{"id":54707,"date":"2019-09-10T15:10:47","date_gmt":"2019-09-10T13:10:47","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=54707"},"modified":"2019-09-11T11:06:57","modified_gmt":"2019-09-11T09:06:57","slug":"anders-als-2015-von-merkel-insinuiert-war-die-flucht-hunderttausender-absehbar","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=54707","title":{"rendered":"Anders als 2015 von Merkel insinuiert, war die Flucht Hunderttausender absehbar."},"content":{"rendered":"<p>Darauf weist der fr&uuml;here CDU-Bundestagsabgeordnete Willy Wimmer aus Anlass des Jahrestages der &Ouml;ffnung der Grenzen durch Angela Merkel pers&ouml;nlich <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=PeF_XRtge5E\">in diesem Video<\/a> hin. Das ist ein redaktioneller Video-Beitrag von &bdquo;Der Fehlende Part&ldquo; (RT Deutsch) vom 7. September 2019. Auf Bitten der NachDenkSeiten wurde das Interview verschriftet. So k&ouml;nnen Sie beide Versionen verwenden. <strong>Albrecht M&uuml;ller<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\nDie Mehrheit der Menschen in Deutschland wird immer noch den Eindruck haben, als sei 2015 die Ankunft von sehr vielen Fl&uuml;chtlingen in Ungarn eine &Uuml;berraschung gewesen. Das war es nicht, auch nicht f&uuml;r Angela Merkel. Sie war schon zu Kanzler Kohls Zeiten, also &uuml;ber 15-20 Jahren vorher eingeweiht in die damals besprochenen und zu erwartenden gro&szlig;en Fluchtbewegungen. Der fr&uuml;here Staatssekret&auml;r im Verteidigungsministerium und langj&auml;hrige Bundestagsabgeordnete beschreibt, welche Informationen &uuml;ber potentielle Fluchtbewegungen schon in den neunziger Jahren vorlagen. Er beschreibt auch, dass auf deutscher und europ&auml;ischer Seite deshalb eine Zusammenarbeit mit arabischen und nordafrikanischen Staaten geplant und schon &bdquo;einget&uuml;tet&ldquo; war. Das passte aber den USA, Israel und einigen anderen arabischen Staaten nicht. Mit ihrer Behauptung, wir seien von so vielen Fl&uuml;chtlingen &uuml;berrascht worden, verdeckt Angela Merkel die offenkundigen Vers&auml;umnisse.<\/p><p>Hier also die Texte des Interviews:<\/p><p><strong>&ldquo;Ein fortdauernder Verfassungsbruch&rdquo; &ndash; Willy Wimmer &uuml;ber die Fl&uuml;chtlingskrise 2015<\/strong><\/p><p><strong>FRAGE: Warum war das eine Z&auml;sur damals mit der Fl&uuml;chtlingskrise 2015?<\/strong><\/p><p><em>&bdquo;Das hat, durch die einsame Entscheidung der Bundeskanzlerin -am Parlament und an der deutschen &Ouml;ffentlichkeit vorbei- die verfassungsm&auml;&szlig;ige Ordnung unseres Landes au&szlig;er Kraft gesetzt. Es ist &ndash;wie der ehemalige Bundesverteidigungsminister Rupert Scholz gesagt hat- seither ein fortdauernder Verfassungsbruch. Und das macht nat&uuml;rlich deutlich, dass hier eine Entscheidung durch die Bundeskanzlerin getroffen worden ist, die die Substanz und die Statik unseres Landes vernichtend au&szlig;er Kraft gesetzt hat.&ldquo;<\/em><\/p><p><strong>FRAGE: Angela Merkel sprach im September 2017 davon, dass im Vorfeld der Migrations- und Fl&uuml;chtlingskrise 2015 &bdquo;nicht richtig aufgepasst wurde&ldquo;. Was halten Sie von dieser Einsch&auml;tzung?<\/strong><\/p><p><em>&bdquo;Jemand, der als Bundeskanzler oder Bundeskanzlerin so etwas formuliert, ist fehl am Platz, wird seinen Aufgaben nicht gerecht. Und das muss man mit allem Nachdruck sagen, weil das ja eine Entwicklung ist, die auf die Zeit der deutschen Wiedervereinigung 1990 und 1989 zur&uuml;ckzuf&uuml;hren ist. Ich habe ja selber in Moskau die Gespr&auml;che mit dem hochangesehenen, ehemaligen sowjetischen Botschafter in Deutschland, Walentin Falin, gef&uuml;hrt, der mich darauf aufmerksam gemacht hat, dass es zu der Zeit eine chinesische Masseneinwanderung nach Russisch Fernost gab. Und seinen Worten konnte ich entnehmen, 350 Millionen auf dem indischen Subkontinent machen sich auf den Weg &uuml;ber den Hindukusch, um zu uns zu kommen.<\/em><\/p><p><em>Das hei&szlig;t, wir wussten als Regierung &ndash;ich war damals Regierungsmitglied, wir wussten langfristig Bescheid. Und die damalige Bundestagspr&auml;sidentin Rita S&uuml;ssmuth hat mich in der &Uuml;berlegung unterst&uuml;tzt, sich mit diesen Dingen so zu besch&auml;ftigen, dass Regierungshandeln daraus wurde.<\/em><\/p><p><em>Und die Regierung Kohl\/Kinkel hat in Anbetracht dieser Entwicklung deutlich gemacht, wir k&ouml;nnen uns mit diesen Fragen nur dann auseinandersetzen, wenn wir den n&ouml;rdlichen Rand des afrikanischen Kontinents in die europ&auml;ischen Strukturen der Europ&auml;ischen Gemeinschaft &ndash; das war&rsquo;s ja damals &ndash; und der Konferenz f&uuml;r Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa aufnehmen. Das ist konzeptionell auch geschehen und ist Mitte der Neunziger Jahre am Widerspruch der Vereinigten Staaten, Israels und des ein oder anderen arabischen Landes, gescheitert. Das ist die Wirklichkeit.<\/em><\/p><p><em>Die Bundeskanzlerin wusste &ndash; als Regierungsmitglied in dieser Zeit &ndash; bestens Bescheid. Und sie hat auch in der Zeit dazwischen gewusst, wie die Migrationsentwicklung war.&ldquo;<\/em><\/p><p><strong>FRAGE: Sofern man der deutschen F&uuml;hrung eine unfreiwillige Kurzsicht &amp; Naivit&auml;t in Geopolitik nicht vorwerfen kann: Was waren die eigentlichen Motive Berlins, es so weit bringen zu lassen, dass es zu der Krise 2015 kam?<\/strong><\/p><p><em>&bdquo;Ja, man muss nat&uuml;rlich zun&auml;chst einmal darauf aufmerksam machen, dass wir einen Bundesnachrichtendienst haben, der nat&uuml;rlich &uuml;ber diese Entwicklungen entweder bestens Bescheid wusste oder sie der deutschen &Ouml;ffentlichkeit verschwiegen hat oder mit seinen Aufgaben nicht fertig werden kann. Wir haben die Wahl zwischen diesen Optionen und ich habe in meinem Buch &bdquo;Die Akte Moskau&ldquo;, wo ich ja langfristig auf die Entwicklungen in Zusammenhang mit der Migrationsfrage aufmerksam gemacht habe, deutlich gemacht, dass das eine Entwicklung &uuml;ber fast 15, 20 Jahre gewesen ist, mit der wir es da zu tun haben.<\/em><\/p><p><em>Und in einer solchen Situation kann man nicht sagen, ich hab&lsquo;s nicht gewusst oder ich hab&rsquo;s nicht begriffen oder ich hab&rsquo;s nicht verstanden.&ldquo;<\/em><\/p><p><strong>FRAGE: War das Handeln 2015 die einzige M&ouml;glichkeit, schlie&szlig;lich standen die Menschen direkt vor der T&uuml;r, was h&auml;tte man denn sonst tun k&ouml;nnen? Wo sehen Sie den eigentlichen moralischen Imperativ in der Debatte um die Verantwortung von westlichen Staaten, und wichtiger noch, der westlichen Bev&ouml;lkerung? Ist Merkels Ansatz f&uuml;r die Umsetzung universeller Menschenrechte alternativlos gewesen?<\/strong><\/p><p><em>&bdquo;Der damalige Bundesinnenminister De Maiziere hat ja zum Ausdruck gebracht, dass er sofort zum Schutz der deutschen Grenzen die notwendigen Vorkehrungen getroffen haben w&uuml;rde, wenn die Bundeskanzlerin ihm nicht in den Arm gefallen w&auml;re.<\/em><\/p><p><em>Also das ist eine Frage, die muss ich nicht beantworten, sondern die ist damals regierungsseitlich gestellt und auch dadurch beantwortet worden, dass man dem Bundesinnenminister und den anderen Mitgliedern des Kabinetts alles aus der Hand geschlagen hat mit dieser Situation zum Schutz Deutschlands fertig zu werden.<\/em><\/p><p><em>Und ich sag ausdr&uuml;cklich, die &Auml;u&szlig;erungen der Bundeskanzlerin, die dann sp&auml;ter gefallen sind, nach dem Motto: &sbquo;Fluchtursachen bek&auml;mpfen&lsquo;. Ja, da kann man der Dame doch nur sagen: &sbquo;H&ouml;r doch mal mit den Kriegen um uns herum auf!&lsquo;, die seit dem Krieg gegen Jugoslawien, gegen andere V&ouml;lker gef&uuml;hrt worden sind und denen die Lebensgrundlage entziehen.<\/em><\/p><p><em>Das ist doch, dass was die Menschen darunter verstehen, Fluchtursachen zu bek&auml;mpfen. Indem die deutsche Bundesregierung endlich einmal damit aufh&ouml;rt, v&ouml;lkerrechtswidrige Kriege zu f&uuml;hren oder sie mit amerikanischer Beteiligung durchzuziehen.&ldquo;<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Darauf weist der fr&uuml;here CDU-Bundestagsabgeordnete Willy Wimmer aus Anlass des Jahrestages der &Ouml;ffnung der Grenzen durch Angela Merkel pers&ouml;nlich <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=PeF_XRtge5E\">in diesem Video<\/a> hin. Das ist ein redaktioneller Video-Beitrag von &bdquo;Der Fehlende Part&ldquo; (RT Deutsch) vom 7. September 2019. 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