{"id":5431,"date":"2010-05-06T09:18:23","date_gmt":"2010-05-06T07:18:23","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=5431"},"modified":"2014-03-05T12:46:15","modified_gmt":"2014-03-05T11:46:15","slug":"maggie-merkel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=5431","title":{"rendered":"Maggie Merkel"},"content":{"rendered":"<p>Bundeskanzlerin Merkel &auml;hnelt in Auftritt und Argumentation immer mehr der &bdquo;eisernen Lady&ldquo; Margret Thatcher, der Regierungschefin des Vereinigten K&ouml;nigreichs von 1975 bis 1990. Zu Merkels Vorgehen gegen&uuml;ber der Schuldenkrise Griechenlands und zur Stabilisierung der W&auml;hrungsunion und des Euros gebe es &bdquo;keine Alternative&ldquo;. Die Zukunft Europas liege ausschlie&szlig;lich in der Einhaltung des Stabilit&auml;tspaktes, in der strafferen Anwendung und verst&auml;rkten Sanktionen, sei es durch eine Suspendierung vom EU-Haushalt, sei es dem Entzug des Stimmrechts oder gar einer geordneten Insolvenz von Staaten mit einer &bdquo;unsoliden Finanzpolitik&ldquo;. Von den europ&auml;ischen Staaten mit &bdquo;mangelnder Wettbewerbsf&auml;higkeit&ldquo; fordert sie &bdquo;maximale Eigenanstrengungen&ldquo;. An der deutschen &bdquo;Schuldenbremse&ldquo; soll Europa genesen. Wolfgang Lieb<br>\n<!--more--><br>\nNein, f&uuml;r Merkel gab es kein dem NRW-Wahlkampf geschuldetes Z&ouml;gern. Das hei&szlig;t also: Sie hat die Spekulanten ganz gezielt ermuntert, die Zinsen f&uuml;r griechische Staatsanleihen hochzutreiben, so dass sie von Griechenland bei allen Anstrengungen nicht mehr bedient werden konnten. Nur durch ihre harte Haltung hat sie also die griechische Regierung dazu gezwungen, die drastischen Sparma&szlig;nahmen zu beschlie&szlig;en. Nur sie hat den IWF ins Boot geholt, der Erfahrungen bei der Umsetzung von harten Sanierungsprogrammen habe. Nur so sei das &bdquo;Vertrauen der M&auml;rkte&ldquo; wieder zu gewinnen, fordert Merkel dem Imperativ der &bdquo;M&auml;rkte&ldquo; folgend.<\/p><p>Nach Merkel gibt es nichts an der deutschen Wirtschaftspolitik zu &auml;ndern. Die Anderen m&uuml;ssen sich Deutschland anpassen und ihre Wettbewerbsf&auml;higkeit wieder erreichen und das ausschlie&szlig;lich mit Sparanstrengungen der &bdquo;notorischen Defizits&uuml;nder&ldquo;. Der europ&auml;ische Stabilit&auml;tspakt m&uuml;sse durch Vertrags&auml;nderungen mit so harten Sanktionen ausgestattet und gegenseitig so &uuml;berwacht werden, dass er nicht mehr unterlaufen werden k&ouml;nne und strikt eingehalten werden m&uuml;sse. Die L&auml;nder, die es aus eigener Kraft nicht mehr schaffen, m&uuml;ssen also noch st&auml;rker belastet werden, so die irrsinnige Logik. <\/p><p>Die Ursache, dass Griechenland seine Kredite nicht mehr bedienen kann, waren f&uuml;r Merkel nicht die hemmungslose Spekulationen und das Verhalten der Ratingagenturen. Deswegen ist es f&uuml;r sie schon ein Akt der Verantwortung, dass die Banken ihre bestehenden Kreditlinien aufrecht erhalten. An einen &bdquo;hair cut&ldquo; durch Umschuldung ist nicht zu denken, dass w&uuml;rde nur zu einer erneuten Finanzkrise f&uuml;hren und Arbeitspl&auml;tze kosten und davor m&uuml;sse sie die B&uuml;rger unseres Landes sch&uuml;tzen.<\/p><p>Die deutsche L&ouml;sung einer &bdquo;Bankenabgabe&ldquo; sei der richtige Weg, Banken in Verantwortung zu nehmen. Auch der IWF unterst&uuml;tze die Bankenabgabe und verwerfe die B&ouml;rsen-Transaktionssteuer, weil diese die Realwirtschaft treffe. Pathetisch fordert Merkel, dass der &bdquo;Primat der Politik gegen&uuml;ber den Finanzm&auml;rkten&ldquo; wieder hergestellt wird m&uuml;ssen. Weitere Regulierungsma&szlig;nahmen k&ouml;nnten aber leider nur auf internationaler Ebene beschlossen werden. <\/p><p>Das Schieben auf die lange Bank der internationalen Ebene kennen wir nun schon seit dem offenen Ausbruch der Finanzkrise. Geschehen ist nichts und im Zweifel raten der IWF oder die G 20 ab.<\/p><p>Wirtschaftspolitisches Denken ist bei Merkel und der gesamten Bundesregierung abhanden gekommen. Sie denkt wohl, Griechenland sei wie ein Unternehmen durch drastische Kosteneinsparungen zu sanieren. Wie man mit einer radikalen Austerit&auml;tspolitik die Volkswirtschaft in Griechenland oder auch in anderen &uuml;berschuldeten L&auml;ndern wieder in Gang bringen k&ouml;nnen sollte, wird nicht gefragt. Dabei ist ein Konjunktureinbruch gar nicht mehr zu vermeiden. Kein Gedanke dazu, wie in Europa die Leistungsbilanzungleichgewichte abgebaut werden k&ouml;nnten. Keine Selbstkritik an der Ausrichtung der deutschen Lohn- und Steuerpolitik, die europ&auml;ischen Nachbarn niederzukonkurrieren. <\/p><p>Bei der Bankenrettung war das &bdquo;systemische Risiko&ldquo; das Tarnwort, mit der die Staatshilfen begr&uuml;ndet wurden. Beim &bdquo;Rettungsschirm&ldquo; f&uuml;r Griechenland hat man nun eine neue Formel erfunden. Sie lautet: &bdquo;Wahrung der Stabilit&auml;t der W&auml;hrungsunion und des Euro&ldquo;. Die &bdquo;Konditionalit&auml;ten&ldquo; f&uuml;r die Kreditvergabe richten sich erneut nur an die kleinen Leute in Griechenland. Diejenigen, die die Stabilit&auml;t der W&auml;hrungsunion gef&auml;hrdet haben und die gegen den Euro spekulieren und weiter spekulieren werden, bleiben ungeschoren.<\/p><p>Das deutsche Rezept ist, der Staat muss sparen und durch eine &bdquo;Schuldenbremse&ldquo; dazu gezwungen werden, die L&ouml;hne m&uuml;ssen sinken, die Sozialleistungen drastisch gek&uuml;rzt werden.<br>\nF&uuml;r die Zukunft Europas gilt: Am deutschen Wesen, soll Europa genesen.<\/p><p>Und wenn dann alle in Europa sparen und keiner mehr unsere Waren abkaufen kann, dann m&uuml;ssen wir in Deutschland eben die Steuern, die L&ouml;hne und die Sozialleistungen noch mehr senken, damit wir unser Wettbewerbsf&auml;higkeit erhalten.<br>\nDas Rennen zum Abgrund geht weiter.<\/p><p>Irgendwann wird sich dann die Frage stellen, wie auch wir Deutschen unsere Schulden abtragen sollen und dazu noch die Verluste aus den Kredithilfen f&uuml;r die anderen europ&auml;ischen Staaten, denen wir das Wasser abgegraben haben.<\/p><p>Die Aggressionen der Massen richten sich in Griechenland derzeit noch nach innen auf die eigene Regierung. Es wird nicht mehr lange dauern, bis der Hass von interessierten politischen Kr&auml;ften nach au&szlig;en gelenkt wird, n&auml;mlich auf die Staaten, die ihnen die Opfer aufzwingen. Und das nicht nur in Griechenland, sondern in Portugal, Spanien oder sonst wo in Europa. Der gro&szlig;artige Gedanke einer europ&auml;ischen Friedensunion, den die Kanzlerin bei ihrer Regierungserkl&auml;rung beschwor, w&auml;re endg&uuml;ltig gescheitert. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bundeskanzlerin Merkel &auml;hnelt in Auftritt und Argumentation immer mehr der &bdquo;eisernen Lady&ldquo; Margret Thatcher, der Regierungschefin des Vereinigten K&ouml;nigreichs von 1975 bis 1990. Zu Merkels Vorgehen gegen&uuml;ber der Schuldenkrise Griechenlands und zur Stabilisierung der W&auml;hrungsunion und des Euros gebe es &bdquo;keine Alternative&ldquo;. Die Zukunft Europas liege ausschlie&szlig;lich in der Einhaltung des Stabilit&auml;tspaktes, in der strafferen<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=5431\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[22,50,157],"tags":[423,283,1555,315,392,325,842],"class_list":["post-5431","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-europaische-union","category-finanzkrise","category-wettbewerbsfaehigkeit","tag-austeritaetspolitik","tag-finanzmaerkte","tag-griechenland","tag-merkel-angela","tag-schuldenbremse","tag-staatsschulden","tag-thatcher-margaret"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5431","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=5431"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5431\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5447,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5431\/revisions\/5447"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=5431"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=5431"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=5431"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}