{"id":54770,"date":"2019-09-12T10:00:37","date_gmt":"2019-09-12T08:00:37","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=54770"},"modified":"2020-05-13T10:37:24","modified_gmt":"2020-05-13T08:37:24","slug":"wir-fordern-das-system-toennies-muss-gestoppt-werden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=54770","title":{"rendered":"Wir fordern: Das System T\u00f6nnies muss gestoppt werden!"},"content":{"rendered":"<p>Gegen den gr&ouml;&szlig;ten Schweineschlachtkonzern Europas, T&ouml;nnies, organisiert die <a href=\"https:\/\/arbeitsunrecht.de\/\">aktion gegen arbeitsunrecht<\/a> morgen, am 13. September 2019, die Kampagne &ldquo;<a href=\"https:\/\/www.betterplace.org\/de\/projects\/70872\">Schwarzer Freitag der 13.<\/a>&ldquo;. Sie richtet sich nicht nur gegen die menschenrechtswidrigen Arbeitsverh&auml;ltnisse der tausenden osteurop&auml;ischen Werkvertragsarbeiter, sondern auch gegen die Verschmutzung des Wassers und der Fl&uuml;sse, gegen den Umgang mit den Tieren, gegen die Verbrennung des Kl&auml;rschlamms in den Braunkohle-Kraftwerken sowie gegen die Komplizenschaft der EU, der Bundesregierung und der Aufsichtsbeh&ouml;rden. Der Vorsitzende der aktion gegen arbeitsunrecht, <strong>Werner R&uuml;gemer<\/strong>, wird am gr&ouml;&szlig;ten Schlachtstandort von T&ouml;nnies, in Rheda-Wiedenbr&uuml;ck, bei der Kundgebung am Bahnhof der Stadt um 15.00 eine Rede halten, die er den Leserinnen und Lesern der NachDenkSeiten dankenswerterweise schon vorab zur Lekt&uuml;re stellt.<br>\n<!--more--><br>\n<strong>Rede von Werner R&uuml;gemer zum Aktionstag, #Freitag13. September 2019<\/strong>[<a href=\"#foot_1\" name=\"note_1\">1<\/a>]<\/p><p>Wir fordern das Ende des Systems T&ouml;nnies. Denn der Konzern im Eigentum des Rassisten und Menschenver&auml;chters Clemens T&ouml;nnies und seines Familienclans ist ein System. Es verletzt die Menschenrechte und die Demokratie. Dieses System des europ&auml;ischen Marktf&uuml;hrers bei der Schweineschlachtung hat sich nicht nur in die Arbeitsverh&auml;ltnisse eingefressen, sondern auch in die Natur, in die Lebensgrundlage Wasser, in die Tierwelt und nicht zuletzt in die politischen Verh&auml;ltnisse in Deutschland und in der Europ&auml;ischen Union, auch in die Kommunen, die mit T&ouml;nnies-Standorten gesegnet beziehungsweise belastet sind.<\/p><p>Die zentrale T&ouml;nnies-Holding mit Sitz in D&auml;nemark hat jetzt beim Landgericht Berlin gegen unsere aktion gegen arbeitsunrecht eine Einstweilige Verf&uuml;gung erwirkt. Wir sollen unter anderem nicht mehr behaupten d&uuml;rfen, dass T&ouml;nnies Lohnraub begeht. Wir werden gegen diese Verf&uuml;gung in Widerspruch gehen und die Gelegenheit nutzen, um die T&ouml;nnies-Praktiken weiter bekannt zu machen. Denn obwohl T&ouml;nnies der gr&ouml;&szlig;te Schweineschlachtkonzern ist, sind seine Praktiken der Bev&ouml;lkerung, den Einwohnern der T&ouml;nnies-Standorte und auch den meisten K&auml;ufern der T&ouml;nnies-Produkte so gut wie unbekannt. Daf&uuml;r sorgen auch unsere Leitmedien, die privaten wie die &ouml;ffentlich-rechtlichen, die der sogenannten Meinungsfreiheit verpflichtet sind. Sie kritisieren ein bisschen, wenn der Chef Clemens T&ouml;nnies sich als Rassist &auml;u&szlig;ert und Menschen in Afrika ver&auml;chtlich macht, aber diese ach so freien Medien schweigen auf der nationalen Ebene zu den Arbeitsverh&auml;ltnissen in den T&ouml;nnies-Betrieben und was diese sonst noch an Schweinereien in der Gesellschaft anrichten.<\/p><p><strong>Sozialsch&auml;dliche Arbeitsverh&auml;ltnisse<\/strong><\/p><p>Ja &ndash; der Konzern begeht Lohnraub, systematischen Lohnraub, und zwar durch die Kombination mehrerer Praktiken. Die Mehrheit der Schlachter ist nicht bei T&ouml;nnies angestellt, sondern bei Werkvertragsfirmen. Von diesen Vermittlern gibt es bei T&ouml;nnies mindestens ein Dutzend. Sie haben &ouml;ffentlich so unbekannte Namen wie PTW, DSI, Best Promo, MGM, FSD, Agriserv Europa Meat ZNL, Lazar, Flash Works, Besselmann Services, Ni.Ke, FBS, Ninbog und Christian Fleisch &ndash; schon mal geh&ouml;rt? Clemens T&ouml;nnies und sein Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer Josef Tillmann behaupten: Festanstellungen seien nicht m&ouml;glich, denn die Bulgaren, Rum&auml;nen, Ungarn, Polen, Griechen undsoweiter wollen nur befristet arbeiten und ihr Leben in ihren Heimatl&auml;ndern nicht aufgeben.[<a href=\"#foot_2\" name=\"note_2\">2<\/a>] Aber: Auch f&uuml;r eine zeitlich befristete Anstellung von einem oder zwei Jahren kann bekanntlich ein regul&auml;rer Arbeitsvertrag abgeschlossen werden, viele solche Arbeitsvertr&auml;ge sind heute befristet. <\/p><p>Oder T&ouml;nnies k&ouml;nnte sich Leiharbeiter holen. Aber nein, selbst Leiharbeiter sind noch zu teuer und haben zu viele Rechte, denn immerhin nach 9 Monaten m&uuml;ssen Leiharbeiter mit den regul&auml;r Besch&auml;ftigten gleichgestellt werden. Nein, T&ouml;nnies l&auml;sst sich die Mehrheit der Besch&auml;ftigten als Werkvertragsarbeiter liefern. Sie bilden die Mehrheit in Rheda-Wiedenbr&uuml;ck, der gr&ouml;&szlig;ten T&ouml;nnies-Schlachterei, und im ostdeutschen Wei&szlig;enfels, der zweitgr&ouml;&szlig;ten Schweineschlachterei, sind es etwa 70 Prozent.<\/p><p>Werkvertragler haben einen noch schlechteren Status als Leiharbeiter. Sie k&ouml;nnen auch keinen Betriebsrat w&auml;hlen und k&ouml;nnen sich auch nicht selbst zur Wahl stellen. Das K&uuml;ndigungsschutzgesetz gilt nicht. Der Mindestlohn gilt zwar im Prinzip, aber nicht f&uuml;r diejenigen, die als Selbst&auml;ndige beziehungsweise als Scheinselbst&auml;ndige arbeiten. Tarifliches Recht auf Kranken-, Urlaubs- und Weihnachtsgeld gilt nicht &ndash; T&ouml;nnies weigert sich, mit der zust&auml;ndigen Gewerkschaft NGG &uuml;berhaupt zu verhandeln. <\/p><p><strong>Werkvertr&auml;ge als moderne Sklaverei<\/strong><\/p><p>Hinzu kommen weitere Praktiken. Selbst der Vorsitzende der CDU-Mittelstandsvereinigung in Paderborn, <strong>Friedhelm Koch<\/strong>, sieht T&ouml;nnies als &bdquo;<em>Sklavenhalter<\/em>&ldquo;. In zwei Branchen bestehe diese moderne Sklaverei. Damit wird die Armut in den von der EU verarmten Peripherie-Staaten ausgenutzt, n&auml;mlich in der Prostitution und in der Fleischzerlegung, sagt Koch. Diese Art moderner Sklaverei zeige sich darin, dass T&ouml;nnies den Werkvertraglern &bdquo;<em>schon einmal 200 Euro f&uuml;r ein Bett in einer &uuml;berf&uuml;llten Wohnung abzieht<\/em>&ldquo;. Die NGG Ostwestfalen kennt Wucherpreise bis 270 Euro im Vierbettzimmer.[<a href=\"#foot_3\" name=\"note_3\">3<\/a>] Der MDR berichtete &uuml;ber 250 Euro pro Bett in einem 7-Bett-Zimmer.[<a href=\"#foot_4\" name=\"note_4\">4<\/a>] Dass es sich um ein Element von Lohnraub handelt, wird auch daraus deutlich, dass osteurop&auml;ische Vorarbeiter, die zudem viel besser bezahlt werden, von T&ouml;nnies eine viel bessere Wohnm&ouml;glichkeit bekommen, und die ist au&szlig;erdem kostenlos.[<a href=\"#foot_5\" name=\"note_5\">5<\/a>]<\/p><p>Ein weiteres Element, auf dem der Lohnraub beruht, sind die Geb&uuml;hren, die die Fleischzerleger schon in der Heimat ihren Werkvertragsfirmen bezahlen m&uuml;ssen. Sie m&uuml;ssen dieses teure Eintrittsticket kaufen, um &uuml;berhaupt zu T&ouml;nnies zugelassen zu werden.[<a href=\"#foot_6\" name=\"note_6\">6<\/a>] Wenn sie ganz normale Arbeitnehmer w&auml;ren, br&auml;uchten sie dieses Eintrittsticket gar nicht. Also auch hier: ein Element des Lohnraubs.<\/p><p>T&ouml;nnies nutzt Armut und Abh&auml;ngigkeit aus und f&uuml;hrt ein Angstregime. Kaum ein Werkvertragler spricht &ouml;ffentlich &uuml;ber das Arbeitsunrecht. Nur ganz ganz wenige haben sich einmal f&uuml;r ihre Rechte vor Gericht getraut. Und dann blockiert das T&ouml;nnies-System feige ein Urteil, scheut den Rechtsstaat. Zum Beispiel haben zwei Werkvertragler auf Nachzahlung der t&auml;glichen R&uuml;st- und Wegezeiten geklagt. Sie mussten als Angestellte der Werkvertragsfirma <strong>Besselmann Services<\/strong> eine halbe Stunde vor dem eigentlichen Arbeitsbeginn im T&ouml;nnies-Betrieb sein und sich mit der Schutzkleidung ausr&uuml;sten und dann zum Arbeitsplatz gehen. Diese Zeit wurde nicht bezahlt, obwohl das zur Arbeitszeit z&auml;hlt. Das Gericht ordnete an, dass ein Gutachter in den Betrieb geht. Doch T&ouml;nnies verweigerte ihm den Zutritt. Zum Gerichtsverfahren erschien das Werkvertragsunternehmen nicht. Das Gericht erlie&szlig; deshalb ein Vers&auml;umnisurteil, Besselmann zahlte sofort in aller Stille f&uuml;r die t&auml;glichen 26 Minuten nach: Damit wurde aber ein Grundsatzurteil verhindert. So berichtet der DGB Rechtsschutz.[<a href=\"#foot_7\" name=\"note_7\">7<\/a>] <\/p><p>Die DGB-Beratungsstelle &bdquo;Faire Mobilit&auml;t&ldquo; ber&auml;t Wanderarbeiter aus Osteuropa, auch viele, die an diversen Standorten von T&ouml;nnies arbeiten. Der mit den Werkvertragsfirmen vereinbarte Mindestlohn wird vielfach unterlaufen: &Uuml;berstunden werden nicht dokumentiert und nicht bezahlt, ebenso Umkleide- und Wegezeiten. Die meisten Arbeiter nehmen ihre Rechte nicht wahr, aus Angst, den ohnehin befristeten Job zu verlieren, so berichtet der Mitarbeiter der Beratungsstelle <strong>Szabolcs Sepsi<\/strong>. So f&uuml;hrt T&ouml;nnies ein Angstregime. Was ist hier mit der ansonsten so gelobten Meinungsfreiheit? Meinungsfreiheit f&uuml;r Rassisten wie T&ouml;nnies &ndash; aber keine Meinungsfreiheit f&uuml;r hart arbeitende Menschen? T&ouml;nnies verletzt Menschenrechte, tausendfach, dauerhaft.[<a href=\"#foot_8\" name=\"note_8\">8<\/a>]<\/p><p><strong>Wie wurde Deutschland zum Niedriglohnparadies?<\/strong><\/p><p>Die Bundesregierungen mit den Regierungsparteien CDU, CSU, SPD und Gr&uuml;nen sind verantwortlich f&uuml;r die Niedriglohnw&uuml;ste Deutschland. Und daf&uuml;r, dass Unternehmer, die Gesetze verletzen, nicht bestraft werden. Deshalb haben Schlachtereien aus anderen EU-Staaten wie D&auml;nemark und den Niederlanden Schlachtereien nach Deutschland verlegt. So wurde der f&uuml;hrende Niedriglohnstaat Deutschland zum f&uuml;hrenden Schlachtzentrum Europas und T&ouml;nnies dessen Marktf&uuml;hrer.<\/p><p>Auch die Europ&auml;ische Union hat zu diesem Arbeitsunrecht beigetragen. Auch der Marktf&uuml;hrer T&ouml;nnies hat m&ouml;glichst lange den Werkvertragsarbeitern die &uuml;blichen Sozialabgaben vorenthalten. Das war m&ouml;glich, solange es noch Sonderregelungen f&uuml;r osteurop&auml;ischen EU-Beitrittsstaaten gab. Da waren die Werkvertragler bei ihren Vermittlern in Bulgarien und Rum&auml;nien angestellt und da galt nicht einmal das niedrige Arbeitsrecht in Deutschland.<\/p><p><strong>Die L&uuml;ge vom Fachkr&auml;ftemangel<\/strong><\/p><p>Chef T&ouml;nnies behauptete: &bdquo;<em>Wir sind auf Werkvertragsunternehmen angewiesen. Sonst w&uuml;rden wir nicht die Mitarbeiter in Menge und Qualifikation finden, die wir brauchen.<\/em>&ldquo;[<a href=\"#foot_9\" name=\"note_9\">9<\/a>] Nat&uuml;rlich ist das eine L&uuml;ge. Nat&uuml;rlich w&uuml;rden die Arbeiter aus Rum&auml;nien, Bulgarien, Polen, Ungarn und Griechenland auch kommen, wenn sie regul&auml;r angestellt w&uuml;rden. Da w&uuml;rden sie sogar noch viel lieber kommen, sie w&uuml;rden mehr verdienen und sie w&uuml;rden mehr Rechte haben. So strickt T&ouml;nnies auch mit an der L&uuml;ge des Fachkr&auml;ftemangels.<\/p><p><strong>Kl&auml;rschlamm-Wahnsinn: Nitrat ins Trinkwasser, Methangas in die Luft<\/strong><\/p><p>Die T&ouml;nnies-Schlachterei in Rheda-Wiedenbr&uuml;ck leitet von den t&auml;glich etwa 30.000 geschlachteten Schweinen t&auml;glich tonnenweise Schlachtabf&auml;lle in das Abwasser-Kl&auml;rwerk der Stadt Rheda-Wiedenbr&uuml;ck ein. Daraus entsteht Kl&auml;rschlamm. T&ouml;nnies verursacht davon t&auml;glich 480 Kubikmeter. Das sind 70 Prozent des Kl&auml;rschlamms der Stadt, w&auml;hrend alle weiteren Betriebe in der Stadt und alle Einwohner zusammen nur 30 Prozent des Kl&auml;rschlamms verursachen. <\/p><p>Bevor der schadstoffhaltige Kl&auml;rschlamm t&auml;glich durch zwei Sattelz&uuml;ge mit jeweils 22 Tonnen abtransportiert wird, muss er im Faulturm zwischengelagert werden. Der hat ein Fassungsverm&ouml;gen von 11.500 Kubikmetern. Dabei entsteht das ozonsch&auml;dliche Methangas. Hallo Umweltfreundinnen und Umweltfreunde: Methangas aus den Kl&auml;rschl&auml;mmen! Schon geh&ouml;rt? <\/p><p>Der Kl&auml;rschlamm wurde und wird nach &bdquo;Ostdeutschland&ldquo; entsorgt, Ihr wisst schon: Dorthin wo man aus dem sauberen Westen und der sauberen Stadt Rheda-Wiedenbr&uuml;ck und aus der sauberen T&ouml;nnies-Schlachterei allen Schmutz wegschaffen kann. &bdquo;<em>Ausnahmeregelung zur D&uuml;ngung von Zwischenfruchtfl&auml;chen in Ostdeutschland<\/em>&ldquo; hei&szlig;t das im offiziellen deutschen Besch&ouml;nigungs-Unrechts-Sprech. <\/p><p><strong>Die T&ouml;nnies RWE-Braunkohle-Connection<\/strong><\/p><p>Ein gr&ouml;&szlig;erer Teil des Kl&auml;rschlamms wird allerdings tief in den Westen weggeschafft. Er wird n&auml;mlich in Kohlekraftwerken mitverbrannt. Und die geh&ouml;ren wem? Richtig, die geh&ouml;ren dem Umweltvergifter RWE. Und der Kl&auml;rschlamm aus Wei&szlig;enfels wird im Braunkohlekraftwerk Lippendorf in der Lausitz verbrannt. Bei der Verbrennung gelangen Schadstoffe auch in die Luft. Schadstoffe, die im Filter aufgefangen werden, werden in stillgelegte Bergwerke weggeschafft und k&ouml;nnen das Grundwasser verseuchen. Hallo Umweltfreunde: Schon mal geh&ouml;rt? T&ouml;nnies geh&ouml;rt also, bisher ungenannt, zur Braunkohle-Verbrennungs-Umwelt-Zerst&ouml;rungs-Connection. <\/p><p>T&ouml;nnies schlachtet immer mehr, auch wenn das schon &uuml;berlastete Kl&auml;rwerk von Rheda-Wiedenbr&uuml;ck gar nicht auf die Verarbeitung der immer mehr Schlachtabf&auml;lle eingerichtet ist. Deshalb muss die Stadt auf ihre Kosten seit 2018 einen zus&auml;tzlichen Lagerplatz bauen. Schon mal 320.000 Euro f&uuml;r den ersten Bauabschnitt. Da liegt also der Kl&auml;rschlamm herum. Methangas tritt aus. Die D&uuml;ngemittel- und Kl&auml;rschlamm-Verordnung wird verletzt. Der &uuml;berschuldete Stadthaushalt wird durch T&ouml;nnies noch weiter &uuml;berschuldet.<\/p><p>Die Abw&auml;sser aus dem Kl&auml;rwerk von Rheda-Wiedenbr&uuml;ck werden in den Fluss Ems eingeleitet. Die Ems geh&ouml;rt zu den besonders mit Schadstoffen belasteten Fl&uuml;ssen in Deutschland. Aber haben die sogenannten Aufsichtsbeh&ouml;rden aussagekr&auml;ftige Messungen &uuml;ber multiresistente Keime in der Ems vorgenommen, hinter der Einleitungsstelle des Kl&auml;rwerks Rheda-Wiedenbr&uuml;ck im Vergleich zur Belastung vor der Einleitungsstelle? Nein, solche Messungen gibt es nicht. Die Beh&ouml;rden sperren wie die drei Affen Nase und Mund und Ohren zu. Rechtsstaat mit T&ouml;nnies?<\/p><p>Im ausgebeuteten Ostdeutschland kann T&ouml;nnies sich noch viel mehr erlauben. Von 2006 bis 2011 hat seine Schlachterei in Wei&szlig;enfels seine Abw&auml;sser in die Saale geleitet, illegal, durch einen bypass im st&auml;dtischen Kl&auml;rwerk. Daf&uuml;r hat T&ouml;nnies, erst gezwungen nach einem langen Gerichtsverfahren, 1,5 Millionen Euro Bu&szlig;e gezahlt. Methode T&ouml;nnies: Gesetze brechen, wenn keiner aufpasst. Damit Gewinne machen. Notfalls nachher ein Bu&szlig;geld aus der Portokasse. <\/p><p>&Uuml;brigens, wenn wir schon mal dabei sind: vernutzt auch das wertvolle Grundwasser. T&ouml;nnies zapft in Wei&szlig;enfels das Grundwasser an. Zus&auml;tzlicher Vorteil: T&ouml;nnies braucht daf&uuml;r nicht das Wasser aus den Stadtwerken zu bezahlen.<\/p><p><strong>Deutsche Kontrollbeh&ouml;rden: Nichts sehen, nichts h&ouml;ren, nichts riechen<\/strong><\/p><p>Wir haben den stellvertretenden Leiter des Kl&auml;rwerks von Rheda-Wiedenbr&uuml;ck, Herrn <strong>Rainer Bollmers<\/strong>, angefragt: Wieviel Kubikmeter Abwasser leitete T&ouml;nnies in den Jahren 2016, 2017 und 2018 in die Kl&auml;ranlage ein? In welche der vier Schadstoff-Belastungsstufen wurde das T&ouml;nnies- Abwasser entsprechend der Abwassersatzung der Stadt eingestuft? Welchen Verschmutzungszuschlag zahlt T&ouml;nnies entsprechend dieser Einstufung? Wurden &uuml;berhaupt Messungen in der Zuleitung aus dem Schlachtbetrieb in die Kl&auml;ranlage vorgenommen? Wie hoch ist die Emission des ozonsch&auml;dlichen Methangases aus dem Faulturm und vom Lagerplatz? Wieviele Tonnen Kl&auml;rschlamm wurden in den Jahren 2016, 2017 und 2018 in RWE-Kraftwerken verbrannt? Die Verbrennung einer Tonne Kl&auml;rschlamm kostet die Stadt 150 Euro &ndash; wieviel davon zahlt T&ouml;nnies?<\/p><p>Weder Herr Bollmers noch jemand anders aus der Stadtverwaltung hat geantwortet. Es herrscht das Gesetz des Schweigens. Wir haben dieselben Fragen auch an T&ouml;nnies gerichtet. T&ouml;nnies hat ja zur Beantwortung von Fragen eine eigene &bdquo;Kommunikations&ldquo;abteilung. Chef ist Herr Dr. <strong>Andr&eacute; Vielst&auml;dte<\/strong>. Er hat schon viel zur sch&ouml;nen Sauberkeit der Arbeitsverh&auml;ltnisse und auch des Wassers bei T&ouml;nnies an die Medien kommuniziert. Aber zu unseren Fragen schweigt verbissen auch dieser ansonsten vielschw&auml;tzende Kommunikationsstratege.<\/p><p>T&ouml;nnies als gr&ouml;&szlig;ter Schlachtbetrieb Europas beruht auf der Schweinemast in zahlreichen Mastbetrieben. Dort wird G&uuml;lle in die Umwelt eingeleitet, in den Boden als D&uuml;nger, ebenfalls in die dortigen Kl&auml;ranlagen, in die Fl&uuml;sse, in das Grundwasser. Ebenfalls versenkt T&ouml;nnies Kl&auml;rschl&auml;mme als Zwischennutzung in Ostdeutschland. Aber die Komplizenschaft der Beh&ouml;rden auf kommunaler Ebene setzt sich beim Landkreis G&uuml;tersloh und beim Regierungspr&auml;sidenten in Herford fort. Dasselbe in Wei&szlig;enfels im ostdeutschen Sachsen-Anhalt. <\/p><p>Bekanntlich stellt die Europ&auml;ische Kommission, die gewiss sehr nachsichtig ist, besonders mit dem m&auml;chtigen Deutschland und seiner christlich-nachsichtigen Bundeskanzlerin, immer wieder fest: Die Bundesrepublik verletzt nachhaltig die G&uuml;lle-Verordnung. Das hat auch der Europ&auml;ische Gerichtshof festgestellt. &bdquo;<em>Deutsches Grundwasser geh&ouml;rt zum schlechtesten in der EU<\/em>&ldquo;, erkl&auml;rt die Kommission. In einigen Regionen wird der zul&auml;ssige Grenzwert um das Vier- bis Sechsfache &uuml;berschritten. Vom Grundwasser gelangt das krebserregende Nitrat ins Trinkwasser. Die Bundesregierungen erlauben die dauerhafte Verletzung des Gesetzes, gef&auml;hrden die Bev&ouml;lkerung, insbesondere Kleinkinder und Schwangere.<\/p><p><strong>Zur Belohnung gibt es EU-Subventionen<\/strong><\/p><p>Dabei hat die Europ&auml;ische Union zum Aufstieg von T&ouml;nnies selbst beigetragen: acht Schlachtereien in Deutschland, weitere Standorte inzwischen in D&auml;nemark, Polen, Frankreich und Gro&szlig;britannien, Exporte in 80 Staaten. Das hat die EU nicht nur durch die F&ouml;rderung der Niedrigl&ouml;hne in den armen Mitgliedsstaaten und durch die Freiz&uuml;gigkeit f&uuml;r Werkvertragsfirmen bewirkt. Die EU hat T&ouml;nnies auch mit Agrarsubventionen beschenkt. So erhielt T&ouml;nnies im Jahre 2008 2,67 Millionen Euro aus dem Europ&auml;ischen Garantiefonds f&uuml;r die Landwirtschaft.[<a href=\"#foot_10\" name=\"note_10\">10<\/a>]<\/p><p><strong>Kartellamt durch Bauerntrick get&auml;uscht<\/strong><\/p><p>2014 verh&auml;ngte das Bundeskartellamt gegen 21 Wursthersteller wegen Preisabsprachen Bu&szlig;gelder von insgesamt 338 Millionen Euro. Der L&ouml;wenanteil von 128 Millionen Euro entfiel auf Hauptt&auml;ter T&ouml;nnies. Doch T&ouml;nnies trickste und l&ouml;ste die betroffenen Tochterfirmen B&ouml;klunder Plumrose und K&ouml;necke schnell auf. Das Kartellamt resignierte. T&ouml;nnies brauchte nicht zu zahlen.[<a href=\"#foot_11\" name=\"note_11\">11<\/a>]<\/p><p>Das System T&ouml;nnies schadet den Besch&auml;ftigten und ihren Menschenrechten, dem Wasser, den B&ouml;den, den Tieren, den B&uuml;rgern in den betroffenen Kommunen, dem Rechtsstaat, der Demokratie. <\/p><p><strong>Was tun?<\/strong><\/p><p>Wir fordern deshalb: Das System T&ouml;nnies endlich stoppen! Regul&auml;re Arbeitsvertr&auml;ge und Meinungsfreiheit f&uuml;r die Werkvertragsarbeiter! Menschenw&uuml;rdige Unterbringung! Glasklare Messungen der Abw&auml;sser aus den T&ouml;nnies-Schlachtereien! Keine Verbrennung der Kl&auml;rschl&auml;mme in den RWE-Kohlekraftwerken! Einwohner von Rheda-Wiedenbr&uuml;ck, Wei&szlig;enfels, Kempten und so weiter: Klopft Euren Stadtverwaltungen auf die Finger!<\/p><p>Und was k&ouml;nnen wir noch tun? Kaufen wir T&ouml;nnies nichts mehr ab! Seine Marken <strong>B&ouml;klunder<\/strong> &ndash; f&uuml;r Schweine und Rindfleisch &ndash; und <strong>Gutfried<\/strong> &ndash; f&uuml;r Gefl&uuml;gel &ndash; liefert er an alle Superm&auml;rkte, f&uuml;r ALDI die Hausmarken Tillmann&rsquo;s, S&ouml;lde, Rolffes, Landbeck. <\/p><p>Hallo Fans von Schalke 04 und VfB Stuttgart: Sorgt daf&uuml;r, dass T&ouml;nnies B&ouml;klunder Dumping-Wurst aus euren Fu&szlig;ballstadien verschwindet! Dann macht Fu&szlig;ball erst richtig Spa&szlig;!<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><div class=\"footnote\">\n<p>[<a href=\"#note_1\" name=\"foot_1\">&laquo;1<\/a>] Werner R&uuml;gemer ist der Vorsitzende des Vereins aktion .\/. arbeitsunrecht &ndash; Initiative f&uuml;r Demokratie in Wirtschaft &amp; Betrieb. Er h&auml;lt die Rede am 13. September 2019 in Rheda-Wiedenbr&uuml;ck. Die Rede mag vervielf&auml;ltigt und bei Aktionen genutzt und &ndash; auch auszugsweise &ndash; verlesen werden. <\/p>\n<p>[<a href=\"#note_2\" name=\"foot_2\">&laquo;2<\/a>] Kreis G&uuml;tersloh, Der Landrat: Protokoll des Er&ouml;rterungstermins am 12.7.2017, S. 10<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_3\" name=\"foot_3\">&laquo;3<\/a>] CDU-Mittelstandspolitiker: T&ouml;nnies macht Profit mit &bdquo;Sklaverei&ldquo;, WDR-Lokalzeit 16.8.2019; <a href=\"https:\/\/nw.de\/nachrichten\/wirtschaft\/22536149_CDU-Mittelstandspolitiker-Toennies-macht-Profite-mit-Sklaverei.html\">nw.de\/nachrichten\/wirtschaft\/22536149_CDU-Mittelstandspolitiker-Toennies-macht-Profite-mit-Sklaverei.html<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_4\" name=\"foot_4\">&laquo;4<\/a>] Viel Arbeit, wenig Lohn, mdr\/Heute im Osten 27.11.2017<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_5\" name=\"foot_5\">&laquo;5<\/a>] Was T&ouml;nnies&rsquo; Angestellte zu ihren Arbeitsbedingungen sagen, Der Westen 30.8.2013<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_6\" name=\"foot_6\">&laquo;6<\/a>] Siehe Fu&szlig;note 2<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_7\" name=\"foot_7\">&laquo;7<\/a>] Kein Grundsatzurteil &uuml;ber Umkleide- und Wegezeiten, 28.6.2017, <a href=\"https:\/\/www.dgbrechtsschutz.de\/recht\/arbeitsrecht\/arbeitszeit\/kein-grundsatzurteil-ueber-umkleide-und-wegezeiten\/\">dgbrechtsschutz.de\/recht\/arbeitsrecht\/arbeitszeit\/kein-grundsatzurteil-ueber-umkleide-und-wegezeiten\/<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_8\" name=\"foot_8\">&laquo;8<\/a>] Siehe Fu&szlig;note 3<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_9\" name=\"foot_9\">&laquo;9<\/a>] Siehe Fu&szlig;note 3<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_10\" name=\"foot_10\">&laquo;10<\/a>] Hintergrund, 27.8.2013<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_11\" name=\"foot_11\">&laquo;11<\/a>] Wurstkartell: Kartellamt gibt auf, T&ouml;nnies ist aus dem Schneider, juve.de\/nachrichten\/verfahren 19.10.2016<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gegen den gr&ouml;&szlig;ten Schweineschlachtkonzern Europas, T&ouml;nnies, organisiert die <a href=\"https:\/\/arbeitsunrecht.de\/\">aktion gegen arbeitsunrecht<\/a> morgen, am 13. September 2019, die Kampagne &ldquo;<a href=\"https:\/\/www.betterplace.org\/de\/projects\/70872\">Schwarzer Freitag der 13.<\/a>&ldquo;. Sie richtet sich nicht nur gegen die menschenrechtswidrigen Arbeitsverh&auml;ltnisse der tausenden osteurop&auml;ischen Werkvertragsarbeiter, sondern auch gegen die Verschmutzung des Wassers und der Fl&uuml;sse, gegen den Umgang mit den Tieren, gegen die<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=54770\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":54771,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[141,35,179,211],"tags":[1740,2152,1563,643,2884,317,288,394,2697,2327,2061,2723],"class_list":["post-54770","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-arbeitsmarkt-und-arbeitsmarktpolitik","category-aufbau-gegenoeffentlichkeit","category-schadstoffe","category-veranstaltungshinweiseveranstaltungen","tag-arbeitsbedingungen","tag-ueberstunden","tag-kartell","tag-kuendigungsschutz","tag-lebensmittelindustrie","tag-mindestlohn","tag-prekaere-beschaeftigung","tag-subventionen","tag-toennies-clemens","tag-tierschutz","tag-umweltverschmutzung","tag-werkvertrag"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/190912_titel.jpeg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/54770","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=54770"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/54770\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":54779,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/54770\/revisions\/54779"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/54771"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=54770"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=54770"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=54770"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}