{"id":5524,"date":"2010-05-12T08:49:35","date_gmt":"2010-05-12T06:49:35","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=5524"},"modified":"2010-05-12T08:49:35","modified_gmt":"2010-05-12T06:49:35","slug":"hinweise-des-tages-1139","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=5524","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: Ende der deutschen Schulweisheit; Schutzschirm kauft nur Zeit; alle reden von Regulierung; fast 100 Milliarden Schulden durch Bankenrettung; Deutschland schr&ouml;pft Geringverdiener; soziale Dienstleistungen als Besch&auml;ftigungsmotor; NRW-Wahlen; Computer nichts f&uuml;r Hartz-IV; &Ouml;lplattform ohne Notfallplan; Roland Kochs Bildungsk&uuml;rzungen; im Politikjournalismus w&auml;chst der Druck; &Auml;rzte kritisieren Obamas Gesundheitsreform; der Markt hat immer Recht. (WL)<br>\n<!--more--><\/p><ol>\n<li><a href=\"#h01\">Lucas Zeise: Ende der deutschen Schulweisheit<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h02\">DGB: Schutzschirm kauft nur Zeit<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h03\">Alle reden von Regulierung, aber nichts passiert<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h04\">98,6 Milliarden Euro mehr Staatsschulden durch Bankenrettung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h05\">Deutschland schr&ouml;pft die Geringverdiener<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h06\">Die Entwicklung sozialer und gesellschaftsnaher Dienstleistungen als Besch&auml;ftigungsmotor?!<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h07\">Sozialstaat als Wohlstandsmotor<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h08\">Nachklapp zu den Wahlen in NRW<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h09\">Hartz-IV-Empf&auml;ngern steht kein Geld f&uuml;r Computer-Kauf zu<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h10\">Bohrplattform ohne Notfallplan<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h11\">Rezension: Bankr&auml;uber<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h12\">Bildungsk&uuml;rzungen blockieren!<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h13\">Roland Koch f&uuml;r Sparen ohne Tabus<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h14\">Politikjournalismus: Der Druck w&auml;chst<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h15\">USA: &Auml;rzte kritisieren Obamas Gesundheitsgesetz<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h16\">Zur Erinnerung: K&ouml;hler und der IWF<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h17\">Zu guter Letzt: Glosse: Der Markt hat immer Recht<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"?p=5524&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Lucas Zeise: Ende der deutschen Schulweisheit<\/strong><br>\nDie Finanzkrise hatte bereits eine fr&uuml;her eherne Schulweisheit dahingerafft. Im Herbst 2008 wurde der Grundsatz, der Staat d&uuml;rfe weder Unternehmen st&uuml;tzen noch gar makro&ouml;konomische Konjunkturprogramme auflegen, ganz kleinlaut, aber mit viel Steuergeld einfach vergessen und aufgegeben. An diesen neoliberalen Grundsatz eins wird nur noch in Festreden versch&auml;mt erinnert. Grundsatz zwei wird in diesen Tagen beerdigt. Er lautet: Die Euro-Staaten d&uuml;rfen einander bei der Finanzierung ihrer Staatshaushalte nicht beistehen, sondern m&uuml;ssen das verheerende Prinzip der Standortkonkurrenz auch auf den Bereich der Finanzierung anwenden.<br>\nDeshalb durften die Euro-L&auml;nder keine gemeinsamen Anleihen auflegen. Deshalb musste die Fiktion aufrechterhalten werden, es d&uuml;rfe kein Staat und schon gar nicht die Gemeinschaft der Euro-Staaten einem der Ihren mit Zwischenfinanzierung oder Garantien behilflich sein&hellip;<br>\nIm Weltbild der Akteure der Bundesregierungen von Kohl bis heute kam der Gedanke einfach nicht vor, dass es im eigenen Gesch&auml;ftsinteresse sein kann, ein wenig Hilfe und Unterst&uuml;tzung zu leisten &ndash; um das im Verh&auml;ltnis von Regierenden untereinander v&ouml;llig unpassende Wort Solidarit&auml;t zu vermeiden. H&auml;tten sie es begriffen, dann h&auml;tten sie wohl kaum so &uuml;berzeugend die einfache Wahrheit verschwiegen, dass die deutschen Unternehmen den gr&ouml;&szlig;ten Vorteil aus der W&auml;hrungsunion ziehen.<br>\nDie Beschreibung, man habe es mit einer Attacke von Spekulanten auf die finanziell schw&auml;cheren Euro-L&auml;nder zu tun, verniedlicht es. Es sind nicht nur Spekulanten, die griechische, portugiesische und irische Staatsanleihen gekauft haben und nun um ihre Investition bangen. Es sind die Banken und Versicherungen im In- und Ausland, die Einlagen und Pr&auml;mien ihrer Kunden vermeintlich sicher angelegt haben und nun das Weite suchen.<br>\nDie jetzt gefundene L&ouml;sung besteht aus einem eigenen Schuldenfonds der EU (also der bisher abgelehnten gemeinsamen Anleihe der Euro-L&auml;nder), einer Kreditlinie, die von den noch kreditw&uuml;rdigen Staaten garantiert wird, einer Extrafazilit&auml;t des IWF und vor allem aus der freundlichen EZB, die auf dem Sekund&auml;rmarkt alle Anleihen billig einkauft. All das d&uuml;rfte dieses Problem tats&auml;chlich zun&auml;chst entsch&auml;rfen, aber es wird damit nicht verschwinden. Zumal das ganze Programm von einer restriktiven Sparpolitik in den L&auml;ndern begleitet sein wird, deren Zugang zum Kapitalmarkt versperrt ist. In der Summe vertieft das Problem also die Wirtschaftskrise. Anders ausgedr&uuml;ckt: Um eine Pleite zu vermeiden, wird mitten in der Krise rigoros gespart. Das kann nicht gut gehen.<br>\nEin geordneter, von der EU oder der Gruppe der Euro-L&auml;nder veranstalteter Umschuldungsplan w&auml;re ebenfalls ein Default, aber weit besser. An den Finanzm&auml;rkten wird dieses Szenario l&auml;ngst gespielt und &ndash; wieder verniedlicht &ndash; als &ldquo;Haircut&rdquo; angepriesen. Wenn man es macht, sollte es sich lohnen. Argentinien hat 2002 rund 70 Prozent der Schulden gestrichen. Die H&auml;lfte dessen m&uuml;sste es in Europa schon sein. Und den Schuldenschnitt auf Griechenland zu beschr&auml;nken w&auml;re auch kurzsichtig.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/finanzen\/maerkte\/marktberichte\/:kolumne-lucas-zeise-ende-der-deutschen-schulweisheit\/50112603.html\">FTD<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>DGB: Schutzschirm kauft nur Zeit<\/strong><br>\nMit dem Schutzschirm konnte jetzt Zeit gekauft werden, die dringend genutzt werden muss, um die Regeln und Institutionen der Eurozone an Rumpf und Gliedern zu reformieren.<br>\nEs ist dringend an der Zeit, den Spekulanten ihr Spielzeug wegzunehmen. Der Markt f&uuml;r Kreditausfallversicherungen (Credit Default Swaps &ndash; CDS) muss geschlossen werden. Kreditausfallversicherungen schaffen nur eine Scheinsicherheit. Wenn Investoren sich gegen Risiken absichern wollen, dann sollen sie ihr Portfolio diversifizieren. Die Bewertung der Bonit&auml;t von Mitgliedsstaaten darf zuk&uuml;nftig nicht mehr von privaten Rating-Agenturen, sondern muss direkt von der Europ&auml;ischen Zentralbank vorgenommen werden.<br>\nZus&auml;tzlich m&uuml;ssen einheitliche Regeln aufgestellt werden, die helfen die Ungleichgewichte bei Handels- und Kapitalstr&ouml;men abzubauen. Ziel muss es sein, die unterschiedliche Wettbewerbsf&auml;higkeit der Euro-Mitgliedsstaaten zu harmonisieren. Deswegen muss Entwicklung der Lohnst&uuml;ckkosten und der Leistungsbilanzen zuk&uuml;nftig in die Betrachtung einbezogen werden. Hohe und dauerhafte Leistungsbilanz&uuml;bersch&uuml;sse m&uuml;ssen als Problem erkannt und entsprechend sanktioniert werden.<br>\nDar&uuml;ber hinaus m&uuml;ssen die Verursacher der Krise an den Krisenkosten beteiligt werden. Bisher wurden die privaten Gl&auml;ubiger mit Steuergeld freigekauft. Dies gilt auch f&uuml;r den aktuellen Schutzschirm. Die Zeit ist reif f&uuml;r eine Finanztransaktionssteuer, mit der die europ&auml;ische Finanzindustrie an den Kosten der Krise beteiligt wird.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.dgb.de\/presse\/++co++19175ad4-5c31-11df-7067-00188b4dc422\">DGB<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Harald Schumann: Das gro&szlig;e R-Wort<\/strong><br>\nAlle fordern eine bessere Regulierung der Finanzm&auml;rkte, trotzdem fehlt es an konkreten Gesetzesinitiativen. Ein &Uuml;berblick.<br>\nSo gibt es zum Beispiel nach wie vor kein Konzept f&uuml;r den Handel mit den sogenannten Credit Default Swaps (CDS).<br>\nIm Kern des Gesch&auml;fts stehen f&uuml;nf Gro&szlig;banken, darunter auch die Deutsche Bank, die sich jedoch ihrerseits bei Dritten absichern. In der Folge gibt es lange Ketten von CDS-Vertr&auml;gen &uuml;ber dieselbe Anleihesumme und keine Beh&ouml;rde wei&szlig;, welche Bank oder welcher Fonds letztlich die Risiken tr&auml;gt.<br>\nDie L&ouml;sung liegt auf der Hand: M&uuml;sste jeder CDS-K&auml;ufer die zugrunde liegende Anleihe zentral hinterlegen und w&uuml;rden alle Kontrakte &uuml;ber amtlich kontrollierte B&ouml;rsen gehandelt, w&uuml;rde die potenziell destruktive Spekulation verhindert und die Verteilung der Risiken w&auml;re &uuml;berpr&uuml;fbar.<br>\nOb die Euro-L&auml;nder aber den Mut finden ohne die USA gegen den CDS-Handel vorzugehen, ist zweifelhaft.<br>\nDas gilt auch f&uuml;r eine weitere wichtige Ma&szlig;nahme zur Befriedung der Finanzbranche: Die Begrenzung der Kredithebel&hellip; das Vorhaben ist im Grundsatz bereits gescheitert. Zwar verhandeln die G-20-Aufsichtsbeh&ouml;rden derzeit &uuml;ber entsprechende Regeln f&uuml;r Banken. Aber die weltweit mehr als 5000 Hedgefonds, also Anlagegesellschaften f&uuml;r Verm&ouml;gende und Gro&szlig;investoren, werden davon nicht erfasst.<br>\nErst recht ungewiss ist, ob es gelingt, die Finanzbranche an den Kosten der Krise zu beteiligen. Eine blo&szlig;e Abgabe auf Bankengewinne, wie sie die Bundesregierung verfolgt, br&auml;chte nur wenig ein. Eine Umsatzsteuer auf Finanztransaktionen dagegen h&auml;tte den Vorteil, dass sie alle Akteure an den Finanzm&auml;rkten erfassen und allein in der EU mindestens 200 Milliarden Euro j&auml;hrlich einbringen w&uuml;rde. Zugleich w&uuml;rde die Steuer die Spekulation bremsen. Umstritten ist jedoch, ob die Euro-Zone eine solche Steuer auch allein einf&uuml;hren k&ouml;nnte.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/wirtschaft\/das-grosse-r-wort\/1821518.html\">Tagesspiegel<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>98,6 Milliarden Euro mehr Staatsschulden durch Bankenrettung<\/strong><br>\nDie Verschuldung von Bund, L&auml;ndern und Gemeinden hat sich aufgrund der Bankenrettung bis Ende 2009 um knapp 98,6 Milliarden Euro erh&ouml;ht. Dies teilt die Bundesregierung in ihrer Antwort (17\/1522) auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion (17\/1330) mit. In der Summe sind nach Angaben der Regierung neben den von der Finanzmarktstabilisierungsanstalt durchgef&uuml;hrten Ma&szlig;nahmen auch Ma&szlig;nahmen der L&auml;nder zugunsten ihrer Landesbanken enthalten. Die Regierung weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass sich im Gegenzug aber auch das Finanzverm&ouml;gen des Staates um 91,9 Milliarden Euro erh&ouml;ht habe. Der Schuldenstand sei eine Bruttogr&ouml;&szlig;e.<br>\nDer Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung (FMS) hat f&uuml;r die Jahre 2008 und 2009 rund 415 Millionen Euro Zinsen gezahlt, schreibt die Regierung weiter. Die vom FMS stabilisierten Banken h&auml;tten im Gegenzug bis Ende 2009 703 Millionen Euro Geb&uuml;hren zahlen m&uuml;ssen. Die Zinsausgaben der L&auml;nder w&uuml;rden sich auf 778 Millionen Euro belaufen, denen Geb&uuml;hreneinnahmen in H&ouml;he von 464 Millionen Euro gegen&uuml;berst&uuml;nden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.bundestag.de\/presse\/hib\/2010_05\/2010_151\/02.html\">Deutscher Bundestag<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Die Frage, wie viel vom Schuldenstand als &bdquo;Nettogr&ouml;&szlig;e&ldquo; bleibt, ist v&ouml;llig offen. Die Bundesregierung tut so, als br&auml;chten die Kapitaleinlagen bei HRE, IKB oder Commerzbank attraktive Zins-Einnahmen und als w&auml;re die Bankenrettung ein gutes Gesch&auml;ft.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Deutschland schr&ouml;pft die Geringverdiener<\/strong><br>\nAlleinerziehend? Oder alleinstehend mit wenig Einkommen? Da langt der Bund voll zu. Auch im internationalen Vergleich steht Deutschland schlecht da.<br>\nIn kaum einem anderen Land der Organisation f&uuml;r wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit (OECD) m&uuml;ssen Arbeitnehmer so viele Steuern und Sozialabgaben zahlen wie in Deutschland. Das ist das Ergebnis eines internationalen Vergleichs der Pariser Organisation. Deutschland geh&ouml;rt demnach zur Spitzengruppe der Hochsteuerl&auml;nder: Im internationalen Vergleich zahlen Arbeitnehmer und Arbeitgeber die dritth&ouml;chsten Abgaben. Besonders benachteiligt werden ausgerechnet Alleinerziehende mit mehreren Kindern und Geringverdiener.<br>\n&ldquo;Deutschland ist im Vergleich zu anderen OECD-Staaten kein Hochsteuerland&rdquo;, erkl&auml;rt die Organisation. Der Anteil aller Steuern und Abgaben an der gesamten Wirtschaftsleistung ist mit 36,4 Prozent nur durchschnittlich.\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/pix.sueddeutsche.de\/finanzen\/789\/510903\/gggg-1273591587.jpg\" alt=\"Grafik: Steuer- und Sozialabgabenlast von Geringverdienern im OECD-Vergleich\" title=\"Deutschland schr&ouml;pft die Geringverdiener\"><\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/finanzen\/789\/510903\/text\/\">SZ<\/a> <\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Ein weigehend irref&uuml;hrender Rettungsversuch der SZ f&uuml;r Steuer- und Abgabensenkungspl&auml;ne. Ausgeklammert wird n&auml;mlich die Frage, wie viel in den anderen L&auml;ndern f&uuml;r die private Vorsorge vom Lohn abgeht. So bleibt nur die typische OECD-Forderung nach Senkung der Anteile der Arbeitgeber an den Sozialabgaben. Interessant ist eigentlich nur, dass die Menschen mit kleinem Verdienst vergleichsweise hoch zur Kasse gebeten werden.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Cornelia Heintze, Die Entwicklung sozialer und gesellschaftsnaher Dienstleistungen als Besch&auml;ftigungsmotor?!<\/strong><br>\nVortrag am 29. April 2010 auf der Tagung &bdquo;Arbeitsmarkt und Besch&auml;ftigung im Zeichen der Krise&ldquo; von Ver.di und WSI<br>\nQuelle: <a href=\"upload\/pdf\/100512_Hinweise_Cornelia_Heintze_Folienvortrag_Dienstleistungen.pdf\">Cornelia Heintze [PDF &ndash; 504 KB]<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Sozialstaat als Wohlstandsmotor<\/strong><br>\nDer Betriebswirt Andreas Oppacher vergleicht in seinem Buch die soziale und wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland mit der in D&auml;nemark, Finnland und Schweden. Er macht dabei anhand von statistischem Material &uuml;berzeugend deutlich, dass eine relativ gleichm&auml;&szlig;ige Einkommensverteilung in einem aktiven Sozialstaat sehr wohl mit hohem Lebensstandard und stabilem Wirtschaftswachstum einhergehen kann.<br>\nDas Skandinavische Modell ist unter den gegenw&auml;rtigen wirtschafts- und Sozialsystemen mit Abstand am besten dazu geeignet, dem Ideal des &sbquo;Wohlstandes f&uuml;r alle&rsquo; nahezukommen. Eine gleichm&auml;&szlig;igere Einkommenserteilung, wie sie in den nordischen L&auml;ndern vorherrscht, w&uuml;rde in Deutschland zu einer dauerhaften St&auml;rkung der Binnennachfrage f&uuml;hren und damit wesentlich dazu beitragen, das schwerwiegendste wirtschaftliche Problem unseres Landes zu l&ouml;sen. In den skandinavischen L&auml;ndern scheint es au&szlig;erdem einen Unterschied in der Sozialethik bzw. in der Wertevorstellung des Menschen zu geben. Die dort vorherrschende Mentalit&auml;t bewertet das Gemeininteresse traditionell hoch. Daraus folgt auch ein weitaus positiveres Verh&auml;ltnis der B&uuml;rger zu ihrem Staat und der Politik gegen&uuml;ber.<br>\nGlobalisierung und Wirtschaftsentwicklung sind keine Sachzw&auml;nge, welche Gesellschaft und Politik alternativlos hinzunehmen haben. Eine andere Ausrichtung der &ouml;konomischen und sozialen Entwicklung l&auml;sst sich in der konkreten Realit&auml;t ausmachen, es handelt sich um keine utopischen Tr&auml;ume. Oppacher macht dabei deutlich, dass eine gleichm&auml;&szlig;igere Einkommensverteilung sehr wohl auch mit einem Mehr an Wirtschaftswachstum einher gehen kann. Daf&uuml;r pr&auml;sentiert der Autor Fakten aus offiziellen Statistiken als &uuml;berzeugende Belege.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/hpd.de\/node\/9488\">Humanistischer Pressedienst<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Nachklapp zu den Wahlen in NRW<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Wahlanalyse von Infratest-dimap<\/strong><br>\nDie SPD verliert im Austausch mit den anderen Parteien insbesondere an die Wettbewerber aus dem linken Parteienspektrum, also an die Gr&uuml;nen (-160.000) und die Linke (-80.000). Diese Stimmenverluste werden nur teilweise durch den Zustrom von den b&uuml;rgerlichen Parteien CDU (+140.000) und FDP (+10.000) ausgeglichen.<br>\nAm h&ouml;chsten fallen die Verluste bei Jungw&auml;hlern (-8 Prozentpunkte) aus. Mit 30 Prozent bleibt die SPD hier aber weiter die st&auml;rkste Partei. Der SPD gelingt in der klassisch sozialdemokratischen Klientel &ndash; den Arbeitern (+1) &ndash; eine geringf&uuml;gig st&auml;rkere Profilierung. Mit 41 Prozent erh&auml;lt sie in dieser W&auml;hlergruppe fast doppelt so viel Zustimmung wie die CDU. Bei den Gewerkschaftsmitgliedern hat sie in der Linken st&auml;rkere Konkurrenz als vor f&uuml;nf Jahren.<br>\nDie SPD brachte ihre W&auml;hler vor allem mit Gerechtigkeitsfragen (37 Prozent) an die Urnen. Dahinter rangierten bei den SPD-W&auml;hlern schul- und bildungspolitische &Uuml;berlegungen (31 Prozent) sowie die Arbeitsmarktpolitik (25 Prozent).<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nrwspd.de\/db\/docs\/doc_29348_2010511172817.pdf\">NRWSPD [PDF &ndash; 260 KB]<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> &Uuml;brigens nach einer Blitzumfrage, die der WDR von Infratest Dimap am Montagabend durchf&uuml;hren lie&szlig;, wollen 55% der Befragten Hannelore Kraft und nur 35% J&uuml;rgen R&uuml;ttgers als Ministerpr&auml;sident.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Wolfgang Storz: Die Machtfrage stellen<\/strong><br>\nEs gibt also einerseits eine handlungsf&auml;hige Option auf eine halbwegs linke Politik. Und andererseits ist die konservativ-marktradikale Variante in D&uuml;sseldorf abgew&auml;hlt und die im Bund kann &ndash; via Bundesrat &ndash; blockiert werden. Das hei&szlig;t, dieses numerisch so zwiesp&auml;ltige und alles andere als klare Wahlergebnis birgt die Option in sich, das politische Ergebnis der Bundestagswahl so gut wie umzudrehen.<br>\nWenn in einer solchen Lage weniger als 60 Prozent der B&uuml;rger w&auml;hlen, dann ist dies mehr als eine geringe Wahlbeteiligung: Es ist ein Akt der Delegitimierung. Denn das Verhalten der gut 40 Prozent &ndash; so vielf&auml;ltig die Motive sein m&ouml;gen &ndash; kann mehr denn je rational begr&uuml;ndet werden: Warum soll ich Ohnm&auml;chtige w&auml;hlen?<br>\nDie Finanzbranche diktiert. Sie ist &ndash; von den Demokratien aus gesehen &ndash; au&szlig;er Kontrolle. Vor kurzem f&uuml;hrte sie die Weltwirtschaft an den Abgrund, heute die EU. Und morgen? Die desavouierte demokratische Politik muss erst einmal Autorit&auml;t und Gestaltungskraft zur&uuml;ckgewinnen, auch national. Sie muss die Machtfrage stellen. Ebenso einfache wie weitreichende Ma&szlig;nahmen stehen auf der Tagesordnung, um dieser Diktatur endlich ein Ende zu bereiten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=me&amp;dig=2010%2F05%2F11%2Fa0057&amp;cHash=59559cef55\">taz<\/a><\/li>\n<li><strong>Die Mehrheit liegt links<\/strong><br>\nZwei gro&szlig;e Verlierer gibt es bei der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen: J&uuml;rgen R&uuml;ttgers und Guido Westerwelle. Und einen gro&szlig;en Gewinner: Eine strukturelle rot-rot-gr&uuml;ne Mehrheit.<br>\nDie Wahl wurde daher sowohl im Land als auch im Bund verloren. F&uuml;r Ersteres ist vor allem J&uuml;rgen R&uuml;ttgers verantwortlich, f&uuml;r Letzteres hingegen Guido Westerwelle.<br>\nDie strukturelle Mehrheit liegt auf absehbare Zeit im rot-rot-gr&uuml;nen Lager. Auch wenn einige Spitzenfunktion&auml;re der Linken in NRW mit guten Gr&uuml;nden ein gewisses Misstrauen erwecken und die Partei daher im Moment nicht regierungsf&auml;hig erscheinen mag, so sind ihre W&auml;hler keineswegs B&uuml;rger mit extremistischen Ansichten. Eine Tabuisierung dieser Koalitionsm&ouml;glichkeit verspricht mittelfristig keinen Erfolg, da sie lediglich die Weigerung bedeutet, die neue Realit&auml;t wahrzunehmen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/politik\/deutschland\/:nach-nrw-wahl-die-mehrheit-liegt-links\/50113073.html\">FTD<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Der Autor, Joachim Behnke, ist Professor f&uuml;r Politikwissenschaft an der Zeppelin-Universit&auml;t Friedrichshafen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Noch keine &bdquo;Trendwende&ldquo; in der SPD<\/strong><br>\nIn einem Punkt hat die SPD also schon einmal keine Trendwende vollzogen: Sie ist immer noch nicht dazu bereit, ehrlich und kritisch mit ihren Wahlergebnissen umzugehen.<br>\nDie SPD hat aber noch an einem weiteren, ebenso wichtigen Gesichtspunkt gemessen, keine Trendwende vollzogen:<br>\nSo wird der Parteivorsitzende Gabriel im &hellip; Beitrag auf Spiegel-online wie folgt wiedergegeben: &bdquo;Das Ergebnis sei nicht nur aus eigener Kraft der SPD entstanden. &acute;Das wissen wir doch.&acute; In erster Linie sei die schwarz-gelbe Regierung abgew&auml;hlt worden. &acute;Und wir haben einen Vertrauensvorschuss erhalten.&acute; Er appellierte an die FDP, sich Gespr&auml;chen &uuml;ber eine Regierungsbildung in NRW nicht zu verweigern.&ldquo;<br>\nMuss sich da nicht jeder die Augen reiben? Da feiert jemand die Abwahl von schwarz-gelb und fordert im gleichen Atemzug die FDP &ndash; aus sozialdemokratischer Sicht verglichen mit der CDU der marktradikalere also schlimmere Koalitionspartner &ndash; zur Regierungsbildung auf.<br>\nEine 6,7-Prozent-Partei stellt einer 34,5-Prozent-Partei Bedingungen. Und was macht die Vorsitzende der 34,5-Prozent-Partei? Ihre Antwort wird ebenfalls in den Nachrichten des Deutschlandfunks wiedergegeben:<br>\n&bdquo;Die nordrhein-westf&auml;lische SPD-Spitzenkandidatin Kraft hat die prinzipielle Bereitschaft der FDP zu Koalitionsgespr&auml;chen begr&uuml;&szlig;t. Es gehe darum, eine tragf&auml;hige Regierung f&uuml;r das Land zu bilden, sagte Frau Kraft in D&uuml;sseldorf. Die Sozialdemokraten erwarteten, dass sich auch die anderen im Landtag vertretenen Parteien dieser Verantwortung stellten. In diesem Zusammenhang seien die &Auml;u&szlig;erungen des FDP-Landesvorsitzenden Pinkwart ein Zeichen.&ldquo;<br>\nDass alles spricht nicht f&uuml;r eine &bdquo;Trendwende&ldquo; in und f&uuml;r die SPD. Es ist die Fortsetzung eines unheilvollen Trends, der geradezu unheimlich anmutet, eine Geisterfahrt: Die SPD f&auml;hrt bis zur Schlie&szlig;ung der Wahllokale auf der linken &Uuml;berholspur, dann, nach den Wahlen rei&szlig;t sie das Steuer herum und landet auf der Gegenfahrbahn; ein politischer Selbstm&ouml;rder, der wenn er nicht noch einmal die Kurve kriegt, sich und seine W&auml;hlerschaft weiter in den Abgrund steuern wird.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.wirtschaftundgesellschaft.de\/index.php?option=com_content&amp;task=view&amp;id=82&amp;Itemid=2\">Wirtschaft und Gesellschaft<\/a> \n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Der SPD zur Erinnerung: Pinkwart in der Welt am Sonntag: Unser Wahlprogramm bietet den deutlichsten Kontrast zu SPD, Gr&uuml;nen und Linkspartei. Entweder schaffen wir es in eine Konstellation zu kommen, die es uns erlaubt, unsere Inhalte durchzusetzen, oder <a href=\"http:\/\/www.fdp-bv-aachen.de\/aktuelles\/1-aktuelle-nachrichten\/128-pinkwart-interview-fuer-welt-am-sonntag.html\">wir gehen lieber in die Opposition<\/a>.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Volker Pispers: Zum Wahlausgang: Ich bin gespannt, wie viel Kraft sie hat<\/strong><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.wdr.de\/radio\/wdr2\/westzeit\/detail.phtml?id=493439\">WDR 2<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Hartz-IV-Empf&auml;ngern steht kein Geld f&uuml;r Computer-Kauf zu<\/strong><br>\nHartz-IV-Empf&auml;ngern steht kein Geld f&uuml;r die Erstanschaffung eines PCs zu. Empf&auml;nger von Leistungen der Grundsicherung k&ouml;nnten nicht verlangen, bei der Erstausstattung ihrer Wohnung wie die Mehrheit der Haushalte gestellt zu werden, entschied das Landessozialgericht NRW in einem Beschluss. Es komme nicht darauf an, in welchem Umfang PCs in Haushalten in Deutschland verbreitet seien, sondern ob sie f&uuml;r eine geordnete Haushaltsf&uuml;hrung notwendig sind. Ein Haushalt lasse sich aber problemlos ohne einen PC f&uuml;hren. Mit Informationen k&ouml;nnten sich Hartz-IV- Empf&auml;nger auch aus Fernsehen und Radio versorgen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.google.com\/hostednews\/afp\/article\/ALeqM5jVDv6XpXbYwuwFH7mEDJ101So-7w\">AFP<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Wahrscheinlich geh&ouml;ren die Richter noch der Generation an, die Angst vor dem Computer hat. Ansonsten wird &uuml;berall der Computer-Analphabetismus beklagt. Zitat aus dem <a href=\"http:\/\/www.bundesverfassungsgericht.de\/entscheidungen\/ls20100209_1bvl000109.html\">Bundesverfassungsgerichtsurteil zu Hartz IV Randnummer 138<\/a>:<\/em><\/p>\n<blockquote><p>Das Sozialstaatsgebot des Art. 20 Abs. 1 GG h&auml;lt den Gesetzgeber an, die soziale Wirklichkeit zeit- und realit&auml;tsgerecht im Hinblick auf die Gew&auml;hrleistung des menschenw&uuml;rdigen Existenzminimums zu erfassen, die sich etwa in  einer technisierten Informationsgesellschaft anders als fr&uuml;her  darstellt &hellip;<\/p><\/blockquote>\n<\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Bohrplattform ohne Notfallplan<\/strong><br>\nF&uuml;r die abgebrannte und gesunkene BP-Bohrplattform &ldquo;Deepwater Horizon&rdquo; und die durchgef&uuml;hrten Arbeiten am Meeresgrund bestand kein Notfallplan, um mit Unf&auml;llen und &Ouml;l-Leckagen umzugehen. Im vergangenen Jahr hatte der Konzern in den vorgelegten Pl&auml;nen zu den Bohrungen im Golf von Mexiko erkl&auml;rt, ein Unfall und &Ouml;lleckagen seien so unwahrscheinlich, dass es nicht erforderlich sei, sie zu ber&uuml;cksichtigen. Gleichzeitig sch&auml;tzen Experten das Bohren in einer Tiefe von 1500m und mehr als schwierig und gef&auml;hrlich ein.<br>\nIn der vergangenen Woche erkl&auml;rte BP-Chef Hayward, der zuvor versprochen hatte, BP werde vollen Schadensausgleich leisten, man bereite sich darauf vor, dass man viele unberechtigte Forderungen abzuwehren habe. Angestellte des Konzerns hatten bereits Fischern an der amerikanischen K&uuml;ste Vertr&auml;ge angeboten, um bei der Bek&auml;mpfung der &Ouml;lpest zu helfen, mit der Bedingung, auf Schadensersatzforderungen zu verzichten.<br>\nAktuell wird die Schadenssumme auf 14 Milliarden Dollar gesch&auml;tzt. Es gilt als unwahrscheinlich, dass der BP-Konzern hiervon auch nur einen gr&ouml;&szlig;eren Teil &uuml;bernimmt.<br>\nDie hochvernetzte politische Lobby der BP, von der gesagt wird, man habe das Terrain in Washington besser im Griff, als die Verh&auml;ltnisse am Meeresgrund der Offshore-Bohrungen, d&uuml;rfte dem Konzern erm&ouml;glichen, mit eher symbolischen Betr&auml;gen seiner Schadensersatzpflicht zu entgehen.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/news.web-hh.de\/?newsfull=1&amp;lid=33594&amp;rubrik=politik\">meta-info.de<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.huffingtonpost.com\/2010\/05\/06\/feds-let-bp-avoid-filing-_n_566224.html\">Huffington Post Originalartikel<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Rezension von Harald Schumann: &bdquo;Bankr&auml;uber&ldquo;, der gro&szlig;e Raubzug<\/strong><br>\nWenn Kanzlerin Merkel und ihr fr&uuml;herer Finanzminister Peer Steinbr&uuml;ck &uuml;ber die seit nunmehr drei Jahren laufende Finanzkrise sprechen, dann sind die Schuldigen immer weit weg. Mal sollen es gierige Spekulanten in Amerika gewesen sein, mal unf&auml;hige Bankmanager in Frankfurt und M&uuml;nchen oder aber die Regierung in Washington, die &ndash; unerh&ouml;rt &ndash; den Wall- Street-Riesen Lehman Brothers pleitegehen lie&szlig; und damit eine weltweite Kettenreaktion ausl&ouml;ste. Welche Formel sie auch w&auml;hlen, in einem Punkt sind sich Deutschlands Finanzpolitiker einig: Dass acht deutsche Gro&szlig;banken, davon sechs im Staatsbesitz, zum Schutz des &bdquo;Systems&ldquo; mit dreistelligen Milliardenbetr&auml;gen zulasten des Steuerzahlers saniert werden m&uuml;ssen, sei &bdquo;nicht vorhersehbar&ldquo; gewesen, versichern alle Beteiligten. Insofern, das ist die Kernbotschaft, treffe weder die Regierenden noch die ihnen unterstehenden Aufsichtbeh&ouml;rden irgendeine Schuld.<br>\nDas war von Beginn an wenig glaubw&uuml;rdig. Schlie&szlig;lich haben die Regierungen von Gerhard Schr&ouml;der und Angela Merkel mit der Deregulierung der Finanzwirtschaft die gigantischen Fehlspekulationen &uuml;berhaupt erst erm&ouml;glicht.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/kultur\/der-grosse-raubzug\/1803948.html\">Tagesspiegel<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Die meisten Fakten und noch viel mehr konnten Sie seit langer Zeit auch schon auf den NachDenkSeiten nachlesen. Z.B. die Ausreden, wonach uns die Bankenkrise, wie ein <a href=\"?p=3122\">&bdquo;Springinsfeldteufel&ldquo; &uuml;berrascht h&auml;tten<\/a>, dass der <a href=\"?p=3599\">Bad-Bank-Vorsto&szlig; von Ackermann<\/a> schon im Jahre 2003 standfand oder die Legende, wonach angeblich die <a href=\"?p=3510\">Staatsbanken, die Schlimmsten gewesen seien<\/a> oder die L&uuml;ge nach die <a href=\"?p=3090\">IKB eine &ouml;ffentliche Bank gewesen sei<\/a> und in zahllosen Beitr&auml;gen haben wir belegt, dass Schr&ouml;der, Merkel, Eichel, Steinbr&uuml;ck und Asmussen die Deregulierung der Finanzwirtschaft und die gigantischen Fehlspekulationen &uuml;berhaupt erst m&ouml;glich gemacht haben. Dar&uuml;ber macht sich selbst Guido Westerwelle jetzt in s&uuml;ffisanter Weise her. Siehe <a href=\"http:\/\/www.zdf.de\/ZDFmediathek\/beitrag\/video\/1041784\/Was-nun%252C-Herr-Westerwelle%253F#\/beitrag\/video\/1041784\/Was-nun%2C-Herr-Westerwelle%3F\">&bdquo;Was nun Herr Westerwelle? im ZDF<\/a>, ab der 11. Minute.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Bildungsk&uuml;rzungen blockieren! 10% Plus f&uuml;r Bildung in Schule und Hochschule!<\/strong><br>\nErkl&auml;rung der hessischen LandesAStenkonferenz zur gestrigen Demonstration gegen die geplanten Hochschulpakt vorgesehenen K&uuml;rzungen an hessischen Schulen und Hochschulen in H&ouml;he von rund 79 Millionen Euro.<br>\nQuelle: <a href=\"upload\/pdf\/100512_Hinweise_PM_Zur_Demo_am_11_5_2010.pdf\">LAK Hessen [PDF &ndash; 50 KB]<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Roland Koch f&uuml;r Sparen ohne Tabus<\/strong><br>\nAm Tag der letzten Verhandlungen zum hessischen Hochschulpakt hat Ministerpr&auml;sident Roland Koch (CDU) Einsparungen bei der Bildung angek&uuml;ndigt. Viele gut gemeinte Projekte w&uuml;rden &bdquo;m&ouml;glicherweise sehr viel teurer als zun&auml;chst gedacht&ldquo;, sagte Koch dem &bdquo;Hamburger Abendblatt&ldquo;. &bdquo;Wir m&uuml;ssen pr&uuml;fen, ob das noch finanzierbar ist.&ldquo; Dazu rechnete Koch den geplanten Ausbau der Kleinkinderbetreuung.<br>\nIn der Bildungspolitik bleibe es bei dem Ziel, zehn Prozent des Bruttoinlandsproduktes auszugeben. Allerdings solle dies Ziel sp&auml;ter erreicht werden als zwischen Bund und L&auml;ndern vereinbart, forderte Koch. Angesichts der schwierigen Wirtschaftslage m&uuml;sse die schwarz-gelbe Bundesregierung &bdquo;in den n&auml;chsten drei oder vier Wochen&ldquo; ihre Sparziele festlegen.<br>\nIn Hessen will die Landesregierung im kommenden Jahr 30 Millionen Euro bei den Hochschulen und 45 Millionen Euro bei den Schulen sparen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/s\/Rub5785324EF29440359B02AF69CB1BB8CC\/Doc~E182B64EE88AA45F386CC65F25C796E31~ATpl~Ecommon~Scontent.html\">FAZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Der als k&uuml;nftiger Finanzminister gehandelte Koch wirft schon einmal seinen Hut in den Ring. Man glaube aber blo&szlig; nicht, dass solche Vorschl&auml;ge Ausrei&szlig;er bleiben.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Politikjournalismus: Der Druck w&auml;chst &ndash; Studie der Freien Universit&auml;t Berlin untersucht Selbstverst&auml;ndnis und Merkmale von Politikjournalisten<\/strong><br>\nErgebnisse der Online-Befragung u.a.:\n<ul>\n<li>Immer mehr Arbeit am Newsdesk<br>\nDie Aufl&ouml;sung traditioneller Ressortstrukturen macht sich zunehmend auch im Politikjournalismus bemerkbar. Mehr als ein Drittel der befragten Journalisten geben an, in Redaktionen ohne feste Ressortstrukturen zu arbeiten. Drei Viertel best&auml;tigen, dass in ihren Redaktionen Newsdesks oder &auml;hnliche zentrale Produktionseinheiten eingesetzt werden.<\/li>\n<li>Erkl&auml;ren, informieren und unterhalten<br>\nDas professionelle Selbstverst&auml;ndnis wandelt sich: Erwartungen und Bed&uuml;rfnisse des Publikums gewinnen f&uuml;r Politikjournalisten zunehmend an Bedeutung. Dem Publikum &ldquo;komplexe Sachverhalte erkl&auml;ren und vermitteln&rdquo; zu wollen, ist wichtiger geworden als die neutrale, pr&auml;zise Information. Politikjournalisten investieren mehr Zeit in Publikumskontakte. Die Mehrzahl der Politikjournalisten informiert sich aktiv &uuml;ber Reichweiten-, Marktforschungs- und Verkaufszahlen der eigenen Medienprodukte. Hier zeigt sich eine verst&auml;rkte Publikumsorientierung der Politikjournalisten, die zumindest teilweise &ouml;konomisch induziert ist.<\/li>\n<li>Journalistische Selbstreferenz nimmt durch Online-Nutzung zu<br>\nOnline-Informationsquellen spielen f&uuml;r Politikjournalisten eine zentrale Rolle. Neun von zehn Journalisten nutzen h&auml;ufig oder sehr h&auml;ufig Internet-Suchmaschinen, davon zwei Drittel Nachrichten-Suchmaschinen. Die journalistische Selbstreferenz erh&ouml;ht sich damit durch das Internet weiter. Eine zentrale Position als Leitmedium kommt hierbei Spiegel Online zu, das von neun von zehn Politikjournalisten regelm&auml;&szlig;ig genutzt wird.<\/li>\n<li>Stetig wachsender Arbeitsdruck auf Journalistinnen und Journalisten<br>\nDie Arbeitssituation im Politikjournalismus hat sich nach Ansicht der Journalisten in den letzten f&uuml;nf Jahren insgesamt verschlechtert. Medien&uuml;bergreifend best&auml;tigen die befragten Journalisten eine negative Ver&auml;nderung der Arbeitssituation in der eigenen Redaktion: Drei Viertel der Befragten (74,3 %) geben an, der Arbeitsdruck habe zugenommen oder stark zugenommen. &Uuml;ber die H&auml;lfte (54,5 %) konstatiert eine Abnahme der personellen Ausstattung in der Redaktion und knapp die H&auml;lfte (46,8 %) beklagt eine Abnahme der Zeit f&uuml;r Recherche.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Quelle 1: <a href=\"http:\/\/www.presseportal.de\/pm\/50854\/1611946\/dfjv_deutscher_fachjournalisten_verband\">na presseportal<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.dfjv.de\/fileadmin\/user_upload\/pdf\/Studie_Journalistische_Qualitaet_03_2010.pdf\">Studie von Klaus Beck, FU Berlin [PDF &ndash; 1.8 MB]<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>USA: &Auml;rzte kritisieren Obamas Gesundheitsgesetz<\/strong><br>\nDas neue Gesetz geht nicht an die Wurzel des &Uuml;bels: eine private Versicherungsindustrie, die den Profit sucht. Im Gegenteil, es macht die Versicherungsgesellschaften noch reicher und st&auml;rkt ihre Macht. Das Gesetz wird Millionen Amerikaner zwingen, von privaten Versicherern schlechte Produkte (Policen) zu kaufen, und dazu f&uuml;hren, dass gro&szlig;e Summen an &ouml;ffentlichen Geldern an sie &uuml;berwiesen werden.\n<ul>\n<li>Rund 23 Millionen Menschen bleiben in den n&auml;chsten neun Jahren ohne Versicherungsschutz.<\/li>\n<li>Millionen Angeh&ouml;rige der Mittelschicht werden nun unter Druck gesetzt, private Versicherungspolicen zu kaufen. Das wird sie bis zu 9,5% ihres Einkommens kosten und dennoch nur 70% ihrer Gesundheitsausgaben decken.<\/li>\n<li>Die privaten Versicherungsgesellschaften werden mindestens 447 Mrd. US-Dollar an zus&auml;tzlichen Beitr&auml;gen einstreichen.<\/li>\n<li>Das neue Gesetz wird die Mittel, die Medicare den Krankenh&auml;usern f&uuml;r Basisleistungen an Nichtversicherten &uuml;berweist, um 40 Mrd. Dollar senken.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.sozonline.de\/2010\/04\/usa-aerzte-kritisieren-obamas-gesundheitsgesetz\/#more-936\">SoZ<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Zur Erinnerung: K&ouml;hler und der IWF &ndash; Argentinien ein Jahr des Protests<\/strong><br>\nAm meisten Aufmerksamkeit erregten die Proteste in Argentinien, wo es im Laufe des ganzen Jahres 2002 immer wieder zu massiven Protesten kam. Das Land durchlebte eine gewaltige Wirtschaftskrise in Folge einer jahrelangen &Uuml;berschuldung: Der IWF hatte Argentinien mit Krediten immer wieder vor dem Kollaps gerettet, was aber letztlich nur den Verm&ouml;genden und den ausl&auml;ndischen Anlegern nutzte, die ihr Kapital ins Ausland schaffen konnten; weite Teile der Bev&ouml;lkerung hingegen erlebten die Folgen von Arbeitslosigkeit, Armut und den Verlust ihrer Bankeinlagen &hellip;<br>\nNach weiteren Protesten wurde bei Neuwahlen im Mai 2003 Nestor Kirchner Pr&auml;sident in Argentinien. In den vergangen Monaten befindet sich Argentinien in einem verhaltenen Aufschwung; bezeichnenderweise, nachdem die Regierung Kirchner mit einer harten Haltung einen gro&szlig;en Teil seiner Interessen gegen&uuml;ber dem IWF durchgesetzt hat.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.koehler-iwf.de\/widerstand\/bsp_argentinien.html\">Horst K&ouml;hler und der IWF<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Zu guter Letzt: Glosse: Der Markt hat immer Recht<\/strong><br>\nSehr geehrte M&auml;rktinnen und M&auml;rkte,<br>\nich wende mich an Sie in der Hoffnung auf ein Interview. Ich denke, es ist Zeit, dass Sie sich einer breiten Leserschaft vorstellen. Zwar sind Ihre Herzensw&uuml;nsche &ndash; maximale Gesch&auml;ftsfreiheit, minimaler Staatseinfluss &ndash; den meisten gel&auml;ufig. Wir aber w&uuml;rden gerne ihre verborgenen Seiten kennenlernen: Wer sind Sie eigentlich? Wie wurden Sie, was Sie sind? Es w&auml;re meines Wissens Ihr erster direkter Medienauftritt &uuml;berhaupt &ndash; und welches Magazin w&auml;re dazu besser geeignet als unseres?<br>\nIhre Medienabstinenz ist sprichw&ouml;rtlich. Nicht zuletzt gibt sie Heerscharen von Analysten die M&ouml;glichkeit, in Ihrem Namen zu sprechen. Dabei sind Sie und Ihre Anspr&uuml;che allgegenw&auml;rtig. So war dieser Tage zu lesen, Angela Merkel sei &ldquo;von den M&auml;rkten getrieben&rdquo;. Der franz&ouml;sische Pr&auml;sident Nicolas Sarkozy wurde zitiert, die Rechtsgrundlage des Euro-Rettungsschirms sei unerheblich, &ldquo;da die M&auml;rkte diese Frage nicht interessiere&rdquo;&hellip;<br>\nEZB-Pr&auml;sident Jean-Claude Trichet gab mehrfach zu Protokoll: &ldquo;Der Markt hat immer Recht.&rdquo; Chapeau, dieses Standing muss man erstmal haben! Das ist eine Meisterleistung, die vorher nur sozialistischen Einheitsparteien gelungen ist. Wie haben Sie das geschafft?<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.manager-magazin.de\/unternehmen\/amendedestages\/0,2828,694231,00.html\">manager-magazin<\/a><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: Ende der deutschen Schulweisheit; Schutzschirm kauft nur Zeit; alle reden von Regulierung; fast 100 Milliarden Schulden durch Bankenrettung; Deutschland schr&ouml;pft Geringverdiener; soziale Dienstleistungen als Besch&auml;ftigungsmotor; NRW-Wahlen; Computer nichts f&uuml;r Hartz-IV; &Ouml;lplattform ohne Notfallplan; Roland Kochs Bildungsk&uuml;rzungen; im Politikjournalismus w&auml;chst der Druck; &Auml;rzte kritisieren Obamas Gesundheitsreform; der Markt hat immer<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=5524\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-5524","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5524","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=5524"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5524\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5528,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5524\/revisions\/5528"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=5524"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=5524"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=5524"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}