{"id":54199,"date":"2019-08-16T12:57:30","date_gmt":"2019-08-16T10:57:30","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=54199"},"modified":"2019-08-16T14:39:53","modified_gmt":"2019-08-16T12:39:53","slug":"leserbriefe-zu-krimi-flut-im-oeffentlich-rechtlichen-fernsehen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=54199","title":{"rendered":"Leserbriefe zu \u201eKrimi-Flut im \u00f6ffentlich-rechtlichen Fernsehen\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Der Artikel &ldquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=54095\">Krimi-Flut im &ouml;ffentlich-rechtlichen Fernsehen und ihre Folgen<\/a>&rdquo; stie&szlig; auf eine gro&szlig;e Resonanz unserer Leserinnen und Leser, die wir Ihnen nachfolgend darbieten.  Im Gro&szlig;en und Ganzen scheint Einigkeit zu herrschen &uuml;ber die Qualit&auml;t der allt&auml;glichen Fernsehprogramme. Interessante, weitere Aspekte f&uuml;r die Diskussion wurden geliefert. So z.B. in Leserbrief 2 die Tatsache, dass dargestellte Schl&auml;gereien in der Realit&auml;t nie diese L&auml;nge haben w&uuml;rden. Ein Leserbriefschreiber (5) hat falsche Zahlen zu den j&auml;hrlich ver&uuml;bten Morden beanstandet. Die NachDenkSeiten haben dieselbe Quelle verwendet <a href=\"https:\/\/de.statista.com\/statistik\/daten\/studie\/2229\/umfrage\/mordopfer-in-deutschland-entwicklung-seit-1987\/\">wie der Autor der S&uuml;ddeutschen<\/a>. Dort wird als Quelle das BKA aufgef&uuml;hrt. Warum die Zahlen so unterschiedlich sind, haben weder der Leserbriefschreiber noch die Autorin bisher ausfindig machen k&ouml;nnen.<br>\nKlar scheint den meisten, dass die Diskussion &uuml;ber die Inhalte der zwangsgeb&uuml;hrenfinanzierten Medien dringend breiter zu f&uuml;hren w&auml;re. Zusammengestellt von <strong>Anette Sorg<\/strong> und <strong>Moritz M&uuml;ller<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\n<strong>1. Leserbrief<\/strong><\/p><p>ja, die krimiflut im &ouml;ffentlich rechtlichen (private sender schaue ich erst gar nicht) ist f&uuml;r mich unertr&auml;glich neben den vielen belanglosen sendungen, die alle zur ablenkung und verdummung der bev&ouml;lkerung beitragen..als verehrer von prof. mausfeld denke ich, da&szlig; das alles gewollt ist.<br>\nwarum starten wir nicht eine initiatve zum boykott der &ouml;ffentlich rechtlichen fernsehanstalten inklusive des zur&uuml;ckhaltens der fernsehgeb&uuml;hren?<\/p><p>mfg<br>\nreinhard wiecha<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>2. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Danke, Frau Sorg, f&uuml;r den Artikel!<\/p><p>Diese ewig gleichartigen Krimis in den Medien sind einer der Gr&uuml;nde, das Fernsehen gar nicht mehr einzuschalten.<\/p><p>Ein Aspekt scheint mir wesentlich f&uuml;r die Rezeption und Wirkung von Gewaltdarstellungen in den Medien: Die Darstellungen von Schl&auml;gereien dauern l&auml;nger, als diese realiter dauern k&ouml;nnten: Ein einzelner Faustschlag in das Gesicht, auf Ober- und Unterkiefer zertr&uuml;mmert den Knochen der Kiefer, das Jochbein, die Orbita und l&auml;sst Z&auml;hne fliegen. In Krankenhaus und Praxis war ich mit solchen Patienten befasst; sie sind nach dem ersten Schlag auf das Schwerste beeintr&auml;chtigt und nicht mehr handlungsf&auml;hig.<\/p><p>Die Verl&auml;ngerung aus Gr&uuml;nden der Dramaturgie bedingt eine Verharmlosung der Gewalt, als w&auml;re ein einzelner Faustschlag nicht bereits das Aus f&uuml;r den Getroffenen, indem er durch die Frakturen weitgehend traumatisiert und au&szlig;er Gefecht gesetzt wird. Den Zuschauern, insbesondere den jugendlichen unter ihnen, wird suggeriert, dass ein Schlag nicht sofort Wirkung hat und man weiter k&auml;mpfen kann, wenn der Unterkiefer gebrochen ist, das Mittelgesicht eingedellt ist, etc.. DAS ist m.E. das Verbrechen dieser Art von Filmen, der Macher dieser Filme, dass sie allein durch Verl&auml;ngerung der Gewaltszenen &uuml;ber das realiter m&ouml;gliche Ma&szlig; hinaus Gewalt verharmlosen: Man kann zuschlagen, es kann doch nicht so schlimm sein, wenn der Kontrahent noch zur&uuml;ckschlagen kann.&nbsp;<\/p><p>Eine Beschwerde bei den &ouml;ffentlich-rechtlichen Anstalten m&uuml;sste dies thematisieren.<\/p><p>Herzlichen Gru&szlig;<br>\nDeppe<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>3. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrte Frau Sorg,<br>\n&nbsp;<br>\ndie naheliegende Frage, warum die Zwangsgeb&uuml;hrenzahler es weiterhin tolerieren sollen, dass die Rundfunkanstalten finanziell so &uuml;ppig ausgestattet werden, dass sie derart viel seichte Unterhaltung produzieren, ankaufen und ausstrahlen k&ouml;nnen, stellen Sie leider nicht. Verstehen w&uuml;rde ich die Sache, wenn der Programmauftrag Volksverbl&ouml;dung lauten w&uuml;rde.<br>\n&nbsp;<br>\nAuch wenn das Verfassungsgericht der Meinung ist, dass der Rundfunkbeitrag im wesentlichen grundgesetzkonform ist, muss er in der aktuellen H&ouml;he noch lange nicht sinnvoll sein. &Auml;nderungen bei den Anstalten wird man nur erreichen k&ouml;nnen, wenn eine Diskussion &uuml;ber Inhalte verkn&uuml;pft wird mit einer Diskussion &uuml;ber notwendige Kosten. Wird nicht &uuml;ber Kosten bzw. Beitragsh&ouml;he geredet, k&ouml;nnen Sie sicher sein, dass in den Anstalten niemand ernsthaft zuh&ouml;ren wird.<br>\n&nbsp;<br>\nMit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<br>\nReinhard Lange<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>4. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Annette Sorg, <\/p><p>vielen Dank f&uuml;r dieses &uuml;berf&auml;llige Feature zur Krimischwemme im &ouml;ffentlich-rechtlichen Fernsehen! Wir haben dieses Thema neulich schon mal in unserem Nachdenkseiten-Gespr&auml;chskreis diskutiert. <\/p><p>Ihrer zutreffenden Analyse m&ouml;chte ich nur einen Gedanken hinzuf&uuml;gen: <\/p><p>Es sind ja nicht nur fiktionale Krimis, die uns hier am laufenden Band serviert werden. Zu ihnen f&uuml;gen sich auch noch so genannte&bdquo;echte&ldquo;, wenngleich dramaturgisch aufgearbeitete Kriminalf&auml;lle. Federf&uuml;hrend ist hier vor allem das ZDF mit seinen drei Programmen. Ein Blick auf das heutige Montagsprogramm beispielsweise zeigt, dass sich ZDF, ZDF neo und ZDF info zwischen 6 Uhr morgens und Mitternacht insgesamt genau 16 Stunden und zwanzig Minuten lang mit Verbrechen und deren Aufkl&auml;rung befassen &ndash; von &bdquo;Hightech-Gangstern&ldquo; &uuml;ber &bdquo;Kriminelle Karrieren&ldquo; bis zur &bdquo;T&auml;terjagd&ldquo; bzw. &bdquo;M&ouml;rderjagd&ldquo;. Es w&auml;re sicher lohnenswert, einmal nachzurechnen, wieviele Stunden am Tag in s&auml;mtlichen &ouml;ffentlich rechtlichen Sendern Polizisten in Uniform bei obrigkeitlichen Handlungen zu sehen sind. <\/p><p>Zwei Botschaften werden hier meines Erachtens sehr bewusst vermittelt:<\/p><ol>\n<li>&bdquo;Lieb Vaterland, magst ruhig sein &ndash; die Exekutive hat alles im Griff!&ldquo;<\/li>\n<li>&bdquo;Wer sich anpasst und die Gesetze und Verordnungen befolgt, hat von der Polizei nichts zu bef&uuml;rchten.&ldquo;<\/li>\n<\/ol><p>Ein absolut autorit&auml;rer Subtext also, der so recht ins neoliberale System passt!.<\/p><p>Beste Gr&uuml;&szlig;e<br>\nReinhard Schl&uuml;ter<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>5. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Guten Tag Frau Sorg,<\/p><p>ich beziehe mich hier auf <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=54095\">hier<\/a>, speziell auf den Satz &ldquo;In der Tat sinkt die Zahl der j&auml;hrlichen Mordopfer. 2017 waren es deutschlandweit <a href=\"https:\/\/de.statista.com\/statistik\/daten\/studie\/2229\/umfrage\/mordopfer-in-deutschland-entwicklung-seit-1987\/\">&bdquo;nur&ldquo; 405 Menschen&rdquo;<\/a>.<\/p><p>Nun hatte ich andere Zahlen im Hinterkopf und verifizierte die Angabe sowohl mit Ihrer Quellenangabe als auch mit der Zeitreihe der Kriminalstatistik des BKA, <a href=\"https:\/\/www.bka.de\/DE\/AktuelleInformationen\/StatistikenLagebilder\/PolizeilicheKriminalstatistik\/PKS2018\/Zeitreihen\/zeitreihenFaelle.html\">die ich hier fand<\/a>.<\/p><p>Auf der Seite wird die Tabelle sowohl im csv- als auch im xlsx-Format angeboten, ich w&auml;hlte xlsx.<\/p><p>Diese Zahlen unterscheiden sich deutlich von denen Ihrer Quelle. In der Tabelle des BKA fand ich sowohl den erwarteten Anstieg seit 2012 (630 Morde nach &sect; 211 StGB) bis 2018 mit 901 Morden. F&uuml;r das Jahr 2017, das Sie nannten, sehe ich in der Tabelle des BKA 785 Morde, immerhin fast doppelt so viele als die andere Quelle ausweist. <\/p><p>Insgesamt weist die Statistik des BKA 3254 Straftaten gegen das Leben in 2018 aus, mithin genug Stoff f&uuml;r das kleine Gruseln zum Feierabend. Um sie alle korrekt abzubilden ben&ouml;tigten wir 8,9 Krimis pro Tag. <\/p><p>Freundliche Gr&uuml;&szlig;e,<br>\nArno Nebauer<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>6. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Liebes NDS-Team, <\/p><p>motiviert von Frau Sorg meine Meinung zu formulieren, m&ouml;chte ich auf die (vielleicht unbewusste) Assoziation von Gewalt in Medien als eine Ursache f&uuml;r Gewalt eingehen. <\/p><p>Die Wahrnehmung von Gewalt, bei der wir anonym und passiv sind, und derer wir uns bewusst entschieden haben, ist m.E. ein Bed&uuml;rfnis, keine Ursache. Ich verstehe schon, warum &ndash; und diese Assoziation gibt es schon seit Jahrzehnten &ndash; Gewaltmedien als potenzielles Problem gesehen werden. Es l&auml;ge einfach nahe. Und w&auml;re dem so, h&auml;tten wir endlich etwas handfestes die Gewalt zu reduzieren. Diesem Wunsch stehe ich voll bei. <\/p><p>Ich wage aber zu behaupten, dass unsere Medien gar nicht die Ersten waren, die dieses Bed&uuml;rfnis in uns befriedigt haben. Es gab ein &ldquo;Live-Medium&rdquo; namens Kolosseum, dass das r&ouml;mische Volk bes&auml;nftigen sollte. Es gab und gibt noch immer Stierk&auml;mpfe. Und vieles mehr, dass noch vor dem Buchdruck existiert. Nicht immer geht es direkt um Gut und B&ouml;se, aber immer um eine Auseinandersetzung mit Gewalt und Tod. Eine Inszenierung, in der wir uns mit einer Seite identifizieren k&ouml;nnen. Und in der wir die andere Seite erforschen k&ouml;nnen. <\/p><p>Mir ist an mir selbst, als auch bei vielen anderen aufgefallen, dass &ldquo;der B&ouml;sewicht&rdquo; eine Faszination aus&uuml;bt. Ich meine nicht damit, dass seine Taten das sind, was man sich (unbewusst) w&uuml;nscht. Das sie irgendwie zum Nachahmen anspornen oder als Vorlage f&uuml;r etwas dienen. Die uns innewohnende Fantasie k&ouml;nnte das auch alleine erreichen. Vielmehr sehe ich die Freiheit des b&ouml;sen Menschen, so grauenhaft sie auch sein mag, nach der sich gesehnt wird. <\/p><p>Dem entgegen, wenn ich die Medien sehen, lese oder h&ouml;re, die &uuml;ber die Realit&auml;t berichten, erzeugt das in mir Wut, Ohnmacht und Traurigkeit. Die meisten meiner Bekannten meiden daher entweder Nachrichten, weil sie die damit erzeugte Gef&uuml;hlswelt nicht gut vertragen. Oder sie stumpfen in spezifischen Aspekten ab, quasi ein &ldquo;Abfinden mit der Situation&rdquo;, dass nicht ihre Meinung widerspiegelt, w&auml;re sie denn von Bedeutung. <\/p><p>Ich bef&uuml;rchte, gerade die Medien &uuml;ber die Realit&auml;t, eben wegen jener unausweichlichen Gef&uuml;hlswelt, f&uuml;hren zu einer tats&auml;chlichen Auswirkung. Sie ver&auml;ndern die Sicht der Welt. Sie kann Grundlage f&uuml;r Hass sein. Sie kann einen latenten Hass zu einem tats&auml;chlichen bef&ouml;rdern. Sie kann Gewalt legitimieren. Betrachten sie hier die aktuellen Geschehnisse. Betrachen sie den Hass, der bspw. fortw&auml;hrend durch die Bild-Zeitung gesch&uuml;rt wird. <\/p><p>Worauf ich hinaus will, ist jedoch die Differenzierung von Fiktion und Realit&auml;t. Nicht das wir das wir Realit&auml;t in den Medien vermeiden. Die fiktive Gewalt ist nicht der Ursprung, sondern vielmehr ein Bed&uuml;rfnis nach Kompensation von der realen Gewalt, ob aktiv oder passiv erlebt. Eine passive erlebte Macht als Kompensation f&uuml;r die Ohnmacht, die uns dieses Leben gibt, mit all ihrer existierenden Gewalt. Interessant ist in diesem Kontext, das ein fehlendes Happy-End in Filmen frustieren kann. (Sofern keine Fortsetzung erwartet werden kann.) Nat&uuml;rlich gibt es auch die Kompensation als Flucht, d.h. (tendenziell) gewaltfreie Medien, die zumindest versuchen. Aber um diese Medien ging es hier ja nicht. <\/p><p>Ich m&ouml;chte dieses Thema um Himmels Willen nicht runterspielen. Ich bin nur ern&uuml;chtert dar&uuml;ber, dass diese Assoziation immer wieder auflebt und direkt mit fiktiver Gewalt verbunden wird. Sei es bei Amok-L&auml;ufern, bei denen sich beim genaueren Hinsehen rausstellt, das ihr Leben bis dahin bereits voll von realer, physischer oder kognitiver Gewalt war. Oder bei der zunehmenden Verrohung unserer Gesellschaft, die doch auf dem gleichen Planeten wie eben jene Amok-L&auml;ufer leben. Auf den gleichen Planeten, auf denen unentwegt sinnlose Kriege gef&uuml;hrt werden. Tiere gequ&auml;lt werden. Vermeintliche &ldquo;Verlierer&rdquo; gedem&uuml;tigt werden. Auf denen Kinder von Anbeginn gezeigt wird, dass nur der St&auml;rkere &uuml;berlebt. Oft nicht direkt, aber Kinder sind nicht dumm. Sie spiegeln vielmehr die Realit&auml;t als Erwachsene, weil sie (noch) nicht wie jene Ausgewachsenen eine devote oder dominante Maske tragen, um in ihr angepasst zu &uuml;berleben. Nat&uuml;rlich gibt es aufgekl&auml;rte unter uns. Zum Gl&uuml;ck. Aber nicht genug um unserer Jungen ein anderes Weltbild zu geben. <\/p><p>Ich bin froh, dass fiktive Medien dies ein wenig kompensieren k&ouml;nnen. Jedoch nur, weil unsere frustrierte Energie nicht reicht, alles zum Guten zu wenden. Und genau deshalb, finde ich, sollten wir uns eher auf tats&auml;chliche Gewalt konzentrieren, der viel offensichtlicheren Quelle, als die Gefahr in der Fiktiven zu vermuten. Zumindest solange die reale Gewalt so &Uuml;berhand hat. <\/p><p>Bzgl. der Krimi-Flut vermute ich, dass die verantwortlichen Manager hier ein (deutsches) Produkt erkannt haben, dass sie ausbauen und das sie als prima Argument f&uuml;r die Beitragspflicht nutzen. Schlichtes kapitalistisches Denken. <\/p><p>Mit allergr&ouml;&szlig;ten Respekt f&uuml;r NDS,<br>\nDennis Loewel<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>7. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Liebes Nachdenkseiten-Team,<\/p><p>der Artikel zur Krimi-Flut hat mich sehr an ein k&uuml;rzlich von mir besuchtes Seminar erinnert, in welchem die kritische Theorie der Frankfurter Schule auf das moderne Subjekt angewandt wurde. Die kritische Theorie verbindet psychologisches Wissen (insbesondere Freud und die Psychoanalyse) mit gesellschaftlich-soziologischen Ph&auml;nomenen und versucht diese so zu erkl&auml;ren. Ein Begriff, der hier sehr wichtig ist: Die Kulturindustrie. Adorno war ein Feind der inhaltslosen, st&auml;ndig das Gleiche reproduzierenden Kulturindustrie, denn diese h&auml;lt die Menschen in den jeweils bekannten Schemata eines Genres (bspw. Krimis) fest und erlaubt es nicht, zu gedanklicher Freiheit zu gelangen. Das Problem ist: Den Menschen gef&auml;llt das, was sie bereits kennen. Jedes Musik- oder Filmgenre quetscht die bekannten Schemata des Genres r&uuml;cksichtslos aus und jede Akkordfolge, Liebesstory, Actionszene etc. gef&auml;llt, weil sie so &auml;hnlich schon bekannt war. In Kombination mit der von euch beschriebenen einfachen Einteilung in Gut und B&ouml;se, dem wohligen Gef&uuml;hl, dass die Staatsmacht immer die Gerechtigkeit wiederherstellt, ergibt sich: Urlaub f&uuml;rs Gehirn. Leider k&ouml;nnen die Menschen sich so niemals qualitativ unterschiedliche Gesellschaften erdenken, ihnen fehlt sogar die Vorstellungskraft dazu!<br>\nZum Thema Gewalt: Auch im Seminar wurde die Statistik genannt, die wohl auf westliche Industrienationen zutrifft: Die Gewalt- und Mordraten gehen zur&uuml;ck. Ich habe mich nicht weiter mit dem Thema besch&auml;ftigt, doch finde es erschreckend, dass nach eurer Aussage &ldquo;wenig Forschung&rdquo; zum Thema Gewaltdarstellungen in Medien existiert. Meine Vermutung ist zwar, dass das vermehrte Erleben von Gewaltszenen in Filmen und Videospielen eine Art Ersatzhandlung f&uuml;r einen gewaltt&auml;tigen Trieb in uns ist, dass es jedoch gleichzeitig zu einer Abstumpfung gegen&uuml;ber Gewalt f&uuml;hrt. Das moderne Subjekt w&auml;chst mit tausenden Mord- und Gewaltszenen auf und ist so vielleicht sediert, doch auch nicht mehr zu schocken, wenn westliche Kampfjets eine Zivilbev&ouml;lkerung durch Bomben ausl&ouml;scht, wenn Soldaten Gefangene foltern oder wenn Drohnen-Raketen Hochzeitsgesellschaften zerfetzen.<br>\nTatort und Krimis im &ouml;ffentlich-rechtlichen Rundfunk sind meiner Meinung nach die harmlosere Variante eines modernen Ph&auml;nomens zunehmender Gewaltdarstellungen in den Medien, doch selbstverst&auml;ndlich auch kritisch zu betrachten.<br>\nViele Gr&uuml;&szlig;e<br>\nAndr&eacute; Strick<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>8. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrtes Nachdenkseiten-Team,<\/p><p>die Frage, die Frau Sorg aufwirft, habe ich mir auch schon oft gestellt.<br>\nIch bin Krimi-Fan, finde aber die Qualit&auml;t der (deutschen) Krimis immer schlechter. Auch Krimis, an denen Deutschland beteiligt sind, werden m. E. immer schlechter. Daf&uuml;r wird man damit zugesch&uuml;ttet&hellip; Inzwischen gucken wir nur noch selten Tatort oder Soko o.&auml;. zu Hause. Was uns jedoch auff&auml;llt &ndash; neben der Gewalt- ist, dass die Stories und Figuren immer abstruser werden &ndash; die Pers&ouml;nlichkeiten der Kommissare auch immer a-sozialer und dass man anscheinend massiv B&uuml;rger-Erziehung &uuml;ber die Krimis betreibt, indem man dort massiv bestimmte Narrative bedient&hellip;<br>\nGestern war wieder so ein Klassiker&hellip; (Der Russe (gespielt von einem estnischen Schauspieler) ist so ein Arsch, da hat man Mitleid mit der M&ouml;rderin. Mich hat der Charakter des &ldquo;Russen&rdquo; eher an das Gebaren von (etlichen) Westdeutschen nach der Wende im Osten erinnert&hellip;<\/p><p>Viele Gr&uuml;&szlig;e,<br>\nDoris S.<br>\nDresden<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>9. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Liebe Frau Sorg und Mannschaft, <\/p><p>eine Thema das mir auch schon 30 Jahre auf unter den N&auml;geln brennt. Ich halte es f&uuml;r eine kulturelle Katastrophe mit all&rsquo; den Krimis. Seit mindestens 20 Jahren schaue ich auch keine mehr. Ausnahme ein paar alte DDR-110ner die mir auch niemals Angst machten. Gab es auch mal echte gr&ouml;&szlig;ere Straftaten die auch teilweise verfilmt wurden oder am Thema angelegt waren konnte man Gewiss sein das das Pack auch gefunden wurde und auch rigoros aus der Gesellschaft entfernt wurde. So kann ich auch fast garnichts zu den konkreten Inhalten heutiger Krimis sagen, weis aber schon durch das zuf&auml;llige daraufschalten meist sofort, schon an Hand der Typen die da gezeigt werden, das ich mich wie auch auf vielen anderen Gebieten sch&auml;me der Rasse Mensch anzugeh&ouml;ren. Leider ist das so weil es auch tats&auml;chlich Abschaum en gros mit steigender Tendenz, so mein Gef&uuml;hl, gibt. Andererseits bin ich mir v&ouml;llig im klaren das nur in einer h&ouml;chst verkommenen Gesellschaft sich so viel kranke Hirne entwickeln k&ouml;nnen! Das gleiche gilt nat&uuml;rlich auch f&uuml;r die meisten kapitalistischen &ldquo;Eliten&rdquo; der Wirtschaft und Banken! Deren Opfer gehen bekanntlich in die Millionen! <\/p><p>Zur&uuml;ck zum Krimi: Es ist mir auch wie Ihnen absolut unverst&auml;ndlich wie es &ldquo;Unterhaltung&rdquo; sein soll etwas darzustellen bei dem sich jeder w&uuml;nscht nicht davon betroffen zu werden, und die M&ouml;glichkeit ist um ein vielfaches h&ouml;her in der heutigen &ldquo;Freiheit&rdquo;. Es er&uuml;brigt sich jetzt dutzende von Beispielen anzuf&uuml;hren. <\/p><p>Noch eine kleine Anekdote: Ich habe in der DDR &ouml;fters so es sich ergab, wir hatten kein ZDF, v&ouml;llig unbedarft Aktenzeichen XY geschaut. Das war nun kein Krimi wie jeder wei&szlig;, aber spannend. Als dann unsere Grenze nicht mehr gesichert war und ich Ende des Jahres wieder mal XY schaute &uuml;berkam mich ein Schauer aus Angst, Wut und Traurigkeit etc. und mir wurde bewusst das der ganze Dreck nun auch zu UNS kommt. Wenige Tage oder Wochen sp&auml;ter hatten wir in Th&uuml;ringen das erste ermordete M&auml;dchen! So war es und so ist es bis heute. <\/p><p>Mit frdl. Gr&uuml;&szlig;en. Udo Wellh&ouml;fer Jena. <\/p><p>PS: Man sollte mal eine Statistik anfertigen wie viele (dargestellte) Morde ein Kind im Durchschnitt schon gesehen hat wenn es bspw. eingeschult wird!!! <\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>10. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Hallo, liebe Redaktion! <\/p><p>Schon lange warte ich darauf, dass sich die Nachdenkseiten zu der Krimi-Flut im Fernsehen &auml;u&szlig;ern.<br>\nWelchen Sender man auch immer zu allen m&ouml;glichen Zeiten w&auml;hlt: die &ldquo;Chance&rdquo;, auf einen Krimi oder sogar &ldquo;Thriller&rdquo; zu treffen, liegt bei&nbsp; 50%! Ich denke dann immer an die Kinder, die &ndash; aus welchen Gr&uuml;nden auch immer &ndash; nachmittags unbeaufsichtigt vor dem Fernseher sitzen und &ldquo;Sex and Crime&rdquo; vorgesetzt bekommen.&nbsp;<\/p><p>Ich frage mich immer wieder, was sich die Programmmacher dabei denken? Es kann doch nicht sein, dass es eine so gro&szlig;e Anzahl minderbemittelter Zuseher gibt, die sich nicht ein niveauvolleres Fernsehprogramm w&uuml;nschen. Oder doch? Ich finde, Fernsehen sollte in gewisser Weise auch einen Erziehungs- und Bildungsauftrag haben &ndash; oder sehe ich das falsch?&nbsp;&nbsp;<\/p><p>Ich jedenfalls schaue mir keinen einzigen Krimi oder Thriller an. Die t&auml;glich in aller Welt in der Realit&auml;t ver&uuml;bten Morde, Verbrechen und Schandtaten sind ja schon mehr, als ein einigerma&szlig;en emphatisch eingestellter Mensch verkraften kann.<\/p><p>Mit freundliche Gr&uuml;&szlig;en<br>\nGertrude Fernekes<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>11. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Der Beitrag von Anette Sorg ist so gut geschrieben das sich dem kaum noch etwas hinzuf&uuml;gen l&auml;&szlig;t. Ich sehe schon lange nicht mehr fern, auch nicht im Internet, weil mir davon &uuml;bel wird. Unterhaltung, Info ist f&uuml;r mich was anderes.<\/p><p>Die Rundfunkanstalten machen ihre Arbeit schon lange nicht mehr, sondern suggerieren realitatsfernen Bullshit. Zu viel Gewalt, sinnlose Grausamkeiten und widerliche Darstellungen von Obsz&ouml;nit&auml;ten wie Folterszenen. Tatort ist zu einer Hollywood Katastrophe verkommen, genauso wie man aus dem original James Bond 007 eine brutale Perversion gebastelt hat. Man mu&szlig; sich fragen sind diese abartigen, pervers veranlagten Programmgestalter, Filmemacher gerade in der heutigen Zeit noch tragbar? Selbst aus der original McGyver Serie hat man den Sinn, statt Gewalt, mit Wissen und K&ouml;pfchen Probleme &amp; Co zu l&ouml;sen, eine widerliches Zerrbild gemacht. Das Original ist ja f&uuml;r den mittlerweile dummen Zuschauer zu &ldquo;langweilig&rdquo; geworden. Es stellt sich auch die Frage, wie verbl&ouml;det Schauspieler eigentlich heute schon sind. Stolz auf seine &ldquo;Arbeit&rdquo; kann man doch unm&ouml;glich heute noch sein.<\/p><p>Daraus ergibt ein Bild das schlimmer nicht mehr sein kann. Der Zuschauer von Fernsehen, Kino und dem Mist im Internet, soll wohl gezielt abgestumpft werden gegen sinnloser Gewalt, widerlichen Grausamkeiten, ekelhaften Darstellungen (ich habe mal einen Film gesehen, wo man eine Frau an den F&uuml;&szlig;en aufh&auml;ngte und mit einer Machete, wie ein Schwein lebend geschlachtet hat. Schon mal gesehen, wie man einen Menschen so in zwei Teile teilt? Was soll daran Unterhaltung sein?)<\/p><p>Die Macher von dem ganzen Schund arbeiten doch offensichtlich mit der Regierung oder fragw&uuml;rdigen Beratern zusammen. Jemand bestimmt das &ldquo;n&ouml;tige Unterhaltungskonzept&rdquo;. Daraus ergibt sich eine erschreckende Zukunft, man sagt ja hinter geschlossenen T&uuml;ren &ldquo;.. das darf die Bev&ouml;lkerung niemals erfahren ..&rdquo; Als ob man schon sehr genau w&uuml;&szlig;te, wie entsetzlich die doch so sch&ouml;ne Zukunft wirklich einmal sein wird. Da sollte man schon Angst haben. Das die Jugend mit all den Schund verkorkst wird, immer mehr geisteskranke Psychopathen zu sinnloser Gewalt neigen (siehe Schie&szlig;ereien in den USA) nennt man Kollateralsch&auml;den. Auf was f&uuml;r eine Zukunft steuern wir eigentlich zu ???<\/p><p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<br>\nFreddy 56<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>12. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Krimi-Flut im &ouml;ffentlich-rechtlichen Fernsehen und ihre Folgen<\/p><p>12. August 2019 um 13:33 Ein Artikel von Anette Sorg<\/p><p>Ihr Beitrag hat mir sehr gut gefallen.<\/p><p>Schon immer habe ich mich gefragt, was war eigentlich zuerst da: Die Gewalt oder Film\/Geschichte\/Reportage dar&uuml;ber.<\/p><p>Bekannt ist, dass sowohl die Kinder im Kindergarten am Montag sich aggressiver verhalten als die Tage bis Freitag.<\/p><p>Auch auf den Schulh&ouml;fen sind diese vom Fernsehfilmen kopierte Verhaltensweisen zu beobachten.<\/p><p>Auffallend ist auch, dass deutsche Fernsehproduktionen die amerikanischen oft kopieren: Immer realistischere und damit brutalere Darstellung von Gewalt und die Leichenbeschauung, m&ouml;glichst noch in Gro&szlig;aufnahme.<\/p><p>Auch in der &ldquo;History&rdquo; Serie (ZDF) werden die R&ouml;mer immer brutaler. Warum muss denn noch Blut spritzen ?<\/p><p>In verschiedenen anderen Filmbeitr&auml;gen wird geraucht.<\/p><p>Das ist wirklich unglaublich, das k&ouml;nnen dann auch Kinder sehen.<\/p><p>Ich habe mich gefragt, woher eigentlich das Treten auf liegende Menschen herkommt. mit Sicherheit erst im Film, dann auf dem Schulhof.<\/p><p>Ein weiterer Trend ist auf dem Vormarsch: Darstellung von Raucher- und Trinkszenen.<\/p><p>Ich habe mich bereits beim Fernsehen und vielen anderen Organisationen &uuml;ber die Raucherszenen beschwert. Von der ARD (Beschwerde &uuml;ber nachweisbar v&ouml;llig unsinnige Raucherszenen, zB Rauchen in einem Museum) wurde meine Beschwerde als nicht zutreffend behandelt (gem&auml;&szlig; Drehbuch notwendig oder historischer Film).<\/p><p>F&uuml;r mich ist Rauchen nicht nachvollziehbar, es sei denn, es gibt eine Unterst&uuml;tzung durch die Tabakindustrie<\/p><p>MfG<br>\nBert Zapart<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>13. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Dem Artikel kann ich nur zustimmen! Man wei&szlig; manchmal gar nicht mehr was man sich als Ausweich ansehen soll.<\/p><p>Meiner Meinung ist das ganze ganz klar gesteuert! Es sieht so aus, als wolle man ganz gezielt den Hass unter den Menschen f&ouml;rdern.<\/p><p>Und dann wundert man sich ,dass man vor niemand mehr Respekt hat.<\/p><p>&bdquo;nachdenkseiten&ldquo; macht weiter so!!<\/p><p>Freundliche gr&uuml;&szlig;e<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>14. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Liebe Nachdenkseiten,<br>\n&nbsp;<br>\nich kann Ihren Eindruck von der Krimiflut im TV-Programm best&auml;tigen. Als ich gestern Abend auf der Homepage des ZDF war, um zu schauen, ob ein interessanter Montag Abend Film l&auml;uft, wurden mir auf den gro&szlig;en Teasern gleich drei Krimis hintereinander angek&uuml;ndigt. Zwei davon mit einer Empfehlung &ldquo;ab 16 Jahren&rdquo;. Ich war schon kurz davor Screenshots davon dem ZDF zu senden, um zu fragen, was das soll. Die nachfolgenden Teaser preisten dann allerdings Reportagen aus dem engl. K&ouml;nigshaus und Quiz-Sendungen an, da war ich wieder beruhigt, dass die Zuschauer auch noch mit anderen dummen Themen abgelenkt werden.<br>\n&nbsp;<br>\nIch denke, die Ursache der Krimi-Flut ist, dass die Leute, das tats&auml;chlich sehen wollen, da sie in ihrem Leben so abgestumpft sind, dass sie hier mal wieder einen Kick ben&ouml;tigen. Die Programmveranstalter machen es sich einfach und m&uuml;ssen und wollen auch gar nicht, andere kreative Themen bearbeiten, die die Zuschauer ggf. zum Nachdenken bringen. Diese Sendepl&auml;tze sind dann belegt und m&uuml;ssten nicht mit anderen Themen versorgt werden und gleichzeitig ist die Zeit der Zuschauer belegt. Da schl&auml;gt man zwei Fliegen mit einer Klappe.<br>\nDas schlimme an den Krimis ist zudem, dass die gezeigten Bilder immer brutaler werden, auch an Stellen, die dramaturgisch gar nicht notwendig sind und ich frage mich, wie verarbeiten die Zuschauer das, meist kurz vor dem Schlafen gehen, noch entstellte Leichen zu sehen. Warum tun die sich das an?<br>\n&nbsp;<br>\nGru&szlig;<br>\nBeck Beckmann<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>15. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Liebes Nachdenkseiten-Team, liebe Anette Sorg,<br>\n&nbsp;<br>\nes ist toll, dass Ihr das Thema der Krimiflut in der ARD aufgegriffen habt &ndash; weil es so offensichtlich und problematisch ist, es aber trotzdem medial kaum thematisiert wird. Da ich im Alltag nicht fernsehe, f&auml;llt mir das &uuml;berbordende Angebot von Mord- und Totschlagsendungen nicht nur in der ARD, sondern auf allen gro&szlig;en TV-Kan&auml;len umso st&auml;rker auf, wenn ich den Fernseher mal wieder einschalte. So geschehen in diesem Sommerurlaub. Zugegeben es war das Abendprogramm, aber auf nahezu jedem Sender wird da gemetzelt, massakriert und erschossen. Sind es nun Zombies, au&szlig;erirdische Eindringlinge oder feindliche Geheimagenten. Gewaltfantasien wohin man blickt. Andere Arten der Konfliktl&ouml;sung gibt es offenbar nicht. Da darf man sich als Zuschauer schon gl&uuml;cklich sch&auml;tzen, eine Sendung zu finden, in der &bdquo;nur&ldquo; irgendwelche Gerichtsmediziner lange ungel&ouml;ste Mordf&auml;lle aufkl&auml;ren.<br>\n&nbsp;<br>\nIn ARD und ZDF ist es nicht ganz so blutig wie auf den privaten Kan&auml;len, aber das Prinzip ist dasselbe. Verbrechen und Gewalt regieren. Nur unsere sympathischen Kriminalisten und Ermittler k&ouml;nnen uns retten. Und dann erkl&auml;rt der Moderator des ARD-Politmagazins FAKT in der Sendung vom 23. Juli den Zuschauern: &bdquo;Das Internet ist voll von Hass- und Gewaltfantasien bis hin zu Todesdrohungen.&ldquo; Bei so viel Dreistigkeit f&auml;llt man fast vom Sofa. Das ist Schizophrenie in Reinform. Allein im Programm der ARD werden j&auml;hrlich wahrscheinlich mehr Menschen ermordet als in der Realit&auml;t dieses Landes, aber mit dem Finger zeigt man lieber auf &bdquo;das Internet&ldquo;. Ich wei&szlig; nicht, auf welchen Websites und Online-Foren sich der Moderator herumtreibt (vielleicht in der ARD-Mediathek?), aber ich pers&ouml;nlich erlebe das Internet weitaus friedlicher und auf Informationsvermittlung orientiert, als das allgemeine Fernsehprogramm. Sicher, ich verzichte auf alle &bdquo;sozialen Medien&ldquo;, aber es gibt so viel mehr im Internet zu entdecken: kritische Artikel, informative Diskussionssendungen, tiefgr&uuml;ndige Interviews und aufkl&auml;rerische Dokumentarfilme &ndash; alles Formate, die auch in der ARD laufen k&ouml;nnten, nur da ist die Sendezeit leider so knapp wegen der vielen Mordf&auml;lle. Wenn man sich also bewusst macht, was alles m&ouml;glich w&auml;re und das mit der traurigen Programmrealit&auml;t von billigem Klamauk und allgegenw&auml;rtiger Gewaltlegitimation vergleicht, dann w&auml;chst die Einsicht: Die gro&szlig;en Medien sind nicht nur &bdquo;Massenzerstreuungswaffen&ldquo; (Ulrich Teusch), sondern auch ein gro&szlig;es Problem f&uuml;r die Friedensbewegung.<br>\n&nbsp;<br>\nStefan Korinth<br>\n&nbsp;<br>\nDie erw&auml;hnte FAKT-Sendung mit dem Zitat des Moderators Felix Seibert-Daiker <a href=\"https:\/\/www.ardmediathek.de\/daserste\/player\/Y3JpZDovL21kci5kZS9iZWl0cmFnL2Ntcy9jNmRlNTlhMC0xZWRhLTRhNDYtYWU3MC05YmRiODliMWYxODk\/fakt\">bei 9:36<\/a>.<br>\n&nbsp;<br>\nEin Beispiel f&uuml;r den schlimmen <a href=\"https:\/\/uebermedien.de\/40529\/ballermann-apokalypse-im-zdf-fernsehgarten\/\">Klamauk beim ZDF<\/a>.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>16. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Hallo,<\/p><p>man kann dar&uuml;ber diskutieren, ob man mit einem TATORT, von der realen Gewalt abgelenkt werden soll. Dazu braucht man aber erst einmal gen&uuml;gend Menschen die sich der realen Gewalt bewusst sind. <\/p><p>Stellen sie doch einmal in irgendeine Stadt zwischen Warschau und Lissabon, Rovaniemi und Messina und fragen Passanten nach dem Jemen-Krieg. Ich wette, 90% der Leute wissen nicht, wovon man redet.<\/p><p>Die wenigen TATORTE, die ich mir manchmal in der Mediathek ansehe, empfinde ich eher als harmlos und langweilig bis haneb&uuml;chen, also wird da meiner Meinung nach eher eine heile Welt suggeriert, als Verrohung gef&ouml;rdert (wie beim Musikantenstadl, falls es den noch geben sollte). Nervenkitzel gibt es da nicht. Homer Simpson, w&uuml;rde sagen, laaaaaaaaaangweilig.<\/p><p>Der Einfluss auf Kinder und Jugendliche d&uuml;rfte gering sein, die gucken das eh nicht. TATORT ist wohl was f&uuml;r Menschen 40+.<\/p><p>Kinder (da wo die Eltern, keine Internetseiten sperren), aber vor allem Jugendliche (da n&uuml;tzen auch die Sperren nichts mehr), sind l&auml;ngst auf youtube, etc. unterwegs. Von dem ganzen Gaming einmal abgesehen, da wird dann nun wirklich Gewalt exerziert und in gewissem Ma&szlig;e auch gef&ouml;rdert, wenn man sieht, was man bei FORTNITE Meisterschaften so an Geld gewinnen kann.  <\/p><p>Der TATORT tr&auml;gt kaum zur Verrohung bei, es ist dann doch der Neoliberalismus in all seinen Facetten, wie im Artikel erw&auml;hnt.<\/p><p>Bei Kindern ist ja auch eher so, dass sie Gewalt im TV schon viel eher miterleben.  Aus meiner Kindheit ist mir da noch Tom &amp; Jerry bekannt, bei Itchy &amp; Scratchy wird auch ganz sch&ouml;n gemetzelt und auch bei Wickie gab es in jeder Folge eine Massenschl&auml;gerei. Nur Zeichentrickfilme?<\/p><p>VG,<br>\nMP<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>17. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Es sind ja nicht nur die Krimis, dazu kommen dann noch die Spielfilme, Dokus, etc.<\/p><p>Das war jetzt mal auf die Schnelle, an einem Montagabend.<\/p><p>Und alles zur quasi parallel zur gleichen Zeit.<\/p><ul>\n<li>ZDF: Die H&ouml;lle<\/li>\n<li>Arte: Mr. Long<\/li>\n<li>ZDF Neo: Inspector Barnaby<\/li>\n<li>ZDF Info: T&auml;terjagd<\/li>\n<li>hr: Tatort: Feierstunde (Fernsehfilm)<\/li>\n<li>MDR: Mord auf Shetland<\/li>\n<li>RBB: Tatort: Liebe macht blind<\/li>\n<\/ul><p>Dazu die Privaten &hellip;<\/p><ul>\n<li>Kabel Eins: Lethal Weapons<\/li>\n<li>Servus TV: Felony<\/li>\n<li>SAT1 Gold: Im Kopf des Verbrechers<\/li>\n<li>RTLNITRO: Alarm f&uuml;r Cobra 11<\/li>\n<li>ProSieben MAXX: Gotham<\/li>\n<li>TELE5: Warhammer<\/li>\n<li>SUPER RTL: On The Case Unter Mordverdacht<\/li>\n<li>SIXX: Forever<\/li>\n<li>SIXX: Killer Couples (gleich im Anschluss)<\/li>\n<\/ul><p>Killer, Mord, Tot, Verbrechen, so geht das jeden Tag.<br>\nZDF Info ist, was die Menge betrifft, besonders schlimm.<\/p><p>MfG<br>\nVolker Ehmann<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>18. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Hallo Nachdenkseiten,<\/p><p>zuvorderst w&auml;re es doch sicher interesant zu bewerten, inwieweit sich die nach meinen Beobachtungen zunehmende Krimiflut zur besten Sendezeit noch mit dem Auftrag der &ouml;ffenlichen Rundfunkanstalten nach &sect;11 in Deckung bringen l&auml;sst.<\/p><p>Meines Erachtens findet doch eher ein erbitterter Wettbewerb mit den Privaten um die Quoten statt.<\/p><p>Dr&uuml;ber hinaus wird der Wettbewerb zus&auml;tzlich zwischen ARD und ZDF gef&uuml;hrt. Bestes Beispiel &ndash; Fu&szlig;ball im Ersten, hintereinander 2 Krimis im ZDF und Verschiebung des Heute-Journals auf 23 Uhr.<\/p><p>Das alles ist Wasser auf die M&uuml;hlen derer, die den sicher generell erhaltenswerten &ouml;ffentlichen Rundfunk abschaffen wollen.<\/p><p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<br>\nWolfram Tuchscheerer<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>19. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Liebe Frau Anette Sorg, Sie haben ja so Recht.<br>\n&nbsp;<br>\nIch wundere mich schon lange &uuml;ber die zunehmende Kriminalit&auml;t im deutschen Fernsehen &ndash; aber nicht nur wundern, ich finde es ungeheuerlich, dass keiner der Verantwortlichen in Politik und Gesellschaft erkennen kann, wie die moralische Verwahrlosung &nbsp;&ndash; z.B. durch die Vorbilder in Fernseh-Programmen &ndash; &nbsp;insbesondere bei der nachkommenden Generationen zunimmt und zunehmen muss.<\/p><p>Aber wenn dann Einer, dem die Krimis im Fernsehen gefallen &ndash; die er regelm&auml;&szlig;ig anschaut&nbsp; &ndash; und die er dann in die Tat umsetzt, &nbsp;dann schreien alle&nbsp;&nbsp; &nbsp;&bdquo;oh&nbsp; &ndash;&nbsp; wie schrecklich&ldquo; !!<\/p><p>Was erwartet ihr denn, wenn f&uuml;r Kinder im Fernsehen Mord und Totschlag an der Tagesordnung ist &ndash; und zwar teilweise in widerw&auml;rtigster Art und Weise mit ausf&uuml;hrlich demonstrierten Qu&auml;lereien !.<\/p><p>Aber wundert es ? Wo soll denn die Moral herkommen, &nbsp;wenn alle L&auml;nder\/Nationen dieser Welt sich in kriegerischen Planungen und Prozessen vergessen, um Anderen klar zu machen, wer das Sagen hat, erforderlichenfalls mit Lug und Trug ,&nbsp; daf&uuml;r Milliarden und Aber-Milliarden an Geld ausgeben&nbsp; &ndash; das f&uuml;r viele gute Zwecke besser geeignet w&auml;re &ndash;&nbsp; und dabei Millionen von Menschen t&ouml;ten oder ins Ungl&uuml;ck st&uuml;rzen &ndash;&nbsp; letztlich um ihre Macht und ihren Wohlstand zu sichern.&nbsp; <\/p><p>Diese Macht-Moral verbreitet sich&nbsp; &ndash;&nbsp; wenn die Politiker t&auml;glich t&ouml;ten, wenn im Fernsehen T&ouml;ten Alltag ist &ndash;&nbsp; dann ist das Alltag f&uuml;r Alle.<\/p><p>Besonders unergr&uuml;ndlich scheint mir die Tatsache, dass eine &bdquo; christliche Union &ldquo;&nbsp; nicht etwa nur zuschaut bei Massen-T&ouml;tungen und Verw&uuml;stungen, sondern auch noch einverstanden ist, &nbsp;daf&uuml;r eigene Soldaten zu opfern, mit Flugzeugen und Bomben diesen Terror zu unterst&uuml;tzen und daf&uuml;r auch noch viel mehr Milliarden Euro ausgeben will.<\/p><p>Wer da seinen Glauben an die Religion beh&auml;lt, muss seinen Verstand opfern.<br>\n&nbsp;<br>\nMit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<br>\nElgard Jabi<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>20. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Liebe Frau Sorg,<br>\nliebe NachDenkSeiten-Macher, <\/p><p>nat&uuml;rlich stimme ich Ihnen bei Ihren Bemerkungen &uuml;ber die Krimi-Flut im TV zu. &ndash; Die Machart wird auch immer schlichter, solche Charaktere wie Palu (Saarland) und Lena Odenthal, den knorrigen Schwaben aus Stuttgart (Name f&auml;llt mir grad nicht ein) gibt&rsquo;s auch nicht mehr, &hellip; also die &ldquo;Tatorte&rdquo; tu ich mir nicht mehr an. <\/p><p>Ich m&ouml;chte kurz etwas ansprechen, was fast noch viel schlimmer ist. F&uuml;r uns kritische Menschen f&auml;llt ja der ganze Plunder im Kommerz-Fernsehen (vollkommen zurecht) von vornherein als indiskutabel weg. Nur: Eine Wirkung hat der schon, und auch ein durchschaubares Konzept. <\/p><p>Die Sender n-tv, Vox, Welt (vormals N24), TLC etc. spulen in Endlosschleife recht dubiose &ldquo;Dokumentationen&rdquo; ab (gar nicht zu reden von dem Scripted-Reality-M&uuml;ll bei RTL &amp; Cie.). &ndash; Also das, was die pr&auml;sentieren, soll demgegen&uuml;ber &ldquo;echt&rdquo; sein. <\/p><p>Zun&auml;chst mal: Es ist echt, aber &ldquo;echt USA&rdquo; red-white-and-blue, denn all dieser Schrott kommt von dort, oft st&uuml;mperhaft synchronisiert. &ndash; Es werden die wildesten Perversit&auml;ten und Brutalit&auml;ten pr&auml;sentiert. Muster ist stereotyp: hoffnungsvolle (meist) Tochter wird von brutalem Monster (pervers &amp; drogens&uuml;chtig) gekillt, m&ouml;glichst bestialisch. &ndash; Wackere Ermittler (vom FBI, Nachfolger des &ldquo;Engels&rdquo; J. Edgar Hoover, der Martin Luther King, Muhammad Ali und viele andere zersetzen lie&szlig;) finden den b&ouml;sen Kerl. &ndash; Und dann (die Instinkte sind des Publikums sind schon am Siedepunkt), &hellip; das Urteil der Jury wird verk&uuml;ndet: Todesstrafe! Am besten zum Schluss noch: &ldquo;vollstreckt am&rdquo; plus Datum. &ndash; Tiefste Zufriedenheit. <\/p><p>Wir wissen nat&uuml;rlich, dass das US-Justiz-System mitnichten so unfehlbar ist: O.J. Simpson kam mit seinem Mord glatt davon, Angela Davis w&auml;re um Haaresbreite justizgemordet worden &hellip; Das sind nur die einfachsten F&auml;lle, man kann auch beliebig weit zur&uuml;ckgreifen, bis Sacco und Vanzetti, bis zu den Killers&ouml;ldnern der Agentur Pinkerton, Haymarket, etc. <\/p><p>Aber ich komme zur&uuml;ck auf das &ldquo;p&auml;dagogische Konzept&rdquo; dieser Sender: Die Brutalisierung des Publikums. Das ist so gewollt. <\/p><p>Nun ein (nicht ganz unwesentlichen) Nebenaspekt: Wer ist in all diesen Stories denn &ldquo;wir&rdquo;? (Wie das suggeriert wird.) &ndash; Wie gesagt, ist dieser M&uuml;ll US-amerikanischer Provenienz. &ndash; Da l&auml;uft subkutan eine Gew&ouml;hnung ab, als ob deren Verh&auml;ltnisse das v&ouml;llig Normale und weltweit G&uuml;ltige seien. &ndash; Dem ist aber mitnichten so! Auch wenn wir von Deutschland aus vielleicht in ganz &auml;hnlicher Weise pauschalisierend unsere Einrichtungen f&uuml;r die allein ma&szlig;geblichen halten, sehen wir dann doch neidvoll auf die soziale Renten- und Wohnungspolitik in &Ouml;sterreich, oder die echte Basisdemokratie in der Schweiz &hellip; <\/p><p>Kurz noch bez&uuml;glich des sonstigen Doku-M&uuml;lls auf diesen Sendern: Da l&auml;uft andauernd das Dritte Reich rauf und runter, und als ob allein die Landung in Omaha-Beach die Menschheit gerettet h&auml;tte. (Dass die Sowjetunion unter unermesslichen Blutopfern den Hauptbeitrag zum Sieg &uuml;ber Nazideutschland geleistet hat, wird nicht erw&auml;hnt.) <\/p><p>Ansonsten werden dort noch Superlative vorgestellt. Superlative der &ldquo;Wehrtechnik&rdquo; zumal: soundsoviel PS, Reichweite, Durchschlagskraft usw. Eine wahrhafte perverse Allmachtsorgie f&uuml;r m&auml;nnliche pubert&auml;re Dumpfbacken &hellip; <\/p><p>Es ist gemein von mir, all dies so direkt anzusprechen. &ndash; Ja, es gibt dort auch &ldquo;Seri&ouml;ses&rdquo;: Aliens z.B. und drohende Meteoriten-Einschl&auml;ge. &ndash; Oh ja! Und welcher pubert&auml;re Junge h&auml;tte nicht schon einmal davon getr&auml;umt, mit einem Super-Riesen-Bulldozer den ganzen Wald und die Landschaft abzur&auml;umen, bei deren Anblick seine Freundin (die er niemals hatte &hellip;) sanft den Kopf an seine Schulter legte. &ldquo;Rawumms, weg damit!&rdquo;<br>\nDas f&uuml;hlt sich so toll an, so &lsquo;ne Maschine! <\/p><p>Und so l&auml;uft dort auf diesen Programmen nur eines: &ldquo;Rache, Rache!<br>\nSchlagt sie alle tot!&rdquo; &ndash; Dehumanisierung ganz pur &amp; schamlos. <\/p><p>Wir sollten das ernst nehmen. Ich meine, das ist auch nicht so schwer, wenn man die Menschen wieder in die Mitte ihres ganz realen eigenen Lebens zur&uuml;ckholt. <\/p><p>Allerdings, und da haben Sie von den NachDenkSeiten sehr recht, die Medien sind heutzutage ziemlich verkommen. <\/p><p>Ich greife als Gegenbeispiel jetzt mal ganz weit zur&uuml;ck: Erinnern Sie sich noch an Reporterlegenden wie Franca Magniani? (Aus einer Zeit, als man auf meinem Schulhof damals noch ungeniert &ldquo;Ithakersau&rdquo;, &ldquo;Zitron&auml;-Schittler&rdquo; und solches Zeug sagte? Das will heute kaum einer wahrhaben, aber so war es tats&auml;chlich.) &ndash; Ich glaube, solche Journalisten, fehlen uns. (Aber die hatten&rsquo;s damals auch nicht leicht.<br>\nDer Bayrische Rundfunk und die CSU, was ja das gleiche ist, haben sie entfernt. Es gab auch Menschen wie Heinrich B&ouml;ll, die gegen solche Machenschaften protestierten.) <\/p><p>Herzliche Gr&uuml;&szlig;e<br>\nAndreas Brede <\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>21. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Guten Morgen,<\/p><p>zum Beitrag &ldquo;Krimi-Flut im &ouml;ffentlich-rechtlichen Fernsehen und ihre Folgen&rdquo; <\/p><p>Die Lust am Krimi liegt in der Fazination der Ermittlung. Welche Hinweise, welche Vernetzungen f&uuml;hren am Ende auf den T&auml;ter?<\/p><p>Die Lust ist so gro&szlig;, dass sogar Krimi-Dinners und Krimi-Spiele veranstaltete werden. <\/p><p>Warum wird die Lust am Ermitteln nicht auf den Tatort Rathaus angewendet? In den Kommunen entwickelt sich ein zunehmend unbeobachteter Tatort, in dem ungest&ouml;rt und zunehmend ungenierter jenseits des Gesetzes operiert wird. <\/p><p>Es w&auml;re doch eine dankbare Aufgabe ein Krimispiel bei der lokalen Politik anzusetzen. Da gibt es viele F&auml;lle, wie ich aus langj&auml;hriger Arbeit an kommunalen Themen erfahren haben. Themen die weit &uuml;ber die Kommune eine Brisants haben, wie Energie-, Industrie- und R&uuml;stungspolitik. In den Kommunen, wo keiner so genau hinschaut, ist der ideale Ort f&uuml;r dunkle Gesch&auml;fte. Gesch&auml;fte mit Grundst&uuml;cken, Bauauftr&auml;gen und F&ouml;rdermitteln.<\/p><p>Welch sch&ouml;ne Vorstellung: In jeder Kommune gibt es eine B&uuml;rger-Soko zum Tatort Rathaus. Eigentlich sollten das die Partein leisten, aber die kuscheln lieber und machen mit.<\/p><p>Das Thema griff 1979 schon Hans Scheibner auf mit seinem Song &ldquo;Das macht doch nichts, das merkt doch keiner&rdquo;<\/p><p>Das macht doch nichts, das merkt doch keiner<br>\nFrau Lorenz lag mit einem Mann<br>\nim Bett, da fragte der,<br>\nob das nicht &Auml;rger geben kann,<br>\nweil sie verheirat&rsquo; w&auml;r?<br>\nDa lachte Frau Lorenz: &bdquo;Mein Kleiner,<br>\ndas macht doch nichts, das merkt doch keiner!&ldquo;<br>\n&nbsp;<br>\nKuckuck, Kuckuck &hellip;<br>\n&nbsp;<br>\nEs gab ein Mann der Steuer an,<br>\nwas er verdient im Jahr.<br>\nEr gab nat&uuml;rlich nicht alles an,<br>\ner machte, das ist doch klar,<br>\nden gro&szlig;en Betrag etwas kleiner &ndash;<br>\nDas macht doch nichts, das merkt doch keiner!<br>\n&nbsp;<br>\nKuckuck, Kuckuck &hellip;<br>\n&nbsp;<br>\nEs steht eine Fabrik am Fluss,<br>\ndie hat ein Abflussrohr,<br>\nvon dem nicht jeder wissen muss &ndash;<br>\ndas kommt ja &uuml;berall vor.<br>\nDer Fluss wird davon zwar nicht reiner &ndash;<br>\nDas macht doch nichts, das merkt doch keiner!<br>\n&nbsp;<br>\nKuckuck, Kuckuck &hellip;<br>\n&nbsp;<br>\nEs sa&szlig; ein Richter viele Jahr<br>\nzu Gericht in unserm Land,<br>\nobwohl er selbst ein Schurke war,<br>\nseine Akten war&rsquo;n verbrannt.<br>\nSo ein Heuchler, so ein gemeiner &ndash;<br>\nDas macht doch nichts, das merkt doch keiner!<br>\n&nbsp;<br>\nKuckuck, Kuckuck &hellip;<br>\n&nbsp;<br>\nIm Kernkraftwerk, wie &auml;rgerlich,<br>\nging gestern etwas schief.<br>\nSo dass ein bisschen &ndash; oho &ndash; entwich,<br>\nUnd der Direktor rief:<br>\n&bdquo;Hauptsache, es quatscht hier nicht einer!<br>\nDas macht doch nichts, das merkt doch keiner.&ldquo;<br>\n&nbsp;<br>\nKuckuck, Kuckuck &hellip;<br>\n&nbsp;<br>\nEin Englein kam zu Gott, dem Herrn,<br>\nund rang vor Schreck nach Luft:<br>\n&bdquo;Die Erde, Herr, Dein sch&ouml;ner Stern,<br>\nhat sich grad selbst verpufft.&ldquo;<br>\nDa l&auml;chelte Gott: &bdquo;Ach, mein Kleiner,<br>\ndas macht doch nichts, das merkt doch keiner!&ldquo;<br>\n&nbsp;<br>\nKuckuck, Kuckuck &hellip;<\/p><p>Gru&szlig; aus einer nordhessischen Kreisstadt<br>\nDelf Schnappauf<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>Anmerkung zur Korrespondenz mit den NachDenkSeiten<\/strong><\/p><p>Die NachDenkSeiten freuen sich &uuml;ber Ihre Zuschriften, am besten in einer angemessenen L&auml;nge und mit einem eindeutigen Betreff.<\/p><p>Es gibt die folgenden Emailadressen:<\/p><ul>\n<li><a href=\"mailto:leserbriefe@nachdenkseiten.de\">leserbriefe(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r Kommentare zum Inhalt von Beitr&auml;gen.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:hinweise@nachdenkseiten.de\">hinweise(at)nachdenkseiten.de<\/a> wenn Sie Links zu Beitr&auml;gen in anderen Medien haben.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:videohinweise@nachdenkseiten.de\">videohinweise(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r die Verlinkung von interessanten Videos.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:redaktion@nachdenkseiten.de\">redaktion(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r Organisatorisches und Fragen an die Redaktion.<\/li>\n<\/ul><p>Weitere Details zu diesem Thema finden Sie in unserer &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?page_id=47939\">Gebrauchsanleitung<\/a>&ldquo;.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Artikel &ldquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=54095\">Krimi-Flut im &ouml;ffentlich-rechtlichen Fernsehen und ihre Folgen<\/a>&rdquo; stie&szlig; auf eine gro&szlig;e Resonanz unserer Leserinnen und Leser, die wir Ihnen nachfolgend darbieten. 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