{"id":54208,"date":"2019-08-18T11:45:40","date_gmt":"2019-08-18T09:45:40","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=54208"},"modified":"2019-08-18T12:37:33","modified_gmt":"2019-08-18T10:37:33","slug":"leserbriefe-zu-soll-der-welthandel-militaerisch-abgesichert-werden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=54208","title":{"rendered":"Leserbriefe zu &#8220;Soll der Welthandel milit\u00e4risch abgesichert werden?&#8221;"},"content":{"rendered":"<p>Zu den Fragen, &ldquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=54123\">Soll der Welthandel milit&auml;risch abgesichert werden? Ist eine solche Subventionierung der sogenannten Globalisierung und des Verkehrs wirklich sinnvoll?<\/a>&rdquo; gab es eine Reihe weiterf&uuml;hrender Antworten und Gedanken, die sich nachfolgend finden. Zusammengstellt von <strong>Moritz M&uuml;ller<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\n<strong>1. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Hallo Herr M&uuml;ller,<br>\n&nbsp;<br>\nich finde die Politik sollte eindeutig Stellung beziehen und zwar unter Ber&uuml;cksichtigung der schon angesprochenen Punkte:<\/p><ul>\n<li>die festgesetzten Schiffe fahren nicht unter deutscher Flagge, die Reeder zahlen kaum Steuern und die Matrosen sind von den Philipinen<\/li>\n<li>der Transport von Waren muss auf ein Minimum reduziert werden um Klimaziele zu erreichen<\/li>\n<li>die US-Marine mit Unterst&uuml;tzung der deutschen vor der iranischen K&uuml;ste, dann sollte die iranische Marine vor Sylt und New York kreuzen<\/li>\n<\/ul><p>Leider werden diese Punkte in den Medien aber nicht angesprochen, also ich hab es auch erwartet und halte diesen Irrsinn nur f&uuml;r eine geplante Aktion um dem Iran m&ouml;glichst zu schaden. Die deutsche Politik ist ein einziges Desaster, ein Versagen auf ganzer Ebene. Egal welchen Punkt man sich ansieht, eine endlose Liste des Versagens, Sozialpolitik, Rentenpolitik, Gesundheitssystem, Klimapolitik, Verkehr, Milit&auml;r, Finanzen,&hellip;und diese Sch&auml;den werden ja bewu&szlig;t herbeigef&uuml;hrt und sind keine Fehler aus Unwissenheit. Und so sieht es auch in dem aktuellen Fall in der Strasse von Hormuz aus, es kann einem doch keiner erz&auml;hlen, dass es Zuf&auml;lle sind.<br>\n&nbsp;<br>\nDer einzige Lichtblick momentan sind meiner Meinung nach die Fridays-for-Future, weil Kinder wird unsere Politik nicht physisch niederkn&uuml;ppeln, da sind sie vorsichtig und es w&auml;re sch&ouml;n, wenn die Aktionen noch gr&ouml;&szlig;er werden und auch die Medien keine Chance haben die Tatsachen zu verdrehen. Weiter So.<\/p><p>Gruss aus Hannover<br>\nNico H.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>2. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Hallo Herr M&uuml;ller, <\/p><p>Deutschland beteiligt sich seit 2008 gemeinsam mit der EU an der Mission Atalanta zum Schutz des Weltern&auml;hrungsprogrammes f&uuml;r Somalia wie der Handelsschiffe gegen Piraterie am Horn von Afrika und im Golf von Aden. Jedes Jahr wurde im Bundestag das Mandat f&uuml;r den Einsatz, aktuell im Umfang von 400 Soldaten, wieder verl&auml;ngert. Nur die Linke votierte als Fraktion im Bundestag im April 2019 geschlossen gegen die deutsche Beteiligung. Im Zusammenhang mit diesem exterritorialem Bundeswehreinsatz, der mit Landesverteidigung nichts zu tun hat, sind auch Fragen der Sicherheitszust&auml;ndigkeiten f&uuml;r die Handelsschiffe diskutiert worden. Die Erfahrungen zeigen, das vor allem der Einsatz von bewaffneter Security auf den Handelsschiffen, den die Reeder veranlassten, einen wirksamen Schutz darstellen, der zahlenm&auml;ssig zum R&uuml;ckgang der Piraterie vor dieser K&uuml;ste f&uuml;hrte. Andere Hebel w&auml;ren nat&uuml;rlich Konzepte und Hilfen f&uuml;r einen funktionierenden somalischen Staat, der dann die Piraterie unterbinden m&uuml;sste, sowie die L&ouml;sung der Konflikte um die Fischerei und eine wirtschaftliche Grundlage f&uuml;r das Land. Da der Einsatz nun schon 11 Jahre dauert, liegt der Verdacht nahe, dass geostrategische &Uuml;berlegungen die eigentlich ausschlagggebende Rolle spielen. &Auml;hnliches w&uuml;rde ich bei einem Bundeswehreinsatz im persischen Golf annehmen. <\/p><p>Mit freundlichen Gr&uuml;ssen,<br>\nJ&uuml;rg Huber <\/p><p><em><strong>Anmerkung Albrecht M&uuml;ller:<\/strong> Der Hinweis auf den Bundeswehreinsatz am Horn von Afrika ist richtig und zeigt, wie weit wir schon gediehen sind.<\/em><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>3. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr M&uuml;ller,<br>\nliebe NDS-Redaktion,<\/p><p>meines Wissens nach handelt es sich bei der Stra&szlig;e von Hormus nicht um ein internationales Gew&auml;sser, sondern um Hoheitsgew&auml;sser des Oman und Iran. Nach Wikipedia hat der Iran das Seerechts&uuml;bereinkommen der UNO unterzeichnet, bislang aber nicht ratifiziert. Die USA sind dem Abkommen bisher nicht beigetreten. Beide Staaten haben jedoch die Genfer Seerechtskonventionen unterzeichnet, doch nur die USA haben sie auch ratifiziert. Meines Erachtens m&uuml;sste erst einmal der Internationale Seegerichtshof in Hamburg angerufen werden, um die Sachlage zu kl&auml;ren. Hier m&uuml;sste dann ggf. auch festgelegt werden, wie denn eine internationale Schutzmission unter Beachtung des V&ouml;lkerrechts aussehen sollte. <\/p><p>VG Michael Wrazidlo<\/p><p><em><strong>Anmerkung Albrecht M&uuml;ller:<\/strong> Ich hatte bewusst nicht die Frage nach der rechtlichen Situation gestellt und stattdessen &ouml;kologische und &ouml;konomische Fragen aufgeworfen.<\/em><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>4. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr M&uuml;ller,<\/p><p>der Frage, ob man Handelsstra&szlig;en milit&auml;risch &ldquo;sichern&rdquo; sollte, muss m.E. die Frage vorangehen, ob man es denn darf.<\/p><p>Im aktuell diskutierten Fall der Stra&szlig;e von Hormus ist die Antwort hierauf eindeutig und dennoch nirgends zu h&ouml;ren oder zu lesen: Man darf es nicht!<\/p><p>Die Stra&szlig;e von Hormus ist Hoheitsgebiet von Iran und Oman. Dass der Iran ausl&auml;ndischen M&auml;chten, die ihn mit Krieg bedrohen, die Durchfahrt verweigern k&ouml;nnte, w&auml;re sein gutes Recht. Diese h&auml;tten dann die Durchfahrt zu unterlassen, anstatt sie milit&auml;risch zu erzwingen.<\/p><p>Bereits die Kriegsdrohung Richtung Iran seitens des Westens ist nach Artikel 2 Absatz 4 der UN-Charta v&ouml;lkerrechtswidrig. Eigentlich m&uuml;sste der Generalbundesanwalt deswegen ermitteln.<\/p><p>Der Atomwaffensperrvertrag, auf den sich der Westen gegen&uuml;ber Iran beruft, verpflichtet die Besitzer von Atomwaffen ihrerseits zur Abr&uuml;stung. Sie tun jedoch seit vielen Jahren nichts dergleichen und erf&uuml;llen damit ihren Teil des Vertrages selber nicht &ndash; auch dies wird nirgends thematisiert.<\/p><p>Das ist um so erstaunlicher, als der Einsatz einer Atombombe aus heutiger Sicht zahlreiche Kriterien eines Kriegsverbrechens erf&uuml;llt.<\/p><p>Mit gro&szlig;em Dank f&uuml;r den Betrieb der Nachdenkseiten,<br>\nhochachtungsvoll<br>\nM.B.<\/p><p><em><strong>Anmerkung Albrecht M&uuml;ller:<\/strong> Interessante Gedanken, aber meine Frage zielte nicht auf die rechtliche Situation. Siehe oben.<\/em><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>5. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrte Redaktion der NachDenkSeiten,<\/p><p>ich m&ouml;chte Sie auf ein Interview des Deutschlandfunks mit dem evangelischen Theologen Hartwig von Schubert aufmerksam machen, der als Milit&auml;rdekan an der F&uuml;hrungsakademie der <a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/christliche-militaerethik-pazifismus-mit-panzern.886.de.html?dram:article_id=456115\">Bundeswehr in Hamburg t&auml;tig ist<\/a>.<\/p><p>Zu der Frage der Sicherung von Handelswegen antwortet der Milit&auml;rdekan: &ldquo;Also, die Sicherung von Handelswegen, die Sicherung der zivilen Handelsrouten ist eine wichtige v&ouml;lkerrechtlich zu ordnende staatliche Aufgabe. Und dabei begleiten wir ja zum Beispiel als Milit&auml;rgeistliche die Schiffe. Gegebenenfalls w&uuml;rde auch ein Milit&auml;rgeistlicher, eine Milit&auml;rgeistliche auf einem solchen Schiff mitfahren und die Soldaten und Soldatinnen begleiten dort in die Stra&szlig;e von Hormus.<\/p><p>Aber, wenn Sie jetzt mir die Frage stellen: &bdquo;Ist das politisch und auch milit&auml;risch geboten&ldquo;, ja, dann er&ouml;ffnen wir nat&uuml;rlich einen riesigen Kreis von Fragen. Was passiert an der Stra&szlig;e von Gibraltar? Da sind Tanker festgesetzt worden. Jetzt in der Stra&szlig;e von Hormus sind Tanker festgehalten worden. Wenn Sie mich jetzt fragen, ja, also, wie stellt sich jetzt die Kirche zu diesem Konflikt, dann sage ich, sie sollte sich tunlichst zur&uuml;ckhalten, hier eine dezidierte Detailmeinung zu &auml;u&szlig;ern, weil sie gar nicht &uuml;ber die n&ouml;tigen Erkenntnisse verf&uuml;gt, die man dazu br&auml;uchte.&rdquo;<\/p><p>Das gesamte Interview ist sehr m&uuml;&szlig;ig zu lesen, aus meiner Sicht ein st&auml;ndiges Sowohl-Als-Auch. Man bekommt in dieser theologischen Nebelwolke einfach keinen klaren Inhalt zu fassen.<\/p><p>Die von mir zitierten Aussagen waren schon das verst&auml;ndlichste in dem ganzen Interview, und die Essenz daraus ist: &ldquo;Wir Milit&auml;rseelsorger machen alles mit und haben dabei vollstes Vertrauen in unsere Regierung.&rdquo;<\/p><p>Das erinnert doch sehr an den Brief des katholischen US-Milit&auml;rerzbischof Edwin O&rsquo;Brien vom 25.3.2003 an alle Milit&auml;rgeistlichen, in dem es hei&szlig;t, die Soldaten k&ouml;nnten auf die &ldquo;Integrit&auml;t und die Entscheidungsf&auml;higkeit ihrer F&uuml;hrer&rdquo; vertrauen.<\/p><p>Daher k&ouml;nnten sie alle ihre milit&auml;rischen Pflichten fraglos erf&uuml;llen.<br>\n(Quelle: Siehe Anhang)<\/p><p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<br>\nRalf B&ouml;hm<\/p><p><em><strong>Anm. MM:<\/strong>  <a href=\"https:\/\/harryandanimals1.wordpress.com\/2009\/10\/10\/kirche-fur-den-krieg-die-verlogene-kirche\/\">Hier<\/a> findet sich die deutsche &Uuml;bersetzung des O&lsquo;Brien-Briefs.<\/em><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>6. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Soll der Welthandel milit&auml;risch abgesichert werden?<\/p><p>Sehr geehrter Herr M&uuml;ller<\/p><p>Die Frage ob der Welthandel milit&auml;risch gesichert werden soll ist dieselbe wie die ob der Steuerzahler oder die vom Fu&szlig;ball profitierenden Vereine f&uuml;r die Bek&auml;mpfung von Hooligan Randalen zust&auml;ndig sind. Einerseits sind es nat&uuml;rlich die gro&szlig;en Vereine die sich am Fu&szlig;ball eine goldene Nase verdienen, andererseits hat aber der Staat die Aufgabe die &ouml;ffentliche Ordnung und Sicherheit aufrecht zu erhalten und daf&uuml;r die n&ouml;tigen Finanziellen Mittel einzutreiben! Letzteres wird im Zeichen des Neolineralismus offenbar vergessen. Was w&uuml;rden man selbst als Verantwortlicher tun wenn die Vereine sich zwar f&uuml;r ihr Stadion private Ordnungsdienste organisieren aber sich f&uuml;r das was nach dem Spiel auf &ouml;ffentlichen Stra&szlig;en geschieht nicht f&uuml;r zust&auml;ndig erkl&auml;ren? Fakt ist, Deutschland als rohstoffarmes Land ist auf funktionierende internationalen Handelswege angewiesen, ganz gleich ob die Produktion und der anschlie&szlig;ende Warenaustausch nun &uuml;ber China erfolgt, oder ob die f&uuml;r die Produktion ben&ouml;tigten Rohstoffe nach Deutschland transportiert werden m&uuml;ssen. Die Frage ob wir es zulassen k&ouml;nnen das internationale Handelsrouten blockiert werden stellt sich so gesehen nicht wirklich. <\/p><p>Interessanter ist jedoch die Frage nach der Kostenbeteiligung und daf&uuml;r gab es fr&uuml;her einmal auch Steuern auch f&uuml;r Reiche. Es kann nicht sein das Reeder deren Schiffe unter der Flagge von Steueroasen fahren dann genau nach der Logistik schreien, an deren Finanzierung sie sich selbst nicht beteiligen wollen. <\/p><p>Diese Debatte w&auml;re eine gute Gelegenheit den Neoliberalen einmal die Frage zu stellen woher denn das Geld kommen soll wenn der Staat zwar teure Ordnungspolitische Aufgaben &uuml;bernehmen soll, die Reichen sich aber nicht an dieser Aufgabe mit ihren Steuern beteiligen sollen. Steuern sind eben keine Abzocke durch den Staat sondern dienen zur Finanzierung gemeinn&uuml;tzlicher Aufgaben die sich ein Einzelner nicht mehr leisten k&ouml;nnte.<\/p><p>Schutz der Handelsrouten in internationalen Gew&auml;ssern f&uuml;r Schiffe die unter deutscher Flagge fahren halte ich deshalb f&uuml;r durchaus notwendig, wie es dagegen ausgeht wenn man anf&auml;ngt den Weltpolizisten zu spielen sieht man am Beispiel der USA<br>\n&nbsp;<br>\nS.T.<br>\nSiegfried Thomas<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>7. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr M&uuml;ller,<\/p><p>bitte definieren Sie Ihre Begrifflichkeiten genauer. Was bedeutet Welthandel bzw. was ist Soll- und Istzustand dieses Begriffes? Analog ist es mit Globalisierung und internationaler Verkehr, was bedeuten diese oder aus welcher Perspektive werden diese beleuchtet?<\/p><p>Denn aus der Sicht von Gro&szlig;m&auml;chten mit imperialen Aspirationen kann ich Ihnen eine eindeutige Antwort auf Ihre Grundsatzfragen geben:<\/p><p>Ja unbedingt, wenn man keinen B&uuml;rgerkrieg haben m&ouml;chte, weil durch das Ausbleiben bzw. Abhandenkommen von Beutez&uuml;gen die zur Befriedigung der dekadenten Bed&uuml;rfnisse der breiten Masse dienen, es gewaltig rumort in der Gesellschaft und dann die Risse immer gr&ouml;&szlig;er werden bis es schlie&szlig;lich zum Gesellschaftsbruch eskaliert.<\/p><p>Den Empirischen Beweis liefert die USA. Jetzt wird dort schon offen von B&uuml;rgerkrieg gesprochen. <\/p><p>Aus der Perspektive von kleinen Staaten sowie Regionen bedeuten Ihre Begrifflichkeiten v&ouml;llig etwas Anderes und der Istzustand ist bestimmt keine erfreuliche Situation.<\/p><p>Ausbeutung, Verarmung, Hunger sowie Erniedrigung werden damit verbunden und ich glaube nicht, dass man in diesem Zustand ohne Zynismus von Subventionierung sprechen kann.<\/p><p>Diese Debatte ist das Spielfeld der Herrschaftsmacht und vollgespickt mit Propaganda sowie Worth&uuml;lsen denen keine genauen Definitionen verankert worden sind. Solange Sie sich auf diesem Spielfeld befinden, spielen Sie nach deren Regeln und k&ouml;nnen Grundsatzfragen bis zur v&ouml;lligen Ersch&ouml;pfung stellen, keine einzige vern&uuml;nftige Antwort werden Sie daraus gewinnen.<\/p><p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<br>\nSon<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>8. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr M&uuml;ller,<\/p><p>Danke f&uuml;r den Artikel und den Hinweis auf Horst K&ouml;hler. Ein Wink zu den Fischern\/Piraten am Horn von Afrika sende ich hinterher!<\/p><p>Die Frage ist auf den NachDenkSeiten aus dreierlei Gr&uuml;nden obsolet:<\/p><p>Die Probleme des Sozialen (respektive in der sozialen Marktwirtschaft) haben Sie teilweise schon selbst angesprochen. Wer sich f&uuml;r sozial h&auml;lt, kann kein ausr&auml;ubern fremder L&auml;nder guthei&szlig;en, auch wenn es in der Fachsprache mit Import &ldquo;kultiviert&rdquo; wird. Wer sich, wie Robbe,&nbsp;mehr au&szlig;enpolitische Handlungsf&auml;higkeit w&uuml;nscht, muss auch mehr Terror und tote (Soldaten) ertragen k&ouml;nnen!<\/p><p>Die Friedensbewegung d&uuml;rfte keinerlei Interesse hegen, dass es f&uuml;r die Sicherung von Handelswegen bzw. zur Ressourcenabsch&ouml;pfung legitim ist, Milit&auml;r vorzuhalten, zu finanzieren oder sogar einzusetzen.<\/p><p>Die Klima- und Umweltbewegung d&uuml;rfte keinerlei Interesse haben, noch l&auml;nger Ressourcen oder Waren &uuml;ber den halben Kontinent zu jagen bzw. unter h&ouml;chst umweltsch&auml;dlichen Bedingungen aus dem Ausland zu importieren. Dass Habeck dies nicht erkannt hat &ndash; oder schlimmer noch, nicht sehen will -, sollte den Gr&uuml;nen-W&auml;hlern zu denken geben.<\/p><p>Welche Menschen bleiben noch, f&uuml;r die die NachDenkSeiten interessant sind? Wer die Zusammenh&auml;nge zwischen den sozialen, &ouml;kologischen und friedenspolitischen Dimensionen Ihrer Fragestellung nicht erkennt, w&auml;re hier falsch&hellip; und dabei haben wir noch nicht mal &uuml;ber Empathie und Ethik gesprochen!<\/p><p>Wer trotz aller Warnungen der letzten Jahrzehnte und den nunmehr konkreten Anzeichen eines Kollaps immer noch nicht begriffen hat, dass wir dringend einen kompletten Umbau einer Gesellschaft brauchen, welche &uuml;ber die im vorherrschenden Wirtschaftssystem implementierten Abl&auml;ufe und Grundlagen immerzu bohrt, gr&auml;bt, pumpt, verschmutzt, leerfischt, abholzt, vergiftet, zerst&ouml;rt, ausbeutet, r&auml;ubert, verletzt, und t&ouml;tet, ist nicht zukunftsf&auml;hig! Die kindlichen Trotzreaktionen des immer-weiter-so-Lagers sind mittlerweile unertr&auml;glich&hellip;<\/p><p>MFG<br>\nRalf Roth<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>9. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr M&uuml;ller,<\/p><p>(und das is&rsquo; nich&rsquo; als h&ouml;fliche Floskel gemeint :-))<\/p><p>Globalisierung ud Freihandel sind zwei Chiffren mit denen die industrialisierte Welt den Rest plattmacht. In dem Film von Mel Gibson &lsquo;Apocalyptico&rsquo; trifft der dargestellte Stamm einen anderen, und dramaturgisch gut gemacht ist die Spannung zu ersp&uuml;ren, die bei den Punks der achtziger Jahre &lsquo;Sekt oder Selters&rsquo; hie&szlig;. Schlagen sie sich jetzt die K&ouml;pfe ein? W&auml;re zu erwarten gewesen, bei diesem Regisseur &ndash; aber nein: eine Lende vom frisch erlegten Wild wird getauscht gegen Vegetarisches. Das ist Handel &ndash; ein GUTES Gesch&auml;ft ist immer eine win-win Situation. Davon kann man beim sogennanten Freihandel in der Globalisierung nicht sprechen.<\/p><p><a href=\"https:\/\/medium.com\/insurge-intelligence\/thanksgiving-celebrating-the-hidden-holocaust-b94716de7ad7\">Folgender Artikel (englisch)<\/a> zeichnet diesen Vorgang, der seit rund 500 Jahren l&auml;uft (F.Scheidler &ndash; Megamaschine), deutlichst auf.<\/p><p>Und bist du nicht willig, so brauch ich Gewalt!<\/p><p>Mit herzlichen Gr&uuml;&szlig;en<\/p><p>Joachim Sch&auml;fer<br>\nBerlin<\/p><p>federschleifer.de<\/p><blockquote><p>\n&ldquo;Nie sei zu wenig, was gen&uuml;gend.&rdquo;<br>\nSeneca d. J.\n<\/p><\/blockquote><blockquote><p>\n&ldquo;&hellip;Gebt allen Menschen das gleiche Gesetz. Gebt allen Menschen die M&ouml;glichkeit, zu leben und sich zu entwickeln. Alle Menschen wurden vom gro&szlig;en Geist erschaffen und alle sind Br&uuml;der.&rdquo;<br>\nHeinmot Toojalaket &ndash; Chief Joseph &ndash; Nez Perce &ndash; 5.10.1877 &ndash; Bears Paw Mountains, Montana\n<\/p><\/blockquote><p>Never surrender!<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>10. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Hallo Herr M&uuml;ller,<\/p><p>mitunter ist es kein Schaden ein konkretes Verhaltensproblem nicht auf der materialen, sondern auf der formalen Ebene anzugehen.<\/p><p>Der kategorische Imperativ von I.Kant bietet sich da an:&ldquo;Handle nur nach der Maxime, durch die du zugleich wollen kannst,dass sie ein allgemeines Gesetz werde&ldquo;.<\/p><p>Die von Ihnen aufgeworfene Diskussionsfrage beantwortet sich da (fast) von selbst.<\/p><p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en Udo B&ouml;ttcher<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>11. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr M&uuml;ller,<br>\n&nbsp;<br>\nzu Ihrem Beitrag &uuml;ber eine milit&auml;rische Absicherung des Welthandels sind Leserbriefe ausdr&uuml;cklich erw&uuml;nscht.<\/p><p>In Ihrem Beitrag sprechen Sie &uuml;ber die Transportsubventionierung des internationalen Handels. Ich kann das nachvollziehen, mache aber darauf aufmerksam, dass dieser Aspekt nur innerhalb unseres Wirtschaftssystems, dass ich als Quelle des Raubbaus des gesamten Erdballs(Klimafolgen, Vernichtung von Lebewesen usw.) und Ausbeutung von Milliarden von Menschen(Lohnsklaverei, Hunger usw.) sehe, von Bedeutung ist.&nbsp;<\/p><p>Hier nun einige weitere Hinweise, die mir wichtig sind.<\/p><ul>\n<li>Die Frage nach der Notwenigkeit von milit&auml;rischen Eins&auml;tzen zur Sicherung der Handelswege wird international wie auch in der Bundesrepublik(Wei&szlig;buch der Bundeswehr) schon lange positiv beantwortet. Wenn es hei&szlig;t, dass wir unsere Verantwortung &ndash; ich nehme diesen Begriff fast immer im Zusammenhang von Diskussionen &uuml;ber milit&auml;rische Ma&szlig;nahmen wahr &ndash; wahrnehmen m&uuml;ssten, nicht nur die anderen machen lassen d&uuml;rfen, nicht nur Nutznie&szlig;er von deren robusten Einsatz f&uuml;r die Erhaltung unseres Wohlstandes sein d&uuml;rften, dann zeigt sich darin, dass das Milit&auml;r dazu dient, die gegenw&auml;rtigen Bedingungen einiger relativ wohlhabender Staaten abzusichern.<\/li>\n<li>Oft wird der Einsatz von Streitkr&auml;ften mit internationalen Rechtverletzungen oder neuerdings auch mit Missachtung von Menschenrechten gerechtfertigt. Das ist in der Regel so, blendet aber fast immer eigene Rechtverletzungen aus.&nbsp;Gro&szlig;es Milit&auml;rpotential verleitet dazu, die eigenen Ziele durch Drohung mit diesem oder seinem Einsatz zu erzwingen. Wenn nunmehr gefordert wird, deutsche Politik m&uuml;sse &uuml;ber den Auftrag der Bundeswehr nachdenken(zum Beispiel Ausgabe der Zeit von heute) , soll man das durchaus tun, aber bitte dann im Zusammenhang mit der Rolle der NATO und der europ&auml;ischen Streitkr&auml;fteoptionen. Ich w&uuml;rde es begr&uuml;&szlig;en, wenn unter dem Stichwort Verantwortung in erster Linie &uuml;ber die St&auml;rkung der OSCE oder die Schaffung &auml;hnlicher internationalen Instrumente nachgedacht w&uuml;rde.<\/li>\n<li>Solange wir unser Wirtschaftssystem pflegen, das darauf beruht, andere Kontinente und ihre Bev&ouml;lkerung auszubeuten, habe ich leider keine Hoffnung, dass die gewaltsame Aneignung und die entsprechende Gegenwehr bzw. Nutznie&szlig;ung abnimmt. Die zahlreichen Beispiele sprechen f&uuml;r sich. Ich z&auml;hle auch die gewaltt&auml;tige Abschottung Europas der Fl&uuml;chtlinge dazu.<\/li>\n<\/ul><p>&nbsp;<br>\nVielen Dank f&uuml;r die zahlreichen, fundierten Darstellungen der NachDenkSeiten.<br>\n&nbsp;<br>\nEs gr&uuml;&szlig;t<br>\nAlbert Hohmann<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>Anmerkung zur Korrespondenz mit den NachDenkSeiten<\/strong><\/p><p>Die NachDenkSeiten freuen sich &uuml;ber Ihre Zuschriften, am besten in einer angemessenen L&auml;nge und mit einem eindeutigen Betreff.<\/p><p>Es gibt die folgenden Emailadressen:<\/p><ul>\n<li><a href=\"mailto:leserbriefe@nachdenkseiten.de\">leserbriefe(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r Kommentare zum Inhalt von Beitr&auml;gen.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:hinweise@nachdenkseiten.de\">hinweise(at)nachdenkseiten.de<\/a> wenn Sie Links zu Beitr&auml;gen in anderen Medien haben.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:videohinweise@nachdenkseiten.de\">videohinweise(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r die Verlinkung von interessanten Videos.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:redaktion@nachdenkseiten.de\">redaktion(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r Organisatorisches und Fragen an die Redaktion.<\/li>\n<\/ul><p>Weitere Details zu diesem Thema finden Sie in unserer &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?page_id=47939\">Gebrauchsanleitung<\/a>&ldquo;.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zu den Fragen, &ldquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=54123\">Soll der Welthandel milit&auml;risch abgesichert werden? 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