{"id":55128,"date":"2019-09-25T15:51:20","date_gmt":"2019-09-25T13:51:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=55128"},"modified":"2019-09-26T16:50:33","modified_gmt":"2019-09-26T14:50:33","slug":"bolsonaros-geheime-amazonas-plaene-und-sein-katastrophaler-auftritt-vor-den-vereinten-nationen-als-strohmann-donald-trumps","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=55128","title":{"rendered":"Bolsonaros geheime Amazonas-Pl\u00e4ne und sein katastrophaler Auftritt vor den Vereinten Nationen als Strohmann Donald Trumps"},"content":{"rendered":"<p>&bdquo;Wird Bolsonaro vor der UNO reden? Holen Sie Ihre Kinder aus dem Wohnzimmer, weg vom Fernseher, und fl&uuml;chten Sie in den Keller!&ldquo;. <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=0cMLc0Hv2H0\">Mit diesen ironischen Worten<\/a> warnte der einflussreiche brasilianische Fernseh-Kommentator Bob Fernandes bereits am 19. September vor dem programmierten Eklat: der angek&uuml;ndigten Er&ouml;ffnungsrede der diesj&auml;hrigen 74. Vollversammlung der Vereinten Nationen durch den brasilianischen Pr&auml;sidenten Jair Bolsonaro. Ein Bericht von <strong>Frederico F&uuml;llgraf<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_9114\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-55128-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/190926-Bolsonaros-geheime-Amazonas-Plaene-und-sein-katastrophaler-Auftritt-vor-den-Vereinten-Nationen-als-Strohmann-Donald-Trumps-NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/190926-Bolsonaros-geheime-Amazonas-Plaene-und-sein-katastrophaler-Auftritt-vor-den-Vereinten-Nationen-als-Strohmann-Donald-Trumps-NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/190926-Bolsonaros-geheime-Amazonas-Plaene-und-sein-katastrophaler-Auftritt-vor-den-Vereinten-Nationen-als-Strohmann-Donald-Trumps-NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/190926-Bolsonaros-geheime-Amazonas-Plaene-und-sein-katastrophaler-Auftritt-vor-den-Vereinten-Nationen-als-Strohmann-Donald-Trumps-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=55128-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/190926-Bolsonaros-geheime-Amazonas-Plaene-und-sein-katastrophaler-Auftritt-vor-den-Vereinten-Nationen-als-Strohmann-Donald-Trumps-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"190926-Bolsonaros-geheime-Amazonas-Plaene-und-sein-katastrophaler-Auftritt-vor-den-Vereinten-Nationen-als-Strohmann-Donald-Trumps-NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Seit den Gr&uuml;ndungstagen der UN um 1945 steht laut Statuten jedem amtierenden brasilianischen Pr&auml;sidenten das Vorrecht zu, die Er&ouml;ffnungsrede zur Generalversammlung zu halten. Seitdem setzte sich der Eindruck durch, dass diese Tradition h&ouml;chstwahrscheinlich dem Umstand zu verdanken ist, dass in den Gr&uuml;ndungstagen der UN Winston Churchill &ndash; als Vertreter des Vereinigten K&ouml;nigreichs &ndash; und Josef Stalin &ndash; als damaliger Staatschef der UdSSR &ndash; Brasilien als st&auml;ndiges Mitglied des Sicherheitsrates ablehnten, dem Land jedoch eine Art Trostpreis zugestanden, der Brasiliens Ansehen etwas respektierlich ausschm&uuml;cken sollte. Eine andere Theorie besagt, die Ehrung Brasiliens als Zeremonienmeister der Vollversammlung sei seiner Teilnahme an der Ausarbeitung der friedlichen L&ouml;sung bei der Schaffung des Staates Israel zuzuschreiben; eine Version, der Bolsonaro-Freund Benjamin Netanyahu sofort applaudieren w&uuml;rde.<\/p><p><strong>Steve Bannon &bdquo;ber&auml;t&ldquo; Bolsonaros Rede, die USA bekommen Amazonien<\/strong><\/p><p>Dass Bolsonaro &uuml;berhaupt auftreten w&uuml;rde, war mindestens zwei Wochen lang in Brasilien bezweifelt worden, da der seit Januar regierende, rechtsextreme, ehemalige Hauptmann der Fallschirmj&auml;ger sich einer erneuten Operation als angebliche Sp&auml;tfolge eines umstrittenen Messerangriffs von 2018 unterziehen musste. Seine &Auml;rzte wollten ihn nicht reisen lassen, doch <a href=\"https:\/\/oglobo.globo.com\/sociedade\/bolsonaro-diz-que-ira-onu-nem-que-seja-de-cadeira-de-rodas-para-falar-da-amazonia-23921028\">er schwor<\/a>, &bdquo;notfalls im Rollstuhl &ndash; den Auftritt lasse ich mir nicht nehmen!&rdquo;.<\/p><p>Allerdings ging seinem UN-Auftritt mindestens eine auff&auml;llige Reise seines Au&szlig;enministers Ernesto Ara&uacute;jo voraus. Der junge Ara&uacute;jo entstammt ultrarechten Juristen und Milit&auml;rsfamilien, leugnet den Klimawandel und ist Anh&auml;nger der &ldquo;Terraplanisten&rdquo;, also jener Verschw&ouml;rungstheoretiker, die die <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=48291\">Mehrheit in der brasilianischen Regierung bilden<\/a> und predigen, die Erde sei nicht rund, sondern flach.<\/p><p>Anlass von Ara&uacute;jos dritter Reise in die USA seit seinem Amtsantritt war zum einen ein &bdquo;strategischer Dialog&rdquo; mit US-Au&szlig;enminister Mike Pompeo. Auf einer <a href=\"https:\/\/www.newsy.com\/stories\/u-s-and-brazil-agree-to-private-amazon-development\/\">Pressekonferenz von Mitte September<\/a> gaben beide &ouml;ffentlich bekannt, Brasilien und die USA w&uuml;rden das von katastrophalen Br&auml;nden heimgesuchte Amazonien gemeinsam &bdquo;entwickeln&rdquo;. Die medial ausgeschlachtete Erkl&auml;rung sollte offenbar als Schuss vor den Bug der Amazonien-besorgten EU-Staatschefs Angela Merkel und Emmanuel Macron verstanden werden.<\/p><p>Zum anderen diente der Aufenthalt des Au&szlig;enministers in Washington einer wahrlich skurrilen Mission: der <a href=\"https:\/\/veja.abril.com.br\/mundo\/ernesto-araujo-trata-com-steve-bannon-sobre-discurso-de-bolsonaro-na-onu\/\">politischen und stilistischen Vorbereitung<\/a> von Bolsonaros UN-Rede in Zusammenarbeit mit Donald Trumps ehemaligem Chefstrategen und rechtsradikalem Aktivisten Steve Bannon. Brasilianische Medien hinterfragten das Ziel des Treffens mit Bannon, erhielten jedoch als Antwort, es habe sich um ein &bdquo;privates Abendessen&rdquo; gehandelt; in der brasilianischen Botschaft.<\/p><p>Der Hintergrund: Bolsonaros geplante Rede vor der UN-Generalversammlung wurde von der Trump-Administration und ihren Sicherheitskreisen als eine Art &bdquo;Lackmus-Test der Diplomatie&ldquo; gewertet. Die Amazonas-Br&auml;nde hatten das brasilianische Regime auf die ersten Seiten der globalen Leitmedien katapultiert. Hinter vorgehaltener Hand wurde daher gefl&uuml;stert, &bdquo;&auml;u&szlig;erste Vorsicht&ldquo; beim Gebrauch der h&auml;mmernden Ausdrucksweise des Regimechefs, mit seiner Ablehnung von Klimawandel-Beweisen und seiner Forderung nach &bdquo;Entwicklung&ldquo; des Amazonien-Regenwaldes. Der ge&uuml;bte Altright Bannon sollte offenbar der Rede ein salonf&auml;higes Dekor verleihen oder, gar im Gegenteil, scharfe geopolitische Munition mit hoher Einschlagskraft liefern. Nach dem Echo auf Bolsonaros Rede zu urteilen, war Bannons Beratung vergebliche M&uuml;he oder umgekehrt ein Volltreffer, jedoch mit verheerenden Folgen.<\/p><p><strong>&ldquo;Letzte Chance verpasst, geachtet zu werden &hellip;&ldquo;<\/strong><\/p><p>Celso Amorim &ndash; Lulas langj&auml;hriger, international anerkannter Au&szlig;enminister &ndash; prognostizierte beispiellose Scham f&uuml;r Bolsonaros Auftritt. Und er behielt leider Recht. Der Rede war eine diplomatische Zumutung und gezielte Provokation vorausgegangen, n&auml;mlich der Antrag Ernesto Ara&uacute;jos auf Akkreditierung von Juan Guaid&oacute;s &bdquo;Botschaftern&ldquo; Carlos Vecchio und Isadora Guevara im Namen der brasilianischen UN-Delegation.<\/p><p>Doch dann trat Bolsonaro auf die Redner-Trib&uuml;ne. &bdquo;Jair Bolsonaro hatte noch nicht einmal die H&auml;lfte seiner Rede hinter sich und meine WhatsApp-, Signal- und E-Mail-Adressen wurden bereits von Diplomaten und Vertretern internationaler Organisationen bombardiert&ldquo;, schrieb Jamil Chede vom Nachrichtenportal UOL. &bdquo;Sie waren allesamt schockiert von dem, was sie h&ouml;rten. Eine besonders harte Botschaft erhielt ich jedoch von einem der Gipfelvertreter der UN: &acute;Er (Bolsonaro) hat gerade seine letzte Chance verpasst, respektiert zu werden&acute;, protestierte er. In einer anderen Nachricht fragte ein Vermittler: &acute;Gibt es etwas Extremeres als diese Weltanschauung?&acute;. W&auml;hrend er sprach, durchstreifte die offizielle UN-Kamera den Plenarsaal, doch nur, um verschlossene und verspannte Gesichter zu registrieren, darunter das von Bundeskanzlerin Angela Merkel&rdquo;.<\/p><p>Leandro Fortes von der brasilianischen Vereinigung &bdquo;Journalisten f&uuml;r Demokratie&ldquo; <a href=\"https:\/\/www.brasil247.com\/blog\/tirar-bolsonaro-do-poder-e-uma-tarefa-planetaria\">forderte<\/a>:<\/p><blockquote><p>&bdquo;&Uuml;ber diese infame Rede von Jair Messias Bolsonaro bei der Er&ouml;ffnung der Generalversammlung der UN muss noch viel gesagt werden. Es gibt aber keinen Umweg um die Kernfrage: Wir haben einen unqualifizierten Regierungschef. Es ist daher eine zivilisatorische, partei&uuml;bergreifende und jetzt, glaube ich, eine planetarische Dringlichkeit geworden, ihn von der Macht zu entfernen.&ldquo;<\/p><\/blockquote><p>Nicht nur der brasilianische Mainstream emp&ouml;rte sich &uuml;ber den Auftritt Bolsonaros. Das internationale Presse-Echo war vernichtend. &bdquo;Ich bin mir nicht sicher, ob brasilianische Diplomaten selbst in ihren schlimmsten Albtr&auml;umen sich eine Rede von Bolsonaro auf #UNGA (UN-Generalversammlung) vorgestellt haben, die so arrogant, so voller Galle und wirklich verh&auml;ngnisvoll f&uuml;r Brasiliens Platz in der Welt ist. #MeDaPenaPorBrasil &ndash; Mir tut es f&uuml;r Brasilien leid&ldquo;, <a href=\"https:\/\/twitter.com\/tomphillipsin\/status\/1176497659902746625\">twitterte Tom Phillips<\/a>, Lateinamerika-Korrespondent des Londoner Guardian.<\/p><p>Die spanische <em>El Pa&iacute;s<\/em> kritisierte Bolsonaros &ldquo;ultranationalistischen Diskurs&rdquo;. Die franz&ouml;sische <em>Le Monde<\/em> emp&ouml;rte sich &uuml;ber seinen Angriff auf den indigenen F&uuml;hrer Raoni, den er beschuldigte, &ldquo;von Ausl&auml;ndern manipuliert&rdquo; worden zu sein. Die <em>Washington Post<\/em> hinterfragte seine Ablehnung von Amazonas-Br&auml;nden, obwohl Beweise f&uuml;r seine &ldquo;internationale Verurteilung&rdquo; im letzten Monat vorlagen. Die Rede Bolsonaros war ein Rundumschlag gegen die internationalen Institutionen, die brasilianischen Indianer, den &bdquo;Sozialismus&ldquo;, die Regierungen der Arbeiterpartei, Kuba, Venezuela, China &ndash; doch in jedem Absatz eine l&auml;cherliche Danksagung &bdquo;an Gott&ldquo;, die USA und Donald Trump.<\/p><p><a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=7OfUQd45ETw\">Die Rede<\/a> begann mit einer Attacke auf die Vereinten Nationen. Die UN vertreten keine globalen Interessen, sondern seien ein Raum souver&auml;ner Nationen. &ldquo;Wir sind nicht hier, um Nationalit&auml;ten im Namen globaler Interessen aufzugeben&rdquo;, polterte der Hauptmann a.D. Militarismus, Gott, Komplimente an die Polizei und Drohungen ersetzten Begriffe wie Zivilgesellschaft, demokratischer Raum, Vielfalt, Multilateralismus und das internationale System. Anstatt sich zu Umweltzielen zu verpflichten, ging Bolsonaro zum Angriff &uuml;ber und lehnte die These ab, der Amazonas sei ein Weltkulturerbe. Ohne Namen zu nennen, spielte er auf den &bdquo;kolonialistischen Geist&rdquo; Frankreichs an und ma&szlig;te sich die infame L&uuml;ge an, Amazonien sei &bdquo;praktisch unber&uuml;hrt&rdquo;.<\/p><p>&bdquo;Bolsonaro &uuml;berraschte auch mit seiner Entschuldigung f&uuml;r die (vergangenen) Diktaturen S&uuml;damerikas, diesmal ohne Namen. Erfahrene brasilianische Botschafter haben zugegeben, dass das, was er auf der UN-B&uuml;hne getan hat, in der demokratischen &Auml;ra beispiellos ist &hellip; Er begr&uuml;ndete den Staatsstreich von 1964 und andere Diktaturen in der Region &hellip;&ldquo;, prangerte Jamil Chede an.<\/p><p>Unter Berufung auf die angebliche Rolle Kubas unterstellte er, die Insel h&auml;tte &ldquo;versucht, die Regierung Brasiliens und anderer L&auml;nder zu st&uuml;rzen. &bdquo;Zivilisten und Milit&auml;rs wurden get&ouml;tet und viele hatten ihren Ruf zerst&ouml;rt. Aber wir haben diesen <em>Krieg<\/em> gewonnen &hellip;&ldquo;, stotterte Bolsonaro und bespuckte die UN, die ihn f&uuml;r seine Inschutznahme von Diktaturen kritisiert hatte. Ein UN-Vertreter rief dazwischen: &bdquo;Ich kann nicht glauben, was ich h&ouml;re!&rdquo;.<\/p><p>Bolsonaro hielt eine Kriegsrede, gespickt mit Kampfparolen und r&uuml;ckw&auml;rtigen Anfeindungen aus den 1960er und 1970er Jahren. Der grelle und lautstarke Auftritt sollte offenbar als Nebelwand zur Verbergung des Wesentlichen dienen: das geplante, skrupellose &Uuml;berrollen Amazoniens, seiner Menschen und seiner Umwelt.<\/p><p><strong>Die Geheimpl&auml;ne f&uuml;r Amazonien<\/strong><\/p><p>J&uuml;ngst geleakte, vertrauliche Dokumente und Tonaufzeichnungen belegen Bolsonaros Plan, Amazonas &bdquo;gegen Chinesen, NGOs und die katholische Kirche&rdquo; zwangsvoll zu besiedeln. Seit Februar diskutiert das Bolsonaro-Regime insgeheim den gr&ouml;&szlig;ten Besiedlungs- und Entwicklungsplan im Amazonasgebiet seit der Milit&auml;rdiktatur. Einzelheiten sind Studien des von Milit&auml;rs kommandierten Staatssekretariats f&uuml;r strategische Angelegenheiten zu entnehmen. Die Milit&auml;rs arbeiten an einem sogenannten Projekt Bar&atilde;o de Rio Branco, das von einem pensionierten Oberst koordiniert wird und unter dem Vorwand, die Region zu entwickeln und die Nordgrenze des Landes zu sch&uuml;tzen, an den alten milit&auml;rischen Traum von der Besiedlung Amazoniens ankn&uuml;pft.<\/p><p>Die Nachrichten-Plattform The Intercept Brasil erhielt Zugang zu vertraulichen <a href=\"https:\/\/theintercept.com\/2019\/09\/19\/plano-bolsonaro-paranoia-amazonia\/\">Dokumenten<\/a> und <a href=\"http:\/\/libertesuamente13.blogspot.com\/2019\/09\/audio-inedito-general-santa-rosa-revela.html\">Tonaufzeichnungen<\/a> mit Hinweisen auf Anreize f&uuml;r Gro&szlig;unternehmen und die Anlockung nicht-indigener, wei&szlig;er Bev&ouml;lkerungsteile in das  Amazonasgebiet. Das Dokument zeigt, dass die Regierung die Erze, das Wasserkraftpotential und das Ackerland der Hochebene von Guyana, die zwischen Amap&aacute;, Roraima und Nordpar&aacute; und Amazonas liegen, als &bdquo;Reichtum&ldquo; ansieht. &ldquo;Alles praktisch unerforscht&rdquo;, &ldquo;weit weg von Zentralbrasilien&rdquo;, &ldquo;und von der K&uuml;ste (sic) bis zum Reichtum des Nordens&rdquo;, sagt eine Folie.<\/p><p>Die Planungen sehen mittelfristig drei Hauptwerke vor, allesamt im Bundesstaat Par&aacute;: ein Wasserkraftwerk in Oriximin&aacute;, eine Br&uuml;cke &uuml;ber den Amazonas in der Stadt &Oacute;bidos und die Verl&auml;ngerung der Fernstra&szlig;e BR-163 in das n&ouml;rdliche Nachbarland Suriname. Ziel sei &bdquo;die Integration der n&ouml;rdlichen Amazonas-Mulde von Par&aacute; an der Staatsgrenze mit dem produktiven Zentrum des Staates und des &uuml;brigen Brasilien&ldquo;. Die &auml;u&szlig;erst verarmte und bev&ouml;lkerungsarme Region wird von mehreren Fl&uuml;ssen durchstr&ouml;mt und ist schwer zug&auml;nglich. <\/p><p>In dem Plan wird die BR-163, deren Bau in den 1970er Jahren begonnen wurde, bis zur Nordgrenze Brasiliens verl&auml;ngert. Sie verbindet die Wasserstra&szlig;en und schneidet den Amazonas in Suriname mit dem sogenannten &bdquo;Kraftzentrum&ldquo; des Landes. Wirtschaftspolitisches Ziel sei es, die Sojaproduktion des Mittleren Westens transportf&auml;hig zu machen und eine bisherige &bdquo;W&uuml;stenregion&ldquo; zu integrieren, so der Sonderbeauftragte f&uuml;r strategische Angelegenheiten, General Maynard Santa Rosa.<\/p><p>Der Milit&auml;r a.D., der paranoide Verschw&ouml;rungstheorien vertritt, wonach die Umweltsch&uuml;tzer und die katholische Kirche Amazonien von Brasilien &bdquo;abtrennen und neue Staatsgebiete gr&uuml;nden&ldquo; wollen und dass die brasilianischen Staatsgrenzen im hohen Norden wegen &bdquo;Bev&ouml;lkerungsknappheit&rdquo; gef&auml;hrdet sind. Da die ehemalige niederl&auml;ndische Kolonie Suriname seit Jahren intensiv mit chinesischen Investitionen gef&ouml;rdert wird, aber auch etlichen tausend Chinesen die Ansiedlung anbot, sehen brasilianische Milit&auml;rs hinter jedem Amazonas-Baum den leibhaftigen Teufel. Gipfel des konspirativen Seemannsgarns ist: &bdquo;die chinesische Invasion Amazoniens&ldquo;. Die Verschw&ouml;rungstheorie passt bestens in den geopolitischen Kampfplan des State Department und des Pentagon.<\/p><p>Titelbild: BW Press\/shutterstock.com<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&bdquo;Wird Bolsonaro vor der UNO reden? Holen Sie Ihre Kinder aus dem Wohnzimmer, weg vom Fernseher, und fl&uuml;chten Sie in den Keller!&ldquo;. <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=0cMLc0Hv2H0\">Mit diesen ironischen Worten<\/a> warnte der einflussreiche brasilianische Fernseh-Kommentator Bob Fernandes bereits am 19. September vor dem programmierten Eklat: der angek&uuml;ndigten Er&ouml;ffnungsrede der diesj&auml;hrigen 74. Vollversammlung der Vereinten Nationen durch den brasilianischen<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=55128\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":55129,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[169,107,20,85,176],"tags":[2714,2095,2454,1613,2177,2039,639,1556,682],"class_list":["post-55128","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-aussen-und-sicherheitspolitik","category-audio-podcast","category-landerberichte","category-pr","category-umweltpolitik","tag-amazonien","tag-bannon-steve","tag-bolsonaro-jair","tag-brasilien","tag-militaerdiktatur","tag-siedlungspolitik","tag-uno","tag-usa","tag-verschwoerungstheorie"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/shutterstock_1153687639.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/55128","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=55128"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/55128\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":55172,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/55128\/revisions\/55172"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/55129"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=55128"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=55128"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=55128"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}