{"id":54849,"date":"2019-09-16T11:30:16","date_gmt":"2019-09-16T09:30:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=54849"},"modified":"2019-09-17T15:57:12","modified_gmt":"2019-09-17T13:57:12","slug":"lassen-sie-uns-doch-mal-ueber-verkehr-reden-teil-6-suv-verbotsdebatte-zeit-fuer-ein-wenig-mehr-sachlichkeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=54849","title":{"rendered":"Lassen Sie uns doch mal \u00fcber Verkehr reden \u2013 Teil 6: SUV-Verbotsdebatte \u2013 Zeit f\u00fcr ein wenig mehr Sachlichkeit"},"content":{"rendered":"<p>Als Reaktion auf einen grausamen Unfall in der Berliner Innenstadt, der vier Passanten das <a href=\"https:\/\/www.rbb24.de\/panorama\/beitrag\/2019\/09\/suv-unfall-berlin-mitte-patientenakte-staatsanwaltschaft.html\">Leben kostete<\/a>, entbrennt eine emotional gef&uuml;hrte Debatte. Einzelne Politiker von Gr&uuml;nen und SPD <a href=\"https:\/\/taz.de\/Nach-schwerem-Unfall-in-Berlin\/!5621031\/\">fordern<\/a> bereits ein Verbot von SUVs. Doch derartige Forderungen sind &ndash; so berechtigt sie im Kern sind &ndash; eine Phantomdebatte, da ein derartiges Verbot in der Praxis ohnehin kaum sinnvoll zu formulieren w&auml;re. Dabei g&auml;be es mit der &Uuml;berarbeitung des  Dienstwagenprivilegs und den Abschreibungsrichtlinien f&uuml;r Firmenwagen ein sehr m&auml;chtiges Schwert, um die &bdquo;Panzer auf vier R&auml;dern&ldquo; zumindest zum gr&ouml;&szlig;ten Teil von unseren Stra&szlig;en zu vertreiben. Denn was gerne verschwiegen wird &ndash; laut Zulassungsstatistik handelt es sich bei den Wagen, um die es hier geht, fast ausschlie&szlig;lich um gewerblich angemeldete Fahrzeuge. Von <strong>Jens Berger<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_5595\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-54849-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/190916_Lassen_Sie_uns_doch_mal_ueber_Verkehr_reden_Teil_6_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/190916_Lassen_Sie_uns_doch_mal_ueber_Verkehr_reden_Teil_6_NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/190916_Lassen_Sie_uns_doch_mal_ueber_Verkehr_reden_Teil_6_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/190916_Lassen_Sie_uns_doch_mal_ueber_Verkehr_reden_Teil_6_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=54849-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/190916_Lassen_Sie_uns_doch_mal_ueber_Verkehr_reden_Teil_6_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"190916_Lassen_Sie_uns_doch_mal_ueber_Verkehr_reden_Teil_6_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p><strong>Wo f&auml;ngt ein SUV an, wo h&ouml;rt er auf?<\/strong><\/p><p>Auch wenn &bdquo;ganz Deutschland&ldquo; &uuml;ber SUVs diskutiert, gibt es keine verbindliche Definition, was eigentlich ein SUV ist. Folgt man der Zulassungsstatistik des Kraftfahrtbundesamts geh&ouml;rt beispielsweise der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Seat_Arona\">Seat Arona<\/a> zu den &bdquo;Sport Utility Vehicles&ldquo;, kurz SUVs. Der Seat ist jedoch eigentlich eher ein etwas h&ouml;hergelegter Kompaktwagen, dessen Leergewicht mit 1.165&ndash;1.320 Kilogramm unterhalb dem des VW Golfs liegt. &Auml;hnlich sieht es beim <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Opel_Mokka\">Opel Mokka<\/a> oder beim <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Peugeot_2008_I\">Peugeot 2008<\/a> aus, die laut KBA ebenfalls &bdquo;SUVs&ldquo; sein sollen. <\/p><p>Die Fahrzeuge, die man umgangssprachlich im Auge hat, wenn man von SUVs als &bdquo;Panzern auf vier R&auml;dern&ldquo; spricht, wie der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Audi_Q7\">Audi Q7<\/a>, der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/BMW_G05\">BMW X5<\/a>, der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Porsche_Cayenne\">Porsche Cayenne<\/a> oder die <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Mercedes-Benz_X_166\">GL-Klasse<\/a> von Mercedes, sind laut Definition des Kraftfahrtbundesamtes indes gar keine SUVs, sondern ganz einfach &bdquo;Gel&auml;ndewagen&ldquo;. Nun l&auml;sst sich vortrefflich dar&uuml;ber streiten, ob die vergleichsweise kleinen, kompakten SUVs eine Fehlentwicklung sind. Ich halte sie in der Tat f&uuml;r eine solche, mein eigener Vater, der als &auml;lterer Mann froh ist, &bdquo;leicht wieder aus dem Sitz herauszukommen&ldquo;, sieht dies g&auml;nzlich anders. Aber auch das ist Phantomdebatte, da wohl niemand ernsthaft die Position vertritt, dass h&ouml;hergelegte Klein- und Kompaktwagen verboten werden sollten. Nein, es geht um die irrwitzig hoch motorisierten Gel&auml;ndewagen jenseits der Zwei-Tonnen-Gewichtsklasse, von denen im Falle eines Unfalls nicht nur ein massives T&ouml;tungsrisiko f&uuml;r Fu&szlig;g&auml;nger und Insassen &bdquo;normaler&ldquo; Fahrzeuge ausgeht, sondern die mit ihren extrem hohen Abgaswerten auch unter umwelt- und klimapolitischen Ma&szlig;gaben problematisch sind.<\/p><p>Da h&ouml;rt sich ein generelles Verbot oder ein Verbot f&uuml;r die Innenst&auml;dte auf den ersten Blick nat&uuml;rlich verlockend an. Doch wie sollte ein solches Gesetz formuliert werden, wenn noch nicht einmal das Kraftfahrtbundesamt hier eine sinnvolle Kategorisierung anbietet? Wie schon erw&auml;hnt &ndash; bei einem &bdquo;SUV-Verbot&ldquo; nach Definition der Fahrzeugklassen durch das KBA d&uuml;rfte der Rentner in seinem h&ouml;hergelegten Seat nicht mehr in die Stadt, der Anwalt mit seinem Porsche Cayenne aber schon. <\/p><p>Dann machen wir es halt am Gewicht fest! Nimmt man die Zwei-Tonnen-Grenze als Ma&szlig;stab, w&auml;re davon jedoch nicht nur der Anwalt im Porsche Cayenne, sondern auch der Familienvater mit seinem <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/VW_T5\/T6\">VW-Bully<\/a> betroffen. Hinzu kommt die ebenfalls schwammige Unterscheidung zwischen Privat- und Firmenwagen. Auch Kleintransporter und Kastenwagen wiegen oft mehr als zwei Tonnen. Hierbei handelt es sich dann aber um gewerblich genutzte Fahrzeuge, die bei einem Verbot ausgespart werden k&ouml;nnten, werden Anh&auml;nger eines solchen Verbots nun sagen. Gewerblich genutzt sind die meisten Porsches, BMWs und Audis aber auch. Und wie man dem Monteur erlauben soll, was man dem Werbekaufmann verbietet, ist eine Frage, die man lieber Fachjuristen &uuml;berlassen sollte. Ich bin skeptisch, dass ein solches Gesetz &uuml;berhaupt sinnvoll formulierbar w&auml;re. Dabei k&ouml;nnte man gleich mehrere Fliegen mit einer ganz anderen Klappe schlagen.<\/p><p><strong>Firmen- und Dienstpanzer auf vier R&auml;dern<\/strong><\/p><p>Zun&auml;chst muss man die Frage stellen, wer sich denn &uuml;berhaupt so einen &bdquo;Panzer auf vier R&auml;dern&ldquo; kauft, dessen Preis meist sechsstellig ist. Die Antwort ist ebenso ern&uuml;chternd wie einfach: Fast niemand. Die gro&szlig;en Luxus-Gel&auml;ndewagen, um die es im Kern bei der Debatte ja geht, werden fast ausschlie&szlig;lich von &bdquo;Gewerbekunden&ldquo; geleast. Beim Audi Q7 betr&auml;gt der Anteil gewerblicher Kunden laut <a href=\"https:\/\/www.kba.de\/DE\/Statistik\/Fahrzeuge\/Neuzulassungen\/Segmente\/segmente_node.html\">KBA-Neuzulassungsstatistik<\/a> 76,8%. Beim BMW X5 sind es 77,3%, bei der GL-Klasse von Mercedes 93,4%, beim Porsche Cayenne 76,5% und beim VW Touareg 86,2%. Diese Zahlen sind von &uuml;berragender Bedeutung, wenn man dar&uuml;ber debattiert, wie man diese Unget&uuml;me von den Stra&szlig;en bekommen kann.<\/p><p>Die gewerbliche Nutzung umfasst zwei Seiten: Zum einen handelt es sich aus Sicht der Nutzer selbst um sogenannte Dienstwagen, die Angestellten zur dienstlichen und privaten Nutzung als Lohnersatzleistung auch zur privaten Verf&uuml;gung &uuml;berlassen werden. Dies schlie&szlig;t in der Regel &uuml;brigens s&auml;mtliche laufenden Kosten, inklusive der Kraftstoffkosten an der Tankstelle, mit ein. Als Ausgleich muss der Nutzer eines Dienstwagens ein Prozent des Listenpreises als Lohnersatzleistung versteuern. Kostet ein Wagen laut Liste also 100.000 Euro, muss der Angestellte 1.000 Euro pro Monat versteuern. Bei einem angenommenen Einkommensteuersatz von 30% w&auml;ren dies 300 Euro Gesamtkosten, die wohlgemerkt s&auml;mtliche Kosten, inkl. Wartung, Spritverbrauch, Reparaturen etc. beinhalten. Diese 1%-Regelung kann &uuml;brigens auch von Gesellschaftern einer Kapitalgesellschaft in Anspruch genommen werden, die dort selbst als Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer t&auml;tig sind. Diese Subvention nennt sich Dienstwagenprivileg und ist eine der tragenden S&auml;ulen der Lobbypolitik der deutschen Automobilhersteller.<\/p><p>Die zweite Seite ist die Sicht des Unternehmens. Die Kosten f&uuml;r das Leasing und die Betriebsausgaben &ndash; inkl. Kraftstoffkosten &ndash; k&ouml;nnen und werden vom Unternehmen in der Gewinn- und Verlustrechnung voll als Kosten eingerechnet. Wenn der Gesellschafter sich als Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer einen Porsche Cayenne mit einer Leasingrate von 2.000 Euro pro Monat genehmigt und f&uuml;r 800 Euro im Monat Tankquittungen einreicht, entstehen f&uuml;r das Unternehmen 2.800 Euro Kosten, die voll auf das Betriebsergebnis anrechenbar sind und am Ende des Gesch&auml;ftsjahres den entstandenen Gewinn und damit die Steuerlast dr&uuml;cken. <\/p><p>Von Seiten des Gesetzgebers gibt es also zur Zeit f&uuml;r Unternehmen und Unternehmer keine Anreizsteuerung, preiswerte, kleine und spritsparende Fahrzeuge zu nutzen. Im Gegenteil &ndash; wer seine Kraftstoffkosten 1:1 abrechnen kann, &uuml;berlegt sich nicht zweimal, ob er &bdquo;kostenlos&ldquo; privat mit dem eigenen Wagen f&auml;hrt oder den Weg umwelt- und klimafreundlich mit der Bahn zur&uuml;cklegt. Ob der Dienstwagen mit Strom f&auml;hrt, drei oder zw&ouml;lf Liter Benzin auf einhundert Kilometer verbraucht, ist ebenfalls f&uuml;r den Nutzer des Dienstwagenprivilegs einerlei, da er selbst am Ende stets kostenfrei f&auml;hrt. <\/p><p>Diese simple Wahrheit ist &uuml;brigens auch ein D&auml;mpfer f&uuml;r diejenigen, die nun SUVs &uuml;ber den Umweg h&ouml;herer Mineral&ouml;lsteuern oder einer CO2-Steuer &bdquo;unattraktiv&ldquo; machen wollen. Wenn es dem Fahrer vollkommen egal sein kann, was der Liter Benzin oder Diesel kostet, kann man auch &uuml;ber die Besteuerung des Kraftstoffs keine Lenkungswirkung aus&uuml;ben. Besonders delikat: Da auch der Steueranteil im Kraftstoff bei Dienstwagen indirekt &uuml;ber die Kosten die Gewinne senkt und so die Steuerlast des Unternehmens dr&uuml;ckt, w&uuml;rde der Staat auf diesem Weg die h&ouml;heren Steuern f&uuml;r Kraftstoffe &uuml;ber niedrigere K&ouml;rperschaftssteuern ebenfalls &bdquo;quersubventionieren&ldquo;. Letztlich zahlt die Rechnung in diesem Fall der Privatmann &ndash; egal ob er einen Porsche Cayenne oder einen VW Lupo f&auml;hrt.<\/p><p><strong>Was zu tun w&auml;re <\/strong><\/p><p>Und hier findet man auch den Hebel f&uuml;r die Verdr&auml;ngung der &bdquo;Panzer auf vier R&auml;dern&ldquo;. Warum verabschiedet man kein Gesetz, das die steuerliche Abschreibbarkeit und das Dienstwagenprivileg an bestimmte Parameter koppelt? Dies k&ouml;nnte der CO2-Aussto&szlig; sein, dies k&ouml;nnte aber auch der Listenpreis, das Leergewicht oder eine Kombination aus diesen und anderen Faktoren sein. <strong>Es gibt keinen(!) vern&uuml;nftigen Grund, warum der Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer einer Werbeagentur oder ein Wirtschaftsanwalt in Berlin einen Gel&auml;ndewagen mit sechsstelligem Listenpreis fahren muss und dementsprechend sollten die entsprechenden Gesetze auch angepasst werden.<\/strong> Dies lie&szlig;e auch Feinheiten und Ausnahmen zu &ndash; denn anders als der Werber oder der Anwalt kann beispielsweise der Heizungsmonteur ja sehr wohl begr&uuml;nden, warum er einen Kleintransporter mit mehr als zwei Tonnen Leergewicht als Firmenwagen braucht. <\/p><p><strong>W&uuml;rde es die Subventionen &uuml;ber das Dienstwagenprivileg und die Abschreibbarkeit solcher Wagen nicht mehr geben, w&uuml;rden diese Wagen zum gro&szlig;en Teil wieder aus den Showrooms der Hersteller verschwinden. <\/strong><\/p><p>Der gr&ouml;&szlig;te Vorteil einer Modernisierung der genannten gesetzlichen Regelungen w&auml;re jedoch, dass sie weit &uuml;ber das tagesaktuelle emotionale Thema &bdquo;SUVs&ldquo; hinausgehen. Das Gros der Firmen- und Dienstwagen sind ja nicht die Gel&auml;ndewagen der 2-Tonnen-Plus-Klasse, sondern die Limousinen und Kombis der Kompakt- und Mittelklasse. Auch hier haben wir vor allem bei den Produkten deutscher &bdquo;Premiummarken&ldquo; das gro&szlig;e Problem, dass nicht der private Autofahrer, sondern der Nutzer von Dienst- und Firmenwagen den Markt bestimmt. Da f&uuml;r solche Nutzer umwelt- und klimapolitische Eigenschaften aber sekund&auml;r sind &ndash; schlie&szlig;lich bezahlt der Arbeitgeber ohnehin s&auml;mtliche Verbrauchskosten &ndash; wird der Markt mit spritschluckenden, schweren PS-Monstern vergiftet. Die landen dann nach Ablauf des Leasings nach zwei bis vier Jahren auf dem Gebrauchtwagenmarkt und bestimmen hier das verf&uuml;gbare Angebot. Wenn mehr als zwei Drittel aller Zwei- bis Vierj&auml;hrigen aus bestimmten Angebotssegmenten aus dem Fuhrpark der gewerblichen Nutzer stammen, hat der private Nutzer, der sich sein Auto ja in der Regel ohnehin nicht neu, sondern gebraucht kauft, auch gezwungenerma&szlig;en keine freie Wahl mehr. Zudem wird der Gebrauchtwagenpreis &uuml;ber Angebot und Nachfrage geregelt. Wenn (zu) viele PS-starke Wagen mit (zu) hohem Verbrauch auf dem Markt sind, sinkt bestenfalls deren Preis, was eine Beeinflussung des Gebrauchtwagenmarktes in genau die falsche Richtung darstellt. <\/p><p>Auch hier k&ouml;nnte eine Anpassung der gesetzlichen Rahmenbedingungen Wunder wirken. Wenn besonders PS-starke Wagen mit hohem Gewicht und hohem Verbrauch unterhalb der &bdquo;Panzer-auf-vier-R&auml;dern-Klasse&ldquo; beispielsweise nicht mehr mit einem, sondern k&uuml;nftig mit zwei oder drei Prozent des Listenpreises bei der Nutzung als Dienstwagen versteuert werden m&uuml;ssten, w&uuml;rden sich die meisten Angestellten, die ein derartiges Angebot nutzen, sicher auch zwei- oder dreimal &uuml;berlegen, ob es eine umwelt- und klimapolitisch sinnvollere kleinere, leichtere und spirtsparendere Alternative nicht auch tut. Und nach Ablauf der Leasingzeit w&uuml;rden dann diese Wagen den Gebrauchtwagenmarkt &uuml;berschwemmen. Das w&auml;re doch schon mal ein gro&szlig;er Schritt in die richtige Richtung.<\/p><p>Wohlgemerkt: Bei diesen Gedanken geht es &bdquo;nur&ldquo; um die Probleme innerhalb des Segments des Individualverkehrs. Die dar&uuml;ber hinausgehenden Perspektiven haben wir auf den NachDenkSeiten bereits in den ersten f&uuml;nf Teilen (<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=50643\">1<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=50679\">2<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=50701\">3<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=50872\">4<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=51533\">5<\/a>) unserer kleinen Reihe &bdquo;Lassen Sie uns doch mal &uuml;ber Verkehr reden&ldquo; behandelt. Doch selbst dieser kleine Ansatz zu einem sehr konkreten Thema hat leider wohl kaum Aussicht auf Erfolg. Vom Dienstwagenprivileg und den derzeitigen Abschreibungsregelungen profitieren n&auml;mlich vor allem die Hersteller, die &uuml;bermotorisierte, schwere und spritfressende Autos im Angebot haben und das sind mit einem &uuml;bergro&szlig;en Marktvolumen die deutschen &bdquo;Premiummarken&ldquo;, f&uuml;r die genau diese Fahrzeuge zudem &bdquo;Cash Cows&ldquo; sind, die ganz ma&szlig;geblich die Gewinne der Unternehmen bestimmen. Hier geht es also um das Herz des Dinosauriers und es ist leider auszuschlie&szlig;en, dass sich in der Politik ein Gro&szlig;wildj&auml;ger findet, der es mit Autolobbycratus Rex aufnimmt.<\/p><p>Titelbild: medvedsky.kz\/shutterstock.com<\/p><p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg05.met.vgwort.de\/na\/8fdf418f08924a45981f1e0bf7917ba6\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Als Reaktion auf einen grausamen Unfall in der Berliner Innenstadt, der vier Passanten das <a href=\"https:\/\/www.rbb24.de\/panorama\/beitrag\/2019\/09\/suv-unfall-berlin-mitte-patientenakte-staatsanwaltschaft.html\">Leben kostete<\/a>, entbrennt eine emotional gef&uuml;hrte Debatte. Einzelne Politiker von Gr&uuml;nen und SPD <a href=\"https:\/\/taz.de\/Nach-schwerem-Unfall-in-Berlin\/!5621031\/\">fordern<\/a> bereits ein Verbot von SUVs. 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