{"id":55360,"date":"2019-10-04T09:13:37","date_gmt":"2019-10-04T07:13:37","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=55360"},"modified":"2019-10-04T10:46:54","modified_gmt":"2019-10-04T08:46:54","slug":"der-erste-oktober-war-ein-stichtag-fuer-hongkong","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=55360","title":{"rendered":"Der erste Oktober war ein Stichtag f\u00fcr Hongkong"},"content":{"rendered":"<p>Es kam, wie es kommen musste, der Konflikt war vorprogrammiert.  Am vergangenen Dienstag, dem 1. Oktober, beging China den 70. Jahrestag der Gr&uuml;ndung der Volksrepublik. Und diese Feier wollten die Demonstranten in Hongkong den Festlandchinesen gr&uuml;ndlich verderben.  Das ist ihnen gelungen &ndash; wenigstens in Hongkong. W&auml;hrend Festlandchina feierte und Staatspr&auml;sident Xi Jinping in Peking die Milit&auml;rparade abnahm, tobte in Hongkong der B&uuml;rgerkrieg. Von <strong>Marco Wenzel<\/strong><br>\n<!--more--><br>\nBereits einige Tage vor dem eigentlichen Festtag schaltete das &ouml;ffentliche Leben in China wie jedes Jahr in einen anderen Modus. Der Feiertag war der Beginn einer ganzen Woche von Feierlichkeiten. Im hei&szlig;en Peking ist der Herbst die angenehmste Jahreszeit. Rote Laternen und rote Fahnen wehen zum Jahrestag der Gr&uuml;ndung der Volksrepublik an allen zentralen Orten, es ist eine Woche, in der auch viele Arbeiter zu ihren Familien aufs Land fahren, die sie manchmal das ganze Jahr &uuml;ber nicht mehr gesehen haben. Vergleichbar nur mit dem chinesischen Neujahrsfest, das nach dem chinesischen Kalender im Februar beginnt und eine ganze Woche Feierlichkeiten und Familientreffen einl&auml;utet. <\/p><p>Besonders runde Feiertage, wie das diesj&auml;hrige 70. Jubil&auml;um, sind bei den Chinesen sehr beliebt. Feuerwerke in allen gro&szlig;en St&auml;dten rundeten den Feiertag zur 70-j&auml;hrigen Gr&uuml;ndung der Volksrepublik ab. Nur in Hongkong gab es dieses Jahr kein Feuerwerk. Zumindest keines am Himmel.<br>\nW&auml;hrend die Chinesen auf dem Festland sich auf eine Woche der Entspannung vorbereiteten, trafen die Protestler in Hongkong ihre eigenen Vorbereitungen &hellip;<\/p><p><strong>China hatte allen Grund zum Feiern.<\/strong><\/p><p>Nach den Wirren des B&uuml;rgerkriegs und nach der Gr&uuml;ndung der Volksrepublik im Jahre 1949, nach der Kampagne &bdquo;Lasst hundert Blumen bl&uuml;hen&ldquo;, dem &bdquo;gro&szlig;en Sprung nach vorn&ldquo; und der verh&auml;ngnisvollen Kulturrevolution begann, nach Maos Tod 1976 und der Macht&uuml;bernahme von Deng Xiao Ping im Jahre 1978, eine neue Periode in Chinas moderner Entwicklung. <\/p><p>Die Reformen von Deng Xiao Ping und die neue Wirtschaftspolitik der chinesischen Regierung seit Deng Xiao Ping haben die chinesische Bev&ouml;lkerung aus der Massenarmut herausgef&uuml;hrt. Die Erfolge sind beachtlich. Kein anderes Land auf der Erde hat solche Erfolge in der Bek&auml;mpfung der Armut wie China vorzuweisen, 700 Millionen Menschen wurden aus der Armut herausgef&uuml;hrt, die Wirtschaft wuchs seit 1979 um das 35-fache. Die Lebenserwartung stieg um 10 Jahre. Die Reall&ouml;hne steigen von Jahr zu Jahr. Allen Grund zum Feiern also, sowohl f&uuml;r das Volk als auch f&uuml;r seine F&uuml;hrung. Anders die Entwicklung in Hongkong. Dort steigen die Mieten seit vielen Jahren st&auml;rker als die Reall&ouml;hne. <\/p><p>Es gibt viele gute Gr&uuml;nde f&uuml;r soziale Unruhen in Hongkong, aber die aktuelle Protestbewegung tr&auml;gt dem nicht Rechnung. Ihre Parolen lauten auf Freiheit, Demokratie und demokratische Reformen, ohne auch nur irgendwie pr&auml;zise zu formulieren, was das denn nun genau hei&szlig;en und wie und von wem denn es nun umgesetzt werden soll. <\/p><p><em>Dieses Thema wird ein weiterer Beitrag, der demn&auml;chst auf den NachDenkSeiten erscheinen wird, n&auml;her behandeln. Wir wollen uns hier auf die j&uuml;ngsten Geschehnisse beschr&auml;nken.<\/em><\/p><p><strong>17 Wochen Dauerproteste<\/strong><\/p><p>Die Massenproteste in Hongkong dauern nun schon 17 Wochen an. Seither gab es kein Wochenende ohne erneute Stra&szlig;enk&auml;mpfe. Die Anzahl der Demonstranten, die seitdem regelm&auml;&szlig;ig auf die Stra&szlig;e gehen, wird auf eine Million Menschen gesch&auml;tzt, was bei einer Bev&ouml;lkerung von etwa 7,4 Millionen schon beachtlich ist.<br>\nDas Ungew&ouml;hnliche an dieser neuen Form von Massenprotesten ist, dass sie nur unbestimmte Forderungen nach Freiheit und nach demokratischen Reformen skandiert und dass es keine offiziellen Anf&uuml;hrer gibt. Alle Demonstrationen werden &uuml;ber Handy-Apps organisiert, Ort und Zeit werden kurzfristig &uuml;ber diese Apps bekanntgegeben, Material zum Aufbau von Barrikaden werden mittels Internet organisiert und oft auch spontan strategisch an einen neuen Ort verlegt. Niemand wei&szlig; genau, wer dahintersteckt, aber die Aufrufe werden massiv befolgt. Es gibt kein gew&auml;hltes Komitee der Opposition, das Verhandlungen mit der Stadtverwaltung f&uuml;hrt, die eigentlichen Organisatoren der Massenproteste bleiben anonym und im Dunkeln.<\/p><p>Leider sind unter den Demonstranten auch unz&auml;hlige Vermummte, die mit brutaler Gewalt vorgehen und bewusst die Konfrontation mit der Polizei suchen. Vieles wurde in den letzten 17 Wochen kaputtgeschlagen, vieles zerst&ouml;rt, auch der soziale Frieden und auch der Zusammenhalt der Bev&ouml;lkerung in Hongkong. Die Menschen in Hongkong f&uuml;hlen sich mehrheitlich nicht als Chinesen und ihr Hass richtet sich allzu oft auch gegen chinesische Einwanderer vom Festland, die ihnen die Arbeitspl&auml;tze und die Wohnungen streitig machen. Und gegen chinesische Touristen vom Festland, die die Preise &bdquo;versauen&ldquo;. <\/p><p>Der Flughafen von Hongkong wurde mehrmals stillgelegt, alle Fl&uuml;ge annulliert, die &ouml;ffentlichen Verkehrsmittel wurden lahmgelegt. Regelm&auml;&szlig;ig wurden Barrikaden errichtet, Br&auml;nde gelegt, Molotowcocktails geworfen und regelm&auml;&szlig;ig gab es Pr&uuml;geleien mit der Polizei. Keine Regierung der Welt kann das tolerieren. <\/p><p>Am vergangenen Dienstag aber erreichten die Massenproteste in Hongkong eine neue Phase der Eskalation. <\/p><p>Allen Demonstranten gemeinsam scheint vor allem der Hass auf China, zu dem das Territorium Hongkong seit 1997 nun wieder geh&ouml;rt und dessen Regierung es unterstellt ist. Der Hass gegen China wird zudem noch von interessierten Kreisen von au&szlig;en, besonders aus den USA, gesch&uuml;rt. Die USA f&uuml;hren derzeit einen Handelskrieg gegen China und da ist ihnen jedes Mittel recht, China zu schw&auml;chen, jede Opposition, die in die gleiche Kerbe haut, ist willkommen. Der Feind meiner Feinde ist mein Freund. Es ist bestimmt kein Zufall, dass die Unruhen in Hongkong gerade jetzt ausgebrochen sind, nachdem sich der Handelskrieg mit den USA erneut zugespitzt hat, ausgerechnet in Hongkong, der Stadt, &uuml;ber die ein gro&szlig;er Teil des Welthandels mit China l&auml;uft. <\/p><p>In Hongkong gibt es zudem jede Menge Leute, die aus China gefl&uuml;chtet sind, es gibt jede Menge Leute dort, die sich in China besser nicht mehr blicken lassen sollten und die von einer zunehmenden Kontroll&uuml;bernahme seitens Chinas, die sp&auml;testens 2047 abgeschlossen sein wird, nichts Gutes zu erwarten haben. Und es gibt unter den M&auml;chtigen in Hongkong jede Menge China-Hasser, die die Stimmung zus&auml;tzlich anheizen. Hier sei daf&uuml;r nur stellvertretend der Medien-Tycoon Jimmy Lee genannt, der jede Protestbewegung sowohl finanziell als auch &uuml;ber seine Boulevardzeitungen unterst&uuml;tzt. <\/p><p>Eine soziale, gar eine sozialistische Bewegung mit klaren, konkreten Forderungen zur Verbesserung der Lebensbedingungen der Werkt&auml;tigen ist bisher nicht in Erscheinung getreten. Es gibt keine Gewerkschaftsbewegung, nur fehlgeleitete, radikalisierte Studenten, die sich leider allzu leicht beeinflussen lassen, die gute Beziehungen zu den USA pflegen und sogar im Wei&szlig;en Haus und auch in Berlin empfangen werden. <\/p><p>Siehe hierzu : <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=54892\">Wenn Streiflichter irrlichtern &ndash; SZ vs. NachDenkSeiten am Beispiel der Causa &bdquo;Joshua Wong&ldquo;<\/a> sowie <a href=\"https:\/\/www.german-foreign-policy.com\/news\/detail\/8061\/\">Die Lehren der Geschichte (I)<\/a><\/p><p><strong>Der Nationalfeiertag<\/strong><\/p><p>In diesem aufgeheizten Klima begann der Jubil&auml;umstag der Staatsgr&uuml;ndung Chinas. Nach den &uuml;blichen Krawallen am Wochenende und trotz Polizeiverbot machten sich bereits am fr&uuml;hen Dienstagnachmittag zehntausende Demonstranten auf den Weg, den chinesischen Nationalfeiertag auf ihre besondere Art zu begehen. Die meisten von ihnen waren wie immer kaum &uuml;ber 30 Jahre alt, oft vermummt und viele mit Eisenstangen und &auml;hnlichem bewaffnet. Die &uuml;blichen Krawalle brachen schon bald in mehreren Teilen der Stadt aus. Gewaltt&auml;tige Demonstranten griffen die Polizei mit St&ouml;cken an, warfen Molotowcocktails und Ziegelsteine nach ihnen, z&uuml;ndeten Barrikaden an und brachen das Pflaster auf, um die herausgebrochenen Steine als Wurfgeschosse zu verwenden. Die Polizei reagierte mit Tr&auml;nengas, Wasserwerfern, Gummigeschossen und &bdquo;Bean Bags&ldquo;, eine nicht t&ouml;dliche Polizeiwaffe, bei der kleine mit Schrot gef&uuml;llte S&auml;ckchen aus einer Schrotflinte auf einen Angreifer geschossen werden, um ihn zu stoppen, aber nicht schwer zu verletzen. <\/p><p>Die K&auml;mpfe brachen in etwa einem Dutzend verschiedener Teile der Stadt aus und waren heftiger als an den Tagen und Wochenenden davor.  In der N&auml;he der Tai Ho Road in Tsuen Wan griff eine Gruppe von vermummten Demonstranten die Bereitschaftspolizei an, schlug mit Stangen nach ihnen und stach auf sie ein. Ein Polizist wurde zu Boden geworfen. Ein anderer Polizist, der ihm zu Hilfe kommen wollte, zog seinen Revolver und warnte die Schl&auml;ger, die sich aber nicht beirren lie&szlig;en und weiter nach der Polizei schlugen und sie auch trafen. Daraufhin schoss der angegriffene Polizist einem der Demonstranten in die Brust, einem 18-j&auml;hrigen Sekundarsch&uuml;ler, der ins Krankenhaus gefahren und notoperiert wurde. Er hat &uuml;berlebt.  Die Szene aber war gefilmt worden. Jetzt hatten die Demonstranten einen M&auml;rtyrer, einen jungen Mann, auf den die Polizei mit scharfer Munition geschossen hatte, so die verk&uuml;rzte Geschichte, die unmittelbar darauf die Runde in den sozialen Netzwerken machte und die Wut und den Hass der Demonstranten auf die Polizei noch verst&auml;rkte.<br>\nNach Angaben der Hongkonger Zeitung South China Morning Post vom 2. Oktober &bdquo;gingen die K&auml;mpfe bis in die Nacht hinein weiter und hinterlie&szlig;en eine Spur der Zerst&ouml;rung in Hongkong, Kowloon und den New Territories. Insgesamt wurden 66 Menschen verletzt und mehr als 180 verhaftet.<\/p><p>Die MTR Corporation (die Metro in HK, Anm. Marco Wenzel) wurde weiterhin von Demonstranten angegriffen, die dem Bahnbetreiber vorwerfen, mit der Polizei zusammengearbeitet zu haben. Demonstranten entz&uuml;ndeten Feuer an den Eing&auml;ngen zu mehreren geschlossenen Stationen, darunter Wan Chai, Sham Shui Po und Causeway Bay. Regierungsb&uuml;ros, Gesch&auml;fte, die sich im Besitz von Peking-freundlichen Unternehmen befinden, und mindestens drei B&uuml;ros von Politikern wurden ebenfalls zerst&ouml;rt und verunstaltet.&ldquo;<\/p><p>Tags darauf, am Mittwoch, gingen die Proteste weiter, diesmal aus Wut &uuml;ber den angeschossenen Sch&uuml;ler. Schulklassen boykottierten den Unterricht und wiederum blockierten gewaltt&auml;tige Demonstranten ganze Stra&szlig;enz&uuml;ge und Einkaufszentren. Nach Einbruch der Dunkelheit wurden erneut Br&auml;nde gelegt, Graffitis gegen die Regierung gespr&uuml;ht, Bahnh&ouml;fe und deren Ticketanlagen zerst&ouml;rt, die Metro teilweise lahmgelegt, chinesische Unternehmen angegriffen, Geldautomaten zerst&ouml;rt, Glasfronten eingeschlagen und nat&uuml;rlich gab es auch wieder die &uuml;blichen K&auml;mpfe mit der Polizei. <\/p><p><strong>Ein Ausblick<\/strong><\/p><p>Nach diesen erneuten Ausschreitungen forderte die Polizei nun strengere Notfallma&szlig;nahmen. Sie f&uuml;hlt sich von der Regierung im Stich gelassen und sagt, sie k&ouml;nne nicht weiterhin mit dem Problem alleine fertig werden. Der Vorsitzende der Junior Police Officers Association (JPOA) meinte, auch die Regierung m&uuml;sse ihren Teil zur L&ouml;sung beitragen. Die Polizei habe ihrerseits bisher stets ihre Pflicht erf&uuml;llt. Die Polizei will nicht mehr l&auml;nger nur den Pr&uuml;gelknaben abgeben.<\/p><p>Es m&uuml;ssten nun wirksamere Ma&szlig;nahmen getroffen werden, so die JPOA. Am 1. Oktober allein habe die Polizei etwa halb so viel Tr&auml;nengas und mehr Gummigeschosse verschossen als zusammengenommen an den 17 Wochenenden zuvor. 30 ihrer Kollegen seien verletzt worden, so k&ouml;nne es nicht weitergehen. Es werde bald die ersten Toten geben. <\/p><p>Als sofortige Ma&szlig;nahmen fordert die Polizei die Verh&auml;ngung eines Ausgehverbotes und das Inkrafttreten strikter Notstandsgesetze, insbesondere auch ein Vermummungsverbot, um Randalierer aus der Anonymit&auml;t zu rei&szlig;en und sie zur Rechenschaft ziehen zu k&ouml;nnen, sowie gr&ouml;&szlig;ere eigene Befugnisse beim Vorgehen gegen Gewaltt&auml;ter. <\/p><p>Carrie Lam, die Regierungschefin von Hongkong, hatte zuerst Vorbehalte ge&auml;u&szlig;ert, da sie bef&uuml;rchtete, dass der Schuss nach hinten losgehen und den ohnehin bereits gesch&auml;digten Ruf Hongkongs noch weiter besch&auml;digen k&ouml;nnte. Wenig sp&auml;ter jedoch hat sie eine Sondersitzung des Regierungskabinetts f&uuml;r heute, Freitag, angek&uuml;ndigt, um &uuml;ber ein Gesetz &uuml;ber ein Vermummungsverbot zu beraten. Das Vermummungsverbot k&ouml;nnte &uuml;ber eine Notfallverordnung aus dem Jahre 1922 eingef&uuml;hrt werden, das dem Stadtverantwortlichen die Befugnis erteilt, in Notf&auml;llen oder im Verzug &ouml;ffentlicher Gefahr &ldquo;alle Vorschriften zu erlassen, die er im &ouml;ffentlichen Interesse f&uuml;r w&uuml;nschenswert h&auml;lt&rdquo;. Wenn diese Ma&szlig;nahmen heute in Kraft gesetzt werden, so soll dies gleich anschlie&szlig;end an die Sitzung verk&uuml;ndet werden. <\/p><p>Nat&uuml;rlich w&auml;re es ideal, wenn eine politische L&ouml;sung im Dialog mit der Protestbewegung gefunden werden k&ouml;nnte. Und ein Dialog zwischen den Parteien wird auch die einzige L&ouml;sung sein, wenn es denn irgendwann einmal eine L&ouml;sung geben sollte. Aber da gibt es keine Ansprechpartner bei den Regierungsgegnern, niemand, der wirklich offiziell befugt w&auml;re, Verhandlungen mit Carrie Lam und ihrer Regierung zu f&uuml;hren und im Fall einer Einigung auch daf&uuml;r sorgen k&ouml;nnte, dass ein gefundener Kompromiss auch befolgt w&uuml;rde. Die St&auml;rke der Anonymit&auml;t bedeutet auf der Seite der Regierungsgegner zugleich, keine wirklichen Verhandlungen zur Konfliktbeilegung f&uuml;hren zu k&ouml;nnen.<br>\nUnd wor&uuml;ber will man auch gro&szlig; verhandeln, wenn die Protestbewegung selber nicht so richtig wei&szlig;, was sie denn nun genau will und lieber vage Parolen ruft, Fahnen von Gro&szlig;britannien und den USA schwenkt, daf&uuml;r aber chinesische Fahnen verbrennt, Gro&szlig;britannien und die USA aufruft, &ldquo; Hongkong zu helfen&ldquo; und sie sogar bittet, die Sanktionen gegen China zu verst&auml;rken? <\/p><p>Der erste Oktober war ein Stichtag f&uuml;r beide Seiten. Sollte am heutigen Freitag der Notstand ausgerufen werden und Notfallgesetze in Kraft treten, dann gelten f&uuml;r die ab morgen zu erwartenden neuen Unruhen neue Spielregeln. <\/p><p>China hat seit l&auml;ngerer Zeit bereits Truppen im nahegelegenen Shenzen zusammengezogen. Im Fernsehen waren &Uuml;bungen dieser Truppen zur Aufstandsbek&auml;mpfung zu sehen. Die Verabschiedung der Notfallgesetze k&ouml;nnte auch dazu f&uuml;hren, dass die in Shenzen bereitstehenden chinesischen Truppen zum Einsatz kommen werden. Das wird das Kr&auml;fteverh&auml;ltnis definitiv verschieben.<br>\nDie chinesische F&uuml;hrung hatte gehofft, dass die Proteste sich auf l&auml;ngere Sicht totlaufen w&uuml;rden. Und sie wollte sich bis nach dem 70. Jubil&auml;umstag der Gr&uuml;ndung der VR China zur&uuml;ckhalten, um keine negativen Schlagzeilen in der Weltpresse hervorzurufen. Carrie Lam ist der chinesischen Regierung, die laut &Uuml;bergabevertrag auch f&uuml;r die Sicherheit in Hongkong verantwortlich ist, direkt unterstellt. Sie handelt mit Sicherheit nur im Einverst&auml;ndnis mit Xi Jinping, den sie noch vor wenigen Tagen in Peking anl&auml;sslich der Feierlichkeiten getroffen hat. Und mit Sicherheit wurde dabei auch die Lage in Hongkong und die weitere Vorgehensweise besprochen. <\/p><p>Titelbild: PaulWong\/shutterstock.com<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es kam, wie es kommen musste, der Konflikt war vorprogrammiert. Am vergangenen Dienstag, dem 1. Oktober, beging China den 70. Jahrestag der Gr&uuml;ndung der Volksrepublik. Und diese Feier wollten die Demonstranten in Hongkong den Festlandchinesen gr&uuml;ndlich verderben. Das ist ihnen gelungen &ndash; wenigstens in Hongkong. W&auml;hrend Festlandchina feierte und Staatspr&auml;sident Xi Jinping in Peking die<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=55360\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":55361,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[212,60,20],"tags":[881,282,379,2564,2712,421,1556],"class_list":["post-55360","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-gedenktagejahrestage","category-innere-sicherheit","category-landerberichte","tag-armut","tag-buergerproteste","tag-china","tag-gewalt","tag-hongkong","tag-polizei","tag-usa"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/shutterstock_1521436001.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/55360","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=55360"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/55360\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":55372,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/55360\/revisions\/55372"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/55361"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=55360"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=55360"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=55360"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}