{"id":55356,"date":"2019-10-04T08:46:25","date_gmt":"2019-10-04T06:46:25","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=55356"},"modified":"2019-10-04T08:46:25","modified_gmt":"2019-10-04T06:46:25","slug":"hinweise-des-tages-3464","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=55356","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (AT)<br>\n<!--more--><br>\nWir weisen darauf hin, dass die jeweiligen Anbieter f&uuml;r die Barrierefreiheit ihrer Angebote selbst verantwortlich sind und es durchaus sein kann, dass der Zugang von zun&auml;chst freien Inhalten nach einer Zeit beschr&auml;nkt wird.<\/p><p>Hier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=55356#h01\">Tag der Deutschen Einheit<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=55356#h02\">Genial daneben: Der falsche Begriff und die Wahrheit<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=55356#h03\">Entscheidende Wende im Jemenkrieg<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=55356#h04\">Durchbruch f&uuml;r den Frieden in der Ost-Ukraine?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=55356#h05\">Blo&szlig; nicht Nein sagen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=55356#h06\">Tausende Polizisten protestieren in Paris<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=55356#h07\">Es wird schon gehen &hellip; irgendwie<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=55356#h08\">Pensionskassen in der Krise: Die Renten sind (nicht) sicher<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=55356#h09\">Gutachten bewertet EZB-Negativzinsen als rechtswidrig<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=55356#h10\">Verm&ouml;gensungleichheit in Deutschland bleibt trotz deutlich steigender Nettoverm&ouml;gen anhaltend hoch<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=55356#h11\">Mit dem ersten Arbeitsvertrag direkt in die Arbeitslosigkeit<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=55356#h12\">Dem Krautkopf geht&rsquo;s an den Kragen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=55356#h13\">Klinik auf der Intensivstation<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Tag der Deutschen Einheit<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Warum ich an der Wut in Ostdeutschland schuld bin<\/strong><br>\nDer Osten der Bundesrepublik w&auml;hlt rechts, weil er rechts ist: Mit solchen Erkl&auml;rungsversuchen kommt man nicht weiter, meint der Philosoph Matthias Gronemeyer. Der Westen hat den Osten &uuml;bers Ohr gehauen &ndash; und damit heutige Zerw&uuml;rfnisse beg&uuml;nstigt.<br>\nDass so viele, wie zuletzt in Sachsen und Brandenburg, eine nationalistische bis rechtsradikale Partei w&auml;hlen, liegt aber weder daran, dass man &ouml;stlich der Elbe eben traditionell braun ist, noch daran, dass in den Krippen alle kollektiv aufs T&ouml;pfchen mussten. Sondern es liegt an Leuten wie mir. Leuten wie mir, die drei&szlig;ig Jahre lang geschwiegen haben. Wir wissen, wie die Abwicklung der DDR eine ganze Generation traumatisiert hat und wir wissen, dass sich dieses Trauma auf die nachfolgenden Generationen &uuml;bertr&auml;gt. Der Jahresbericht zur Deutschen Einheit hat es gerade wieder best&auml;tigt.<br>\nDennoch gehen viele, die damals daran verdient haben, damit um wie die katholische Kirche mit dem sexuellen Missbrauch: Man gibt, auf Druck, z&ouml;gerlich einzelne Verfehlungen zu &ndash; die Sache an sich wird aber nicht infrage gestellt. Das ist ein bekanntes Muster. Wenn es darum geht, Fehler der Vergangenheit aufzuarbeiten, schallt es aus jedem Mund: Ich doch nicht! Und &uuml;berhaupt: Sind die Opfer nicht selbst schuld, wenn sie so dumm waren? Wir sind Antworten schuldig. 30 Jahre nach dem Mauerfall wird es daher Zeit zu sagen: Auch ich! Auch ich habe versucht, die Ostdeutschen abzuzocken. Und so sollte sich jeder fragen, ob nicht auch er Anlass hat zu sagen: Auch ich.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunkkultur.de\/deutsche-einheit-warum-ich-an-der-wut-in-ostdeutschland.1005.de.html?dram:article_id=460045\">Deutschlandfunk<\/a><\/li>\n<li><strong>30 Jahre Mauerfall: Niedriglohnland Ostdeutschland<\/strong><br>\nDie Deutsche Einheit &ndash; ein Gl&uuml;cksfall, so der Tenor der Feierlichkeiten rund um 30 Jahre Mauerfall. Doch viele Ostdeutsche f&uuml;hlen sich immer noch als Menschen zweiter Klasse &ndash; sie machen das auch an ihrem Verdienst fest. Eine Geb&auml;udereinigerin erz&auml;hlt.<br>\n&bdquo;Also ich arbeite in einer Kindertagesst&auml;tte und bin dort als Reinigerin t&auml;tig, dass die R&auml;umlichkeiten sauber sind&hellip;&ldquo;, erz&auml;hlt die Magdeburgerin Elke Bobles. Eine resolute Mit-F&uuml;nfzigerin, Mutter zweier Kinder. Nach der Wiedervereinigung wurde die kaufm&auml;nnische Post-Angestellte arbeitslos. Jetzt schl&auml;gt sie sich &ndash; fast 30 Jahre schon &ndash; irgendwie durchs Leben, wie sie sagt.<br>\n&bdquo;Ich bekomme den Branchenmindestlohn von 10,05 Euro die Stunde..&ldquo;<br>\nFrage des Reporters: &bdquo;Und was kommt dann am Ende raus?&ldquo;<br>\n&bdquo;Bei Lohnsteuerklasse 1 sind das 1.200 Euro netto. Wenn man dann die Fixkosten sieht, Miete, steigende Strompreise, da habe ich am Monatsende &ndash; wenn ich gut bin &ndash; noch 100, 150 Euro &uuml;ber. Dann darf aber nichts kaputt gehen, dann sieht es b&ouml;s&lsquo; aus.&ldquo; Unw&uuml;rdig sei das, sagt die Gewerkschafterin noch. Sie muss tief atmen, ist w&uuml;tend.<br>\n&bdquo;Kommt nach Sachsen-Anhalt, wir zahlen die niedrigsten L&ouml;hne, damit hat Sachsen-Anhalts Landesregierung &uuml;ber Jahre geworben. Das ist eine bodenlose Frechheit. Wenn ich j&uuml;nger w&auml;re, dann w&uuml;rde ich meine Koffer packen und gen Westen ziehen. Und das sollten alle jungen Leute tun&hellip;&ldquo; [&hellip;]<br>\nGeb&auml;udepflegerin Elke Bobles fordert eine gerechte Entlohnung f&uuml;r ein &bdquo;menschenw&uuml;rdiges Leben&ldquo;, wie sie sagt. Mit monatlich 1.200 Euro sei das nicht m&ouml;glich.<br>\n&bdquo;Leben kann man davon nicht. Man kann davon existieren, es ist immer noch mehr als die Grundsicherung. Aber unter einem w&uuml;rdevollen Leben stelle ich mir andere L&ouml;hne vor. Da stelle ich mir vor: Dass ich von dem Lohn, den ich mir hart erarbeite auch in den Urlaub fahren kann, dass ich mir eine Konzertkarte leisten kann, ohne dass ich daf&uuml;r ein halbes Jahr drauf sparen muss.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/30-jahre-mauerfall-niedriglohnland-ostdeutschland.1769.de.html?dram:article_id=460200\">Deutschlandfunk<\/a><\/li>\n<li><strong>Verbl&uuml;hte Presselandschaften in Ostdeutschland<\/strong><br>\nDie Kommunikationswissenschaftlerin Mandy Tr&ouml;ger hat zu den Zeitungsneugr&uuml;ndungen in der DDR geforscht. &ldquo;Im M&auml;rz haben sich quasi die vier Gro&szlig;verlage, Gruner und Jahr, Bauer, Springer und Burda, die DDR in Vertriebsgebiete unterteilt und die jeweiligen Produkte der anderen mitvertrieben&rdquo;, so Tr&ouml;ger.<br>\nDas Vertriebssystem der West-Verlage setzte die kleinen, unabh&auml;ngigen Zeitungen erheblich unter Druck. Viel mehr Kosten als kalkuliert seien f&uuml;r den Vertrieb draufgegangen, so Jan Peter. &ldquo;Wir haben bis dahin wirklich gedacht, wir verkaufen Zeitungen f&uuml;r eine Mark und behalten 80 Pfennig &uuml;brig. Aber wir haben sie f&uuml;r eine Mark f&uuml;nfzig verkauft und nichts &uuml;brig behalten und draufgezahlt.&rdquo;<br>\nDie Volkskammer der DDR sah die Gefahr f&uuml;r den heimischen Zeitungsmarkt und beauftragte einen unabh&auml;ngigen Medienkontrollrat. Au&szlig;erdem entstand nach den Volkskammerwahlen im M&auml;rz 1990 ein Ministerium f&uuml;r Medienpolitik. Der erste und letzte Minister f&uuml;r Medienpolitik, Gottfried M&uuml;ller (CDU), sprach im Mai 1990 angesichts der Vertriebspraxis von einer faktischen Einschr&auml;nkung der Pressefreiheit. Politisch war die letzte DDR-Regierung samt ihres Medienministers allerdings weitgehend machtlos.<br>\nDie gro&szlig;en West-Verlage bewegten sich mit ihrem eigenen Vertriebssystem zumindest in einer rechtlichen Grauzone, erkl&auml;rt Mandy Tr&ouml;ger. In ihrer Preisgestaltung setzten sie den DDR-Markt erheblich unter Druck. Zun&auml;chst war im Gespr&auml;ch, die westdeutschen Zeitungen f&uuml;r einen Wechselkurs von 1:3 zu verkaufen. Schlie&szlig;lich kam es aber zum Wechselkurs 1:1. Gleichzeitig fielen die Subventionen f&uuml;r Zeitungen. Die Ost-Zeitungen, die noch nicht etablierten Neugr&uuml;ndungen sowieso, hatten da kaum eine Chance, zu &uuml;berleben.<br>\nEs h&auml;tte Alternativen gegeben, sagt Mandy Tr&ouml;ger, aber die h&auml;tte die Bundesrepublik vorantreiben m&uuml;ssen. Die DDR sei zu diesem Zeitpunkt als Regulator bereits zu schwach gewesen. Denkbar w&auml;re laut Tr&ouml;ger etwa eine Schonfrist gewesen, damit sich die neuen Ost-Zeitungen auf die neuen Bedingungen einstellen h&auml;tten k&ouml;nnen.<br>\nDas j&auml;he Ende des Pressefr&uuml;hlings im Osten ist f&uuml;r Mandy Tr&ouml;ger mindestens ein Grund, warum eine demokratische Zivilgesellschaft in den neuen Bundesl&auml;ndern weniger ausgepr&auml;gt ist. Sie widerspricht der in der Presse h&auml;ufig zu lesenden Diagnose, der Aufstieg der Rechten auf dem Gebiet der ehemaligen DDR sei auf das angeblich mangelnde Demokratieverst&auml;ndnis der Ostdeutschen zur&uuml;ckzuf&uuml;hren. &ldquo;Ich w&uuml;rde da einen Schritt zur&uuml;cktun und angucken, was ist denn zur Wendegeschichte an zivilgesellschaftlichem Engagement kaputtgegangen durch die Durchsetzung politischer und wirtschaftlicher Interessen aus dem Westen.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.ndr.de\/fernsehen\/sendungen\/zapp\/Verbluehte-Presselandschaften-in-Ostdeutschland,presselandschaft100.html\">Zapp<\/a><\/li>\n<li><strong>&ldquo;Das taucht in keiner Bilanz zur Einheit auf&rdquo;<\/strong><br>\nUnd warum nun die Neuauflage?<br>\nUwe Markus: Das hat eher einen politischen Grund. Ich habe festgestellt, dass viele Geschichtslegenden, die in der Wendezeit schon eine Rolle gespielt haben, nach wie vor verbreitet werden. Also etwa die Aussage, die DDR war &uuml;berschuldet. Oder die DDR-Wirtschaft war marode, nicht marktf&auml;hig und musste abgewickelt werden. Da stellt man sich nat&uuml;rlich die Frage: Wie man mit einer v&ouml;llig maroden Wirtschaft moderne Streitkr&auml;fte h&auml;tte aufbauen und unterhalten sollen? Das ist ein Widerspruch.<br>\nIch habe ja an einer wirtschaftswissenschaftlichen Fakult&auml;t studiert, habe danach etliche Jahre in der DDR-Industrie soziologisch gearbeitet, dort Umfragen durchgef&uuml;hrt et cetera. Ich bilde mir ein, dass ich den damaligen Zustand der DDR-Industrie relativ gut kenne. Pauschalisierende Negativurteile gehen an der Realit&auml;t vorbei.<br>\nEs gab einen Modernit&auml;tsr&uuml;ckstand gegen&uuml;ber dem Westen, in manchen Bezirken waren ungef&auml;hr 60 Prozent der Bausubstanz &uuml;beraltert und fast 60 Prozent der industriellen Anlagen verschlissen- aber das war eben nicht die gesamte Wirtschaft. Das war auch regional und nach Branchen sehr unterschiedlich. Die R&uuml;stungsindustrie &ndash; also die sogenannte &ldquo;spezielle Produktion&rdquo; &ndash; war in der Regel modern.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Das-taucht-in-keiner-Bilanz-zur-Einheit-auf-4544632.html?seite=all\">Telepolis<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Genial daneben: Der falsche Begriff und die Wahrheit<\/strong><br>\n&bdquo;Strafz&ouml;lle&ldquo; verh&auml;nge der amerikanische Pr&auml;sident, verk&uuml;nden alle deutschen Medien. Doch das ist falsch, es ist wieder einmal &bdquo;fake news&ldquo; von den Medien, die von sich behaupten, der Wahrheit verpflichtet zu sein.<br>\nEs war schon immer fragw&uuml;rdig, von &bdquo;Strafz&ouml;llen&ldquo; zu sprechen, wenn Donald Trump Ma&szlig;nahmen gegen Europa ank&uuml;ndigte und durchf&uuml;hrte (wie unter anderem hier gezeigt). Dieses Mal ist es eindeutig eine Verf&auml;lschung dessen, worum es geht. Denn dieses Mal kann Trump vollkommen legal Z&ouml;lle auf europ&auml;ische Produkte erheben, weil es dabei um &bdquo;Ausgleichs- oder Gegenma&szlig;nahmen (countermeasures)&ldquo; geht, die den USA von einem Schiedsgericht der Welthandelsorganisation WTO zugestanden wurden. Europa hat n&auml;mlich entgegen den Regeln der WTO, also illegal, Subventionen in Form von Krediten f&uuml;r die Produktion des Airbus vergeben (hier die Quelle).<br>\nEuropa m&uuml;sse und k&ouml;nne sich wehren, hei&szlig;t es allenthalben. Warum aber sollte sich Europa gegen eine legale Ma&szlig;nahme wehren? Um zu verwischen, wie absurd eine solche Forderung ist, vermischt man diesen Fall, der von der WTO eindeutig abgeschlossen ist, mit einem Fall, der vermutlich erst im n&auml;chsten Jahr abgeschlossen wird. Europa hat n&auml;mlich auch bei der WTO gegen die USA wegen unzul&auml;ssiger Flugzeugsubventionen geklagt und im Prinzip gewonnen, aber das Strafma&szlig; (die Summe der mit Z&ouml;llen zu belegenden Waren) ist noch nicht verk&uuml;ndet. [&hellip;]<br>\nWie schon bei den von Europa gegen&uuml;ber China verh&auml;ngten Z&ouml;llen auf Stahlimporte zu erkennen, die nat&uuml;rlich nicht Strafz&ouml;lle hei&szlig;en durften (wie hier gezeigt), neigen die deutschen Medien zu einer unertr&auml;glichen Sch&ouml;nmalerei der eigenen Position und einer Schwarzmalerei der Position der Anderen. Von dem riesigen deutschen und dem gro&szlig;en europ&auml;ischen &Uuml;berschuss im internationalen Handel und dem immer noch gewaltigen Defizit der Amerikaner redet schon gar keiner mehr, obwohl diese Konstellation protektionistischen Ma&szlig;nahmen der amerikanischen Administration (nach den Regeln der WTO) von vorneherein eine viel gr&ouml;&szlig;ere Legitimation verleiht als irgendwelchen europ&auml;ischen Ma&szlig;nahmen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/makroskop.eu\/2019\/10\/der-falsche-begriff-und-die-wahrheit\/\">Makroskop<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Entscheidende Wende im Jemenkrieg<\/strong><br>\nIn den vergangenen Tagen berichtete das Oberkommando der Huthis im Jemen, drei saudische Brigaden an der Grenze zu Saudi-Arabien vernichtend geschlagen zu haben. Auch wenn die Zahlen von &uuml;ber 2000 gefangen genommenen Soldaten der saudischen Kriegskoalition &uuml;bertrieben scheinen, sprechen die ver&ouml;ffentlichten Videos der Huthis, in denen Dutzende au&szlig;er Gefecht gesetzte gepanzerte Fahrzeuge und zahlreiche Kriegsgefangene zu sehen sind, eine deutliche Sprache.<br>\nZu beobachten sind eine saudische Armee in Aufl&ouml;sung und auf der anderen Seite jemenitische Streitkr&auml;fte, die trotz saudischen Dauerbombardements zu &auml;u&szlig;erst komplexen und effektiven Operationen in der Lage sind. In noch viel st&auml;rkerem Ma&szlig;e, als die Angriffe auf die saudischen &Ouml;lanlagen am 14. September, f&uuml;r die die Huthis die Verantwortung &uuml;bernommen haben, deutet die massive saudische Niederlage am Boden auf eine entscheidende Wende im Jemen-Krieg hin.<br>\nAuf die dokumentierten Geschehnisse reagierte ein Sprecher der saudischen Kriegskoalition mit einem lahmen Dementi und der Behauptung, es seien dagegen 1500 Huthi-K&auml;mpfer get&ouml;tet worden. Diese pure Behauptung ohne jeden Beleg wirft noch einmal ein Schlaglicht darauf, dass sich die Niederlage Riads nicht mehr kaschieren l&auml;sst.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Entscheidende-Wende-im-Jemenkrieg-4544215.html\">Sevim Dagdelen auf Telepolis<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Durchbruch f&uuml;r den Frieden in der Ost-Ukraine?<\/strong><br>\nVertreter der Ukraine, der &ldquo;Volksrepubliken&rdquo; Donezk und Lugansk und Russlands einigten sich auf Wahlen und einen Sonderstatus der Gebiete Donezk und Lugansk, doch Pr&auml;sident Selenski stellt neue Bedingungen [&hellip;]<br>\nDer ukrainische Pr&auml;sident Wolodymir Selenski (Selenskyi) gab die Vereinbarung am Dienstagabend auf einer Pressekonferenz bekannt, schr&auml;nkte den Verhandlungserfolg &ndash; offenbar zur Beruhigung der ukrainischen Nationalisten &ndash; ein, indem er neue Bedingungen stellte. Nat&uuml;rlich w&uuml;rden die Wahlen &ldquo;nicht unter Gewehrl&auml;ufen stattfinden&rdquo;. Man w&uuml;rde in den Gebieten um Donezk und Lugansk keine Wahlen durchf&uuml;hren, &ldquo;wenn dort Soldaten sind&rdquo;. Gemeint waren offenbar russische Soldaten und Soldaten der Donezk- und Lugansk-Streitkr&auml;fte. Das Gesetz &uuml;ber Wahlen in den Gebieten um Donezk und Lugansk, welches jetzt vom ukrainischen Parlament ausgearbeitet werden muss, werde &ldquo;keine rote Linie &uuml;berschreiten&rdquo;, erkl&auml;rte Selenski. Es werde &ldquo;niemals eine Kapitulation&rdquo; der Ukraine geben.<br>\nAuf die Frage eines Journalisten, wann die &ldquo;russischen Truppen aus den okkupierten Gebieten abgezogen werden&rdquo;, erkl&auml;rte der ukrainische Pr&auml;sident, diese Frage werde auf dem n&auml;chsten Normandie-Treffen besprochen. Selenski erkl&auml;rte auch, die Grenze zwischen den &ldquo;Volksrepubliken&rdquo; und Russland m&uuml;sse unter ukrainische Kontrolle kommen. Russland hat dies immer abgelehnt, solange es keine Amnestie f&uuml;r alle K&auml;mpfer der &ldquo;Volksrepubliken&rdquo; gibt. [&hellip;]<br>\nSchon seit mehreren Monaten gibt es Anzeichen f&uuml;r eine Verbesserung der Beziehungen zwischen Frankreich und Deutschland mit Russland. Russland erhielt wieder Stimmrecht im Europarat und nun die Vereinbarung in der Kontaktgruppe von Minsk. Was sind die Gr&uuml;nde?<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Durchbruch-fuer-den-Frieden-in-der-Ost-Ukraine-4544966.html\">Ulrich Heyden auf Telepolis<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Blo&szlig; nicht Nein sagen<\/strong><br>\nNicht ja, nicht nein, sondern ein h&ouml;fliches &bdquo;Wait and see: Die EU hat vorsichtig und diplomatisch auf die britischen Vorschl&auml;ge zur L&ouml;sung des Brexit-Streits reagiert. Zwischen den Zeilen l&auml;sst sich aber ein geh&ouml;riges Mi&szlig;trauen herauslesen, dass der Streit noch rechtzeitig zum EU-Gipfel in zwei Wochen gel&ouml;st werden kann.<br>\nEU-Kommissionspr&auml;sident Jean-Claude Juncker reagierte als Erster. Es sei zu begr&uuml;&szlig;en, dass sich London um eine L&ouml;sung bem&uuml;he, sagte er in einem Telefonat mit Premier Boris Johnson. Der Plan enthalte positive Elemente, werfe aber auch viele Fragen auf. &bdquo;Wir sind immer noch dabei, den Text zu analysieren&ldquo;, sagte eine Juncker-Sprecherin am Donnerstag.<br>\nSkeptischer &auml;u&szlig;erte sich Chefunterh&auml;ndler Michel Barnier. Der Franzose sprach nicht nur von &bdquo;viel Arbeit&ldquo;, die noch zu erledigen sei. Er wiederholte auch die drei Ziele des Backstops f&uuml;r Irland, den Johnson mit seinem Plan eigentlich vergessen machen will: &bdquo;Keine Grenzanlagen, ein gemeinsamer Wirtschaftsraum auf der irischen Insel und Schutz des Binnenmarkts.&ldquo; (&hellip;)<br>\nFrostig d&uuml;rfte auch der Empfang bei einer Sitzung der 27 EU-Botschafter am Donnerstagabend ausfallen. Der Vorschlag m&uuml;sse &bdquo;grundlegend &uuml;berarbeitet&ldquo; werden, sagte ein EU-Diplomat. Daf&uuml;r bliebe angesichts der komplexen Materie jedoch nur wenig Zeit, wom&ouml;glich zu wenig. Eine Kl&auml;rung erhoffen sich die Berufseurop&auml;er am Freitag, wenn die EU-Kommission, die die Brexit-Verhandlungen mit London f&uuml;hrt, britische Vertreter befragen will. Bereits jetzt ist jedoch schon die Taktik der EU zu erkennen: Immer cool bleiben und blo&szlig; nicht voreilig die T&uuml;r zuschlagen. (&hellip;)<br>\nHinter den Kulissen machen sich die EU-Chefs aber noch andere Sorgen. Was, so fragen sie sich, passiert eigentlich, wenn man sich mit Johnson bis zum EU-Gipfel nicht einigt &ndash; der Premier aber auch keinen Antrag auf Verl&auml;ngerung der Brexit-Frist vorlegt? Ohne diesen Antrag w&uuml;rde es doch noch zum &bdquo;No Deal&ldquo; kommen, denn von sich aus kann die EU keinen Aufschub gew&auml;hren. Es bleibt also spannend.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/taz.de\/Entwicklungen-im-Brexit-Streit\/!5631189\/\">Eric Bonse in taz<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Tausende Polizisten protestieren in Paris<\/strong><br>\nMit einem &ldquo;Marsch der Wut&rdquo; wollen sie auf schlechte Arbeitsbedingungen aufmerksam machen. Seit Jahresbeginn gab es unter den Beamten etwa 50 Suizide. &ldquo;Die Polizei ist krank&rdquo;, sagt der Chef-Gewerkschafter.<br>\nTausende Polizisten haben in Paris f&uuml;r bessere Arbeitsbedingungen protestiert. Mehrere Gewerkschaften hatten zu dem &ldquo;Marsch der Wut&rdquo; im Osten der Hauptstadt aufgerufen. Die Sicherheitskr&auml;fte standen lange wegen der Proteste der &ldquo;Gelbwesten&rdquo; unter Druck, seit Jahresbeginn soll es etwa 50 Suizide unter Polizisten gegeben haben.<br>\nInnenminister Christophe Castaner erkl&auml;rte in einem Interview und auf Twitter, er verstehe die Sorgen der Polizisten. Das Budget der Police Nationale, die dem Innenministerium unterstellt ist, solle im kommenden Jahr um gut f&uuml;nf Prozent steigen. Es werde etwa 1400 zus&auml;tzliche Stellen geben.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/paris-polizisten-protest-1.4625164\">S&uuml;ddeutsche<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Es wird schon gehen &hellip; irgendwie<\/strong><br>\nDie Austerit&auml;tspolitik befl&uuml;gelt ein Wort, das beschreibt, dass Arbeitnehmer leistungsf&auml;hig sein m&uuml;ssen, auch wenn sie in ihrer Branche unterbesetzt sind<br>\nMehr als 100.000 Erzieher w&auml;ren in deutschen Kitas notwendig. So sagt es jedenfalls eine Studie, die die Bertelsmann Stiftung in Auftrag gab. Der Personalmangel erschwert die (fr&uuml;h-)kindliche F&ouml;rderung und belastet die Mitarbeiter schwer. Irgendwie stemmen sie es trotzdem. Wenn sie erkranken, kommen sie trotzdem irgendwie zum Dienst. Und wenn es auch mal zu viel wird in der Einrichtung: Es geht ja immer irgendwie gut.<br>\nDasselbe Ph&auml;nomen haben wir in der Pflege. Zu viele Patienten f&uuml;r zu wenig Pflegekr&auml;fte: Irgendwie muss es aber gehen, Aufschub gilt nicht, Patienten sind eben kein Wellblech oder ein Fetzen Jeansstoff, den man in die Ecke werfen kann, wenn einem die Arbeit gerade zu viel wird. Der Betriebsablauf muss weitergehen. Irgendwie. Man muss funktionieren. Irgendwie. The Show must irgendwie go on: Auch unterbesetzt, auch nicht ganz gesund und auf die Gefahr hin, sich selbst zu schaden.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.neues-deutschland.de\/artikel\/1126621.austeritaetspolitik-es-wird-schon-gehen-h-irgendwie.html\">Heppenheimer Hiob<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Pensionskassen in der Krise: Die Renten sind (nicht) sicher<\/strong><br>\nDer Dauerniedrigzins f&uuml;hrt dazu, dass Pensionskassen ihre Versorgungszusagen nicht halten k&ouml;nnen. Arbeitgeber m&uuml;ssen notfalls einspringen, doch nur, wenn sie das leisten k&ouml;nnen. Alles weitere erkl&auml;rt Tobias Neufeld.<br>\nArbeitgeber, die &uuml;ber Pensionskassen die betriebliche Altersversorgung (bAV) Ihrer Mitarbeiter durchf&uuml;hren, haben sich subjektiv f&uuml;r den sorglosen Durchf&uuml;hrungsweg entschieden. Sie zahlen regelm&auml;&szlig;ige Beitr&auml;ge an die Pensionskasse, diese legt das Geld an, administriert die bAV und zahlt im Versorgungsfall die vom Arbeitgeber versprochenen Leistungen an die Mitarbeiter aus. &ldquo;Pay &amp; Forget&rdquo; (bezahle und vergiss), so wurde es dem Arbeitgeber von Maklern, Beratern und Experten h&auml;ufig versprochen.<br>\nF&uuml;r die gro&szlig;en, deregulierten Pensionskassen im Markt trifft das insgesamt auch noch zu. Regulierte Pensionskassen hingegen sind in der wirtschaftlichen Krise. Zahlreiche dieser Kassen k&ouml;nnen aufgrund der andauernden Niedrigzinsphase die von ihnen einst versprochenen Garantiezinsen nun nicht mehr erwirtschaften und zehren ihre Substanz auf. Als Reaktion m&uuml;ssen Pensionsleistungen gek&uuml;rzt oder Kapital nachgeschossen werden. Was k&ouml;nnen Arbeitgeber in dieser Situation tun?<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.lto.de\/recht\/hintergruende\/h\/pensionskassen-niedrigzins-krise-haftung-arbeitgeber\/\">LTO<\/a> \n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers S.N.:<\/strong> Die Krise der deutschen Pensionskassen dauert nun schon mehrere Jahre an. Also zeigt sich mal wieder, dass Kapitaldeckung eben keine risikolose Einbahnstra&szlig;e ins Gl&uuml;ck darstellt. Verlierer sind im Zweifel wieder die Versicherten, falls ihr Arbeitgeber nicht solvent genug ist, um die Fehlbetr&auml;ge auszugleichen. Merkw&uuml;rdig ist auch, dass bei der ohnehin verlogen gef&uuml;hrten Lohnnebenkostendebatte immer nur die Beitr&auml;ge zur Sozialversicherung genannt werden, aber niemals die Arbeitgeberbeitr&auml;ge zur betrieblichen Altersversorgung.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Gutachten bewertet EZB-Negativzinsen als rechtswidrig<\/strong><br>\nDer Hamburger Professor f&uuml;r Bank- und Kapitalmarktrecht, Kai-Oliver Knops, h&auml;lt die von der Europ&auml;ischen Zentralbank (EZB) seit 2014 erhobenen Negativzinsen f&uuml;r Banken f&uuml;r nicht rechtens. &bdquo;Der EZB-Rat war zu deren Erlass formell und materiell nicht befugt. F&uuml;r derart weit reichende Ma&szlig;nahmen fehlt es an einer ausreichenden Begr&uuml;ndung und an einer parlamentarischen Mitwirkung&ldquo;, hei&szlig;t es in einem Gutachten, das Knops am Dienstag in Berlin vorstellte.<br>\nAuf m&ouml;gliche Konsequenzen macht die Berliner Kanzlei Schirp &amp; Partner aufmerksam. &bdquo;Jetzt ist mit einer R&uuml;ckforderungswelle gegen die EZB und die nationalen Zentralbanken der Euro-Mitgliedsl&auml;nder zu rechnen&ldquo;, glaubt Wolfgang Schirp. Insgesamt d&uuml;rfte sich der m&ouml;gliche Schaden in der Euro-Zone auf gut 40 Milliarden Euro belaufen.<br>\nDeutsche Banken sind von den Minuszinsen mit bislang j&auml;hrlich rund 2,5 Milliarden Euro &uuml;berdurchschnittlich stark betroffen. Diese Entgelte h&auml;tten zu Unrecht die Gewinne der Banken und ihrer Anteilseigner geschm&auml;lert, argumentiert Knops. Folgt man seiner Argumentation, dann h&auml;tten die Banken auch kein Recht, die Minuszinsen an ihre Kunden weiterzugeben.<br>\nNach Einsch&auml;tzung des Juristen hat die EZB mit der Einf&uuml;hrung von Negativzinsen ihre Kompetenzen eindeutig &uuml;berschritten. Tats&auml;chlich handele es sich um eine Geb&uuml;hr oder Steuer mit Lenkungsfunktion, f&uuml;r die aber keine Erm&auml;chtigung bestehe.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/amp.handelsblatt.com\/finanzen\/geldpolitik-gutachten-bewertet-ezb-negativzinsen-als-rechtswidrig\/25073766.html\">Handelsblatt<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Jetzt kommt man endlich auf den Punkt, die Minuszinsen &ldquo;h&auml;tten zu Unrecht die Gewinne der Banken und ihrer Anteilseigner geschm&auml;lert &hellip;&rdquo;. Minuszinsen sind schlecht f&uuml;r die Verm&ouml;gensanh&auml;ufung der Reichen und Superreichen. Ansonsten h&auml;tte wohl niemand etwas dagegen. Wenn dann die neoliberalen Apologeten in diesem Zusammenhang wieder einmal ihr Herz f&uuml;r die &ldquo;kleinen Sparer&rdquo; entdecken, kann man das getrost als Heuchelei bezeichnen. Besonders zynisch dabei, die herrschende Oligarchie hat jeder Zeit die entsprechende Mietm&auml;uler aus dem Wissenschaftsbetrieb zur Hand um ihre Interessen juristisch verkleidet durch zusetzen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Verm&ouml;gensungleichheit in Deutschland bleibt trotz deutlich steigender Nettoverm&ouml;gen anhaltend hoch<\/strong><br>\nEin Standardma&szlig; zur Messung von Verm&ouml;gensungleichheit ist der Gini-Koeffizient. Je h&ouml;her der Wert ist, desto ausgepr&auml;gter ist die gemessene Ungleichheit. Von 2002 bis 2007 stieg der Gini-Koeffizient von 0,776 auf 0,799 signifikant. Seitdem verharrt die Verm&ouml;gensungleichheit auf einem hohen Niveau, vor allem im Vergleich zur Einkommensverteilung, wo der Gini-Koeffizient der bedarfsgewichteten verf&uuml;gbaren Haushaltseinkommen bei knapp 0,3 liegt. Wird beim Verm&ouml;gen der Wert von Kraftfahrzeugen ber&uuml;cksichtigt und die Restschulden von Ausbildungskrediten abgezogen, f&auml;llt der Gini-Koeffizient im Jahr 2017 mit 0,759 nur geringf&uuml;gig kleiner aus als ohne diese Komponenten. Im internationalen Vergleich ist Deutschland eines der L&auml;nder im Euroraum mit der h&ouml;chsten Verm&ouml;gensungleichheit. [&hellip;]<br>\nDie Verm&ouml;genskonzentration kann auch durch den Anteil am deutschen Gesamtverm&ouml;gen beschrieben werden (Abbildung 1). So hatte im Jahr 2017 die untere H&auml;lfte der Bev&ouml;lkerung ab 17 Jahren einen durchschnittlichen Anteil am Nettogesamtverm&ouml;gen von 1,3 Prozent. Am oberen Ende der Verteilung halten die reichsten zehn Prozent einen Anteil von 56 Prozent des Gesamtverm&ouml;gens. Zieht man nur das reichste Prozent heran, so bel&auml;uft sich deren Verm&ouml;gensanteil auf sch&auml;tzungsweise 18 Prozent. Dies ist ungef&auml;hr so viel, wie die &auml;rmsten 75 Prozent der Bev&ouml;lkerung zusammen an Verm&ouml;gen halten.<br>\nBei der Interpretation dieser Ergebnisse muss beachtet werden, dass eine bev&ouml;lkerungsrepr&auml;sentative Stichprobe wie das SOEP den Bereich sehr hoher Verm&ouml;gen tendenziell untererfasst und somit das Ausma&szlig; der tats&auml;chlich in Deutschland vorhandenen Verm&ouml;gensungleichheit untersch&auml;tzt. Vermutlich ist es in den vergangenen zehn Jahren zu einem Anstieg der Verm&ouml;gensungleichheit gekommen, da die Zahl der Verm&ouml;gensmillion&auml;re seit 2008 um 69 Prozent oder gut 550000 Personen zugenommen hat.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.diw.de\/de\/diw_01.c.679909.de\/publikationen\/wochenberichte\/2019_40\/.html\">DIW<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Im Westen nichts Neues sozusagen. Und, uns geht es allen gut. Es erstaunt dennoch immer wieder, dass die Tatsache, dass die gesamte untere H&auml;lfte der Bev&ouml;lkerung ab 17 Jahren nur einen durchschnittlichen Anteil am Nettogesamtverm&ouml;gen von 1,3 Prozent hat, so klaglos hingenommen wird.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Mit dem ersten Arbeitsvertrag direkt in die Arbeitslosigkeit<\/strong><br>\nDie Sommerferien waren auch in diesem Jahr f&uuml;r viele Lehrer unerfreulich. Denn es hie&szlig;, dass sie sich arbeitslos melden mussten, obwohl sie schon neue Vertr&auml;ge hatten. Besonders junge Lehrer trifft das. Ein Motivations-Gau.<br>\nMan stelle sich vor, eine Firma bildet einen Mitarbeiter aus, gibt ihm einen Vertrag &uuml;ber die k&uuml;nftige Anstellung &ndash; und schickt ihn trotzdem zum Arbeitsamt. F&uuml;r sechs Wochen. Von besonderer Wertsch&auml;tzung f&uuml;r die Nachwuchskraft k&uuml;ndet ein solches Verhalten nat&uuml;rlich nicht, in der freien Wirtschaft w&uuml;rde man es wohl als absurd bezeichnen. Doch es ist g&auml;ngige Praxis. Und zwar ausgerechnet in der staatlichen Lehrerausbildung. Dort werden gerade junge Lehrer immer wieder f&uuml;r den Zeitraum der Sommerferien von ihrem Ausbilder, dem Staat, gen&ouml;tigt, zum Arbeitsamt zu gehen.<br>\nVor allem Baden-W&uuml;rttemberg praktiziert dies seit Jahren. Frisch examinierte Referendare trifft die Praxis besonders. &bdquo;Man kann von mehr als 2000 Referendaren f&uuml;r alle Schulformen in dem Land ausgehen&ldquo;, teilt der Deutsche Philologenverband mit. Alle diese Lehrer haben eine Einstellungszusage.<br>\nDa das Referendariat in dem Bundesland nur 18 Monate dauert, erwerben die Junglehrer auch keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld I. Sie m&uuml;ssen Hartz IV beantragen. F&uuml;r den einen oder anderen d&uuml;rfte das gerade nach Studium und erfolgreichem Absolvieren des Referendariats eine recht unsch&ouml;ne Erfahrung sein.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/article201310944\/Junge-Lehrer-Mit-dem-ersten-Arbeitsvertrag-direkt-in-die-Arbeitslosigkeit.html\">Welt Online<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Dem Krautkopf geht&rsquo;s an den Kragen<\/strong><br>\nW&auml;hrend die Welt aufschreit, weil in Brasilien gerade der Amazonas-Regenwald f&uuml;r Soja und Rinder abgebrannt wird, verschwinden hierzulande beste B&ouml;den beinahe unbeachtet unter Beton. Im S&uuml;den von Stuttgart vertilgt der Fl&auml;chenfra&szlig; seit Jahrzehnten das ber&uuml;hmte Filderkraut. Aber was ist wichtiger: Kraut oder Wohnraum? Keine einfache Frage.<br>\n&ldquo;How dare you?&rdquo; Wie k&ouml;nnt Ihr es wagen? L&auml;ngst ist diese Frage in Greta Thunbergs Rede vor den Staats- und Regierungschefs auf dem UN-Klimagipfel in New York zur Anklage geworden. Zum gefl&uuml;gelten Satz f&uuml;rs zaghafte oder gleich gar nichts Tun beim Klimaschutz. Steffen Siegel stellte am vergangenen Freitag dieselbe Frage: &ldquo;Wie k&ouml;nnt Ihr es wagen?&rdquo; Zwar in sehr viel kleinerem und bescheidenerem Rahmen w&auml;hrend einer Podiumsdiskussion in Leinfelden. Und nicht bezogen auf die Zukunft der Menschheit, allerdings mindestens ebenso vehement. Siegel geht es ums Kraut. Genauer: ums Filderspitzkraut. Vor mehr als 500 Jahren erstmals von M&ouml;nchen angebaut, hat es sich zur regionalen Ber&uuml;hmtheit gemausert &ndash; nicht nur unter Spitzkrautliebhabern und Fans von Sauerkraut. Das Filderkraut geh&ouml;rt auf die Fildern wie die Mozartkugel nach Salzburg. Ganz besonders zart soll es sein, sagen Kenner.<br>\nSiegel ist Vorsitzender der Schutzgemeinschaft Fildern. Seit Jahren verteidigen er und seine Gemeinschaft das Kraut und vor allem die besonderen B&ouml;den, auf denen es w&auml;chst, gegen Profitgier und Fl&auml;chenfra&szlig;, der nach &Uuml;berzeugung der Initiative einem &uuml;berholten Wachstumsglauben geschuldet ist. Wenn es anders nicht geht, dann auch durch so radikale Ma&szlig;nahmen wie einen Zuzugstopp von Unternehmen und Menschen. Nachhaltigkeit gen&uuml;gt den Umweltaktivisten l&auml;ngst nicht mehr. &ldquo;Wir m&uuml;ssen enkelvertr&auml;glich leben&rdquo;, sagt Siegel und fordert, jegliches Planen und Handeln unter den Vorbehalt zu stellen, dass es nachfolgenden Generationen weder Lebensqualit&auml;t noch Lebensgrundlagen raubt.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.kontextwochenzeitung.de\/gesellschaft\/444\/dem-krautkopf-gehts-an-den-kragen-6215.html\">Kontext: Wochenzeitung<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Klinik auf der Intensivstation<\/strong><br>\nAsklepios-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrung droht Besch&auml;ftigten mit K&uuml;ndigung, um sie vom Streik abzuhalten. Verdi erkl&auml;rt Anweisung f&uuml;r unzul&auml;ssig<br>\nAm Mittwoch streikt die Belegschaft der Asklepios-Klinik im nieders&auml;chsischen Seesen erneut. Damit geht die Auseinandersetzung um einen Tarifvertrag in den Schildautal-Kliniken in eine neue Runde. Doch diesmal greift die Gesch&auml;ftsf&uuml;hrung zu aggressiven Ma&szlig;nahmen, um die Besch&auml;ftigten vom angek&uuml;ndigten Streik abzuhalten. So wurde eine rechtswidrige, einseitige Dienstverpflichtung ausgesprochen, bei Streikteilnahme mit K&uuml;ndigung gedroht und eine Streikbruchpr&auml;mie ausgelobt.<br>\nDie Dienstleistungsgewerkschaft Verdi verurteilte die Ma&szlig;nahmen als illegale Einsch&uuml;chterungsversuche. &raquo;Die einseitig von Asklepios erlassene Notdienstverpflichtung ist unzul&auml;ssig. Das Streikrecht gilt f&uuml;r jeden Besch&auml;ftigten. Wenn die Gewerkschaft zum Streik aufruft, ist das Weisungsrecht des Arbeitgebers au&szlig;er Kraft gesetzt. Die Anweisung von Asklepios ist somit unzul&auml;ssig. Keiner muss der Anweisung folgen&laquo;, erinnerte Jens Havemann von Verdi am Dienstag eindringlich.<br>\nDie Gewerkschaft erkl&auml;rte schon in den vergangenen Tagen, dass sie entsprechend der Streiks in den letzten Monaten eine Notdienstbesetzung verantwortungsvoll und ausreichend geplant habe. Im Gegensatz zu den vergangenen Streiks, wollte Asklepios diese Notdienstvereinbarung aber nicht l&auml;nger unterzeichnen. Die Fronten bei diesem Tarifstreit sind verh&auml;rtet.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.jungewelt.de\/artikel\/364029.gesundheitswesen-klinik-auf-der-intensivstation.html\">junge Welt<\/a><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. 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