{"id":54500,"date":"2019-09-01T11:19:07","date_gmt":"2019-09-01T09:19:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=54500"},"modified":"2019-09-02T10:05:24","modified_gmt":"2019-09-02T08:05:24","slug":"antikriegstag-2019-sag-nein-so-wolfgang-borchert-die-meisten-kandidatinnenen-fuer-den-spd-vorsitz-sagen-nichts-oder-nicht-klar-nein","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=54500","title":{"rendered":"Antikriegstag 2019 \u2013 Sag NEIN! So Wolfgang Borchert. Die meisten Kandidatinnen\/en f\u00fcr den SPD-Vorsitz sagen nichts oder nicht klar NEIN."},"content":{"rendered":"<p>Heute vor 80 Jahren begann der Zweite Weltkrieg. Der Schriftsteller Wolfgang Borchert, der schon 1947 mit 26 Jahren starb, hat ein eindrucksvolles Gedicht zum Krieg geschrieben. Er war selbst im Krieg gegen Russland und hat den Menschen, die in den Tr&uuml;mmern des Zweiten Weltkriegs hausten, aus dem Herzen gesprochen. Hier finden Sie zun&auml;chst (A.) sein Gedicht &bdquo;Dann gibt es nur eins! Sag NEIN!&ldquo;. Dann (B.) begr&uuml;nde ich kurz, warum Borcherts Text aktuell ist. Die Kriegsgefahr ist gro&szlig; und der n&auml;chste Krieg wird noch f&uuml;rchterlicher als der Zweite Weltkrieg. Die Kandidatinnen und Kandidaten f&uuml;r den SPD-Vorsitz sehen das offensichtlich anders. <strong>Albrecht M&uuml;ller<\/strong><br>\n<!--more--><br>\nF&uuml;r sie, die Vorsitzende jener Partei werden wollen, deren gr&ouml;&szlig;te Leistung es war, mit ihrer Entspannungs- und Friedenspolitik die Konfrontation zwischen West und Ost abzubauen, ist der neue drohende Konflikt kein gro&szlig;es Thema (C.). <\/p><ol type=\"A\">\n<li>Wolfgang Borchert (1921-1947) *:<br>\n<strong> <\/strong><br>\n<strong>Dann gibt es nur eins!<\/strong>\n<p>Du. Mann an der Maschine und Mann in der Werkstatt. Wenn sie dir morgen befehlen, du sollst keine Wasserrohre und keine Kocht&ouml;pfe mehr machen &ndash; sondern Stahlhelm und Maschinengewehre, dann gibt es nur eins:<\/p>\n<p><strong>Sag NEIN!<\/strong><\/p>\n<p>Du. M&auml;dchen hinterm Ladentisch und M&auml;dchen im B&uuml;ro. Wenn sie dir morgen befehlen, du sollst Granaten f&uuml;llen und Zielfernrohre f&uuml;r Scharfsch&uuml;tzengewehre montieren, dann gibt es nur eins:<\/p>\n<p><strong>Sag NEIN!<\/strong><\/p>\n<p>Du. Besitzer der Fabrik. Wenn sie dir morgen befehlen, du sollst statt Puder und Kakao Schie&szlig;pulver verkaufen, dann gibt es nur eins:<\/p>\n<p><strong>Sag NEIN!<\/strong><\/p>\n<p>Du. Forscher im Laboratorium. Wenn sie Dir morgen befehlen, du sollst einen neuen Tod erfinden gegen das alte Leben, dann gibt es nur eins:<\/p>\n<p><strong>Sag NEIN!<\/strong><\/p>\n<p>Du. Dichter in deiner Stube. Wenn sie dir morgen befehlen, du sollst keine Liebeslieder, du sollst Hasslieder singen, dann gibt es nur eins:<\/p>\n<p><strong>Sag NEIN!<\/strong><\/p>\n<p>Du. Arzt am Krankenbett. Wenn sie dir morgen befehlen, du sollst die M&auml;nner kriegstauglich schreiben, dann gibt es nur eins:<\/p>\n<p><strong>Sag NEIN!<\/strong><\/p>\n<p>Du. Pfarrer auf der Kanzel. Wenn sie dir morgen befehlen, du sollst den Mord segnen und den Krieg heiligsprechen, dann gibt es nur eins:<\/p>\n<p><strong>Sag NEIN!<\/strong><\/p>\n<p>Du. Kapit&auml;n auf dem Dampfer. Wenn sie dir morgen befehlen, du sollst keinen Weizen mehr fahren &ndash; sondern Kanonen und Panzer, dann gibt es nur eins:<\/p>\n<p><strong>Sag NEIN!<\/strong><\/p>\n<p>Du. Pilot auf dem Flugfeld. Wenn sie dir morgen befehlen, du sollst Bomben und Phosphor &uuml;ber die St&auml;dte tragen, dann gibt es nur eins:<\/p>\n<p><strong>Sag NEIN!<\/strong><\/p>\n<p>Du. Schneider auf deinem Bett. Wenn sie dir morgen befehlen, du sollst Uniformen zuschneiden, dann gibt es nur eins:<\/p>\n<p><strong>Sag NEIN!<\/strong><\/p>\n<p>Du. Richter im Talar. Wenn sie dir morgen befehlen, Du sollst zum Kriegsgericht gehen, dann gibt es nur eins:<\/p>\n<p><strong>Sag NEIN!<\/strong><\/p>\n<p>Du. Mann auf dem Bahnhof. Wenn sie dir morgen befehlen, du sollst das Signal zur Abfahrt geben f&uuml;r den Munitionszug und f&uuml;r den Truppentransporter, dann gibt es nur eins:<\/p>\n<p><strong>Sag NEIN!<\/strong><\/p>\n<p>Du. Mann auf dem Dorf und Mann in der Stadt. Wenn sie morgen kommen und dir den Gestellungsbefehl bringen, dann gibt es nur eins:<\/p>\n<p><strong>Sag NEIN!<\/strong><\/p>\n<p>Du. Mutter in der Normandie und Mutter in der Ukraine, du, Mutter in Frisko und London, du am Hoangho und am Missisippi, du, Mutter in Neapel und Hamburg und Kairo und Oslo &ndash; M&uuml;tter in allen Erdteilen, M&uuml;tter in der Welt, wenn sie morgen befehlen, ihr sollt Kinder geb&auml;ren, Krankenschwestern f&uuml;r Kriegslazarette und neue Soldaten f&uuml;r neue Schlachten, M&uuml;tter in der Welt, dann gibt es nur eins:<\/p>\n<p><strong>Sagt NEIN! M&uuml;tter, sagt NEIN!<\/strong><\/p>\n<p>Denn wenn ihr nicht NEIN sagt, wenn IHR nicht nein sagt, M&uuml;tter, dann: <\/p>\n<p>In den l&auml;rmenden dampfdunstigen Hafenst&auml;dten werden die gro&szlig;en Schiffe st&ouml;hnend verstummen und wie titanische Mammutkadaver wasserleichig tr&auml;ge gegen die toten vereinsamten Kaimauern schwanken, algen-, tang- und muschel&uuml;berwest, den fr&uuml;her so schimmernden dr&ouml;hnenden Leib, friedh&ouml;flich fischfaulig duftend, m&uuml;rbe, siech, gestorben &ndash;<\/p>\n<p>die Stra&szlig;enbahnen werden wie sinnlose glanzlose glas&auml;ugige K&auml;fige bl&ouml;de verbeult und abgebl&auml;ttert neben den verwirrten Stahlskeletten der Dr&auml;hte und Gleise liegen, hinter morschen dachdurchl&ouml;cherten Schuppen, in verlorenen kraterzerrissenen Stra&szlig;en &ndash;<\/p>\n<p>eine schlammgraue dickbreiige bleierne Stille wird sich heranw&auml;lzen, gefr&auml;&szlig;ig, wachsend, wird anwachsen in den Schulen und Universit&auml;ten und Schauspielh&auml;usern, auf Sport- und Kinderspielpl&auml;tzen, grausig und gierig unaufhaltsam &ndash;<\/p>\n<p>der sonnige saftige Wein wird an den verfallenen H&auml;ngen verfaulen, der Reis wird in der verdorrten Erde vertrocknen, die Kartoffel wird auf den brachliegenden &Auml;ckern erfrieren und die K&uuml;he werden ihre totsteifen Beine wie umgekippte Melkschemel in den Himmel strecken <\/p>\n<p>in den Instituten werden die genialen Erfindungen der gro&szlig;en &Auml;rzte sauer werden, verrotten, pilzig verschimmeln &ndash;<\/p>\n<p>in den K&uuml;chen, Kammern und Kellern, in den K&uuml;hlh&auml;usern und Speichern werden die letzten S&auml;cke Mehl, die letzten Glaeser Erdbeeren, K&uuml;rbis und Kirschsaft verkommen &ndash; das Brot unter den umgest&uuml;rzten Tischen und auf zersplitterten Tellern wird gr&uuml;n werden und die ausgelaufene Butter wird stinken wie Schmierseife, das Korn auf den Feldern wird neben verrosteten Pfl&uuml;gen hingesunken sein wie ein erschlagenes Heer und die qualmenden Ziegelschornsteine, die Essen und die Schlote der stampfenden Fabriken werden, vom ewigen Gras zugedeckt, zerbr&ouml;ckeln &ndash; zerbr&ouml;ckeln &ndash; zerbr&ouml;ckeln &ndash;<\/p>\n<p>dann wird der letzte Mensch, mit zerfetzten Ged&auml;rmen und verpesteter Lunge, antwortlos und einsam unter der giftig gl&uuml;henden Sonne und unter wankenden Gestirnen umherirren, einsam zwischen den un&uuml;bersehbaren Massengr&auml;bern und den kalten G&ouml;tzen der gigantischen betonklotzigen ver&ouml;deten St&auml;dte, der letzte Mensch, d&uuml;rr, wahnsinnig, l&auml;sternd, klagend &ndash; und seine furchtbare Klage: WARUM? wird ungeh&ouml;rt in der Steppe verrinnen, durch die geborstenen Ruinen wehen, versickern im Schutt der Kirchen, gegen Hochbunker klatschen, in Blutlachen fallen, ungeh&ouml;rt, antwortlos, letzter Tierschrei des letzten Tieres Mensch &ndash;<\/p>\n<p>all dieses wird eintreffen, morgen, morgen vielleicht, vielleicht heute Nacht schon, vielleicht heute Nacht, wenn &mdash; wenn &mdash; wenn ihr nicht NEIN sagt. <\/p>\n<p><em>* <a href=\"http:\/\/www.jumboverlag.de\/Erwachsene\/3\/Dann-gibt-es-nur-eins\/a_2916.html\">Hier auf CD<\/a> mit anderen Werken, gesprochen von Katharina Thalbach<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Wir leben in einer sehr kritischen Phase.<\/strong><br>\n<strong> <\/strong><br>\nKriege zu f&uuml;hren, ist zur Selbstverst&auml;ndlichkeit geworden. Entgegen der vor 30 Jahren getroffenen Vereinbarung, in Europa gemeinsam f&uuml;r Sicherheit zu sorgen, ist eine neue Konfrontation gegen&uuml;ber Russland und der daf&uuml;r notwendige Feindbildaufbau die Regel geworden. Zusammenarbeit und Vertrauensbildung sind ersetzt durch Sanktionen und milit&auml;rische Drohungen. Die Begriffe des Kalten Krieges &bdquo;Abschreckung&ldquo; und &bdquo;Politik der St&auml;rke&ldquo; werden auch von deutschen Politikerinnen wieder benutzt und sie denken vermutlich auch so. Entscheidend daf&uuml;r, dass die Situation so kritisch ist: die USA sind offensichtlich nicht gewillt, sich die Welt-Macht zu teilen. Sie h&auml;ngen an der Vorstellung einer unipolaren Welt mit einer gro&szlig;en Weltmacht: den USA. Ihre Milit&auml;rs planen Kriege. Der Krieg mit Russland und China wird nicht grunds&auml;tzlich infrage gestellt, im Gegenteil. Sie und der Westen insgesamt nehmen f&uuml;r sich das Recht in Anspruch zu bestimmen, wer andere V&ouml;lker regieren soll und wer nicht. Der Regime Change ist Teil ihres Denkens und ihrer Politik. Deutschland wird auf vielf&auml;ltige Weise benutzt: als Relaisstation f&uuml;r Drohneneins&auml;tze und als Nachschubbasis f&uuml;r allerlei internationale milit&auml;rische Konflikte. USA und NATO sind keine Anker der Sicherheit, sondern gro&szlig;e Risikofaktoren. &ndash; Hinzu kommt noch ein besonderer europ&auml;ischer Risikofaktor: In den Staaten Osteuropas k&ouml;nnten sich nationalistische Kr&auml;fte durchsetzen, die meinen, noch offene Rechnungen mit Russland zu haben oder diese konstruieren, und dann die europ&auml;ischen Partner einschlie&szlig;lich Deutschlands nutzen wollen, um mit Russland abzurechnen.<\/li>\n<li><strong>Die Programmatik der Kandidatinnen und Kandidaten zum Thema Krieg und Frieden<\/strong><br>\n<strong> <\/strong><br>\nDies und noch einiges mehr geh&ouml;rt auf den Tisch, wenn sich Sozialdemokraten, falls sie in der Tradition der Friedens- und Entspannungspolitik stehen, Gedanken &uuml;ber die Zukunft machen. Bei keinem der Kandidaten und keiner der Kandidatinnen f&uuml;r den Parteivorsitz ist die Friedenspolitik ein geb&uuml;hrender Schwerpunkt. Keine und keiner kn&uuml;pft an Willy Brandts programmatische Erkl&auml;rung in seiner ersten Regierungserkl&auml;rung am 28. Oktober 1969 an: &bdquo;Wir wollen ein Volk der guten Nachbarn sein&ldquo;. Keine und keiner kn&uuml;pft am Grundsatzprogramm der SPD vom 20. Dezember 1989 an. Damals wurde beschlossen, Gemeinsame Sicherheit in Europa anzustreben. Es war beschlossen worden, dass das Ende beider Bl&ouml;cke, also auch der NATO, angestrebt werden solle. Und die Truppen auch der westlichen Alliierten sich aus Deutschland zur&uuml;ckziehen. Es war beschlossen worden, abzur&uuml;sten und nicht aufzur&uuml;sten.\n<p>Die Einlassungen zu Krieg oder Frieden in den programmatischen Texten der Kandidatinnen und Kandidaten sind, soweit verf&uuml;gbar, gespenstisch, gespenstisch d&uuml;nn.<\/p>\n<p>Wenn man, wie ich, den Krieg noch miterlebt hat, wenn man die Entspannungspolitik von Willy Brandt und deren segensreiche Wirkung hautnah miterlebt und daran mitgearbeitet hat, dann findet man es besonders bedr&uuml;ckend, dass in der <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/19-wollen-an-parteispitze-diese-kandidaten-haben-gute-chancen-auf-den-spd-vorsitz\/24943932.html\">Kandidatenriege<\/a> um den Parteivorsitz der SPD niemand dabei zu sein scheint, dem das Thema Krieg und Frieden unter den N&auml;geln brennt. Schauen wir uns einige an:<\/p>\n<p><strong>Scholz\/Geywitz<\/strong><\/p>\n<p>Frau Geywitz erz&auml;hlt den altbekannten Unsinn &uuml;ber die Linken: &bdquo;Zugleich muss die Partei Die Linke zentrale au&szlig;en- und verteidigungspolitische Fragen kl&auml;ren. Wenn diese Fragen gekl&auml;rt sind, w&auml;re ich gespr&auml;chsbereit.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/olaf-scholz-und-klara-geywitz-offen-fuer-buendnis-mit-linken-spd-vorsitz-a-1283285.html\">Spiegel Online<\/a><\/p>\n<p>Mit den zentralen au&szlig;en- und verteidigungspolitischen Fragen ist gemeint, dass die Linkspartei die milit&auml;rischen Interventionen und die Treue zur NATO mittragen soll, so wie die Kandidatin plus Scholz das wohl auch sehen.<\/p>\n<p><strong>Schwan\/Stegner<\/strong><\/p>\n<p>Auch vom linken Fl&uuml;gelmann in der Parteispitze, Ralf Stegner und der Vorsitzenden der Grundwertekommission Gesine Schwan kommt kein klares Bekenntnis zur Friedenspolitik und zum Abbau der neu aufgebauten Konfrontation &ndash; <a href=\"https:\/\/www.vorwaerts.de\/artikel\/gesine-schwan-ralf-stegner-parteivorsitzende-wollen\">siehe hier<\/a>:<\/p>\n<p><strong>Was sind f&uuml;r Sie&nbsp;die drei wichtigsten Themen?<\/strong><\/p>\n<p>&bdquo;Ein handlungsf&auml;higer und moderner Sozialstaat, der die Lebensrisiken solidarisch absichert, f&uuml;r gute Arbeit sorgt, die G&uuml;ter der Daseinsvorsorge in &ouml;ffentlicher Hand beh&auml;lt und demokratische Mitwirkungsm&ouml;glichkeiten auf allen Ebenen, besonders in der Kommune st&auml;rkt.&nbsp;Der notwendige &ouml;kologische Umbau unserer Industriegesellschaft muss sozialvertr&auml;glich ausgestaltet werden, damit mehr Verteilungsgerechtigkeit in den Ver&auml;nderungsprozessen auch f&uuml;r entsprechende demokratische Mehrheiten sorgt.<\/p>\n<p>Die Europ&auml;ische Union war nach dem Zweiten Weltkrieg&nbsp;ein gro&szlig;artiger Sieg &uuml;ber Hass, Rache und Nationalismus. Nationalis&shy;mus bedroht auch heute wieder Frieden und Wohlstand. Kein Problem kann mehr national gel&ouml;st werden. <strong>Deshalb muss Deutschland in einem gemeinsam handelnden sozialen Europa mit gutem Beispiel voran&shy;gehen, wenn es um Frieden und Abr&uuml;stung, Klimapolitik, um die Bek&auml;mpfung der globalen Armut und um eine&nbsp;gemeinsame Fl&uuml;chtlingspolitik geht<\/strong>, die die Kommunen &uuml;ber die Aufnahme mitbestimmen l&auml;sst und den Rechten beherzt den Boden ihrer Hasspropaganda entzieht. Dazu geh&ouml;rt, Gerechtigkeit gegen&uuml;ber Einheimischen wie Gefl&uuml;chteten zu praktizieren. Den Orientierungsrahmen daf&uuml;r bilden die Nachhaltig&shy;keitsziele der Vereinten Nationen, die ihre Wurzeln mit dem Brundtland-Bericht in den sozialdemokratischen Grundwerten haben.&ldquo;<\/p>\n<p><strong>Mattheis\/Hirschel<\/strong><\/p>\n<p>Von diesen beiden Vertretern der DL 21, also der Demokratischen Linken m&uuml;sste man eigentlich ein klares friedenspolitisches Bekenntnis erwarten. Sie &auml;u&szlig;ern sich <a href=\"https:\/\/www.forum-dl21.de\/13forderungen\/\">hier<\/a>.<\/p>\n<p>Die magere Formulierung unter Punkt 11 zum Thema Krieg und Frieden lautet:<\/p>\n<p>&bdquo;<strong>Eine Politik f&uuml;r eine friedliche Welt<\/strong>, die neben einer St&auml;rkung der internationalen Zusammenarbeit und Entwicklungshilfe die strikte Kontrolle von Waffenexporten und die Einhaltung von Menschenrechten bedeutet.&ldquo;<\/p>\n<p><strong>Scheer\/Lauterbach<\/strong><\/p>\n<p>Fehlanzeige <a href=\"https:\/\/www.vorwaerts.de\/artikel\/nina-scheer-karl-lauterbach-parteivorsitzende-wollen\">zum Thema Friedenspolitik<\/a>.<\/p>\n<p><strong>Was sind f&uuml;r Sie die drei wichtigsten Themen?<\/strong><\/p>\n<p>Deutschland muss sozialer werden als es derzeit ist oder zu sein scheint. Gro&szlig;e Unterschiede in Lebenserwartung, Lebensqualit&auml;t, Einkommen, Verm&ouml;gen und Bildung drohen das Land in eine Zwei- oder sogar Dreiklassengesellschaft zu spalten. Diese Ungleichheiten gehen meist nicht auf Leistung, sondern Herkunft und Privilegien zur&uuml;ck. Auch m&uuml;ssen die Fehler der Agenda 2010 beseitigt werden. Hartz IV wollen wir abschaffen. Der Arbeitsmarkt in Deutschland steht vor den Aufgaben der Digitalisierung, der Energiewende, des demographischen Wandels und den Schutz unserer Lebensgrundlagen. Daher muss dringend in Infrastruktur, Bildung und in die Energiewende investiert werden. Die Gerechtigkeitsfragen von morgen sind unmittelbar mit dem Schutz von Ressourcen und Lebensgrundlagen verkn&uuml;pft. Wir m&uuml;ssen nachhaltiger sein und dabei konsequent die Klimaziele einhalten. Daher sollte das Ziel Umstieg auf Erneuerbare Energien ins Grundgesetz aufgenommen und die Schuldenbremse f&uuml;r Investitionen in Bildung und Infrastruktur ausgesetzt werden. Die Wirtschaft muss die Lebensbedingungen f&uuml;r alle verbessern und nicht Megakonzerne immer m&auml;chtiger und die Reichen immer reicher machen. Nachhaltigkeit umfasst aber auch sozialen Fortschritt. Die Plattformen in der neuen Arbeitswelt schreien nach einer starken Sozialdemokratie, die f&uuml;r faire Arbeitsbedingungen steht, weil sonst gro&szlig;e Steuerverluste und Verluste an Arbeitnehmerrechten drohen. Und Deutschland muss sicherer werden. Dazu geh&ouml;rt Sicherheit vor rechter Gewalt, vor Terrorismus, vor der organisierten Kriminalit&auml;t, vor kriminellen Clans, aber auch Sicherheit vor Altersarmut oder vor gesundheitlichen Sch&auml;den. Dazu z&auml;hlt auch die &ouml;ffentliche Sicherheit: Privatisierungen und globaler Wettbewerb d&uuml;rfen nicht zum Ausverkauf des Staates f&uuml;hren. Unser Steuer- und Finanzsystem muss auf die F&ouml;rderung von Gemeinwohl ausgerichtet werden. Es muss belohnt werden, zugunsten des Gemeinwohls zu wirtschaften. Wir streiten zudem f&uuml;r die Garantie von Daseinsvorsorge &ndash; von Bildung, Pflege, Gesundheitsversorgung bis hin zu einer auf Teilhabe ausgerichteten Infrastruktur. Global betrachtet muss es um fairen Handel gehen &ndash; auch zur Bek&auml;mpfung von Fluchtursachen.<\/p>\n<p><strong>Roth\/Kampmann<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.vorwaerts.de\/artikel\/christina-kampmann-michael-roth-parteivorsitzende-wollen\">Nichts zum Thema<\/a>.<\/p>\n<p><strong>Was sind f&uuml;r Sie&nbsp;die drei wichtigsten Themen?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Roth:<\/strong> Wir stehen f&uuml;r Zusammenhalt, Mut und Anstand. Viele Menschen sind angesichts der dramatischen Umbr&uuml;che dieser Zeit zutiefst verunsichert. Nationalisten und Populisten sch&uuml;ren diese &Auml;ngste. Wir wollen den Menschen wieder Mut machen. Wir brauchen mehr gesellschaftlichen Zusammenhalt. Alleine werden wir es nicht schaffen, Freiheit, Demokratie und unser Sozialmodell zu verteidigen. Die SPD ist das &auml;lteste B&uuml;ndnis gegen Rechts! Wir stehen an der Spitze des Aufstands der Anst&auml;ndigen gegen die Unanst&auml;ndigen, die Hass, Gewalt und L&uuml;gen verbreiten.<\/p>\n<p><strong>Kampmann:<\/strong> Wir wollen den Menschen durch gute sozialdemokratische Politik wieder ein Gef&uuml;hl von Sicherheit und Orientierung geben. Das gilt vor allem bei der Zukunft der Arbeit. Digitalisierung darf kein Schreckgespenst sein, das Arbeitspl&auml;tze vernichtet. Wir fordern eine gerechte Verteilung von Arbeitszeit &uuml;berall dort, wo Technologie und Maschinen Arbeit &uuml;bernehmen. Wir wollen offensiv neue Ideen f&ouml;rdern und gleichzeitig den Besch&auml;ftigten Sicherheit bieten. Klimaschutz ist f&uuml;r uns auch eine soziale Frage, an der unsere Gesellschaft nicht zerbrechen darf. Nur gemeinsam k&ouml;nnen wir eine ehrgeizige Klimapolitik vorantreiben.<\/p>\n<p><strong>Borjans\/Eskens<\/strong><\/p>\n<p>Immerhin, sie betrachten die SPD als &bdquo;Partei der Friedenssicherung&ldquo;. Aber dazu f&auml;llt Ihnen auch nicht mehr als Schwan\/Stegner ein: <a href=\"https:\/\/www.blog-der-republik.de\/der-letzte-koennte-der-erste-werden-norbert-walter-borjans-erhaelt-mit-saskia-esken-einstimmige-zustimmung-vom-nrw-spd-landesvorstand\/\">Skepsis gegen&uuml;ber Waffenexporten<\/a>.<\/p>\n<p>&bdquo;Das gilt ebenso f&uuml;r unseren glaubhaften Auftrag <strong>als Partei der Friedenssicherung<\/strong>. Er vertr&auml;gt sich nicht mit der <strong>Zustimmung zu Waffenexporten<\/strong> mit dem Ziel der Arbeitsplatzsicherung in der R&uuml;stungsindustrie.&ldquo;<\/p>\n<p><strong>Lange\/Ahrens<\/strong><\/p>\n<p>Nach programmatischen &Auml;u&szlig;erungen dieses Teams habe ich gesucht und nichts zum Thema Krieg und Frieden gefunden. Hauptprogrammpunkt scheint die Ablehnung der Gro&szlig;en Koalition zu sein.<\/p>\n<p>&Uuml;ber kein Kandidatenpaar war in den einschl&auml;gigen Ver&ouml;ffentlichungen zu lesen, dass das Thema Krieg und Frieden eine hohe Priorit&auml;t habe, auch nicht von den als links eingestuften Kandidaten. Allenfalls Schwan\/Stegner, Borjans\/Eskens und Mattheis\/Hirschel haben dieses Thema andeutungsweise gestreift. Nicht ausreichend angesichts der aktuellen Situation.<\/p>\n<p>D&uuml;rfte Willy Brandt auferstehen, das Erste, was er t&auml;te: Aus dieser SPD austreten.<\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute vor 80 Jahren begann der Zweite Weltkrieg. Der Schriftsteller Wolfgang Borchert, der schon 1947 mit 26 Jahren starb, hat ein eindrucksvolles Gedicht zum Krieg geschrieben. Er war selbst im Krieg gegen Russland und hat den Menschen, die in den Tr&uuml;mmern des Zweiten Weltkriegs hausten, aus dem Herzen gesprochen. Hier finden Sie zun&auml;chst (A.) sein<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=54500\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":54501,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[170,917,191],"tags":[2013,1426,2301,466,259,1556,291,1122,966],"class_list":["post-54500","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-friedenspolitik","category-kultur-und-kulturpolitik","category-spd","tag-entspannungspolitik","tag-hegemonie","tag-konfrontationspolitik","tag-nato","tag-russland","tag-usa","tag-verteilungsgerechtigkeit","tag-waffenexporte","tag-weltkrieg"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/shutterstock_249573196.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/54500","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=54500"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/54500\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":54520,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/54500\/revisions\/54520"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/54501"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=54500"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=54500"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=54500"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}