{"id":54145,"date":"2019-08-14T15:34:55","date_gmt":"2019-08-14T13:34:55","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=54145"},"modified":"2019-08-14T16:58:07","modified_gmt":"2019-08-14T14:58:07","slug":"geteilter-rechtsbruch-wie-airbnb-mit-der-unehrlichkeit-seiner-nutzer-kasse-macht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=54145","title":{"rendered":"Geteilter Rechtsbruch. Wie Airbnb mit der Unehrlichkeit seiner Nutzer Kasse macht."},"content":{"rendered":"<p>Tr&auml;gt die US-Wohnungsb&ouml;rse Airbnb zur Verknappung von Wohnraum und zum Auftrieb der Mietpreise in deutschen Metropolen bei? Nein, behauptet der Sharing-Economy-Gigant aus dem Silicon Valley und zaubert eine Studie aus dem Hut, die seine Mitschuld auf die Gr&ouml;&szlig;e von Peanuts herunterbricht. Von der Wirklichkeit lassen sich die beauftragten Wissenschaftler dabei so wenig beirren wie vom gesunden Menschenverstand. Was z&auml;hlt, ist, dass am Ende das gew&uuml;nschte Ergebnis steht, das da lautet: Freispruch. Der Deutsche Mieterbund geht den Machern nicht auf den Leim. Von <strong>Ralf Wurzbacher<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\nWas als schn&ouml;de &bdquo;Luftmatratze&ldquo; mit billigem &bdquo;Fr&uuml;hst&uuml;ck&ldquo; nach durchwachter Partynacht begann, bringt inzwischen sogar die Gr&ouml;&szlig;ten der Reiseindustrie um den Schlaf. Airbnb, kurz f&uuml;r &bdquo;airbed and breakfast&ldquo;, die f&uuml;hrende Online-Plattform zur Vermietung von Unterk&uuml;nften, ist drauf und dran, die Hackordnung eines Jahrhunderte alten Dienstleistungsgewerbes zu sprengen. Weil der Empork&ouml;mmling aus dem Silicon Valley den Markt in nur einer Dekade praktisch &uuml;berrollt hat, r&uuml;stet die Hotelkette Marriott zum Gegenangriff. Vor drei Monaten schickte der Branchenprimus die Onlineplattform &bdquo;Home &amp; Villas&ldquo; an den Start, die Tausende Luxuswohnungen in &uuml;ber 100 L&auml;ndern <a href=\"https:\/\/www.manager-magazin.de\/digitales\/it\/marriott-kopierte-airbnb-geschaeftsmodell-a-1265139-2.html\">an eine gehobene Kundschaft vermittelt<\/a>. Wer zuschl&auml;gt, erh&auml;lt nicht nur eine f&uuml;rstliche Herberge mit allem Pipapo, sondern heimst dazu Bonuspunkte und Rabatte bei k&uuml;nftigen Buchungen in H&auml;usern der 30 Marriott-Marken ein, darunter Sheraton, Ritz-Carlton und W-Hotels. <\/p><p>Das mag wie ein Kontrastprogramm zur Airbnb-Konkurrenz anmuten, ist aber genau das nicht. Tats&auml;chlich ist der kalifornische Internetriese bereits selbst eifrig auf den Feldern zugange, die bis dato die klassischen Hoteliers beackerten. W&auml;hrend anfangs vor allem eine einfache Klientel aus Rucksacktouristen, St&auml;dtereisenden und Couchsurfern adressiert wurde, nimmt man neuerdings verst&auml;rkt die Besserbetuchten ins Visier. Um zum bevorstehenden B&ouml;rsengang m&ouml;glichst breit aufgestellt zu sein, hat das Unternehmen erst k&uuml;rzlich die beiden Buchungsplattformen Oyo und Hotel Tonight &uuml;bernommen. Und schon 2017 schluckte Airbnb mit LuxuryRetreats einen Anbieter, der weltweit rund 4.000 Prachtanwesen an Reiche und Sch&ouml;ne vermietet.  <\/p><p><strong>Marriott kupfert ab<\/strong><\/p><p>Das alles r&uuml;ckt die Marriott-Attacke ins rechte Licht. Hier m&uuml;ht sich ein Bedr&auml;ngter, verlorenes Terrain mit den Waffen seines Gegners zu verteidigen, kurzum: der Hotelgigant kupfert bei Airbnb ab. Dessen Marktwert wird nur elf Jahre nach Gr&uuml;ndung auf &uuml;ber 30 Milliarden Dollar taxiert, schon weit vor der Hilton-Kette, die 26 Milliarden Dollar auf die Waage bringt. Einzig Marriott mit 45 Milliarden Dollar liegt noch davor. In punkto Bettenangebot kann schon jetzt keiner mehr mithalten. Sch&auml;tzungsweise sechs Millionen Unterk&uuml;nfte in 100.000 St&auml;dten in 191 Staaten sind bei Airbnb gelistet. Angesichts seines Siegeszugs ist die Konkurrenz alarmiert &ndash; und lernwillig. Ende April, als Marriott sein neuestes Engagement ank&uuml;ndigte, <a href=\"https:\/\/www.bloomberg.com\/news\/articles\/2019-04-29\/marriott-is-said-to-expand-home-sharing-business-to-u-s-cities\">zitierte die Nachrichtenagentur Bloomberg<\/a> den B&ouml;rsenanalysten Michael Bellisario:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Homesharing ist hier, um zu bleiben. Das Beste, was Hotelunternehmen tun k&ouml;nnen, ist, mitzumachen.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Das freilich verhei&szlig;t nichts Gutes. Die sogenannte Sharing Economy im &Uuml;bernachtungsgewerbe steht f&uuml;r so manches: f&uuml;r billiges Wohnen, flexibles Reisen, l&auml;rmende Touristenhorden, genervte Nachbarn. Vor allem aber hat das Gesch&auml;ftsmodell den Ruf weg, den Wohnraum in den Innenst&auml;dten weiter zu verknappen und Mitschuld am Auftrieb der Mieten zu haben. Allein in Berlin sollen via Airbnb bis heute mehrere Tausend Komplettwohnungen dem regul&auml;ren Wohnungsmarkt entzogen worden sein, um nur mehr als Schlafplatz f&uuml;r Reisende zu fungieren. Und je mehr es werden, desto weniger Platz ist f&uuml;r Menschen da, die in der Hauptstadt leben und arbeiten wollen, und desto mehr schie&szlig;en die Wohnkosten in die H&ouml;he. <\/p><p><strong>Mehrheit spielt Versteck <\/strong><\/p><p>Immerhin hat sich die Landesregierung des Problems angenommen. Das 2014 in Kraft getretene und vor einem Jahr versch&auml;rfte Zweckentfremdungsverbot sieht vor, dass die fraglichen Objekte registriert und Kurzzeitvermietungen ab 49 Prozent Wohnfl&auml;che sowie von Komplettwohnungen vom ersten Tag an genehmigungspflichtig sind. Ferner d&uuml;rfen Zweitwohnungen an h&ouml;chstens 90 Tagen im Jahr vermietet werden und Leerstand nur noch drei Monate j&auml;hrlich erlaubt sein. &Auml;hnliche Regelungen gibt es in anderen Gro&szlig;st&auml;dten wie Hamburg und M&uuml;nchen. Bei Verst&ouml;&szlig;en werden Bu&szlig;gelder von bis zu einer halben Million Euro f&auml;llig. Nach Angaben des Berliner Senats sollen mit den Ma&szlig;nahmen seit 2014 rund 9.500 Home-Sharing-Unterk&uuml;nfte wieder dem allgemeinen Wohnungsmarkt zugef&uuml;hrt worden sein, etwa 4.500 davon w&auml;ren Ferienwohnungen gewesen.   <\/p><p>Neuere Zahlen, die der Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb) mit Hilfe des Datenportals InsideAirbnb.com gewonnen hat, <a href=\"https:\/\/www.rbb24.de\/wirtschaft\/beitrag\/2019\/08\/85-Prozent-missachten-Zweckentfremdungsverbot-Berlin-Airbnb.html\">muten weniger erbaulich an.<\/a><br>\nVon den aktuell knapp 14.000 aktiven Airbnb-Inseraten haben demnach 85 Prozent nicht die verpflichtende Registriernummer bzw. Genehmigung f&uuml;r die Vermietung an Touristen. Der Anteil derer, die mit den Beh&ouml;rden Versteck spielen, ist demnach zwar leicht r&uuml;ckl&auml;ufig, verharrt aber auf hohem Niveau. Die Gefahr, mit unlauteren Gesch&auml;ften aufzufliegen, ist augenscheinlich ziemlich gering. <\/p><p><strong>Datenschutz sch&uuml;tzt Profite <\/strong><\/p><p>Daf&uuml;r sorgt vorneweg Airbnb, Schutzpatron aller kleinen und gro&szlig;en S&uuml;nderlein. Die Bezirks&auml;mter haben praktisch keine Handhabe, die Namen und Adressen hinter den Onlineeintr&auml;gen zu ermitteln. Das Unternehmen verweigert mit Verweis auf den Datenschutz die Herausgabe der Nutzerdaten und ohne die bleibt die neue Rechtslage weitgehend wirkungslos. &bdquo;Die M&ouml;glichkeit, illegale Ferienwohnungen aufzusp&uuml;ren, ist nicht wesentlich gestiegen&ldquo;, zitierte der rbb Ramona Reiser (Die Linke), Stadtr&auml;tin im Bezirk Mitte. Das gilt auch anderswo. In Hamburg k&ouml;nnen sich Gastgeber, anders als in Berlin, unkompliziert per Online-Antrag registrieren lassen, was sich tats&auml;chlich in einer h&ouml;heren Beteiligung niederschl&auml;gt. Ob sich die Anbieter allerdings an die Acht-Wochen-Begrenzung erlaubter Kurzzeitvermietungen halten, beh&auml;lt Airbnb f&uuml;r sich.   <\/p><p>Wen wundert das? Ehrlichkeit und Transparenz sind Gift beim Kassemachen. Das betrifft die Vermieter zweckentfremdeter Wohnungen ebenso wie nat&uuml;rlich Airbnb selbst. Denn an jeder Vermittlung verdient die Plattform zwischen drei und 20 Prozent mit. Bei zunehmender politischer Regulierung in Gestalt von Auflagen, Einschr&auml;nkungen bis hin zu Verboten drohen gewaltige Gewinneinbu&szlig;en, die sich der Konzern im Wachstumsrausch partout nicht leisten kann. M&ouml;gen die Gesch&auml;fte in den Gr&uuml;nderjahren noch einigerma&szlig;en sauber gewesen sein, weil zun&auml;chst kein Gesetz und keine Verordnung das fr&ouml;hliche Treiben behinderte, gilt das heute nicht mehr. Vielmehr basiert inzwischen das ganze Gesch&auml;ftsmodell auf der Anstiftung zum kollektiven Rechtsbruch und verstricken sich allein in Deutschland Zehntausende Vermieter in mindestens halbkriminelle Machenschaften. <\/p><p><strong>&bdquo;Wissenschaft&ldquo; f&uuml;rs Gesch&auml;ft <\/strong><\/p><p>Das geht damit los, dass eine Vielzahl an Anbietern ihre Mietwohnung hinter dem R&uuml;cken des Eigent&uuml;mers an Touristen untervermieten. Laut Rechtsprechung braucht es daf&uuml;r die Erlaubnis auch dann, wenn der Mietvertrag Untervermietungen gestattet. Au&szlig;erdem m&uuml;ssen die Beh&ouml;rden gr&uuml;nes Licht geben. Wie der Fall Berlin zeigt, werden die zust&auml;ndigen Stellen allerdings in gro&szlig;em Stil hinters Licht gef&uuml;hrt. Dazu kommen steuerrechtliche Delikte, wenn die Eink&uuml;nfte aus den Vermietungen dem Finanzamt verschwiegen werden. Das bedeutet Einnahmeausf&auml;lle des Staates und schadet dem Gemeinwesen. Und schlie&szlig;lich ist da die moralische Schuld, die jemand auf sich nimmt, der anderen einen Platz zum Wohnen nimmt, wodurch obendrein die Mietwucherei befeuert wird.  <\/p><p>Aber, aber, erhebt Airbnb Einspruch, an der ganzen Aufregung sei nichts dran. Zum &bdquo;Beleg&ldquo; ist der Konzern mit Zahlen herausger&uuml;ckt, die der &Ouml;ffentlichkeit bisher vorenthalten waren. Das in der Vorwoche durch das Berliner Wirtschafts- und Sozialforschungsinstitut Empirica pr&auml;sentierte Material umfasst hausinterne Daten zum Vermietungsgesch&auml;ft in den vier Gro&szlig;st&auml;dten Berlin, Hamburg, M&uuml;nchen und Dortmund. Angeblich soll daraus zweierlei hervorgehen: Erstens tr&auml;gt das Airbnb-Vermietungsgesch&auml;ft lediglich marginal dazu bei, dass es zu wenig Wohnraum gibt. Und deshalb hat es zweitens auch keinen preistreibenden Effekt. In den Worten von Studienleiterin Annamaria Deiters-Schwedt: &bdquo;Ein sp&uuml;rbarer Zusammenhang zwischen Mietpreissteigerungen und der Entwicklung angebotener Unterk&uuml;nfte auf Airbnb in den St&auml;dten ist insgesamt nicht erkennbar.&ldquo;<\/p><p><strong>Realit&auml;tsblind <\/strong><\/p><p>Ihre Methodik besticht allerdings durch eine bemerkenswerte Schlichtheit: Als zweckentfremdeter Wohnraum, der dem regul&auml;ren Wohnungsmarkt abhanden kommt, gelten laut Untersuchung lediglich solche Objekte, bei denen &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.empirica-institut.de\/fileadmin\/Redaktion\/Publikationen_Referenzen\/PDFs\/20190806_empirica-Studie-Einflussfaktoren-Wohnungsmarkt.pdf\">die &uuml;berwiegende Kurzzeitvermietung gegen&uuml;ber einer dauerhaften Vermietung rentabler ist<\/a>&ldquo;. Die Forscher ziehen daf&uuml;r eine Schwelle von 137 Tagen bei der Buchungsdauer sowie von 10.368 Euro bei den damit erzielten Einnahmen ein. Erst von da an aufw&auml;rts w&auml;re demnach von einer gewerbem&auml;&szlig;igen und m&ouml;glicherweise missbr&auml;uchlichen Nutzung auszugehen und die fragliche Wohnung nur ein reines Renditeobjekt. <\/p><p>Alles, was darunter liegt, landet hingegen in der Rubrik &bdquo;nicht gewerblich&ldquo;, verbunden mit der Unterstellung, dass der Eigent&uuml;mer oder Hauptmieter die Wohnung den Rest des Jahres selbst bewohnt und damit auch keinem anderen streitig macht. Der Ansatz zeugt von ausgepr&auml;gter Realit&auml;tsblindheit: Wer alles verbringt 137 Tage im Jahr au&szlig;er Haus und kann seine vier W&auml;nde so lange Zeit f&uuml;r Touristen r&auml;umen? Gesch&auml;ftsm&auml;nner vielleicht, Politiker, Stewardessen. Aber gibt es davon so viele? Die Studie fragt nach solchen Dinge nicht, genauso wenig wie danach, ob es sich f&uuml;r manch einen nicht schon lohnen k&ouml;nnte, seine Wohnung f&uuml;r 136 Tage und weniger zu vermieten, selbst wenn sie den Rest des Jahres leersteht. Warum auch sonst sollten sich mehr als vier F&uuml;nftel aller Berliner Airbnb-Inserenten vor den Beh&ouml;rden wegducken?   <\/p><p><strong>Hohe Dunkelziffer <\/strong><\/p><p>Vor allem erfasst die Analyse nur Airbnb-Daten, die indes nicht abbilden, was den Rest des Jahres mit den Wohnungen passiert. Was, wenn diese &uuml;ber andere Kan&auml;le, etwa Konkurrenzportale wie Wimdu oder Way to Stay, oder &uuml;ber pers&ouml;nliche Beziehungen und Social-Media-Kan&auml;le vermittelt werden? Auch kommt es sicher vor, dass &bdquo;alte&ldquo; Airbnb-Bekanntschaften sich wiederholt einmieten, ohne dass die Plattformbetreiber davon Wind bekommen. Das alles l&auml;sst auf eine hohe Dunkelziffer an schwarzen Schafen schlie&szlig;en, die Airbnb nicht auf dem Schirm haben kann.   <\/p><p>Aber das alles juckt die Empirica-Forscher nicht. Sie operieren ohnehin lieber mit kleinen Hausnummern. F&uuml;r Berlin, den deutschen Airbnb-Hotspot, kalkulieren sie mit weniger als 2.600 Objekten, die dem freien Wohnungsmarkt durch Kurzzeitvermietungen verloren gehen. Das entspricht genau den Unterk&uuml;nften, die l&auml;nger als 137 Tage im Jahr vermietet werden. Weil die Zahlen auch Einheiten von Anbietern aus dem Gastgewerbe enthalten, die Airbnb als Vertriebskanal nutzen, sollen die F&auml;lle von Zweckentfremdung sogar noch darunter liegen. F&uuml;r<br>\nHamburg errechnet die Studie nach demselben Muster 720 Einheiten, f&uuml;r M&uuml;nchen 580 und k&uuml;mmerliche 60 f&uuml;r Dortmund.  <\/p><p><strong>Verfolgte Unschuld  <\/strong><\/p><p>Im n&auml;chsten Schritt wird dies in Relation zu den &ouml;rtlichen Begebenheiten gestellt. F&uuml;r die Hauptstadt wird das Defizit an Wohneinheiten im Zeitraum 2007 bis 2017 mit 114.799 Wohneinheiten beziffert. Bezogen darauf machten die auf Airbnb angebotenen legalen und illegalen Ferienwohnungen (2.600) einen Anteil von gerade einmal 1,5 Prozent am erforderlichen Neubau bis 2030 aus. F&uuml;r Dortmund, M&uuml;nchen und Hamburg sollen sich Werte zwischen 0,4 und einem Prozent ergeben. <\/p><p>Daraus folgern die Autoren messerscharf, dass selbst bei einem vollst&auml;ndigen Verbot aller Kurzzeitvermietungen &bdquo;keine Mengeneffekte mit sp&uuml;rbar preisd&auml;mpfender Wirkung&ldquo; auf den regionalen Wohnungsm&auml;rkten zu erwarten w&auml;ren. F&uuml;r den Auftraggeber kommt so etwas wie gerufen in Zeiten, in denen eifrig &uuml;ber Mietendeckel und Enteignungen diskutiert wird. Wie die Studie belege, &bdquo;hat das gelegentliche Vermieten des Zuhauses keine belastende Wirkung auf den Wohnungsmarkt&ldquo;, befand Airbnb-Kommunikationschef Tim Klaws <a href=\"https:\/\/www.welt.de\/finanzen\/immobilien\/article198111481\/Airbnb-Selbst-drakonische-Bussgelder-schrecken-Vermieter-nicht-ab.html\">gegen&uuml;ber der Zeitung Die Welt<\/a>. Seine Botschaft: Sucht die Schuldigen woanders, wir haben eine wei&szlig;e Weste.  <\/p><p><strong>Augenwischerei <\/strong><\/p><p>Erhellender als Milchm&auml;dchenrechnungen aus dem Hause Empirica sind andere Zahlen, die Airbnb preisgegeben hat. W&auml;hrend man f&uuml;r Berlin bisher von rund 13.000 &uuml;ber diverse Onlineportale offerierte Ferienwohnungen ausgegangen war, wurden 2018 allein via Airbnb 26.500 Unterk&uuml;nfte angeboten, eine H&auml;lfte davon Komplettwohnungen, die andere G&auml;stezimmer. In M&uuml;nchen sollen es 11.000 Objekte sein, in Hamburg 9.400 und 550 in Dortmund. Damit kommt man an nur vier Standorten auf knapp 50.000. Auf der Plattform wurden hierzulande Anfang 2019 rund 160.000 Unterk&uuml;nfte offeriert. Die Zahl der Gastgeber, darunter auch die nicht immer aktiven, d&uuml;rfte wohl deutlich dar&uuml;ber liegen. Aber nichts Genaues wei&szlig; man nicht. Schlie&szlig;lich stammen alle fraglichen Daten aus der Hand von Airbnb. Und ganz gewiss l&auml;sst man sich nur so tief in die Karten blicken, wie es den eigenen Interessen dient. <\/p><p>Beim Deutschen Mieterbund (MDB) l&auml;sst man sich jedenfalls nicht f&uuml;r dumm verkaufen. Zwar sei die Kurzzeitvermietung nicht die alleinige Ursache f&uuml;r den knappen Wohnraum in deutschen Gro&szlig;st&auml;dten, doch die Plattform trage dazu bei, stellte Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer Ulrich Ropertz klar. &bdquo;Ab wann eine Wohnung Gewinn abwirft und ob die Vermietung legal oder illegal erfolgt, das alles interessiert mich &uuml;berhaupt nicht. Mich interessiert, dass die &uuml;ber Airbnb in nur vier St&auml;dten vermittelten Komplettwohnungen der Jahresproduktion aller in einem Jahr erbauten Sozialwohnungen in ganz Deutschland entspricht&ldquo; &ndash; <a href=\"https:\/\/www.jungewelt.de\/artikel\/360380.zweckentfremdung-verdeckter-wohnungsklau.html?sstr=airbnb\">2018 waren es 27.000<\/a>. Das betreffe &bdquo;nat&uuml;rlich&ldquo; auch die Objekte, erg&auml;nzte Ropertz, die beispielsweise nur an 90 Tagen vermietet w&uuml;rden, &bdquo;alles andere ist Augenwischerei&ldquo;.<\/p><p>Titelbild: AlesiaKan \/ Shutterstock<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Tr&auml;gt die US-Wohnungsb&ouml;rse Airbnb zur Verknappung von Wohnraum und zum Auftrieb der Mietpreise in deutschen Metropolen bei? Nein, behauptet der Sharing-Economy-Gigant aus dem Silicon Valley und zaubert eine Studie aus dem Hut, die seine Mitschuld auf die Gr&ouml;&szlig;e von Peanuts herunterbricht. Von der Wirklichkeit lassen sich die beauftragten Wissenschaftler dabei so wenig beirren wie vom<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=54145\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":54149,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[165,11],"tags":[2559,703,2031,2638],"class_list":["post-54145","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-innen-und-gesellschaftspolitik","category-strategien-der-meinungsmache","tag-airbnb","tag-hoteliers","tag-share-economy","tag-wohnungsnot"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/190815-AirbnbPseudoStudie.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/54145","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=54145"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/54145\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":54155,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/54145\/revisions\/54155"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/54149"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=54145"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=54145"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=54145"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}