{"id":55242,"date":"2019-09-30T08:36:51","date_gmt":"2019-09-30T06:36:51","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=55242"},"modified":"2019-09-30T11:52:33","modified_gmt":"2019-09-30T09:52:33","slug":"warum-gibt-es-eigentlich-keinen-streik-gegen-die-kriegsgefahr","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=55242","title":{"rendered":"Warum gibt es eigentlich keinen Streik gegen die Kriegsgefahr?"},"content":{"rendered":"<p>Am Tag des internationalen &bdquo;Klimastreiks&ldquo; gab es in Berlin-Marzahn eine Diskussionsveranstaltung zur Entspannung mit Russland. Seit langer Zeit sa&szlig;en Russland-Kritiker und Russland-Versteher wieder auf einer B&uuml;hne. Teilweise ging es heftig zu. Von <strong>Ulrich Heyden<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\nDas gibt zu denken: Am 20. September, dem Tag des internationalen &bdquo;Klimastreiks&ldquo;, demonstrierten in Berlin nach Angaben der Veranstalter 290.000 Menschen. Zu einer Diskussionsveranstaltung (<a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=kXz0-XD5ORI\">Audio-Mitschnitt<\/a>) unter dem Motto &bdquo;Mehr Entspannung wagen &ndash; mit Russland&ldquo; kamen nur 25 Zuh&ouml;rer. <\/p><p>Dr. Manfred Sapper &ndash; Chefredakteur der Zeitschrift &bdquo;Osteuropa&ldquo; &ndash; sa&szlig; im Tschechow-Theater zusammen mit dem Autor dieser Zeilen auf dem Podium. Sapper kam p&uuml;nktlich. &bdquo;Ganz Berlin ist abgesperrt. Man kommt schnell durch,&ldquo; berichtete der Politikwissenschaftler, der mit dem Fahrrad gekommen war.<\/p><p>Warum kommen so wenig Menschen zu einer Diskussion &uuml;ber Entspannungspolitik? Die Klimaerw&auml;rmung kann unseren Planeten vernichten. Das hat ein Gro&szlig;teil der Menschen in den entwickelten Industrienationen begriffen. Dass aber ein Atomkrieg zwischen den USA und Russland die aktuell viel gr&ouml;&szlig;ere Gefahr ist &ndash; wichtige R&uuml;stungskontrollabkommen sind von den USA und Russland gek&uuml;ndigt worden &ndash; hat nur eine Minderheit in Deutschland begriffen. Dass die Klimaerw&auml;rmung unseren Planeten vernichten kann, dar&uuml;ber berichten die deutschen Medien. Dass der Atomkrieg die Erde viel schneller vernichten kann, dar&uuml;ber wird nur am Rande berichtet. <\/p><p><strong>Kriegsgefahr wurde kleingeredet<\/strong><\/p><p>Und auch Dr. Manfred Sapper &ndash; Chefredakteur der wichtigsten deutschen wissenschaftlichen Zeitschrift &uuml;ber Osteuropa &ndash; redete die Kriegsgefahr klein. <\/p><p>Sapper lobte die westlichen Sanktionen gegen Russland. &bdquo;Weder Deutschland, die Europ&auml;ische Union noch Russland merken etwas von Sanktionen.&ldquo; Sie seien &bdquo;gut ausgew&auml;hlt&ldquo; und w&uuml;rden &bdquo;die russische Bev&ouml;lkerung nicht treffen&ldquo;. Sanktionen seien &bdquo;etwas Positives, weil man sich entscheidet, keinen Krieg zu f&uuml;hren. Niemand will einen Krieg f&uuml;hren.&ldquo; Man sehe doch: Russisches Gas flie&szlig;e weiter nach Russland und die deutschen Investitionen in Russland n&auml;hmen zu. <\/p><p>An diesem Punkt kam Widerspruch.  &bdquo;Wozu werden denn Sanktionen verh&auml;ngt, wenn sie angeblich so leicht und zart sind&ldquo;, fragte Sophia Bickhard vom Verein &bdquo;weltgewandt&ldquo;, die die Veranstaltung moderierte. <\/p><p>Und was ist mit den Sch&uuml;lern und Studenten von der Krim und den &bdquo;Volksrepubliken&ldquo; Donezk und Lugansk, die kein Visum f&uuml;r Besuche oder Studienaufenthalte in Deutschland bekommen?, fragte der Autor dieser Zeilen, bekam aber keine Antwort auf seine Frage. <\/p><p>Es sei doch offensichtlich, dass die gro&szlig;en deutschen Medien an einer &bdquo;geistigen Mobilmachung gegen Russland&ldquo; arbeiten. Die Kriegsgefahr bestehe nach wie vor, so der Autor.<\/p><p>Manfred Sapper erkl&auml;rte, Entspannung mit Russland werde es erst geben, wenn die Menschenrechte in Russland eingehalten werden. &bdquo;Wladimir Putin zerst&ouml;rt die NGOs in Russland.&ldquo; Eine Zusammenarbeit von deutschen und russischen Wissenschaftlern werde immer schwieriger, weil sich angeblich nach einer russischen Regierungsanordnung russische Wissenschaftler nur noch in Begleitung eines Aufpassers mit deutschen Wissenschaftlern treffen d&uuml;rfen. <\/p><p>Die russische Elite &ndash; so Sapper &ndash; falle hinter die Sowjetf&uuml;hrer Breschnjew und Andropow zur&uuml;ck, die in den 1970er Jahren den <a href=\"https:\/\/www.osce.org\/de\/mc\/39503?download=true\">KSZE-Vereinbarungen<\/a> zugestimmt haben und sich zu der Einhaltung von Menschenrechten in der Sowjetunion verpflichteten. <\/p><p>Widerspruch kam vom Autor dieser Zeilen. Man m&uuml;sse endlich zur Kenntnis nehmen: Russland werde sich keine Vorschriften mehr vom Westen machen lassen. Die 1990er Jahre &ndash; als der Westen noch Einfluss auf die russische Politik hatte &ndash; seien endg&uuml;ltig vorbei. <\/p><p>Widerspruch zu den Thesen von Sapper kam auch vom Diskussionsteilnehmer Dr. Ralf Sack. Die Menschenrechte h&auml;tten bei den KSZE-Verhandlungen in den 1970er Jahren nur eine Nebenrolle gespielt. Die Menschenrechte seien vor allem das Anliegen der damaligen SPD\/FDP-Koalition gewesen. US-Pr&auml;sident Nixon sei zu einer Politik der R&uuml;stungsbegrenzung bereit gewesen, da die USA sich mit Vietnam-Krieg und Aufr&uuml;stung finanziell &uuml;bernommen hatten. <\/p><p><strong>&bdquo;Transformation Russlands war positiv&ldquo;<\/strong><\/p><p>Weiter ging es mit dem Thema Transformation von der sozialistischen Planwirtschaft zum Kapitalismus. Die Transformation sei im Gro&szlig;en und Ganzen gut verlaufen, meinte Sapper. &Uuml;ber Fabrikschlie&szlig;ungen, das monatelange Warten auf L&ouml;hne und Renten, den rapiden Anstieg von Drogenkonsum und Aids, sowie den massiven R&uuml;ckgang der Geburten in Russland und der Ukraine in den 1990er Jahre Jahren verlor Chefredakteur Sapper kein Wort. <\/p><p>Der russische Kapitalismus habe dann die Widerspr&uuml;che in Russland aber versch&auml;rft, &bdquo;denn die politische F&uuml;hrung habe jetzt auch die wirtschaftliche Macht. Putin ist Milliard&auml;r geworden&ldquo;, behauptete der Chefredakteur, ohne Belege zu nennen. Dass es in Russland nach wie vor Unternehmer und Medien gibt, die mit Putins Kurs nicht einverstanden sind, erw&auml;hnte der Chefredakteur nicht.<\/p><p><strong>&bdquo;Judenstern f&uuml;r russische NGO&acute;s&ldquo;<\/strong><\/p><p>Immer wieder forderte Sapper die Einhaltung der Menschenrechte und den Schutz der NGOs in Russland. Die NGOs in Russland w&uuml;rden als &bdquo;ausl&auml;ndische Agenten stigmatisiert, kriminalisiert, &auml;hnlich wie 1933 die Juden in Deutschland einen Stern tragen mussten.&ldquo; Denn die russischen NGOs m&uuml;ssten ihre Publikationen jetzt mit der Kennzeichnung &bdquo;ausl&auml;ndischer Agent&ldquo; versehen. Konsequent vermied Sapper zu erw&auml;hnen, dass nur die NGOs ihre Publikationen mit diesem Vermerk kennzeichnen m&uuml;ssen, die Geld aus dem Ausland bekommen. <\/p><p>Der Moderatorin, Sophia Bickhardt, verwahrte sich gegen den Vergleich mit dem &bdquo;Judenstern&ldquo;. Sapper rechtfertigte sich mit den Worten &bdquo;vergleichen hei&szlig;t nicht gleichsetzen.&ldquo; <\/p><p>Die Diskussion wurde immer heftiger. &ldquo;Der Westen fordert von Russland die Einhaltung der Menschenrechte, interessiert sich aber nicht f&uuml;r die kulturellen Rechte der russischsprachigen Ukrainer&rdquo;, erkl&auml;rte der Autor dieser Zeilen. <\/p><p><strong>&bdquo;Der Milliard&auml;r Putin&ldquo;<\/strong><\/p><p>Was Sapper &uuml;ber Putin sagte, war f&uuml;r den Chefredakteur einer wissenschaftlichen Zeitschrift peinlich. Streckenweise hatte man den Eindruck, auf dem Podium sitze ein Redakteur der &bdquo;Bild&ldquo;-Zeitung. <\/p><p>Mit seiner Behauptung, Putin sei Milliard&auml;r, bezog sich Sapper offenbar auf einen in der oppositionellen russischen Zeitung &bdquo;Novaja Gazeta&ldquo; 2017 ver&ouml;ffentlichten <a href=\"https:\/\/nv.ua\/world\/countries\/dengi-putina-gde-hranit-tajnoe-bogatstvo-prezident-rf-i-vo-skolko-ego-otsenivajut-2134836.html\">Bericht<\/a>, in dem behauptet wird, die T&ouml;chter, Schwiegers&ouml;hne, Cousins und Freunde von Putin verwalteten das Verm&ouml;gen des russischen Pr&auml;sidenten in H&ouml;he von 24 Milliarden Dollar. Beweise lieferte das Blatt nicht. Alles bleibt im Ungef&auml;hren. <\/p><p>Verd&auml;chtig scheint der &bdquo;Nowaja Gazeta&ldquo;, dass ein entfernter Verwandter von Putin, Michail Schelomow, Mitbesitzer der Versicherungsgesellschaft Sogas und Minderheitsaktion&auml;r der Bank Rossii, gegen&uuml;ber Journalisten nicht ausf&uuml;hrlich &uuml;ber seine Aktiva habe berichten k&ouml;nnen. Als man ihn gefragt habe, ob er fremdes Verm&ouml;gen verwalte, habe er das Gespr&auml;ch abgebrochen. Dieses Verhalten pr&auml;sentiert die Zeitung wie einen Schuld-Beweis. <\/p><p>Die Summe von 24 Milliarden Dollar &bdquo;ermittelten&ldquo; Journalisten der &ldquo;Nowaja Gaseta&ldquo; zusammen mit Vertretern einer in den USA ans&auml;ssigen NGO mit dem Namen <a href=\"https:\/\/www.occrp.org\/ru\/\">&bdquo;Organized Crime and Corruption Reporting Project&ldquo; (OCCRP)<\/a>. Diese Organisation wird finanziert von der &bdquo;Open Society&ldquo; &ndash; einer Gr&uuml;ndung des ehemaligen russischen &Ouml;lmagnaten Michail Chodorkowski &ndash; , der USAID &ndash; einer US-amerikanischen Hilfsorganisation &ndash; und vom Swiss-Romanian Cooperation Programm, einem staatlichen Hilfsprogramm aus der Schweiz. <\/p><p>Ist es nicht erstaunlich, dass der Chefredakteur der f&uuml;hrenden deutschen Fachzeitschrift f&uuml;r Osteuropa Behauptungen von US-Organisationen &uuml;ber Putins angeblichen Reichtum als wahr wiedergibt, anstatt eine Distanz zu offensichtlich politisch motivierten Behauptungen zu zeigen?<\/p><p><strong>&bdquo;Es gibt vier verschiedene Russland&ldquo;<\/strong><\/p><p>So oberfl&auml;chlich wie Sappers Behauptungen &uuml;ber Putin ist auch seine Russland-Analyse. Auf der Veranstaltung in Berlin-Marzahn erkl&auml;rte der Chefredakteur, es g&auml;be &bdquo;vier verschiedene Russland&ldquo;.<\/p><p>Das &bdquo;moderne Russland&ldquo; verortet Sapper in den Gro&szlig;st&auml;dten. Dort g&auml;be es eine Art Plastik-Welt mit iPhones und Konsum, &auml;hnlich wie in anderen westlichen Metropolen. <\/p><p>Ein &bdquo;anti-modernes&ldquo; Russland verortet der Wissenschaftler in den sogenannten &bdquo;Mono-St&auml;dten&ldquo; in der russischen Provinz, wo eine einzige, in den 1930er Jahren gebaute Fabrik, das Leben der Menschen bestimmt. <\/p><p>Millionen Menschen seien &bdquo;davon abh&auml;ngig, dass der Staat diese Industriezentren unterst&uuml;tzt.&ldquo; Eine volkswirtschaftliche Modernisierung habe es in den &bdquo;Mono-St&auml;dten&ldquo; nicht gegeben. &bdquo;Alles, was in Osteuropa gelungen ist, ist in Russland unterblieben&ldquo;. Offenbar bef&uuml;rwortet Sapper die Stilllegung &bdquo;ineffizienter&ldquo; Fabriken, wie es das in Ostdeutschland und jetzt in der Ukraine gab und gibt. <\/p><p>Ein &bdquo;pr&auml;-modernes Russland&ldquo; verortet der Wissenschaftler in den D&ouml;rfern der russischen Provinz, &bdquo;wo es einen wahnsinnig hohen Alkoholkonsum gibt&ldquo; und &bdquo;in der Regel alte, einsame M&uuml;tterchen leben.&ldquo; <\/p><p>Der Nordkaukasus ist f&uuml;r Sapper das &bdquo;vierte Russland&ldquo;. In Tschetschenien sichere sich Ramsan Kadyrow seine feudale Herrschaft, die er mit &bdquo;Milliarden Dollar oder Rubel aus Moskau&ldquo; bezahle. Moskau wolle mit dem Nordkaukasus &bdquo;nichts mehr zu tun haben&ldquo; und lasse Kadyrow deshalb freie Hand. <\/p><p><strong>Stimmt das Bild von &bdquo;vier Russland&ldquo;?<\/strong><\/p><p>Das Bild des Chefredakteurs misst Russland an den Werten und Lebensgewohnheiten des Westens. &bdquo;Modern&ldquo; sind die Gro&szlig;st&auml;dte, wo die Menschen wie in einer &bdquo;Plastikwelt&ldquo; mit ihren iPhones und anderen Konsumg&uuml;tern leben. Ausgeblendet wird, dass 30 Prozent der Moskauer eine Datscha haben und die &bdquo;moderne Stadt&ldquo; nur ertragen, weil sie sich im Sommer jedes Wochenende in ihrem G&auml;rtchen erholen k&ouml;nnen. <\/p><p>Die Rede von den &bdquo;modernen Gro&szlig;st&auml;dten&ldquo; blendete auch aus, dass die Metropolen Moskau und St. Petersburg &uuml;ber die in den Weiten Russlands gef&ouml;rderten Rohstoffen zu Wohlstand gekommen sind, man Gro&szlig;stadt und Provinz also gar nicht trennen kann.<\/p><p>Die Rede vom &bdquo;anti-modernen Russland&ldquo; &uuml;bergeht, dass in der Stalin-Zeit geschaffene Infrastruktur wie H&auml;user, Eisenbahnlinien, Fabriken und Bergwerke immer noch zum R&uuml;ckgrat der russischen Wirtschaft geh&ouml;ren. <\/p><p>Die Rede vom &bdquo;pr&auml;-modernen Russland&ldquo; in den D&ouml;rfern blendet aus, dass gerade in Krisenzeiten die G&auml;rten in den russischen D&ouml;rfern immer wieder zu einer wichtigen Ern&auml;hrungsquelle werden. Warum wird diese wichtige Rolle der Privatg&auml;rten ausgeblendet? Offenbar passt sie nicht in das Bild des westlichen Kapitalismus-Modells, das die ganze Welt begl&uuml;cken soll.<\/p><p>Die Rede vom &bdquo;feudal regierten Kaukasus&ldquo; blendet aus, dass es im russischen Nordkaukasus au&szlig;er Tschetschenien noch andere Gebiete gibt, wie Dagestan, Inguschetien, Kabardino-Balkarien und Karatschai-Tscherkessien, in denen es keine charismatischen Gouverneure gibt, die viel Geld f&uuml;r Investitionen haben. <\/p><p>Au&szlig;erdem kam das Geld f&uuml;r den Wiederaufbau von Grosny nach dem Tschetschenienkrieg nicht nur aus der russischen Staatskasse, sondern auch von tschetschenischen Gesch&auml;ftsleuten, wie dem Bankier Abubakar Arsamakow, der, wie auch andere reiche Tschetschenen, in Moskau lebt. <\/p><p><strong>&bdquo;EU und Eurasien m&uuml;ssen sich integrieren&ldquo;<\/strong><\/p><p>Als die Moderatorin die Podiumsteilnehmer am Schluss der Veranstaltung nach ihren Visionen fragte, erkl&auml;rte Sapper &uuml;berraschend, dass die EU und Eurasien sich integrieren m&uuml;ssen. Vermutlich hofft der Chefredakteur auf einen anderen russischen Pr&auml;sidenten, denn mit Putin l&auml;sst sich die Devise &ndash; erst Menschenrechte, dann Entspannung &ndash; nicht verwirklichen. <\/p><p>&Uuml;berraschend realpolitisch war auch Sappers Meinung zur Gaspipeline North-Stream 2. Die Debatte darum sei &bdquo;hysterisch&ldquo;. Der Bau der neuen Pipeline durch die Ostsee f&uuml;hre &bdquo;nicht zu signifikanten Ver&auml;nderungen&ldquo;, sch&auml;dige die Ukraine also nicht. <\/p><p>Milit&auml;rpolitisch &ndash; so Sapper &ndash; sei die Lage in der Welt brenzlig, denn alles spreche daf&uuml;r, dass auch der Start-Vertrag &uuml;ber strategische Atomraketen, wie schon der Vertrag &uuml;ber Mittelstreckenraketen, von Russland und den USA gek&uuml;ndigt wird. <\/p><p>Das Publikum nahm die Thesen von Manfred Sapper mehrheitlich kritisch auf. Der Journalist Torsten Preu&szlig;ing erkl&auml;rte, man m&uuml;sse &bdquo;Russland zugestehen, dass es den Westen an seinen eigenen Prinzipien misst. Russland und der Westen m&uuml;ssen ohne Vorbedingungen aufeinander zugehen.&ldquo; <\/p><p>Die Diskussionsteilnehmerin Karin Gaulke meinte, in Deutschland werde &bdquo;&uuml;bergriffig&ldquo; &uuml;ber die russische Innenpolitik diskutiert. &bdquo;Wie k&ouml;nne das angehen&ldquo;, wo es doch in Deutschland selbst &bdquo;keinen inneren Frieden gibt?&ldquo; Die gleichgeschlechtliche Liebe k&ouml;nne man nicht &ndash; wie Marieluise Beck &ndash; zum Hauptthema im Verh&auml;ltnis zu Russland machen. <\/p><p>Wer fragt, warum es in Deutschland keinen Streik gegen die Kriegsgefahr gibt, bekam auf der Veranstaltung eine Antwort. Der Chefredakteur der wichtigsten deutschen Zeitschrift zu Osteuropa steht uneingeschr&auml;nkt hinter dem harten Kurs der Bundesregierung und der deutschen Medien gegen Russland. Die deutsche Intelligenz befindet sich &ndash; bis auf einige Ausnahmen &ndash; im Schlepptau der USA.  <\/p><p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg01.met.vgwort.de\/na\/45eec54bd4c448808d057cb1603e6389\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p><p>Titelbild: esfera \/ Shutterstock<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Tag des internationalen &bdquo;Klimastreiks&ldquo; gab es in Berlin-Marzahn eine Diskussionsveranstaltung zur Entspannung mit Russland. Seit langer Zeit sa&szlig;en Russland-Kritiker und Russland-Versteher wieder auf einer B&uuml;hne. Teilweise ging es heftig zu. 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