{"id":54449,"date":"2019-08-29T08:25:44","date_gmt":"2019-08-29T06:25:44","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=54449"},"modified":"2019-08-29T08:19:15","modified_gmt":"2019-08-29T06:19:15","slug":"hinweise-des-tages-3439","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=54449","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (AT)<br>\n<!--more--><br>\nWir weisen darauf hin, dass die jeweiligen Anbieter f&uuml;r die Barrierefreiheit ihrer Angebote selbst verantwortlich sind und es durchaus sein kann, dass der Zugang von zun&auml;chst freien Inhalten nach einer Zeit beschr&auml;nkt wird.<\/p><p>Hier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=54449#h01\">Ich bin nicht Boris<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=54449#h02\">Linken-Fraktionschef &uuml;ber Mietendeckel: &bdquo;Wir lassen uns nicht erpressen&ldquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=54449#h03\">Der Klimaschutz per Verm&ouml;genssteuer<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=54449#h04\">Kohleausstieg: Staatsvertrag statt Sonderwirtschaftszone<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=54449#h05\">Mit von der Leyen zur R&uuml;stungsunion?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=54449#h06\">Sanktionen: Krieg mit anderen Mitteln<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=54449#h07\">Angriff auf die Ein-China-Politik (II)<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=54449#h08\">Die Demokratie vor den Demokraten retten<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=54449#h09\">&Ouml;kologisch? Nicht die DB<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=54449#h10\">Karten zeigen: Bedrohung weltweit Br&auml;nde w&uuml;ten nicht nur in Brasilien<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=54449#h11\">Nitrat-Streit mit EU: Abfuhr f&uuml;r zwei Ministerinnen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=54449#h12\">US-Bundesstaat Alaska: Trump will Nationalpark zur Abholzung freigeben<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=54449#h13\">&ldquo;Kochland&rdquo;: How David Koch Helped Build an Empire to Shape U.S. Politics &amp; Thwart Climate Action<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=54449#h14\">Zementabbau in Indonesien: Dorfbewohner wehren sich gegen Gro&szlig;konzerne<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=54449#h15\">Konferenz in Malaysia fordert Neustart der MH17-Untersuchungen<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten,  dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Ich bin nicht Boris<\/strong><br>\nDer &ldquo;Grexit&rdquo; war eine von der EU geschmiedete Waffe. Sie zwang die griechische Regierung dazu, die Einkerkerung ihres Landes im neoliberalen Gegenst&uuml;ck eines viktorianischen Arbeitshauses zu akzeptieren. Der Brexit dagegen ist ein vom Vereinigten K&ouml;nigreich selbst gestecktes Ziel. Es wurzelt in der Unvereinbarkeit zwischen dem Laissez-faire des angels&auml;chsischen Kapitalismus und dem kontinentalen Korporatismus. [&hellip;]<br>\nDoch Johnson ist zu clever, als dass ihm das etwas ausmachen w&uuml;rde. Er selbst, seine rechte Hand Dominic Cummings und der Minister sowie Erz-Brexiteer Michael Gove wissen: Man &uuml;berwindet seine Gegner durch eine Politik des divide et impera. Sie sind mithin strategisch beschlagener als die Remainer. Und obendrein versucht es Johnson nun auch noch mit einem juristischen Trick, das Parlament in eine Zwangspause zu schicken.<br>\nIn einem Artikel in der Times zwei Monate vor dem Brexit-Referendum 2016 schw&auml;rmte Gove von einem Buch, in dem ich die Entwicklung der EU von einem gemeinsamen Markt zu einer harschen, antidemokratischen W&auml;hrungsunion skizziert hatte &ndash; und unterlie&szlig; es dabei bequemerweise, zu erw&auml;hnen, dass ich gegen den Brexit oder irgendwelche sonstigen Schritte zur Aufl&ouml;sung der EU oder des Euro war. In &auml;hnlicher Weise schrieb Johnson unter Verweis auf mein Buch Die ganze Geschichte: Meine Auseinandersetzung mit Europas Establishment in seiner Kolumne im Telegraph: &ldquo;Wie &hellip; Varoufakis erl&auml;utert hat, bestand die Trag&ouml;die der Griechen darin, dass sie nie den Mut hatten, ihren Herren und Meistern in der EU zu sagen, sie sollten sich zum Teufel scheren&rdquo;. Er verga&szlig; dabei nur zu erw&auml;hnen, dass ein Grexit nie mein Ziel war.<br>\nDie einzige Lehre, die Johnson bei mir gelernt zu haben scheint: Man sollte nie in Verhandlungen eintreten, wenn man nicht bereit ist, auch ohne Einigung zu gehen. Allerdings ist das eine Lehre, die jeder vern&uuml;nftige Mensch kennt, mit der offenkundig traurigen Ausnahme von Johnsons Amtsvorg&auml;ngerin Theresa May und dem fr&uuml;heren griechischen Ministerpr&auml;sidenten Alexis Tsipras. Die umfassendere Lehre ist nun allerdings, dass der Konflikt zwischen dem entschlossenen Johnson und einer verfassungsm&auml;&szlig;ig unflexiblen EU europaweit gro&szlig;en Schaden anrichten wird.<br>\nKommentatoren und Politiker walzen die Parallele zwischen Brexit und Grexit gern maximal aus. Die Tatsache, dass beide L&auml;nder Referenden abhielten, deren Ergebnis den W&uuml;nschen der f&uuml;hrenden Politiker in der EU zuwiderlief, macht es leichter, mit dieser Parallele hausieren zu gehen. Doch ist dies eine allzu bequeme Analogie. Sie behindert sogar ein Verst&auml;ndnis der wichtigen Probleme, vor denen unsere L&auml;nder stehen und k&ouml;nnte &ndash; schlimmer noch &ndash; einen f&uuml;r beide Seiten sch&auml;dlichen Brexit ohne Austrittsvertrag n&auml;her bringen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/gegenblende.dgb.de\/artikel\/++co++2be968ea-c983-11e9-a36d-52540088cada\">Yanis Varoufakis auf Gegenblende<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Linken-Fraktionschef &uuml;ber Mietendeckel: &bdquo;Wir lassen uns nicht erpressen&ldquo;<\/strong><br>\nLinken-Fraktionschef Udo Wolf sieht die Verhandlungen zum Berliner Mietendeckel durch die &ouml;ffentlichen Diskussionen der Koalitionspartner gef&auml;hrdet und fordert, mehr &uuml;ber Inhalte zu reden.<br>\nDer Mietendeckel spaltet. Im Netz herrscht Lagerdenken. Sind sie zufrieden &uuml;ber den Verlauf der Diskussionen?<br>\nNein, weil wir wichtige Verhandlungen zu einem zentralen Projekt von Rot-Rot-Gr&uuml;n f&uuml;hren und &ouml;ffentliche Dispute zwischen den Koalitionspartnern drohen, diese kaputt zu spielen. Deshalb war es n&ouml;tig, am Dienstag das verabredete Verfahren des Eckpunkte-Beschlusses vom 18. Juni nochmal in der Koalition zu best&auml;tigen. Wir halten an Vorhaben und Verfahren fest. Das geleakte Vorpapier f&uuml;hrte nur zur Diskussion dar&uuml;ber, wer verliert und wer gewinnt in der Koalition, bevor das Gesetzgebungsverfahren &uuml;berhaupt beginnt. Das ist nicht zielf&uuml;hrend.<br>\nApropos Gewinner, die Linke z&auml;hlt dazu beim Mietendeckel. Bedienen Sie durch radikale Vorschl&auml;ge Ihre W&auml;hler, die Sie in Rot-Roten Zeiten aus den Augen verloren?<br>\nStimmt nicht. Wir haben fr&uuml;her unsere W&auml;hlerinnen nicht aus den Augen verloren und jetzt auch nicht. Ge&auml;ndert hat sich die Art und Weise, wie Konflikte in der Koalition ausgetragen werden. Wir lassen uns nicht mehr erpressen. Eine Dreierkonstellation muss anders funktionieren. Deshalb lautet die Frage: Was will Rot-Rot-Gr&uuml;n mit dem Mietendeckel? Dazu gab es eine Verabredung. Im Fr&uuml;hjahr hat die SPD von uns einen Entwurf gefordert, schnellstm&ouml;glich. Wir haben eine Ressort-&uuml;bergreifende Arbeitsgruppe vorgeschlagen zu Rechtsfragen und was auf Landesebene m&ouml;glich ist und sinnvoll. Darauf warfen uns einige Sozialdemokraten Verz&ouml;gerungstaktik vor und dass wir nur auf Vergesellschaftung setzen. [&hellip;]<br>\nIn wenigen Tagen legt Senatorin Lompscher den Gesetzesentwurf vor mit staatlichen Mietobergrenzen. Die sind gut so?<br>\nEs ist ein Papier mit einer Tabelle und Hinweisen geleakt worden, kein Referentenentwurf. Welche Mietobergrenzen letztlich im Gesetzesentwurf stehen, werden wir sehen. Um den Deckel rechtssicher zu machen, braucht es f&uuml;r die Obergrenzen Kriterien. Eines davon benennt der Eckpunktebeschluss, n&auml;mlich die Mieth&ouml;he zum Zeitpunkt, als der Markt als noch nicht angespannt galt. Der Mietspiegel 2011 ist dieser Ausgangspunkt.<br>\nUnd Sie haben kein Verst&auml;ndnis f&uuml;r die Panik kleiner Vermieter, die deshalb dann schlagartig Minus machen?<br>\nDass diese auf Grundlage von Falschinformationen in Panik geraten, verwundert mich nicht. Das Gesetz auf Grundlage des Eckpunktebeschlusses des Senats vom 18. Juni wird nicht nur aus einer noch zu verhandelnden Mietobergrenzentabelle bestehen. Es wird Regelungen enthalten, die wirtschaftliche Unzumutbarkeiten und H&auml;rtef&auml;lle regeln. Ob und welche Eingriffe in bestehende Mietvertr&auml;ge im Gesetz enthalten sein werden ist noch nicht entschieden.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/berlin\/linken-fraktionschef-ueber-mietendeckel-wir-lassen-uns-nicht-erpressen\/24953398.html\">Tagesspiegel<\/a>\n<p><strong>dazu: Geplanter Mietendeckel belastet Immobilienmarkt Berlin<\/strong><br>\nExperten f&uuml;rchten, dass ein gro&szlig;er Teil der eigentlich f&uuml;r Berlin bestimmten Investitionen durch den Mietendeckel an andere Standorte umgeleitet werden k&ouml;nnte.<br>\nF&uuml;r Vonovia, den gr&ouml;&szlig;ten privaten Wohnungskonzern Deutschlands, ist die Sache klar: &bdquo;Sollte der Gesetzentwurf so kommen, dann k&ouml;nnte ein gro&szlig;er Teil der f&uuml;r Berlin geplanten Investitionen in andere Standorte umgeleitet werden&ldquo;, erkl&auml;rt eine Sprecherin auf Handelsblatt-Anfrage. Man werde die Wohnungen, die sich im Bau bef&auml;nden, fertigstellen. &Uuml;ber neue Projekte m&uuml;sste dann gesondert diskutiert werden. Der Konzern besitzt rund 40&thinsp;000 Wohnungen in der Hauptstadt.<br>\nMit der Absicht, Investitionen in Berlin zu senken oder gar zu stoppen, steht Vonovia nicht allein da. Laut einer Umfrage unter den Mitgliedsunternehmen des Landesverbandes Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen Berlin-Brandenburg (BFW) wollen 72 Prozent der Unternehmen geplante Investitionen stoppen oder ganz aufgeben.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/amp.handelsblatt.com\/finanzen\/immobilien\/gesetzentwurf-geplanter-mietendeckel-belastet-immobilienmarkt-berlin\/24946038.html\">Handelsblatt<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Deutlicher l&auml;sst sich nicht illustrieren, dass das essentielle Bed&uuml;rfnis nach einer Wohnung nicht den Finanzspekulanten &uuml;berlassen werden darf. Die Ank&uuml;ndigungen der Immobilienkonzerne sind nichts anderes als ein Erpressungsversuch, mit dem unliebsame politische Entscheidungen beeinflusst werden sollen. Eine weitere Indikation daf&uuml;r, dass die Initiative die Immobilienspekulanten zu enteignen absolut richtig ist. Weiter entlarvend die absolute Feigheit der Parteien der neoliberalen Mitte davor endlich eine entscheidende Wende in der Wohnungspolitik gegen die Interessen der herrschenden Oligarchie einzuleiten. Dazu sollte man nicht vergessen, dass der Ausgangspunkt der ganzen Misere die Verscherbelung des kommunalen Wohnungsbestandes, nicht nur in Berlin, an Immobilienkonzerne ist. Auch dies eine politische Entscheidung.<\/em><\/p>\n<p><strong>dazu auch: Antr&auml;ge gegen die &bdquo;Mietpreisbremse&ldquo; erfolglos<\/strong><br>\nDie mit dem Mietrechtsnovellierungsgesetz geschaffenen Vorschriften zur Regulierung der Mieth&ouml;he bei Mietbeginn im nicht preisgebundenen Wohnraum (sogenannte &bdquo;Mietpreisbremse&ldquo;) sind nicht verfassungswidrig. Sie versto&szlig;en nicht gegen die Garantie des Eigentums, die Vertragsfreiheit oder den allgemeinen Gleichheitssatz. Dies hat die 3. Kammer des Ersten Senats mit heute ver&ouml;ffentlichtem Beschluss entschieden und eine Verfassungsbeschwerde gegen diese Bestimmungen einstimmig nicht zur Entscheidung angenommen. Zudem hat die Kammer zwei die Mietpreisbremse betreffende Vorlagen im Verfahren der konkreten Normenkontrolle einstimmig als unzul&auml;ssig verworfen, weil das vorlegende Gericht sie nicht hinreichend begr&uuml;ndet hat.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.bundesverfassungsgericht.de\/SharedDocs\/Pressemitteilungen\/DE\/2019\/bvg19-056.html\">Bundesverfassungsgericht<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung Andr&eacute; Tautenhahn:<\/strong> Die Entscheidung ist sicherlich bemerkenswert, allerdings ist die Mietpreisbremse auch weitgehend wirkungslos. <\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Der Klimaschutz per Verm&ouml;genssteuer<\/strong><br>\nEine CO2-Bepreisung allein ist weder sozial gerecht noch &ouml;kologisch sinnvoll. Nur wenn der Staat massiv in Infrastruktur und Wohnraum investiert, gelingt die Wende.<br>\nF&uuml;r viele Politikbeobachter ist es ausgemachte Sache, dass das Klimakabinett am 20. September den Einstieg in die CO2-Bepreisung in den Bereichen Verkehr und W&auml;rme beschlie&szlig;en wird. Aus &ouml;kologischer und gesellschaftspolitischer Sicht ist diese Entscheidung jedoch nur sinnvoll, wenn gleichzeitig klimafreundliche, &ouml;ffentliche Investitionen ausgeweitet werden. Ohne solche begleitenden Ma&szlig;nahmen l&auml;uft die CO2-Bepreisung Gefahr, die soziale Gerechtigkeit zu schw&auml;chen und ihre &ouml;kologische Lenkungswirkung zu verfehlen.<br>\nDie gesellschaftliche Problematik einer CO2-Bepreisung wird deutlich, wenn man eine Pendlerin betrachtet, die ganz klassisch mit dem Auto zur Arbeit f&auml;hrt. Eine Anhebung der Mineral&ouml;lsteuer wird Benzin- und Dieselpreise erh&ouml;hen und somit ihre Fahrtkosten steigern &ndash; der Preis der Nutzung des Verkehrsmittels mit hoher CO2-Emission ist gestiegen. Als Reaktion wird die Pendlerin wahrscheinlich ihr Verhalten &auml;ndern, doch wie genau, das h&auml;ngt stark von der jeweiligen Lebenssituation ab.<br>\nEin typisches Beispiel ist die Polizistin mit niedrigem oder mittlerem Einkommen, die am Standrand mit schlechter Bahnverbindung wohnt und fast t&auml;glich zur Arbeit in die Stadt fahren muss. Sie wird ihr Verhalten kaum &auml;ndern k&ouml;nnen und muss die gestiegenen Benzinkosten in Kauf nehmen. Ein Vorschlag ist nun, die Einnahmen aus der Sondersteuer auf Mineral&ouml;l an die B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rger als Klimabonus zur&uuml;ckzuzahlen. Doch selbst mit einem solchen Klimabonus bleibt die Tatsache bestehen: Ohne ein gut ausgebautes Angebot an &ouml;ffentlichen Verkehrsmitteln wird es f&uuml;r die Polizistin h&auml;ufig keine klimafreundliche Alternative geben &ndash; die CO2-Bepreisung verfehlt ihre &ouml;kologische Lenkungswirkung.<br>\nGanz anders ist die Situation einer etablierten Rechtsanw&auml;ltin mit hohem Einkommen, die auch zur Arbeit in das Stadtzentrum pendeln muss. Erstens ist es h&auml;ufig der Fall, dass eine solche Rechtsanw&auml;ltin in einer Gegend mit guter Bahnverbindung zum Arbeitsplatz wohnt. Zweitens hat die gut verdienende Rechtsanw&auml;ltin die M&ouml;glichkeit, ihr brennstoffgetriebenes Auto zu verkaufen und auf Elektroautos wie etwa den Tesla S umzusteigen. Im Gegensatz zur Polizistin kann die Rechtsanw&auml;ltin also viel leichter ihren Lebensstil &auml;ndern und die CO2-Bepreisung kann ihre &ouml;kologische Lenkungswirkung voll entfalten. Dar&uuml;ber hinaus kann sich nur die einkommensstarke Rechtsanw&auml;ltin vor den zus&auml;tzlichen Kosten gestiegener Benzinpreise sch&uuml;tzen, indem sie ihr Verhalten &auml;ndert &ndash; in diesem Sinne schw&auml;cht die CO2-Bepreisung die soziale Gerechtigkeit.<br>\nDie Beispiele zeigen, dass die M&ouml;glichkeiten, das Verhalten anzupassen, stark mit dem Einkommen korrelieren. Dies hat zur Folge, dass eine CO2-Bepreisung allein weder sozial gerecht noch &ouml;kologisch sinnvoll ist.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/wirtschaft\/2019-08\/co2-steuer-klimaschutz-soziale-gerechtigkeit-investitionen-verkehr-wohnungen%20\">Zeit Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Richtig, ein &ouml;kologischer Umbau der &Ouml;konomie und Gesellschaft wird enorme finanzielle Mittel erfordern. Weshalb nicht das Geld bei denjenigen holen, die bisher die Hauptprofiteure der exponentiellen Ausbeutung der nat&uuml;rlichen Ressourcen waren? In der Pr&auml;ferierung einer CO2-Steuer durch das Gr&uuml;n-b&uuml;rgerliche Milieu manifestiert sich aber auch deren historisch tiefsitzende Verachtung gegen&uuml;ber den &ldquo;gef&auml;hrlichen Klassen&rdquo;, in dem diesen die individualisierte Verantwortung f&uuml;r die Klimamisere durch &ldquo;falsches&rdquo; Konsumverhalten zugeschrieben wird.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Kohleausstieg: Staatsvertrag statt Sonderwirtschaftszone<\/strong><br>\nDie jetzt in Aussicht gestellten Gelder m&uuml;ssen gezielt in den Aufbau neuer, nachhaltiger Wirtschaftszweige gesteckt werden und unabh&auml;ngig von der Haushaltslage im Bund flie&szlig;en. Entscheidend ist, dass niemand der vom Strukturwandel negativ Betroffenen auf der Strecke bleibt. Dazu geh&ouml;rt auch eine Absicherung der Einkommen, wenn Arbeitspl&auml;tze in der erforderlichen Anzahl und Qualit&auml;t nicht zur Verf&uuml;gung stehen. Deshalb fordert DIE LINKE einen Staatsvertrag zwischen Bund und L&auml;ndern, der die Strukturwandelmittel festschreibt. Um die Bed&uuml;rfnisse und Kompetenzen der Menschen vor Ort in den Mittelpunkt zu r&uuml;cken, sollen sie &uuml;ber die Vergabe der Mittel in den Regionen mitentscheiden d&uuml;rfen. Dazu m&uuml;ssen die Kommunen gest&auml;rkt und auf allen Ebenen einbezogen werden&ldquo;, kommentiert Klaus Ernst, Vorsitzender des Bundestagsausschusses f&uuml;r Wirtschaft und Energie und wirtschaftspolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE, den Kabinettsbeschluss zu Strukturhilfen f&uuml;r Kohleregionen. Ernst weiter:<br>\n&bdquo;Eine Sonderwirtschaftszone in den vom Kohleausstieg betroffenen Regionen, wie sie Annegret Kramp-Karrenbauer vorschwebt, lehnen wir ab. Die Regionen brauchen eine stabile wirtschaftliche Entwicklung, die sichere und gut bezahlte Arbeitspl&auml;tze schafft und Einnahmen auch f&uuml;r die Kommunen generiert. Sonderwirtschaftszonen bewirken Steuerdumping, Tarifflucht, schlechte Arbeitsbedingungen und niedrigere Umweltstandards. Wer so etwas fordert, nimmt billigend in Kauf, dass die Menschen dort dauerhaft einen niedrigeren Lebensstandard haben als im Rest der Republik.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.linksfraktion.de\/presse\/pressemitteilungen\/detail\/kohleausstieg-staatsvertrag-statt-sonderwirtschaftszone\/\">DIE LINKE. im Bundestag<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Mit von der Leyen zur R&uuml;stungsunion?<\/strong><br>\nEs sind gro&szlig;e Stiefel, in die die frischgebackene EU-Kommissionspr&auml;sidentin Ursula von der Leyen hineintreten will. Schlie&szlig;lich war es ihr Vorg&auml;nger, Jean-Claude Juncker, unter dessen &Auml;gide (2014-2019) der zuvor relativ brachliegende Ausbau des EU-Milit&auml;rapparates massiv voranschritt. Allerdings war von der Leyen als deutsche Verteidigungsministerin daran ebenfalls ma&szlig;geblich mitbeteiligt, weshalb vieles daf&uuml;r spricht, dass auch sie versuchen wird, die nun auf dem Zettel stehenden n&auml;chsten Militarisierungsvorhaben z&uuml;gig umzusetzen.<br>\nSchon anl&auml;sslich des &bdquo;Aachener-Vertrages&ldquo;, einem Pakt, mit dem Frankreich und Deutschland nassforsch die F&uuml;hrungsrolle in europ&auml;ischen Milit&auml;rfragen f&uuml;r sich reklamierten, gab sich von der Leyen Anfang des Jahres optimistisch: &bdquo;Deutschland und Frankreich gehen in der Verteidigungspolitik in Europa voran. Das ist gro&szlig;artig. Vor einem Jahr haben wir dann die Verteidigungsunion aus der Taufe gehoben und arbeiten seitdem Schritt f&uuml;r Schritt an unserem ehrgeizigen Aufbauplan. Mein Ziel ist, bei der n&auml;chsten deutschen EU-Ratspr&auml;sidentschaft im Jahr 2020 Richtfest zu feiern.&ldquo;<br>\nDiese Verteidigungs- bzw. R&uuml;stungsunion soll auf drei Pfeilern beruhen: Politisch sollen Entscheidungswege &bdquo;beschleunigt&ldquo; werden, u.a. durch die Einf&uuml;hrung eines Europ&auml;ischen Sicherheitsrates und die Ausweitung von Mehrheitsentscheidungen. Operativ soll das seit Juni 2017 existierende EU-Hauptquartier, das aktuell &bdquo;nur&ldquo; kleinere Milit&auml;reins&auml;tze planen und leiten kann, wohl weiter ausgebaut werden. Doch es ist der industrielle Pfeiler der Milit&auml;runion, bei dem unmittelbar die Entscheidungen mit der wohl gr&ouml;&szlig;ten Tragweite anstehen &ndash; insbesondere betrifft dies zwei Vorhaben mit den Abk&uuml;rzungen PESCO und EVF. (&hellip;)<br>\nDer EU steht in Sachen Milit&auml;rpolitik einiges bevor, das wurde auch beim Gro&szlig;en Zapfenstreich am 15. August 2019 deutlich, mit dem die Bundeswehr ihre bisherige Ministerin Richtung Br&uuml;ssel verabschiedete. Nachfolgerin Annegret Kramp-Karrenbauer sparte in ihrer Rede nicht mit Lob, besonders von der Leyens europapolitisches &bdquo;Verm&auml;chtnis&ldquo; hatte es ihr angetan: &bdquo;Europa, die Europ&auml;ische Einigung &ndash; da verrate ich hier kein Geheimnis mehr &ndash; das ist Dein Herzensthema. [&hellip;] Du hast in einer f&uuml;r Europa sehr schwierigen Phase die europ&auml;ische Einigung vorangebracht. Du hast die Initiative zu mehr Zusammenarbeit, mehr Miteinander im Bereich der Verteidigung ergriffen. Du hast die PESCO aus dem Dornr&ouml;schenschlaf erweckt. [&hellip;] Daf&uuml;r steht die R&uuml;stungskooperation allen voran mit Frankreich, um Kampfflugzeug und Kampfpanzer der Zukunft zu entwickeln. Daf&uuml;r steht der Einstieg in die Europ&auml;ische Verteidigungsunion.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.imi-online.de\/2019\/08\/28\/mit-von-der-leyen-zur-ruestungsunion\/\">Informationsstelle Militarisierung e.V.<\/a>\n<p><strong>dazu: Frieden und Zusammenarbeit statt Aufr&uuml;stung und Konfrontation!<\/strong><br>\nDeutschland darf sich an einer Politik der Konfrontation, der Sanktionen und der Aufr&uuml;stung nicht l&auml;nger beteiligen, sondern muss sich ihr widersetzen und daf&uuml;r Partner in Europa und weltweit suchen. Die Nutzung von Milit&auml;rbasen und anderer Infrastruktur in Deutschland f&uuml;r v&ouml;lkerrechtswidrige Kriege darf nicht gestattet werden. Wir fordern die Bundesregierung, die Parteien und die Medien in Deutschland auf, zu einer Politik des Friedens und der Abr&uuml;stung, der Entspannung und Verst&auml;ndigung, der Achtung des V&ouml;lkerrechts, der gemeinsamen Sicherheit in Europa und weltweit zur&uuml;ckzukehren, wie sie der Bundeskanzler und Friedensnobelpreistr&auml;ger Willy Brandt betrieben hat.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/nie-wieder-krieg.org\/\">Nie wieder Krieg!<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Sanktionen: Krieg mit anderen Mitteln<\/strong><br>\nSanktionen sind popul&auml;r wie nie, aber &uuml;ber ihre Folgen wird selten gesprochen. Sie seien keine Alternative zum Krieg &ndash; sondern Krieg mit anderen Mitteln, sagt der Islamwissenschaftler Fabian Goldmann. Den Preis bezahlt vor allem die Zivilbev&ouml;lkerung mit ihrem Leib und Leben.<br>\nKein Schuss wurde abgegeben. Keine Rakete abgefeuert. Kein Panzer in Bewegung gesetzt. Und dennoch forderte der Angriff mehr Menschenleben als die Atombombenabw&uuml;rfe von Hiroshima und Nagasaki zusammen. Die Wirtschaft eines ganzen Landes wurde zugrunde gerichtet, eine Gesellschaft zu Bittstellern verdammt. Allein die Zahl toter Kinder sollte UNICEF sp&auml;ter mit &uuml;ber eine halbe Million beziffern.<br>\nBald 30 Jahre nachdem die Vereinten Nationen die wirtschaftliche Totalblockade des Irak beschlossen, sind Sanktionen popul&auml;r wie nie: 8000 Strafma&szlig;nahmen gegen Staaten, Unternehmen und Einzelpersonen haben die USA derzeit verh&auml;ngt, 2000 allein in den letzten vier Jahren. &Uuml;ber 30 Staaten stehen auf der Sanktionsliste der EU. &Uuml;ber 150 Mal hat der UN-Sicherheitsrat in den letzten zehn Jahren wirtschaftliche Restriktionen beschlossen. Zum Vergleich: In den 90ern tat er dies nur f&uuml;nfmal.<br>\nVermeintliche Anl&auml;sse f&uuml;r neue Sanktionen finden westliche Politiker mittlerweile w&ouml;chentlich: Ein beschlagnahmter Tanker am Golf, Handelsstreit mit China, Gasbohrungen der T&uuml;rkei, pr&uuml;gelnde Polizisten in Russland&hellip; Es seien &bdquo;zielgerichtete Instrumente gegen Menschenrechtsverbrecher&ldquo;, hei&szlig;t es dann. Sie dienten dem &bdquo;diplomatischem Druck&ldquo; oder seien eine &bdquo;friedliche Alternative zum Krieg&ldquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunkkultur.de\/sanktionen-krieg-mit-anderen-mitteln.1005.de.html?dram:article_id=457320\">Deutschlandfunk Kultur<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Angriff auf die Ein-China-Politik (II)<\/strong><br>\nDeutsche Forderungen nach einer engeren Kooperation der westlichen M&auml;chte mit Taiwan und nach einer Anerkennung der Insel als eigenst&auml;ndiger Staat kn&uuml;pfen an die Bonner Politik der 1950er und 1960er Jahre an. Damals kn&uuml;pfte die Bundesrepublik schrittweise engere Beziehungen zu Taipeh; diese umfassten unter anderem die Entsendung einer Gruppe von Milit&auml;rberatern, darunter einstige Wehrmachtsoffiziere, die an der Ostfront Krieg gef&uuml;hrt hatten, nach Taiwan. R&uuml;cksichten auf deutsche Wirtschaftsbeziehungen zur Volksrepublik, die sich bereits in den 1950er Jahren wieder profitabel gestalteten, hielten die Bundesregierung von einer allzu offenen Zusammenarbeit mit Taipeh ab. Dennoch unterst&uuml;tzte Bonn Taipeh auch noch, nachdem es die Volksrepublik am 11. Oktober 1972 offiziell anerkannt hatte: So lieferte etwa der Bundesnachrichtendienst (BND) in den 1980er Jahren &ldquo;Starfighter&rdquo;-Kampfflugzeuge an Taiwan, w&auml;hrend er zugleich mit dessen Geheimdienst NSB kooperierte und BND-Personal in der NSB-Abh&ouml;rzentrale im S&uuml;den von Taipeh stationiert hatte.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.german-foreign-policy.com\/news\/detail\/8027\/\">German Foreign Policy<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Die Demokratie vor den Demokraten retten<\/strong><br>\nDer politische Betrieb rettet die Demokratie. Vor dem Rechtsruck, der AfD und r&uuml;ckst&auml;ndigen Ansichten. Nur nicht vor ihr selbst. Doch eigentlich geht es bei diesem Rettungsvorhaben nicht um die Demokratie, sondern um die Rettung des &raquo;Weiter-so&laquo;-Kurses.<br>\nAls die AfD sich anschlich, in den Bundestag einzuziehen, da nahmen alle etablierten Parteien ihren Kampf gegen die neue Rechtspartei erst richtig auf. Aus ganz verschiedenen Gr&uuml;nden. Die Union mochte deren Anti-Europa-Haltung nicht und die Sozialdemokraten mahnten deren Hetze an. F&uuml;r die Gr&uuml;nen waren sie nicht &ouml;kologisch genug und Die Linke verurteilte das fehlende soziale Programm beziehungsweise den programmatisch dokumentierten Sozialabbau.<br>\nMittlerweile wird der Kampf gegen die AfD aber viel existenzialistischer gef&uuml;hrt. Es geht nicht mehr blo&szlig; um programmatische K&auml;mpfe innerhalb der Parteiendemokratie, sondern um die Rettung der Demokratie h&ouml;chstselbst. Unter diesem Motto vereinigen sich &bdquo;die Demokraten&ldquo;, wie sie sich gemeinhin relativ unhinterfragt nennen d&uuml;rfen, um im Kampf gegen die AfD nicht einfach nur eine tats&auml;chlich problematische Partei zu schw&auml;chen. Das w&auml;re, und das haben auch die Medien l&auml;ngst begriffen, zu profan. So ist die Verteidigung der Demokratie Programm in Dauerschleife &ndash; in Bundestags- und Festreden, Talkshows und in sozialen Netzwerken.<br>\nEinbruch ins Paradies: Und pl&ouml;tzlich war die Demokratie in Gefahr &hellip;<br>\nUnter der Rettung der Demokratie macht man es nicht mehr. Sie ist zum inhaltsleeren Kult und Ritual geworden.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/makroskop.eu\/2019\/08\/die-demokratie-vor-den-demokraten-retten\/\">Makroskop<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>&Ouml;kologisch? Nicht die DB<\/strong><br>\nDiesel, Atomstrom, Glyphosat, Vollgas in Tunneln und sehr viel Beton: Die Bahn ist ein Umweltfrevler &ndash; unn&ouml;tigerweise. Exklusive Vorabver&ouml;ffentlichung aus Arno Luiks neuem Bahn-Buch &ldquo;Schaden in der Oberleitung&rdquo;.<br>\nDie Bahn br&uuml;stet sich seit vielen Jahren damit, dass sie ein klasse gr&uuml;nes Unternehmen sei, &ldquo;unsere Loks gew&ouml;hnen sich das Rauchen ab&rdquo;, dieser Werbeslogan der Deutschen Bundesbahn von 1968 begr&uuml;ndete das sch&ouml;ne Image der umweltfreundlichen Bahn, das sie bis heute aufwendig pflegt: &ldquo;Bahnfahren ist Umweltschutz.&rdquo; Das ist in den K&ouml;pfen der Bundesb&uuml;rger drin. Man glaubt es gern, auch das vielleicht noch: &ldquo;Wir wollen Umweltvorreiter werden und setzen daf&uuml;r Ma&szlig;st&auml;be in allen Bereichen. So fahren heute bereits rund 140 Millionen Reisende im Fernverkehr mit 100 Prozent &Ouml;kostrom.&rdquo;<br>\nMit dem Bahnfahren, das suggerieren die Imagekampagnen des Konzerns, rettet man das Klima. Die Bahn schafft, woran die Politik so kl&auml;glich versagt: die Energie- und Verkehrswende. Der Eisb&auml;r auf seiner schmelzenden Eisscholle muss diesem Klimaretter dankbar sein.<br>\nTats&auml;chlich?<br>\nDie Bahn AG ist Deutschlands gr&ouml;&szlig;ter Stromverbraucher, sie ben&ouml;tigt im Jahr mehr Strom als die Metropole Berlin. Um die Z&uuml;ge ins Rollen zu bringen und zu halten, verbraucht der Konzern um die 18 Milliarden Kilowattstunden.<br>\nIhr Fernverkehr, sagt die Bahn stolz, f&auml;hrt mit &Ouml;kostrom. Allerdings: Der Fernverkehr ist die fast kleinste Sparte im Konzern. Und der dort konkret verbrauchte &Ouml;kostrom kann sehr wohl aus Atomkraftwerken stammen. &Ouml;kostrom f&uuml;r die Fernz&uuml;ge hei&szlig;t lediglich: Die Bahn kauft genau so viel elektrische Energie aus erneuerbaren Quellen ein, wie sie im angeblich so sauberen Fernverkehr verbraucht.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.kontextwochenzeitung.de\/debatte\/439\/oekologisch-nicht-die-db-6148.html\">Kontext: Wochenzeitung<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Karten zeigen: Bedrohung weltweit Br&auml;nde w&uuml;ten nicht nur in Brasilien<\/strong><br>\nDer Regenwald am Amazonas brennt, Brasiliens Pr&auml;sident Bolsanero steht international als Buhmann da. Dabei droht die akute Lage in S&uuml;damerika eine sehr viel gr&ouml;&szlig;ere Entwicklung zu &uuml;berdecken. Eine Karte der Nasa zeigt, wo die Welt &uuml;berall in Flammen steht.<br>\nDie Br&auml;nde in Brasilien haben die Aufmerksamkeit der Welt&ouml;ffentlichkeit auf die dramatische Situation der Regenw&auml;lder im Amazonasbecken gelenkt. Dort, in der &ldquo;gr&uuml;nen Lunge&rdquo; der Erde, kommt es in diesem Jahr tats&auml;chlich zu sehr viel mehr Br&auml;nden als im Vorjahr. Riesige Mengen an CO2 und Rauchgasen steigen die Atmosph&auml;re auf. Der Klimaschutz erleidet &ndash; von der offiziellen brasilianischen Regierungspolitik ungehindert &ndash; einen empfindlichen R&uuml;ckschlag.<br>\nAllerdings brennt es bei Weitem nicht nur in Brasilien. Und l&auml;ngst nicht erst seit dem Amtsantritt von Brasiliens Pr&auml;sident Jair Bolsonaro. Das Problem ist tats&auml;chlich sehr viel umfangreicher: &Uuml;berall auf der Welt dringen Menschen in bislang weitgehend unber&uuml;hrte Waldgebiete vor, um Land urbar zu machen und f&uuml;r den Ackerbau oder die Viehzucht zu nutzen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/panorama\/Braende-wueten-nicht-nur-in-Brasilien-article21232523.html\">n-tv<\/a>\n<p><strong>dazu: Evo Morales und die Amazonas-Br&auml;nde: Boliviens linker Bolsonaro<\/strong><br>\nLange inszenierte sich Evo Morales als Bewahrer von Mutter Natur. Doch w&auml;hrend der Amazonas-Br&auml;nde zeigt Boliviens linker Staatschef einen &auml;hnlichen Umgang mit der Krise wie Brasiliens ultrarechter Pr&auml;sident. [&hellip;]<br>\nDoch zu dem Zeitpunkt konzentrierte sich die weltweite Aufmerksamkeit fast exklusiv auf Brasilien, wo die gr&ouml;&szlig;ten und meisten Feuer w&uuml;ten. Doch f&uuml;r das kleinere Bolivien, einer der &auml;rmsten Staaten Lateinamerikas, ist das Drama nicht weniger verheerend. Boliviens indigener Pr&auml;sident jedoch h&ouml;rte nicht hin, was Kary Mariscal zu sagen hatte. Es sei normal, dass es in diesen Tagen in der Steppe Boliviens brenne, und es sei okay, dass die Kleinbauern sich durch Brandrodungen Ackerland f&uuml;r ihre Viehwirtschaft verschafften, sagte Morales noch vergangene Woche.<br>\nBis er das Ausma&szlig; des Desasters in seinem Land begreifen sollte, vergingen noch ein paar Tage. Wirklich reagiert hat der Staatschef erst, als er merkte, dass die Feuer auch eine politische Katastrophe f&uuml;r ihn bedeuten k&ouml;nnten. [&hellip;]<br>\nIn Bolivien haben die Rodungen in den vergangenen Jahren stark zugenommen. Zwischen 2000 und 2010 verlor das Land 1,82 Millionen Hektar durch Abholzung, wie die Stiftung Freunde der Natur (FAN) schreibt. Aber auch in der j&uuml;ngsten Vergangenheit ist der Verlust an Wald weiter hoch. 2018 hat das Land nach Angaben des World Resources Institute (WRI) 154,488 Hektar Prim&auml;rwald verloren und war damit hinter Brasilien, der Demokratischen Republik Kongo, Indonesien und Kolumbien das Land mit den f&uuml;nftmeisten Verlusten.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/wissenschaft\/mensch\/evo-morales-und-die-amazonas-braende-boliviens-linker-bolsonaro-a-1284042.html%20\">Spiegel Online<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.A.:<\/strong> Es ist also &uuml;berall schlimm.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Nitrat-Streit mit EU: Abfuhr f&uuml;r zwei Ministerinnen<\/strong><br>\nEigentlich wollten die Ministerinnen Kl&ouml;ckner und Schulze in Br&uuml;ssel die Wogen im Nitrat-Streit gl&auml;tten. Doch der EU-Kommission reichen die Vorschl&auml;ge nicht aus. Deutschland muss eine Menge nachliefern &ndash; und das bald. [&hellip;]<br>\nBereits zuvor hatten der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), Politiker der Gr&uuml;nen und die Umweltschutzorganisation Greenpeace die Vorschl&auml;ge der Ministerinnen als unzureichend kritisiert. &ldquo;Was die Bundesregierung im Gep&auml;ck hat, reicht nicht aus, um die Nitrateintr&auml;ge in Deutschland nachhaltig zu reduzieren&rdquo;, erkl&auml;rte Martin Weyand, BDEW-Hauptgesch&auml;ftsf&uuml;hrer Wasser\/Abwasser. Der Schutz des Grundwassers gegen&uuml;ber der Landwirtschaft m&uuml;sse &ldquo;endlich Priorit&auml;t haben&rdquo;.<br>\nEin weiterer Kritikpunkt der EU: Die Bundesl&auml;nder m&uuml;ssen ihre &ldquo;roten Gebiete&rdquo; ausweisen, also eine &Uuml;bersicht &uuml;ber belastete Gebiete erstellen. Das ist f&uuml;r Br&uuml;ssel ein wichtiger Punkt. Niedersachsen k&uuml;ndigte etwa an, am 10. September entsprechende Karten vorzulegen. Doch die Zeit dr&auml;ngt: Bis Ende September m&uuml;ssen die Ministerien Br&uuml;ssel abschlie&szlig;end informieren. Dann erst kl&auml;rt sich, ob es zu einem Vertragsverletzungsverfahren kommt. Das k&ouml;nnte Deutschland viel Geld kosten &ndash; bis zu 900.000 Euro t&auml;glich.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/inland\/nitrat-grundwasser-deutschland-103.html\">Tagesschau<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>US-Bundesstaat Alaska: Trump will Nationalpark zur Abholzung freigeben<\/strong><br>\nIn Alaska gibt es nicht nur viel Schnee, sondern auch einen der gr&ouml;&szlig;ten Regenw&auml;lder Nordamerikas. Doch laut &ldquo;Washington Post&rdquo; will Pr&auml;sident Trump nun Teile des Tongass Nationalparks zur Abholzung freigeben.<br>\nUS-Pr&auml;sident Trump soll das Landwirtschaftsministerium aufgefordert haben, den Tongass Nationalpark in Alaska nicht l&auml;nger unter besonderen Schutz zu stellen. Das berichtet die &ldquo;Washington Post&rdquo; und bezieht sich auf ein Gespr&auml;ch zwischen Trump und dem Gouverneur des Staates Alaska, Mike Dunleavy. Sollte der Plan verabschiedet werden, k&ouml;nnten rund 38.500 Quadratkilometer bewirtschaftet werden. Die restliche Fl&auml;che des insgesamt etwa 67.500 Quadratkilometer gro&szlig;en Gebiets w&auml;re jedoch nicht betroffen.<br>\nDer Gr&ouml;&szlig;e des Parks entspricht ungef&auml;hr der Fl&auml;che Bayern. Es ist der gr&ouml;&szlig;te zusammenh&auml;ngende Regenwald au&szlig;erhalb der Tropen, mit einem einmaligen &Ouml;kosystem. Er ist deshalb besonders wichtig f&uuml;r Tiere und Menschen, sagen Umweltsch&uuml;tzer. Lokalpolitiker in Alaska dr&auml;ngen dagegen schon l&auml;nger darauf, die Beschr&auml;nkungen aufzuheben.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/trump-alaska-rodung-101.html\">Tagesschau<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>&ldquo;Kochland&rdquo;: How David Koch Helped Build an Empire to Shape U.S. Politics &amp; Thwart Climate Action<\/strong><br>\nBillionaire conservative donor David Koch died Friday at the age of 79 from prostate cancer. David Koch &mdash; who was worth some $42 billion &mdash; and his brother Charles poured massive amounts of money into funding climate change denial through conservative think tanks and politicians. The Koch brothers founded the political advocacy group Americans for Prosperity in 2004, which is credited with turning the &ldquo;tea party&rdquo; into a full-fledged political movement. They also backed &ldquo;right-to-work&rdquo; efforts, which aim to weaken labor rights and quash union membership. The brothers made their fortune running Koch Industries, the second-largest privately held company in the United States. We speak with the business journalist Christopher Leonard, who just last week published a major new book examining the business dealings of the Koch brothers. It&rsquo;s titled &ldquo;Kochland: The Secret History of Koch Industries and Corporate Power in America.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.democracynow.org\/2019\/8\/27\/christopher_leonard_kochland_koch_brothers\">Democracy Now<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Zementabbau in Indonesien: Dorfbewohner wehren sich gegen Gro&szlig;konzerne<\/strong><br>\nAuf Java zerst&ouml;rt die Zementindustrie Gebiete, die unter Naturschutz stehen. Widerstand kommt vor allem von einer sozialen Bewegung, die schon im 19. Jahrhundert gegr&uuml;ndet wurde. Dorffrauen und Bauern k&auml;mpfen f&uuml;r ein radikal einfaches und unabh&auml;ngiges Leben.<br>\nIm Zentrum der indonesischen Insel Java f&uuml;hrt die Fahrt entlang tiefgr&uuml;ner Reis-Terrassen an einem sanft ansteigenden Hang. Bergauf wird die Vegetation karger: Zwergb&auml;ume, Geb&uuml;sch, kleine Maisfelder zwischen zerkl&uuml;ftetem grau-wei&szlig;em Kalkstein. Karst nennen Geologen eine solche Landschaft. &ndash; Rembang, ein Distrikt in den Kendeng-Bergen.<br>\nPl&ouml;tzlich kahl geschabte grau-braune Fl&auml;chen, gelbe Bagger, Schaufellader. Riesige Kipper donnern auf einer nagelneuen Asphaltstra&szlig;e zu einem silbrig glitzernden Koloss aus Silos, Schloten und F&ouml;rderb&auml;ndern. Eine Zementfabrik. Grauer Staub liegt auf Maispflanzen und B&auml;umen. Kurz vor der Fabrik biegt eine holprige Erdstra&szlig;e ab nach Tegaldowo.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunkkultur.de\/zementabbau-in-indonesien-dorfbewohner-wehren-sich-gegen.979.de.html?dram:article_id=457423\">Deutschlandfunk Kultur<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Konferenz in Malaysia fordert Neustart der MH17-Untersuchungen<\/strong><br>\nDiskutiert wurden angebliche Unstimmigkeiten der JIT-Ermittlungen, unklar blieb aber, welche Rolle Malaysia, das die technische Leitung abgelehnt haben soll, zu Beginn von diesen spielte<br>\nAm 15. bis 17. August fand in Malaysia die internationale Konferenz &ldquo;MH17: The Quest for Justice&rdquo; statt, in der die strafrechtlichen Ermittlungen des Gemeinsamen Ermittlungsteams JIT als voreingenommen und mit Tunnelblick auf Russland kritisiert wurden. Als Ergebnis des unter Mitwirkung der Regierung veranstalteten Treffens wird gefordert, den geplanten Prozessbeginn im M&auml;rz in den Niederlanden zu verschieben, die Verfolgung der vier bislang Angeklagten einzustellen und ein neues Verfahren zu beginnen, das weitere Erkenntnisse mit einschlie&szlig;t. Kees van der Pijl, der ein Buch zu MH17 geschrieben hat, war dort als Gast, der Veranstalter hat dessen pers&ouml;nliche Zusammenfassung ver&ouml;ffentlicht. Nik Afanasjew hat im Freitag ebenfalls einen Bericht zur Tagung publiziert: West-Fernost-Konflikt.<br>\nDer malaysische Regierungschef Mahathir Mohamad, der schon zuvor dem JIT eine einseitige Ausrichtung auf Russland vorwarf, wurde gebeten, der Forderung Nachdruck zu verliehen. Als Mitglied des JIT neben den Niederlanden, Belgien, Australien und der Ukraine k&ouml;nnte Malaysia zumindest offenkundig machen, dass das JIT nicht einstimmig zu dem Ergebnis gekommen ist, dass mit der Hilfe von russischen Soldaten mit einer russischen Buk die MH17 abgeschossen wurde, vielleicht k&ouml;nnte auch mit einem Veto gedroht werden.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Konferenz-in-Malaysia-fordert-Neustart-der-MH17-Untersuchungen-4507874.html\">Telepolis<\/a>\n<\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. 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