{"id":54892,"date":"2019-09-17T14:28:47","date_gmt":"2019-09-17T12:28:47","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=54892"},"modified":"2019-10-10T12:49:32","modified_gmt":"2019-10-10T10:49:32","slug":"wenn-streiflichter-irrlichtern-sz-vs-nachdenkseiten-am-beispiel-der-causa-joshua-wong","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=54892","title":{"rendered":"Wenn Streiflichter irrlichtern \u2013 SZ vs. NachDenkSeiten am Beispiel der Causa \u201eJoshua Wong\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Mit einem infamen St&uuml;ck polemisierte die S&uuml;ddeutsche Zeitung am vergangenen Wochenende <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=54855\">gegen die NachDenkSeiten und ihren Herausgeber Albrecht M&uuml;ller<\/a>. Dabei f&uuml;hrt der anonyme SZ-Autor einen in der letzten Woche erschienenen Artikel der NachDenkSeiten zum Empfang des Hongkong-Aktivisten Joshua Wong ins Feld. Dieses Fallbeispiel eignet sich recht gut f&uuml;r einen Vergleich des vermeintlichen Qualit&auml;tsjournalismus der SZ mit unserer Arbeit. Das Beste: Sie k&ouml;nnen selbst anhand unseres Artikels und dem korrespondierenden Artikel der SZ &uuml;berpr&uuml;fen, was von den &ndash; sorgsam zwischen skurriler Schm&auml;hkritik versteckten &ndash; inhaltlichen Kritikpunkten des SZ-Streiflichts zu halten ist. Von <strong>Jens Berger<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_6533\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-54892-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/190917_Wenn_Streiflichter_irrlichtern_SZ_vs_NachDenkSeiten_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/190917_Wenn_Streiflichter_irrlichtern_SZ_vs_NachDenkSeiten_NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/190917_Wenn_Streiflichter_irrlichtern_SZ_vs_NachDenkSeiten_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/190917_Wenn_Streiflichter_irrlichtern_SZ_vs_NachDenkSeiten_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=54892-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/190917_Wenn_Streiflichter_irrlichtern_SZ_vs_NachDenkSeiten_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"190917_Wenn_Streiflichter_irrlichtern_SZ_vs_NachDenkSeiten_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Bei der Gegen&uuml;berstellung geht es um folgende zwei Artikel:<\/p><ul>\n<li>&bdquo;<a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/hongkong-wong-china-1.4596818-0\">Das Gesicht des Konflikts<\/a>&ldquo; in der S&uuml;ddeutschen Zeitung<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=54741\">&bdquo;Hongkong-Held&ldquo; oder US-Marionette?<\/a> auf den NachDenkSeiten<\/li>\n<\/ul><p>Interessant ist beim direkten Vergleich vor allem, was die S&uuml;ddeutsche nicht schreibt. So werden im Artikel weder die zahlreichen Treffen des Aktivisten Wong mit namhaften Politikern aus den USA erw&auml;hnt, noch die Zusammenarbeit Wongs und der von ihm mitgegr&uuml;ndeten Gruppen mit Think Tanks, die in enger Koordination mit der US-Regierung die Interessen der USA in anderen L&auml;ndern vertreten und dabei vor allem auf die sogenannte &bdquo;Zivilgesellschaft&ldquo; setzen. Dass dies keine Erfindungen der NachDenkSeiten sind, zeigen die Quellen. Bei den meisten Quellen, die im Artikel der NachDenkSeiten angef&uuml;hrt werden, handelt es sich um sogenannte Prim&auml;rquellen &ndash; also direkte Aussagen und Verlautbarungen der genannten Personen und Organisationen, wie beispielsweise Pressemeldungen und Tweets des rechten US-Senators Marco Rubio oder Berichte und Videos der genannten Think Tanks. Anders als die S&uuml;ddeutsche Zeitung nennen und verlinken die NachDenkSeiten diese Quellen wenn m&ouml;glich transparent, so dass die Leser sich selbst ihr Urteil &uuml;ber die Seriosit&auml;t der Aussagen machen k&ouml;nnen. Die S&uuml;ddeutsche h&auml;lt dies offenbar f&uuml;r unn&ouml;tig.<\/p><p>Unabh&auml;ngig von der Qualit&auml;t der Quellen stellt sich jedoch die eigentlich entscheidende Frage: Sind die Informationen &uuml;ber die Zusammenarbeit des Aktivisten Wong mit einschl&auml;gig bekannten US-Politikern und Think Tanks relevant f&uuml;r die Bewertung der Person und mehr noch f&uuml;r die Einladung Wongs durch die BILD und den Empfang durch den Bundesau&szlig;enminister Heiko Maas? Anders als die S&uuml;ddeutsche Zeitung halten die NachDenkSeiten diese Hintergrundinformationen in der Tat f&uuml;r relevant. Schlie&szlig;lich geht es schlussendlich ja um eine Einordnung der Vorg&auml;nge. Man kann einen Vorgang nur dann sinnvoll einordnen, wenn man &uuml;ber m&ouml;glichst viele Informationen verf&uuml;gt, die die Interessenlage hinter den aktuellen Ereignissen m&ouml;glichst transparent machen. Und dass die Proteste in Hongkong nicht isoliert in einem luftleeren Raum stattfinden, sondern auch im gro&szlig;en geostrategischen Konflikt zwischen den USA und China gesehen werden m&uuml;ssen, sollte eigentlich unstrittig sein. Wenn die S&uuml;ddeutsche diese &ndash; gut anhand der Prim&auml;rquellen belegten &ndash; Informationen ihren Lesern vorenth&auml;lt, ist dies problematisch. Wie sollen sich die Leser der S&uuml;ddeutschen ein umfassenderes Bild machen und den Empfang Wongs bewerten, wenn ihnen relevante Informationen vorenthalten werden?<\/p><p>Zu diesen relevanten Informationen geh&ouml;rt auch die Rolle der Medien selbst. Zwar scheint den beiden Autoren der S&uuml;ddeutschen das &bdquo;Herumreichen&ldquo; des Aktivisten vor der Hauptstadtpresse selbst nicht ganz geheuer zu sein, wie sie zwischen den Zeilen andeuten. &Uuml;ber derlei Andeutungen gehen sie jedoch nicht hinaus. Dass Wong schon in den vergangenen Jahren von bedeutsamen Medien wie der Washington Post, dem Guardian, dem TIME Magazine, Foreign Affairs und Co. zu einer Art Ikone des &bdquo;Freiheitskampfes&ldquo; stilisiert wurde und Star einer einschl&auml;gigen Netflix-Doku war, erf&auml;hrt der Leser in der S&uuml;ddeutschen nicht. Man ist dort zwar erstaunt &uuml;ber die Professionalit&auml;t im Umgang mit den Medien, l&auml;sst dieses Erstaunen aber dann im Raum stehen. Dabei sind auch diese Hintergrundinformationen f&uuml;r die Leser durchaus von Interesse, wenn es darum geht, die Person Wong und dessen Empfang in Berlin zu bewerten. <\/p><p>Sp&auml;testens hier sollte man sich &ndash; auch wenn die S&uuml;ddeutsche dies in ihrem Streiflicht offenbar f&uuml;r verwerflich h&auml;lt &ndash; eine Frage stellen. Sind die umrissenen Zusatzinformationen nur subjektiv f&uuml;r die Meinungsbildung wichtig und es ist professionell vertretbar, sie herauszulassen, ohne dabei dem Leser die M&ouml;glichkeit zu geben, sich selbst ein umfassenderes Bild zu machen? Wenn man die Dimension des Konflikts um die Proteste in Hongkong und die Interessen der USA als Teil des umfassenderen Bildes einbezieht, kann man nur zum entgegengesetzten Schluss kommen. Warum verschweigt die S&uuml;ddeutsche Zeitung dann ausgerechnet die Informationen, die es dem Leser erst erm&ouml;glichen, das umfassendere Bild zu verstehen?<\/p><p>Albrecht M&uuml;ller charakterisiert diese sehr selektive Auswahl von Informationen als &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=34688\">Methode Verschweigen<\/a>&ldquo; und z&auml;hlt sie zu den von ihm und den NachDenkSeiten immer wieder thematisierten &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?tag=methoden-der-manipulation\">Methoden der Manipulation<\/a>&ldquo;. Dass die S&uuml;ddeutsche gezielt Informationen unter den Tisch fallen l&auml;sst, die dazu beitragen k&ouml;nnen, den Aktivisten Joshua Wong als Person zu sehen, die zumindest im Interesse der US-Politik instrumentalisiert und medial inszeniert wird, ist in dem Kontext nat&uuml;rlich kein Zufall. Gerade das au&szlig;enpolitische Ressort der S&uuml;ddeutschen Zeitung, das seit fast 20 Jahren vom bekennenden Transatlantiker <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Stefan_Kornelius\">Stefan Kornelius<\/a> geleitet wird, ist f&uuml;r seine US- und NATO-nahe Linie ber&uuml;chtigt. Das hat Albrecht M&uuml;ller immer wieder <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=25559\">kritisiert<\/a> und auch wissenschaftliche Arbeiten (z.B. <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21155\">hier<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=49985\">hier<\/a>) belegen diesen Vorwurf. <\/p><p>Man mag ja an Zuf&auml;lle glauben. Die NachDenkSeiten glauben jedoch nicht an einen Zufall, wenn ein Blatt, das sich in seiner au&szlig;enpolitischen Berichterstattung exponiert als Sprachrohr transatlantischer Interessen geriert, seinen Lesern ausgerechnet die Informationen vorenth&auml;lt, die den Verdacht erh&auml;rten, dass der Hongkong-Aktivist Wong f&uuml;r transatlantische Interessen eingespannt oder zumindest instrumentalisiert wird. <\/p><p>Diesen Zusammenhang kann man jedoch nur erkennen, wenn man &uuml;ber die n&ouml;tigen Hintergrundinformationen verf&uuml;gt. Wir von den NachDenkSeiten bem&uuml;hen uns t&auml;glich, Ihnen diese Informationen zug&auml;nglich zu machen und haben es uns <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?page_id=4\">zum Ziel gesetzt<\/a>, &bdquo;eine geb&uuml;ndelte Informationsquelle f&uuml;r jene B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rger (zu) sein, die am Mainstream der &ouml;ffentlichen Meinungsmacher zweifeln und gegen die g&auml;ngigen Parolen Einspruch anmelden&ldquo;. Die zahlreichen R&uuml;ckmeldungen und die phantastische Unterst&uuml;tzung durch unsere Leserinnen und Leser zeigt, dass wir da auf einem sehr guten Weg sind. Dies zeigen auch die zahlreichen Leserbriefe, die wir zur Attacke der S&uuml;ddeutschen auf die NachDenkSeiten und Albrecht M&uuml;ller bekommen haben und die wir selbstverst&auml;ndlich noch ver&ouml;ffentlichen werden. Wenn die S&uuml;ddeutsche Zeitung dies anders sieht, ist dies auch ein Aufschrei der Meinungsmacher. Getroffene Hunde bellen bekanntlich gerne.<\/p><p>Bild: Dean Drobot\/shutterstock.com<\/p><p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg05.met.vgwort.de\/na\/fdd586c4e1094c4cb86f3343eb837d9d\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit einem infamen St&uuml;ck polemisierte die S&uuml;ddeutsche Zeitung am vergangenen Wochenende <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=54855\">gegen die NachDenkSeiten und ihren Herausgeber Albrecht M&uuml;ller<\/a>. Dabei f&uuml;hrt der anonyme SZ-Autor einen in der letzten Woche erschienenen Artikel der NachDenkSeiten zum Empfang des Hongkong-Aktivisten Joshua Wong ins Feld. 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