber einem Dutzend B&uuml;chern, darunter eine vielgelesene Biographie Che Guevaras &ndash; anders. In einem argumentationsreichen <a href=\"https:\/\/www.nytimes.com\/es\/2019\/06\/07\/mexico-trump-amlo\/\">Beitrag f&uuml;r die New York Times<\/a> erkl&auml;rte Casta&ntilde;eda am vergangenen 7. Juni: &bdquo;Mexiko kann keine Konfrontationen verhindern &hellip;&ldquo;. Casta&ntilde;eda ist der Meinung, Mexiko solle sich nicht dem&uuml;tigen lassen.<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;L&oacute;pez Obradors Strategie bestand darin, die Konfrontation mit Trump um jeden Preis zu vermeiden. Stunden nach der Bekanntgabe der Tarife versandte der mexikanische Pr&auml;sident einen Brief, in dem er Trumps Slogan &acute;United States First&acute; verachtete. Doch machte er in seinem charakteristischen Stil deutlich, dass er den Dialog der Konfrontation vorzog. Die Argumentation hinter dieser Position ist einfach: L&oacute;pez Obrador ist entschlossen, sich auf seine nationale Agenda zu konzentrieren. Au&szlig;enpolitische Themen sind f&uuml;r ihn Ablenkungen. Allerdings sind die Beziehungen zwischen Mexiko und den Vereinigten Staaten eine nationale Angelegenheit: Handel, Einwanderung, Drogen, Sicherheit und Investitionen sind in Mexiko, wie in den meisten F&auml;llen, inl&auml;ndische Anliegen, die im Zusammenhang mit Mittelamerika stehen. L&oacute;pez Obrador scheint es nicht zu verstehen &hellip;&rdquo;.\n<\/p><\/blockquote><blockquote><p>\n&bdquo;&hellip; Zweitens fordern die USA strenge Ma&szlig;nahmen gegen diejenigen, die sie als transnationale kriminelle Organisationen bezeichnen, die den Transport von Migranten durch mexikanisches Gebiet kontrollieren. Und drittens fordert die US-Regierung, dass Mexiko seine Grenze zu Guatemala abriegelt; wenn nicht an der Grenze selbst, dann in der 160 Kilometer entfernten Landenge von Tehuantepec, der wohl schmalsten Landzunge Mexikos. Trump gab Mexiko zehn Tage Zeit, um diese Bedingungen zu akzeptieren. Mexiko sollte es nicht tun. Abgesehen davon, dass die Bedingung infam ist, kann Mexiko auch zentralamerikanischen Migranten keinen sicheren Schutz bieten.<\/p>\n<p>Laut Statistiken des US-Heimatschutzes sind seit Januar mehr als 460.000 Migranten, die meisten davon Mittelamerikaner, an der US-amerikanischen Grenze inhaftiert worden. In der Folge wurden fast 6.000 Personen in Erwartung ihrer Asylverhandlungen nach Mexiko ausgewiesen &ndash; was als &bdquo;Stay-in-Mexico&ldquo;-Programm bekannt ist, das L&oacute;pez Obrador letztes Jahr peinlich angenommen hat. W&uuml;rde ein Vertrag &uuml;ber ein <em>sicheres Drittland<\/em> angenommen, w&uuml;rden h&ouml;chstwahrscheinlich viele der vor Gewalt in ihrem Land fl&uuml;chtenden Migranten von der Trump-Administration aufgegeben und in Mexikos Obdach ausgeliefert. Das US-Heimatschutzministerium sch&auml;tzt, dass die Verhaftung von zentralamerikanischen Migranten an der Grenze eine Million Menschen erreichen wird, wenn nicht sofort Ma&szlig;nahmen ergriffen werden&rdquo;.\n<\/p><\/blockquote><p>Titelbild: Joseph Sorrentino\/shutterstock.com<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><strong>Mexiko als eingekesseltes &ldquo;Migrations-Sandwich&rdquo; zwischen Zentralamerika und den Schikanen Donald Trumps<\/strong><br \/> Mehr als 900 zentralamerikanische Kleinkinder wurden in den vergangenen Monaten von der Donald-Trump-Administration von ihren Migranten-Eltern gewaltsam getrennt und werden derzeit in US-amerikanischen Grenzgebieten <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/politik\/ausland\/trumps-regierung-nimmt-fluechtlingen-weiter-die-kinder-weg-a-1279766.html\">wie Geiseln festgehalten<\/a>. 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