{"id":5488,"date":"2010-05-07T16:54:52","date_gmt":"2010-05-07T14:54:52","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=5488"},"modified":"2010-05-07T16:54:52","modified_gmt":"2010-05-07T14:54:52","slug":"hinweise-des-tages-2-133","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=5488","title":{"rendered":"Hinweise des Tages (2)"},"content":{"rendered":"<p>Unter anderem zu folgenden Themen: Wahlen in Gro&szlig;britannien; Rettung des Euros; Griechenland-Krise; Rating-Agentur warnt vor Banken-Crash; Einbruch an der Wall Street; Intransparenz der Kredite; Hypo Real Estate; Zahlenmagierin FDP; Arvato gescheitert; Urteil im Schreiber-Prozess; Kunden-Abzocke abgelehnt; magere Stipendien; Regierungssprecher wird Intendant; das Risiko im Golf von Mexiko. (WL)<br>\n<!--more--><\/p><ol>\n<li><a href=\"#h01\">Big Ben schl&auml;gt f&uuml;r zwei Verlierer<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h02\">Ist der Euro noch zu retten?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h03\">Griechenland-Krise<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h04\">Rating-Riese Moody&rsquo;s warnt vor Banken-Crash<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h05\">Einbruch der Wall Street: 1000-Punkte-Verlust alarmiert Aufseher<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h06\">Teure Intransparenz<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h07\">Angeschlagene Mittelmeerstaaten schulden der Hypo Real Estate 39 Milliarden Euro<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h08\">Kapitalistische Mangelwirtschaft<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h09\">Kauf der Hypo Alpe Adria: BayernLB-Managern drohen Haftstrafen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h10\">Freddie Mac als Fass ohne Boden<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h11\">Zahlenmagierin FDP<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h12\">Staat f&ouml;rdert Ungleichheit<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h13\">Arvato-Vorzeigeprojekt spart nicht die erhofften 27 Millionen Euro ein<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h14\">Gro&szlig;banken fordern weitere 50 Millionen Euro von Leipzig<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h15\">Urteil im Schreiber-Prozess: Grandiose Selbsterh&ouml;hung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h16\">Kunden-Abzocke: Koalition lehnt kostenlose Telefon-Warteschleifen ab<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h17\">Hartz IV Behinderung gilt nicht als H&auml;rtefall<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h18\">Magere Stipendien<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h19\">Regierungssprecher Ulrich Wilhelm zum neuen Intendanten gew&auml;hlt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h20\">Das Risiko im Golf von Mexiko ist schlicht zu hoch<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"?p=5488&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Big Ben schl&auml;gt f&uuml;r zwei Verlierer <\/strong><br>\nLiberaldemokraten und Labour-Partei haben verloren &ndash; und k&ouml;nnten doch die gr&ouml;&szlig;ten Sieger der britischen Wahl werden.<br>\nWer hat die Wahl eigentlich gewonnen &ndash; dies war die Frage, welche die Kommentatoren und die Politiker in einer langen Wahlnacht am meisten verwirrte. Sicher scheint nur, dass Labour unter Premierminister Gordon Brown nach 13 langen Jahren im Amt in diesem Urnengang unterlag.<br>\n(Die Konservativen) werden zwar die gr&ouml;&szlig;te Fraktion im Unterhaus stellen, von einer eigenst&auml;ndigen Mehrheit freilich, die sie sich erhofft hatten, sind sie aller Voraussicht nach ziemlich weit entfernt.<br>\n(Die Liberaldemokraten) sind die gr&ouml;&szlig;ten Verlierer dieser Wahl &ndash; und k&ouml;nnten gleichwohl als ihre gr&ouml;&szlig;ten Sieger aus ihr hervorgehen. Niederschmetternd f&uuml;r die Partei muss sein, dass die Begeisterung, die ihr dynamisch-jugendlicher F&uuml;hrer Nick Clegg ausgel&ouml;st hatte, sich nicht niedergeschlagen hat in mehr Sitzen.<br>\nDennoch k&ouml;nnte ihnen ihr Hauptziel gelingen: den eisernen Griff zu brechen, mit dem das Mehrheitswahlrecht sie auf Dauer von politischer Einflussnahme ausschloss und den beiden Gro&szlig;en ein Macht-Duopol einr&auml;umte. Ohne die Hilfe der LibDems kann nun keiner regieren, und Brown und seine Sozialdemokraten z&ouml;gerten keinen Augenblick mit Avancen.<br>\nSo wie es am Morgen nach der Wahl aussah, bringen Labour und LibDems keine Mehrheit zustande, selbst wenn sie von der Gr&uuml;nen Caroline Lucas unterst&uuml;tzt w&uuml;rden, die sensationell den ersten Parlamentssitz &uuml;berhaupt f&uuml;r ihre Partei gewann &hellip;<br>\nWaren die letzten vier Wochen des Wahlkampfes schon spannend, so d&uuml;rften die kommenden Tage in Westminster noch aufregender werden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/410\/510529\/text\/\">SZ<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Ist der Euro noch zu retten?<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Euroland auf dem Pr&uuml;fstand. Ist die W&auml;hrungsunion noch zu retten?<\/strong><br>\nMit Beitr&auml;gen von\n<ul>\n<li>Thomas Fricke<br>\nNach dem Griechenland-Desaster: Die W&auml;hrungsunion braucht grundlegende Reformen.<\/li>\n<li>Niels Kadritzke<br>\nGriechenland &ndash; Einschneidende Reformen wirken nur mit europ&auml;ischer Solidarit&auml;t<\/li>\n<li>Ricardo Paes Mamede<br>\nPortugal &ndash; Austerit&auml;tspolitik ohne Erfolgsgarantie<\/li>\n<li>Santiago Fern&aacute;ndez de Lis und Emilio Ontiveros<br>\nSpanien &ndash; Das Wachstum des Baubooms kommt nicht wieder<\/li>\n<li>Philipp Fink<br>\nIrland &ndash; Im Griff der Wirtschafts- und Finanzkrise: Prinzip Hoffnung<\/li>\n<li>Michael Braun<br>\nItalien &ndash; Die Angst vor dem Dominoeffekt der Euro-Zone trotz solider Haushaltspolitik<\/li>\n<\/ul>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/library.fes.de\/pdf-files\/id\/ipa\/07227.pdf\">Friedrich-Ebert-Stiftung [PDF &ndash; 265 KB]<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Joseph Stiglitz &ndash; Wie der Euro noch zu retten ist<\/strong><br>\nDie europ&auml;ischen Defizitl&auml;nder sollten nicht gezwungen werden, sich zu Tode zu sparen. Es gibt drei weitere M&ouml;glichkeiten, das Bestehen der W&auml;hrungsunion zu sichern&hellip;<br>\nAuch das Euro-System f&uuml;hrt dazu, dass Deutschlands Wechselkurs gegen&uuml;ber anderen Euro-L&auml;ndern nicht ansteigen kann. W&uuml;rde er steigen, k&ouml;nnte Deutschland weniger exportieren und der Rest Europas entsprechend mehr. Die Folge dort: ein st&auml;rkeres Wachstum und sinkende Arbeitslosenzahlen.<br>\nWie China h&auml;lt Deutschland seine hohen Ersparnisse und seine Exportleistung f&uuml;r Tugenden, nicht als Fehler. Doch &Uuml;bersch&uuml;sse f&uuml;hren zu einer schwachen globalen Gesamtnachfrage &ndash; exportstarke L&auml;nder haben einen &ldquo;negativen externen Effekt&rdquo; auf ihre Handelspartner. John Maynard Keynes ging deshalb so weit, eine Steuer f&uuml;r &Uuml;berschussl&auml;nder vorzuschlagen&hellip;<br>\nEin L&ouml;sungsvorschlag f&uuml;r diese L&auml;nder ist, das &Auml;quivalent einer W&auml;hrungsabwertung vorzunehmen &ndash; eine einheitliche Lohnsenkung. Das ist meiner Meinung nach unm&ouml;glich. Die Folgen f&uuml;r den Einzelnen sind nicht vertretbar, die sozialen Spannungen w&auml;ren gewaltig. Ein Hirngespinst.<br>\nDie zweite L&ouml;sung: der Austritt Deutschlands aus der Euro-Zone oder die Teilung der Euro-Zone in zwei Unterregionen. Der Euro war ein interessantes Experiment, doch fehlt ihm die notwendige institutionelle Unterst&uuml;tzung. Darin &auml;hnelt er seinem Vorg&auml;nger, dem fast vergessenen Wechselkursmechanismus. Er brach auseinander, als Spekulanten 1992 das britische Pfund&nbsp; angriffen.<br>\nDer vielleicht vielversprechendste Ansatz ist der dritte: die Art von institutionellen Reformen, die mit der Einf&uuml;hrung des Euros h&auml;tten durchgef&uuml;hrt werden sollen. Dazu geh&ouml;rt ein fiskalpolitischer Rahmen.<br>\nNoch hat Europa die Chance, diese Reformen durchzuf&uuml;hren. Die EU w&uuml;rde so den auf Solidarit&auml;t beruhenden Idealen gerecht, die der Einf&uuml;hrung des Euro zugrunde lagen. Ist Europa dazu nicht in der Lage, ist es vielleicht besser, das Scheitern zuzugeben und anders weiterzumachen. Und nicht im Namen eines fehlerhaften Wirtschaftsmodells ein hohes Ma&szlig; an Arbeitslosigkeit und menschlichem Leid hinzunehmen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/finanzen\/maerkte\/anleihen-devisen\/:schuldenkrise-in-europa-joseph-stiglitz-wie-der-euro-noch-zu-retten-ist\/50111214.html\">FTD<\/a><\/li>\n<li><strong>Suche nach dem Retter der Eurozone<\/strong><br>\nDer Rat der Europ&auml;ischen Zentralbank hatte sich einen passenden Ort f&uuml;r sein Treffen gesucht: Lissabon, die Hauptstadt von Portugal, das derzeit von der Griechenland-Krise mitgerissen wird. Dort trat EZB-Direktor Jean-Claude Trichet gestern vor die Kameras &ndash; und alle Augen der Finanzwelt waren auf ihn gerichtet. Denn Europa sucht einen Retter, der die M&auml;rkte beruhigt und die Euro-Zone sch&uuml;tzt. Theoretisch k&ouml;nnte die EZB der Spekulation gegen Europa den Boden entziehen, indem sie griechische Staatsanleihen einfach aufkauft. Das Problem: Sie will es nicht. Noch nicht.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/_em_cms\/_globals\/print.php?em_ssc=MSwwLDEsMCwxLDAsMSww&amp;em_cnt=2619195&amp;em_loc=31&amp;em_ref=\/in_und_ausland\/wirtschaft\/aktuell\/&amp;em_ivw=fr_wirtop\">FR<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Griechenland-Krise<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Br&uuml;ssel duckt sich<\/strong><br>\nDie nationalen Kassen sind klamm und die Regierungschefs verlieren die Lust auf Europa. Erstmals scheint der Euro wirklich gef&auml;hrdet. Am drastischsten aber dr&uuml;ckt auf die Stimmung, dass Angela Merkel ihre Rolle als ehrliche Maklerin im Dienste der gemeinsamen Sache aufgegeben hat. Die Zeiten, wo sie in Br&uuml;ssel als Lichtgestalt gefeiert wurde, weil sie mit ein paar geschickt eingesetzten finanziellen Zugest&auml;ndnissen polnische Widerst&auml;nde &uuml;berwand, liegen lange zur&uuml;ck. Mittlerweile ist sie auf die Schr&ouml;der&rsquo;sche Linie eingeschwenkt und macht klar, dass Deutschland nicht l&auml;nger bereit ist, die Risse in der Union mit Geld zu kitten. Nat&uuml;rlich steht es der Kanzlerin frei, die Stimmung zu Hause und die Ebbe in der eigenen Staatskasse st&auml;rker im Blick zu haben als die Zukunft Europas. Doch diese Haltung ist kurzsichtig. Denn kein Land hat mehr von der europ&auml;ischen Integration profitiert als das wiedervereinigte Deutschland. F&uuml;r die Attraktion, die eine starke W&auml;hrung aus&uuml;bt, sollte gerade Merkel Verst&auml;ndnis haben &ndash; auch bei der deutsch-deutschen W&auml;hrungsunion hat 1990 keiner so genau nachgerechnet und hingeschaut. Es w&auml;re politisch undenkbar gewesen, Ostdeutschland die D-Mark wieder wegzunehmen oder den Umtauschkurs nachtr&auml;glich zu &auml;ndern, als das volle Ausma&szlig; des wirtschaftlichen Desasters der DDR deutlich wurde. Eine derartig klare Botschaft h&auml;tte man sich auch in der Griechenlandkrise gew&uuml;nscht. Stattdessen versteckte sich die Bundesregierung wochenlang hinter dem Satz, Athen habe ja noch gar nicht um Geld gebeten. Der Notfallplan hinkte der Entwicklung an den Kreditm&auml;rkten immer ein paar Schritte hinterher und wurde dadurch stetig teurer. Auf ein klares Bekenntnis aus Berlin zur Solidarit&auml;t innerhalb der Eurozone wartet man bis heute.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=me&amp;dig=2010%2F05%2F07%2Fa0045&amp;cHash=ac1d381882\">taz<\/a><\/li>\n<li><strong>Helden der Neuzeit<\/strong><br>\nDas Horrorbeispiel Griechenland vor Augen verordnen sich viele kleine L&auml;nder rigide Sparkurse. Dabei geht die gr&ouml;&szlig;te Gefahr von den USA aus. Das Congressional Budget Office beziffert das kumulative Defizit von 2011 bis 2020 auf fast 10.000 Mrd. $. Die Staatsverschuldung wird von 40 Prozent des BIPs 2008 auf 90 Prozent 2020 steigen &ndash; also beinahe so viel wie die j&auml;hrliche Leistung der m&auml;chtigsten Wirtschaftsnation der Welt. Jacob Funk Kirkegaard vom Peterson Institute for International Economics in Washington hat letztes Jahr ein interessantes Gedankenspiel gemacht: Wie hoch w&auml;re der Einspar- bzw. Steuererh&ouml;hungsbedarf, wenn Regierungen ihr Defizit innerhalb eines Jahres auf null runterfahren m&uuml;ssten? Im OECD-Durchschnitt h&auml;tten sie die Einnahmen um etwa zw&ouml;lf Prozent erh&ouml;hen oder die Ausgaben entsprechend senken m&uuml;ssen. F&uuml;r die USA (Staat und Bundesstaaten) sieht es viel dramatischer aus: Sie m&uuml;ssten die Einnahmen um 40 Prozent steigern oder 35,3 Prozent ihrer Ausgaben streichen.<br>\nNichts aber deutet darauf hin, dass Amerika zur Askese bereit ist. Konjunkturexperten mag freuen, dass der Konsum schon wieder anzieht &ndash; es zeigt aber auch, dass jene Verhaltensmuster intakt sind, die eine Ursache der Krise waren.<br>\nDie Amerikaner f&uuml;hlen sich sicher. Noch rei&szlig;en sich die Anleger ja um US-Bonds, der Dollar ist immer noch die Weltreservew&auml;hrung. Im M&auml;rz hat die Ratingagentur Moody&rsquo;s zum ersten Mal das Triple-A-Rating Amerikas infrage gestellt. Inzwischen notieren CDS, die Kreditausfallversicherungen, bei rund 38 Basispunkten &ndash; gut, verglichen mit Griechenland, schlecht, verglichen mit den sieben Basispunkten vor zwei Jahren. Wenn die Anleger realisieren, dass die USA vielleicht doch keine sichere Bank sind, werden sie h&ouml;here Risikopr&auml;mien verlangen. Damit verteuern sich die Kredite f&uuml;r die US-Regierung, und ihr Defizit steigt weiter. Ein Kreislauf, wie wir ihn aus den griechischen Wochen kennen. Ein unvorstellbares Szenario? Kann sein, es gibt ja f&uuml;r Staaten einen anderen Weg, ihre Schulden loszuwerden: Sie inflationieren sie weg. Selbst schuld, wer US-Anleihen kauft.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/politik\/europa\/:kolumne-ines-zoettl-helden-der-neuzeit\/50110553.html?mode=print\">FTD<\/a><\/li>\n<li><strong>Attac: Griechenland, das Diktat von IWF und EU und die deutsche Verantwortung<\/strong><br>\nPositionspapier des Wissenschaftlichen Beirates von Attac Deutschland.<br>\nI: Die Krise in Griechenland und in anderen Eurozonen-Staaten ist Ausdruck der Tiefe der weltweiten Krise und eine logische Folge der Konstruktion der Eurozone.<br>\nII: Das Spardiktat von IWF und EU muss die Krise versch&auml;rfen. Mit ihm werden diejenigen zur Kasse gebeten, die keinerlei Verantwortung f&uuml;r die Krise haben und die ohnehin die Lasten der kapitalistischen Krise tragen.<br>\nIII: Die deutsche Regierung, deutsche Banken und deutsche Konzerne sind zu kritisieren,\n<ul>\n<li>weil sie eine f&uuml;hrende Rolle in der erpresserischen Politik gegen&uuml;ber der griechischen Bev&ouml;lkerung und der Regierung in Athen spielen;<\/li>\n<li>weil vor allem deutsche Gro&szlig;unternehmen in Griechenland die Politik einer fl&auml;chendeckenden Bestechung betrieben haben;<\/li>\n<li>weil es aufgrund der unges&uuml;hnten Verbrechen der deutschen Wehrmacht und der SS in Griechenland zur Zeit der Besatzung 1941-1944 eine besondere Verantwortung Deutschlands f&uuml;r Griechenland gibt.<\/li>\n<\/ul>\n<p>IV: Die Kosten der Krise in Griechenland m&uuml;ssen von denen bezahlt werden, die f&uuml;r die Krise verantwortlich sind: die gro&szlig;en, international aktiven Banken, die Superreichen in der Welt &ndash; auch in Griechenland &ndash; und die internationale R&uuml;stungsindustrie.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.s-o-z.de\/?p=22115\">Saarl&auml;ndische Online-Zeitung<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> Zur Forderung nach einer Umschuldung schreibt uns unser Leser E.H.:<\/em><\/p>\n<blockquote><p>Sobald Griechenland den &ldquo;Hair cut&rdquo; (wie viel darf es bitte sch&ouml;n sein?) andeuten w&uuml;rde, w&uuml;rden nicht nur die Spekulanten noch aktiver wetten, sondern die Staatspapiere-Investoren w&uuml;rden fluchtartig die Anleihenb&uuml;hne verlassen, weil sie mit Nachahmungen der anderen Staaten rechnen (m&uuml;ssen). Diese Kettenreaktion w&uuml;rde recht schnell erfolgen und zum Schluss L&auml;nder mit AAA-Status nicht verschonen, denn diese sind auch hoch verschuldet. Selbstverst&auml;ndlich h&auml;tte dieser Run volkswirtschaftliche Auswirkungen. Eine zeitlich nahe weltweite Depression w&auml;re unausweichlich. Angst frisst Hirn. Warum etwa Rudolf Hickel die menschliche Mentalit&auml;t nicht mit in seine &Uuml;berlegungen einbezieht, ist schon entt&auml;uschend.<br>\nUnabh&auml;ngig davon ist die Rosskur, die von Neolibs durchgedr&uuml;ckt wird, f&uuml;r die Griechen unakzeptabel. Eine weniger drastische Sparanstrengung, die eine nur leichte Rezession zulassen w&uuml;rde, w&auml;re sinnvoller. Denn so sind die jetzt angepeilten Ziele in zwei bis drei Jahren &uuml;berhaupt nicht zu erreichen. Es w&auml;re besser gewesen, den Griechen noch ein halbes Jahr Zeit zu geben, damit die Politiker eine Steuereintreibungsreform verabschieden k&ouml;nnten; denn was in dieser Zeit h&auml;ufig vergessen wird:<br>\nStaatshaushalt-Konsolidierungen kann man mit Ausgabenk&uuml;rzungen, aber auch mit h&ouml;heren Einnahmen erreichen. Das zweite w&auml;re bei der heutigen Verm&ouml;gensverteilung im privaten Sektor f&uuml;r die (griechische) Volkswirtschaft &uuml;berhaupt nicht sch&auml;dlich.<br>\nWarum man hier&uuml;ber nichts von den verdammt guten Volkswirten und den verdammt guten Journalisten liest, ist &auml;u&szlig;erst unbefriedigend.<\/p>\n<p>Besonders erstaunt muss man auch von Krugmans Vorschlag sein. Ein ansonsten blitzgescheite Nobelpreistr&auml;ger sollte zu Ende denken. Wenn ein Land die Euro-Zone verl&auml;sst, ist auch der Euro kaputt, egal ob Griechenland einen &ldquo;Hair cut&rdquo; macht oder nicht (dieses &ldquo;oder nicht&rdquo; ist v&ouml;llig unm&ouml;glich). Somit geht es nicht nur um Griechenland. Die Spekulanten w&uuml;rden gnadenlos sein und die Eurol&auml;nder in ihre Bestandteile zerlegen. Wer&rsquo;s nicht glaubt, kennt die Spekulanten (mit ihrem Spieltrieb) nicht.<\/p>\n<p>Mitgefangen, mitgehangen. Griechenland ist Euroland und demnach muss man es retten. Das ist nicht sch&ouml;n, aber das andere w&auml;re jetzt noch nachteiliger und (volkswirtschaftlich zu Ende gerechnet) noch viel teurer. Man sieht ja heute schon, was die ANGST um das liebe eigene Geld anstellt: Goldpreis steigt, Anleihekurse (aller Emittenten, die nicht AAA geratet sind) sinken seit dieser Woche rasant, Aktienkurse spielen verr&uuml;ckt, Investoren suchen im Dollar Deckung &hellip; wer wei&szlig;, wann ein Run auf Bargeld losgeht &hellip; ). Verdammt gute Volkswirte sollten bei ihren &Uuml;berlegungen immer die ANGST der Menschen und die volkswirtschaftlichen Auswirkungen ber&uuml;cksichtigen.<br>\nIn diesem Zusammenhang muss ich doch noch etwas loswerden: Wenn ein Hauseigent&uuml;mer st&auml;ndig von seiner Bank auf seinen Schuldenstand aufmerksam gemacht wird, kann das schon nerven, besonders dann, wenn er Zins und Tilgung bedienen kann. Normal ist doch, dass ein Hauseigent&uuml;mer nicht st&auml;ndig an seine Schuldenh&ouml;he denkt, sondern an seine GuV-Rechnung. Hier werden doch ganz andere Betr&auml;ge genannt und das sollte man bei Staatsschulden auch ber&uuml;cksichtigen.<br>\nIm Falle von Griechenland haben wir doch folgende Situation: die bisherige &ldquo;Bank&rdquo; ist nicht mehr willig, die f&auml;llig werdenden und zus&auml;tzliche Kredite zu g&uuml;nstigen Konditionen zu verl&auml;ngern. Nunmehr sucht sich Griechenland andere Geldgeber, die mit Konditionen von 5 % zufrieden sind. Dumm nur, dass die neuen, neoliberal gef&auml;rbten Geldgeber unrealistische Auflagen damit verbinden. Aber damit hat man wenigstens Zeit gewonnen. Diese Phase sollte Griechenland dazu nutzen, neue Einnahmequellen, die volkswirtschaftlich unsch&auml;dlich sind, anzuzapfen.<br>\nMal schauen, ob die Politiker hierzu den Mut haben. Wenn nicht, dann &ldquo;Gute Nacht Europa&rdquo;. Der letzte knippst das Licht aus &ndash; und das ist Deutschland.<br>\nWeltwirtschaftliche Verwerfungen k&ouml;nnen nur dann ausbleiben, wenn alle<br>\n(westlichen) Staaten weitere Einnahmequellen ausfindig machen und die Ausgabek&uuml;rzungen so gering wie m&ouml;glich halten. Die USA oder China werden Europa jedenfalls nicht &ldquo;auffangen&rdquo; k&ouml;nnen, daf&uuml;r ist Europa eine Nummer zu gro&szlig;. Deshalb bleibt nur noch ein Satz &uuml;brig: Wenn Staaten handlungsunf&auml;hig werden, dann &ldquo;Gute Nacht Weltwirtschaft&rdquo;.<\/p><\/blockquote>\n<\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Rating-Riese Moody&rsquo;s warnt vor Banken-Crash<\/strong><br>\nWarnung vor dem Dominoeffekt: Die Rating-Agentur Moody&rsquo;s f&uuml;rchtet eine Ausweitung der europ&auml;ischen Schuldenkrise auf die Bankenbranche. Die Systeme h&auml;tten &ldquo;sehr reale, gemeinsame Risiken&rdquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/unternehmen\/0,1518,693424,00.html\">Spiegel Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Ein Signal f&uuml;r die Spekulanten auch die anderen Staaten vor sich her zu treiben.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Einbruch der Wall Street: 1000-Punkte-Verlust alarmiert Aufseher<\/strong><br>\nPanik bei den Investoren: Der Dow Jones st&uuml;rzte zeitweise um mehr als neun Prozent ab und rutschte unter die 10.000-Punkte Marke. Die Aktie von Procter &amp; Gamble fiel um knapp 40 Prozent. Die B&ouml;rsenaufsicht ermittelt, Trades werden f&uuml;r ung&uuml;ltig erkl&auml;rt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/finanzen\/maerkte\/marktberichte\/:einbruch-der-wall-street-1000-punkte-verlust-alarmiert-aufseher\/50111196.html?mode=print\">FTD<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Besonders sch&ouml;n die Erkl&auml;rung in den US-Medien, dass ein H&auml;ndler bei einer Transaktion versehentlich &ldquo;billion&rdquo; statt &ldquo;million&rdquo; ein &ndash; also Milliarde statt Million tippte. Daraufhin soll der massive Ausverkauf an den US-B&ouml;rsen begonnen haben. Eine irgendwie sehr sympathische, weil menschliche Erkl&auml;rung in der Welt des computergest&uuml;tzten Hochfrequenzhandels, der bereits heute 70 Prozent der B&ouml;rsenums&auml;tze ausmachen soll. Die k&uuml;nstliche Intelligenz Skynet aus den Terminatorfilmen ist dagegen recht primitiv, wieviel subtiler agiert sein aktuelles Pendant.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Teure Intransparenz<\/strong><br>\nKaum ein Parlamentarier wei&szlig;, wor&uuml;ber er beim Rettungspaket f&uuml;r Griechenland abstimmt, denn das Kleingedruckte im bilateralen Teil der Vereinbarung, die immerhin alleine aus deutschen Steuerkassen 22,4 Milliarden Euro vorsieht, wird der &Ouml;ffentlichkeit und den Parlamentariern vorenthalten &hellip; Insiderberichte &hellip; legen jedoch nahe, dass die 80 Milliarden Euro umfassenden bilateralen Kredite des Hilfspakets nur nachrangig behandelt werden. Im Falle einer relativ wahrscheinlichen Umschuldung in sp&auml;testens drei Jahren w&uuml;rde dies wahrscheinlich einen Totalausfall dieser Kredite bedeuten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegelfechter.com\/wordpress\/2562\/teure-intransparenz\">Spiegelfechter<\/a>\n<p><em>Dazu:<\/em><\/p>\n<p><strong>Griechenland-Kredite: Vorzugsbehandlung f&uuml;r den IWF<\/strong><br>\nDie Eurol&auml;nder &ndash; und damit auch Deutschland &ndash; m&uuml;ssten einen Teil der Hilfskredite abschreiben. Wie ein Sprecher des Bundesfinanzministeriums erkl&auml;rte, sind nur die Kredite des Internationalen W&auml;hrungsfonds (IWF) vorrangig. Die Darlehen der Europartner sollen denselben Status wie Anleihen genie&szlig;en.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/_em_cms\/_globals\/print.php?em_ssc=MSwwLDEsMCwxLDAsMSww&amp;em_cnt=2619633&amp;em_loc=31&amp;em_ref=\/in_und_ausland\/wirtschaft\/aktuell\/&amp;em_ivw=fr_wirstart\">FR<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Angeschlagene Mittelmeerstaaten schulden der Hypo Real Estate 39 Milliarden Euro<\/strong><br>\nMehrere in finanzielle Schwierigkeiten geratene Staaten schulden der angeschlagenen deutschen Immobilienbank Hypo Real Estate etwa 39 Milliarden Euro. Es handele sich um die L&auml;nder Portugal, Irland, Italien, Griechenland und Spanien, teilte die HRE in Frankfurt am Main mit. Der gr&ouml;&szlig;te Teil der direkten Verbindlichkeiten entfalle auf Italien mit knapp 27 Milliarden Euro, gefolgt von Griechenland mit 7,8 Milliarden Euro. Weiter hie&szlig; es, die mittlerweile verstaatlichte Hypo Real Estate habe zwischen Januar und M&auml;rz vor Steuern einen Verlust von 324 Millionenen Euro gemacht.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.dradio.de\/nachrichten\/201005071200\/3\">DLF<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Kapitalistische Mangelwirtschaft<\/strong><br>\nDie Regierungen in Europa wollen sparen, um ihre Haushalte zu sanieren und Schulden abzubauen. Jeder eingesparte Euro ist aber ein nicht ausgegebener Euro, jeder nicht ausgegebene Euro ein nicht eingenommener Euro. Sinkendes Wirtschaftswachstum, wegbrechende Steuereinnahmen, steigende Haushaltsdefizite und h&ouml;here Schulden sind die Folge. Deswegen ist Europa auf dem Holzweg und muss das Ruder schleunigst herumrei&szlig;en.<br>\nGerade hat Griechenland Einsparungen in Milliardenh&ouml;he verabschiedet. Ob die Regierung sie gegen&uuml;ber der Bev&ouml;lkerung durchsetzen kann, ist noch offen. Dennoch, viele Menschen halten schon aufgrund der angek&uuml;ndigten und bereits zuvor beschlossenen und umgesetzten Sparma&szlig;nahmen ihr Geld zusammen, geben also weniger aus. Zeitgleich k&uuml;ndigt in Deutschland der Bundesfinanzminister einen &bdquo;entschlossenen Sparkurs&ldquo; an. In den kommenden Jahren m&uuml;sse es entschiedene Konsolidierungs-Schritte geben, so Sch&auml;uble. Und: Alle Aufgabenbereiche und Ausgaben des Staates m&uuml;ssten kritisch hinterfragt werden, um die im Grundgesetz verankerte Schuldenbremse einzuhalten.<br>\nDieser Sparkurs ist dabei, die gesamte Europ&auml;ische Union zu erfassen. Schon fordert der Chef des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft eine EU-weite Schuldenbremse nach deutschem Vorbild. Wei&szlig; er, was er seiner Klientel damit antut?<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.wirtschaftundgesellschaft.de\/index.php?option=com_content&amp;task=view&amp;id=79&amp;Itemid=2\">Wirtschaft und Gesellschaft<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Kauf der Hypo Alpe Adria: BayernLB-Managern drohen Haftstrafen<\/strong><br>\nDer Skandalkauf der &ouml;sterreichischen Hypo Alpe Adria hat ein Nachspiel f&uuml;r die BayernLB-F&uuml;hrung: Laut &ldquo;S&uuml;ddeutscher Zeitung&rdquo; soll gegen mehrere Manager der Landesbank Haftbefehl ergangen sein. Ihnen wird vorgeworfen, den damaligen K&auml;rntner Regierungschef J&ouml;rg Haider bestochen zu haben.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/unternehmen\/0,1518,693330,00.html\">Spiegel Online<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Freddie Mac als Fass ohne Boden<\/strong><br>\nNach einem weiteren herben Milliardenverlust zu Jahresbeginn bittet der US-Baufinanzierer Freddie Mac erneut um Steuergelder. Der Staat soll dem schwer angeschlagenen Unternehmen noch einmal 10,6 Milliarden Dollar zustecken.<br>\nGleichzeitig warnte Freddie Mac, wegen der Flaute am Immobilienmarkt in Zukunft weitere Hilfen zu ben&ouml;tigen. Die oppositionellen Republikaner wollen deshalb ein Ende der staatlichen Unterst&uuml;tzung erzwingen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nzz.ch\/nachrichten\/wirtschaft\/aktuell\/us-baufinanzierer_freddie_mac_braucht_weitere_staatshilfe_1.5648204.html\">NZZ<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Zahlenmagierin FDP<\/strong><br>\nDie Freidemokraten beharren trotz der Steuersch&auml;tzung auf hohen Entlastungen ab 2012. Die FDP l&auml;sst sich nicht davon schrecken, dass Bund, L&auml;nder und Gemeinden bis 2013 insgesamt fast 39 Milliarden Euro weniger einnehmen werden als noch vor einem Jahr erwartet. Und das, obwohl bereits in die damalige Steuersch&auml;tzung Bef&uuml;rchtungen einflossen, die Wirtschafts- und Finanzkrise werde zu massiven Steuerausf&auml;llen f&uuml;hren. Unerw&auml;hnt lie&szlig; der Generalsekret&auml;r ebenso, dass die im Grundgesetz verankerte Schuldenbremse dazu zwingt, bis 2016 pro Jahr rund 10 Milliarden Euro zus&auml;tzlich einzusparen. Nur so l&auml;sst sich nach heutigem Stand die Vorgabe erf&uuml;llen, die Neuverschuldung auf h&ouml;chstens 0,35 Prozent des Bundeshaushalts zu dr&uuml;cken.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=a2&amp;dig=2010%2F05%2F07%2Fa0138&amp;cHash=c7bdb26e9a\">taz<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Staat f&ouml;rdert Ungleichheit<\/strong><br>\nIn Deutschland ist die Zahl der Armen in den vergangenen Jahren ungew&ouml;hnlich schnell gestiegen. Inzwischen sind rund 15 Prozent der B&uuml;rger armutsgef&auml;hrdet &ndash; und damit mehr als in anderen europ&auml;ischen L&auml;ndern, die mit der Bundesrepublik politisch und &ouml;konomisch vergleichbar sind.<br>\nSo betrug die Armutsquote 2007 in den Niederlanden nur elf Prozent, in &Ouml;sterreich und Schweden lag sie bei zw&ouml;lf und in Frankreich bei 13 Prozent, berichtet das Statistische Bundesamt.<br>\nDer Staat &ldquo;hat die Ungleichheit versch&auml;rft&rdquo;. Durch j&uuml;ngste Beschl&uuml;sse der Bundesregierung werde die Kluft weiter wachsen.<br>\nWeil es immer mehr atypisch Besch&auml;ftigte wie Minijobber und Leiharbeiter gibt, die meist sehr wenig verdienen, erl&auml;utert Grabka (DIW. Die Politik habe diese Entwicklung gef&ouml;rdert. Mehr noch: Der Staat sorge immer weniger f&uuml;r eine Umverteilung von oben nach unten. Grabka nennt zwei Beispiele: Oben ist der Spitzensatz bei der Einkommenssteuer von 53 auf 45 Prozent (inklusive Reichensteuer) gesunken. Unten sind die Leistungen f&uuml;r Langzeitarbeitslose im Zuge der Hartz-Reformen gekappt worden.<br>\nAuch die Abgeltungsteuer von 25 Prozent auf Kapitalertr&auml;ge entlaste Besserverdienende, f&uuml;r die fr&uuml;her ein h&ouml;herer Satz galt. Und vom schwarz-gelben Beschluss, den Kinderfreibetrag zu erh&ouml;hen, profitieren &Auml;rzte mehr als Krankenschwestern. Hartz-IV-Empf&auml;nger haben dagegen nicht mal was von dem aufgestockten Kindergeld.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/in_und_ausland\/wirtschaft\/aktuell\/2619836_Staat-foerdert-Ungleichheit-Armes-Deutschland.html\">FR<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Arvato-Vorzeigeprojekt spart nicht die erhofften 27 Millionen Euro ein<\/strong><br>\n&bdquo;W&uuml;rzburg integriert&ldquo;: Neue Datenautobahn endet als Sackgasse<br>\nEs war das letzte gro&szlig;e Projekt der fr&uuml;heren Oberb&uuml;rgermeisterin Pia Beckmann und sollte ein ganz gro&szlig;es werden: Das Vorhaben &bdquo;W&uuml;rzburg integriert&ldquo; im Verbund mit dem elektronischen B&uuml;rgerb&uuml;ro. Daf&uuml;r schloss die Stadt einen Zehnjahresvertrag mit dem Bertelsmann-Dienstleister &bdquo;Arvato&ldquo;.<br>\nDank elektronischer Hilfe einer zentralen Datenautobahn sollten 27 Millionen Euro eingespart werden, f&uuml;r die B&uuml;rger Beh&ouml;rdeng&auml;nge per Internet m&ouml;glich sein.<br>\nDavon ist drei Jahre nach dem Start des bundesweiten Pilotprojektes keine Rede mehr. Es ist gescheitert, auch wenn kein Beteiligter das so direkt best&auml;tigen mag.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.mainpost.de\/lokales\/wuerzburg\/Vorzeigeprojekt-spart-nicht-die-erhofften-27-Millionen-Euro-ein;art735,5566868\">Main Post<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Gro&szlig;banken fordern weitere 50 Millionen Euro von Leipzig<\/strong><br>\nIn der Leasing-Aff&auml;re der Leipziger Wasserwerke ger&auml;t die Stadt immer weiter in finanzielle Bedr&auml;ngnis. Wie ein Stadtsprecher am Donnerstag sagte, fordern die beiden in die Gesch&auml;fte involvierten Schweizer Gro&szlig;banken die sofortige R&uuml;ckzahlung von weiteren 50 Millionen Euro. Gem&auml;&szlig; einem Stadtratsbeschluss werde man aber dieser Zahlungsaufforderung nicht nachkommen.<br>\nBereits Mitte M&auml;rz hatten die Banken die R&uuml;ckzahlung von 84 Millionen Euro gefordert. Der Stadtrat beschloss daraufhin, die Summe nicht zu bezahlen und es stattdessen auf eine juristische Auseinandersetzung ankommen zu lassen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.freiepresse.de\/NACHRICHTEN\/REGIONALES\/7369241.php\">freiepresse<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Wieder einmal eine teure Privatisierung.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Urteil im Schreiber-Prozess: Grandiose Selbsterh&ouml;hung<\/strong><br>\nAuf den ersten Blick geht es um Steuerbetrug. Auf den zweiten Blick wird klar: Schreiber hat einen weit gr&ouml;&szlig;eren Schaden angerichtet &ndash; f&uuml;r den man ihn nicht belangen kann.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/bayern\/204\/510325\/text\/\">SZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Der Kommentator der SZ schreibt, Schreiber habe &ldquo;die politische Kultur in Deutschland korrumpiert, er hat dazu beigetragen, dass Politik und Wirtschaft in den Generalverdacht der Bestechlichkeit gerieten. Der Schaden, den er damit angerichtet hat, &uuml;bersteigt bei weitem den Wert der Steuern, die er dem Fiskus vorenthalten hat, und f&uuml;r diesen Schaden kann ihn, leider, kein Strafgericht haftbar machen.&rdquo;<br>\nVerkannt wird in dieser Betrachtungsweise, dass Schreiber nur das Schmiermittel in einem Netzwerk war, in dem ganz andere Schwergewichte aus Politik und Wirtschaft die F&auml;den zogen. Das relativ hohe Strafma&szlig; begr&uuml;ndete der vorsitzende Richter Rudolf Weigell u.a. mit dem &ldquo;System der Verschleierung&rdquo;, das Schreiber aufgebaut habe, und der &ldquo;beispiellosen Uneinsichtigkeit&rdquo; des Angeklagten. Es ist schon fast etwas unheimlich, wenn fast zeitgleich der 80. Geburtstag eines dieser Schwergewichte gefeiert wird, dem Verschleierung und Uneinsichtigkeit genauso vorgehalten werden kann. Noch unheimlicher ist das Auftreten des Biedermanns, Roman Herzog, in der Rolle des Verteidigers von Helmut Kohl. Spitzfindig erkl&auml;rt der ehemalige Pr&auml;sident des Bundesverfassungsgerichts und deutsche Bundespr&auml;sident zu Kohls Schweigen im Spendenskandal, Kohl sei nicht zu einer Aussage verpflichtet gewesen, weil er nie vor einem Gericht gestanden habe. K&uuml;nftige Juristengenerationen w&uuml;rden sich eines Tages nur noch daran erinnern, dass Helmut Kohl der Mann gewesen sei, der Teile des Parteiengesetzes einmal nicht beachtet habe, der andererseits auch den Wiedervereinigungsauftrag des Grundgesetzes erf&uuml;llt habe &ndash; tosender Applaus. Herzog beklagt den &bdquo;ethischen Rigorismus&ldquo; der Deutschen: &bdquo;Ein gro&szlig;er Maler muss bei uns auch ein edler Mensch sein, sonst bestehen Zweifel an der Qualit&auml;t seiner Bilder.&ldquo; Nur, das Bild, das Roman Herzog hier in ironischer Absicht entwirft, ist grundfalsch. Die Polis, welche die Angelegenheiten der Gemeinschaft in G&auml;nze umfasst, kann nicht verglichen werden mit einem Aspekt des Systems wie der Kunst. Die Politik der gew&auml;hlten Vertreter der Gemeinschaft bedarf einer rigorosen &Uuml;berwachung ihrer Praxis. Und Helmut Kohl hat sich dieser in vollem Bewu&szlig;tsein seines Handelns entzogen. R&uuml;ckwirkend verdunkelt seine Entscheidung seine gesamte Lebensleistung z.B. als Europapolitiker, dem gerade heute mancher nachtrauern mag. &ndash; Es war sicherlich nicht zu erwarten, dass auf der Geburtstagsfeier Kohls Ehrenwort und schwarze Kassen kritisch beleuchtet w&uuml;rden, aber diese Philippika des ehemaligen Pr&auml;sidenten des Bundesverfassungsgerichts legt Zeugnis ab von der ganzen Abgehobenheit und Verderbtheit unserer politischen Klasse. (Die Ausnahmen m&ouml;gen mir verzeihen) &Uuml;ber ihre aktuelle Komplizit&auml;t mit der &ldquo;beispiellosen Uneinsichtigkeit&rdquo;, dem &ldquo;System der Verschleierung&rdquo; des Exkanzlers m&uuml;sste gerichtet werden. Der Fall Schreiber, des einfachen Soldaten dieser &ldquo;ehrenwerten Gesellschaft&rdquo;, ist ein Nebenschauplatz. Das Ehrenwort des Kanzlers im Stile der &ldquo;Onorata Societ&agrave;&rdquo; mag traurige Geschichte sein, der Beifall f&uuml;r die Relativierung bzw. Verteidigung seines Politikstils wirft ein Schlaglicht auf die aktuelle &ldquo;Korrumpierung der politischen Kultur in Deutschland.&rdquo;<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Kunden-Abzocke: Koalition lehnt kostenlose Telefon-Warteschleifen ab<\/strong><br>\nEin Anruf bei einer Service-Hotline kann Kunden viel Geld kosten. Auch derjenige, der in der Warteschleife h&auml;ngt, muss oft schon zahlen. Ein Unding, finden Verbrauchersch&uuml;tzer. Aber Abhilfe wird vorerst nicht geschaffen: Union und FDP haben eine entsprechende Forderung der Gr&uuml;nen abgelehnt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.stern.de\/politik\/deutschland\/kunden-abzocke-koalition-lehnt-kostenlose-telefon-warteschleifen-ab-1564509.html\">stern<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Hartz IV Behinderung gilt nicht als H&auml;rtefall<\/strong><br>\nAuch die Eltern schwerbehinderter Kinder m&uuml;ssen mit dem niedrigen Regelsatz von Hartz IV auskommen &ndash; so das Bundes-Sozialgericht. &ndash; Jedenfalls bis Ende des Jahres, wenn die Bundesregierung das Urteil des Bundesverfassungsgericht umgesetzt haben muss.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/in_und_ausland\/wirtschaft\/aktuell\/2619481_Hartz-IV-Behinderung-gilt-nicht-als-Haertefall.html\">FR<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h18\"><\/a><strong>Magere Stipendien<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>300 Euro im Monat f&uuml;r bis zu acht Prozent der Studierenden<\/strong><br>\nBis zu acht Prozent der Studierenden an deutschen Hochschulen sollen in Zukunft mit einem Stipendium von 300 Euro im Monat gef&ouml;rdert werden. Das geht aus dem Entwurf der Koalitionsfraktionen f&uuml;r ein &rdquo;Gesetz zur Schaffung eines nationalen Stipendienprogramms&ldquo; (17\/1552) hervor, der am Freitagmittag im Bundestag debattiert werden soll.<br>\nLaut Gesetzentwurf sollen die Stipendien je zu einem Viertel von Bund und Land und zur H&auml;lfte aus privaten Mitteln getragen werden. Der private Anteil soll von den Hochschulen &rdquo;bei Unternehmen, Stiftungen, Vereinen, Kammern und Privatpersonen, etwa Alumni&ldquo;, also ehemaligen Absolventen der Universit&auml;t, eingeworben werden.<br>\nDem Gesetzentwurf zufolge entstehen Bund und L&auml;ndern im Jahr 2010 insgesamt Mehrkosten in H&ouml;he von 20 Millionen Euro, im Jahr 2011 von 65 und im Jahr 2012 von 111 Millionen Euro. Im Jahr 2013 soll die letzte Stufe erreicht sein, in der insgesamt 160.000 Studierende durch ein Stipendium gef&ouml;rdert werden. Dann entst&uuml;nden Bund und L&auml;ndern Kosten von 160 Millionen Euro im Jahr; zus&auml;tzlich rechnen die Fraktionen aufgrund der Steuererleichterungen f&uuml;r spendende Unternehmen und Privatpersonen mit Steuerausf&auml;llen in H&ouml;he von 100 Millionen Euro im Jahr.<br>\nGef&ouml;rdert werden sollen &rdquo;begabte Studierende&ldquo;, bei deren Auswahl &rdquo;neben Begabung und Leistung auch gesellschaftliches Engagement, die Bereitschaft, Verantwortung zu &uuml;bernehmen oder besondere Umst&auml;nde ber&uuml;cksichtigt werden k&ouml;nnen, die sich beispielsweise aus der famili&auml;ren Herkunft oder einem Migrationshintergrund ergeben&ldquo;. Gruppen, die bislang in der Begabtenf&ouml;rderung unterrepr&auml;sentiert sind, wie Studierende an Fachhochschulen, die &rdquo;h&auml;ufiger als Studierende an Universit&auml;ten einen bildungsfernen famili&auml;ren Hintergrund aufweisen&ldquo;, sollen mit dem Stipendienprogramm verst&auml;rkt gef&ouml;rdert werden.<br>\nDas Bewerbungsverfahren f&uuml;r die Stipendien sollen die Hochschulen durchf&uuml;hren. Private Geldgeber k&ouml;nnen festlegen, dass ihre Unterst&uuml;tzung Studierenden einer bestimmten Fachrichtung zugute kommen soll, sie d&uuml;rfen aber keinen Einfluss auf die Auswahl der Studierenden nehmen, hei&szlig;t es in dem Entwurf.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.bundestag.de\/presse\/hib\/2010_05\/2010_149\/01.html\">Deutscher Bundestag<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Einmal abgesehen, dass mit diesem &bdquo;nationalen Stipendienprogramm&ldquo; keine F&ouml;rderung von sozial Benachteiligten angestrebt wird, sondern nur eine weitere F&ouml;rderung solcher Studierenden, die auch in den &bdquo;Begabten&ldquo;-F&ouml;rderprogrammen unterst&uuml;tzt werden, mit diesem Gesetz macht die Bundesregierung mal wieder die Rechnung ohne den Wirt. Ob die Hochschulen und welche Hochschulen es schaffen werden, &rdquo;bei Unternehmen, Stiftungen, Vereinen, Kammern und Privatpersonen, etwa Alumni&ldquo; Gelder einzusammeln, ist eine v&ouml;llig offene Frage. Ein &auml;hnliches Modell l&auml;uft seit dem Wintersemester 2009\/2010 in NRW. Gerade einmal 1.400 Stipendien sind an rd. 300.000 Studierende vergeben worden, <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/wissen\/mit-dem-rotary-club-an-die-uni\/1658392.html\">das sind 0,3 Prozent<\/a>.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Gr&uuml;nen-Fraktion lehnt Nationales Stipendienprogramm ab<\/strong><br>\nDie Fraktion B&uuml;ndnis 90\/Die Gr&uuml;nen spricht sich in einem Antrag (17\/1570) gegen das geplante Nationale Stipendienprogramm aus. Der Plan der Koalitionsfraktionen, bis zu acht Prozent der Studierenden mit einem monatlichen Stipendium von 300 Euro zu f&ouml;rdern (siehe Gesetzentwurf 17\/1552), sei &bdquo;ungeeignet, deutlich mehr junge Menschen f&uuml;r ein Studium zu gewinnen&ldquo;. Studierende, &bdquo;die auf eine gesicherte Studienfinanzierung angewiesen sind&ldquo;, w&uuml;rden von den Stipendien nicht profitieren, so der Vorwurf der Gr&uuml;nen.<br>\nSie kritisieren, dass private Geldgeber sich nur f&uuml;r einen Zeitraum von zwei Semestern verpflichten m&uuml;ssten, ein Stipendium zu finanzieren. Der &bdquo;vorgesehene Verlust des Stipendiums nach einem Hochschulwechsel&ldquo; sei &rdquo;mobilit&auml;tsfeindlich&ldquo;. Au&szlig;erdem w&uuml;rden bei der Auswahl der Stipendiaten &bdquo;chancenreiche Akademikerkinder bevorzugt anstatt gezielt die Bildungspotentiale von Nicht-Akademikerkindern zu f&ouml;rdern&ldquo;.<br>\nDie Gr&uuml;nen erwarten dar&uuml;ber hinaus ein regionales Ungleichgewicht beim Einwerben des privaten Anteils von 50 Prozent f&uuml;r die Stipendien: In wirtschaftsschwachen Regionen werde sich &rdquo;die Stipendien-Akquise als schwierig bis aussichtslos erweisen&ldquo;.<br>\nDeshalb fordern die Gr&uuml;nen, das Stipendienprogramm zur&uuml;ckzuziehen, die daf&uuml;r vorgesehenen Mehrkosten f&uuml;r eine Aufstockung des Baf&ouml;g um 5 Prozent zu verwenden und hochschulferne Gruppen mit speziellen Stipendien zu f&ouml;rdern.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.lexisnexis.de\/rechtsnews\/gruenen-fraktion-lehnt-nationales-stipendienprogramm-ab-180367\">RechtsNews<\/a><\/li>\n<li><strong>Baf&ouml;g soll ab Herbst 2010 um zwei Prozent steigen<\/strong><br>\nDie Koalitionsfraktionen CDU\/CSU und FDP wollen die Bedarfss&auml;tze bei der Ausbildungsf&ouml;rderung Baf&ouml;g um zwei Prozent und die Freibetr&auml;ge um drei Prozent anheben. Das geht aus dem Entwurf f&uuml;r das &rdquo;23. Gesetz zur &Auml;nderung der Bundesausbildungsf&ouml;rderugsgesetzes&ldquo; hervor (17\/1551), der am Freitagmittag im Bundestag beraten wird.<br>\nNach den &Auml;nderungen w&uuml;rde der Grundbetrag f&uuml;r Studierende, die nicht bei ihren Eltern wohnen, von 521 auf 597 Euro steigen. Der Grundfreibetrag vom Einkommen verheirateter Elternteile w&uuml;rde von 1.555 Euro auf 1.605 Euro steigen. Die Mehrausgaben f&uuml;r Baf&ouml;g w&uuml;rden sich laut Entwurf f&uuml;r das Jahr 2010 auf etwa 69 Millionen Euro und f&uuml;r das Jahr 2011 auf etwa 373 Millionen Euro summieren.<br>\nDas Gesetz w&uuml;rde auch weitere Ver&auml;nderungen mit sich bringen: So sollen beispielsweise die Sozialpauschalen, mit denen die Sozialversicherungskosten ber&uuml;cksichtigt werden, an aktuelle Beitragss&auml;tze angepasst werden. Zum Leistungsnachweis sollen zuk&uuml;nftig auch die beim Bachelor-Studium &uuml;blichen ECTS-Punkte verwendet werden k&ouml;nnen.<br>\nFalls man das Studienfach zum ersten Mal &rdquo;aus wichtigem Grund&ldquo; wechselt, soll man auch danach Baf&ouml;g f&uuml;r die komplette Regelstudienzeit des neuen Faches beziehen k&ouml;nnen. Die Wohnpauschale f&uuml;r junge Menschen, die w&auml;hrend ihrer Ausbildung nicht bei den Eltern wohnen, steigt laut Entwurf von 146 auf 224 Euro, daf&uuml;r entf&auml;llt der bisherige Wohnzuschlag von 72 Euro, der bei besonders hohen Wohnkosten individuell beantragt werden musste.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.bundestag.de\/presse\/hib\/2010_05\/2010_149\/02.html\">Deutscher Bundestag<\/a><\/li>\n<li><strong>Linksfraktion fordert Baf&ouml;g-Erh&ouml;hung um zehn Prozent <\/strong><br>\nUm eine &rdquo;soziale &Ouml;ffnung der Hochschulen zu erm&ouml;glichen&ldquo;, fordert die Fraktion Die Linke in einem Antrag (17\/1558) die Erh&ouml;hung des Baf&ouml;g um zehn Prozent. Heute h&auml;tten nicht alle Studienberechtigten die M&ouml;glichkeit, &bdquo;unabh&auml;ngig von ihrer sozialen Herkunft ein Studium aufzunehmen&ldquo;, kritisiert Die Linke. Die Bundesregierung f&ouml;rdere in diesem Bereich &bdquo;massiv den Ausbau privater Stipendien, wie etwa das geplante Nationale Stipendiensystem&ldquo; (siehe Gesetzentwurf 17\/1552). Laut einer Untersuchung des Hochschulinformationssystem stammten aber &bdquo;zwei Drittel der von den Begabtenf&ouml;rderungswerken gef&ouml;rderten Studierenden aus Akademikerfamilien&ldquo;. Durch die Einf&uuml;hrung des Programms drohe au&szlig;erdem &bdquo;neues Chaos an den Hochschulen&ldquo;, weil f&uuml;r den personellen und organisatorischen Mehraufwand keine zus&auml;tzlichen Mittel vorgesehen seien.<br>\nDie Linksfraktion kritisiert auch, dass die Bedarfss&auml;tze beim Baf&ouml;g dieses Jahr nur um zwei Prozent und die Einkommensfreibetr&auml;ge nur um drei Prozent angehoben werden sollen (siehe Gesetzentwurf (17\/1551). Stattdessen fordert die Fraktion eine Erh&ouml;hung der Baf&ouml;g-Bedarfss&auml;tze und -Einkommensfreibetr&auml;ge um jeweils zehn Prozent, einen Verzicht auf das Nationale Stipendienprogramm und ein geb&uuml;hrenfreies Studium in allen Bundesl&auml;ndern. Durch eine &bdquo;grundlegende Strukturreform der Ausbildungsf&ouml;rderung&ldquo; spricht sich die Fraktion au&szlig;erdem f&uuml;r eine elternunabh&auml;ngige F&ouml;rderung aus &rdquo;f&uuml;r alle Vollj&auml;hrigen, die sich in Ausbildung befinden&ldquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sozialticker.com\/linksfraktion-fordert-bafoeg-erhoehung-um-zehn-prozent-bafoeg-soll-ab-herbst-2010-um-zwei-prozent-steigen_20100507.html\">Sozialticker<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h19\"><\/a><strong>Regierungssprecher Ulrich Wilhelm zum neuen Intendanten gew&auml;hlt<\/strong><br>\nDer BR-Rundfunkrat hat den Sprecher der Bundesregierung, Ulrich Wilhelm, zum Nachfolger von BR-Intendant Dr. Thomas Gruber gew&auml;hlt. Wilhelm setzte sich mit 40 von 44 Stimmen gegen Landtagskorrespondent Rudolf Erhard durch. Der neue BR-Intendant tritt sein Amt am 1. Februar n&auml;chsten Jahres an.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.br-online.de\/unternehmen\/rundfunkrat\/ulrich-wilhelm-rudolf-erhard-intendant-ID1271332927323.xml\">BR-Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Ich stelle mir anl&auml;sslich dieser Personalentscheidung den Aufschrei vor, der sich erhoben h&auml;tte, wenn ich mich als damaliger Sprecher der Landesregierung NRW f&uuml;r den Intendantenposten des WDR beworben h&auml;tte. Alle h&auml;tten doch behauptet, nun w&uuml;rde der WDR zum &bdquo;Regierungssender&ldquo;. Wilhelm mag seine F&auml;higkeiten haben, aber es ist ein Zeichen der Verlotterung der Sitten, dass einer der engsten Vertrauten der Kanzlerin nunmehr die Geschicke des Bayerischen Rundfunks leiten soll. Die Berlusconisierung der Republik schreitet voran.<\/em><\/p>\n<p><em>Dazu:<\/em><\/p>\n<p><strong>Der Rundfunk als Beute der Parteien<\/strong><br>\nDer Mann muss gut sein. Hat sich konsequent hochgearbeitet, seit er 1991 in den Dienst der Bayerischen Staatsregierung eintrat; zwei Jahre darauf war er in der Staatskanzlei, sp&auml;ter Sprecher des Ministerpr&auml;sidenten Edmund Stoiber. Und weil er das wohl so geschickt gemacht hat, holte Angela Merkel 2005 Ulrich Wilhelm als Chef des Presse- und Informationsamtes nach Berlin. Warum der schwarze Smartie nun zur&uuml;ck nach M&uuml;nchen will, hat er nicht verraten. Aber dass sein Wunsch erf&uuml;llt wird, steht au&szlig;er Frage: Der 48-J&auml;hrige folgt Thomas Gruber als Intendant des Bayerischen Rundfunks. Das ist eine &ouml;ffentlich-rechtliche Anstalt und keine Dependance der Regierung. Oder doch? Der Chef-Sessel im M&uuml;nchener Funkhaus ist nun fest in der Hand der CSU. Schlie&szlig;lich muss die Macht medial abgesichert werden. Da geht es in der deutschen demokratischen Bundesrepublik nicht anders zu als in, sagen wir, Venezuela. Nur ger&auml;uschloser. Emp&ouml;rung &uuml;ber diesen Coup ist kaum zu vernehmen. Die Berufung eines Regierungssprechers auf einen so wichtigen Intendantenposten ist ein Novum in diesem Land. Und nicht anders zu nennen als ein Skandal. Man muss gar nicht das Berufsbild des Pressesprechers bem&uuml;hen, der zun&auml;chst seinem Arbeitgeber dient und nicht unbedingt immer der Wahrheit. Dessen Job also zum Teil aus Verschweigen, Abwiegeln, Dementieren, Vertuschen besteht. Wer sich daran erinnert, welche Aff&auml;ren etwa Edmund Stoiber zu bew&auml;ltigen hatte, wird wissen, welche Herkulesarbeit sein Sprecher da verrichtete. So gut der Mann sein mag: Der Sprung vom Regierungssprecher zum Intendanten ist durch nichts zu rechtfertigen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/in_und_ausland\/politik\/meinung\/2619479_Analyse-Der-Rundfunk-als-Beute-der-Parteien.html\">FR<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h20\"><\/a><strong>Das Risiko im Golf von Mexiko ist schlicht zu hoch<\/strong><br>\nDer global t&auml;tige R&uuml;ckversicherer Scor unterscheidet bei der Risikobewertung von Tiefseebohrungen in erster Linie zwischen den Standorten. Gebiete in US-Gew&auml;ssern werden in der Regel h&ouml;her fakturiert als jene in der Nordesee. Benjamin Gentsch, CEO von Scor in der Schweiz, erkl&auml;rt weshalb: Das Haftpflicht-Pricing ist prim&auml;r standortabh&auml;ngig. Die Nordsee wird anders bewertet als beispielsweise der Golf von Mexiko. Das h&auml;ngt vor allem mit der Frage zusammen, welche L&auml;nder und Gebiete von einer m&ouml;glichen &Ouml;lpest betroffen werden k&ouml;nnen. Die Gesetzgebung f&uuml;r die Haftpflicht ist in den USA anders als in Norwegen oder in Grossbritannien. Darum l&auml;sst sich auch nicht vereinfacht sagen, wie sich der Preis f&uuml;r eine Bohrinsel in den USA oder eine F&ouml;rderanlage in der Nordsee zusammensetzt. Das Pricing-Gesch&auml;ft ist hochkomplex.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nzz.ch\/nachrichten\/wirtschaft\/aktuell\/benjamin_gentsch_scor_rueckversicherungen_golf_von_mexiko_deep_water_horizon_transocean_1.5634375.html\">NZZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Ein recht interessantes, versicherungstechnisches Interview, allerdings h&auml;tte man gern etwas mehr &uuml;ber das unterschiedliche Haftpflicht-Pricing n den USA gegen&uuml;ber Norwegen oder Gro&szlig;britannien wissen. L&auml;uft der Unterschied darauf hinaus, dass BP in Europa weniger f&uuml;r eine solche Katastrophe haften w&uuml;rde?<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Unter anderem zu folgenden Themen: Wahlen in Gro&szlig;britannien; Rettung des Euros; Griechenland-Krise; Rating-Agentur warnt vor Banken-Crash; Einbruch an der Wall Street; Intransparenz der Kredite; Hypo Real Estate; Zahlenmagierin FDP; Arvato gescheitert; Urteil im Schreiber-Prozess; Kunden-Abzocke abgelehnt; magere Stipendien; Regierungssprecher wird Intendant; das Risiko im Golf von Mexiko. (WL)<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-5488","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5488","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=5488"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5488\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5493,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5488\/revisions\/5493"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=5488"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=5488"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=5488"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}