{"id":54240,"date":"2019-08-20T08:31:19","date_gmt":"2019-08-20T06:31:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=54240"},"modified":"2019-08-20T08:31:19","modified_gmt":"2019-08-20T06:31:19","slug":"hinweise-des-tages-3432","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=54240","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (JK\/JB)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=54240#h01\">Wissenschaftler als Politikberater Die Rolle der Experten im postfaktischen Zeitalter<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=54240#h02\">Wie sich Eliten selbst entlarven &ndash; die T&ouml;nnies-Signatur<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=54240#h03\">Lupenreiner Antisemitismus<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=54240#h04\">Diese Banken stehen mit vor Gericht<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=54240#h05\">Nicht frisch, nicht Fleisch<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=54240#h06\">BASF-Chef fordert neue Agenda 2010 &ndash; und mehr Realismus beim Klimaschutz<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=54240#h07\">Kommunen suchen h&auml;nderingend nach Personal<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=54240#h08\">Warum der Einstieg von Gabriel bei polnischem Konzern scheiterte<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=54240#h09\">Jenseits von Kohle und Stahl<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=54240#h10\">Landgrabbing in Sachsen-Anhalt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=54240#h11\">Wer ist die gr&ouml;&szlig;te Lobbymacht in Br&uuml;ssel?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=54240#h12\">Tor-Netzwerk und Redaktionsgeheimnis: Was die Bundesregierung anderswo unterst&uuml;tzt, greift sie hierzulande an<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=54240#h13\">Da bleibt die Rechtsstaatlichkeit auf der Strecke<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=54240#h14\">In der SPD geht die Angst vor einer eigenen Werteunion um<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=54240#h15\">AfD und Bundeswehr<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=54240#h16\">Entfremdete Medienelite &ndash; &ldquo;Soziale Herkunft pr&auml;gt Berichterstattung&rdquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=54240#h17\">Die Fehler-Fetischisten und ihre Korinthenkackerei<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=54240#h18\">Das Letzte &ndash; No Deal ist besser als ein Premier Corbyn<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten,  dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Wissenschaftler als Politikberater Die Rolle der Experten im postfaktischen Zeitalter<\/strong><br>\nWissenschaftliche Politikberatung ist angesichts globaler Herausforderungen wie dem Klimawandel notwendiger denn je. In populistischen Zeiten sehen sich Experten aber mehr und mehr Kritik von Seiten der Politik ausgesetzt. Woher kommt diese Skepsis? [&hellip;]<br>\nDer Schweizer Historiker Caspar Hirschi ist selbst Experte. In seinem Buch &bdquo;Skandalexperten, Expertenskandale&ldquo; erforschte der Professor mit Lehrstuhl an der Universit&auml;t St. Gallen die Risiken, denen Wissenschaftler ausgesetzt sind, wenn sie zum Spielball politischer Interessen werden oder ihr Wissen in den Dienst der Politik stellen. Die Debatte &uuml;ber Stickoxide, die zeitgleich zum Erscheinen seines Buches stattfand, illustrierte auf fast schon plakative Weise die Gegenw&auml;rtigkeit des Problems, das Hirschi in historischem Kontext beleuchtet. Ob die Lungen&auml;rzte aus politischen Motiven an die &Ouml;ffentlichkeit getreten sind oder aus aufkl&auml;rerischer Absicht, sei dabei eigentlich unerheblich.<br>\n&bdquo;In dem Moment, wo eben der Verkehrsminister Scheuer die ganze Gegenexpertise vereinnahmt hat, wurden sie zum politischen Spielball und konnten keine unabh&auml;ngige Position f&uuml;r sich in Anspruch nehmen. Grunds&auml;tzlich hab ich den Eindruck, dass Dieter K&ouml;hler durchaus sich vorgestellt hat, dass er &uuml;ber ein Spezialwissen verf&uuml;gt in diesem Gebiet und das einbringen kann. Nur hat er eben diese Selbsteinsch&auml;tzung nicht kritisch genug gemacht. Was man sieht, ist, dass eine Debatte &uuml;ber die Grenzwerte durchaus interessant gewesen w&auml;re, weil Grenzwerte etwas Hochkomplexes sind, nur die Frage ist: Wie stellt man sich selber dar in dieser Diskussion? Muss man zwangsl&auml;ufig als Experte auftreten, auch wenn man keiner ist? Und ich glaube, da haben sich diese Lungen&auml;rzte, an der Spitze Dieter K&ouml;hler, komplett verrannt.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunkkultur.de\/wissenschaftler-als-politikberater-die-rolle-der-experten.976.de.html?dram:article_id=456651\">Deutschlandfunk<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Albrecht M&uuml;ller:<\/strong> Interessant.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung Jens Berger:<\/strong> Die NachDenkSeiten sehen es als eine ihrer wichtigsten Aufgabe, solchen vermeintlichen &bdquo;Experten&ldquo; die Luft herauszulassen. Bei den im Artikel genannten &bdquo;Lungen&auml;rzten&ldquo; geh&ouml;rten wir auch zu den ersten Medien, die kritisch aufkl&auml;rten, w&auml;hrend vor allem die klassischen Medien <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=48756\">in einem &bdquo;postfaktischen Populismus&ldquo; versanken<\/a>. <\/em><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung Christian Goldbrunner:<\/strong> Der Abschnitt &uuml;ber Syrien verschweigt, dass Russland einen eigenen Entwurf vorgelegt hat f&uuml;r eine politisch unabh&auml;ngige Untersuchung, die wurde vom Westen blockiert.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Wie sich Eliten selbst entlarven &ndash; die T&ouml;nnies-Signatur<\/strong><br>\nNach einer rassistischen &Auml;u&szlig;erung entschuldigte sich Clemens T&ouml;nnies bei Schalke 04 &ndash; aber nicht bei den Betroffenen. Der Fall und die Nicht-Reaktionen auf ihn zeigen, wie Herreneliten zur Normalisierung von Menschenfeindlichkeit beitragen.<br>\nHerrn T&ouml;nnies, Fleisch-Milliard&auml;r und Aufsichtsratsvorsitzender des Bundesligavereins Schalke 04, gilt ein gewisser Dank. Ihm gelingt vor der Kulisse von etwa 1600 geladenen G&auml;sten auf dem &ldquo;Tag des Handwerks&rdquo; am 1. August 2019 in Paderborn mit einem Satz die Selbstentlarvung von Eliten. Selbstentlarvung als unkontrollierte Aufdeckung verdeckter Denkmuster. Und &uuml;berall sind Herren am Werk.<br>\nHerr T&ouml;nnies pl&auml;diert zur Vermeidung einer Klimasteuer in den Industriegesellschaften zur Begrenzung des Klimawandels f&uuml;r die Finanzierung von 20 Kraftwerken in Afrika:<br>\n&ldquo;Dann w&uuml;rden Afrikaner aufh&ouml;ren B&auml;ume zu f&auml;llen, und sie h&ouml;ren auf, wenn&rsquo;s dunkel ist, Kinder zu produzieren.&rdquo;<br>\n&ldquo;Produzieren&rdquo;: Klarer kann eine Selbstentlarvung, man kann auch sagen Selbst-Demaskierung, von Eliten nicht gelingen. Es ist eine Signatur, also eine Einkerbung in der &ouml;ffentlichen Debatte, die nicht vergehen wird.<br>\nIm Kern geht es um eine Aussage zur Gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit, indem Menschen allein aufgrund ihrer Gruppenzugeh&ouml;rigkeit &ndash; hier Afrikaner &ndash; und unabh&auml;ngig von ihrem individuellen Verhalten der Abwertung und Diskriminierung ausgeliefert werden. Diese Ideologie der Ungleichwertigkeit korrespondiert mit Attit&uuml;den von &Uuml;berlegenheit der eigenen Gruppe.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/kultur\/gesellschaft\/clemens-toennies-wilhelm-heitmeyer-ueber-selbstentlarvung-von-eliten-a-1281087.html\">Wilhelm Heitmeyer auf SPON<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Lupenreiner Antisemitismus<\/strong><br>\nWie nach einer Intervention der Bild-Zeitung zuerst das Ausw&auml;rtige Amt einknickte und dann die Deutsche Welle sich selbst zensierte<br>\nDer Streit um den Iran bleibt einer der brisantesten Konflikte der Weltpolitik. Vordergr&uuml;ndig geht es um Atomwaffen, Terrorismus und Menschenrechte, hintergr&uuml;ndig um &Ouml;l und regionale Vorherrschaft. Israel und die USA agieren als die gro&szlig;en Gegenspieler des Iran, Deutschland laviert unentschlossen in der Mitte. Die folgende Geschichte, die sich vor diesem Hintergrund abgespielt hat, kann als Lehrst&uuml;ck in politischer PR gelten, als Fallbeispiel f&uuml;r leere Behauptungen, die Wirkung entfalten, da kaum jemand wagt, sie zu hinterfragen.<br>\nAlles begann Anfang des Jahres, als die Regierungen Deutschlands, Frankreichs und Gro&szlig;britanniens gemeinsam eine Clearingstelle gr&uuml;ndeten mit dem Zweck, europ&auml;ischen Firmen weiterhin Gesch&auml;fte mit dem Iran zu erm&ouml;glichen. Ausl&ouml;ser war das im November 2018 erneut in Kraft getretene US-Embargo. Aufgrund der Sanktionen Washingtons sind Finanztransaktionen mit dem Iran derzeit so gut wie unm&ouml;glich. Der weltweite Zahlungsdienstleister SWIFT, der den privaten Banken geh&ouml;rt, hatte unmittelbar nach dem amerikanischen Sanktionsbeschluss den Iran &ldquo;vom Netz&rdquo; genommen, wie es hie&szlig;. Laut SWIFT-Chef war das unvermeidbar: &ldquo;Sonst k&ouml;nnen wir die Kunden in den USA nicht halten.&rdquo;<br>\nDie neue europ&auml;ische Clearingstelle INSTEX soll nun einen Tauschhandel ohne Geldfl&uuml;sse erm&ouml;glichen &ndash; ein zaghafter Versuch, unabh&auml;ngiger von den USA zu werden. Das Projekt kommt allerdings nur schleppend in Gang. Immerhin wurde Ende Juni verk&uuml;ndet, man habe die ersten Transaktionen abgewickelt, im Juli meldete zudem Russland Interesse an einem Beitritt an, was die Europ&auml;er prinzipiell begr&uuml;&szlig;ten.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Lupenreiner-Antisemitismus-4500315.html\">Paul Schreyer auf Telepolis<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Diese Banken stehen mit vor Gericht<\/strong><br>\nDas Bonner Landgericht hat entschieden: Im ersten Strafprozess in Deutschlands gr&ouml;&szlig;tem Steuerskandal werden auch Banken beteiligt. M&uuml;ssen sie haften f&uuml;r den angeklagten Griff in die Staatskasse?<br>\nDer erste Strafprozess in der Cum-Ex-Steueraff&auml;re wird noch einmal komplexer. An diesem Montag hat das Landgericht Bonn entschieden, neben den beiden angeklagten Briten f&uuml;nf Gesellschaften als Nebenbeteiligte in das Verfahren mit einzubeziehen. Nach SZ-Informationen handelt es sich dabei um die Holdinggesellschaft und eine Fondstochter der Hamburger Privatbankgruppe M.M. Warburg, eine Tochterfirma der US-Bank BNY Mellon, eine Zweiggesellschaft des franz&ouml;sischen Instituts Soci&eacute;t&eacute; G&eacute;n&eacute;rale sowie die Hamburger Kapitalverwaltungsgesellschaft Hansainvest.<br>\nEs werden dann zwar keine Bank- oder Fondsmanager auf der Anklagebank sitzen, aber die betroffenen Firmen d&uuml;rften von Anw&auml;lten vertreten am Verfahren teilnehmen. Es geht um viel Geld: Die 12. Strafkammer am Bonner Landgericht m&ouml;chte gleich im ersten Strafprozess kl&auml;ren, wer am Ende alles haften k&ouml;nnte f&uuml;r den angeklagten Griff in die Staatskasse. Im Strafgesetzbuch ist festgelegt, inwiefern T&auml;ter, Teilnehmer und andere Profiteure von illegalen Gesch&auml;ften haftbar gemacht werden k&ouml;nnen: Als Ausgleich f&uuml;r den mutma&szlig;lich angerichteten Steuerschaden steht dem Gericht das Instrument der &ldquo;Einziehung&rdquo; von Verm&ouml;gen offen. Die Kammer h&auml;lt es &ldquo;hinsichtlich bestimmter F&auml;lle der Anklageschrift&rdquo; f&uuml;r wahrscheinlich, dass die Voraussetzungen f&uuml;r eine solche Einziehung gegeben seien, teilte das Gericht mit.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/bonn-cum-ex-1.4568358\">S&uuml;ddeutsche Zeitung<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Nicht frisch, nicht Fleisch<\/strong><br>\nFleisch ist in Deutschland zu g&uuml;nstig. Das stimmt schon. Das hier produzierte Fleisch h&ouml;her zu besteuern, kann aber nichts als ein schlechter Scherz sein. Das Problem ist nicht, dass das Fleisch so preisg&uuml;nstig ist, weil die Besteuerung hinkt. Um was es eigentlich geht, ist das sozio-&ouml;konomische Dumping der Fleischbranche.<br>\nDie Fleischindustrie ist ein gut subventionierter Gesch&auml;ftszweig. Besser noch als die Bundesliga &ndash; und die kriegt schon f&uuml;r das Bisschen, das sie bietet, ziemlich viel &ouml;ffentliche Unterst&uuml;tzung. Ob nun Geb&uuml;hrengelder f&uuml;r die Vereinskasse, Finanzierung stadionnaher Infrastruktur durch St&auml;dte und Gemeinden oder die Abschaltung des Verursacherbetriebs in puncto Spieltagsicherheit: Den Vereinen wird dabei geholfen, reale Kosten zu vereiteln. &Auml;hnlich l&auml;uft es f&uuml;r die Fleischhersteller. Sie m&uuml;ssen die realen Kosten, die ihr Metier verursacht, nicht im endg&uuml;ltigen Preis abbilden und an den Verbraucher weitergeben.<br>\nUmweltsch&auml;den zum Beispiel, aber auch geringe L&ouml;hne werden einfach sozialisiert. Der Steuerzahler, die Allgemeinheit letztendlich, kommt f&uuml;r eine Produktionsweise auf, die ausbeuterisch, r&uuml;cksichtslos, umweltbelastend, struktur- und gesundheitssch&auml;digend ihre Gesch&auml;fte bestellt. Weil sich der Gesetzgeber zur&uuml;ckzieht, Verpflichtungen abbaut und es erlaubt, dass Folgekosten auf alle umgew&auml;lzt werden k&ouml;nnen, haben wir den vielleicht billigsten Fleischmarkt Europas.<br>\nGleichzeitig nimmt der Gesetzgeber auch Abstand davon, fadenscheinige Produktionsweisen k&uuml;nftig vom Verbraucher abzuwenden. Deshalb arbeitet die Industrie mit billigsten Seperatorenfleisch, gepressten Fleischresten, hohen Stabilisatoren- und Wasseranteilen in der Wurst (bis zu 35 Prozent sind m&ouml;glich) und aromatisierenden Zusatzstoffen, die selbst den R&auml;uchervorgang &uuml;berfl&uuml;ssig machen, indem sie das Raucharoma schlicht simulieren. Dass die Produkte also so g&uuml;nstig sind, ist keine Frage zu niedriger Fleischessteuern. Es ist der R&uuml;cksichtslosigkeit der Branche anzulasten &ndash; oder richtiger gesagt: Dem Nachtw&auml;chterstaat und dem Gesetzeslosigkeitsgeber.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.neulandrebellen.de\/2019\/08\/nicht-frisch-nicht-fleisch\/\">Roberto J. de Lapuente auf neulandrebellen<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Ein guter Punkt. W&uuml;rde man das Fleisch allein durch Steuern verteuern, w&uuml;rde sich ja an den teils katastrophalen Arbeits- und Produktionsbedingungen nichts &auml;ndern. Wie der Artikel anf&uuml;hrt kann Fleisch durchaus teurer werden, wenn eben damit verbunden ist, dass es &ouml;kologisch nachhaltig und unter entsprechenden Arbeitsbedingungen produziert wird. Es ist genau diese Blindheit gegen&uuml;ber den &ouml;konomischen und sozialen Zusammenh&auml;ngen, die an der Art der Klimadiskussion, wie sie das gr&uuml;ne Milieu f&uuml;hrt so st&ouml;rt.<\/em><\/p>\n<p><strong>Dazu: &Ouml;ko darf nicht nur Lifestyle der Besserverdienenden sein.<\/strong><br>\nProfit triumphiert &uuml;ber Gemeinwohl, Verschlei&szlig; &uuml;ber umweltbewusstes Wirtschaften. Die M&uuml;llberge wachsen, die Vergiftung der B&ouml;den, des Grundwassers und der Meere erreicht bedrohliche Ausma&szlig;e. Gerade &Auml;rmere sind in besonderem Ma&szlig;e betroffen. Sie wohnen meist an den lautesten Stra&szlig;en mit der schlechtesten Luft. Haben im Beruf &ouml;fter mit gesundheitsgef&auml;hrdenden Substanzen zu tun und m&uuml;ssen beim Einkauf ihrer Lebensmittel besonders auf den Preis achten.<br>\nWir stehen auf. F&uuml;r naturvertr&auml;gliches, klimaschonendes Wirtschaften, dass Mensch, Natur und Tier nicht Profiten unterordnet. F&uuml;r Investitionen in zukunftsf&auml;hige Jobs, in Bildung und Verkehr. F&uuml;r eine &ouml;kologische Wende, die nicht blo&szlig; Lifestyle der Besserverdienenden ist und zu mehr Ungleichheit f&uuml;hrt.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=GeNWeXAiT4c\">Aufstehen<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>BASF-Chef fordert neue Agenda 2010 &ndash; und mehr Realismus beim Klimaschutz<\/strong><br>\nDer Chef des Chemiekonzerns BASF, Martin Bruderm&uuml;ller, hat sich in der Klimaschutzdebatte f&uuml;r mehr Realismus ausgesprochen. &ldquo;Man muss den B&uuml;rgern schon sagen, dass sich dann manche Preise ver&auml;ndern&rdquo;, sagte er dem &ldquo;Handelsblatt&rdquo; vom Montag. Bruderm&uuml;ller forderte &ldquo;einen viel breiteren und offeneren Dialog&rdquo;. &ldquo;Gesellschaftliche Unterst&uuml;tzung wird es nur geben, wenn Klimaschutz nicht in Arbeitslosigkeit m&uuml;ndet&rdquo;, sagte Bruderm&uuml;ller. Er warnte davor, &ldquo;einfach noch&rdquo; eine CO2-Steuer zu bestehenden Belastungen f&uuml;r Unternehmen hinzuzuf&uuml;gen. Das Ziel m&uuml;sse stattdessen sein, erneuerbare Energien m&ouml;glichst g&uuml;nstig zu machen und so Anreize zur Vermeidung von Treibhausgasen zu schaffen. &hellip;<br>\nVon der Bundesregierung forderte Bruderm&uuml;ller angesichts der aktuellen Konjunkturschw&auml;che Reformen in Bereichen wie Steuern, Regulierung und auch solche mit Blick auf die Flexibilisierung des Arbeitsmarktes. &ldquo;Die Bundesregierung sollte an eine neue Agenda 2010 denken.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.manager-magazin.de\/unternehmen\/artikel\/basf-chef-martin-brudermoeller-will-mehr-realismus-beim-klimaschutz-a-1282578.html\">Manager Magazin<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Dieses Statement zeigt eigentlich, dass die Klimadiskussion, zumindest so wie sie aktuell durch die Politik gef&uuml;hrt wird, eine Scheindebatte ist. Glaubt wirklich jemand ernsthaft, die Diskussion &uuml;ber den Klimawandel kann v&ouml;llig losgel&ouml;st von den &ouml;konomischen und gesellschaftlichen Besitz- und Machtverh&auml;ltnissen gef&uuml;hrt werden? Bruderm&uuml;ller sagt es sehr deutlich, ihm und so der herrschenden Oligarchie geht es darum, dass den angeblichen bestehenden Belastungen f&uuml;r Unternehmen nicht weitere hinzugef&uuml;gt werden, anders gesagt, dass sich die Taschen der Superreichen auch weiter f&uuml;llen.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Kommunen suchen h&auml;nderingend nach Personal<\/strong><br>\nJedes Jahr w&auml;chst das oberbayerische Ingolstadt um 1200 Einwohner, aktuell leben hier 137 400 Menschen, die Zahl der Arbeitspl&auml;tze liegt nur knapp darunter. &ldquo;F&uuml;r uns bedeutet dieses Wachstum Stra&szlig;en und Schulen planen und bauen, neue Wohn- und Gewerbegebiete erschlie&szlig;en, die Verkehrsentwicklung lenken und insgesamt f&uuml;r eine leistungsf&auml;hige Infrastruktur sorgen&rdquo;, sagt Christian Siebendritt, Personalchef im Ingolst&auml;dter Rathaus. Die Sache ist nur: F&uuml;r all das braucht es genug Leute.<br>\nGenau die fehlen immer mehr Gemeinden, St&auml;dten und Landkreisen in Deutschland. Und zwar nicht nur in wirtschaftlichen Boom-Regionen wie dem Audi-Standort Ingolstadt, wo der Arbeitsmarkt seit Jahren leer und das allgemeine Lohnniveau hoch ist. (&hellip;)<br>\nIn der freien Wirtschaft klagt man seit Jahren &uuml;ber den Fachkr&auml;ftemangel. Mindestens genauso dringend suchen aber auch die deutschen Kommunen nach gut ausgebildetem Personal &ndash; und vor allem nach Auszubildenden. Ob klassische Verwaltung, Bauamt, IT-Administration, Friedhofswesen, M&uuml;llabfuhr, Jobcenter, Stadtreinigung, Wasserwerke oder Kl&auml;ranlagen &ndash; in nahezu allen Sparten fehlen Leute. Selbst attraktive F&uuml;hrungsposten sind immer schwerer zu besetzen.<br>\nWie dramatisch sich die Lage zuspitzt, das zeigen Zahlen, die der Deutsche St&auml;dte- und Gemeindebund (DStGB) im Juli ver&ouml;ffentlicht hat. Gemeinsam mit der Unternehmensberatung Publecon fragte er die personelle Lage in fast 500 Rath&auml;usern ab und verglich die Ergebnisse mit denen einer &auml;hnlichen Erhebung aus dem Jahr 2012. Das Ergebnis ist alarmierend. &ldquo;Vor allem bei IT-Fachkr&auml;ften, Absolventen von Ingenieurstudieng&auml;ngen, Erziehern, Technikern sowie Meistern in technischen Berufen wird ein R&uuml;ckgang der Bewerberzahlen beklagt&rdquo;, fasst Publecon-Unternehmensberater Thomas Helmke die Lage zusammen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/kommunen-personal-mangel-1.4558903?utm_source=pocket-newtab\">S&uuml;ddeutsche Zeitung<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers M.J.:<\/strong> Das sind die Folgen von 20 Jahren Knickrigkeit, Billigl&ouml;hnerei, Herumgespare, Stellenstreichungen, &bdquo;schwarzer Null&ldquo;, Ausbildungsstopp usw.: Wer wollte sich noch auf das h&ouml;chst unsichere Vabanquespiel &bdquo;&Ouml;ffi&ldquo; einlassen &ndash; zumal als &bdquo;gut Qualifizierter&ldquo;? Und die BRD-Qualit&auml;tspresse stellt das Ergebnis: KEINE LEUTE als irgendwie v&ouml;llig unvorhersehbares erratisches Ereignis dar &ndash; als &bdquo;Schwarzen Schwan&ldquo;, als eine Art Naturkatastrophe, als h&auml;tten Pest und Krieg die &bdquo;gut qualifizierten&ldquo; jungen Leute dahingerafft &ndash; und nicht eine vollkommen idiotische POLITIK der letzten 20 Jahre!<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung Christian Reimann:<\/strong> Bis auf die Phrasen vom &bdquo;demographischen Wandel&ldquo; und &bdquo;Fachkr&auml;ftemangel&ldquo; ist der Artikel informativ. Es stellt sich allerdings die Frage, ob die betroffenen Kommunen und ihre Leiter von Personalabteilungen nicht in die Jobb&ouml;rse der Bundesagentur f&uuml;r Arbeit nachsehen, um Personal zu finden. Vermutlich nicht wenige ALG-II-beziehende Personen w&uuml;rden sich wohl &uuml;ber ein Angebot\/Vermittlungsvorschlag freuen.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Warum der Einstieg von Gabriel bei polnischem Konzern scheiterte<\/strong><br>\nAn neuen Aufgaben war f&uuml;r den ehemaligen Bundesau&szlig;enminister Sigmar Gabriel seit Fr&uuml;hjahr vergangenen Jahres kein Mangel. Gut zwei Wochen nach seinem Ausscheiden aus der Bundesregierung zeigte der fr&uuml;here SPD-Chef Anfang April 2018 bei der Bundesregierung an, dass er neben seinem Mandat als Bundestagsabgeordneter sechs weitere T&auml;tigkeiten anstrebt. Im September 2018 folgten vier weitere Antr&auml;ge. Und dann noch einer im Februar 2019, insgesamt also elf. Auf der Wunschliste Gabriels stand im April 2018 zun&auml;chst, so ein dem Tagesspiegel vorliegendes Schreiben von Kanzleramts-Staatsminister Hendrik Hoppenstedt auf eine Frage des Linken-Bundestagsabgeordneten Lorenz G&ouml;sta Beutin: Mitglied im Verwaltungsrat beim noch zu gr&uuml;ndenden Gemeinschaftsunternehmen f&uuml;r Schienenfahrzeugbau von Siemens und Alstom, die publizistische Zusammenarbeit mit der Verlagsgruppe Dieter von Holtzbrinck (zu der auch der Tagesspiegel geh&ouml;rt), die T&auml;tigkeit als Redner gegen Honorar zu verschiedenen Anl&auml;ssen, Lehrauftr&auml;ge an verschiedenen in- und ausl&auml;ndischen Hochschulen, die Mitwirkung beim European Forum on Global Responsibilities und die Mitgliedschaft im Beirat der International Crisis Group.<br>\nIm September zeigte Gabriel die geplante Aufnahme weiterer T&auml;tigkeiten an: Laut Kanzleramt wollte er Aufsichtsrat sowohl bei der polnischen Kulczyk Holding als auch bei der Baufirma GP G&uuml;nter Papenburg AG werden. Dazu angezeigt wurde von dem SPD-Politiker die Mitgliedschaft im Algebris Policy &amp; Research Forum sowie die Mentorent&auml;tigkeit beim Projekt &ldquo;Top Job&rdquo; der Zeag GmbH.<br>\nIm Februar 2019 schlie&szlig;lich zeigte Gabriel an, dass er Mitglied im Beirat der Deloitte Wirtschaftspr&uuml;fungsgesellschaft werden m&ouml;chte. Untersagt wurden Gabriel laut Kanzleramt &ndash; befristet f&uuml;r die Dauer von zw&ouml;lf Monaten &ndash; zwei Posten, der bei Siemens und Alstom sowie der f&uuml;r den polnischen Kulczyk-Konzern.<br>\nDie gleichlautende Begr&uuml;ndung: Es w&uuml;rden durch diese T&auml;tigkeiten &ldquo;&ouml;ffentliche Interessen&rdquo; im Sinne des Bundesministergesetzes beeintr&auml;chtigt. Gegen die anderen T&auml;tigkeiten Gabriels hatte die Bundesregierung keine Einw&auml;nde. Die Fusion von Siemens und Alstom scheiterte im Februar 2019, der Plan des Ex-Bundesministers, dort Mitglied im Verwaltungsrat werden zu wollen, hatte sich damit ohnehin erledigt.<br>\nGabriel war von Januar 2017 bis M&auml;rz 2018 Bundesau&szlig;enminister, zuvor auch Bundeswirtschaftsminister und Bundesumweltminister.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/der-fruehere-spd-chef-und-seine-neuen-aufgaben-warum-der-einstieg-von-gabriel-bei-polnischem-konzern-scheiterte\/24918490.html\">Tagesspiegel<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Was treibt Gabriel da eigentlich an? Als Sozialdemokrat etwa einen Posten bei der Wirtschaftspr&uuml;fungsgesellschaft Deloitte anzustreben, die Unternehmen dabei ber&auml;t, wie sie am besten Steuern vermeiden k&ouml;nnen, ist nicht erkl&auml;rbar. Materielle Not d&uuml;rfte kaum der Grund daf&uuml;r sein. Also kann es nur die nackte Gier sein. Damit ist Gabriel wie Scholz ein Vertreter der &bdquo;Socialdemocrats in name only&ldquo;. Dabei ist Gabriel definitiv nicht allein. Dieses Ph&auml;nomen, sich nach der politischen Karriere weiter schamlos zu bereichern, zieht sich durch alle Parteien und dann wundert man sich wieder, dass nur noch 47 Prozent der B&uuml;rger zufrieden mit dem Funktionieren &bdquo;unserer Demokratie&ldquo; sind.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Jenseits von Kohle und Stahl<\/strong><br>\nDie Industriegesellschaft sicherte auch ungelernten Arbeitern wachsenden Wohlstand. Die Auswirkungen der Schlie&szlig;ung von Fabriken, Stahlwerken und Zechen zeigt Lutz Raphael in &bdquo;Jenseits von Kohle und Stahl&ldquo; &ndash; und wie wenig wir davon verstanden haben.<br>\nStahlwerke, Kohlezechen, Textilfabriken: Das waren die wichtigsten Produktionsst&auml;tten der Industriegesellschaft, Arbeitspl&auml;tze f&uuml;r Millionen von Menschen, symbolisch aufgeladene Orte. Seit den 1970er-Jahren ist von diesen St&auml;tten eine nach der anderen geschlossen worden. Manche von ihnen wurden zu Museen umgebaut &ndash; sie bewahren Erinnerungen an eine untergegangene Kultur. Aus der Industriegesellschaft ist eine postindustrielle Dienstleistungsgesellschaft geworden: Dieser Umstand ist leicht einzusehen. Aber was bedeutet dieser &ouml;konomische Umbruch f&uuml;r die Kultur im Ganzen, f&uuml;r das Zusammenleben der Menschen und f&uuml;r ihre individuellen Biografien, schlie&szlig;lich: f&uuml;r ihre politische Haltung? Das sind die Fragen, mit denen sich der Historiker Lutz Raphael in dem Buch &bdquo;Jenseits von Kohle und Stahl&ldquo; befasst.<br>\nIn seiner &bdquo;Gesellschaftsgeschichte der Deindustrialisierung&ldquo; nimmt Raphael konsequent die Perspektive des &bdquo;einfachen Malochers&ldquo; ein, f&uuml;r den dieser Wandel vor allem mit Verlusten verbunden ist. In den 70er-Jahren werden viele der klassischen Arbeiterjobs in Entwicklungs- und Schwellenl&auml;nder ausgelagert; andere fallen dem technologischen Fortschritt und der Rationalisierung zum Opfer. In den 80er-Jahren setzt sich das bis heute herrschende System des Finanzmarktkapitalismus durch, in dem der kurzfristige Profit der Aktion&auml;re wichtiger wird als die dauerhafte Stabilit&auml;t einer Firma.<br>\nDiese Entwicklungen werden von der Politik mal mit H&auml;rte vorangetrieben (wie von Margaret Thatcher), mal auch gemildert &ndash; das zeigt Raphael in detailreicher, gerade auch im Vergleich verschiedener L&auml;nder wohltuend differenzierter Weise. Doch trotz aller Unterschiede f&uuml;hrt die Deindustrialisierung im Ganzen zu einer Destabilisierung der Lebensverh&auml;ltnisse in den westlichen Gesellschaften. Bis in die 70er-Jahre k&ouml;nnen sich auch einfache, sogar ungelernte Arbeiter und Arbeiterinnen auf sichere Erwerbsbiografien bis zur Rente verlassen und auf allm&auml;hlich wachsenden Wohlstand. Dieses Sicherheitsgef&uuml;hl verschwindet bis zum Anfang der 80er-Jahre, als eine ganze Generation sich in Arbeitslosigkeit oder Fr&uuml;hrente wiederfindet; und die einfachen Jobs, die in der darauf folgenden Dienstleistungsgesellschaft entstehen, sind wesentlich von prek&auml;ren Anstellungsverh&auml;ltnissen gepr&auml;gt.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunkkultur.de\/lutz-raphael-jenseits-von-kohle-und-stahl-wir-haben-die.950.de.html?dram:article_id=456614\">Deutschlandfunk Kultur<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Landgrabbing in Sachsen-Anhalt<\/strong><br>\nNicht nur Bauland &ndash; auch Ackerfl&auml;chen sind inzwischen beliebte Geldanlagen und werden von Konzernen und Investoren im gro&szlig;en Stil aufgekauft. F&uuml;r kleine Bauern wird das zum Problem. Sachsen-Anhalt wollte das so genannte Landgrabbing per Gesetz verhindern &ndash; doch der Entwurf liegt in der Schublade.<br>\nWeit ziehen sich Wiesen, Felder und &Auml;cker durch die sanft h&uuml;gelige B&ouml;rde. Dar&uuml;ber viel blauer Himmel. Hier &ndash; eine knappe Autostunde westlich von Magdeburg &ndash; lebt Bauer Jochen Dettmer. Auf seinem Hof in Belsdorf bei Flechtingen nahe der fr&uuml;heren innerdeutschen Grenze h&auml;lt er neben G&auml;nsen und H&uuml;hnern, das vom Aussterben bedrohte Bunte Bentheimer Landschwein. Und bewirtschaftet 60 Hektar.<br>\n&bdquo;Zwanzig Hektar davon sind Acker, vierzig davon Gr&uuml;nland. Da machen wir Heu f&uuml;r Pferde-Betriebe, das ist bei der Futterknappheit ein gefragtes Produkt.&ldquo;<br>\nWenn er mehr Land haben wollte, m&uuml;sste sich Dettmer m&auml;chtig verschulden. Denn in Sachsen-Anhalt muss ein Landwirt f&uuml;r l&auml;ndlichen Boden inzwischen tief in die Tasche greifen. Es werden inzwischen Preise von bis zu 100.000 Euro pro Hektar verlangt. Preise, die Landwirte niemals erwirtschaften, geschweige denn bezahlen k&ouml;nnen.<br>\n&bdquo;Wenn sie von der Gro&szlig;mutter ein gutes Erbe haben, dann w&uuml;rde es gehen&hellip;&ldquo;<br>\nDettmer lacht. &Uuml;ber uns kreisen die Geier, sagt der Pr&auml;sident des Bauernbunds in Sachsen-Anhalt. Und: Sachsen-Anhalt sei ein Brennpunkt der Bodenauseinandersetzung.<br>\nF&uuml;r den Anstieg der Boden-Preise sind insbesondere Agrar-Investoren verantwortlich, die vor allem in Ostdeutschland riesige Fl&auml;chen von den ehemaligen, fl&auml;chenm&auml;&szlig;ig sehr gro&szlig;en Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften aus DDR-Zeiten aufkaufen, 3.000 Hektar sind da keine Seltenheit. Anschlie&szlig;end w&uuml;rden die Fl&auml;chen von den Kapitalanlegern an finanzkr&auml;ftige &ndash; nicht regional verankerte &ndash; Agrarunternehmer verpachtet werden, erkl&auml;rt Dettmer. In der Folge k&auml;men sogenannte, Rucksackbauern, Land-Wanderarbeiter, die das Land bewirtschaften. Die Konsequenz: Die D&ouml;rfer ver&ouml;den, weil keiner mehr vor Ort wohnt und arbeitet.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/reihe-wahlversprechen-landgrabbing-in-sachsen-anhalt.1769.de.html?dram:article_id=456691\">Deutschlandfunk<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Wer ist die gr&ouml;&szlig;te Lobbymacht in Br&uuml;ssel?<\/strong><br>\nDie EU-Institutionen gelten als Spielplatz der Lobbyisten, die hinter verschlossenen T&uuml;ren Einfluss auf die Politik nehmen. Manche Unternehmen und Verb&auml;nde sind dabei besonders erfolgreich.<br>\n&bdquo;Das sind Vorgaben aus Br&uuml;ssel.&ldquo; So rechtfertigen B&uuml;rgermeister, Abgeordnete und Minister in ganz Deutschland gern, wenn etwas nicht funktioniert, sie daran aber leider nichts &auml;ndern k&ouml;nnen. &bdquo;Br&uuml;ssel&ldquo; wird dabei gerne als ferner Kosmos dargestellt, auf den niemand Einfluss hat &ndash; au&szlig;er nat&uuml;rlich Lobbyisten. Es gibt Parteien, die ganze Wahlprogramme auf diesem gef&uuml;hlten Demokratiedefizit der EU-Institutionen aufbauen. Und es stimmt ja: Die EU hat in den vergangenen Jahren in der Gesetzgebung einen immer wichtigeren Stand bekommen &ndash; das macht sie interessant f&uuml;r Lobbyisten. Doch wie gro&szlig; ist das Problem wirklich?<br>\nDie Zahl der im Transparenzregister der EU gelisteten Organisationen ist in den vergangenen Jahren mit gro&szlig;en Schritten gewachsen. Inzwischen gibt es in Br&uuml;ssel &auml;hnlich viele Lobbyorganisationen wie in der amerikanischen Hauptstadt Washington. Dort sind es seit mehreren Jahren gut 11.000 Verb&auml;nde, Unternehmen und Interessengruppen, die Lobbyarbeit betreiben. In Br&uuml;ssel ist ihre Zahl seit vergangenem Jahr erstmals relativ konstant geblieben. Mit Stand vom 6. August waren im EU-Transparenzregister etwas mehr als 11.900 Organisationen gelistet. Die Daten, die wir hier zugrunde legen, stammen &uuml;brigens aus den offiziellen EU-Datenbanken, welche die beiden Nichtregierungsorganisationen Corporate Europe Observatory und Lobycontrol auf ihrer Plattform lobbyfacts.eu zusammengetragen und durchsuchbar gemacht haben.<br>\nNach seinem Budget ist der gr&ouml;&szlig;te Lobbyist in Europa zur Zeit mit gro&szlig;em Abstand der Europaverband der chemischen Industrie (Cefic). Der Verband gibt seine Ausgaben f&uuml;r das Vertreten seiner Interessen gegen&uuml;ber den EU-Institutionen mit 12 Millionen Euro im Jahr 2018 an, bei einem Gesamtbudget von 40,3 Millionen Euro. 23 Personen des Verbands haben eine Akkreditierung f&uuml;r das Europ&auml;ische Parlament, die Gesamtzahl seiner Lobbyisten gibt Cefic mit 78 an.<br>\nAuch von den aus Deutschland stammenden EU-Lobbyisten gibt die chemische Industrie am meisten Geld f&uuml;r ihre Arbeit aus. Mit dichtem Abstand folgt ihnen aber der Verband des deutschen Maschinen- und Anlagenbaus. Darauf folgen mit Siemens, Bayer, BASF und der Deutschen Bank vier der gr&ouml;&szlig;ten deutschen Unternehmen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/schneller-schlau\/lobbyismus-wer-ist-die-groesste-lobby-macht-in-bruessel-16328984.html\">FAZ<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Tor-Netzwerk und Redaktionsgeheimnis: Was die Bundesregierung anderswo unterst&uuml;tzt, greift sie hierzulande an<\/strong><br>\nDie Bundesregierung empfiehlt in vielen L&auml;ndern die Nutzung von Anonymisierungsinfrastrukturen und unterst&uuml;tzt auch Digital-Security-Trainings f&uuml;r Journalist:innen. Im Innern s&auml;gt der zust&auml;ndige Minister Seehofer mit Gesetzentw&uuml;rfen dagegen am Redaktionsgeheimnis und k&ouml;nnte das Betreiben von Tor-Knoten kriminalisieren.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/netzpolitik.org\/2019\/tor-netzwerk-und-redaktionsgeheimnis-was-die-bundesregierung-anderswo-unterstuetzt-greift-sie-hierzulande-an\/\">Netzpolitik.org<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Da bleibt die Rechtsstaatlichkeit auf der Strecke<\/strong><br>\nEin Gespr&auml;ch mit Uwe Maeffert und Lino Peters. &Uuml;ber einen selbstherrlichen Richter und die Hamburger Justiz nach dem G-20-Gipfel von 2017.<br>\nEin wichtiger Prozess in Sachen G 20 l&auml;uft noch vor dem Landgericht Hamburg. Im &raquo;Elbchaussee-Verfahren&laquo; sind f&uuml;nf junge M&auml;nner angeklagt, von denen vier lediglich das Mitmarschieren in einem Aufzug vorgeworfen wird, aus dem heraus es Gewalt gegeben hat. In dem Verfahren bahnt sich eine Pleite f&uuml;r die Staatsanwaltschaft an. Dennoch will diese mit derselben Konstruktion in mehreren Gro&szlig;verfahren rund 70 Gipfelgegner vor Gericht stellen, die im Industriegebiet Rondenbarg am 7. Juli 2017 festgenommen wurden. Wie bewerten Sie das?<br>\nL. P.: Es ist absurd, zwei Jahre nach dem G-20-Sommer Jugendliche anzuklagen, von denen viele gar nicht in Hamburg leben. Man rei&szlig;t sie aus ihren sozialen Bez&uuml;gen, &uuml;berzieht sie mit einem Verfahren. Das ist wider den Grundgedanken des Jugendstrafrechts.<br>\nU. M.: Es gibt da ein Vorbild f&uuml;r diese geplanten Verfahren, das ist der N&uuml;rnberger &raquo;Komm&laquo;-Prozess 1981. Damals waren bei einer spontanen Demo nach einer Filmvorf&uuml;hrung des Jugendzentrums &raquo;Komm&laquo; rund 150 Menschen festgenommen worden. Im Minutentakt stellten damals zwei Haftrichter Haftbefehle aus. Auch damals ging es schon um den Tatbestand Landfriedensbruch und die Frage, wer von den Leuten nur mitgelaufen war und sich dabei nicht klar distanziert habe. Das Ganze ging grandios in die Hose. Das erste Verfahren gegen zehn Angeklagte wurde wegen polizeilicher Manipulationen eingestellt.<br>\nWarum meinen Sie, dass die Hamburger Staatsanwaltschaft in Sachen Rondenbarg so energisch agiert? G&auml;be es nicht auch die M&ouml;glichkeit zu sagen: Wir klagen nicht an, wir stellen ein?<br>\nL. P.: Klar, das k&ouml;nnte sie tun. Sie m&uuml;sste es eigentlich sogar, wenn sie sich an die Ma&szlig;st&auml;be halten w&uuml;rde, die au&szlig;erhalb politischer Verfahren gelten. Genau das meine ich, wenn ich von abnehmender Rechtsstaatlichkeit spreche. Es ist der Staat, der sich hier in eine bestimmte Richtung entwickelt. Wenn man Personen, die auf eine Demonstration gehen, strafrechtlich verfolgt, ist das eine Gefahr f&uuml;r das Versammlungsrecht. Das betrifft viele. Denken Sie an die Klimaschutzbewegung &raquo;Fridays for Future&laquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.jungewelt.de\/artikel\/361009.repressionen-gegen-g-20-gegner-da-bleibt-die-rechtsstaatlichkeit-auf-der-strecke.html\">junge welt<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>In der SPD geht die Angst vor einer eigenen Werteunion um<\/strong><br>\nAm Anfang stand ein provokanter Name, den einige Sozialdemokraten als Anma&szlig;ung empfanden. Vor etwa zwei Monaten tauchte die Initiative &bdquo;Die wahre SPD&ldquo; in der &Ouml;ffentlichkeit auf, und es klang so, als etabliere sich da eine neue SPD in der SPD, als habe sich die bestehende Partei zu sehr von sich selbst entfernt. Es entstand intern einige Unruhe, auch offene Kritik an den Gr&uuml;ndern um Michael Groschek gab es, dem fr&uuml;heren Vorsitzenden der SPD Nordrhein-Westfalen.<br>\nDoch eines haben sie zumindest erreicht: Aufmerksamkeit. Mittlerweile hat sich die Initiative kompromisshalber umbenannt in &bdquo;SPDpur 2030&ldquo;. Sie will in der F&uuml;hrungs- und Existenzkrise der Sozialdemokratie ma&szlig;geblichen Einfluss nehmen. Kritiker wie Nordrhein-Westfalens SPD-Landeschef Sebastian Hartmann lehnen eine &bdquo;Neufraktionierung&ldquo; ab und verweisen auf gew&auml;hlte Gremien und Organe. Die Vorg&auml;nge erinnern an das Ringen der CDU mit ihrer Werteunion.<br>\nDie selbst ernannte &bdquo;Bewegung&ldquo; in der SPD hat etwas guerillahaftes &ndash; und prominente F&uuml;rsprecher. Der fr&uuml;here Parteichef Sigmar Gabriel geh&ouml;rt zu den bisher etwa 160 Unterst&uuml;tzern, dazu kommen das &bdquo;Wirtschaftsforum&ldquo; der Partei und ein paar Amtstr&auml;ger in der Kommunalpolitik.<br>\nErste Statements noch unter der Flagge der &bdquo;wahren SPD&ldquo; klangen konfrontativ und gaben die grunds&auml;tzliche Richtung vor: Man wolle sich einem &bdquo;Linksruck entgegenstemmen&ldquo;, &bdquo;keine Verstaatlichungspartei&ldquo; und &bdquo;keine Linkspartei 2.0&ldquo; sein, die SPD m&uuml;sse wirtschaftsnah bleiben und Regierungsverantwortung tragen.<br>\nDer erste Aufruf unter dem neuen Label &bdquo;SPDpur 2030&ldquo; vermeidet alles, was als aufr&uuml;hrerisch empfunden werden k&ouml;nnte. Der Sprecher der Initiative hei&szlig;t Tim K&auml;hler, ist B&uuml;rgermeister in der nordrhein-westf&auml;lischen Stadt Herford. K&auml;hler will den Eindruck zerstreuen, dass sich da ein rebellischer Zirkel gebildet hat.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/article198635229\/SPDpur-2030-Die-Angst-der-Sozialdemokraten-vor-einer-eigenen-Werteunion.html\">Welt<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Die Selbstbezeichnung dieser neoliberal angehauchten &bdquo;Socialdemocrats in name only&ldquo;  als &bdquo;Die wahre SPD&ldquo; kann man durchaus als zynisch bezeichnen.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>AfD und Bundeswehr<\/strong><br>\n&bdquo;Der Dienst an der Waffe ist einzigartig. Kein anderer Beruf in Deutschland setzt die Akzeptanz und den Willen voraus, t&ouml;dliche Gewalt anzuwenden [&hellip;].&ldquo;<br>\nDie Zitate entstammen einer Schrift neuesten Datums: &bdquo;Streitkraft Bundeswehr. Der Weg zur Verteidigungsf&auml;higkeit Deutschlands&ldquo;, herausgegeben vom Arbeitskreis Verteidigung der AfD-Bundestagsfraktion. &hellip;<br>\nIm Einzelnen offeriert dieses AfD-Pamphlet unter anderem folgende Forderungen &ndash; respektive Vorhaben &ndash; und Begr&uuml;ndungszusammenh&auml;nge:\n<ul>\n<li>Wiedereinf&uuml;hrung der Wehrpflicht und Durchsetzung derselben; der &bdquo;Wehrersatzdienst [&hellip;] soll die Ausnahme vom bewaffneten Wehrdienst&ldquo; sein.<\/li>\n<li>&bdquo;Wiederaufnahme der Wehrerfassung. Musterung aller deutschen M&auml;nner ab dem 18. Lebensjahr.&ldquo;<\/li>\n<li>Aufstockung der Bundeswehr &bdquo;in einem ersten Schritt&ldquo; auf 230.000 Mann.<\/li>\n<li>Bildung eines gekaderten Reservistenkorps in der St&auml;rke von 50.000 Mann &ndash; &bdquo;f&uuml;r die Aufwuchsf&auml;higkeit der Bundeswehr im Kriegsfall&ldquo;, aber &bdquo;auch bef&auml;higt [&hellip;], im Grenzschutz eingesetzt zu werden&ldquo;. Wegen letzterem: &bdquo;&Auml;nderung der grundgesetzlichen Bestimmungen zum Einsatz der Bundeswehr im Inneren&ldquo;.<\/li>\n<li>Entkoppelung des Milit&auml;rhaushaltes vom &bdquo;j&auml;hrlich schwankende[n] Budgetrecht des Parlaments&ldquo;; das &bdquo;Grundgesetz muss [&hellip;] angepasst werden&ldquo;.<\/li>\n<li>&bdquo;Deutschland erf&uuml;llt seine finanziellen Zusagen gegen&uuml;ber der NATO uneingeschr&auml;nkt.&ldquo; (Das meint derzeit bekanntlich zwei Prozent vom BIP f&uuml;rs Milit&auml;r, also eine Steigerung der deutschen R&uuml;stungsausgaben auf 75,8 Milliarden US-Dollar &ndash; S.)<\/li>\n<li>Integrierung der zivilen Bundeswehrverwaltung &bdquo;in die Truppe&ldquo;. Die aus historischen Gr&uuml;nden verf&uuml;gte, im Grundgesetz verankerte Trennung von Truppe und Verwaltung &bdquo;ist nicht mehr zeitgem&auml;&szlig;&ldquo;.<\/li>\n<li>Aufbau eines Generalstabes.<\/li>\n<li>J&auml;hrliche Milit&auml;rparaden in Berlin &ndash; zum Tag der deutschen Einheit.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/das-blaettchen.de\/2019\/08\/afd-und-bundeswehr-49265.html\">Das Bl&auml;ttchen<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Entfremdete Medienelite &ndash; &ldquo;Soziale Herkunft pr&auml;gt Berichterstattung&rdquo;<\/strong><br>\nDie Chefs der gro&szlig;en Medienunternehmen sind vor allem M&auml;nner aus gutem Hause, sagt Elitenforscher Michael Hartmann. Er sieht Handlungsbedarf bei der Ausbildung junger Journalisten.<br>\n&ldquo;Diese Entfremdung zeigt sich zum Beispiel, wenn in den Medien steht: Uns ging&rsquo;s noch nie so gut wie heute. Manch einer denkt da: Bei mir stimmt das aber nicht. Wenn das regelm&auml;&szlig;ig immer wieder auftaucht, dann sagt man irgendwann: Die l&uuml;gen. Was nicht stimmt &ndash; aber viele Leute im unteren Drittel der Einkommensschichten interessiert nicht der Durchschnittswert. Die interessiert ihre Wirklichkeit.<br>\nUnd da hat es in den letzten beiden Jahrzehnten ein klares Minus beim Realeinkommen gegeben, beim unteren Zehntel um gut 14 Prozent. Die festangestellten Redakteure bei den gro&szlig;en Medien dagegen z&auml;hlen meistens zu den oberen zehn Prozent, bei denen es im gleichen Zeitraum einen 22-prozentigen Zuwachs gegeben hat. Das verzerrt den Blick. &hellip;<br>\nWenn man den Begriff sehr eng h&auml;lt, geh&ouml;ren zur Elite die Herausgeber und die Chefredakteure der gro&szlig;en Printmedien. Und die Intendanten, Chefredakteure und Programmdirektoren von Rundfunk und Fernsehen. Selbst wenn man noch andere hohe F&uuml;hrungskr&auml;fte hinzunimmt, ist das ein sehr &uuml;berschaubarer Kreis von 150 bis 200 Personen.<br>\nEs sind im Wesentlichen M&auml;nner, die zu zwei Dritteln aus den oberen vier Prozent der Bev&ouml;lkerung kommen. Die Medienelite ist zusammen mit der Justizelite die zweitexklusivste nach der Wirtschaftselite. Es gibt allerdings einen gro&szlig;en Unterschied zwischen &ouml;ffentlich-rechtlich und privat: Im privaten Bereich stammen knapp vier von f&uuml;nf Personen aus den oberen vier Prozent, im &ouml;ffentlich-rechtlichen ist es nur gut die H&auml;lfte.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.zdf.de\/nachrichten\/heute\/entfremdete-medienelite-soziale-herkunft-praegt-die-berichterstattung-100.html\">ZDF<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Die Fehler-Fetischisten und ihre Korinthenkackerei<\/strong><br>\nGl&uuml;ckwunsch, ihr Leute von VroniPlag. Jetzt habt ihr die n&auml;chste abserviert. Franziska Giffey wird nicht f&uuml;r den SPD-Parteivorsitz kandidieren und wom&ouml;glich bald als Familienministerin zur&uuml;cktreten. Was hat sie getan? Mord? Fahrerflucht? Gelder veruntreut? Nein, sie hat nicht richtig zitiert. Was f&uuml;r ein Jahrhundert-Verbrechen. Ein Abgrund von Landesverrat!<br>\nIch fasse es nicht, dass die politische Karriere einer so talentierten Politikerin wegen einer solchen Bagatelle beendet zu sein scheint. Was soll dieses gierige Herumfuhrwerken in verstaubten Doktorarbeiten? Wem bringt es was, ehemaligen Examens-Kandidaten irgendwelche Verfehlungen nachzuweisen? Das ist so typisch deutsch.<br>\nWer sind eigentlich diese Typen von VroniPlag? Ich finde schon diesen Namen saubl&ouml;d. Einige der Fehler-Fetischisten zeigen sich, die meisten wollen anonym bleiben. Was soll diese Heimlichkeit? Diese Leute machen ja schlie&szlig;lich keine Mafia-Recherchen. Ich finde dieses verbissen-akribische Herumgepr&uuml;fe kleingeistig und &uuml;berfl&uuml;ssig. Das ist beflissene Korinthenkackerei von Stubenhockern, die es &bdquo;denen da&ldquo; oben mal ordentlich zeigen wollen. Bestimmt haben die in der Schule auch nicht abschreiben lassen und andere verpetzt.<br>\nHabt Ihr Vronis nichts Besseres zu tun? Zum Beispiel die akademische Ausbildung zu verbessern? Wirkliche Skandale aufzudecken oder sich mal die Nazi-Szene vorzunehmen? &hellip;<br>\nEigentlich ist heute ja jede Examens- oder Doktorarbeit verd&auml;chtig. Ich rate vorsichtshalber zur Aberkennung s&auml;mtlicher akademischer Titel, bis alle das Gegenteil bewiesen haben. Ja, man sollte alles und jeden pr&uuml;fen. Wir haben ja sonst keine Probleme im Land.<br>\nIst ja nicht so wild, dass deutsche Banken und Anw&auml;lte bei Cum-Cum-Gesch&auml;ften jahrelang halfen, den Staat um Milliarden zu beschei&szlig;en. Ich w&uuml;sste nicht, dass man den Finanzminister seinerzeit zum R&uuml;cktritt aufforderte, weil er diesen Monster-Betrug zum Schaden der deutschen Steuerzahler nicht verhindert hat.<br>\nSo, ich hab&rsquo; mich ja hier nun bei den Vronis nicht gerade beliebt gemacht. Jetzt bin ich wohl auch dran. Ich helfe mal: Meine Magisterarbeit hat den Titel &bdquo;Jugendsprache &ndash;  ein sondersprachliches Ph&auml;nomen&ldquo;. Darin findet man ein paar sch&ouml;ne Wendungen, &uuml;ber die Ihr Euch mal Gedanken machen solltet: Zum Beispiel die sch&ouml;ne Aufforderung: &bdquo;H&ouml;rt auf, euch aufzugeilen!&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.stern.de\/politik\/deutschland\/franziska-giffey--die-fehler-fetischisten-und-ihre-korinthenkackerei---ein-kommentar-8855076.html\">Stern<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h18\"><\/a><strong>Das Letzte &ndash; No Deal ist besser als ein Premier Corbyn<\/strong><br>\nIn die Rolle eines heutigen Cromwells fantasiert sich schon Labour-F&uuml;hrer Jeremy Corbyn hinein. Er bietet sich der Mehrheit des Parlaments, die gegen den No Deal ist, als Premierminister einer &uuml;berparteilichen Notregierung an, wenn sie mit einem Misstrauensvotum Johnson st&uuml;rzt. Corbyn will eine Verl&auml;ngerung der Austrittsfrist mit Br&uuml;ssel aushandeln, ein zweites Referendum &uuml;ber den EU-Austritt organisieren und Neuwahlen ansetzen. Nicht wenige in Europa hoffen, dass damit der Spuk des Brexit gebannt werden k&ouml;nnte.<br>\nIn Wahrheit hat jedoch Corbyn keine Chance. Und das ist auch gut so. Der Mann ist ein Linker alter Schule, der mit dem Kapitalismus und der Globalisierung ebenso fremdelt wie mit der Europ&auml;ischen Union und der Nato. Seine Sympathien gelten seit jeher antiimperialistischen &bdquo;Befreiungsbewegungen&ldquo; einschlie&szlig;lich einiger gegen Israel k&auml;mpfenden Terrorgruppen.<br>\nZu seinem kruden Weltbild passt ein kaum verh&uuml;llter Antisemitismus, der sich unter seiner &Auml;gide in der Labour-Party ausgebreitet hat. Parteiinterne Kritiker werden durch das Corbyn-Rollkommando &bdquo;Momentum&ldquo; mundtot gemacht. Solange die &bdquo;Corbynistas&ldquo; Labour im W&uuml;rgegriff haben, gilt: Labour ist weder satisfaktions- noch regierungsf&auml;hig.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.welt.de\/debatte\/kommentare\/article198731151\/Brexit-No-Deal-ist-besser-als-ein-Premier-Corbyn.html\">Welt<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Dieser Artikel liefert wieder tiefe Einblicke in die irre Weltsicht der Neoliberalen. Der Vorwurf des Antisemitismus darf dabei nicht fehlen, wenn es darum geht in der Person Jeremy Corbyns einen Politiker zu diffamieren, dem die Interessen der B&uuml;rger wichtiger sind als die Interessen der Finanzoligarchie. Es adelt Corbyn aber ungemein, wenn die herrschende Oligarchie eine derartige Angst vor ihm hat. Vor einem Olaf Scholz hingegen muss niemand Angst haben.<\/em><\/p>\n<p><strong>dazu: Jeremy Corbyn Has Called the Extreme Centrists&rsquo; Bluff<\/strong><br>\nWith his proposal for a caretaker government to stop a No Deal Brexit, Jeremy Corbyn has finally torn the mask off the hardline Remainers and centrist ultras. They&rsquo;d rather see Britain crash out of the EU under Boris Johnson than risk departing from neoliberalism under Jeremy Corbyn.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/jacobinmag.com\/2019\/08\/jeremy-corbyn-no-deal-brexit-referendum-boris-johnson-labour-party\">Jacobin<\/a>\n<\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (JK\/JB)<\/p>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-54240","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/54240","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=54240"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/54240\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":54242,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/54240\/revisions\/54242"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=54240"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=54240"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=54240"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}