{"id":54117,"date":"2019-08-13T14:39:34","date_gmt":"2019-08-13T12:39:34","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=54117"},"modified":"2019-08-13T18:13:14","modified_gmt":"2019-08-13T16:13:14","slug":"viele-junge-tataren-packen-die-ihnen-gebotene-chance-krim-iv","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=54117","title":{"rendered":"Viele junge Tataren packen die ihnen gebotene Chance (Krim IV)"},"content":{"rendered":"<p>Es folgt hier der vierte Bericht von <strong>Christian M&uuml;ller<\/strong> vom schweizerischen InfoSperber &uuml;ber seine dreiw&ouml;chige Reise auf die Krim. Wir geben nach Absprache mit dem Autor den Artikel im Folgenden wieder. Albrecht M&uuml;ller.<br>\n<!--more--><br>\n<em><em>Hier ist zun&auml;chst <a href=\"https:\/\/www.infosperber.ch\/Artikel\/Gesellschaft\/Krim-Crimea-Tataren-Russland\">der Link auf den Artikel im InfoSperber<\/a> und hier der vollst&auml;ndige Text mit den passenden Fotos:<\/em><\/em><\/p><p><strong>Viele junge Tataren packen die ihnen gebotene Chance (Krim IV)<\/strong><\/p><p><em><strong>Christian M&uuml;ller<\/strong><\/em>&nbsp;\/ 13. Aug 2019 &ndash;&nbsp;<strong>Die Krimtataren, etwa ein Achtel der Bev&ouml;lkerung auf der Krim, sind kriegs- und leidgepr&uuml;ft. Russland versucht nun, sie zu f&ouml;rdern.<\/strong><\/p><p><em>Dieser Artikel ist nach einem&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.infosperber.ch\/Artikel\/Politik\/Krim-Crimea-Sanktionen-Russland-Ukraine-Recherchen-vor-Ort\">&Uuml;berblick<\/a>, einem&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.infosperber.ch\/Artikel\/Politik\/Krim-Sewastopol-Krimkrieg-Sanktionen\">der Stadt Sewastopol gewidmeten<\/a>&nbsp;und einem&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.infosperber.ch\/Artikel\/Politik\/Krim-Crimea-Kertsch-Brucke-Katakomben\">Kertsch und der neuen Br&uuml;cke zum russischen Festland<\/a>&nbsp;gewidmeten Beitrag der vierte in einer mehrteiligen Serie &uuml;ber die Krim heute. Alle Berichte basieren auf einem dreiw&ouml;chigen Aufenthalt des Autors auf der Krim im Mai\/Juni dieses Jahres mit Recherchen vor Ort (cm).<\/em><\/p><p>&laquo;Du besuchst die Krim, um sp&auml;ter auch dar&uuml;ber zu schreiben? Interessant! Aber vergiss dann nicht, auch die Tataren zu befragen, wie es ihnen heute auf der Krim geht. Du weisst doch, dass sie total dagegen waren, sich von der Ukraine abzuspalten und wieder ein Teil Russlands zu werden.&raquo; So und &auml;hnlich h&ouml;rte ich es mehrmals vor unserer Abreise auf die Krim im Mai.<\/p><p>Wer sich f&uuml;r die Geschichte der Krim interessiert, kann die Tataren tats&auml;chlich nicht ausser Acht lassen. Sie haben in der Geschichte der Halbinsel Krim im Schwarzen Meer lange eine f&uuml;hrende Rolle gespielt.<\/p><p>Doch damit gleich zum ersten Problem. Jedes geschichtliche Ereignis hat eine Vorgeschichte. Wo also anfangen? Im 14. Jahrhundert, als die Tataren sich zum Islam bekehrten? Im 15. Jahrhundert, als sie auf der Krim und in den n&ouml;rdlichen und &ouml;stlichen Steppen ein eigenes Khanat bildeten &ndash; in heutiger Terminologie so etwas wie ein eigenes F&uuml;rstentum &ndash; mit dem Zentrum in Bachtschyssaraj auf der Krim? Oder im 18. Jahrhundert, als sie durch die russische Eroberung der Krim mehr und mehr ins Hintertreffen gerieten?<\/p><p><strong>Eine Katastrophe nach der anderen<\/strong><\/p><p>Was auch immer vorher schon passiert war: Die erste H&auml;lfte des letzten Jahrhunderts brachte den Krimtataren eine Katastrophe nach der anderen. Das Verh&auml;ltnis zwischen den Tataren und Russland war schon lange Zeit belastet von zahlreichen kriegerischen Konflikten. Das f&uuml;hrte dazu, dass ein Teil der Tataren im Rahmen der Revolutionen in Russland 1905 und 1917 auf der Seite der Revolution&auml;re mitk&auml;mpften, in der Hoffnung, damit einen Beitrag zur Entmachtung der russischen Nobilit&auml;t leisten und danach einen eigenen, autonomen Staat bilden zu k&ouml;nnen. Mit dem Kommunismus allerdings wollten sie nichts zu tun haben, was ihnen nach dem Ende des B&uuml;rgerkrieges in Russland wieder nicht gut bekam. Die Bolschewiken ver&uuml;bten in der Folge gegen die tatarischen Nationalisten etliche Massaker. Und als 1921\/1922 im totalen Chaos nach der Revolution von 1917 und dem anschliessenden B&uuml;rgerkrieg auch noch eine monatelange D&uuml;rre im S&uuml;den Russlands zu einer katastrophalen Hungersnot f&uuml;hrte, war die Krim besonders stark betroffen. Etwa die H&auml;lfte der tatarischen Bev&ouml;lkerung von Bachtschyssaraj verhungerte; 1923 stellten die Tataren auf der Krim nur noch etwa einen Viertel der Bev&ouml;lkerung.<\/p><p>Und damit nicht genug. Stalin, so schreibt der britische Historiker Alan Fisher in seinem Buch &laquo;The Crimean Tatars&raquo;, habe zwischen 1917 und 1933 etwa 150&rsquo;000 Tataren, die H&auml;lfte der tatarischen Bev&ouml;lkerung auf der Krim, umgebracht, deportiert oder vertrieben. 1937\/38 kamen weitere Massaker speziell auch im Bereich der tatarischen Intelligenzija dazu.<\/p><p>Unn&ouml;tig zu erw&auml;hnen, dass sowohl in der Hungersnot wie auch bei den kriegerischen Auseinandersetzungen nicht nur die Krimtataren betroffen waren. Auch andere Ethnien hatten in dieser Epoche harte Zeiten.<\/p><p><strong>Und dann, im Zweiten Weltkrieg?<\/strong><\/p><p>War es in dieser historischen Situation &uuml;berraschend, dass beim Einmarsch der deutschen Wehrmacht auf der Krim 1941 verschiedene Gruppierungen von Tataren sich veranlasst f&uuml;hlten, die einmarschierenden Deutschen und Rum&auml;nen beim Angriff auf die Sowjets im Kampf zu unterst&uuml;tzen? Wohlverstanden, nicht weil sie der faschistischen Ideologie besonders nahestanden, aber weil es, einmal mehr, gegen Russland ging (wobei viele von ihnen, wie erhaltene Briefe zwischen tatarischen F&uuml;hrungsleuten und Nazi-Gener&auml;len zeigen, den Antisemitismus der Nazis mittrugen; die Juden und die Bolschewiken wurden einfach in einen Topf geworfen). Und es gab auch Tataren, die auf der Seite der Sowjets k&auml;mpften. Doch Stalin schaute dann auch wieder nicht besonders genau hin, wie und was da abgelaufen war. Er deportierte nach der R&uuml;ckeroberung der Krim 1944 praktisch die gesamte tatarische Bev&ouml;lkerung &ndash; und auch hier: nicht nur sie &ndash; in verschlossenen Eisenbahnwagen in d&uuml;nnbesiedelte Gegenden weiter im Osten und vor allem nach Usbekistan und &uuml;berliess sie dort ihrem Schicksal. Viele Tataren &uuml;berlebten schon den Transport nicht. Erst unter Chruschtschow, der diese unmenschlichen Deportationen unter Stalin &ouml;ffentlich als &laquo;Verbrechen&raquo; verurteilte, erhielten erste Tataren die Bewilligung, auf die Krim zur&uuml;ckzukehren. Und erst nach einer generellen Erlaubnis aus Moskau im Jahr 1989 kehrten Tausende von Tataren auf die Krim zur&uuml;ck.<\/p><p>Aus welchem Blickwinkel auch immer die Berichte &uuml;ber all diese gegenseitigen Grausamkeiten geschrieben worden sind: Es kann einem den Schlaf kosten, was da alles im letzten Jahrhundert an Kriegen und Katastrophen abgelaufen ist und was insbesondere die Tataren an Katastrophen zu erleiden hatten.<\/p><p><strong>&laquo;Auf die Krim zur&uuml;ckgekehrt, nicht in die Ukraine&raquo;<\/strong><\/p><p>Wie aber verhielten sich die Krimtataren nun beim Referendum 2014, als es darum ging, wieder mit Russland vereinigt zu werden?&nbsp;<a href=\"https:\/\/youtu.be\/JBaeSEs-cDw\">Refat Derdarov<\/a>, der B&uuml;rgermeister von Bachtschyssarai, sagte im Jahr 2015: &laquo;Wir Tataren sind 1989 auf die Krim zur&uuml;ckgekehrt, die (damals) zur Sowjetunion geh&ouml;rte; an die Ukraine haben wir damals gar nicht gedacht.&raquo; 2014 hatte es zwar tats&auml;chlich einen prominenten Aufruf von Seite der&nbsp;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Medschlis_des_Krimtatarischen_Volkes\">Medschlis<\/a>, einer wichtigen tatarischen Organisation, gegeben, das Referendum zu boykottieren. Wie weit der Aufruf befolgt wurde, ist aber nicht bekannt. Nach der Sch&auml;tzung von Vasvi Abduraimov, dem Chef der krimtatarischen Organisation&nbsp;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Milli_Firka_(NRO)\">Milli Firka<\/a>, haben nach dem Referendum, das die Wiedervereinigung der Krim mit Russland besiegelte, nur zwischen 3000 und 5000 Tataren tats&auml;chlich beschlossen, die Krim zu verlassen. Ein Exodus fand nicht statt.<\/p><p><strong>Und jetzt?<\/strong><\/p><p>Russland kennt das durch viele Konflikte und Kriege belastete Verh&auml;ltnis der Krimtataren zu Russland. Nicht zuletzt Wladimir Putin selbst aber ist &ndash; aus nachvollziehbaren Gr&uuml;nden &ndash; sehr interessiert daran, dass das angespannte Verh&auml;ltnis zwischen den Tataren und Russland endlich der Vergangenheit angeh&ouml;rt. Es bringe wenig, immer an die alten Unmenschlichkeiten zu erinnern, es gelte endlich vorw&auml;rts zu schauen, sagt er. Und er engagiert sich, wie man von tatarischer Seite h&ouml;ren kann, deshalb auch pers&ouml;nlich in dieser Sache.<\/p><div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/190813-vierter-Bericht-CM-01.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/190813-vierter-Bericht-CM-01.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><span><\/span><\/a><\/div><p><small>Zum Bild: In Bachtschyssaraj kann heute der Khanpalast besichtigt werden, der aus mehreren Geb&auml;uden besteht. Der orientalische Charakter der Baugruppe ist un&uuml;bersehbar. (Foto Christian M&uuml;ller)<\/small><\/p><p>Interessant war unser Besuch von&nbsp;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bachtschyssaraj\">Bachtschyssaraj<\/a>, dem historischen Zentrum der Tataren, im Inneren der Halbinsel Krim. Wir haben uns mit offenen Augen und Ohren umgesehen und uns mit den dortigen Leuten unterhalten. Was halten die Krimtataren dort heute von der Wiedervereinigung mit Russland?<\/p><p>Die junge Tatarin, die uns durch die historischen Bauten des&nbsp;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Khanpalast_von_Bachtschyssaraj\">Khanpalastes<\/a>&nbsp;f&uuml;hrte, der heute zum grossen Teil ein Museum ist, sagte es so: Sie habe an der Universit&auml;t in Simferopol Arabistik studiert und interessiere sich f&uuml;r ihr Fachgebiet sehr, sie sei in der &laquo;hohen Politik&raquo; aber nicht besonders bewandert. Sie pers&ouml;nlich und viele andere Tataren der Gegend seien aber sehr dankbar f&uuml;r das heutige Engagement Russlands zugunsten der Tataren und speziell zugunsten von Bachtschyssaraj. Putin habe Bachtschyssaraj selber besucht und habe sich 40 Minuten Zeit genommen, um sich das alte Tataren-Zentrum selbst anzusehen. Und er habe zwei Milliarden Rubel &ndash; umgerechnet rund 27 Millionen Euro, mit mindestens doppelter Kaufkraft &ndash; an die Restauration der historischen Geb&auml;ude versprochen. &laquo;40 Minuten&raquo;, sagte die F&uuml;hrerin durch das Museum, &laquo;t&ouml;nt zwar nicht nach viel, aber Putin hat ja schliesslich gr&ouml;ssere Probleme zu l&ouml;sen, als hier historische Bauten anzuschauen &hellip;.&raquo;.<\/p><div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/190813-vierter-Bericht-CM-02.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/190813-vierter-Bericht-CM-02.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><span><\/span><\/a><\/div><p><small>Zum Bild: Das Innere des Khanpalastes in Bachtschyssaraj ist heute ein Museum. Damit die Besucher auch die damaligen Kleider bestaunen k&ouml;nnen, sind in einigen R&auml;umen stilgerecht bekleidete Puppen zu sehen. (Foto Christian M&uuml;ller)<\/small><\/p><p><strong>Auch im Bildungsbereich wird investiert<\/strong><\/p><p>Finanziell weit h&ouml;her ins Gewicht fallen d&uuml;rften andere Projekte zugunsten einer sicheren Zukunft der Tataren auf der Krim. Auf Anfrage hatten wir die M&ouml;glichkeit, die neue &laquo;Schule 44&raquo; f&uuml;r die Tataren in Simferopol zu besuchen. Es war zwar gerade Ferienzeit und die Schule zu dem von uns gew&uuml;nschten Zeitpunkt nicht besetzt mit Kindern, aber die Direktorin kam zum vereinbarten Termin extra in die Schule und zeigte uns, was immer wir sehen und erkl&auml;rt bekommen wollten.<\/p><div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/190813-vierter-Bericht-CM-03.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/190813-vierter-Bericht-CM-03.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><span><\/span><\/a><\/div><p><small>Zum Bild: Die neue Schule 44 in Simferopol, eine von zw&ouml;lf Schulen auf der Krim f&uuml;r die Tataren. Wenige Wochen nach unserem Besuch im Mai hat diese neu eingerichtete Schule nun auch einen&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=WLyvv0_AoDY\">neuen Namen<\/a>&nbsp;erhalten: <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Alime_Abdenanova\">Alime Abdenanova<\/a>. Die Tatarin&nbsp;Alime Abdenanovak&auml;mpfte 1944, gerademal 20j&auml;hrig, in der Gegend von Kertsch auf der Seite der Roten Armee als Agentin des Nachrichtendienstes gegen die deutsche Wehrmacht. Am 25. Februar 1944 wurde sie bei der Beschaffung neuer Batterien f&uuml;r ihren geheimen Radio-Sender aber erwischt, gefoltert und schliesslich von den Nazis am 5. April 1944 erschossen. (Foto Christian M&uuml;ller)<\/small><\/p><p>Die Schule ist in einem Neubau in Simferopol untergebracht und kann bis etwa 1200 7- bis 15-j&auml;hrige Sch&uuml;ler und Sch&uuml;lerinnen unterrichten. Die Basis-Sprache ist nat&uuml;rlich Tatarisch, die Muttersprache der Tataren, die seit der Wiedervereinigung der Krim mit Russland neben Russisch und Ukrainisch erstmals auch eine der drei Amtssprachen ist &ndash; im Gegensatz zur Zeit, da die Krim noch zur Ukraine geh&ouml;rte. Aber lernen k&ouml;nnen die Sch&uuml;lerinnen und Sch&uuml;ler hier auch Englisch; auch mit der Englisch-Lehrerin hatten wir Gelegenheit, zu sprechen.<\/p><div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/190813-vierter-Bericht-CM-04.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/190813-vierter-Bericht-CM-04.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><span><\/span><\/a><\/div><p><small>Zum Bild: Der Vorraum zum Unterrichtszimmer f&uuml;r Englisch ist bunt bemalt mit verschiedenen Londoner Sehensw&uuml;rdigkeiten. Die Sch&uuml;ler und Sch&uuml;lerinnen und auch ihre Eltern d&uuml;rfen London allerdings nicht besuchen, da der Westen den Einwohnern der Krim mit russischem Pass jegliche Einreise, auch zu Besuchszwecken, verweigert. Ob so die Krimeer mehr Sympathie f&uuml;r den Westen entwickeln werden? (Foto Christian M&uuml;ller)<\/small><\/p><p>Die Schule ist bestens ausger&uuml;stet, verf&uuml;gt zum Beispiel auch &uuml;ber ein speziell eingerichtetes Schulzimmer, wo die Kinder das Schachspiel erlernen k&ouml;nnen. Sehr eindr&uuml;cklich ist der Schulraum mit Dutzenden von PCs, wo die Sch&uuml;lerinnen und Sch&uuml;ler lernen, sich in der digitalen Welt zurechtzufinden. Ein Schmunzeln bei mir als Schweizer l&ouml;sten nat&uuml;rlich die Schulr&auml;ume f&uuml;rs manuelle Werken aus: traditionsgerecht ausger&uuml;stet mit N&auml;hmaschinen f&uuml;r die M&auml;dchen und mit S&auml;ge- und Bohrmaschinen f&uuml;r die Knaben. Auch verschiedene Turnhallen und Sportpl&auml;tze stehen zur Verf&uuml;gung. Der teilweise langen Schulwege wegen bleiben die Kinder &uuml;ber Mittag im Schulhaus und werden dort verpflegt, Kinder aus kinderreichen Familien sogar unentgeltlich.<\/p><div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/190813-vierter-Bericht-CM-06.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/190813-vierter-Bericht-CM-06.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><span><\/span><\/a><\/div><p><small>Zum Bild: Schuldirektorin Gulnara Murtazajeva (rechts) m&ouml;chte den jungen Tataren wieder eine bessere Perspektive geben. Sie ist Russland f&uuml;r die finanzielle Unterst&uuml;tzung in Form einer modernen Schule dankbar. (Foto Christian M&uuml;ller)<\/small><\/p><p>Die Direktorin der Schule, Gulnara Murtazajeva, kennt all die zahlreichen und grossenteils grausamen Konflikte zwischen den Tataren und den Russen bzw. sp&auml;ter den Sowjets nat&uuml;rlich bestens. Aber sie hat eine klare Haltung: &laquo;Kraft meiner Ausbildung kann ich an einer Universit&auml;t als Wissenschaftlerin arbeiten. Jetzt aber nehme ich bewusst die Chance wahr, etwas f&uuml;r eine bessere Zukunft der Tataren zu tun. Wir m&uuml;ssen endlich nach vorne schauen!&raquo; Dass sie die Unterst&uuml;tzung Russlands besonders hoch sch&auml;tzt und wem sie diese politische Kehrtwende zuschreibt, zeigt ein grosses Bild an der Wand in ihrem B&uuml;ro: ein Portrait von Wladimir Putin.<\/p><div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/190813-vierter-Bericht-CM-07.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/190813-vierter-Bericht-CM-07.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><span><\/span><\/a><\/div><p><small>Zum Bild: Den G&auml;sten aus der Schweiz &laquo;zu Ehren&raquo; kamen, trotz Schulferien, auch andere Mitglieder des Lehrpersonals und auch einige Studenten an diesem Nachmittag in die Schule. Und niemand macht ein Hehl aus der &Uuml;berzeugung, dass diese moderne Schule dem russischen Pr&auml;sidenten Wladimir Putin zu verdanken ist. Deshalb h&auml;ngt sein Portrait auch hier in der Eingangshalle des Schulhauses. Die Ukraine umgekehrt hatte sich um die Tataren nie besonders gek&uuml;mmert. (Foto Christian M&uuml;ller)<\/small><\/p><div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/190813-vierter-Bericht-CM-08.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/190813-vierter-Bericht-CM-08.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><span><\/span><\/a><\/div><p><small>Zum Bild: Eine gelungene &Uuml;berraschung f&uuml;r die G&auml;ste aus der Schweiz: Tatarische Kinder f&uuml;hren verschiedene traditionelle T&auml;nze auf. (Foto Christian M&uuml;ller)<\/small><\/p><p>Es waren zwei hochinteressante Stunden zusammen mit der Direktorin und weiteren Leuten aus dem Lehrpersonal an dieser neuen Schule. Was uns dann aber auch noch ans Herz ging, war eine offensichtlich ausserordentlich kurzfristig f&uuml;r uns organisierte &Uuml;berraschung. Im Theater-Saal der Schule &ndash; ja, auch den gibt es &ndash; f&uuml;hrten drei Knaben und drei M&auml;dchen in traditionell-tatarischen Trachten und zu traditionell-tatarischer Musik ein gutes Dutzend T&auml;nze auf &ndash; mit sichtbarem Vergn&uuml;gen, aber auch mit etwas Stolz, wie uns schien. Und nat&uuml;rlich sah man die Freude in ihren Gesichtern und ihre leuchtenden Augen, als sie unseren &ndash; ehrlichen &ndash; Applaus sahen. Man hat ihnen sicher gesagt, sie h&auml;tten vor &laquo;hohen G&auml;sten&raquo; aus der Schweiz zu tanzen &ndash; und wir unsererseits kamen uns auch tats&auml;chlich vor wie &laquo;hohe G&auml;ste&raquo;, mit einer so wunderbaren Vorstellung &uuml;berrascht zu werden.<\/p><div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/190813-vierter-Bericht-CM-09.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/190813-vierter-Bericht-CM-09.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><span><\/span><\/a><\/div><p><small>Zum Bild: Diese Tanzgruppe, so sagte man uns, hat auch schon an internationalen Tanzwettbewerben teilgenommen und gute Platzierungen erlangt. (Foto Christian M&uuml;ller)<\/small><\/p><p><strong>Besuch der tatarischen TV- und Radio-Station in Sinferopol<\/strong><\/p><p>Die Tataren auf der Krim verf&uuml;gen heute nicht nur &uuml;ber eine neue Schule, an der sie ihre Sprache und Kultur pflegen k&ouml;nnen, sondern auch &uuml;ber eine tatarische Radio- und Fernsehstation.<\/p><p>Was dort sofort auffiel: Da waren fast alles ganz junge Leute. Ervin Musaev, der Direktor, der uns empfing, war eher nur 30- als schon 40-j&auml;hrig, und er f&uuml;hrte uns nicht ohne Stolz, aber immer aufmerksam Auskunft auf unsere Fragen gebend, durch den Betrieb. Die Programme, die da produziert werden, sind alle h&auml;lftig in tatarischer und h&auml;lftig in russischer Sprache. Und all der Aufwand nur f&uuml;r die Krim? Nat&uuml;rlich nicht, die Programme werden via Satellit auch in jene L&auml;nder &uuml;bertragen, wo noch immer Tausende von Tataren leben: in die T&uuml;rkei und bis nach Usbekistan.<\/p><div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/190813-vierter-Bericht-CM-10.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/190813-vierter-Bericht-CM-10.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><span><\/span><\/a><\/div><p><small>Zum Bild: Der junge Generaldirektor des TV-Senders Millet, Ervin Musaev, ist sichtlich stolz auf seinen Sender. Das Team produziert Sendungen f&uuml;r 24 Stunden an allen 7 Wochentagen und zeigt vor allem das Leben und die Kultur der Tataren auf der Krim. Hier steht der junge Direktor vor der Sitzgruppe, in der die Gespr&auml;chsteilnehmer bei kulturellen Themen miteinander diskutieren. (Foto Christian M&uuml;ller)<\/small><\/p><p>Der offensichtlich recht alte Lift in den vierten Stock des &auml;lteren Geb&auml;udes funktionierte zwar nicht, aber die Studios waren, soweit ich das beurteilen konnte, technisch auf zeitgem&auml;ssem Stand. Und im Newsroom und auch in allen anderen B&uuml;ros war nicht nur alles klinisch sauber; die jungen Leute, es waren vor allem Frauen, hatten offensichtlich auch Freude, dass sich da ein Schweizer Journalist f&uuml;r ihre Arbeit interessierte.<\/p><div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/190813-vierter-Bericht-CM-11.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/190813-vierter-Bericht-CM-11.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><span><\/span><\/a><\/div><p><small>Zum Bild: Das Medien-Center in Simferopol bietet nicht zuletzt jungen, gut qualifizierten Frauen einen willkommenen Arbeitsplatz. Und dass Besucher aus der Schweiz sich f&uuml;r sie interessierten, hat sie offensichtlich gefreut. (Foto Christian M&uuml;ller)<\/small><\/p><p>Sie alle w&auml;ren keine echten Medienleute gewesen, wenn sie den Spiess nicht auch umgedreht h&auml;tten: Sie wollten&nbsp;<em>mit uns<\/em>&nbsp;ein Interview machen. Verweigern? Nein, das ging nicht. Sie haben dann auch gleich einen Teil daraus ausgestrahlt: nicht mit mir im Zentrum, da ich Englisch sprach, aber mit meiner Frau, die neben Tschechisch, Englisch und Deutsch auch perfekt Russisch spricht. Man kann das ausgestrahlte Gespr&auml;ch vom 31. Mai 2019 ab Minute 15.44 bis Minute 17.45&nbsp;<a href=\"http:\/\/trkmillet.ru\/pages\/news\/008871-haberlerna-russkom-jazyke-310519\">hier anschauen<\/a>.<\/p><div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/190813-vierter-Bericht-CM-12.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/190813-vierter-Bericht-CM-12.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><span><\/span><\/a><\/div><p><small>Zum Bild: Zum tatarischen Medien-Center in Simferopol geh&ouml;rt nat&uuml;rlich auch ein Radio-Studio. Auch die Tataren fahren ja Auto und m&ouml;chten dort Musik oder die neusten Nachrichten h&ouml;ren. (Foto Christian M&uuml;ller)<\/small><\/p><p>Eingeladen ins Sitzungszimmer des &laquo;Millet&raquo;-Medien-Centers waren auch noch die &ndash; ebenfalls jungen &ndash; Redaktions-Verantwortlichen des &laquo;Crimean Magazine&raquo;, einer in russischer und auch in englischer Sprache erscheinenden Hochglanz-Publikation. Es war gerade eine Sonderausgabe in englischer Sprache zum Thema &laquo;Massenmedien auf der Krim&raquo; herausgekommen: &laquo;Crimean media: the inside view&raquo;. Auf 132 professionell gestalteten Seiten wird da viel Information geboten. Dass neben den Rubriken &laquo;News&raquo;, &laquo;Opinion&raquo;, &laquo;National&raquo; und anderen auch noch 14 Seiten unter dem Rubrik-Titel &laquo;Truth&raquo; stehen, muss den Medien-Spezialisten allerdings ein wenig skeptisch stimmen. Wer einfach offen und ehrlich informiert, hat es nicht n&ouml;tig, dar&uuml;ber &laquo;Truth&raquo;, &laquo;Pravda&raquo; oder eben &laquo;Wahrheit&raquo; zu schreiben. Wer auf diesem Globus kennt denn schon &laquo;dieWahrheit&raquo;? &ndash; Die englische Ausgabe stehe, so sagte man uns, auf den russischen Botschaften rund um die Welt Krim-Interessierten zur Verf&uuml;gung.<\/p><p>In Sinferopol entsteht eine grandiose Moschee<\/p><p>Die meisten Tataren sind sunnitische Muslime. Also wollten wir auch eine Moschee besuchen. Der Vorschlag von tatarischer Seite lautete, wir sollten uns doch die im Bau befindliche neue Moschee in Simferopol anschauen. Das interessierte uns tats&auml;chlich, denn &ndash; nach einem Blick ins Internet &ndash; war da die&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=Lnt2lsl9rwI\">gr&ouml;&szlig;te Moschee in Osteuropa<\/a>&nbsp;im Entstehen. Und &laquo;normale&raquo; Touristen w&uuml;rden da ja wohl nicht reinkommen.<\/p><div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/190813-vierter-Bericht-CM-13.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/190813-vierter-Bericht-CM-13.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><span><\/span><\/a><\/div><p><small>Zum Bild: Die neue Moschee in Simferopol ist in der Bausubstanz weitgehend fertiggestellt. Es soll die gr&ouml;sste Moschee in Osteuropa werden, wie man h&ouml;rt. Links am Rand das neue Kongresszentrum, das auf dem gleichen Baugel&auml;nde erstellt wird. (Foto Christian M&uuml;ller)<\/small><\/p><p>Das Bauwerk hat tats&auml;chlich gigantische Ausmasse. Die Kuppel ist 30 Meter hoch, die Minarette 50 Meter, es wird k&uuml;nftig Platz f&uuml;r 3000 Gl&auml;ubige bieten. Der Rohbau steht bereits weitgehend. Noch sind die Innenw&auml;nde aber roh und ohne Gem&auml;lde oder Mosaiken. Aber allein schon die Bauformen verraten: Er wird nicht nur eine gigantische Moschee, es wird mit Sicherheit auch ein Prachtswerk.<\/p><div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/190813-vierter-Bericht-CM-14.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/190813-vierter-Bericht-CM-14.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><span><\/span><\/a><\/div><p><small>Zum Bild: Noch sind keine Farben sichtbar, aber allein schon das Ausmass der Kuppeln der neuen Moschee ist beeindruckend. Man kann sich vorstellen, welche Pracht hier nach Fertigstellung der Moschee zu sehen sein wird. (Foto Christian M&uuml;ller)<\/small><\/p><p>Gef&uuml;hrt hat uns ein Mitglied der Bauleitung. Ausger&uuml;stet mit einem Schutzhelm konnten wir alles anschauen, was wir wollten, und auch &uuml;berall fotografieren, ausser im Untergeschoss, wo k&uuml;nftig die ganzen IT-Anlagen installiert werden &ndash; aus Sicherheitsgr&uuml;nden. Die Moschee steht auf einem vier Hektar grossen Baugel&auml;nde. Gleichzeitig gebaut wird ein zweites Geb&auml;ude, in dem, wie der Techniker sagte, Verwaltungsb&uuml;ros und Konferenzs&auml;le untergebracht w&uuml;rden. Auch dieser Bau ist mehrst&ouml;ckig und gross &ndash; und vom jetzigen Bauger&uuml;st auf H&ouml;he des obersten Stockwerkes aus eine gute Sicht auf die Moschee zum Fotografieren bietend. Der Techniker, verantwortlich f&uuml;r die Sicherheit w&auml;hrend des Baus, zeigte uns hier bei den Metallteilen, dass nur beste Qualit&auml;t, n&auml;mlich Material aus der T&uuml;rkei, verwendet wird; die Teile tragen alle eine entsprechende Marke.<\/p><div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/190813-vierter-Bericht-CM-15.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/190813-vierter-Bericht-CM-15.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><span><\/span><\/a><\/div><p><small>Zum Bild: Das gleichzeitig gebaute Kongresszentrum auf dem fast vier Hektar grossen Baugel&auml;nde der Moschee. Hier soll die Administration mit etlichen B&uuml;ros untergebracht werden. Das mehrst&ouml;ckige Geb&auml;ude wird aber auch Sitzungszimmer und Konferenzs&auml;le enthalten. (Foto Christian M&uuml;ller)<\/small><\/p><div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/190813-vierter-Bericht-CM-16.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/190813-vierter-Bericht-CM-16.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><span><\/span><\/a><\/div><p><small>Zum Bild: Vom Bauger&uuml;st des Kongresszentrums war, weil von oben, die gigantische Gr&ouml;sse der neuen Moschee am besten zu sehen &ndash; und zu fotografieren. Der uns herumf&uuml;hrende Bauleiter hatte dagegen nichts einzuwenden, er hatte nur Bedenken, ich k&ouml;nnte beim Herumklettern auf dem Bauger&uuml;st zu Fall kommen. (Foto Christian M&uuml;ller)<\/small><\/p><p>Und wer hat denn die Pl&auml;ne f&uuml;r die Moschee erstellt? Gibt es Architekten, die das k&ouml;nnen? Meine Frage war schnell beantwortet: Man hat eine Moschee aus der Zeit des Osmanischen Reiches ausgew&auml;hlt und den Stil und die Masse von ihr &uuml;bernommen. Auch die Baupl&auml;ne durften wir in den Baracken der Bauleitung besichtigen.<\/p><div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/190813-vierter-Bericht-CM-17.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/190813-vierter-Bericht-CM-17.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><span><\/span><\/a><\/div><p><small>Zum Bild: In den Baracken-B&uuml;ros der Bauleitung h&auml;ngen die detaillierten Baupl&auml;ne f&uuml;r die Moschee. Als Vorbild wurde eine Moschee aus dem Osmanischen Reich genommen. (Foto Christian M&uuml;ller)<\/small><\/p><p>Woher kommt das Geld?<\/p><p>Nur eine Frage konnte uns der Techniker nicht beantworten: Wer finanziert denn eigentlich diesen gigantischen Bau? Es sei eine Stiftung, sagte der Mann, Genaueres k&ouml;nne er auch nicht sagen. Stiftungen aber sind, das wissen wir wegen der vielen Stiftungen in der Schweiz nat&uuml;rlich bestens, nicht zuletzt auch dazu geeignet, Geldquellen und Geldfl&uuml;sse zu kaschieren. Es d&uuml;rfte f&uuml;r diese Moschee denn auch etliches Geld aus der T&uuml;rkei kommen, wenn nicht sogar auch aus anderen Staaten mit sunnitischer Religionsmehrheit.<\/p><p>Die Krimtataren freuen sich auf die Er&ouml;ffnung dieser phantastischen Moschee &ndash; vermutlich im Jahr 2020. Es bleibt nur zu hoffen, dass sie sich dann trotz Unterst&uuml;tzung aus anderen Staaten weigern, sich in den geopolitischen Machtpoker der T&uuml;rkei zwischen der NATO und Russland hineinziehen zu lassen. Sie sind zu oft in politische Machtk&auml;mpfe hineingezogen &ndash; um nicht zu sagen: politisch missbraucht &ndash; worden. Profitiert haben sie selber kaum je davon &ndash; aber sehr viel Schreckliches erlebt und viel gelitten. (Und nicht vergessen: Auch die T&uuml;rkei hat in der UNO daf&uuml;r gestimmt, das&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.infosperber.ch\/Artikel\/Politik\/Krim-Crimea-Sanktionen-Russland-Ukraine-Recherchen-vor-Ort\">Referendum von 2014<\/a>&nbsp;NICHT zu anerkennen.)<\/p><p><strong>Siehe zur Situation auf der Krim<\/strong><\/p><ul>\n<li>den&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.infosperber.ch\/Artikel\/Politik\/Krim-Crimea-Sanktionen-Russland-Ukraine-Recherchen-vor-Ort\">ersten Teil der Serie &uuml;ber die Krim<\/a>&nbsp;(ein allgemeiner &Uuml;berblick)<\/li>\n<li>den&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.infosperber.ch\/Artikel\/Politik\/Krim-Sewastopol-Krimkrieg-Sanktionen\">zweiten Teil der Serie &uuml;ber die Krim<\/a>&nbsp;(zu Sewastopol)<\/li>\n<li>den&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.infosperber.ch\/Artikel\/Politik\/Krim-Crimea-Kertsch-Brucke-Katakomben\">dritten Teil der Serie &uuml;ber die Krim<\/a>&nbsp;(zu Kertsch und zur neuen Br&uuml;cke auf das russische Festland).<\/li>\n<li>Und siehe das Infosperber-Dossier zum Thema&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.infosperber.ch\/Dossier\/Krim-Annexion-oder-Selbstbestimmung\">Krim-Sanktionen<\/a>.<\/li>\n<\/ul><p><strong>Recherche vor Ort auf der Krim<\/strong><\/p><p>Der Autor Christian M&uuml;ller, Mitglied der Redaktionsleitung von Infosperber.ch, ist promovierter Historiker und Staatsrechtler und arbeitete &uuml;ber Jahrzehnte als Journalist und Redakteur und zuletzt als Medienmanager. Er besuchte die Krim zum ersten Mal im Jahr 2006 und wollte wissen, was sich seither ver&auml;ndert hat und wie die Situation auf der Krim f&uuml;r die dort lebenden Menschen heute ist: vor Ort auf der Krim recherchiert.<\/p><p>Um unabh&auml;ngig zu sein und unabh&auml;ngig informieren zu k&ouml;nnen, bestimmte Christian M&uuml;ller alles selber: den Zeitpunkt seiner Reise, die Reiseroute, die Aufenthaltsorte (inkl. Hotels), von wem er sich informieren lassen und mit wem er reden wollte. Und er hat die ganze dreiw&ouml;chige Informationsreise aus eigener Tasche bezahlt. Das Einzige, wozu er die Unterst&uuml;tzung der Krim-Administration brauchte, waren der Besuch der neuen Schule f&uuml;r die Tataren in Simferopol, der Besuch des TV- und Radio-Senders der Tataren in Simferopol und die Besichtigung der sich noch im Bau befindlichen Moschee der Tataren (auch im Inneren), ebenfalls in Simferopol. Und aufgrund des aufgenommenen Kontakts mit den Beh&ouml;rden wurde er, da zeitlich zuf&auml;llig &uuml;bereinstimmend, zum f&uuml;nften Forum zum Thema russische Sprache in Jalta eingeladen.<\/p><p>Als Dolmetscherin diente Christian M&uuml;ller seine Ehefrau Anna Wetlinska, die die russische Sprache studiert hat, sie l&uuml;ckenlos versteht und ebenso perfekt spricht. Etliche der Gespr&auml;chspartner auf der Krim waren aber ihrerseits in der Lage, auch englisch zu kommunizieren.<\/p><p>Christian M&uuml;ller hat auch die in den Krim-Konflikt involvierten L&auml;nder Russland und die Ukraine seit Mitte der 1980er Jahre mehrmals besucht.<\/p><p>Titelbild: &copy; Christian M&uuml;ller<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es folgt hier der vierte Bericht von <strong>Christian M&uuml;ller<\/strong> vom schweizerischen InfoSperber &uuml;ber seine dreiw&ouml;chige Reise auf die Krim. Wir geben nach Absprache mit dem Autor den Artikel im Folgenden wieder. 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