{"id":54475,"date":"2019-09-01T09:00:25","date_gmt":"2019-09-01T07:00:25","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=54475"},"modified":"2019-08-30T10:46:13","modified_gmt":"2019-08-30T08:46:13","slug":"hinweise-der-woche-125","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=54475","title":{"rendered":"Hinweise der Woche"},"content":{"rendered":"<p>Am Wochenende pr&auml;sentieren wir Ihnen einen &Uuml;berblick &uuml;ber die lesenswertesten Beitr&auml;ge, die wir im Laufe der vergangenen Woche in unseren Hinweisen des Tages f&uuml;r Sie gesammelt haben. Nehmen Sie sich ruhig auch die Zeit, unsere werkt&auml;gliche Auswahl der <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?cat=19\">Hinweise des Tages<\/a> anzuschauen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (CW)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=54475#h01\">Brennender Regenwald<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=54475#h02\">Mietendeckel<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=54475#h03\">Der neue H&auml;userkampf<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=54475#h04\">Sanktionen: Krieg mit anderen Mitteln<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=54475#h05\">Angriff auf die Ein-China-Politik<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=54475#h06\">&ldquo;Bei uns sorgt der Tourismus nur f&uuml;r Ausbeutung&rdquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=54475#h07\">EU traut sich nicht, USA als Steueroase zu bezeichnen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=54475#h08\">Fr&uuml;herer EZB-Vize fordert neue Schulden von Deutschland<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=54475#h09\">Nach SPD-Vorsto&szlig;: OECD begr&uuml;&szlig;t Verm&ouml;gensteuer<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=54475#h10\">Vivantes setzt Ex-Betriebsrat unter Druck<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=54475#h11\">Verschleppte Verkehrswende viel teurer<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=54475#h12\">Da rollt noch was<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=54475#h13\">US-Milliard&auml;r Koch stirbt mit 79 Jahren<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=54475#h14\">Die Saarland-Connection<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=54475#h15\">Die Seele in neoliberalen Zeiten<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Urspr&uuml;nglich hatten wir geplant, in unserer Wochen&uuml;bersicht auch auf die lohnendsten redaktionellen Beitr&auml;ge der NachDenkSeiten zu verweisen. Wir haben jedoch schnell festgestellt, dass eine daf&uuml;r n&ouml;tige Vorauswahl immer damit verbunden ist, Ihnen wichtige Beitr&auml;ge vorzuenthalten. Daher m&ouml;chten wir Ihnen raten, am Wochenende doch einfach die Zeit zu nutzen, um sich unsere Beitr&auml;ge der letzten Wochen (noch einmal) anzuschauen. Vielleicht finden Sie dabei ja noch den einen oder anderen Artikel, den es sich zu lesen lohnt. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Brennender Regenwald<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Bolsonaros Brasilien: Die Vernichtung der gr&uuml;nen Lunge<\/strong><br>\nDie n&auml;chste UN-Klimakonferenz, die w&auml;hrend der ersten beiden Dezemberwochen im polnischen Katowice tagt, steht unter einem denkbar schlechten Stern: dem der Amtseinf&uuml;hrung des neuen brasilianischen Pr&auml;sidenten Jair Bolsonaro im Januar 2019. Dessen Wahl stellt nicht nur eine Katastrophe f&uuml;r die brasilianische Demokratie dar, sondern droht zugleich zu einer Umweltkatastrophe globalen Ausma&szlig;es zu werden.<br>\nDenn Bolsonaro hat seinen Wahlerfolg nicht zuletzt einer Gruppe zu verdanken: der in Brasilien &auml;u&szlig;erst m&auml;chtigen Agrarlobby. Das zeigt sein besonders starkes Abschneiden im agrarisch gepr&auml;gten Westen Brasiliens. In den Bundesstaaten Mato Grosso und Rond&ocirc;nia erhielt er im zweiten Wahlgang teilweise sogar &uuml;ber 70 Prozent der Stimmen. Zwar hat auch hier sicherlich die Klaviatur der &Auml;ngste aus Rassismus, Sexismus und Homophobie gewirkt, derer sich der Rechtsextremist bediente. Vor allem aber erkl&auml;rt sich das Wahlergebnis aus den materiellen Erwartungen seiner dortigen W&auml;hlerschaft. Die Landwirte erhoffen sich von Bolsonaro, dass er die Politik des Naturschutzes und der Respektierung der Rechte indigener V&ouml;lker, so unvollkommen diese auch immer ist, beendet und den weiteren Raubbau an der Natur legalisiert. Genau das hat Bolsonaro auch vor: W&auml;hrend des Wahlkampfes versprach er, &bdquo;keinen Zentimeter&ldquo; der Reservate der traditionell lebenden indigenen Bev&ouml;lkerung &uuml;brig zu lassen. Diese umfassen gut ein Zehntel des brasilianischen Territoriums und gro&szlig;e Teile des Amazonas-Regenwaldes und sch&uuml;tzen den Wald bislang vor Ausbeutung und Zerst&ouml;rung durch Landwirtschaft und Bergbau. (&hellip;) Doch Umweltschutz ist in Brasilien lebensbedrohlich:<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.blaetter.de\/archiv\/jahrgaenge\/2018\/dezember\/bolsonaros-brasilien-die-vernichtung-der-gruenen-lunge\">Bl&auml;tter f&uuml;r deutsche und internationale Politik<\/a><\/li>\n<li><strong>Der Mercosur-Vertrag: ein Anschlag auf den Regenwald<\/strong><br>\n&ldquo;Mehr Autos gegen mehr K&uuml;he.&rdquo; Auf diese Formel brachte Greenpeace das Freihandelsabkommen, das die EU auf dem G 20-Gipfel Anfang Juli mit den s&uuml;damerikanischen Mercosur-Staaten unterzeichnet hat. Der Vertrag l&auml;sst die gr&ouml;&szlig;te Freihandelszone der Welt entstehen (800 Millionen Menschen) &ndash; und er ist eine Schande. Die europ&auml;ischen Staatenlenker, die sich so besorgt zeigen &uuml;ber die Brandrodung der Amazonasw&auml;lder in Brasilien, sollten besch&auml;mt schweigen. Denn das Mercosur-Abkommen f&uuml;gt diesem wichtigsten Lungenfl&uuml;gel des Weltklimas verheerende Sch&auml;den zu. Unter dem Strich muss man feststellen: Die Industrielobby, die Pharmakonzerne, die europ&auml;ischen (vor allem die deutschen) Autobauer haben sich durchgesetzt gegen diejenigen, die eine &ouml;kologischere Landwirtschaft m&ouml;chten und dem Klimaschutz eine hohe Bedeutung zumessen. Das Mercosur-Abkommen erlaubt unter anderem mehr Rindfleischexporte, auch aus Brasilien, wo Billigfleisch unter katastrophalen Bedingungen produziert wird und die ganze Branche korruptionsverseucht ist. Kontrollen sind im Abkommen nicht vorgesehen. Es reicht die Versicherung der Regierung, dass es sich an die Vorschriften gebunden f&uuml;hlt. Das ist eine Kapitulation, ein Ausverkauf.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.nordbayern.de\/1.9249236\">N&uuml;rnberger Nachrichten<\/a>\n<p><strong>dazu: Br&auml;nde im Amazonasgebiet<\/strong><br>\nDeutschland und die EU beg&uuml;nstigen die Abholzung und Brandrodungen im Amazonasgebiet mit ihren umfangreichen Agrarimporten aus Brasilien seit Jahren. Schon lange werden Proteste dagegen laut, zumal im Auftrag von Brasiliens Agrarunternehmen immer wieder auch Morde an Kleinbauern begangen werden. Deutschland sei daran &ldquo;durch seine Importe von Produkten des brasilianischen Agro-Business mitschuldig&rdquo;, kritisierten beispielsweise Vertreter indigener Gemeinschaften vor rund drei Jahren. Das unl&auml;ngst geschlossene EU-Freihandelsabkommen mit dem Mercosur wird Brasiliens Agrarexporte weiter steigern und neue Anbaufl&auml;chen erforderlich machen; Fachleute warnen, Berlin und die EU seien deshalb auch an den aktuellen verheerenden Waldbr&auml;nden &ldquo;mitschuldig&rdquo;. Gestern haben die G7 &uuml;ber die K&ouml;pfe der brasilianischen Regierung hinweg Ma&szlig;nahmen zum Schutz des Regenwaldes angek&uuml;ndigt, dessen schwere Sch&auml;digung sie selbst mit verursacht haben. Im eigenen Land setzen sich die westlichen M&auml;chte f&uuml;r den Klimaschutz, den sie damit von Brasilien einfordern, nur unzureichend ein.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.german-foreign-policy.com\/news\/detail\/8023\/\">German Foreign Policy<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Auch in Indonesien brennt der Regenwald<\/strong><br>\nUm fruchtbares Land f&uuml;r Palm&ouml;l-Plantagen zu gewinnen, werden die Regenw&auml;lder Indonesiens massiv abgeholzt. Das hat fatale Folgen: Au&szlig;er in Brasilien stehen nun auch in dem s&uuml;dostasiatischen Land Zehntausende Hektar Regenwald in Flammen.<br>\nAu&szlig;er in Brasilien ereignen sich auch in Indonesien verheerende Waldbr&auml;nde. In den ersten f&uuml;nf Monaten dieses Jahres seien bereits rund 43.000 Hektar Regenwald betroffen gewesen, noch bevor die im Juni einsetzende Trockenzeit begonnen habe, berichtete der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) unter Berufung auf das indonesische Umwelt- und Forstministerium. Dies entspreche fast dem Doppelten der Fl&auml;che, die im gesamten, besonders regenreichen Vorjahr betroffen gewesen sei.<br>\nSeit Anfang August spitze sich die Lage insbesondere auf dem indonesischen Teil Borneos und auf Sumatra weiter zu. 6000 Helfer sind damit besch&auml;ftigt, die schweren Br&auml;nde zu l&ouml;schen. Am 9. August seien rund 2000 Brandherde registriert worden. &ldquo;Erst durch die Landnutzung, wie die Abholzung der W&auml;lder und die Trockenlegung von Mooren, werden tropische &Ouml;kosysteme &uuml;berhaupt feueranf&auml;llig&rdquo;, sagte Nabu-Regenwaldexperte Tom Kirschey.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/panorama\/Auch-in-Indonesien-brennt-der-Regenwald-article21230706.html\">n-tv<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Wer sind die Nutznie&szlig;er des billigen Palm&ouml;ls? Es sind die internationalen Lebensmittelkonzerne Nestl&eacute;, Unilever, Mondel&#275;z usw. Diese Kausalit&auml;ten spielen in der Klimadiskussion keine Rolle, stattdessen steht ganz im Sinne der neoliberaler Marktlogik das Konsumverhalten des Einzelnen im Fokus, der einfach die Produkte der Lebensmittelkonzerne nicht mehr kaufen sollte, dann w&uuml;rden diese auch reagieren. Auf die Idee, dass es Menschen gibt, die auf billige Lebensmittel angewiesen sind, kommt man dabei nicht.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>GOP Lobbyists Help Brazil Recruit U.S. Companies to Exploit the Amazon<\/strong><br>\nThis summer, fires are being used to clear wide swaths of the Amazon at an unprecedented rate. One-fifth of the Amazon has already been destroyed in the past 50 years; further industrialization of the rainforest risks destroying another fifth, a loss that would be catastrophic for the global ecosystem.<br>\nThe disaster is widely blamed on interests seeking to clear the world&rsquo;s largest rainforest for cattle ranching, mining, and export-focused agribusiness. Documents reveal that those interests are being pushed in the U.S. by Republican lobbyists, friendly with President Donald Trump&rsquo;s administration, who entered into talks with the Brazilian government to promote corporate investment in the Amazon.<br>\nThe crisis in the Amazon comes as Brazil is now governed by an administration openly hostile to environmental concerns and Indigenous communities. President Jair Bolsonaro, a former Army captain once viewed as a fringe figure in Brazilian politics, has been referred to himself as &ldquo;Captain Chainsaw&rdquo; for his drive to promote logging and agribusiness in the Amazon.<br>\nShortly after taking office in January, Bolsonaro slashed funding for Brazil&rsquo;s main environmental agency by 24 percent. And this week, after a report by Brazil&rsquo;s space research center revealed that fires in the Amazon are up 83% this year, Bolsonaro blamed the fires on international NGOs rather than his own anti-environmental policies.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/theintercept.com\/2019\/08\/23\/gop-lobbyists-help-brazil-recruit-u-s-companies-to-exploit-the-amazon\/\">The Intercept<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Mietendeckel<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>B&uuml;rgerliche Bei&szlig;reflexe gegen den Mietendeckel in Berlin<\/strong><br>\nDie &ldquo;Mainstream-Presse&rdquo; als Advokat der Besserverdienenden und der Konzerne<br>\nJahrelang gab es keinen Gesetzentwurf mehr, f&uuml;r den sich die linksgerichteten, sozial- und kapitalismuskritischen B&uuml;rger mal so richtig begeistern konnten. Die Mietpreisbremse etwa h&auml;tte so ein Thema sein k&ouml;nnen, hat den Anstieg der Mieten seit 2015 aber dann nur geringf&uuml;gig abgebremst.<br>\nNun kommt ein Vorschlag von einer rot-rot-gr&uuml;nen Landesregierung, genauer von der Berliner Senatorin f&uuml;r Stadtentwicklung Katrin Lompscher von der Linkspartei. Ein Vorschlag, der endlich klare Kante zeigt gegen Mietspekulanten, Immobilienkonzerne und Renditedenken. Und prompt bricht ein Kampfgeschrei los und auf die politischen Akteure nieder, die es gewagt haben, den fast heiligen &ldquo;freien Markt&rdquo; antasten zu wollen und ihn in seine Schranken zu weisen.<br>\nEin Teil dieser Kritiker hatte zuvor kritisiert, die Mietpreisbremse sei nicht wirkungsvoll. Wenn dann aber ausnahmsweise wirkungsvolle Politik in Aussicht gestellt wird, dann steht die Front wie eine kaum &uuml;berwindbare Mauer zwischen dem m&ouml;glichen besseren Leben f&uuml;r die Bev&ouml;lkerung und der marktkonformen Realpolitik eines durch Wirtschaftslobbyisten durchsetzten Politikbetriebs.<br>\nDer nun geleakte Gesetzesentwurf sieht im Prinzip vor, die Mieten in Berlin auch f&uuml;r bestehende Mietverh&auml;ltnisse fest zu deckeln. Und zwar geordnet nach dem Baujahr der Geb&auml;ude. Mehr als rund 8 Euro pro Quadratmeter netto f&uuml;r sch&ouml;ne Altbauten soll kein Mieter kassieren d&uuml;rfen, egal in welchen Geb&auml;uden, egal in welchem Stadtteil. In anderen Geb&auml;uden soll es maximal deutlich weniger sein. Dies ist eine sensationelle (angek&uuml;ndigte) Ma&szlig;nahme, um endlich der Segregation, also der sozialr&auml;umlichen Trennung von armen und reichen Menschen entgegenzuwirken &ndash; Stichwort Gentrifizierung. Damit gibt die Politik den Forderungen aus der Zivilgesellschaft nach bezahlbaren Mieten ein St&uuml;ck weit statt. Bravo, kann man da als Mieter in Berlin nur rufen!<br>\nZu diesem Anlass wollen wir doch mal schauen, was die deutsche Mainstreampresse zum geleakten ersten Gesetzentwurf f&uuml;r einen Mietendeckel im Stadtstaat Berlin so denkt:&hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Buergerliche-Beissreflexe-gegen-den-Mietendeckel-in-Berlin-4507009.html\">Telepolis<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Marco Wenzel:<\/strong> Aufregung im L&auml;ndle, es rauscht im Bl&auml;tterwald. Scheinbar drohen Enteignungen, Deutschland ist auf dem Weg zum Sozialismus! Gott sei bei uns. Auch der Spiegel schl&auml;gt sich gleich auf die Seite des Privateigentums: Die uneinsichtige Frau Wagenknecht unterst&uuml;tze ihre GenossInnen in Berlin bei ihrem Vorschlag und dies &bdquo;ungeachtet heftiger Kritik&ldquo; der &bdquo;Experten&ldquo;. Die Kritik geht in den Medien in etwa so: wenn die Immobilienbesitzer nicht mehr genug Reibach bei der Vermietung ihrer Wohnungen machen, dann gibt das &bdquo;falsche Signale&ldquo; an den Markt, dann fliehen die Investoren und dann werden die Menschen in Berlin bald kein Dach &uuml;ber dem Kopf mehr haben. Das hat man dann davon, wenn man in den &bdquo;Markt&ldquo; eingreift. Teure Wohnungen oder keine Wohnungen, was wollt ihr lieber?<\/em><\/p>\n<p><em>Schauen wir doch mal ganz unaufgeregt, was ein unabh&auml;ngiger Experte sagt:<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Verfassungsrechtler Christian Pestalozza: &bdquo;Was Berlin macht, ist n&ouml;tig&ldquo;<\/strong><br>\n(&hellip;) Ist denn grundlegend der Eingriff in den Markt rechtens?<br>\nWir sind in einem Sektor, der nicht v&ouml;llig dem Markt &uuml;berlassen werden soll. Es geht ja um Daseinsvorsorge und das muss reguliert werden k&ouml;nnen. Das ist in der Tendenz in Ordnung und entspricht sogar einer sozialstaatlichen Verpflichtung.<br>\nWelche Rechtsg&uuml;ter sind ber&uuml;hrt?<br>\nEinerseits die Wohnungseigent&uuml;mer. Das Eigentum ist laut Verfassung gesch&uuml;tzt. Gleichzeitig soll Eigentum, das sozial relevant ist und auf dessen Nutzung die Bev&ouml;lkerung angewiesen ist, dem Wohl der Allgemeinheit dienen. Zwischen beiden muss vermittelt werden. Es darf auch nicht die soziale Komponente zu sehr im Vordergrund stehen, so dass der Eigent&uuml;mer daran gehindert wird, sein Eigentum bewirtschaften zu k&ouml;nnen. Er muss eine Ertragsm&ouml;glichkeit haben. Auch diese ist durch die Verfassung gesch&uuml;tzt. Und andererseits m&uuml;ssen auch diejenigen, die sehr wenig Geld haben ein Dach &uuml;ber dem Kopf haben. Das muss der Staat in eine Balance bringen. Man kann die Eigent&uuml;mer beschr&auml;nken und zugleich die Mieter unterst&uuml;tzen. Die Bewertung h&auml;ngt dann vom Ergebnis ab&hellip;<br>\nWohnen ist Teil des Gemeinwesens. Hat man das in den letzten Jahren vergessen, wenn man sich die Spekulationen vergegenw&auml;rtigt?<br>\nDie Politik hat dem Markt vertraut. Sie wollte nicht alles in die Hand nehmen. Man hat es nicht untersch&auml;tzt, aber das Vertrauen in die regulierenden Kr&auml;fte des Marktes war vielleicht zu gro&szlig;. Man war sehr zur&uuml;ckhaltend. Beim Mietspiegel etwa sieht man dieses Z&ouml;gern. Als Grundlage zul&auml;ssiger H&ouml;chstmieten wurde hier eine Statistik genommen, die bedeutet, dass der Vermieter daf&uuml;r sorgen kann, dass die Obergrenze st&auml;ndig steigt. In Berlin hat man die Zeichen der Zeit erkannt. (&hellip;)<br>\nDer Vorsto&szlig; ist also in diesem Sinne durchaus vern&uuml;nftig?<br>\nDie Ungekl&auml;rtheit dieser Rechtsfragen ist f&uuml;r das Land Berlin kein Grund, die H&auml;nde in den Scho&szlig; zu legen. Man muss das Risiko in Kauf nehmen, wenn man einen Handlungsbedarf erkennt. Wenn der Bund, aus welchen Gr&uuml;nden auch immer, nicht t&auml;tig wird, ist es v&ouml;llig legitim, dass ein Land die Dinge in die Hand nimmt. Da w&uuml;rde ich jeden Landesgesetzgeber zu ermuntern. Wenn das vor dem Verfassungsgericht keinen Bestand hat, dann wissen wir es dann zumindest.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/berlin\/mietendeckel-verfassungsrechtler-christian-pestalozza---was-berlin-macht--ist-noetig--33068670\">Berliner Zeitung<\/a><\/li>\n<li><strong>Linken-Fraktionschef &uuml;ber Mietendeckel: &bdquo;Wir lassen uns nicht erpressen&ldquo;<\/strong><br>\nLinken-Fraktionschef Udo Wolf sieht die Verhandlungen zum Berliner Mietendeckel durch die &ouml;ffentlichen Diskussionen der Koalitionspartner gef&auml;hrdet und fordert, mehr &uuml;ber Inhalte zu reden.<br>\nDer Mietendeckel spaltet. Im Netz herrscht Lagerdenken. Sind sie zufrieden &uuml;ber den Verlauf der Diskussionen?<br>\nNein, weil wir wichtige Verhandlungen zu einem zentralen Projekt von Rot-Rot-Gr&uuml;n f&uuml;hren und &ouml;ffentliche Dispute zwischen den Koalitionspartnern drohen, diese kaputt zu spielen. Deshalb war es n&ouml;tig, am Dienstag das verabredete Verfahren des Eckpunkte-Beschlusses vom 18. Juni nochmal in der Koalition zu best&auml;tigen. Wir halten an Vorhaben und Verfahren fest. Das geleakte Vorpapier f&uuml;hrte nur zur Diskussion dar&uuml;ber, wer verliert und wer gewinnt in der Koalition, bevor das Gesetzgebungsverfahren &uuml;berhaupt beginnt. Das ist nicht zielf&uuml;hrend.<br>\nApropos Gewinner, die Linke z&auml;hlt dazu beim Mietendeckel. Bedienen Sie durch radikale Vorschl&auml;ge Ihre W&auml;hler, die Sie in Rot-Roten Zeiten aus den Augen verloren?<br>\nStimmt nicht. Wir haben fr&uuml;her unsere W&auml;hlerinnen nicht aus den Augen verloren und jetzt auch nicht. Ge&auml;ndert hat sich die Art und Weise, wie Konflikte in der Koalition ausgetragen werden. Wir lassen uns nicht mehr erpressen. Eine Dreierkonstellation muss anders funktionieren. Deshalb lautet die Frage: Was will Rot-Rot-Gr&uuml;n mit dem Mietendeckel? Dazu gab es eine Verabredung. Im Fr&uuml;hjahr hat die SPD von uns einen Entwurf gefordert, schnellstm&ouml;glich. Wir haben eine Ressort-&uuml;bergreifende Arbeitsgruppe vorgeschlagen zu Rechtsfragen und was auf Landesebene m&ouml;glich ist und sinnvoll. Darauf warfen uns einige Sozialdemokraten Verz&ouml;gerungstaktik vor und dass wir nur auf Vergesellschaftung setzen. [&hellip;]<br>\nIn wenigen Tagen legt Senatorin Lompscher den Gesetzesentwurf vor mit staatlichen Mietobergrenzen. Die sind gut so?<br>\nEs ist ein Papier mit einer Tabelle und Hinweisen geleakt worden, kein Referentenentwurf. Welche Mietobergrenzen letztlich im Gesetzesentwurf stehen, werden wir sehen. Um den Deckel rechtssicher zu machen, braucht es f&uuml;r die Obergrenzen Kriterien. Eines davon benennt der Eckpunktebeschluss, n&auml;mlich die Mieth&ouml;he zum Zeitpunkt, als der Markt als noch nicht angespannt galt. Der Mietspiegel 2011 ist dieser Ausgangspunkt.<br>\nUnd Sie haben kein Verst&auml;ndnis f&uuml;r die Panik kleiner Vermieter, die deshalb dann schlagartig Minus machen?<br>\nDass diese auf Grundlage von Falschinformationen in Panik geraten, verwundert mich nicht. Das Gesetz auf Grundlage des Eckpunktebeschlusses des Senats vom 18. Juni wird nicht nur aus einer noch zu verhandelnden Mietobergrenzentabelle bestehen. Es wird Regelungen enthalten, die wirtschaftliche Unzumutbarkeiten und H&auml;rtef&auml;lle regeln. Ob und welche Eingriffe in bestehende Mietvertr&auml;ge im Gesetz enthalten sein werden ist noch nicht entschieden.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/berlin\/linken-fraktionschef-ueber-mietendeckel-wir-lassen-uns-nicht-erpressen\/24953398.html\">Tagesspiegel<\/a><\/li>\n<li><strong>Geplanter Mietendeckel belastet Immobilienmarkt Berlin<\/strong><br>\nExperten f&uuml;rchten, dass ein gro&szlig;er Teil der eigentlich f&uuml;r Berlin bestimmten Investitionen durch den Mietendeckel an andere Standorte umgeleitet werden k&ouml;nnte.<br>\nF&uuml;r Vonovia, den gr&ouml;&szlig;ten privaten Wohnungskonzern Deutschlands, ist die Sache klar: &bdquo;Sollte der Gesetzentwurf so kommen, dann k&ouml;nnte ein gro&szlig;er Teil der f&uuml;r Berlin geplanten Investitionen in andere Standorte umgeleitet werden&ldquo;, erkl&auml;rt eine Sprecherin auf Handelsblatt-Anfrage. Man werde die Wohnungen, die sich im Bau bef&auml;nden, fertigstellen. &Uuml;ber neue Projekte m&uuml;sste dann gesondert diskutiert werden. Der Konzern besitzt rund 40&thinsp;000 Wohnungen in der Hauptstadt.<br>\nMit der Absicht, Investitionen in Berlin zu senken oder gar zu stoppen, steht Vonovia nicht allein da. Laut einer Umfrage unter den Mitgliedsunternehmen des Landesverbandes Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen Berlin-Brandenburg (BFW) wollen 72 Prozent der Unternehmen geplante Investitionen stoppen oder ganz aufgeben.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/amp.handelsblatt.com\/finanzen\/immobilien\/gesetzentwurf-geplanter-mietendeckel-belastet-immobilienmarkt-berlin\/24946038.html\">Handelsblatt<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Deutlicher l&auml;sst sich nicht illustrieren, dass das essentielle Bed&uuml;rfnis nach einer Wohnung nicht den Finanzspekulanten &uuml;berlassen werden darf. Die Ank&uuml;ndigungen der Immobilienkonzerne sind nichts anderes als ein Erpressungsversuch, mit dem unliebsame politische Entscheidungen beeinflusst werden sollen. Eine weitere Indikation daf&uuml;r, dass die Initiative die Immobilienspekulanten zu enteignen absolut richtig ist. Weiter entlarvend die absolute Feigheit der Parteien der neoliberalen Mitte davor endlich eine entscheidende Wende in der Wohnungspolitik gegen die Interessen der herrschenden Oligarchie einzuleiten. Dazu sollte man nicht vergessen, dass der Ausgangspunkt der ganzen Misere die Verscherbelung des kommunalen Wohnungsbestandes, nicht nur in Berlin, an Immobilienkonzerne ist. Auch dies eine politische Entscheidung.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Kann nicht und wird nicht funktionieren<\/strong><br>\nDer jetzt bekannt gewordene Vorschlag f&uuml;r eine Deckelung der Mieten in Berlin w&auml;re ein R&uuml;ckfall in die sozialistische Wohnungswirtschaft der DDR, kommentiert Sebastian Engelbrecht. Aber diese Zeiten seien zum Gl&uuml;ck vorbei und realsozialistische Einheitsmieten k&ouml;nnten nicht verordnet werden.<br>\n&bdquo;Den Sozialismus in seinem Lauf halten weder Ochs noch Esel auf&ldquo;, d&uuml;rfte Katrin Lompscher gedacht haben, als sie ihre Referenten den Entwurf zum Berliner Mietengesetz schreiben lie&szlig;. Das Ergebnis w&uuml;rde bei einem Linken-Parteitag als sozialistische Mietenpolitik gefeiert werden. Zum Gl&uuml;ck aber regiert die SED-Nachfolgepartei in Berlin nicht allein und wird dieser Stadt ihre realsozialistischen Einheitsmieten nicht verordnen k&ouml;nnen. &hellip;<br>\nSollte dieser Plan Wirklichkeit werden, k&ouml;nnten hunderttausende Berliner eine drastische Mietabsenkung verlangen &ndash; sie m&uuml;ssten sie nur bei ihrem Bezirksamt beantragen. Abgesehen von dem un&uuml;berschaubaren b&uuml;rokratischen Aufwand w&uuml;rde das einen R&uuml;ckfall in die sozialistische Wohnungswirtschaft bedeuten.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/vorschlag-fuer-mietendeckel-in-berlin-kann-nicht-und-wird.720.de.html?dram:article_id=457305\">Deutschlandfunk<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Nur als ein Beispiel aus dem vielstimmigen Chor der &bdquo;Qualit&auml;tsmedien&ldquo; gegen die Deckelung der Mieten in Berlin. Wieder zeigt sich, welche Interessen in den deutschen Redaktionsstuben oberste Priorit&auml;t haben, auch beim Deutschlandfunk, der wie so oft als dezidiertes Sprachrohr f&uuml;r die Interessen der herrschenden Oligarchie fungiert, in deren Besitz sich ein Gro&szlig;teil aller nicht selbstgenutzter Immobilien befindet. Geht es der herrschenden Oligarchie an die Profite droht nat&uuml;rlich &bdquo;sozialistische Planwirtschaft&ldquo;. Gibt es ebenso staatlich umgesetzte Steuersenkungen f&uuml;r die obersten 10 Prozent ist das nat&uuml;rlich kein Problem.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Mietendeckel: Enteignung!!! Die DDR kommt wieder!!!<\/strong><br>\nZwei Drittel der Berliner bef&uuml;rworten einen Mietendeckel, wenn die Mieten zu stark ansteigen. Das Bundesverfassungsgericht sagt, dass &bdquo;preisrechtliche Vorschriften, die durch sozialpolitische Ziele legitimiert werden, verfassungsrechtlich nicht ausgeschlossen sind&ldquo;. Die Mietpreisexplosion in Berlin und anderen St&auml;dten muss gestoppt werden.<br>\n&bdquo;Enteignung!&ldquo;, schreien Immobilienwirtschaft, die Medien und die Bataillone der Besitzenden in CDU, CSU, AfD und FDP. Es ist ein Aufschrei der Dummheit.<br>\nEs f&auml;llt den Gegnern des Mietendeckels gar nicht auf, dass in Deutschland von Enteignung immer nur geredet wird, wenn den Wohlhabenden, den Reichen etwas weggenommen wird. Wenn der &auml;rmeren H&auml;lfte der Bev&ouml;lkerung etwas weggenommen wird, reden sie nie von Enteignung, sondern von &bdquo;G&uuml;rtel enger schnallen&ldquo;, von &bdquo;internationaler Wettbewerbsf&auml;higkeit&ldquo;, &bdquo;wirtschaftlicher Vernunft&ldquo; oder von &bdquo;&uuml;berzogenem Anspruchsdenken, dem Einhalt geboten werden muss&ldquo;.<br>\nSie haben es immer noch nicht kapiert: In unserer &bdquo;freien Marktwirtschaft&ldquo; wird entweder den Armen etwas weggenommen, oder den Reichen. Wer die Mieten st&auml;ndig erh&ouml;ht, nimmt der &auml;rmeren H&auml;lfte der Bev&ouml;lkerung etwas weg. Wer einen Mietendeckel durchsetzt, schm&auml;lert die Rendite der Immobilienwirtschaft oder die Mieteinnahmen der Wohlhabenden.<br>\nNachdem in den letzten Jahrzehnten immer nur von unten nach oben umverteilt wurde, sprich die Armen enteignet wurden und das Eigentum der Wohlhabenden immer gr&ouml;&szlig;er wurde, muss jetzt ein Deckel drauf. Der Mietendeckel ist ein Anfang. Sonst kommt nicht die DDR, sondern Adolf wieder.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/oskarlafontaine\/photos\/a.198567656871376\/2484794194915366\/?type=3&amp;theater\">Oskar Lafontaine via facebook<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Der neue H&auml;userkampf<\/strong><br>\nDie Europ&auml;ische B&uuml;rgerinitiative &bdquo;Housing for All&ldquo; fordert eine soziale Wohnungspolitik<br>\nSelbst der Internationale W&auml;hrungsfonds (IWF) in Washington, gewiss kein Kapitalismus-Kritiker, warnt: Die Explosion der Wohnungsmieten und Wohnungspreise in den St&auml;dten der reichen Staaten gef&auml;hrdet die wirtschaftliche Entwicklung. 60 Prozent Mietsteigerung seit einem Jahrzehnt. Die Erf&uuml;llung von &bdquo;basic needs&ldquo;, der Grundbed&uuml;rfnisse f&uuml;r die Mehrheit der Menschen, n&auml;mlich ausk&ouml;mmliche Arbeit, gesunde Ern&auml;hrung, sicheres Wohnen, ist gef&auml;hrdet, so der IWF. Mit anderen Worten: Es geht um die elementaren Menschenrechte.<br>\nDie Immobilienspekulation in den USA hatte 2008 die Finanz- und Wirtschaftskrise ausgel&ouml;st. Trotzdem wurden Banken und Investoren nicht an die Kandare genommen, im Gegenteil. Der gr&ouml;&szlig;te Kapitalorganisator der westlichen Welt, BlackRock, ber&auml;t die Zentralbanken, auch die Europ&auml;ische Zentralbank (EZB). Und die gaben BlackRock&amp;Co &uuml;ppige Kredite zum Nullzins, damit unter anderem in Deutschland mit Vonovia, Deutsche Wohnen, LEG und TAG in wenigen Jahren die gr&ouml;&szlig;ten Wohnungskonzerne zusammenkauft werden konnten. Berlin, M&uuml;nchen, Warschau, Barcelona, Stockholm, Salzburg &ndash; gezielt werden in den &bdquo;Schwarmst&auml;dten&ldquo; Wohnungen aufgekauft, wo &not;ohnehin schon Wohnungsnot herrscht und wo noch mehr Menschen zuziehen. (&hellip;)<br>\nDie &bdquo;Konservativen&ldquo; unter Margret Thatcher in Gro&szlig;britannien haben in der EU, der Europ&auml;ischen Union, den Anfang &not;gemacht. Die CDU\/CSU\/FDP-Regierung unter Kanzler Helmut Kohl, CDU, hat die Gemeinn&uuml;tzigkeit der Wohnungsgenossenschaften aufgehoben, hat die Eigenbedarfsk&uuml;ndigung der Wohnungsk&auml;ufer eingef&uuml;hrt, hat in ihrem Privatisierungswahn die Eisenbahnerwohnungen verkauft. Dann holte die SPD\/Gr&uuml;ne-Regierung unter Kanzler Gerhard Schr&ouml;der, SPD, die &bdquo;Heuschrecken&ldquo; Fortress, Cerberus, Permira, Whitehall ins Land. Und schlie&szlig;lich kamen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel, CDU, die ganz Gro&szlig;en wie BlackRock.<br>\nGleichzeitig haben die Regierungen in der gesamten EU den sozialen Wohnungsbau zur&uuml;ckgefahren. Die EU schr&auml;nkte die Kreditaufnahme der Mitgliedsstaaten ein. Und zugleich lassen die Unternehmen die Arbeitseinkommen stagnieren, auch mithilfe der EU-weit nachgeahmten vier deutschen Hartz-Gesetze. Mit der Digitalisierung werden jetzt noch mehr prek&auml;re Arbeitsverh&auml;ltnisse geschaffen, w&auml;hrend die Mieten steigen, auch f&uuml;r die gesuchten &bdquo;Fachkr&auml;fte&ldquo; und f&uuml;r das &not;Personal in Krankenh&auml;usern und in den &ouml;ffentlichen Verwaltungen.<br>\nDa kommt nun aus Wien, der europ&auml;ischen Stadt mit den meisten &ouml;ffentlichen Wohnungen, der Ansto&szlig;: Wir starten eine europaweite B&uuml;rgerinitiative, weil Wohnen ein Menschenrecht ist. Bereits im M&auml;rz 2019 gr&uuml;ndeten sieben B&uuml;rger*innen aus &Ouml;sterreich, Kroatien, Spanien, Portugal, Schweden, Zypern und Deutschland die Europ&auml;ische B&uuml;rgerinitiative &bdquo;Housing for All!&ldquo;, &bdquo;Wohnen f&uuml;r alle&ldquo;. &bdquo;Wir m&uuml;ssen der Spekulation mit Wohnraum radikal entgegentreten. Das zerst&ouml;rt unsere Gesellschaft, das ist der &not;Boden der radikalen Rechten in Europa! Da m&uuml;ssen wir ein Zeichen setzen&ldquo;, sagt die Sprecherin der Initiative.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/publik.verdi.de\/2019\/ausgabe-05\/gewerkschaft\/titel\/seite-1\/der-neue-haeuserkampf\">Werner R&uuml;gemer in ver.di-publik<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Sanktionen: Krieg mit anderen Mitteln<\/strong><br>\nSanktionen sind popul&auml;r wie nie, aber &uuml;ber ihre Folgen wird selten gesprochen. Sie seien keine Alternative zum Krieg &ndash; sondern Krieg mit anderen Mitteln, sagt der Islamwissenschaftler Fabian Goldmann. Den Preis bezahlt vor allem die Zivilbev&ouml;lkerung mit ihrem Leib und Leben.<br>\nKein Schuss wurde abgegeben. Keine Rakete abgefeuert. Kein Panzer in Bewegung gesetzt. Und dennoch forderte der Angriff mehr Menschenleben als die Atombombenabw&uuml;rfe von Hiroshima und Nagasaki zusammen. Die Wirtschaft eines ganzen Landes wurde zugrunde gerichtet, eine Gesellschaft zu Bittstellern verdammt. Allein die Zahl toter Kinder sollte UNICEF sp&auml;ter mit &uuml;ber eine halbe Million beziffern.<br>\nBald 30 Jahre nachdem die Vereinten Nationen die wirtschaftliche Totalblockade des Irak beschlossen, sind Sanktionen popul&auml;r wie nie: 8000 Strafma&szlig;nahmen gegen Staaten, Unternehmen und Einzelpersonen haben die USA derzeit verh&auml;ngt, 2000 allein in den letzten vier Jahren. &Uuml;ber 30 Staaten stehen auf der Sanktionsliste der EU. &Uuml;ber 150 Mal hat der UN-Sicherheitsrat in den letzten zehn Jahren wirtschaftliche Restriktionen beschlossen. Zum Vergleich: In den 90ern tat er dies nur f&uuml;nfmal.<br>\nVermeintliche Anl&auml;sse f&uuml;r neue Sanktionen finden westliche Politiker mittlerweile w&ouml;chentlich: Ein beschlagnahmter Tanker am Golf, Handelsstreit mit China, Gasbohrungen der T&uuml;rkei, pr&uuml;gelnde Polizisten in Russland&hellip; Es seien &bdquo;zielgerichtete Instrumente gegen Menschenrechtsverbrecher&ldquo;, hei&szlig;t es dann. Sie dienten dem &bdquo;diplomatischem Druck&ldquo; oder seien eine &bdquo;friedliche Alternative zum Krieg&ldquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunkkultur.de\/sanktionen-krieg-mit-anderen-mitteln.1005.de.html?dram:article_id=457320\">Deutschlandfunk Kultur<\/a>\n<p><strong>dazu: Bundesregierung: &ldquo;Keine Erkenntnisse&rdquo; zu US-Sanktionen gegen Venezuela<\/strong><br>\nNegative Auswirkungen der US-Ma&szlig;nahmen gegen Venezuela werden in Berlin nicht untersucht. Deutsche Diplomaten schweigen im UN-Sicherheitsrat<br>\nDie Bundesregierung sieht derzeit keinen Anlass, m&ouml;gliche menschen- und v&ouml;lkerrechtliche Auswirkungen der seit 2015 mehrfach versch&auml;rften US-amerikanischen Sanktionen gegen Venezuela zu untersuchen. Das geht aus den Antworten auf eine Kleine Anfrage von Linken-Bundestagsabgeordneten, darunter Andrej Hunko hervor. Die Bundesregierung vermeidet damit eine Positionierung zu der zunehmenden Kritik an den US-Ma&szlig;nahmen gegen Venezuela. Menschenrechtsorganisationen und UN-Vertreter haben in den vergangenen Wochen und Monaten mehrfach davor gewarnt, dass die US-Sanktionen die humanit&auml;re Krise in dem s&uuml;damerikanischen Land versch&auml;rfen und das Leid vergr&ouml;&szlig;ern k&ouml;nnten. Die US-Regierung begr&uuml;ndet die Strafma&szlig;nahmen offen mit ihrem Plan, die amtierende Regierung von Pr&auml;sident Nicol&aacute;s Maduro zu st&uuml;rzen und den selbsternannten Interimspr&auml;sidenten Juan Guaid&oacute; einzusetzen. Guaid&oacute; wird auch von der Bundesregierung anerkannt. (&hellip;)<br>\nHunko kritisiere &uuml;ber den Kurznachrichtendienst Twitter das &ldquo;laute Schweigen&rdquo; der Bundesregierung zu den offensichtlichen negativen Auswirkungen der US-Wirtschaftssanktionen gegen Venezuela. Durch ihr aktives Wegschauen mache sich die Bundesregierung mitschuldig an der Verschlechterung der Lage in Venezuela und dem Ausbleiben einer politischen L&ouml;sung, sagte der Linken-Abgeordnete gegen&uuml;ber der Presse: &ldquo;Offenbar ist auch sie bereit, das Leid von Millionen und den Tod von Tausenden Menschen in Kauf zu nehmen, um die Regierung Maduro zu st&uuml;rzen.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/amerika21.de\/2019\/08\/230629\/usa-venezuela-deutschland-sanktionen\">amerika21<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Angriff auf die Ein-China-Politik<\/strong><br>\nEin Abgeordneter aus dem Bundestag pl&auml;diert nach Gespr&auml;chen mit dem taiwanischen Au&szlig;enminister f&uuml;r einen Bruch mit der Ein-China-Politik und f&uuml;r die Anerkennung Taiwans als eigenst&auml;ndiger Staat. Die westlichen M&auml;chte sollten sich zudem bem&uuml;hen, Taiwan zur Mitgliedschaft in den Vereinten Nationen zu verhelfen, forderte k&uuml;rzlich der FDP-Abgeordnete Ulrich Lechte, Mitglied im Ausw&auml;rtigen Ausschuss des Parlaments, bei einem Aufenthalt in Taiwans Hauptstadt Taipeh. Seine Forderung erfolgt zu einer Zeit, zu der Washington seine Unterst&uuml;tzung f&uuml;r Taiwan intensiviert und dabei auch seine R&uuml;stungsexporte auf die Insel steigert; erst vor wenigen Tagen hat US-Pr&auml;sident Donald Trump der Lieferung von Kriegsger&auml;t im Wert von acht Milliarden US-Dollar an Taipeh zugestimmt, darunter 66 Kampfjets des Typs F-16. Neben US-Kriegsschiffen queren mittlerweile auch franz&ouml;sische Marineeinheiten die Stra&szlig;e von Taiwan, um den Druck auf Beijing zu erh&ouml;hen. Auch die Forderung nach einer Entsendung deutscher Kriegsschiffe in die Stra&szlig;e von Taiwan wird laut&hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.german-foreign-policy.com\/news\/detail\/8024\/\">German Foreign Policy<\/a>\n<p><strong>dazu: Hinter einer TV-gefertigten Protestgeschichte aus Hongkong setzt Washington auf Nativismus und Mobgewalt.<\/strong><br>\nDie zunehmend fremdenfeindlichen Proteste in Hongkong gehen mit Hilfe von US-Regime-change-Outfits und einem rechtsgerichteten lokalen Medien-Tycoon mit engen Verbindungen zu Hardlinern in Washington ins Chaos &uuml;ber. Pr&auml;sident Donald Trump twitterte am 13. August, dass er sich &bdquo;nicht vorstellen kann, warum&ldquo; die Vereinigten Staaten f&uuml;r die chaotischen Proteste verantwortlich gemacht werden, die Hongkong erfasst haben.<br>\nTrumps Verwirrung mag verst&auml;ndlich sein, wenn man die sorgf&auml;ltig betriebene Erz&auml;hlung der US-Regierung und ihres inoffiziellen Medienapparates betrachtet, die die Proteste als organischen &bdquo;pro-demokratischen&ldquo; Ausdruck der Basisjugend dargestellt haben. Ein Blick unter die Oberfl&auml;che dieses &uuml;bervereinfachten, made-for-television-Skripts zeigt jedoch, dass das wild antichinesische Netzwerk hinter den Demonstrationen mit Hilfe von Millionen von Dollar von der US-Regierung sowie eines mit Washington verbundenen lokalen Medientycoons kultiviert wurde.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/linkezeitung.de\/2019\/08\/21\/hinter-einer-tv-gefertigten-protestgeschichte-aus-hongkong-setzt-washington-auf-nativismus-und-mobgewalt\/\">Linke Zeitung<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung Marco Wenzel:<\/strong> Die Unterst&uuml;tzung des Westens f&uuml;r die Regierungsgegner in HK geht Hand in Hand mit dem Versuch, Taiwan als unabh&auml;ngigen Staat neben China anzuerkennen. Die Strategie dahinter ist das Bestreben, langfristig sowohl HK als auch Taiwan China zu &bdquo;entrei&szlig;en&ldquo;.<\/em><\/p>\n<p><em>Zu den Unruhen in HK siehe auch: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=54247\">Massenproteste in Hong-Kong<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=54420\">Hongkong &ndash; der neue Systemkonflikt<\/a>.<\/em><\/p>\n<p><strong>dazu auch: US-Pr&auml;sident Trump rastet aus<\/strong><br>\nVor seinem Abflug zum G7-Gipfel in Frankreich erkl&auml;rte US-Pr&auml;sident Donald Trump, die USA h&auml;tten &raquo;etwas Knatsch&laquo; mit China &ndash; &raquo;und wir werden gewinnen&laquo;. China habe die Vereinigten Staaten &uuml;ber viele Jahre ausgenutzt. &raquo;Wir wollen, dass das aufh&ouml;rt.&laquo; (&hellip;)<br>\nNoch vor Wochen hatte der US-Pr&auml;sident seine Einsch&auml;tzung wiederholt, es sei f&uuml;r ihn ein Leichtes, Handelskriege zu gewinnen. Jetzt muss er feststellen, dass Xi nicht bereit ist, einzulenken und den USA einen Abbau der hohen chinesischen Export&uuml;bersch&uuml;sse sowie den Verzicht auf missliebige Gesch&auml;ftspraktiken ohne amerikanische Verabredungen zuzusagen. Festzuhalten ist daher: Es wird auf absehbare Zeit kein Arrangement im Wirtschaftskrieg zwischen den USA und der VR China geben. Im Gegenteil: Diese Auseinandersetzung wird weiter eskalieren und auf andere Nationalstaaten ausstrahlen. Die Immer wieder ge&auml;u&szlig;erte Bef&uuml;rchtung von einer Versch&auml;rfung der Abw&auml;rtstendenz in der Global&ouml;konomie ist eingetreten.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.sozialismus.de\/kommentare_analysen\/detail\/artikel\/us-praesident-trump-rastet-aus\/\">Sozialismus Aktuell<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>&ldquo;Bei uns sorgt der Tourismus nur f&uuml;r Ausbeutung&rdquo;<\/strong><br>\n48 Stunden soll in Spaniens Touristen-Hochburgen der Ausnahmezustand gelten: &ldquo;Las Kellys&rdquo;, eine Vereinigung der Zimmerm&auml;dchen, hat f&uuml;r das ganze Wochenende Streiks und Proteste angek&uuml;ndigt &ndash; mitten in der Urlaubssaison.<br>\nDer Tourismus in Spanien boomt, die Zahl der Urlauber stieg von 68 Millionen im Jahr 2015 auf knapp 83 Millionen im vergangenen Jahr. Rund 200.000 &ldquo;Camareras de piso&rdquo; machen ihre Betten, putzen die B&auml;der, machen den Dreck weg. Der Begriff l&auml;sst sich auf Deutsch am ehesten mit Zimmerm&auml;dchen &uuml;bersetzen. 99 Prozent der Besch&auml;ftigen sind Frauen.<br>\nViele wollen nun am Sonntag in zahlreichen St&auml;dten des Landes abends auf die Stra&szlig;en gehen, um auf ihre prek&auml;ren Arbeitsbedingungen und eine aus ihrer Sicht &ldquo;zunehmend brutale Ausbeutung&rdquo; in Hotels und anderen Touristenunterk&uuml;nften aufmerksam zu machen. Auf den Balearen-Inseln Ibiza und Formentera soll die Arbeit das ganze Wochenende &uuml;ber komplett ruhen.<br>\nRegionalverb&auml;nde der &ldquo;Las Kellys&rdquo;, 2016 als Interessenvertretung gegr&uuml;ndet, organisieren die Aktionen. Myriam Barros, Pr&auml;sidentin des Vereins, will sich auf Versprechungen von Spaniens Tourismusministerin, Reyes Maroto, wonach sich die Lage bessern soll, lieber nicht verlassen. (&hellip;)<br>\nBarros: Das Problem ist, dass ein Gro&szlig;teil der Zimmerm&auml;dchen &uuml;ber Zeitarbeitsfirmen angestellt ist. Dadurch k&ouml;nnen sich die Hoteliers aus der Verantwortung stehlen. Die Arbeitsvertr&auml;ge, die von den externen Firmen mit den Reinigungskr&auml;ften abgeschlossen werden, sind meist stark befristet &ndash; manchmal auf mehrere Wochen, manchmal sogar nur auf Tage. Der K&uuml;ndigungsschutz ist schlecht und<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/karriere\/zimmermaedchen-streik-in-spanien-warum-sich-viele-frauen-ausgebeutet-fuehlen-a-1283209.html\">Spiegel Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers H.M.:<\/strong> Dann bekommt auch der gemeine Tourist mal mit, was die &ldquo;Unsichtbaren&rdquo; f&uuml;r ihn leisten! Die Ausbeutung wird im Urlaub vor allem auch auf Kreuzfahrtschiffen gern ausgeblendet.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>EU traut sich nicht, USA als Steueroase zu bezeichnen<\/strong><br>\nDie USA erf&uuml;llen alle Bedingungen, um auf eine schwarze Liste der EU zu Steueroasen zu kommen. Trotzdem passiert nichts. Aus Angst vor Donald Trumps Reaktion? (&hellip;)<br>\nDie EU-Finanzminister hatten die sogenannte schwarze Liste der EU-Steueroasen Ende 2017 als Reaktion vor allem auf den Lux-Leaks-Skandal eingef&uuml;hrt. Durch die &ouml;ffentliche Benennung von Steueroasen wollen sie erreichen, dass die betroffenen L&auml;nder ihr Verhalten &auml;ndern und beispielsweise am Austausch von Informationen von Finanzkonten teilnehmen.<br>\nEin Grund f&uuml;r die Zur&uuml;ckhaltung gegen&uuml;ber den USA ist wohl, dass sich die wirtschaftspolitischen Streitf&auml;lle der EU mit der Regierung Donald Trumps h&auml;ufen. Wenn die USA nun neben Belize oder den Vereinigten Arabischen Emiraten als Steueroase gelistet w&uuml;rden, k&ouml;nnte Trump das als Kampfansage verstehen.<br>\nF&uuml;hrende Parlamentarier kritisieren die weiche Linie der Europ&auml;er. &ldquo;Klare Kante ist die einzige Sprache, die Donald Trump versteht&rdquo;, sagt Fabio De Masi, Bundestagsabgeordneter f&uuml;r die Linkspartei. &ldquo;Es kann nicht sein, dass die EU-Liste ausgerechnet die gr&ouml;&szlig;te Steueroase der Welt &ndash; die USA &ndash; ausnimmt.&rdquo;<br>\nUnterst&uuml;tzung erh&auml;lt er vom CSU-Europaparlamentarier Markus Ferber. &ldquo;Viele US-Bundesstaaten wie Delaware sind Steueroasen&rdquo;, sagt er. &ldquo;Die USA geh&ouml;ren daher l&auml;ngst auf die schwarze Liste.&rdquo;<br>\nDas sehen auch die Gr&uuml;nen im Europaparlament so. &ldquo;Wenn die schwarze Liste halten soll, was sie verspricht&rdquo;, sagt Finanzexperte Sven Giegold, &ldquo;dann m&uuml;ssen die USA zwingend genannt werden.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/soziales\/steueroasen-eu-traut-sich-nicht-usa-als-steueroase-zu-bezeichnen-a-1283306.html\">Spiegel Online<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Fr&uuml;herer EZB-Vize fordert neue Schulden von Deutschland<\/strong><br>\nDer fr&uuml;here Vizepr&auml;sident der Europ&auml;ischen Zentralbank (EZB), V&iacute;tor Const&acirc;ncio, hat das Festhalten der Bundesregierung an der schwarzen Null kritisiert. &ldquo;Ich denke, diese Haltung macht keinen wirtschaftlichen Sinn&rdquo;, sagte Const&acirc;ncio dem SPIEGEL.<br>\nIn einer Situation, in der der Privatsektor mehr sparen will als investieren, &ldquo;sollte der Staat sein Defizit ausweiten und seine Investitionen sowie das Angebot an Staatsanleihen erh&ouml;hen&rdquo;, erkl&auml;rte der portugiesische &Ouml;konom. &ldquo;Das w&uuml;rde dann auch zu h&ouml;heren Zinss&auml;tzen und einem niedrigeren Leistungsbilanz&uuml;berschuss f&uuml;hren. Damit w&uuml;rde Deutschland also gleich mehrere Probleme auf einmal l&ouml;sen.&rdquo;<br>\nDie Renditen f&uuml;r deutsche Staatsanleihen waren zuletzt ins Minus gerutscht &ndash; sogar f&uuml;r solche Papiere mit 30-j&auml;hriger Laufzeit. Der Bund kann sich also f&uuml;r sehr lange Zeitspannen Geld zum Nulltarif leihen und bekommt daf&uuml;r sogar noch Geld von den Investoren geschenkt.<br>\nZugleich steuert die deutsche Wirtschaft auf eine Rezession zu. Sogar das Bundeskanzleramt geht mittlerweile davon aus, dass das Bruttoinlandsprodukt im laufenden dritten Quartal zum zweiten Mal in Folge schrumpft. Entsprechend werden die Forderungen nach staatlichen Konjunkturhilfen lauter.<br>\nAuch die Europ&auml;ische Zentralbank d&uuml;rfte angesichts der schwachen Wirtschaftslage wieder aktiv werden. Const&acirc;ncio, der im Mai 2018 nach acht Jahren als Vizepr&auml;sident bei der EZB ausgeschieden war, erwartet, dass der EZB-Rat im September weitere Zinssenkungen oder Anleihek&auml;ufe ank&uuml;ndigen wird. Es sei &ldquo;wahrscheinlich&rdquo;, dass solche Ma&szlig;nahmen kommen, sagte er. &ldquo;Das Problem ist aber: Die Geldpolitik allein wird nicht ausreichen, wenn der wirtschaftliche Abschwung in eine Rezession f&uuml;hrt. Dann wird die Fiskalpolitik im gesamten Euroraum aktiver werden m&uuml;ssen. Es gibt dazu keine Alternative.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/soziales\/ezb-ex-vize-vitor-constancio-fordert-neue-schulden-von-deutschland-a-1282976.html\">Spiegel Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung J.K.:<\/strong> Eine Stimme der Vernunft. Aber wie sagte es Olaf Scholz: Ein deutscher Finanzminister, ist ein deutscher Finanzminister. Bei stumpfem Dogmatismus sind Vernunft und Logik fehl am Platz.<\/em><\/p>\n<p><strong>dazu: Verm&ouml;gensverwalter Fiskalpolitik soll die Aktien retten<\/strong><br>\nKonjunkturprogramme r&uuml;cken immer weiter in den Fokus. Verm&ouml;gensverwalter wie Kames Capital glauben, dass eine expansive Fiskalpolitik den B&ouml;rsen hilft.<br>\nW&auml;hrend man in Deutschland noch z&ouml;gert, sind die Niederlande schon einen Schritt weiter. Die Regierung im Nachbarland erw&auml;gt einem Zeitungsbericht zufolge, bis zu 50 Milliarden Euro neue Schulden aufzunehmen, um damit Infrastruktur- und Bildungsprojekte anzusto&szlig;en. Details k&ouml;nnten bei der Pr&auml;sentation des Haushalts f&uuml;r 2020 am 17. September bekanntgegeben werden.<br>\nEs sind solche Meldungen, die Stephen Jones zuversichtlich stimmen. Er ist sich sicher: Alles kommt an den M&auml;rkten nur halb so schlimm, wie es viele Anleger derzeit bef&uuml;rchten. Der Anlagechef von Kames Capital, einer Tochter des niederl&auml;ndischen Versicherers Aegon, sieht gute Chancen, dass der Aufschwung an den Aktienb&ouml;rsen in die Verl&auml;ngerung geht. Dabei hofft er besonders auf Konjunkturspritzen in L&auml;ndern der Europ&auml;ischen Union.<br>\nDie Verschuldung der einzelnen Staaten sei kein Problem, sagt der Chefstratege des Verm&ouml;gensverwalters, der 40 Milliarden Euro betreut, im Gespr&auml;ch mit dem Handelsblatt. Und die Finanzierung einer &bdquo;gr&uuml;nen Agenda&ldquo; zur Umsetzung klimapolitischer Ziele falle in Zeiten von Minuszinsen nicht schwer.<br>\nJones ist &uuml;berzeugt von der Effektivit&auml;t expansiver Fiskalpolitik: Die Haushaltsdisziplin, wie sie in Deutschland gegenw&auml;rtig noch zu beobachten sei, &bdquo;hat uns nirgendwo hingebracht und kein langfristiges Wachstum ausgel&ouml;st&ldquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.handelsblatt.com\/finanzen\/anlagestrategie\/trends\/vermoegensverwalter-fiskalpolitik-soll-die-aktien-retten\/24934650.html?share=twitter\">Handelsblatt<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung Andr&eacute; Tautenhahn:<\/strong> Erstaunlich, welche Kreise das Modell der &bdquo;Schw&auml;bischen Hausfrau&ldquo; als gescheitert betrachten und inzwischen nach expansiver Fiskalpolitik rufen, doch ausgerechnet ein Sozialdemokrat im Finanzministerium steht weiterhin auf der Bremse.<\/em><\/p>\n<p><strong>dazu auch: FDP-Chef: Lindner will Staats&uuml;berschuss an B&uuml;rger aussch&uuml;tten<\/strong><br>\nMehr Geld f&uuml;r alle: Geht es nach FDP-Chef Lindner, soll der Staat seinen Gewinn an die B&uuml;rger ausbezahlen. Das soll die Konjunktur ankurbeln.<br>\nFDP-Chef Christian Lindner fordert, den Staats&uuml;berschuss an die B&uuml;rger ausbezahlen oder zum Schuldenabbau einzusetzen. &ldquo;Der Staat hat den Menschen Geld abgenommen, f&uuml;r das keine Leistung erbracht wurde &ndash; das gibt man im Gesch&auml;ftsleben zur&uuml;ck&rdquo;, sagte Lindner der &ldquo;Bild&rdquo;. &ldquo;Ich fordere, mit dem &Uuml;berschuss entweder Schulden zu tilgen oder das Geld als Einmalzahlung an die B&uuml;rger zu &uuml;berweisen.&rdquo;<br>\nF&uuml;r eine vierk&ouml;pfige Familie k&auml;men laut Lindners Berechnungen 600 Euro zusammen. Angesichts der Wirtschaftslage k&ouml;nne das &ldquo;eine wichtige Konjunkturhilfe&rdquo; sein. Denn durch das zus&auml;tzliche Geld k&ouml;nnte die Nachfrage in Schwung gebracht werden.<br>\nDer deutsche Staat hat im ersten Halbjahr 2019 nach vorl&auml;ufigen Ergebnissen des Statistischen Bundesamtes einen Milliarden&uuml;berschuss erzielt. Trotz der Konjunkturflaute nahmen Bund, L&auml;nder, Gemeinden und Sozialversicherungen unter dem Strich rund 45,3 Milliarden Euro mehr ein, als sie ausgaben.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/soziales\/christian-lindner-fdp-chef-will-buergern-staatsueberschuss-geben-a-1284207.html\">Spiegel Online<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.A.:<\/strong> Es macht misstrauisch, dass Lindner tats&auml;chlich mal NICHT das ganze Geld nur den Reichsten der Reichen zukommen lassen will (Abschaffung des Soli f&uuml;r alle, Abschaffung der Gewerbesteuer&hellip;) und, noch erstaunlicher, mit dieser Art &ldquo;Helikoptergeld&rdquo; die Nachfrage (!!) (woher kennt Lindner das Wort?) anregen will. Schaut man n&auml;her hin, dann geht es um 150 Euro pro Person bzw. satte 12,5 Milliarden Euro. Anscheinend verfolgt Lindner weiter das Ziel, den Staat auszuhungern und zu privatisieren; die Message ist immer dieselbe: &ldquo;der Staat pl&uuml;ndert den B&uuml;rger aus&rdquo;, als w&uuml;rde der Staat nicht u. a. die Daseinsvorsorge bereitstellen. Statt der bescheidenen 12 Euro pro Person und Monat w&auml;re das Geld z. B. in einem Ausbau des Internets oder der Bahn oder in mehr Pflegekr&auml;ften viel besser angelegt.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Nach SPD-Vorsto&szlig;: OECD begr&uuml;&szlig;t Verm&ouml;gensteuer<\/strong><br>\nEine Verm&ouml;gensteuer in Deutschland? &Uuml;ber diese Frage streiten gerade die Parteien. Die OECD ist sich da aber sicher &ndash; solch eine Steuer w&auml;re &ldquo;vorteilhaft&rdquo; und &ldquo;verteilsgerecht&rdquo;.<br>\nDie Organisation f&uuml;r wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hat sich f&uuml;r eine Verm&ouml;gensteuer in Deutschland ausgesprochen. Grunds&auml;tzliche sehe man Vorteile in einer Verm&ouml;gensbesteuerung, sagte die OECD-Deutschland-Expertin Nicola Brand der Nachrichtenagentur Reuters.<br>\nEigene Studien zeigten, dass &ldquo;sie weniger verzerrend wirkt und damit weniger negative Effekte auf das Wirtschaftswachstum hat als zum Beispiel eine hohe Besteuerung von Arbeitseinkommen&rdquo;, erl&auml;uterte Brand. Weil Verm&ouml;gen in Deutschland sehr ungleich verteilt sind, sei die Steuer zudem &ldquo;in der Regel verteilsgerecht&rdquo;.<br>\nAls weitere steuerliche Ma&szlig;nahmen in Deutschland bef&uuml;rworte die OECD au&szlig;erdem eine h&ouml;here Besteuerung von Grund und Boden durch eine Neubewertung, &ldquo;die als Steuerbemessungsgrundlage herangezogen wird&rdquo;, so Brand weiter. &ldquo;Es gibt auch Raum f&uuml;r eine h&ouml;here Erbschaftssteuer, auch f&uuml;r Familienunternehmen.&rdquo;&hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/inland\/vermoegenssteuer-113.html\">Tagesschau<\/a>\n<p><strong>dazu: Die Wiedereinf&uuml;hrung der Verm&ouml;gensteuer ist ein Gebot der Gerechtigkeit<\/strong><br>\nDie Wiedereinf&uuml;hrung der Verm&ouml;gensteuer ist ein Gebot der Gerechtigkeit, denn der soziale Rechtsstaat ist ein Steuerstaat. Er finanziert die Erf&uuml;llung seiner Aufgaben nicht &uuml;ber eigenes wirtschaftliches Handeln, sondern durch Besteuerung.<br>\nSteuern sind naturgem&auml;&szlig; unbeliebt. Der Widerstand gegen die Erhebung neuer Steuern l&auml;sst sich jedoch nur &uuml;berwinden, wenn f&uuml;r die Steuerpflichtigen auch die Steuergerechtigkeit sichtbar wird.<br>\nSteuergerechtigkeit verlangt eine Besteuerung nach der wirtschaftlichen Leistungsf&auml;higkeit. Davon, dass Verm&ouml;gen Ausdruck wirtschaftlicher Leistungsf&auml;higkeit ist, geht das Grundgesetz schlie&szlig;lich ganz selbstverst&auml;ndlich aus. Und zwar indem es den Ertrag der Verm&ouml;gensteuer ebenso wie den der Erbschaftsteuer ausdr&uuml;cklich den L&auml;ndern zuweist. [&hellip;]<br>\nDie Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts steht der Erhebung einer Verm&ouml;gensteuer nicht entgegen. Das Gericht betont vielmehr immer wieder das verfassungsrechtliche Gebot, die Besteuerung an der wirtschaftlichen Leistungsf&auml;higkeit auszurichten. Beanstandet hat das Bundesverfassungsgericht 1995 die bis dahin erhobene Verm&ouml;gensteuer nur deshalb, weil sie gleichheitswidrig Immobilienverm&ouml;gen viel niedriger belastete als Kapital- und sonstiges Verm&ouml;gen. Der damalige Verfassungsrichter B&ouml;ckenf&ouml;rde hat in seinem Sondervotum zu der Entscheidung auf einen wichtigen Faktor hingewiesen: Die Abschaffung der Verm&ouml;gensteuer beschneide die M&ouml;glichkeit des Staates zur Korrektur gesellschaftlicher Entwicklungen. Das zeigt sich nun in der Ansammlung immer gr&ouml;&szlig;erer Verm&ouml;gen in den H&auml;nden immer weniger Menschen.<br>\nDas Sozialstaatsprinzip verpflichtet aber zu einem Ausgleich der sozialen Gegens&auml;tze und zu der Sorge f&uuml;r eine gerechte Sozialordnung, gerade auch durch die gerechte Ausgestaltung des Steuersystems.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/amp.handelsblatt.com\/meinung\/gastkommentar-die-wiedereinfuehrung-der-vermoegensteuer-ist-ein-gebot-der-gerechtigkeit\/24942932.html\">Joachim Wieland in Handelsblatt<\/a><\/p>\n<p><strong>und: Union kontert SPD und will Unternehmenssteuern senken<\/strong><br>\nDie Pl&auml;ne der SPD zu einer Wiedereinf&uuml;hrung einer Verm&ouml;genssteuer sto&szlig;en in der Union und der Industrie auf wenig Begeisterung. Die Unionsfraktion im Bundestag fordert stattdessen eine Deckelung &ndash; und damit eine Senkung &ndash; der Unternehmensbesteuerung.<br>\nSo wirft CDU-Generalsekret&auml;r Paul Ziemiak der SPD eine &bdquo;billige Neiddebatte&ldquo; vor. Die SPD versuche, &bdquo;Die Linke&ldquo; zu kopieren, sagte Ziemiak am Freitag in Berlin. &bdquo;Mit der Union wird es keine Besteuerung von Verm&ouml;gen geben&ldquo;, stellte Ziemiak fest. &bdquo;Was wir jetzt brauchen sind nicht zus&auml;tzliche Steuern, sondern Entlastungen f&uuml;r die Wirtschaft und Investitionen in die Zukunft des Standortes Deutschland.&ldquo; (&hellip;)<br>\nStattdessen pocht die Union auf eine Senkung der Unternehmenssteuern und begr&uuml;ndet das mit dem internationalen Wettbewerbs und der konjunkturellen Abk&uuml;hlung. &bdquo;Unser Ziel ist es, die Steuerbelastung sowohl f&uuml;r Kapitalgesellschaften als auch f&uuml;r Personengesellschaften f&uuml;r nicht ausgesch&uuml;ttete Gewinne bei maximal 25 Prozent zu deckeln&ldquo;, hei&szlig;t es in einem am Freitag ver&ouml;ffentlichten Papier der CDU\/CSU-Bundestagsfraktion, das von den Abgeordneten Fritz G&uuml;ntzler (CDU) und Sebastian Brehm (CSU) erarbeitet wurde. De facto liege die Belastung aber bei 30 bis 35 Prozent, bei Personengesellschaften sogar bei 45 Prozent.<br>\n&bdquo;Es gibt einen erheblichen Handlungsbedarf&ldquo;, sagte G&uuml;ntzler. Die Vereinigten Staaten h&auml;tten die Unternehmenssteuern auf 21 Prozent gesenkt, Frankreich peile 25 Prozent an, viele andere L&auml;nder wollten nachziehen. Die deutschen Unternehmen m&uuml;ssten mehr Spielr&auml;ume haben, um Investitionen t&auml;tigen zu k&ouml;nnen. &bdquo;Um weiterhin ein konkurrenzf&auml;higer Standort zu bleiben, muss Deutschland daher auf die Ver&auml;nderungen in der internationalen Steuerlandschaft reagieren&ldquo;, hei&szlig;t es in dem Papier. Die letzte gro&szlig;e Unternehmenssteuerreform liege &uuml;ber zehn Jahre zur&uuml;ck.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/arm-und-reich\/union-kontert-spd-und-will-unternehmenssteuern-senken-16347911.html\">FAZ<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.A.:<\/strong> Warum ist die Forderung nach h&ouml;heren Steuern eine &ldquo;billige Neiddebatte&rdquo;? Ist die Erh&ouml;hung des Mehrwertsteuersatzes auch das Ergebnis einer Neiddebatte (&ldquo;die Mittelschicht hat zu viel Geld&rdquo;)? Und warum verh&auml;lt sich die Union jedes Mal so extrem destruktiv? Wer eine viel zu hohe Ungleichheit durch Versch&auml;rfung der Ungleichheit angehen will, wer angesichts einer strukturellen Unterfinanzierung des Staatshaushalts (Infrastruktur, Bildung, Soziales&hellip;) und einer Schwarzen Null noch mehr Steuersenkungen f&uuml;r die Reichsten der Reichen fordert, der will mit aller Macht unsere Gesellschaft zerst&ouml;ren, auch den Rest, der jetzt noch funktioniert. Und was f&uuml;r eine Begr&uuml;ndung soll das hier sein: &ldquo;Die letzte gro&szlig;e Unternehmenssteuerreform liege &uuml;ber zehn Jahre zur&uuml;ck.&rdquo;? Hei&szlig;t das, die Unternehmen haben das Anrecht auf eine radikale Steuersenkung mindestens alle 10 Jahre? Ich kann mich immer wieder nur wundern, welche 20 Prozent der deutschen Bev&ouml;lkerung immer noch diese extremistischen Parteien der Gesellschaftszerst&ouml;rung durch organisierte Umverteilung von unten nach oben w&auml;hlen.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung Christian Reimann:<\/strong> Auff&auml;llig ist auch, dass der Lobbyverband der hiesigen Industrie, die sonst stets auf die &bdquo;Freiheit des Weltmarktes&ldquo; pocht, nun wieder einmal nach dem Staat ruft und der CDU offensichtlich nichts anderes einf&auml;llt als deren W&uuml;nschen zu folgen.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Vivantes setzt Ex-Betriebsrat unter Druck<\/strong><br>\nAls der ehemalige Vivantes-Betriebsrat Volker Gernhardt den Pflegenotstand kritisiert, will er damit eigentlich Gutes tun: f&uuml;r Patienten wie Pflegekr&auml;fte. Jetzt wirft Vivantes ihm Geheimnisverrat vor und droht mit Klage.<br>\nVolker Gernhardt hat als Betriebsrat die Arbeitsbedingungen in der Pflege beim landeseigenen Klinikkonzern Vivantes jahrelang aus n&auml;chster N&auml;he erlebt. &Uuml;berlastung, Stress, zu wenig Zeit f&uuml;r die Patienten, solche Klagen h&ouml;rt er auch noch, seit er vor einem Jahr in den Ruhestand gegangen ist. Im Fr&uuml;hjahr wollte er wissen, ob die neuen Betreuungsschl&uuml;ssel, die Bundesgesundheitsminister Jens Spahn mit Jahresbeginn in einigen Stationen eingef&uuml;hrt hatte, diesen Notstand verbessern &ndash; und rechnete nach.<br>\nSeine Erkenntnis: Was bei Vivantes bisher Standard war, wird sich auch mit den neuen Personalvorgaben des Gesundheitsministers kaum &auml;ndern. Auch dann w&auml;ren auf den betreffenden Stationen immer noch etwa doppelt so viele Pflegekr&auml;fte pro Schicht n&ouml;tig, um die von Vivantes selbst gesteckten Ma&szlig;st&auml;be zu erf&uuml;llen. Der rbb hatte &uuml;ber Gernhardts Schlussfolgerungen berichtet.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.rbb24.de\/politik\/beitrag\/2019\/08\/vivantes-whistleblower-pflege-pflegenotstand-berlin.html\">rbb 24<\/a>\n<p><strong>dazu: Daten zum Pflegenotstand ver&ouml;ffentlicht: Vivantes setzt Whistleblower unter Druck<\/strong><br>\nWas zum guten Ton in der Au&szlig;endarstellung geh&ouml;rt, das wei&szlig; man beim landeseigenen Klinikkonzern Vivantes. Die Unternehmensf&uuml;hrung betone einen respektvollen Umgang miteinander, hei&szlig;t es auf der Homepage des Unternehmens. &bdquo;Zentrales Thema ist dabei: eine transparente F&uuml;hrung des Gesundheitsunternehmens.&ldquo; Allerdings beansprucht der Vorstand offenbar ein Transparenz-Monopol &ndash; also darauf, Transparenz entweder herzustellen, oder sie zu verhindern, wenn sie zu unbequem wird. Einen Whistleblower und langj&auml;hrigen Betriebsrat setzt Vivantes jedenfalls juristisch unter Druck.<br>\nDer Berliner Zeitung liegt ein von allen drei Gesch&auml;ftsf&uuml;hrern unterzeichnetes Schreiben vor, in dem der Konzern seinem fr&uuml;heren Mitarbeiter Volker Gernhardt mit rechtlichen Schritten droht. Er hatte Daten an die &Ouml;ffentlichkeit gebracht, die das Ausma&szlig; des Personalnotstands in der Krankenhauspflege verdeutlichen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/berlin\/daten-zum-pflegenotstand-veroeffentlicht-vivantes-setzt-whistleblower-unter-druck-33080476\">Berliner Zeitung<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Verschleppte Verkehrswende viel teurer<\/strong><br>\nThomas Arenz pendelt jeden Tag von Bonn nach K&ouml;ln. Zuerst springt er morgens in den Regionalexpress und muss dann noch ein St&uuml;ck mit der K&ouml;lner U-Bahn zur&uuml;cklegen. Das sind insgesamt 40 Kilometer und damit 1,36 Euro externe Kosten, die er durch die Bahnfahrt jeden Tag f&uuml;r eine Strecke erzeugt.<br>\nWenn er &ndash; wie manchmal &ndash; sein Auto nutzt und &uuml;ber die Autobahn nach K&ouml;ln zur Arbeit f&auml;hrt, entstehen 4,64 Euro externe Kosten. Ein gewaltiger Unterschied, der auf Dauer Probleme macht, erkl&auml;ren die Verkehrsforscher der &ldquo;Allianz pro Schiene&rdquo; in ihrer Studie. &ldquo;Der Verkehr b&uuml;rdet der Allgemeinheit in Deutschland immer h&ouml;here Lasten auf&rdquo;, sagt Dirk Flege, Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer des Verkehrsb&uuml;ndnisses.<br>\nDie Studie des Infras-Institut im Auftrag von Allianz pro Schiene ermittelt die externen Umwelt-, Unfall- und Gesundheitseffekte des Verkehrs in Deutschland f&uuml;r das Jahr 2017. Benannt werden sowohl die Gesamtkosten als auch die Durchschnittskosten je Verkehrsleistung. Zum ersten Mal seit &uuml;ber zehn Jahren liegen damit aktuelle Zahlen &uuml;ber die gesamten Folgekosten des Verkehrs in Deutschland vor. Im Ergebnis rechnen die Forscher mit j&auml;hrlichen Kosten von 149 Milliarden Euro (ohne die Emissionen durch die Herstellung von Fahrzeugen).<br>\nDie externen Kosten sind die Kosten, die indirekt entstehen durch Unf&auml;lle, Strom- oder Fahrzeugherstellung, Klimabelastung und L&auml;rm. Es sind also die negativen Auswirkungen der Mobilit&auml;t, f&uuml;r die die Menschen im Verkehr nicht direkt selbst zahlen. &ldquo;Eine verschleppte Verkehrswende ist viel teurer als mutiges Umsteuern. Mit einer Verkehrsverlagerung k&ouml;nnen wir den Klimaschutz und die Luftqualit&auml;t verbessern&rdquo;, sagt Flege.<br>\nDer Verkehrsforscher Christian Winkler vom Institut f&uuml;r Verkehrsforschung des Deutschen Zentrum f&uuml;r Luft- und Raumfahrt (DLR) hat sich die Berechnungen angeschaut. &ldquo;Die Verlagerung von Verkehr von der Stra&szlig;e auf die Schiene ist hinsichtlich externer Kosten sinnvoll&rdquo;, sagt der Diplom-Ingenieur. Die Berechnungen w&uuml;rden alle auf offiziellen Zahlen und Methoden basieren und erscheinen ihm plausibel. Er erg&auml;nzt: &ldquo;Eine Verlagerung zum &ouml;ffentlichen Verkehr erfordert aber auch ein entsprechendes attraktives Verkehrsangebot, so dass Nutzer dieses annehmen.<br>\nSchaut man sich die Zahlen genauer an, wird deutlich, warum die Forscher eine Verkehrsverlagerung f&uuml;r so dringend notwendig halten. Mehr als 94 Prozent der Folgekosten entstehen laut Studie durch den Stra&szlig;enverkehr. Die Eisenbahn liegt bei rund vier Prozent. Jeweils knapp ein Prozent stammen vom inl&auml;ndischen Luftverkehr und der Binnenschifffahrt. Nicht ber&uuml;cksichtigt wurde wegen mangelnder Vergleichbarkeit der grenz&uuml;berschreitende Luftverkehr.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/inland\/verkehrsstudie-bahn-auto-101.html\">Tagesschau<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Da rollt noch was<\/strong><br>\nIn deutschen Gro&szlig;st&auml;dten fahren und stehen seit Mitte Juni nun auch noch tausende Elektroscooter rum. Die Arbeitsbedingungen f&uuml;r die Menschen, die sie nachts aufladen, sind oft ausbeuterisch. Auch sind die Gef&auml;hrte nicht umweltfreundlich. Doch bei der aktuellen Aufregung ger&auml;t das zentrale verkehrspolitische Problem aus dem Blick. (&hellip;)<br>\nIm kommenden Jahr will Berlin nun vielleicht einige Autoparkpl&auml;tze als Abstellm&ouml;glichkeiten f&uuml;r E-Roller umwidmen, hei&szlig;t es. Abwarten. Auch von dem gro&szlig; angek&uuml;ndigten und sogar gesetzlich verankerten massiven Ausbau der Fahrradwege in der Hauptstadt ist bisher so gut wie nichts zu sehen. Und so kommen sich die Zweiradnutzenden immer st&auml;rker in die Quere.<br>\nFast alle E-Roller in Deutschland geh&ouml;ren bisher Leihunternehmen &ndash; manche sind Neugr&uuml;ndungen, andere international unterwegs. Sie hei&szlig;en Circ, Voi, Bird, Tier oder Lime und arbeiten alle nach einem &auml;hnlichen Prinzip. Wer einen Roller nutzen will, muss nur rasch die App des Anbieters auf sein Smartphone laden, seine Bankverbindung oder Kreditkartennummer eingeben und bekommt dann angezeigt, wo in der N&auml;he ein freier Roller rumsteht. F&uuml;r eine einst&uuml;ndige Spritztour werden 9 bis 13 Euro f&auml;llig.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/publik.verdi.de\/2019\/ausgabe-05\/gesellschaft\/gesellschaft\/seite-9\/da-rollt-noch-was\">ver.di-publik<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers H.M.:<\/strong> Sehr lesenswert! Insbesondere auch die Ausf&uuml;hrungen &uuml;ber die Ausbeutung der Menschen, die nachts die E-Roller wieder laden: Vier Euro pro St&uuml;ck! Sie m&uuml;ssen alle Kosten selbst tragen.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>US-Milliard&auml;r Koch stirbt mit 79 Jahren<\/strong><br>\nEr galt als K&ouml;nigsmacher der Republikaner: David Koch war zusammen mit seinem Bruder Charles einer der einflussreichsten Unterst&uuml;tzer der Erz-Konservativen in den USA. Die Koch-Br&uuml;der belegen stets einen der obersten Pl&auml;tze der Forbes-Liste der Reichsten. Nun starb er im Alter von 79 Jahren.<br>\nMit Erd&ouml;l, Chemie und vielen weiteren Gesch&auml;ften haben sie ein gesch&auml;tztes Verm&ouml;gen von jeweils mehr als 30 Milliarden Dollar angeh&auml;uft. David Koch war auch politisch &auml;u&szlig;erst umtriebig.<br>\nZusammen mit seinem Bruder nutzte er seinen Reichtum, um die politische Richtung des Landes zu beeinflussen: David Koch stand f&uuml;r einen radikal freien Handel und gegen Umweltschutz, f&uuml;r niedrige Steuern und gegen umfassende staatliche Sozialsysteme. (&hellip;)<br>\nDavid Koch gab nach der Kritik von Umweltsch&uuml;tzern Millionen daf&uuml;r aus, dass wissenschaftliche Gutachten erschienen, die beweisen sollten, dass es keinen menschengemachten Klimawandel gibt. Die Kochs unterst&uuml;tzen ein gro&szlig;es Netzwerk aus Stiftungen, Forschungsinstituten und Denkfabriken.<br>\nSie halfen der ultra-konservativen Teaparty-Bewegung auf die Beine. Von Pr&auml;sident Donald Trumps Politik wandte sich David Koch am Ende ab. Der spendable Milliard&auml;r hat in seiner Heimatstadt New York einer Reihe von Pl&auml;tzen, Geb&auml;uden, Theatern, Krankenhaus- und Museumsabteilungen seinen Namen aufgestempelt.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/koch-127.html\">Tagesschau<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers A.L.:<\/strong> Der US-amerikanische Multimilliard&auml;r David Koch ist einer der pers&ouml;nlich Verantwortlichen f&uuml;r die Spaltung der amerikanischen Gesellschaft in Arm und Reich, sowie in zahlreichen anderen Staaten, in denen die USA Kriege f&uuml;hren, oder Rohstoffe beziehen. Durch sein wirtschaftliches Gebaren hat er ma&szlig;geblich mit daf&uuml;r gesorgt, dass ein Donald Trump Pr&auml;sident der Vereinigten Staaten von Amerika werden konnte. Der Artikel beschreibt, wenn auch nur oberfl&auml;chlich, wie die Gebr&uuml;der Koch ihren Reichtum zur politischen Einflussnahme einsetz(t)en und die Demokratie nachhaltig besch&auml;dig(t)en. Nun kann David Koch keinen Schaden zu Lasten Dritter mehr verursachen.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Die Saarland-Connection<\/strong><br>\nDer Arzneimittelexperte der Deutschen &Auml;rzteschaft, Wolf-Dieter Ludwig, forderte, den Importzwang abzuschaffen, um Patienten nicht zu gef&auml;hrden. Auch Patientenverb&auml;nde, Apotheker und die AOK wollten ihn beenden. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte Anfang des Jahres ebenfalls geplant, diese Pflicht zu streichen, das zeigt ein Gesetzentwurf. Zur selben Zeit forderten 14 von 16 Bundesl&auml;ndern ihr Ende. Hessen enthielt sich, einziger Gegner der Abschaffung war das Saarland.<br>\nDass es trotz dieser Kritik den Importzwang immer noch gibt und ein k&uuml;rzlich verabschiedetes Arzneimittelgesetz nur die Regel leicht ver&auml;ndert, das hat wom&ouml;glich auch mit Kohlpharma zu tun. Wirtschaftsminister Altmaier kommt aus dem Saarland, der Firmensitz Merzig liegt in seinem Wahlkreis. Mit einem Jahresumsatz von mehr als 600 Millionen Euro bietet der Importriese dort Arbeitspl&auml;tze f&uuml;r etwa 800 Menschen. Interne E-Mails und Vorlagen aus dem Wirtschaftsministerium, die S&uuml;ddeutscher Zeitung, NDR und WDR vorliegen, zeigen, wie sich Altmaier seit November 2018 massiv f&uuml;r den Erhalt der Importklausel einsetzte.<br>\nAus den Dokumenten geht indes hervor: W&auml;hrend Altmaiers Beamte empfahlen, einer von Spahn vorgeschlagenen &Auml;nderung der Importregel zuzustimmen, ist in einer Vorlage f&uuml;r Wirtschaftsstaatssekret&auml;rin Claudia D&ouml;rr-Vo&szlig; vom 10. Dezember das Wort &ldquo;Zustimmung&rdquo; mit rotem Stift durchgestrichen und handschriftlich &ldquo;Leitungsvorbehalt&rdquo; hinzugef&uuml;gt. Einen Tag sp&auml;ter schreibt ihr B&uuml;ro an die Fachleute: Altmaier wolle &ldquo;dazu direkt mit Bundesminister Spahn sprechen&rdquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/altmaier-saarland-lobbyismus-kohlpharma-pharmakonzern-1.4573748\">S&uuml;ddeutsche<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Christian Reimann:<\/strong> Da wird doch wohl nicht jemand nach einer Karriere nach dem Ende der politischen Laufbahn schielen, oder?<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Die Seele in neoliberalen Zeiten<\/strong><br>\nWie die meisten Kriege beginnt auch der Siegeszug des Neoliberalismus mit einer L&uuml;ge. Weder f&uuml;hrt die angeblich reine Marktorientierung (die aber st&auml;ndig massive Staatseingriffe beansprucht) zu einer gerechten Verteilung, noch bewirkt sie allgemeine Zufriedenheit durch die Freiheit von Angst und Unterdr&uuml;ckung. Eher schon den Sozialrassismus, den der Staat durch &raquo;Narrative&laquo; zu verschleiern sucht. Der Neoliberalismus hat die Herrschaft der Konzerne etabliert und von der parlamentarischen Demokratie nur noch eine H&uuml;lle &uuml;briggelassen. Aber die Frage bleibt: Wie kommt eine pseudowissenschaftliche Wirtschaftstheorie in die K&ouml;pfe und beeinflusst Denken, F&uuml;hlen und Verhalten? (&hellip;)<br>\nDer Siegeszug des Neoliberalismus verdankt sich mitnichten dem &uuml;berzeugenden wirtschaftlichen Erfolg: Er bewirkte weltweit wachsende soziale Ungleichheit, bedrohliche Krisen, Zerfall der Daseinsvorsorge und der Infrastruktur. Der totale (und totalit&auml;re) &raquo;Erfolg&laquo; gr&uuml;ndet vielmehr darauf, dass er der Machtelite eine scheinwissenschaftliche Legitimation zum r&uuml;cksichtslosen Egoismus lieferte. Dieser sei in der menschlichen Natur verankert; nur ein radikal freier Markt stelle eine hierarchische Ordnung her, von der dann alle profitieren w&uuml;rden. Diese angeblich alternativlose menschenfeindliche Ideologie griffen die Macher an den Schalthebeln der Macht begierig auf; es folgten die Raubz&uuml;ge, in deren Verlauf die Bev&ouml;lkerung allenthalben ausgebeutet, das gemeinschaftliche Verm&ouml;gen enteignet und die superreichen Oligarchen mit neuen Milliarden und politischer Macht ausgestattet wurden.<br>\nDer Neoliberalismus kennt keine Moral au&szlig;er der Freiheit des Marktes, er ist asozial aus &Uuml;berzeugung und predigt den Sozialdarwinismus: Die Sieger haben das Recht, sich alles anzueignen, die Verlierer verdienen kein Mitleid, und soziale Absicherung st&ouml;rt nur die nat&uuml;rliche Auslese. Empathielosigkeit ist die neue Moral, und der Mensch gilt genauso als Ware auf dem Markt wie alles andere auch. War diese Haltung schon vorher latente Grundlage kapitalistischer Wirtschaftsweise, so wurde sie jetzt Gesetz. Ein gnadenloser Erfolgsdruck zwingt Politiker und B&uuml;rger, sich gut zu verkaufen und &uuml;berzeugend zu l&uuml;gen, ohne schlechtes Gewissen. Seit der Umsetzung dieser Ideologie in den f&uuml;hrenden westlichen L&auml;ndern durch die Regierungen Reagan, Thatcher und Schr&ouml;der gilt die radikale Lehre als Staatsdoktrin; sie begr&uuml;ndete die Agenda 2010 ebenso wie imperiale Kriege, krasse Bereicherung durch Steuergesetze und -verbrechen und die Zersetzung des V&ouml;lkerrechts und der Menschenrechte.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ossietzky.net\/15-2019&amp;textfile=4852\">Ossietzky<\/a>\n<\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Wochenende pr&auml;sentieren wir Ihnen einen &Uuml;berblick &uuml;ber die lesenswertesten Beitr&auml;ge, die wir im Laufe der vergangenen Woche in unseren Hinweisen des Tages f&uuml;r Sie gesammelt haben. 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